Sein Herz heilen - Charlie Richards - E-Book

Sein Herz heilen E-Book

Charlie Richards

0,0
4,49 €

oder
-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Den Frieden bewahren: Eine zufällige Begegnung auf einer Grillparty verändert das Leben eines Ratsmitglieds. Ratsmitglied Lorian Bakerman weiß, dass die Einladung seiner Mutter zum Essen ein Vorwand ist. Nachdem er schon seit Jahren ihren Versuchen ausweicht, ihn mit einer passenden Wandlerdame ihrer Wahl in Kontakt zu bringen, kennt er alle Anzeichen. Seitdem andere alleinstehende Ratsmitglieder begonnen haben, ihre – männlichen – Gefährten zu finden, drängt sie ihn dazu, sich niederzulassen … mit jemandem, den sie für geeignet hält. Als Lorian der Einladung von Vollstrecker Germaine zu einer Grillparty folgt, um den Plänen seiner Mutter zu entgehen, ist er überrascht, dass er sich von einem Paar trauriger brauner Augen angezogen fühlt. Er wittert den Wandler und stellt fest, dass Randy Cullers sein Gefährte ist. Randy erkennt zwar ihre Bindung an, ist jedoch schüchtern und unsicher, was Lorian verwirrt … bis er erfährt, dass Randy den Verlust eines langjährigen Partners betrauert. Lorian will Randy und ist bereit, ihm Zeit zu geben. Reicht seine Geduld, um Randys Herz beim Heilen zu helfen, während er seine manipulierende Mutter, die sich in alles einmischt, aufhalten muss, bevor sie ihn verjagt? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Weltordnung der Wandler ist ein Spin-Off der Reihe Die Wölfe von Stone Ridge. Die Reihen können unabhängig voneinander gelesen werden, dies idealerweise entsprechend der Nummerierung der Bände innerhalb der Reihe. Aufgrund der Überschneidungen innerhalb der verschiedenen Reihen, die in der Welt von Stone Ridge angesiedelt sind, empfiehlt es sich, die Bände entsprechend ihrer Reihenfolge innerhalb der gesamten Welt zu lesen. Eine Übersicht über die empfohlene Lesereihenfolge gibt es auf der Website von Me and the Muse Publishing. Länge: rund 34.000 Wörter

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2022

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

ÜBER CHARLIE RICHARDS

LESEPROBE:

Sein Herz heilen

Den Frieden bewahren: Eine zufällige Begegnung auf einer Grillparty verändert das Leben eines Ratsmitglieds.

Ratsmitglied Lorian Bakerman weiß, dass die Einladung seiner Mutter zum Essen ein Vorwand ist. Nachdem er schon seit Jahren ihren Versuchen ausweicht, ihn mit einer passenden Wandlerdame ihrer Wahl in Kontakt zu bringen, kennt er alle Anzeichen. Seitdem andere alleinstehende Ratsmitglieder begonnen haben, ihre – männlichen – Gefährten zu finden, drängt sie ihn dazu, sich niederzulassen … mit jemandem, den sie für geeignet hält.

Als Lorian der Einladung von Vollstrecker Germaine zu einer Grillparty folgt, um den Plänen seiner Mutter zu entgehen, ist er überrascht, dass er sich von einem Paar trauriger brauner Augen angezogen fühlt. Er wittert den Wandler und stellt fest, dass Randy Cullers sein Gefährte ist. Randy erkennt zwar ihre Bindung an, ist jedoch schüchtern und unsicher, was Lorian verwirrt … bis er erfährt, dass Randy den Verlust eines langjährigen Partners betrauert.

Lorian will Randy und ist bereit, ihm Zeit zu geben. Reicht seine Geduld, um Randys Herz beim Heilen zu helfen, während er seine manipulierende Mutter, die sich in alles einmischt, aufhalten muss, bevor sie ihn verjagt?

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein.

Weltordnung der Wandler ist ein Spin-Off der Reihe Die Wölfe von Stone Ridge. Die Reihen können unabhängig voneinander gelesen werden, dies idealerweise entsprechend der Nummerierung der Bände innerhalb der Reihe. Aufgrund der Überschneidungen innerhalb der verschiedenen Reihen, die in der Welt von Stone Ridge angesiedelt sind, empfiehlt es sich, die Bände entsprechend ihrer Reihenfolge innerhalb der gesamten Welt zu lesen. Eine Übersicht über die empfohlene Lesereihenfolge gibt es auf der Website von Me and the Muse Publishing.

Länge: rund 34.000 Wörter

CHARLIE RICHARDS

Sein Herz heilen

Weltordnung der Wandler 8

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene

ME AND THE MUSE PUBLISHING

www.meandthemuse.com

Copyright © der englischen Originalausgabe „Healing His Forever“:

Charlie Richards

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:

Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe

Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2022

Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs

Übersetzt von: Sage Marlowe

URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:

Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.

Mit dem Erwerb eines E-Books erhält der Käufer die Lizenz zur persönlichen Nutzung, ist jedoch nicht zur Weitergabe des Inhaltes an Dritte, weder gegen Entgelt noch kostenlos, berechtigt.

Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.

Bitte beachten:

Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.

Widmung

Auf das einfache Vergnügen, ein Projekt zum Abschluss zu bringen. Die Reihe ist endlos, aber die Befriedigung ist immer gleich und an und für sich eine Belohnung.

Kapitel 1

Ratsmitglied Lorian Bakerman klickte auf eine Schaltfläche am Computer und speicherte die Datei. Er öffnete sein E-Mail-Programm und schickte die Informationen an Alpha Kontra Belikov. Er wusste, dass der Bärenwandler sie gut gebrauchen konnte.

Im Monat zuvor hatte sich Lorian mit Kontra getroffen, einem Grizzly-Wandler und Anführer einer nomadisch lebenden Biker-Gang. Der Mann hatte sich in der Gegend herumgetrieben und einem Freund geholfen, sich mit seinem Gefährten einzuleben. Als Lorian die Gerüchte gehört hatte, dass Kontra und seine Leute sich darauf vorbereiteten, weiterzuziehen, hatte er um ein paar Minuten seiner Zeit gebeten.

Auch wenn der Büffel — oder der amerikanische Bison, wie manche ihn nannten, — mit dem Lorian seinen Geist teilte, ein wenig besorgt gewesen war, im selben Raum mit einem Grizzly zu sein, hatte Lorian gewusst, dass er völlig sicher war. Kontra war von dem neuesten Mitglied des Wandlerrates, Shane Alvaro, wärmstens empfohlen worden. Der Wolfswandler und sein früheres Rudel hatten mit Kontra und seinen Leuten bei mehreren Gelegenheiten zusammengearbeitet.

Außerdem hatte Lorian den Vollstrecker Dakota Drudeson dabeigehabt. Er wusste, dass der Komodowaran-Wandler niemals zugelassen hätte, dass ihm etwas zustieß. Lorian betrachtete Dakota zwar als einen Freund, aber es war auch die Aufgabe des Mannes, ihn zu beschützen.

Lorians E-Mail-Programm gab einen Benachrichtigungston von sich und lenkte seine Aufmerksamkeit auf sich. Er entdeckte eine Bestätigung von Alpha Kontra und lächelte. Die Zusammenarbeit mit der Nomaden-Gang bei der Beseitigung von Einrichtungen, die sie in der Akte des ehemaligen Ratsmitglieds Krakow gefunden hatten — der für seine Verbrechen hingerichtet worden war — war die beste Entscheidung gewesen, die der Rat hätte treffen können.

Zufrieden damit, dass Kontra dem Hinweis so schnell wie möglich nachgehen würde, lehnte sich Lorian in seinem Stuhl zurück und streckte die Arme über seinen Kopf. Er wölbte den Rücken und spürte ein leises Knacken. Er stöhnte genussvoll und rollte langsam seinen Kopf. Wieder hörte und spürte Lorian ein Knacken.

„Autsch. Das klang, als würde es wehtun.“

Lorian begegnete dem dunkeläugigen Blick von Vollstrecker Germaine und grinste. „Es hat sich ganz anders angehört als angefühlt“, konterte er. „Ich sitze schon viel zu lange an diesem Schreibtisch“, gab Lorian zu, während er sich erhob. Als auch sein Magen ein wenig grummelte, warf er einen Blick auf die Uhr an der Wand. „Mmm, Mittagessen verpasst. Warum hast du mich nicht gerufen?“

Germaine grinste breit und zuckte mit den mageren Schultern. „Du sahst aus, als wärst du in was vertieft, und ich hatte ein großes Frühstück mit Sage“, sagte der dunkelhäutige Anakonda-Wandler und bezog sich auf seinen Gefährten, einen bengalischen Tiger-Wandler, während er sich zu seiner Körpergröße von eins achtundneunzig erhob. „Bist du bereit, in die Cafeteria zu gehen?“

„Das bin ich“, antwortete Lorian. „Ich glaube, ein riesiger gegrillter Hähnchen-Caesar-Salat ruft meinen Namen.“

Brummend nickte Germaine. „Ich bin sicher, nach mir ruft ein Reuben-Sandwich.“

Lorians Magen knurrte noch lauter, was beide Männer zum Lachen brachte. Er verließ sein Büro und ging den Flur entlang. Er bemerkte, wie Germaine rechts von ihm lief, und der Blick des Vollstreckers war immer in Bewegung.

Lorian hätte zwar gerne genug Vertrauen in seine Wandler-Kollegen gehabt, um Germaine als paranoid zu bezeichnen, aber er wusste es besser. Es hatte zu viel Unruhe innerhalb seiner Art gegeben, weil sich ihre Politik geändert hatte. Der Wandlerrat war endlich auf der Höhe der Zeit — er akzeptierte gleichgeschlechtliche Paarungen und schickte Ermittler los, um Rudelalphas zu überwachen und diejenigen zu entfernen, die ihre Macht missbrauchten. Diese bigotten und machthungrigen Wandler, die sich mit den Veränderungen schwer taten, verursachten Probleme. Es war nicht abzusehen, wo sie zuschlagen würden, auch nicht im Gebäude des Wandlerrates selbst.

Immerhin hatten sie es schon einmal geschafft, es zu infiltrieren.

„Hast du etwas für den Vierten geplant?“

Lorian zog eine Augenbraue hoch und fragte: „Den Vierten?“

Germaine nickte, und seine schwarzen Brauen zogen sich zusammen. „Äh, am Samstag ist der vierte Juli“, erinnerte er ihn. „Ein nationaler Feiertag.“

„Oh, richtig“, murmelte Lorian und nickte. „Ich schätze, ich habe total das Zeitgefühl verloren.“

Nachdem er Lorian einmal auf die Schulter geklopft hatte, sagte Germaine: „Du musst mehr rauskommen, Ratsmitglied.“

„Das ist allerdings war“, stimmte er lachend zu.

„Das ist wohl ein Nein zu den Plänen“, fuhr Germaine fort, als sie einen Aufzug erreichten. Während er auf den Aufwärtsknopf drückte, um auf die Hauptebene zu gelangen, wo sich die Cafeteria befand, fügte er hinzu: „Sage und ich veranstalten am Samstagnachmittag ein Barbecue. Ein paar Leute, die mit dem Rat zusammenarbeiten, werden da sein, und ein paar andere auch. Du bist herzlich eingeladen, dich uns anzuschließen.“

Lorian lächelte und konnte sich nicht erinnern, wann er das letzte Mal etwas so Entspanntes wie ein Barbecue gemacht hatte. Mit seinen fast dreihundert Jahren war er seit beinahe einem Jahrhundert Ratsmitglied. Er schien immer mindestens eine Wache bei sich zu haben.

Ein Barbecue im Haus eines Vollstreckers, dem ich vertraue …

„Überleg es dir“, fuhr Germaine fort und wies Lorian darauf hin, dass er schon zu lange geschwiegen hatte. „Die Einladung steht.“

„Ich—“ Das Klingeln seines Handys unterbrach ihn. Als er auf den Bildschirm sah, stöhnte er auf.

Germaine gluckste, ehe er den Weg zum Aufzug wies. „Vielleicht verlierst du hier drin den Empfang.“

Lorian folgte ihm in die Kabine. „So viel Glück hätte ich nicht“, brummte er, bevor er den Anruf entgegennahm. „Guten Tag, Mutter.“

„Guten Tag, Lorian“, grüßte Annabelle Bakerman — seine Mutter — fröhlich. „Wie geht es dir heute? Du arbeitest doch nicht zu viel, oder? Hast du schon zu Mittag gegessen?“

Eine Grimasse schneidend erklärte Lorian: „Mir geht es gut, Mutter. Ich bin jetzt gerade auf dem Weg zum Mittagessen.“ Bevor sie antworten konnte, fügte er schnell hinzu: „Und die Arbeit ist so wie immer. Viel zu tun.“ Lorian konnte sich denken, was seine Mutter als Nächstes sagen würde, also fügte er hinzu: „Ich freue mich auf ein schönes, entspanntes Essen in der Sonne.“

„Holst du dir wieder eines dieser Fertiggerichte aus der Cafeteria?“, schimpfte Annabelle. Sie schien immer etwas zu haben, worüber sie sich beschweren konnte. „Wenn du dich nur mit einer guten Frau niederlassen würdest, müsstest du nicht dieses schreckliche Essen zu dir nehmen.“

Da er wusste, dass Germaine jedes Wort seiner herrschsüchtigen Mutter hören konnte, neigte Lorian den Kopf nach hinten und starrte an die Decke. Aus dem Augenwinkel bemerkte er, dass der andere Wandler nach vorne griff und den Stopp-Knopf drückte. Der Aufzug hörte auf, sich zu bewegen, wofür Lorian dankbar war.

Wenigstens kann so niemand sonst sie hören.

„Mutter, ich habe es schon einmal erklärt“, begann Lorian langsam und unterdrückte einen genervten Seufzer. „Unsere Küchen hier sind mit den besten Lebensmitteln versorgt, und die Köche und Köchinnen sind erstklassig. Alles, was ich hier bekomme, ist frisch und sättigend.“ Lorian konnte nicht anders und fügte hinzu: „Außerdem ist das Essen hier für alle Wandler und ihre Gefährten kostenlos. Ich habe schon einen Koch eingestellt.“ Mit finsterer Miene murmelte Lorian: „Warum sollte ich mir von ihm Essen zum Mitnehmen kochen lassen, wenn ich hier fantastisches Essen bekommen kann?“

Lorian war noch nie so glücklich gewesen wie nach der Erfindung der Mikrowelle. Damit konnte er einmal in der Woche jede Menge Fleisch grillen und es später wieder aufwärmen. Sehr zum Leidwesen seiner Mutter liebte Lorian Hot Dogs und Makkaroni mit Käse.

„Wenn du eine Frau hättest, bräuchtest du keinen Koch“, konterte Annabelle scharf. „Sie würde—“

Lorian konnte sich nicht zurückhalten und stieß ein Lachen aus, mit dem er sie unterbrach.

„Lorian Bakerman“, schimpfte seine Mutter. „Wie kannst du es wagen, mich zu unterbrechen. Ich bin deine Mutter.“

„Verzeih mir, Mutter“, antwortete Lorian geübt. Vielleicht lag es daran, dass er wusste, dass sein Vollstrecker zuhörte, aber er konnte sich nicht verkneifen, darauf hinzuweisen: „Aber ich bezweifle, dass irgendeine der Frauen, die du mir in den letzten drei Jahren vorgestellt hast, überhaupt kochen kann.“

„Nun, das weißt du nicht“, stellte Annabelle fest, wobei sich Frost in ihren Ton einschlich. „Du hast dich geweigert, einer von ihnen genug Zeit zu geben, um es herauszufinden.“

„Mutter, ich habe es dir erklärt.“ Ungefähr eine Million Mal. „Ich werde niemanden hinhalten. Ich warte auf meine Schicksalsgefährtin.“

Lorians Mutter hatte jahrzehntelang sporadisch versucht, ihn zu verkuppeln. Er hatte ihr immer das Gleiche gesagt, ohne dass sie auf ihn gehört hätte. Prompt bekam Lorian ihre Ausrede zu hören.

„Wie sollst du sie denn treffen, wenn du dich nicht auf die Suche machst?“ Annabelle klang genauso abfällig wie immer. „Wenn ich dich nicht ständig mit Leuten bekannt machen würde, würdest du nie jemanden kennenlernen.“

„Ich lerne ständig neue Leute kennen“, antwortete Lorian und strich sich mit der Handfläche über seinen sauber gestutzten Bart.

Ich habe diese Diskussion so satt.

„Du lernst Rüpel und Verbrecher kennen“, sagte Annabelle verärgert. „Niemanden aus gutem Hause.“ Sie schniefte verächtlich. „Und schon gar keine Frau, die es wert wäre, deine Schicksalsgefährtin zu sein.“

„Es tut mir leid, Mutter.“ Lorian hatte keine Lust, dasselbe Thema noch einmal durchzukauen. „Ich steige gleich in den Aufzug und habe Angst, dass ich dort die Verbindung verliere. Kann ich dich heute Abend zurückrufen?“

Ich bin mir sicher, dass ich eine Ausrede finden kann, warum ich das nicht tun werde.

„Ich hasse es, wenn du mich drängst“, beschwerte sich Annabelle. „Ich gebe am Samstagabend um sechs eine Dinnerparty zum vierten Juli. Ich erwarte dich dort.“

Oh, verdammt, nein. Ein weiterer Verkupplungsversuch.

Als er Germaine an der Aufzugswand lehnen sah, die Arme vor seinem schlanken Oberkörper verschränkt, hatte Lorian eine Idee. „Es tut mir leid, Mutter. Ich habe bereits eine Einladung zu einer anderen Verabredung angenommen.“

Germaine hob eine schwarze Augenbraue, während sich seine Mundwinkel ein wenig nach oben wölbten.

„Ach, wirklich?“ Annabelle klang nicht überzeugt. „Mit wem?“ Genauso schnell verlangte sie zu wissen: „Hast du jemanden kennengelernt und es mir nicht gesagt?“

„Nein“, erwiderte Lorian sofort. Er wollte auf keinen Fall, dass seine Mutter auf diese Idee kam. „Ich habe mich mit einer Gruppe von Freunden von der Arbeit hier zum Grillen verabredet.“

Lorian glaubte, die Missbilligung in der Leitung spüren zu können, als sich die schwere Stille zwischen ihnen ausdehnte. Er hielt Germaines Blick und fragte: „Mutter, bist du noch da?“ Er erwartete nicht sofort eine Antwort, also fuhr er fort: „Verdammt, ich muss die Verbindung verloren haben.“ Dann trennte Lorian die Verbindung. Noch während er beobachtete, wie sich Germaines Lippen zu einem schiefen Grinsen verzogen, sagte Lorian: „Dazu werde ich später was zu hören bekommen.“

Germaine gluckste und schüttelte den Kopf. „Verdammt. Deine Mutter ist ein wenig …“

Die Stimme des anderen Wandlers verstummte, denn er schien nach etwas zu suchen, das nicht unhöflich, aber dennoch zutreffend war.

Lorian half ihm aus. „Sie ist eine herrschsüchtige Matriarchin.“ Lorian drückte auf den Knopf, um den Aufzug wieder in Gang zu setzen, während er hinzufügte: „Als ich vor fast einem Jahrhundert Ratsmitglied wurde, dachte ich, das würde eine gewisse Trennung zwischen uns schaffen.“ Als sein Telefon klingelte, blickte Lorian auf das Display und schüttelte den Kopf. „Hat es aber nicht.“

Er tat etwas, was er selten tat, und drückte die Stummschalttaste. Er steckte das Telefon in seine Tasche und sah zu, wie sich die Aufzugstüren öffneten. Erst als sie beide ausgestiegen waren und den leeren Flur entlanggingen, sagte Germaine: „Ich werde dich nicht auf das festnageln, was du Misses Bakerman erzählt hast.“

Verwirrt fragte Lorian: „Wovon redest du?“

Germaine schenkte ihm ein schiefes Lächeln. „Die Grillparty.“

„Oh.“ Lorian lächelte, während er den Kopf schüttelte. „Ich hatte eigentlich tatsächlich vor, deine Einladung anzunehmen.“ Als er merkte, dass er sich nicht ganz sicher war, ob Germaine es ernst gemeint hatte, fügte er hinzu: „Es sei denn …“

Nun, wie kann ich das fragen, ohne wie ein Arsch zu klingen?

Germaine grinste breit, als er die Hand um Lorian herum ausstreckte und den Griff der Schwingtür zur Cafeteria packte. „Wir müssen an unserer Kommunikation arbeiten, denke ich.“ Der Mann warf einen prüfenden Blick in die Runde, bevor er zurücktrat und Lorian den Vortritt ließ. „Zumindest, was persönliche Dinge angeht.“

Lorian gluckste leise. „Es ist lange her, dass ich etwas so Entspannendes wie eine Grillparty gemacht habe“, gab er zu. „Ich habe zu viel Zeit mit“ — er zog eine Grimasse, als er sich zu Germaine an den Buffettisch gesellte — „meiner Mutter und ihren Dinnerpartys verbracht.“

Wann ist mein Leben so langweilig geworden? Wie konnte ich das zulassen?

Noch während Lorian darüber nachdachte, kannte er die Antworten. Er hatte sich in der Arbeit vergraben, um die Forderungen seiner Mutter so weit wie möglich zu umgehen. Das bedeutete, dass seine Mutter, wenn er sich etwas Zeit für sich selbst nahm, ihm Schuldgefühle einredete, damit er tat, was sie wollte.

Oh Gott. Fast dreihundert Jahre alt, ein Ratsmitglied, und immer noch unter der Fuchtel meiner Mutter. Ich bin so langweilig.

Zum Glück wusste Lorian, dass er etwas dagegen tun konnte. Er wusste, dass es nicht leicht sein würde, aber er würde es tun. In der Tat war die Einladung seiner Mutter abzulehnen bereits ein Schritt in die richtige Richtung.

Jetzt muss ich nur noch standhaft bleiben und nicht nachgeben.

„Kann ich dir etwas Bestimmtes bringen, Ratsmitglied Lorian?“

Der melodiöse Tenor riss Lorian aus seinen Gedanken, und ihm wurde klar, dass er mit leerem Blick auf die Speisen auf dem Buffet gestarrt hatte. Er hob den Blick und konzentrierte sich auf Desmond. Der hübsche, braunäugige Fuchswandler arbeitete in der Küche. Lorian hatte gehört, dass er auch für gebackene Leckereien zuständig war.

„Hallo, Desmond“, grüßte Lorian mit einem Lächeln. „Danke für das Angebot.“

Lorian ließ seinen Blick über das Angebot schweifen und nahm wahr, welche Leckereien es gab, bevor er dem Wandler antwortete. Als Lorian seine Aufmerksamkeit wieder Desmond zuwandte, bemerkte er die leichte Röte auf dessen Gesicht, und ein dezentes Schnuppern ließ ihn die Freude des anderen Mannes erkennen. Offensichtlich gefiel es Desmond, dass Lorian seinen Namen kannte.

Hm. Ich bin nicht so spießig. Oder doch?

„Ich wäre an einem gegrillten Hähnchen-Caesar-Salat interessiert“, gab Lorian zu und warf erneut einen Blick auf die Speisen. Das einzige Fleisch, das er sah, waren Schinken und Steakstreifen. „Gibt es irgendwo gegrilltes Hähnchen?“

„Natürlich, Ratsmitglied“, antwortete Desmond mit einem Nicken. „Ich werde etwas für dich aufwärmen und es dir gleich bringen.“ Nach einem Blick auf die Behälter am Ende der Schlange, deren Etiketten er offenbar las, nickte Desmond. „Gut. Das Caesar-Dressing ist da.“

„Gibt es getrocknete Sardellen?“, fragte Lorian plötzlich und dachte, dass ein paar davon fantastisch zu dem Hühnchen schmecken würden.

Desmond brummte und neigte den Kopf zur Seite. „Ich bin mir nicht sicher.“ Er knabberte an seiner Unterlippe, und sein Duft verriet seine Sorgen und Bedenken. „Aber ich werde nachsehen.“

Lorian wollte den Koch nicht stressen, also sagte er ihm schnell: „Es war nur eine Idee, Desmond. Vielleicht kannst du es für das nächste Mal auf die Liste setzen, wenn du jetzt keine hast.“ Mit einem Grinsen griff er nach einer Schüssel. „Wie auch immer, ist in Ordnung.“

Desmond roch erleichtert und nickte. „Ja, Ratsmitglied. Das werde ich tun.“ Er drehte sich um, ging zur Küchentür und sagte: „Ich komme gleich mit dem Hähnchen wieder.“

„Danke, Desmond“, sagte Lorian, während er begann, seine Schüssel mit geschnittenem Salat zu füllen.

Innerhalb weniger Minuten hatte Lorian einen riesigen Caesar-Salat für sich zusammengestellt. Er schaute sich im Raum um und entdeckte Germaine, der mit Vollstrecker Dane und Vollstrecker Dakota — Brüdern — zusammen saß. Nach einer Sekunde des Zögerns beschloss Lorian, sich zu ihnen zu setzen. Wenn er zu Germaines Barbecue ging, dann würden sie auch dort sein, dachte er.

„Guten Tag, meine Herren“, grüßte Lorian, als er sich neben Dane setzte. „Wie geht es euch allen heute?“

„Alles in Ordnung, Ratsmitglied“, antwortete Dane, der ältere der beiden. „Germaine sagt, du kommst zu seiner Grillparty am vierten Juli. Freut mich, das zu hören.“

Als Lorian nickte und sich die Serviette auf den Schoß legte, grinste Dakota und beugte sich vor.

---ENDE DER LESEPROBE---