Rom am Rhein - Anonym - E-Book

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Beschreibung

In 'Rom am Rhein' entfaltet sich eine faszinierende Erzählung, die die historischen und kulturellen Verflechtungen zwischen dem antiken Rom und der Entwicklung eines sich neu formierenden Rheinlands beleuchtet. Der Autor, anonym geblieben, nutzt einen eindringlichen literarischen Stil, der sowohl historische Fakten als auch fiktive Elemente kunstvoll miteinander verwebt. Durch anschauliche Beschreibungen und lebendige Charaktere werden die Leser auf eine Reise in eine Zeit mitgenommen, in der der Rhein nicht nur eine geografische, sondern auch eine kulturelle Grenze darstellt. Der kontextuelle Rahmen bietet Einblicke in die sozialen Dynamiken und die Wechselwirkungen der Zivilisationen, die diesen engen Kontakt prägten. Der Anonymus, möglicherweise ein Historiker oder Literaturwissenschaftler, geht das Risiko ein, seine Identität zu verbergen. Seine Expertise im Bereich der römischen Geschichte und der hiesigen Mythologie entfaltet sich in einem Werk, das die Leser sowohl informiert als auch zum Nachdenken anregt. Diese Entscheidung könnte auf eine unkonventionelle Herangehensweise hinweisen, die erlaubt, unvoreingenommen und ungetrübt von persönlichen Ansichten zu schreiben, was dem Inhalt zusätzlich an Tiefe verleiht. Ich empfehle 'Rom am Rhein' allen, die sich für Geschichte, Kultur und die komplexen Beziehungen zwischen alten Zivilisationen interessieren. Das Buch regt zum Nachdenken über die eigene Geschichte an und bietet einen wertvollen Beitrag zum Verständnis der historischen Identität des Rheinlands. Ein Muss für Geschichtsinteressierte und Liebhaber gut recherchierter Literatur. In dieser bereicherten Ausgabe haben wir mit großer Sorgfalt zusätzlichen Mehrwert für Ihr Leseerlebnis geschaffen: - Sorgfältig ausgewählte unvergessliche Zitate heben Momente literarischer Brillanz hervor. - Interaktive Fußnoten erklären ungewöhnliche Referenzen, historische Anspielungen und veraltete Ausdrücke für eine mühelose, besser informierte Lektüre.

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Veröffentlichungsjahr: 2024

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Anonym

Rom am Rhein

Bereicherte Ausgabe. Ein fesselnder Blick in die römische Geschichte am Rheinufer
In dieser bereicherten Ausgabe haben wir mit großer Sorgfalt zusätzlichen Mehrwert für Ihr Leseerlebnis geschaffen
Bearbeitet und veröffentlicht von Good Press, 2024
EAN 8596547847137

Inhaltsverzeichnis

Rom am Rhein
Unvergessliche Zitate
Notizen

Rom am Rhein

Hauptinhaltsverzeichnis
Cover
Titelblatt
Text
I.
Zwei Erzbischöfe von Köln. – Die gemischten Ehen[2]. – Die katholischen Festtage. – Wallfahrtsunfug. – Reliquienbestreichung. – Die geweihten Hubertusbrödchen. – Der Confessionsstreit unter der Erde.

Es ist eine betrübende Erscheinung, daß in unserer Zeit, wo so viele Kräfte sich regen, Licht und Aufklärung zu verbreiten, Vaterlandsliebe zu nähren und vaterländische Institutionen zu gründen, – eine Strömung zur Verdumpfung und zur Geistesknechtschaft zu drängen und Saat und Vaterland unter eine andere Macht zu knechten sucht. Wir meinen die ultramontane[1]. Fern sei es von uns polemisch gegen die katholische Kirche aufzutreten, insofern sie Gott giebt, was Gottes; und dem Kaiser, was des Kaisers ist. Aber man kann ein redlicher Katholik sein, ohne ultramontan zu sein[1q]. Ultramontan ist in unserem Sinne der, welcher sein Vaterland in Rom hat[2q], welcher alle vaterländischen und staatlichen Interessen unter den Einfluß und die Herrschaft der durch den Papst repräsentirten römischen Kirche und ihrer Interessen stellen will. – Gewiß sind nicht Alle, die sich von jener Strömung fortreißen lassen, sich dieser Tendenz bewußt, aber die Leiter erkennen sie und haben sie als ihren consequent zu verfolgenden Grundsatz aufgestellt. Es ist die mittelalterliche Lehre, daß alle Fürsten ihre Throne nur von dem Statthalter Christi auf Erden zu Lehn tragen, welche nach den sanfteren Jahrhunderten, die jene finsteren Zeiten verdrängten, wiederum zur Geltung gebracht werden soll. Daß aber ein solches Princip mit jeder nationalen Gesinnung und Staatsform, zumal einer solchen mit protestantischer Spitze, durchaus unverträglich ist, liegt offen zu Tage. Preußen, das der Erfüllung seiner Mission, Deutschland zur Einheit und zur freiheitlichen Entwickelung zu führen, jetzt so nahe gerückt ist, hat auch den Uebergriffen Roms gegenüber das entscheidende Wort zu sprechen.

Der Wiederhersteller der katholischen Kirche in Frankreich, der erste Napoleon, hatte weise vorgesehen, daß eine gänzliche Trennung der Kirche vom Staate die nothwendigen Bedingungen des letzteren gefährden könne. In seiner mit dem Papste im Jahre 1802 geschlossenen Convention und in den dieselbe begleitenden organischen Artikeln hatte er deshalb dem Staate einen wesentlichen Einfluß zur Verhütung eines mißbräuchlichen Umsichgreifens der Kirche gesichert. Diese Convention galt auch in der von Frankreich eroberten Rheinprovinz, nach deren Abtretung an Preußen aber trat dem römischen Stuhle gegenüber eine mildere, nachgiebigere Praxis ein.

Bis in das zweite Jahrzehnt nach der Besitznahme der wiedereroberten Provinzen wurde der Friede zwischen Staat und Kirche nicht wesentlich gestört. Auf dem erzbischöflichen Stuhle zu Köln saß ein Mann von milder Gesinnung und staatsmännischer Bildung, der Graf Spiegel zum Desenberg[3q]. Dieser trug wesentlich zur Erhaltung des Friedens bei, und insbesondere gelang es durch seine Beihülfe eine Divergenz zu beseitigen, welche in Betreff der gemischten Ehen entstanden war. In den alten Provinzen bestanden gesetzliche Vorschriften über die confessionelle Erziehung der Kinder aus solchen Ehen, welche auch auf die neuen Provinzen gesetzlich ausgedehnt wurden. Nach und nach fing die katholische Geistlichkeit an, strengere Saiten aufzuziehen und namentlich von den Brautleuten als Bedingung der Eheschließung das Versprechen der katholischen Confession der in der Ehe zu erzielenden Kinder zu fordern. Dieser Conflict führte zu Verhandlungen mit dem Papste und in deren Folge zum Erlasse eines päpstlichen Breve, worin zwar von einer ernstlichen Abmahnung und Belehrung des katholischen Theiles über ein solches „Verbrechen“ gegen die Kirche, wenn Katholiken, wie es in der beigefügten Instruction des Cardinals Albani heißt, „schändlich von unsinniger Liebe wahnsinnig gemacht“ (turpiter insano amore dementati) Ehen mit Nichtkatholiken einzugehen wünschen, nicht aber von der Forderung des erwähnten Versprechens die Rede war. In weiterer Ausführung dieser Principien wurde nun mit dem Metropolitan, Grafen Spiegel, eine Einigung geschlossen, wodurch eine milde Praxis eingeführt und von dem beregten Versprechen ganz Abstand genommen wurde, wogegen der Staat mit zu großem Eifer seine Bereitwilligkeit erklärte, diesem immerhin zweifelhaften und durch Bedrängung der Gewissen innerhalb und außerhalb der Beichtstühle leicht zu umgehenden Compromisse das einzige gesetzliche Mittel gegen jede anmaßliche Prätension der Kirche in Beziehung auf die Schließung der Ehe und die Gründung der Familie als der wesentlichsten Grundlage des Staates, die Civil-Ehe[3], zu opfern.

Zu dieser Convention erklärten denn auch die dem Erzbischofe von Köln untergeordneten Bischöfe von Paderborn, Münster und Trier unumwunden ihren Beitritt, und hiernach wurde denn in allen Diöcesen bis zu dem im Juli 1835 erfolgten Tode des Grafen Spiegel und noch ein Jahr weiter verfahren.

Auf dem erzbischöflichen Stuhle zu Köln folgte diesem der bisherige Weihbischof zu Münster, der Freiherr Clemens August Droste zu Vischering. Auf ihn hatte besonders der in sich verzweigte katholische rheinisch-westphälische Adel die Aufmerksamkeit gelenkt, welcher, so wie früher die Domcapitel mit seinen jüngeren Söhnen besetzt wurden, nun auch die bischöflichen Pfründen für sich in Anspruch zu nehmen wünschte. Umsonst erhoben sich von mehreren Seiten, namentlich von der des trefflichen Oberpräsidenten von Westphalen, Freiherrn Vincke, Stimmen der Warnung gegen diesen Mann, welcher während seiner früheren Verwaltung als Capitular-Verweser zu Münster mit den Staatsbehörden vielfach in Conflict gerathen und dessen Starrsinn in Münster notorisch war.

Der damalige Kronprinz, später als Friedrich Wilhelm der Vierte König, der Aristokratie gewogen und von dem Satze ausgehend, daß die Gottesfurcht zu allen Dingen nütze sei, übernahm die Verantwortung, und man suchte nur noch von dem Candidaten selbst eine Erklärung zu erhalten: ob er im Geiste des Friedens wirken und insbesondre die in Folge des päpstlichen Breve am 19. Juni 1834 geschlossene Uebereinkunft mit den vier Bischöfen aufrecht erhalten werde. Er erwiderte darauf unter Betheuerungen seiner Friedensliebe, „daß er sich wohl hüten werde, jene gemäß dem Breve vom Papste Pius dem Achten über die gemischten Ehen getroffene und in den vier Sprengeln zur Vollziehung gekommene Vereinbarung nicht aufrecht zu halten, oder gar, wenn solches thunlich wäre, anzugreifen und umzustoßen, und daß er dieselbe nach dem Geiste der Liebe, der Friedfertigkeit anwenden werde“. – So wurde er denn dem Domcapitel vorgeschlagen und gewählt.

Allein schon nach Jahresfrist zeigten sich die übeln Folgen dieser Wahl. Der Ernannte gerieth in mannigfache Conflicte mit der Staatsregierung, schrieb in Widerspruch mit vorerwähnter Erklärung und unter der Angabe, die Convention nicht gekannt zu haben, den Pfarrern vor, die kirchliche Trauung nur dann zu gewähren, wenn sich das Brautpaar zur Erziehung sämmtlicher Kinder im katholischen Glauben durch ein ausdrückliches Versprechen zuvor verpflichtet haben würde.

Allen desfälligen Vorstellungen war er unzugänglich und die Aufforderung, sein Amt niederzulegen, wenn er die Bedingung, unter der es ihm übertragen worden, nicht erfüllen könne, weil er deren Umfang nicht gekannt habe, lehnte er ab. So wurde ihm von Staatswegen die Ausübung seines Amtes untersagt, und er, um ihm dieselbe unmöglich zu machen, am 20. November 1837 auf die Festung Minden abgeführt. Hätte man ihn noch einige Zeit gewähren lassen, so würde er sich durch sein tactloses Benehmen, seine oft bis an das Lächerliche streifenden Lebensgewohnheiten, die Schroffheit, womit er gegen die Regierung und seine eigenen Standesgenossen, insbesondere gegen sein eignes Domcapitel auftrat, mit welchem er sich gänzlich überworfen hatte, – bald selbst den Katholiken gegenüber unmöglich gemacht haben. Die ihm angethane Gewalt aber setzte ihm die Märtyrerkrone auf[4q]. Gegen diese Gewalt erhob sich von allen Seiten Opposition. Man erblickte darin eine Verletzung der Gesetze über persönliche Freiheit, die von katholischer Seite um so erheblicher erachtet wurde, als sie einen der ersten Würdenträger der Kirche betraf, und doppelt fühlte sich der katholische rheinisch-westphälische Adel gekränkt, weil der Erzbischof sein Standesgenosse war. Von diesem Ereignisse aus trat ein Wendepunkt ein, mit welchem sich die ultramontane Strömung stärker ergoß.