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Mit der Etablierung der Schulgesundheitspflege als neues pflegerisches Tätigungsfeld im Setting von Schule und Kindergarten wird ein unverzichtbarer Beitrag zur Verwirklichung von Gesundheitsgerechtigkeit und Bildungspartizipation geleistet. Damit können vulnerable Kinder und Jugendliche dabei unterstützt werden, ihr Recht auf Bildung und Gesundheit gleichberechtigt wahrzunehmen, was in weiterer Folge zur Entwicklung einer inklusiven, gesundheitsförderlichen Gesellschaft führt. Dieses Buch bietet praxisnahe Einblicke, wissenschaftliche und theoretische Grundlagen wie auch bewährte Konzepte, um die Gesundheit im Setting von Schule und Kindergarten nachhaltig zu stärken. Es richtet sich primär an Gesundheits- und Krankenpfleger:innen, die in diesem Setting tätig sind oder tätig werden wollen. Aber auch Interessierte und Entscheidungsträger:innen erhalten Einblicke in dieses wegweisende Berufsfeld an der Schnittstelle zwischen Bildungs-, Gesundheits- und Sozialsystem.
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Seitenzahl: 286
Veröffentlichungsjahr: 2026
Hans Peter Köllner, Daniela Nitschinger, Theresa Amon
Schulgesundheitspflege
Professionelle Gesundheits- und Krankenpflege im Setting von Schule und Kindergarten
Die Autor*innen
FH-Prof. Hans Peter Köllner, BSc MSc BA MSc
DGKP, akad. Experte in der Kinder- und Jugendlichenpflege, Studienbereichsleiter Gesundheits- und Krankenpflege (Bachelor), Lehre und Forschung u. a. an der Hochschule Campus Wien
Daniela Nitschinger, MSc
DGKP, Leiterin Zertifikatsprogramm Schulgesundheitspflege, stellvertretende Studienbereichsleiterin Gesundheits- und Krankenpflege (Bachelor), Lehre und Forschung u. a. an der Hochschule Campus Wien
Theresa Amon, BSc MSc
DGKP, stellvertretende Studienprogrammleiterin Masterprogramme im Department Angewandte Pflegewissenschaft sowie Lehre und Forschung u. a. an der Hochschule Campus Wien
Eine geschlechtergerechte Schreibweise wird in diesem Buch vorwiegend durch die Verwendung der Schreibung mit Stern * realisiert. Ist eine korrekte, alle Endungen berücksichtigende Schreibung auf diese Weise nicht möglich oder erfordert sie Ergänzungen, die den Lesefluss hemmen, so werden – stellvertretend für alle Geschlechter – die weibliche und männliche Form abgewechselt.
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
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Alle Angaben in diesem Fachbuch erfolgen trotz sorgfältiger Bearbeitung ohne Gewähr, eine Haftung der Autor*innen oder des Verlages ist ausgeschlossen.
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Copyright © 2026 Facultas Verlags- und Buchhandels AG
facultas Verlag, 1050 Wien, Österreich
www.facultas.at, [email protected]
Umschlagfoto: © Fatcamera, istockphoto.com
Lektorat: Katharina Schindl
Grafik und Satz: Florian Spielauer
Druck: Facultas Verlags- und Buchhandels AG
Printed in Austria
ISBN 978-3-7089-2635-3
E-ISBN 978-3-99180-027-9
Vorwort
Gesundheit und Gesundheitskompetenz sind zentrale Determinanten für ein selbstbestimmtes Leben. Diese bestärkenden Faktoren für ein glückliches Leben sollten bereits im Setting von Schule und Kindergarten adressiert werden, um ein gesundes Auf- und Heranwachsen möglich zu machen. Das Ziel muss es sein, eine gesundheitsförderliche Lebenswelt zu schaffen.
Für eine flächendeckende, niederschwellige und zielgesteuerte Umsetzung dieses gesellschaftlichen Auftrags nehmen Schulgesundheitspflegepersonen – School Health Nurses – eine bedeutende Rolle ein. Sie setzen Maßnahmen zur Krankheitsprävention, fördern gezielt die Gesundheit und steigern durch beraterische und edukative Maßnahmen die Gesundheitskompetenz. Damit tragen sie zur Gesundheitsgerechtigkeit, Inklusion und Versorgungssicherheit bei.
Dieses Fachbuch bietet einen umfassenden Einblick in die Schlüsselthemen, Kernbereiche und Herausforderungen, mit denen Schulgesundheitspflegepersonen konfrontiert sind, und zeigt praxisnahe Ansätze auf, um eine hochwertige wie auch bedarfs- und bedürfnisgerechte Gesundheitsversorgung im schulischen Kontext für alle sicherzustellen.
Wien, März 2026
Hans Peter Köllner
Daniela Nitschinger
Theresa Amon
Inhaltsverzeichnis
1Einleitung
1.1Kurzvorstellung dieses Fachbuches
1.2Schulgesundheitspflege als neu zu ergründendes Tätigkeitsfeld
1.3Herausforderungen bei der Einführung von Schulgesundheitspflege
1.4Förderliche Maßnahmen zur Etablierung von Schulgesundheitspflege
2Gesetzlicher Rahmen, Tätigkeitsprofil, Professionalisierung und Berufsfeldentwicklung
2.1Gesetzlicher Rahmen und das potenzielle Tätigkeitsfeld
2.1.1Berufsgesetzliche Einbettung
2.1.2Berufliches Tätigkeitsfeld
2.2Professionsgrad der Schulgesundheitspflege in Österreich
2.2.1Professionalisierungslücken und Handlungsbedarfe
2.2.2Entwicklung einer professionellen Identität
2.3Tätigkeits- und Berufsfeldentwicklung
2.3.1Historische Berufsfeldentwicklung in den Vereinigten Staaten von Amerika
2.3.2Zukünftige Berufsfeldentwicklung in Österreich und Tätigkeitsprofil
3Entwicklungspsychologische Grundlagen
3.1Psychosoziale Entwicklung nach Erikson
3.2Kognitive Entwicklung nach Piaget
3.3Soziales Lernen und Sprachentwicklung nach Wygotski
4Schulgesundheitspflege aus einer familienzentrierten Perspektive
4.1Ökologisches Systemmodell nach Bronfenbrenner
4.2Familienzentrierte Gesundheits- und Krankenpflege
4.3Instrumente einer familienzentrierten Gesundheits- und Krankenpflege
4.3.1Das Calgary-Familien-Assessment-Modell (CFAM)
4.3.2Das Calgary-Familien-Interventions-Modell (CFIM)
4.3.315-Minuten-Familiengespräch
5Schulgesundheitspflege als Schnittstelle zwischen Gesundheits-, Sozial- und Bildungssystem
5.1Systemische Rahmenbedingungen in Österreich
5.1.1Das Sozialsystem – ein Überblick
5.1.2Das Gesundheitssystem – ein Überblick
5.1.3Das Bildungssystem – ein Überblick
5.2Akteur*innen in der Schulgesundheit
5.3Schnittstellenmanagement
5.3.1Interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Schulgesundheit
5.4Die Schulgesundheitspflege als „Brücke“
5.4.1Warum Schulgesundheitspflege?
5.5Chancen und Herausforderungen
5.6Perspektiven für die Zukunft
6Informationsvermittlung, Edukation und Beratung in der Schulgesundheitspflege
6.1Der Begriff Beratung
6.1.1Setting der Beratung
6.1.2Beratung von Kindern und Jugendlichen
6.2Ansätze und Konzepte in der Beratung
6.2.1Die systemische Beratung
6.2.2Die lösungsorientierte Beratung
6.2.3Die ressourcenorientierte Beratung
6.2.4Die Beratung bei Verhaltensänderung
6.2.5Personzentrierte Gesprächsführung
6.3Beratung im Setting der Schulgesundheitspflege
6.4Edukation durch die School Nurse am Beispiel des Krankheitsbildes Asthma bronchiale
6.5Edukation durch die School Nurse am Beispiel des Krankheitsbildes Diabetes mellitus Typ 1
6.6Beratung zur mentalen Gesundheit und Mobbingprävention durch die School Nurse
7Gesundheitsförderung und Prävention im Rahmen der Schulgesundheitspflege
7.1Allgemeine Einführung
7.2Bildungseinrichtungen als Orte der Gesundheitsförderung
7.3Bildung und Gesundheit
7.4Life Course Approach to Health
7.5Setting-Ansatz in der Gesundheitsförderung
7.6Schulgesundheitspflege in der gesundheitsförderlichen Settingentwicklung
7.7Präventionskonzepte in der Schule
7.8Partizipation von Kindern und Jugendlichen
7.9Herausforderungen und Potenziale der Schulgesundheitspflege
8Schulgesundheitspflege bei vulnerablen Zielgruppen
8.1Gewalt, Prävention und Kindeswohlgefährdung
8.1.1Gewaltanwendung an Kindern und Jugendlichen
8.1.2Sexuelle Gewalt
8.1.3Folgen von Missbrauchserfahrungen
8.1.4Die Rolle der School Nurse
8.2Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen
8.2.1Die Rolle der School Nurse
8.2.2Einbettung in die Theorie des systemischen Gleichgewichts
8.3Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen
8.3.1Förderung der psychischen Gesundheit durch die School Nurse
8.3.2Sucht und Suchtprävention
8.3.3Selbstverletzendes Verhalten und Suizidalität
9Abbildungsverzeichnis
10Tabellenverzeichnis
1 Einleitung
Das folgende Kapitel wird eine erste Einführung in das neue pflegerische Tätigkeitsfeld der Schulgesundheitspflege geben. Neben der Vorstellung des Fachbuches gilt es, eine differenzierte Darstellung über das mögliche (zukünftige) Profil von Schulgesundheitspflegepersonen darzubieten. Dabei werden sowohl Herausforderungen angeführt wie auch gegenregulierende Strategien aufgezeigt, um die flächendeckende Etablierung von Schulgesundheitspflege in Österreich zu fördern. Folgende Lernergebnisse können nach Durcharbeiten dieses Kapitels erwartet werden:
Lernergebnisse nach Durcharbeiten dieses Kapitels:
Die Leser*innen erhalten einen Überblick über die abgehandelten Inhalte in diesem Buch.
Die Leser*innen können das Tätigkeitsfeld von Schulgesundheitspflegepersonen unter Rückgriff auf unterschiedliche Definitionen skizzieren.
Die Leser*innen kennen Herausforderungen im Zuge der flächendeckenden Etablierung von Schulgesundheitspflege in Österreich und benennen mögliche Maßnahmen zur Gegenregulation.
Die Leser*innen haben ein differenziertes Verständnis über Schulgesundheitspflege und diskutieren tätigkeitsbezogene Vor- und Nachteile dieser pflegerischen Spezialaufgabe aus unterschiedlichen Positionen heraus.
1.1Kurzvorstellung dieses Fachbuches
Im Zuge dieses Fachbuches gilt es zunächst, innerhalb dieses in Abhandlung befindlichen Kapitels eine Kurzvorstellung über die Schulgesundheitspflege zu geben. Dabei werden Herausforderungen aufgezeigt, die im Zuge der Etablierung dieses neuen pflegerischen Tätigkeitsfeldes entstehen, wie auch mögliche gegenregulierende Maßnahmen, um gegen Spannungs- und Problembereiche vorausschauend anzukommen. Das zweite Kapitel dieses Fachbuches widmet sich dem gesetzlichen Rahmen, dem Tätigkeitsprofil, der Professionalisierung und der Berufsfeldentwicklung, um einen Rahmen für die berufsprofessionelle Positionierung und die weitere Entwicklung der Schulgesundheitspflege in Österreich darzubieten. Das dritte Kapitel bildet die entwicklungspsychologischen Grundlagen ab, damit Schulgesundheitspflegepersonen ein Verständnis für das gesunde Wachsen und Gedeihen von Kindern und Jugendlichen erhalten. Hierfür wird exemplarisch zuerst auf die psychosoziale Entwicklungstheorie nach Erikson (1973) und auf die kognitive Entwicklungstheorie nach Piaget (2010) zurückgegriffen. Außerdem findet in diesem Kapitel die soziokulturelle Entwicklungstheorie nach Wygotski (1964) Abbildung. Das vierte Kapitel wird die Schulgesundheitspflege aus einer familienzentrierten Perspektive heraus präsentieren. Danach wird im fünften Kapitel das Schnittstellenmanagement durch Schulgesundheitspflegepersonen zwischen Gesundheits-, Sozial- und Bildungssystemen erörtert, um vor allem die gesundheitsbezogene Versorgung von vulnerablen Gruppen, wie zum Beispiel Menschen mit chronischen Krankheiten oder Menschen mit Behinderungen, sicherzustellen. Das sechste Kapitel stellt Strategien zur Informationsvermittlung, Edukation und Beratung in der Schulgesundheitspflege vor. Das siebte Kapitel wird sich dem Thema von Gesundheitsförderung und Prävention im Rahmen der Schulgesundheitspflege widmen, um zur Förderung von Gesundheitskompetenz beizutragen. Abschließend gilt es im achten und letzten Kapitel abzubilden, welche Maßnahmen die Schulgesundheitspflege bei vulnerablen Bevölkerungsgruppen setzt, um deren Versorgungssicherheit im Setting von Schule und Kindergarten zu verbessern.
1.2Schulgesundheitspflege als neu zu ergründendes Tätigkeitsfeld
Die US-amerikanische National Association of School Nurses (2022, S. 24) definiert School Nursing als:
A specialized practice of nursing, protects and promotes student health, facilitates optimal development, and advances academic success. School nurses, grounded in ethical and evidence-based practice, are the leaders who bridge health care and education, provide care coordination, advocate for quality student-centred care, and collaborate to design systems that allow individuals and communities to develop their full potential.
Aus dieser Definition lassen sich die zentralen Aufgaben von School Nurses wie folgt festlegen:
Förderung von Gesundheit,
Steigerung der physischen wie auch der psychoemotionalen Entwicklung und
Sicherstellung des schulischen Erfolgs.
Es lässt sich ableiten, dass sich die Tätigkeiten von School Nurses am Befähigen und Bestärken orientieren und an der Gesundheit bzw. am Wohlbefinden ausrichten.
Aufgrund dieses Umstandes finden in diesem Fachbuch ausschließlich die Begriffe Schulgesundheitspflege bzw. School Health Nursing Anwendung, um auf diese zentrale Bedeutung von Gesundheit zu referenzieren.
Des Weiteren lässt sich im Zusammenhang mit dieser eingangs präsentierten Definition feststellen, dass die Schulgesundheitspflege ein spezielles Tätigkeitsfeld für Professionist*innen in der Gesundheits- und Krankenpflege ist, das seine Umsetzung in der Lebenswelt von Bildungseinrichtungen findet. Diese Lebenswelten können in klassischen Schulen und Ausbildungseinrichtungen verortet sein. Aber auch Kindergärten oder Einrichtungen der tertiären Bildung, wie zum Beispiel Universitäten, zählen dazu. Schulgesundheitspflegepersonen fördern dort das Wohlbefinden und den bildungsbezogenen Erfolg von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Außerdem tragen sie auf nachhaltige Art und Weise dazu bei, dass diese Personengruppen ein Leben lang von den gesetzten Pflegeinterventionen profitieren können. Des Weiteren bilden Schuldgesundheitspflegepersonen eine Schnittstelle zwischen Bildungseinrichtung, Familien, Gemeinschaft wie auch der Gesellschaft. Außerdem repräsentieren sie einen Dreh- und Angelpunkt zwischen der Lebenswelt der Bildungseinrichtung und den unterschiedlichen Stakeholdern des Gesundheits- und Sozialwesens. Damit verbessern sie die Versorgungs- und Betreuungskontinuität – vor allem für vulnerable Bevölkerungsgruppen wie zum Beispiel chronisch kranke Kinder und Jugendliche – und tragen zur optimierten und gelingenden Abstimmung von Versorgungsangeboten des Bildungs-, Gesundheits- und Sozialsystems bei (National Association of School Nurses, 2022; Stanley & Dandridge, 2020).
Die Etablierung von Schulgesundheitspfleger*innen oder School Health Nurses hat über die letzten Jahre weltweit zugenommen. Sie gelten als niederschwellige und gleichzeitig sehr nachhaltige Versorgungsinstanz, um die Gesundheitsversorgung in Bildungseinrichtungen zu optimieren, die Gesundheitskompetenz von Kindern und Jugendlichen wie auch von deren An- und Zugehörigen zu steigern. Außerdem leisten Schulgesundheitspfleger*innen einen entscheidenden Beitrag zur verbesserten Bildungspartizipation. Hier vor allem für Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen oder körperlichen und/oder intellektuellen Beeinträchtigungen und Behinderungen. Ihr Versorgungsrepertoire richtet sich vor allem auf Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention. Aber auch das Setzen von Pflegemaßnahmen, beispielsweise bei chronisch kranken Kindern und Jugendlichen, im Zuge der pflegerischen Kernkompetenzen oder der Kompetenzen bei medizinischer Diagnostik und Therapie – nach vorangegangener Delegation – kann zum Aufgabeprofil von Schulgesundheitspfleger*innen zählen (Loschiavo, 2019).
Eine flächendeckende Verankerung von Schulgesundheitspflegepersonen wird ein wichtiger Schritt sein, um die gesundheits- und bildungsbezogene Chancengleichheit aller Kinder und Jugendlichen zu verbessern bzw. im optimalen Fall sicherzustellen. School Nurses tragen entscheidend dazu bei, dass die in der Ottawa-Charta geforderten gesundheitsförderlichen Lebenswelten auch im Setting von Schule oder Kindergarten hergestellt werden können (Köllner, 2023; National Association of School Nurses, 2022).
Dass hier von einem drängenden Problem gesprochen werden kann, zeigen die stetig steigenden gesundheitlichen Bedarfe und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen in Österreich. Zum einen sind hier chronische körperliche Erkrankungen wie zum Beispiel Asthma bronchiale, Diabetes mellitus oder Adipositas anzuführen. Zum anderen zählen auch die häufiger werdenden psychischen und mentalen Gesundheitsprobleme dazu. Neben Depressionen, Angst- und Panikstörungen sind das auch suizidales und nicht suizidales selbstverletzendes Verhalten. Außerdem müssen auch sozial determinierte Themenbereiche Erwähnung finden, wie beispielsweise sexuelle Gesundheit, Sucht und Drogenkonsum oder ungewollte Schwangerschaft (Antosik et al., 2021; Culen, Schaupp, & Hierzer, 2020; Schlack et al., 2023).
Durch den Einsatz von Schulgesundheitspflegepersonen kann die gezielte Entlastung des Gesundheits- und Sozialsystems und seiner Einrichtungen herbeigeführt werden, da gesundheitliche Probleme frühzeitig erkannt werden, entsprechende Weitervermittlung erfolgt und außerdem die kontinuierliche Adressierung von Therapiebedarfen und -anforderungen in der Lebenswelt von Schule oder Kindergarten sichergestellt werden kann. Des Weiteren ist in diesem Zusammenhang auch die Steigerung von Gesundheitskompetenz durch ein Befähigen und Bestärken von Kindern und Jugendlichen zu erwähnen. Das wirkt sich primär nicht nur auf ihre Gesundheit vorteilhaft aus, sondern hat sekundär auch auf ihre An- und Zugehörigennetzwerke positive Auswirkungen. Außerdem kann von einer zukunftsorientierten Investition gesprochen werden, da eine gesundheitskompetente Gesellschaft von morgen die zukünftigen Herausforderungen und Anforderungen adressieren wird können.
1.3Herausforderungen bei der Einführung von Schulgesundheitspflege
Wie im Vorkapitel dargelegt, lässt sich feststellen, dass der Einsatz von Schulgesundheitspflegepersonen einen vielversprechenden Ansatz darstellt, um den gesundheitlichen Bedürfnissen und Bedarfen von Kindern und Jugendlichen ganzheitlich nachzukommen. Eine flächendeckende Umsetzung bzw. Etablierung im bestehenden Gesundheits-, Sozial- und Bildungssystem geht mit Herausforderungen einher und kann für die (Re-)Aktivierung von unterschiedlichsten Spannungs- und Problembereichen auf verschiedensten Ebenen sorgen, die es vorab zu identifizieren und zu überdenken gilt.
Zunächst wäre hier die fehlende gesetzliche Grundlage anzuführen. Zwar findet die Schulgesundheitspflege in § 12 (5) des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes unter dem Berufsbild Abbildung. Jedoch fehlt eine entsprechende Verankerung im Schulunterrichtsgesetz, wie es beispielsweise für die schulärztliche Betreuung unter § 66 (1) des Schulunterrichtsgesetzes der Fall ist (Köllner, 2023).
Ein weiterer hinderlicher Faktor ist die Finanzierung im Zuge der flächendeckenden Einführung von Schulgesundheitspflege. Hier müssten doch erhebliche finanzielle Mittel aufgewandt werden. Unklar bleibt aber, wer die damit in Verbindung stehenden Kosten tragen wird. Dieser Aspekt wird zusätzlich dadurch verschärft, dass die verschiedenen Bildungseinrichtungen durch unterschiedliche finanzielle Fördergeber erhalten werden. So können für das finanzielle Auskommen beispielsweise die Gemeinden für Kindergärten, Länder für Pflichtschulen und der Bund für Bundesschulen aufkommen. Diese unterschiedlichen Körperschaften könnten dann unter Umständen eine Mischfinanzierung notwendig machen, um die flächendeckende Versorgung aller Kinder und Jugendlichen sicherstellen zu können, was mit erheblichen Herausforderungen einhergehen könnte.
Der sogenannte Fachkräftemangel ist eine weitere erhebliche Hürde in Österreich. Demografische Veränderungen und die damit einhergehenden Gesundheits- und Pflegebedarfe, anstehende Pensionierungen und geburtenschwache Jahrgänge könnten nachteilig wirken, wenn es darum geht, ein neues und in einem anderen Setting befindliches Tätigkeitsfeld zu etablieren. Zusätzlich adressieren die derzeit grundständigen Bachelorprogramme dieses neue berufliche Betätigungsfeld für den gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege nicht, womit spezialisierte postgraduelle Aus- und Weiterbildungsprogramme notwendig werden.
Zudem ist anzuführen, dass im Zuge der Etablierung von Schulgesundheitspflegepersonen Schwierigkeiten in Bezug auf die Aufbau- und Ablauforganisation entstehen könnten. Zunächst muss hier auf die räumliche Ausstattung Bezug genommen werden. Schulgesundheitspflege braucht Orte und Örtlichkeiten, um ihrer Tätigkeit nachzukommen. Viele Bildungseinrichtungen haben bereits mit knappen Platzressourcen zu kämpfen, wodurch in diesem Zusammenhang Spannungsfelder entstehen können. Zukünftige (Neu-)Planungen von Schulen sollten hier vorausschauend Bezug nehmen. Ein weiterer wichtiger Aspekt bezieht sich auf die Frage der Fach- und Dienstaufsicht. Die pädagogischen Leitenden in Bildungseinrichtungen können nur eine Dienstaufsicht übernehmen. Die Fachaufsicht muss anderwärtig gewährleistet werden, sofern die Schulgesundheitspflegeperson ihrer Tätigkeit nicht auf freiberuflicher Ebene nachgeht (Köllner, 2023).
Ein weiteres Problem kann die Akzeptanz dieser neuen Versorgungsinstanz im österreichischen Bildungssystem sein. Zwar zeigt der Endbericht des Pilotprojektes „School Nurses“ in Wien, dass eine breite Zustimmung vorherrscht (Hutter & Weitensfelder, 2024). Trotzdem gibt es hier auch ablehnende Haltungen durch andere Berufsgruppen, was vor allem das mögliche Tätigkeitsfeld von Schulgesundheitspflegepersonen angeht. Hier ist es wichtig, dass keine alternativen, sondern komplementäre Versorgungsstrukturen aufgebaut werden. Hierfür braucht es aussagekräftige Bedarfserhebungen und die Ableitung von passgenauen Aufgabenprofilen für Schulgesundheitspflegepersonen.
1.4Förderliche Maßnahmen zur Etablierung von Schulgesundheitspflege
Hier ist zunächst eine gesetzliche Verankerung von besonderer Wichtigkeit. Damit soll nicht nur Rechtssicherheit hergestellt werden, sondern auch ein Beitrag zur Qualitätssicherung geleistet werden. Hierfür bedarf es einer Einbeziehung der verschiedenen Körperschaften wie Bund, Länder oder Gemeinden wie auch unterschiedlicher Interessengruppen wie Berufsverbänden, Lehrendenverbänden oder Elternvereinigungen, um möglichst pluralistische Perspektiven zu adressieren (Köllner, 2023).
Als eine weitere Maßnahme wäre die Sicherstellung der Finanzierung anzuführen. Hierfür sollten zunächst Kosten-Nutzen-Analysen durchgeführt werden, die untersuchen, wie und durch welche Berufsgruppen Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention im Setting von Schule und Ausbildung umgesetzt werden können. Danach müssen Versorgungskonzepte erarbeitet werden, um Finanzierungsstrategien festzulegen. Eine Mischfinanzierung sollte aufgrund ihrer Komplexität vermieden werden. Eine einheitliche Bundesfinanzierung wäre anzustreben.
Die nachhaltige Integration in bestehende Aufbau- und Ablauforganisationen im österreichischen Bildungssystem zählt hier als eine wichtige förderliche Maßnahme, damit Schulgesundheitspflege eine komplementäre Strategie sein kann, um die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu fördern, ihre Gesundheitskompetenz zu steigern und Krankheiten vorzubeugen. Stellen- und Funktionsbeschreibungen für unterschiedliche Bildungseinrichtungen bzw. unterschiedliche Alters- und Zielgruppen werden hier notwendig werden.
Vorauszusetzen für das pflegerische Tätigkeitsfeld in Kindergarten und Schule sind eine spezialisierte Ausbildung und ein entsprechendes Qualifikationsprofil. Eine Masterqualifikation oder ein postgraduelles Weiterbildungsprogramm ist hier von Wichtigkeit, um die angehenden Schuldgesundheitspfleger*innen für ihr Tätigkeitsfeld zu befähigen und zu bestärken.
Abschließend sind noch Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung für das neue Tätigkeitsfeld zu erwähnen. Dabei geht es nicht nur darum, den Professionsgrad der Gesundheits- und Krankenpfleger*innen zu steigern, sondern auch das Vertrauen dieser Versorgungsinstanz zu fördern.
1.5Zusammenfassung
Die Schulgesundheitspflege umfasst die Förderung, Erhaltung wie auch Wiederherstellung der Gesundheit von allen in der Lebenswelt von Schule und Kindergarten beteiligten Personen. Das schließt neben den Kindern und Jugendlichen und ihren An- und Zugehörigen ebenso das Lehr- wie auch Administrationspersonal mit ein. Dabei agieren diese spezialisierten Pflegepersonen als ein Dreh- und Angelpunkt zwischen Gesundheits-, Sozial- und Bildungssystem, bauen Barrieren und Hindernisse ab und ermöglichen somit eine umfassende gelingende Bildungspartizipation. Neben der pflegerischen Expertise, die ihre Kernkompetenz darstellt, setzen Schulgesundheitspflegepersonen Maßnahmen im Zuge der Gesundheitsförderung und Prävention. Damit wird primär die Gesundheitskompetenz von Kindern und Jugendlichen, aber sekundär auch die ihrer An- und Zugehörigen bestärkt. Zudem wird durch Schulgesundheitspflege sichergestellt, dass Menschen mit akuten wie auch chronischen Erkrankungen, Menschen mit Behinderungen und Menschen in sozial herausfordernden Lebenssituationen am Unterricht teilnehmen können, was einen wesentlichen Beitrag zur gesellschaftsbezogenen Chancengleichheit darstellt. Mit der flächendeckenden Etablierung von Schulgesundheitspfleger*innen in Österreich wird also ein entscheidender Beitrag zur Herstellung von gesundheitsförderlichen Lebenswelten im Setting von Schule und Kindergarten geleistet. Damit einhergehend wird auch einer zentralen Forderung der Ottawa-Charta aus dem Jahr 1986 nachgekommen, was für die flächendeckende Etablierung dieses speziellen pflegerischen Tätigkeitsfeldes spricht. Trotzdem gilt es hier, in den kritischen Diskurs zu gehen und Vor- und Nachteile sorgfältig zu beleuchten, um für eine nachhaltige und sinnstiftende Umsetzung dieses in Entstehung befindlichen neuen Tätigkeitsfeldes zu sorgen. Neben der gesetzlichen Verankerung, um für berufliche Rechtssicherheit zu sorgen, bedarf es der Sicherstellung der Finanzierung, Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung sowie einer qualitätsgesicherten postgraduellen Aus- bzw. Weiterbildung. Damit soll das tätigkeitsbezogene Profil von Schulgesundheitspflegepersonen rahmend unterstützt werden. Durch dieses Vorgehen kann auch den gesetzlichen Definitionskriterien einer pflegerischen Spezialaufgabe entsprochen werden, was die professionsbezogene Weiterentwicklung dieses Tätigkeitsfeldes unterstützt.
1.6Literaturverzeichnis
Antosik, J., Winkler, P., Kern, D., & Gugglberger, L. (2021). Themenfeld 4 der Kinder und Jugendgesundheitsstrategie: „Gesundheitliche Chancengleichheit“. Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK).
Culen, C., Schaupp, G., & Hierzer, J. (2020). Bericht zur Lage der Kinder- und Jugendgesundheit in Österreich 2020. Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit.
Erikson, E. H. (1973). Identität und Lebenszyklus: drei Aufsätze. Suhrkamp.
Hutter, H.-P., & Weitensfelder, L. (2024). Pilotprojekt „School Nurses“ in Wien – Endbericht. Medizinische Universität Wien.
Köllner, H. P. (2023). Schulgesundheitspflege – School Health Nursing: Der Professionsgrad eines neuen in Entstehung befindlichen Betätigungsfeldes. Österreichische Pflegezeitschrift, 76(3), 12–15.
Loschiavo, J. (2019). Fast Facts for the School Nurse: What You Need to Know. Springer.
National Association of School Nurses. (2022). School Nursing: Scope and Standards of Practice (4. Auflage). National Association of School Nurses (NASN).
Piaget, J. (2010). Das Weltbild des Kindes (9. Auflage). Dtv.
Schlack, R., Neuperd, L., Junker, S., Eicher, S., Hölling, H., Thom, J., Ravens-Sieberer, U., & Beyer, A.-K. (2023). Veränderungen der psychischen Gesundheit in der Kinder-und Jugendbevölkerung in Deutschland während der COVID-19-Pandemie – Ergebnisse eines Rapid Reviews. Journal of Health Monitoring, 8(S1), 1–74. https://doi.org/DOI 10.25646/10760
Stanley, M. J., & Dandridge, B. A. (2020). Public Settings. In C. Rector & M. J. Stanley (Hrsg.), Community and public health nursing (S. 797–828). Lippincott Williams & Wilkins.
Wygotski, L. S. (1964). Denken und Sprechen. Fischer.
2 Gesetzlicher Rahmen, Tätigkeitsprofil, Professionalisierung und Berufsfeldentwicklung
Das folgende Kapitel zeigt die wichtigsten gesetzlichen Rahmenbedingungen auf, in welche das Tätigkeitsfeld der Schulgesundheitspflege eingebettet ist. Außerdem gilt es, das School Nursing Practice FrameworkTM der National Association of School Nurses beschreibend abzubilden, um zur weiteren tätigkeitsbezogenen Ausdifferenzierung in Österreich beizutragen. Darauf aufbauend sollen die professionsbezogenen Aspekte aufgearbeitet werden, um österreichische Schulgesundheitspflegepersonen mit einer bestärkenden professionellen Identität auszustatten. Für die weitere Berufsfeldentwicklung in Österreich wird beispielhaft auf den historischen Entwicklungsprozess in den Vereinigten Staaten von Amerika analysierend zurückgegriffen und mögliche Implikationen werden abgeleitet.
Lernergebnisse nach Durcharbeiten dieses Kapitels:
Die Leser*innen kennen und verstehen den gesetzlichen Rahmen, in den die Schulgesundheitspflege innerhalb von Österreich eingebettet ist.
Die Leser*innen reflektieren ihre professionelle Identität im Tätigkeitsfeld der Schulgesundheitspflege.
Die Leser*innen verstehen die berufsbezogenen und historischen Entwicklungsprozesse von US-amerikanischen School Nurses und leiten daraus Implikationen für ihre eigene Tätigkeit in Österreich ab.
Die Leser*innen sind befähigt, sich differenziert an Diskussionen zur Schärfung des Tätigkeitsfeldes von Schulgesundheitspflegepersonen in Österreich zu beteiligen.
Zunächst gilt es, in den folgenden zwei Kapiteln die berufsgesetzliche Einbettung abzubilden und daraus ein potenzielles Tätigkeitsfeld der Schulgesundheitspflege abzuleiten. Hierfür wird auf das School Nursing Practice FrameworkTM der National Association of School Nurses referenziert, wie bei Tanner et al. (2024) beschrieben.
Für die Tätigkeit der Berufsangehörigen im Setting Schule oder Kindergarten sind zunächst drei Gesetze grundlegend:
Gesundheits- und Krankenpflegegesetz (GuKG), Bundesgesetz,
Schulunterrichtsgesetz (SchUG), Bundesgesetz,
diverse länderspezifische gesetzliche Regelungen wie zum Beispiel das Wiener Schulgesetz, Landesgesetz.
In § 12 Abs. 5 des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes in der gültigen Fassung ist die Schulgesundheitspflege wie folgt abgebildet:
Der gehobene Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege entwickelt, organisiert und implementiert pflegerische Strategien, Konzepte und Programme zur Stärkung der Gesundheitskompetenz, insbesondere bei chronischen Erkrankungen, im Rahmen der Familiengesundheitspflege, der Schulgesundheitspflege sowie der gemeinde- und bevölkerungsorientierten Pflege.
Eine weitere differenzierte Darlegung findet im Berufsgesetz noch keine Abbildung. Im Gesundheits- und Krankenpflegegesetz sind jedoch die Aufgaben im Zusammenhang mit der Stärkung der Gesundheitskompetenz, der Gesundheitsförderung und -prävention, insbesondere bei chronischen Krankheiten, klar definiert, die im Setting von Schule und Kindergarten umgesetzt werden können, entsprechend der in § 12 Abs. 5 definierten Schulgesundheitspflege.
Klenk (2025) führt außerdem an, dass die medizinische Betreuung im Schulwesen gesetzlich so geregelt ist, dass diese durch den schulärztlichen Dienst umgesetzt wird, wie am Beispiel des Landes Wien ersichtlich. Dieser führt beispielsweise schulärztliche Untersuchungen durch oder berät Lehrer*innen oder Eltern. Die Schulgesundheitspflege findet noch keine dezidierte Abbildung im österreichischen Schulrecht, was ebenso einschränkend auf ihr berufliches Wirken im Setting von Schule und Kindergarten wirkt. In § 66 des Schulunterrichtsgesetzes in der gültigen Fassung findet nur die schulärztliche Betreuung durch eine Schulärztin bzw. einen Schularzt Erwähnung:
(1)Schulärztinnen und Schulärzte haben die Aufgabe, Lehrpersonen in gesundheitlichen Fragen der Schülerinnen und Schüler, soweit sie den Unterricht und den Schulbesuch betreffen, zu beraten und die hiefür erforderlichen Untersuchungen der Schülerinnen und Schüler durchzuführen.
(2)Die Schülerinnen und Schüler sind verpflichtet, sich – abgesehen von einer allfälligen Aufnahmsuntersuchung – einmal im Schuljahr einer schulärztlichen Untersuchung zu unterziehen. Bei festgestellten gesundheitlichen Beeinträchtigungen ist die Schülerin oder der Schüler hievon vom Schularzt oder von der Schulärztin in Kenntnis zu setzen.
(3)Insoweit bei Lehrerkonferenzen oder Sitzungen des Klassen- oder Schulforums, des Schulgemeinschaftsausschusses oder Schulclusterbeirats Angelegenheiten des Gesundheitszustandes von Schülerinnen und Schülern oder Fragen der Gesundheitserziehung behandelt werden, sind die Schulärztinnen und Schulärzte zur Teilnahme an den genannten Konferenzen bzw. Sitzungen mit beratender Stimme einzuladen.
Weiteres ist unter § 66a des Schulunterrichtsgesetzes in der gültigen Fassung im Rahmen der Gesundheitsvorsorge für die schulbesuchende Jugend ausgeführt:
(1) Die Schulärztinnen und Schulärzte haben neben den in § 66 und den sonstigen schulrechtlichen Bestimmungen genannten Aufgaben nach Maßgabe einer Verordnung der Bundesministerin oder des Bundesministers für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz auch Aufgaben der Gesundheitsvorsorge für die schulbesuchende Jugend wahrzunehmen. Als solche gelten unter anderem:
1.Die Durchführung von Schutzimpfungen und deren elektrischen Dokumentation inklusive Kontrolle des Impfstatus und Impfberatung,
2.Mitwirken bei der Bekämpfung von Infektionskrankheiten,
3.Die Durchführung von periodischen, stichprobenartigen Untersuchungen der Schülerinnen und Schüler zur Erhebung und elektronischen Dokumentation von epidemiologisch relevanten Gesundheitsdaten wie Körpergewicht und Körpergröße, wobei die Schülerin oder der Schüler über festgestellt gesundheitliche Mängel in Kenntnis zu setzen ist und
4.die Mitwirkung an gesundheitsbezogenen Projekten (Gesundheitsförderung und Gesundheitserziehung)
Trotz des Umstandes, dass die Schulgesundheitspflege keine Abbildung im Schulunterrichtsgesetz findet, kann für die Tätigkeit der folgende Umstand legitimierend abgeleitet werden:
Liegt eine Einwilligung durch die Obersorgeberechtigten vor, so kann die Schulgesundheitspflegeperson Maßnahmen umsetzen, was vor allem für Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen relevant ist.
Im Notfall ist keine Einwilligung einzuholen und muss entsprechende Erstversorgung geleistet werden.
Außerdem sieht § 49 Abs. 3 des Ärztegesetzes vor, dass ärztliche Tätigkeiten im Einzelfall an Angehörige anderer Gesundheitsberufe übertragen werden können, sofern diese vom Tätigkeitsbereich des entsprechenden Gesundheitsberufs umfasst sind (Klenk, 2022).
Trotzdem konnte für die Stadt Wien ein Leistungsportfolio für Tätigkeiten von Schulgesundheitspflegepersonen entwickelt werden, die auf einer Bedarfsanalyse basieren und die Grundlage für die flächendeckende Etablierung von School Nurses als strukturelle Gesundheitsmaßnahme an Wiener Schulen seit dem Schuljahr 2025/26 darstellen:
Notfallmanagement und Erstversorgung im Zuge von Erster Hilfe, Vitalparameterkontrolle, Unterstützung bei Schmerzen, Meldung beim Verdacht von Missbrauch, standardisierte Unfalldokumentation und die Verwaltung bzw. Verabreichung von Medikamenten im definierten Anlassfall, Pflege und Betreuung von Kindern und Jugendlichen, die an chronischen Krankheiten leiden, mit besonderem Fokus auf die Verabreichung von Medikamenten
Durchführung von standardisierten Gesundheitsassessments, Gesundheitserziehung, Verhältnisprävention und Impfmanagement im Zuge von Prävention und Gesundheitsvorsorge, Gesundheitsberatung und Informationsbereitstellung zu gesundheitsbezogenen Themen. Professionelle Beratung im Rahmen der Pflege von Kindern und Jugendlichen, ihren An- und Zugehörigen, anderen Berufsgruppen im Setting von Schule oder Kindergarten und gegebenenfalls die Weitervermittlung an Spezialist*innen. Schnittstellenmanagement durch Vernetzung und Zusammenarbeit mit externen gesundheitsbezogenen Kontakten, regelmä- ßiger interner Austausch mit anderen Berufsgruppen im Setting von Schule oder Kindergarten sowie auch mit anderen School Nurses. Nachkommen der gesetzlichen Dokumentationspflicht im Rahmen der Administration und Organisation, Leistungserhebung, arbeitsplatzbezogene Organisation und das Einholen von Einwilligungserklärungen der Erziehungsberechtigten und gegebenenfalls von ärztlichen Anordnungen, entsprechend den berufsrechtlichen Bestimmungen (Klenk, 2025).
Im folgenden Kapitel gilt es, basierend auf dem angeführten Tätigkeitsprofil von School Nurses in Wien das von der US-amerikanischen National Association of School Nurses definierte Tätigkeitsfeld für Schulgesundheitspflegepersonen abzubilden, um noch weitere und auch mögliche zukünftige Einsatzbereiche für Österreich aufzuzeigen.
2.1.2Berufliches Tätigkeitsfeld
Im Jahr 2016 veröffentlichte die US-amerikanische National Association of School Nurses (NASN) ihr Framework for 21st Century School Nursing PracticeTM zur Schulgesundheitspflege. Dieses Framework setzte sich rasch international als praktisches Instrument in der schulgesundheitsbezogenen Pflegepraxis durch. Im Framework werden Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten von Schulgesundheitspflegepersonen zusammenfassend abgebildet. Damit kann der Leitfaden als strukturierender Leitfaden für die schulgesundheitspflegerische Praxis verstanden werden. Gleichzeitig erlaubt er die wissenschaftsbasierte Weiterentwicklung der Schulgesundheitspflege. Trotz der jahrzehntelangen Tradition von Schulgesundheitspflegepersonen im US-amerikanischen Bildungssystem kam die Entwicklung des Frameworks im Vergleich zu anderen pflegerischen Spezialisierungen spät (Tanner et al., 2024).
Nicht nur die Anforderungen durch gesellschaftliche Veränderungen oder erhöhte Gesundheitsbedarfe machten die Entwicklung eines Frameworks notwendig, auch der Umstand, dass Schulgesundheitspflege innerhalb der Gesundheits- und Krankenpflege ein einzigartiges Tätigkeitsfeld darstellt. So sind Aspekte und Anforderungen der pädiatrischen und psychiatrischen Gesundheits- und Krankenpflege, der Notfallpflege oder des Public Health Nursing ebenso mit einem bildungs- bzw. gesundheitserzieherischen Auftrag zu kombinieren. Das ergibt ein einzigartiges Aufgabenprofil in der Gesundheits- und Krankenpflege, das in diesem Framework beschreibende Abbildung findet. Zu erwähnen ist auch, dass das Framework bereits im Jahr 2024 durch Fokusgruppenbefragungen von praktizierenden Schulgesundheitspflegepersonen überarbeitet und adaptiert wurde. Daraus entstand das School Nursing Practice FrameworkTM (Tanner et al., 2024).
Mit diesem praxisorientierten Rahmenmodell wird es Schulgesundheitspflegepersonen möglich, ihr Aufgabenprofil im schulischen Umfeld zu strukturieren. Es wurde entwickelt, damit die komplexen Anforderungen im Setting von Schule oder Kindergarten durch School Nurses adressiert werden können. Außerdem können hiermit die Voraussetzungen geschaffen werden, damit im Setting von Schule und Kindergarten die Rahmenbedingungen für eine gesundheitsförderliche Lebenswelt sichergestellt werden können. Die Leitmotive des Frameworks sind die Förderung von Gesundheit, Sicherheit und die Schaffung einer Umgebung, die Lernen und Wachsen ermöglicht. In weiterer Folge wird das Wohlbefinden aller Beteiligten gefördert und das Leben, Lernen und die persönliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen verbessert sich. Es werden präventive, gesundheitsförderliche und pflegerische Maßnahmen kombiniert, um die ganzheitliche Betreuung möglich zu machen. Das Framework betont die Bedeutung von evidenzbasierter Pflegepraxis, die mit kultureller Sensibilität und interdisziplinärer Zusammenarbeit umgesetzt wird (Tanner et al., 2024).
Ziel ist es, dass School Nurses Orientierung finden, um individuelle Bedürfnisse festzustellen und entsprechend zu adressieren. Außerdem wird ein Beitrag zur gesundheitlichen Chancengleichheit ganzer Bevölkerungsgruppen geleistet. In einer zunehmend komplexen Bildungs- und Gesundheitslandschaft dient das School Nursing Practice FrameworkTM als ein unverzichtbarer Leitfaden, um Schüler*innen in ihrer persönlichen und schulischen Entwicklung bestmöglich zu fördern und zu unterstützen.
Das Framework stellt die Schüler*innen als zentrale Ansatzebene der School Nurses in den Mittelpunkt. Die nächste Ansatzebene stellt die Familie und Schulgemeinschaft dar, wo alle Beteiligten im Setting von Schule und Kindergarten mitberücksichtigt sind. In ihren Tätigkeiten richtet sich die Schulgesundheitspflegeperson innerhalb von vier Dimensionen aus.
Das sind die Dimension (1) Community/Public Health, wo Maßnahmen im Zuge der Gesundheitsförderung und Prävention individualisiert, familien- und bevölkerungsbezogen umgesetzt werden. Als nächste Dimension ist das (2) Leadership anzuführen, wo es vor allem um Interessenvertretung für die Schüler*innen und ihre An- und Zugehörigen geht. Gleichzeitig werden in dieser Dimension auch Aspekte von Edukation oder Bildungsinklusion bzw. -partizipation adressiert. Die dritte Dimension bezieht sich auf die (3) Identifikation von qualitätsbezogenen Verbesserungspotenzialen (Quality Improvement), wo gezielt Daten erhoben und an zuständige Gesundheitsbehörden übermittelt werden oder die eigene Tätigkeit qualitätssichernd evaluiert wird. Die vierte Dimension bezieht sich auf das (4) Schnittstellenmanagement (Care Coordination) von School Nurses, um ein Schnittstellenmanagement zwischen Bildungs-, Gesundheits- und Sozialversorgungseinrichtungen sicherzustellen, damit die gesundheitsbezogene Versorgung von Kindern und Jugendlichen optimiert werden kann. Alle vier Dimensionen lassen sich in eine allumfassende Dimension von abgeleiteten pflegepraktischen Standards einfassen, um eine evidenzbasierte Versorgungspraxis von School Nurses sicherzustellen. Diese Dimension betont, dass School Nurses ihre berufliche Tätigkeit evidenzbasiert, professionell und ethisch reflektiert ausrichten und gleichzeitig alle gesetzlichen Vorgaben und Regulative zu adressieren haben (Tanner et al., 2024).
Die folgende Abbildung 1 soll das School Nursing Practice FrameworkTM zusammenfassend veranschaulichen:
Abbildung 1: School Nursing Practice FrameworkTM der National Association of School Nurses (2022), adaptierte Darstellung (2025)
Zu den priorisierten Kernbereichen, der eine School Nurse im Setting von Schule und Kindergarten nachkommen muss, zählen:
1.Gesundheitsförderung,
2.Krankheits- und Verletzungsprävention,
3.Betreuung von chronisch Erkrankten,
4.psychosoziale Unterstützung,
5.Unfall- und Notfallmanagement.
Vor allem spielt die interdisziplinäre Zusammenarbeit eine wichtige Rolle, um ein reibungsloses Schnittstellenmanagement sicherzustellen. School Nurses stellen sicher, dass die Versorgungspotenziale auch im Setting von Schule und Kindergarten vor Ort gebündelt werden, um ein Wachsen und Gedeihen optimal zu fördern und Bildungspartizipation zu ermöglichen (Tanner et al., 2024).
Im folgenden Teil gilt es, das Tätigkeitsprofil von School Nurses entsprechend der vier angeführten Dimensionen näher darzulegen.
(1) Dimension Community/Public Health
Die Schulgesundheitspflegeperson kommt hier einem zentralen gesellschaftlichen Auftrag nach, indem sie auf bevölkerungsorientierte Art und Weise dazu beiträgt, dass Kinder und Jugendliche eine günstige gesundheitsbezogene Ausgangslage für ein sicheres und selbstbestimmtes Leben erhalten. Hier werden Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention umgesetzt, mit dem Ziel der Förderung von Gesundheitskompetenz von allen an der Lebenswelt von Schule und Kindergarten teilnehmenden Personen.
Mögliche Maßnahmen können sein:
Maßnahmen im Rahmen der Gesundheitsförderung für alle Bevölkerungsgruppen, die einen gesunden Lebensstil fördern, wie Bewegungsprogramme, Maßnahmen im Zusammenhang der sexuellen Gesundheit oder Maßnahmen zur bewussten, achtsamen und gesunden Ernährung
Maßnahmen im Rahmen der Prävention auf primärer, sekundärer und tertiärer Präventionsstufe, wie zum Beispiel die gezielte Beteiligung an der Umsetzung von Empfehlungen des österreichischen Impfplans oder Sicherstellung des Therapiemanagements von chronisch erkrankten Kindern und Jugendlichen
Gezielte Maßnahmen zur Steigerung von Gesundheitskompetenz
Krisenmanagement bei (Groß-)Schadensereignissen wie zum Beispiel Naturkatastrophen, Nuklearunfällen oder möglichen Gewaltvorfällen an Schulen
Sicherstellung einer kulturell sensiblen, inklusiven und ganzheitlichen Betreuung, die sich unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und individuellen Bedürfnissen der Schüler*innen anpasst
Durchführung von Gesundheitsscreenings und Monitoring, Aufklärungsarbeit mit der Erhebung des Impfstatus von Schüler*innen, Umsetzung von standardisierten Impfempfehlungen, Durchführung standardisierter körperlicher Untersuchungen
Zusammenarbeit mit lokalen Gesundheitsdiensten, Einrichtungen der lokalen Sozialversorgung
Fachliche Gesundheitsberatung in unterschiedlichen Gremien und Netzwerken
Monitoring über soziale und umweltbezogene Gesundheitsdeterminanten im Setting von Schule und Kindergarten (National Association of School Nurses, 2022)
(2) Dimension Leadership
Die Schulgesundheitspflegeperson nimmt hier eine befähigte und bestärkende Rolle für Kinder und Jugendliche wie auch ihre An- und Zugehörigen ein. Das kann auf individueller Ebene geschehen, wenn vereinzelt besonderer Förder- und Unterstützungsbedarf ausgemacht wird, aber auch für die Schulgemeinschaft im Gesamten auf politischer Ebene, wenn es zum Beispiel darum geht, bevölkerungsorientiert Gesundheit zu fördern oder Krankheiten vorzubeugen.
Mögliche Maßnahmen können sein:
Förderung von schüler*innenbezogener Advocacy durch Empowerment, indem zum Beispiel unterschiedliche Gesundheitsprogramme umgesetzt werden
Beteiligung in der Erstellung von Schulrichtlinien durch Einbringung ihrer Expertise
Aufklärung, Beratung und begleitende Weitervermittlung von Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichsten Gesundheitsbedarfen
Organisation und Leitung von Gesundheitsprogrammen in Schulen, im Schulbezirk und auf regionaler Ebene
Gesundheitsedukation mit der Vermittlung von gesundheitsrelevantem Wissen und Kompetenzen an Schüler*innen, Familien und pädagogisches Personal
Interessensvertretung in Bezug auf gesundheitspolitische Maßnahmen
Mitwirkung bei Entscheidungsprozessen im Bildungs-, Sozial- und Gesundheitssystem, über Belange, die die Lebenswelt von Schule und Kindergarten betreffen
Entwicklung und Umsetzung von Notfall- und Katastrophenplänen, um in Krisensituationen rasche Reaktionsfähigkeit sicherzustellen
Förderung und Sicherstellung von gesundheits- und bildungsbezogener Chancengleichheit
Einschulung und Unterstützung neuer Kolleg*innen bzw. Praxisanleitung für in Ausbildung befindliche School Nurses
Selbstfürsorge praktizieren und vorleben, um eine Vorbildfunktion für Schüler*innen und pädagogisches Personal zu haben (National Association of School Nurses, 2022)
(3) Dimension zur Identifikation von qualitätsbezogenen Verbesserungs- potenzialen
Schulgesundheitspflegepersonen stellen die gesundheitsbezogene Versorgung im Setting von Schule und Kindergarten sicher und tragen zur kontinuierlichen Qualitätsverbesserung bei. Sie greifen dabei unter anderem auf Mittel des Qualitätsmanagements zurück, wie die gezielte Erhebung von Gesundheitsdaten der Kinder und Jugendlichen.
Mögliche Maßnahmen können sein:
Systematische Erfassung gesundheitsbezogener Daten, Datenanalyse und Ausrichtung von Maßnahmen, um zu einer bedarfsgerechten Versorgung im Setting von Schule und Kindergarten beizutragen
Mitwirkung an der Erhebung von gesundheitsbezogenen Daten für schulinterne, regionale oder nationale Zwecke im Zuge von standardisierten Gesundheitsprogrammen oder Gesundheitsinitiativen
Evaluierung von unterschiedlichen Gesundheits- und Präventionsprogrammen (zum Beispiel durch die gezielte Erhebung, ob sich der Impfstatus verändert)
Maßnahmen im Zuge des Fehler- bzw. Fehlervermeidungsmanagements. Hier ist vor allem die Prävention von Unfällen, zum Beispiel während des Turnunterrichts, durch die gezielte Unterweisung von Lehrpersonal im Aufgabenprofil der Schulgesundheitspflegeperson zu erwähnen.
Nutzung von modernen Technologien, um ein standardisiertes Dokumentationsverfahren sicherzustellen
Analyse und Identifikation der erhobenen Gesundheitsdaten in Bezug auf mögliche Förderbedarfe oder notwendige Maßnahmen zur Gegenregulation, um auf bevölkerungsbezogener Ebene die Gesundheit zu fördern, Krankheiten vorzubeugen und Schulleistungen sicherzustellen
Sicherstellen, dass die eigene Tätigkeit zielgerichtet umgesetzt wird, eigene Arbeitspläne entwickeln und evaluieren, um die Qualität sicherzustellen und die persönliche berufliche Entwicklung voranzutreiben
Systematische Erhebung und Analyse über Bedarfe in der Praxis, die durch evidenzbasierte Forschungsprozesse gelöst werden können (National Association of School Nurses, 2022)
(4) Dimension der koordinierenden Tätigkeit
Die Schulgesundheitspflegeperson ist hier zunächst eine koordinierende Schnittstelle zwischen den Kindern und Jugendlichen selbst, ihren An- und Zugehörigen oder auch den anderen Professionen im Setting von Schule und Kindergarten. Hierzu zählen unter anderem das Lehrpersonal, administratives Personal oder andere Gesundheitsprofessionist*innen wie Schulärzt*innen, Schulpsycholog*innen oder die Schulsozialarbeit. Im weiteren Verständnis nimmt die Schulgesundheitspflegeperson eine zentrale Rolle im koordinierenden Schnittstellenmanagement zwischen den Stakeholdern im Gesundheits-, Sozial- und Bildungssystem ein, um für Inklusion zum Beispiel von Kindern und Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen zu sorgen.
Mögliche Maßnahmen können sein:
