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Zwölf amüsante Reiseerlebnisse aus fünf Jahrzehnten, Kindheitserinnerungen in Alassio, Silvesterparty in Paris, ein Studentenleben in Berlin, unerwartete Begegnungen in Amsterdam, trampen an die Costa Brava, Back-Packer Reisen nach Thailand oder mit dem Jeep über die Insel Kreta und vieles mehr, versprechen eine kurzweilige und spannende Unterhaltung.
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Seitenzahl: 65
Veröffentlichungsjahr: 2021
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Anlass dieses Buches ist die Inspiration der beiden Lektüren „Reiselust I und II“ meines Patenonkels Dr. Wolfgang Decker, der im März 2020 nach langer Krankheit verstorben ist.
Wolfgang war mir ein guter Patenonkel, der bei allen familiären und festlichen Ereignissen an mich dachte.
Den ich durch seine offene Art, seine Menschlichkeit, Güte, Natürlichkeit, seine Ehrlichkeit, seine Naturverbundenheit, dem Kämpferischen für soziale Themen und seine Authentizität sehr schätzte. Sein Bild mir vor Augen, sein Markenzeichen, die heraussprießenden Ohrhaare, die wie Petersilie aus den Ohren wuchsen und seine Urschreie, den wohl manches Waldtier in unserem Fuchswald oft zum erschrecken brachte. Er war Ägyptologe und mehrere Jahrzehnte Professor an der Sporthochschule Köln für die Themen Sport in der Antike. Er hat mehrere bedeutende Bücher in seinem Fachbereich geschrieben, obschon ich auch studierte, mir es nicht leicht fiel, mich hierin einzulesen. Seine Lektüre allerdings über die Reiseerlebnisse mit meiner Tante Uta, der Schwester meiner Mutter und seinen Söhnen und ihren Freunden, war mir eine schöne Hinterlassenschaft und Gedenken an ihn. Diese ich hiermit zum Anlass nehme und sie mit meinen Erinnerungen meiner Reiseerlebnisse in diesem und vielleicht noch folgenden Büchern fortsetze.
Gewidmet ist die vorliegende Lektüre ihm und auch meiner jetzt 10-jährigen Tochter Julie-Marie. Ich hoffe, dass es nach der Zeit der Corona-Pandemie noch mal möglich sein wird, zu reisen. Es ist nichts mehr so, wie es einmal war, und sicherlich wird sich vieles verändern, so auch das Reisen.
Auf meinen Reisen sind mir immer interessante Begebenheiten und Zufälle passiert, Menschen über den Weg gelaufen, zufällig auch des Öfteren mein Bruder Jürgen oder Menschen, die mir irgendwie in ungünstigen Situationen weiterhalfen.
Die ersten beiden Erzählungen sind aus der Kindheit, ab Kapitel 3 aus der Jugend und später.
Am spannendsten empfand ich immer die spontanen Fahrten, so auf das Geratewohl bzw. morgens nicht wissend, wo man des Nachts übernachten würde.
Ich nutzte die freie Zeit im ersten Lockdown der Corona Pandemie 2020 um meine folgenden Erinnerungen an meine Reisen niederzuschreiben.
Die teilweise schlechte Qualität der Bilder, oft verblasst aufgrund des Alters oder in Schwarz-Weiß bitte ich zu entschuldigen.
Ich wünsche dem Leser Freude, Spannung und Kurzweil bei der Lektüre und vielleicht Lust, selber mal zu einem der Orte zu reisen.
Alassio
Malgrat de Mar
Mein erster Skiurlaub
Puerto de la Selva
Hossegor mit dem VW T2
Party am Stockweiher
Trampen mit Klaus
Silvester in Paris
Über Husum nach Berlin
Kreta
Thailand mit Martin
Amsterdam
1968 und 2020
Alassio 1968
Strandpromenade Alassio
Die Reise mit meiner Familie nach Alassio, an die italienische Riviera in Italien, war die erste Reise, an die ich mich überhaupt erinnern kann. Es war das Jahr 1968 und mein Vater hatte seinen grünen VW Käfer mit 26 PS mit Dachgepäckträger voll bepackt und mit vier Kindern durch die Schweiz über den St. Bernhardpass an die Italienische Riviera getrieben. Ich saß vorne bei meiner Mutter auf dem Schoß und es gab noch keine Sicherheitsgurte. Meine drei Brüder hinten und so die etwa 1000 Kilometer an die italienische Küste und zurück.
Ich mit 5 Jahren bei einer Rast in der Schweiz.(Die selbstgehäkelten Strickhöschen meiner Mutter haben immer arg gekratzt.)
Mein Vater ist gerne mit uns gereist und das Ziel in den 60ern war für die Deutschen eben Italien. Mein Vater wählte einen Campingplatz auf einer Anhöhe mit Blick zum Meer „Monti e Mare“. Wir standen mit dem Auto unter einer Pinie und dort stellte er unser Zelt auf. Ich fand bei der Recherche in einem Fotoband, da mein Vater auch gerne fotografierte, eine Liste der genauen Route mit der Berechnung der Kilometer und dem Verbrauch sowie eine Liste, an welchem Ort er wie viel ausgegeben hat.
Die Fahrtroute – hier ab Basel durch die Schweiz – mit den genauen Kilometern, Tankdaten und die allgemeinen Preise als Grundlage zur Berechnung der Urlaubskasse.
Camping „Monte i Mare“ mit Blick zur Insel Gallinara
Die Erinnerung kommt wieder durch das Fotoalbum, das mein Vater gemacht hatte. Der Campingplatz am Hang mit Blick auf die Insel Gallinara und unser grün-rot-blau gestreiftes Steilwandzelt und dem VW Käfer daneben parkend.
Ich erinnere mich noch an die gegenüberliegende einsame Insel. Für uns Kinder war es die Pirateninsel mit einem versteckten Schatz. Leider gab es keine Möglichkeit dorthin zu kommen.
Der“ Kohlbecher Felsen“, Jürgen knipst
Strand des Campingplatzes, „Monte i mare“
Meine Brüder und ich am Strand, Krebse und Muscheln suchend. Ein weiteres Foto mit dem Zelt und dem grünen VW Käfer daneben parkend. Ich frage mich heute, wie mein Vater die ganzen Sachen und uns vier Kinder unterbekommen hatte, aber es gab ja einen nützlichen Dachgepäckträger, da der Kofferraum vorne unter der Rundhaube beim Käfer etwas klein war. Die beiden Sonnenliegen dienten neben der eigentlichen Funktion nach als Schlafbetten und als Stuhlersatz für uns Kinder am Campingtisch.
Meine Mutter recht sportlich
Fütterung der Raubtiermeute
Englische Spielkameraden und die großen Brüder, Wowo und Jürgen
Mein Bruder Lutz erzählte mir, die englische Familie hatte einen Rover mit Ledersitzen und Holzarmaturenbrett und Er und Jürgen durften ganz stolz darin mal zum Eis essen nach Alassio mitfahren.
Die Kamera meines Vaters, eine Kodac Retina, belichtete manchmal 3-fach, weil wohl der Spannhebel klemmte.
Alassio, Park und Ortspromende
Autoscouter mit Parcours im zentralen Park. Das war für uns Kinder etwas ganz Neues und ein toller Spaß.
Meine Mutter hielt mich auf einem großen Stoffbär, vor einem Spielzeuggeschäft in Albengha.
Meine Mutter im schicken 60er-Jahre-Kleid und modischer Flügel-Sonnenbrille. Sie ging immer sehr mit der Mode und trotz Camping hat Sie sich zum Ausgehen immer sehr Chic gemacht.
2020
54 Jahre später
Im Oktober 2020 bin ich aufs Geratewohl die gleiche Strecke gefahren. Ich wollte wissen, welche Tour mein Vater damals auf sich genommen hatte.
Heute gibt es Tunnels, Brücken und die Autobahnen, die es seinerzeit noch nicht gab. Teilweise sind von der alten Straße durch die Alpen noch die Überbleibsel an den Berghängen parallel zur Autobahn zu sehen. Ich war alleine zehn Stunden unterwegs, und damals musste es sicherlich mehr als das Doppelte gewesen sein.
Als ich des Abends auf der SS1, also der Küstenstraße von Savona kommend einen Stellplatz suchte und auf meiner App nachschaute, wurde mir dieser Campingplatz angezeigt: „Baba“.
Ich fuhr ihn übermüdet an und auf dem Schild stand „Baba“ und noch „Monti e Mare“, ich war überrascht, denn das war, wie der Zufall es wollte, der gleiche Platz, den ich mit meinen Eltern vor 54 Jahren bereiste. Nur musste ich feststellen, dass es keinen Campingplatz mehr war. Heute stehen dort am Berg nur noch schicke Bungalows.
Ich konnte mich nur daran erinnern, dass wir einen Hang hinunter zum Strand und über eine vielbefahrene Straße laufen mussten und genau das war die SS1.
Der alte Campingplatz “Monte e Mare“ ist nun eine Bungalowanlage
Der dazugehörige Strand unterhalb der Küstenstraße SS1
Heute ist der Strand nicht mehr so breit und es gibt mittlerweile eine Menge Strandbars, die es damals nicht gab. Einige sahen durch den letzten Sturm Ende September 2020, der die ganze Riviera heimgesucht hatte, ziemlich ramponiert aus.
Ich fuhr weiter, kam im Ort Alassio an und fuhr den Schildern nach in Richtung Yachthafen. Leider gab es dort eine Höhenschranke mit 2,5-m-Begrenzung, welche mir die Durchfahrt verweigerte. Ich musste also wenden und just in dem Moment kam mir von dem Hafengelände die örtliche Carabinieri entgegen. Ich stieß zurück, lenkte ein und blieb mit meinem Fahrradträger irgendwo hängen. Ich wollte mir nichts anmerken lassen und fuhr dann vorwärts, es ruckelte etwas, aber es löste sich. Ich schaute in den Rückspiegel, es war eine Promenadenbank, aber sie stand noch.
