Richtig falsch - Martin G. Kocher - E-Book

Richtig falsch E-Book

Martin G. Kocher

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Beschreibung

"Jene, die wissen, dass sie nichts wissen, schneiden im Durchschnitt besser ab." Martin Kocher beschreibt, wie Verzerrungen und Abweichungen von Marktentscheidern vom Standardmodell des Homo oeconomicus keineswegs eine prinzipielle Störung darstellen, sondern letztlich den empirischen Normalfall unseres Entscheidungsverhaltens - nicht nur auf Märkten.

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Seitenzahl: 23

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Martin G. Kocher

Richtig falsch

Verzerrungen, Abweichungen und Fehler bei der Entscheidungsfindung

Je nach Definition des Begriffs »Entscheidungen« treffen wir täglich Tausende von Entscheidungen oder vielleicht doch nur ein paar Hundert. Eine ganze Menge sind es in jedem Fall. Dazu zählen wenig komplizierte motorische Entscheidungen (Soll ich zum Kühlschrank gehen und mir etwas zu trinken holen?), Kaufentscheidungen aller Art, Entscheidungen über die Organisation des Alltags (Wann fahre ich in die Arbeit?), Entscheidungen mit Suchtpotenzial (Rauche ich noch eine Zigarette?), unzählige unbewusste Entscheidungen und die wenigen Entscheidungen, über die man sich wochenlang Gedanken macht (Wie gestalte ich den Heiratsantrag an meinen Partner?).

Alle Sozialwissenschaften und die mit ihnen verwandten Disziplinen beschäftigen sich mit der Erklärung, Einordnung und Vorhersage von menschlichen Entscheidungen. Wie so oft erhebt die Ökonomik den Alleinerklärungsanspruch der Sozialwissenschaften. »Economics is the science of choice« ist eine oft verwendete Definition für den Gegenstand der Wirtschaftswissenschaft, dessen Ursprung nicht sicher nachvollzogen werden kann, aber sie stammt wahrscheinlich von dem kanadischen Volkswirt und Nobelpreisträger Robert Mundell. Der Vorteil der Wirtschaftswissenschaft ist, dass sie als einzige Sozialwissenschaft ein einheitliches entscheidungstheoretisches Modell besitzt und eben nicht, wie zum Beispiel die Psychologie, eine Vielfalt an Paradigmen, die nebeneinanderstehen, sich gegenseitig ergänzen, aber sich auch bis zu einem gewissen Grad wechselseitig ausschließen. Keine Stärke kommt natürlich ohne Schwäche: Die empirische Validität des ökonomischen Entscheidungsmodells – gemeinhin auch als Modell des Homo oeconomicus bekannt – ist, vorsichtig formuliert, nicht gesichert.

Wie werden Entscheidungen getroffen?

Was sind die elementaren theoretischen Bestandteile einer Entscheidung aus ökonomischer Sicht? Ausgehend von einer wohldefinierten Situation – nehmen wir einmal an, dass es eine solche gibt – wird aus dem Möglichkeitsraum die optimale Variante gewählt. Was »optimal« ist, wird über die Präferenzen des Entscheiders definiert. Also ganz banal: Ich gehe die Speisekarte durch und wähle das Essen, das meinen Nutzen maximiert, gegeben die Preise und die Auswahlmöglichkeiten. Manchmal, besonders in der Soziologie, wird für die standardökonomische Sichtweise der Entscheidungsfindung der Begriff »Theorie der rationalen Entscheidungen« (rational choice theory) verwendet.