Selbstsicherheit und soziale Kompetenz (Leben Lernen, Bd. 358) - Erika Güroff - E-Book

Selbstsicherheit und soziale Kompetenz (Leben Lernen, Bd. 358) E-Book

Erika Güroff

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Beschreibung

Soziale Kompetenz fördern Ein zentrales Thema der Verhaltenstherapie praxisnah umgesetzt Mit 27 erprobten Lehrvideos zur direkten Anwendung in der Praxis Ideal sowohl für Einzel- als auch Gruppentherapie Zwischenmenschliche Unsicherheit, soziale Ängste und ein fragiler Selbstwert gehören zu den häufigsten Themen in der psychotherapeutischen Praxis. Das strukturierte Trainingsprogramm von Erika Güroff bietet Verhaltenstherapeut:innen und ihren Klient:innen einen praktischen Leitfaden zur gezielten Förderung sozialer Kompetenzen. In systematisch aufgebauten Einheiten werden zentrale soziale Situationen Schritt für Schritt eingeübt. Die positiven Effekte des TSK sind wissenschaftlich belegt. Das Programm kann im Einzel- oder Gruppensetting durchgeführt werden. Für Psychotherapeut:innen und für deren Klient:innen, die unter sozialen Ängste leiden.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
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Seitenzahl: 263

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Dies ist der Umschlag des Buches »Selbstsicherheit und soziale Kompetenz« von Erika Güroff

Erika Güroff

Selbstsicherheit und soziale Kompetenz

Das Trainingsprogramm TSK mit Basis- und Aufbauübungen

Mit 27 Lehrvideos

Klett-Cotta

Leben Lernen

Die Reihe »Leben Lernen« stellt auf wissenschaftlicher Grundlage Ansätze und Erfahrungen moderner Psychotherapien und Beratungsformen vor; sie wendet sich an die Fachleute aus den helfenden Berufen, an psychologisch Interessierte und an alle nach Lösung ihrer Probleme Suchenden.

Alle Bücher aus der Reihe ›Leben Lernen‹ finden Sie unter:

www.klett-cotta.de/lebenlernen

Das Training sozialer Kompetenzen (TSK) gehört zum Kernbereich des verhaltenstherapeutischen Repertoires. Viele psychische Störungen bessern sich, wenn an Selbstwertproblemen und sozialen Ängsten aktiv gearbeitet wird. Das Therapiemanual dient PatientInnen und TherapeutInnen als gemeinsamer Leitfaden für ein systematisches Training, das in 30 hierarchisch geordnete Übungsszenen eingeteilt ist. Arbeitsblätter zur Selbstreflexion sowie Erklärungen begleiten das Training. Zur bildhaften Vertiefung zeigen die Videoclips zum Download ausgewählte Szenen aus dem Übungsteil. TherapeutInnen erhalten im abschließenden Teil grundlegende Informationen zur Arbeit mit dem Sozialen Kompetenztraining.

Impressum

Die digitalen Zusatzmaterialen haben wir zum Download auf www.klett-cotta.de bereitgestellt. Geben Sie im Suchfeld auf unserer Homepage den folgenden Such-Code ein: OM89336.

Die Videos können Sie unter folgendem Link und QR-Code auch direkt anschauen: www.klett-cotta.de/gueroff-tsk.

Dieses E-Book basiert auf der aktuellen Auflage der Printausgabe zum Zeitpunkt des Erwerbs.

Klett-Cotta

www.klett-cotta.de

J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger GmbH

Rotebühlstr. 77, 70178 Stuttgart

Fragen zur Produktsicherheit: [email protected]

© 2016/2026 by J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger GmbH, gegr. 1659, Stuttgart

Alle Rechte inklusive der Nutzung des Werkes für Text und

Data Mining i. S .v. § 44b UrhG vorbehalten

Cover: Jutta Herden, Stuttgart

unter Verwendung einer Abbildung von Marina Denisenko/iStock by Getty Images

Gesetzt von Eberl & Koesel Studio, Kempten

Gedruckt und gebunden von CPI – Clausen & Bosse, Leck

Lektorat: Mihrican Özdem

Projektmanagement: Ulrike Albrecht

ISBN 978-3-608-89336-6

E-Book ISBN 978-3-608-12561-0

PDF-E-Book ISBN 978-3-608-20747-7

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Inhalt

Vorwort zur ersten Auflage

Vorwort zur aktuellen Auflage

Einleitung

Teil I

Einführung in das Trainingsprogramm

Kapitel 1

Selbstsicherheit und soziale Kompetenz – Was ist das eigentlich?

1.1 Grundbedürfnisse und soziale Bedürfnisse

1.2 Definition von Selbstsicherheit und sozialer Kompetenz

1.3 Die Zielgruppen für dieses Training

1.4 Gedanken, Gefühle, körperliche Reaktionen, Verhalten – und ihr Zusammenspiel

Gedanken und Verhalten

Gefühle und körperliche Reaktionen

Kapitel 2

Die Entstehung (Genese) und Aufrechterhaltung von sozialen Ängsten und sozialen Phobien

2.1 Zur Entstehung

2.2 Die sozialen Bereiche und Vermeidungsverhalten

2.3 Lösungen

Kapitel 3

Durchführung des TSK

Teil II

Trainingsprogramm

Kapitel 4

Die Basisübungen

4.1 Szene 1: Frage nach einer Straße FO

Grundannahmen

Die Szene 1 in der Realität

Perfektionismus

4.2 Szene 2: Der Zettel in der Hand FE/FO

Die Szene 2 in der Realität

Die ÜbungspartnerInnen in der Realsituation

4.3 Szene 3: Unfreundliche Reaktionen auf der Straße FE/FO

Die Szene 3 in der Realität

Zum Neinsagen

4.4 Szene 4: Ich will gerade nicht N

Die Szene 4 in der Realität

Schuld- und Schamgefühle

Die kognitive Verhaltenstherapie: Korrektur belastender Gedanken

ACT: der achtsame Umgang mit belastenden Gefühlen und Körperreaktionen

4.5 Szene 5: Achtsam gehen; Kompromiss schließen FE/FO

Die Szene 5 in der Realität

4.6 Szene 6: Achtsamkeit bei anderen KO

Die Szene 6 in der Realität

4.7 Szene 7: Mein Gesicht im Spiegel FE

Die Szene 7 zu Hause

4.8 Szene 8: Grüßen KO

Die Szene 8 in der Realität

4.9 Szene 9: Es liegt vor der Nase FE/FO

Die Szene 9 in der Realität

Imagination: Nutzung der Phantasie und Vorstellungskraft

4.10 Szene 10: Laut rufen FE

Die Szene 10 in der Realität

Ärger und Wut: Aggressivität oder selbstsicherer Umgang mit diesen Gefühlen

4.11 Szene 11: Der besetzte Platz FE/FO

Die Szene 11 in der Realität

Die zwei Ebenen der Kommunikation

Kontakt

4.12 Szene 12: Der erste Gesprächskontakt KO

Die Szene 12 in der Realität

4.13 Szene 13: Eine Störung N/KO

Die Szene 13 in der Realität

4.14 Geschafft! Belohnung für die erste Etappe

Kapitel 5

Die Aufbauübungen

5.1 Szene 14: Vertiefte Achtsamkeit bei anderen KO

Die Szene 14 in der Realität

5.2 Szene 15: Auffallen in der Öffentlichkeit FE

Die Szene 15 in der Realität

5.3 Szene 16: Das Feinkostgeschäft FE/FO

Die Szene 16 in der Realität

5.4 Szene 17: Schauen, probieren, nichts kaufen FO/N

Die Szene 17 in der Realität

5.5 Szene 18: Die Rückgabe FE/N/(KO)

Die Szene 18 in der Realität

5.6 Szene 19: Mein Körper im Spiegel FE

Die Szene 19 in der Realität

Manipulation und offene/aggressive Aufdringlichkeit

5.7 Szene 20: Belästigung N

Die Szene 20 in der Realität

Vorbereitung der Szene 21

5.8 Szene 21: Ein kurzer Vortrag  FE

Die Szene 21 in der Realität

5.9 Szene 22: Der zweite Gesprächskontakt KO

Die Szene 22 in der Realität

5.10 Szene 23: Das gefällt mir nicht  N

Die Szene 23 in der Realität

5.11 Szene 24: Schweigender Kontakt  KO

Die Szene 24 in der Realität

5.12 Szene 25: Vergesslichkeit FE/(KO)

Die Szene 25 in der Realität

5.13 Szene 26: »Dumme« Fragen FE/FO

Die Szene 26 in der Realität

5.14 Szene 27: Weiteres Auffallen  FE

Die Szene 27 in der Realität

5.15 Szene 28: Die Entscheidung zurücknehmen FE/N/(KO)

Die Szene 28 in der Realität

5.16 Szene 29: Der dritte Gesprächskontakt KO

Die Szene 29 in der Realität

5.17 Szene 30: Der Kosename FO bzw. N/KO

Die Szene 30 in der Realität

5.18 Zweite Belohnung

Kapitel 6

Die persönlichen Übungsszenen

6.1 Die Konstruktion eines Rollenspiels

6.2 Hinweise und Erinnerung

6.3 Der Kreis schließt sich

6.4 Dritte Belohnung

Kapitel 7

Schlusswort zum Trainingsteil

Teil III

Informationen für TherapeutInnen

Kapitel 8

Theoretische Grundlagen

8.1 Der Begriff Selbstsicherheit/soziale Kompetenz

8.2 Modell des Behandlungsziels Selbstsicherheit/soziale Kompetenz

1. Selbstsicherheit/soziale Kompetenz – Darstellung in SORC-Parametern

2. Konkretisierung der SORC-Aspekte

3. Beispiele

8.3 Diagnose und Modell der Störungen der Selbstsicherheit/sozialen Kompetenz

Zur Diagnose

Zum Modell der Störungen der Selbstsicherheit/sozialen Kompetenz

8.4 Indikation und Vorbereitung

Indikationsstellung

Die Vorbereitung und Motivierung der PatientInnen

Kapitel 9

Die Durchführung des TSK

9.1 Hinweise zur Gestaltung des TSK

9.2 Nach dem TSK

9.3 Eine Information zum Schluss

Literatur

Zu den Videoclips

Vorwort zur ersten Auflage

Dieses Buch ist aus drei Skripten entstanden, die ich im Rahmen meiner Tätigkeit als Supervisorin und Lehrtherapeutin erstellt hatte.

Die Skripten dienten als Grundlage für meine Seminare zur sozialen Angst und deren Behandlung im Rahmen von sozialen Kompetenztrainings.

Das Buch besteht aus zwei Teilen1: Im ersten Teil, nach der Einleitung, wende ich mich speziell und direkt an die TeilnehmerInnen an diesem Training (PatientInnen, Interessierte, Eltern); implizit ist es natürlich auch an die TherapeutInnen gerichtet, deren therapeutisches Vorgehen ich begleiten möchte. In diesem Teil finden sich die eigentlichen Übungsszenen, aber auch eine Vielzahl von Zwischentexten mit Informationen, die ich für das Verständnis des Trainings für unabdingbar halte. Auch im Sinne der Transparenz den PatientInnen gegenüber halte ich diese Informationen für wesentlich.

Der zweite Teil richtet sich schwerpunktmäßig mit Informationen an TherapeutInnen. Das Buch ist als Praxishandbuch gedacht. Daher finden Sie in diesem Teil zwar grundsätzliche Informationen und Denkansätze zum Thema Selbstsicherheit und soziale Kompetenz. Als wissenschaftliches Lehrbuch ist es jedoch nicht angelegt. Dazu verweise ich auf die ausgezeichnete Literatur, die zu diesem Thema vorliegt.

Das Buch ist ein Ergebnis langjähriger praktischer Arbeit, die ich in meiner Praxis als Psychologische Psychotherapeutin durchgeführt habe.

Geistige Grundlage ist unter anderem das Werk von Rita de Muynck und Rüdiger Ullrich, die meine LehrerInnen und MentorInnen waren. Ihnen verdanke ich ein tiefes Verständnis vom verhaltenstherapeutischen Zugang zum Menschen und dessen differenziertes und komplexes »Funktionieren«. Sie haben mir den Blick auf die wahren Tiefenwirkungen dieser ursprünglich oft als rein mechanisch verkannten Therapieform geöffnet. So will ich ihnen an dieser Stelle meinen besonderen Dank aussprechen.

Ganz besonders will ich mich bei meinen PatientInnen bedanken; jede/r Einzelne von ihnen hat mir ein Geschenk gemacht: Ich durfte hinter die Kulissen schauen und so mein Verständnis von den Geheimnissen der menschlichen Seele vertiefen. Ihnen verdanke ich auch meine Ehrfurcht vor diesem Geschehen, das wir wohl niemals vollständig ergründen werden.

Ich möchte mich zudem bei meinen SupervisandInnen und TeilnehmerInnen an meinen Seminaren bedanken. Sie haben mir viele Anregungen zu den Skripten gegeben. Und sie haben das TSK selbst vielfach mit PatientInnen durchgeführt und erprobt. Ihre Begeisterung an dem Training und ihre Therapieerfolge, die sie damit erzielen konnten, haben mir Mut gemacht, das Skriptum in ein Buch umzusetzen.

Bei der Erstellung des Buches habe ich sehr hilfreiche Unterstützung bei meiner Kollegin, Freundin und Patentochter, Frau DP Cordula Bartels, erhalten; danke auch an sie.

Ohne die kenntnisreiche und ermutigende Unterstützung meiner Lektorin vom Verlag Klett-Cotta, Frau Dr. Treml-Begemann, wäre dieses Buch nie weitergekommen. Ich danke ihr herzlich an dieser Stelle.

Und last not least bedanke ich mich bei meinem Ehemann, Georg Güroff, der mich stets geduldig begleitet und unterstützt hat.

Sie alle haben auf ihre Weise zum Entstehen dieses Buches beigetragen.

München, im September 2015

Erika Güroff

Vorwort zur aktuellen Auflage

Omnia vincit amor; et nos cedamus amori (Vergil)

Die Liebe besiegt alles; geben wir uns also der Liebe hin.

Nun sind zehn Jahre seit der Erstauflage vergangen, und es ist viel geschehen in dieser Zeit. Allem voran ist eine gesellschaftliche Neuorientierung in Gang, alles scheint mir drunter und drüber zu gehen; leider treffen wir derzeit dabei auf viel Unverständnis unter den Menschen hier bei uns im Land, aber auch auf der ganzen Welt. Zorn, Wut, Hass, Drohungen, Missverständnisse im Übermaß feiern »fröhliche« Urstände.

Dabei wären die Wandlungen so spannend, könnten so anregend sein, uns zu gegenseitigem Austausch anregen. Es entstehen immer notgedrungen Lager, aber niemals ist es doch so, dass in einem Lager nur Dummköpfe sind und im anderen nur Erleuchtete.

Alles ist immer im Fluss, das einzig Beständige ist der Wandel; die Zeiten ändern sich, und wir ändern uns mit ihnen. Aber im Kern allen Geschehens sind wir Menschen, unveränderlich im Herzen, mit unseren Wünschen, Bedürfnissen und unseren Gefühlen.

Ein grundlegendes unumstößliches Bedürfnis ist das nach Nähe zu anderen Menschen, nach Eingebundensein, nach Zugehörigkeit mit gegenseitiger Achtung und Wertschätzung, nach Sicherheit, dass wir einander schützen und achten, dass wir miteinander und untereinander behütet sind.

Wir könnten doch die Veränderungen, den dauernden Fluss des Lebens miteinander gestalten. Wir könnten, wenn wir eine grundsätzliche Tatsache beherzigen würden: Über allem steht die Liebe. Ohne die geht es nicht. Die Liebe zu den anderen, zum Leben und zu uns selbst. Sie ist die Grundvoraussetzung für ein gelungenes Leben überhaupt.

»Liebe» – über dieses Wort werden so manche stolpern. Ich meine damit alles, was uns einander nahebringt: Wohlwollen, Zuneigung, Wertschätzung, Achtung, Respekt. Natürlich können wir nicht alle lieben im engeren Sinn. Aber in diesem erweiterten Sinn kann sie uns gelingen. Leider ist diese Tatsache immer noch nicht genug etabliert in den Herzen und Köpfen der meisten Menschen.

Und um nun einen Bezug zu diesem Buch herzustellen:

Ich lade Sie ein, sich mit diesem »Training« zu befassen; es bietet wesentlich mehr als ein paar Übungen, um soziale Ängste zu verlieren, und es bietet nicht weniger als Verständnis und Handlungsideen für ein gelungenes Leben mit sich und mit anderen.

Die Liebe, wie ich sie oben definiert habe, ist in allen Szenen und Überlegungen eingewoben. Lernen Sie, sie zu finden, herauszuhören, zu entdecken.

Das Erleben der eigenen Würde und Besonderheit (hier: Selbstsicherheit) und der gelingende Umgang der Menschen untereinander (hier: soziale Kompetenz) kann in kleinen Schritten in der Tat gelernt werden, so banal sich das zunächst anhören mag.

Ich selbst konnte in diesen zehn Jahren noch unglaublich viel Neues erfahren über das Leben. Ich habe neue Menschen kennengelernt, alte Freundschaften vertiefen dürfen, Beziehungen auch verloren. Ich habe wunderbare Bereicherungen und Anregungen erhalten, die sich auch hier im Buch niederschlagen.

Ich habe den Text neu überarbeitet und neue Gedanken eingefügt; aber das Grundlegende bleibt überdauernd und musste nicht weiter verändert werden.

Nicht nur die Liebe ist eine Basis für ein gelungenes Leben, auch die Dankbarkeit. Und so will ich hier Menschen nennen, denen ich dankbar bin für mich, mein Wohlergehen und damit letztlich auch für die Gestaltung eines Buches wie diesem hier, und das sind unglaublich viele.

Zunächst danke ich meinen Eltern, die mir mein Leben und eine reiche Entwicklung darin möglich gemacht haben. Sie leben nicht mehr, aber in mir sind sie unauslöschlich. Ich danke allen Lehrern und Lehrerinnen, die mich gemocht und gefördert haben. Das waren viele, aber herausragende Bereicherungen habe ich erfahren von Heide Göttner-Abendroth, Rita de Muynck und Rüdiger Ullrich. Ich danke allen, die mir beruflich die Wege bereitet haben; auch das sind viele, aber herausragend ist Rainer Knappe von der Arbeitsgemeinschaft für Verhaltensmodifikation e. V. (AVM).

Ich danke allen, die mir die Welt der menschlichen Seele hinter den Kulissen gezeigt haben. Das sind meine PatientInnen, meine SupervisandInnen und viele liebe Freunde und Freundinnen, also alle, die sich mir anvertraut haben und noch anvertrauen. Ich bedanke mich bei vielen Kolleginnen und Kollegen, die in all den Jahren mit dem TSK mit ihren PatientInnen gearbeitet haben und mir nicht nur gute Erfolgsberichte geschickt haben, sondern beglückte, begeisterte und enorm wertschätzende. Ich danke allen, die mich stützen und begleiten, mir Mut machen und mir ihre Zuneigung zeigen. Auch hier könnte ich eine Menge auflisten. Ich hebe aber zwei Freunde hervor, die mich bei der Arbeit an dieser Neuauflage immer wieder beraten und liebevoll geschubst haben: Das sind Joseph Michael Reithmeier und Michael Schlenger.

Dann danke ich meiner Freundin Gundula Ebert, die die Übungsszenen verfilmt hat, den SchülerInnen und meinen KollegInnen, die mitgespielt haben, der IT-Expertin Frau Madeleine Keltsch, die mir die technische Umsetzung der beigefügten Videos ermöglicht hat. Ich bedanke mich bei meiner geduldigen und aufmerksamen Lektorin, Frau Mihrican Özdem.

Und schließlich bedanke ich mich zutiefst bei dem Menschen, der mich in meinem Leben begleitet, berät und stützt: meinem Ehemann Georg Güroff.

München, im Juli 2025

Erika Güroff

Einleitung

Erste Ansätze, soziale Angststörungen verhaltenstherapeutisch zu definieren und zu behandeln, wurden in den USA in den 1940er-Jahren entwickelt. Einen guten Überblick über diese Arbeiten liefern Ullrich und de Muynck in den Anleitungen zum Assertiveness-Training-Programm (ATP) (Ullrich & de Muynck 2001, 2004, 2006; Ullrich 2002).

Ein allgemeines grundlegendes Prinzip der Verhaltenstherapie zur Behandlung von Ängsten und Phobien besteht darin, die PatientIn mit dem angsterzeugenden Objekt in gradueller Annäherung, also schrittweise von wenig bis hin zu maximal angsterzeugenden Angstreizen, zu konfrontieren. Diese Vorgehensweise wurde bereits von Wolpe (1977) in den 40er-Jahren des vorigen Jahrhunderts vorgestellt. Grundlage war das frühe Wissen der jungen Verhaltenstherapie um die angsterhaltende Wirkung von Vermeidungsverhalten.

Sehr bald wurde diese Idee der Konfrontation auf die Behandlung sozialer Ängste angewendet. Die PatientInnen sollten alltägliche Situationen aufsuchen und bewältigen, anstatt ihnen auszuweichen. Auch im deutschsprachigen Raum wurde diese Vorgehensweise aufgegriffen.

In den 60er- und 70er-Jahren des vorigen Jahrhunderts wurden verschiedene Konzepte zur Therapie der sozialen Ängste vorgestellt. Allen gemeinsam ist, dass sie von sozialen Alltagssituationen ausgehen, denen sich die PatientInnen ohne Vermeidung aussetzen sollen.

Gleichzeitig wurde der Begriff der »Selbstsicherheit« im Sinne der »sozialen Kompetenz« operationalisiert. Es war notwendig, ein Verhalten zu definieren, das an die Stelle des Vermeidungsverhaltens treten sollte. So lernten bereits damals die PatientInnen, nicht nur die bis dato vermiedenen Situationen aufzusuchen, sondern sie auch adäquat zu bewältigen.

AutorInnen, die zu jener Zeit Therapiekonzepte dieser Art entwickelten, sind unter anderen:

Schwäbisch und Siems (1974)

Feldhege und Krauthahn (1979)

Hinsch et al. (1983); Hinsch und Pfingsten (2007)

Ullrich und de Muynck (2001, 2004, 2006)

In den letzten Jahren kamen noch weitere Behandlungskonzepte hinzu.

Vor allem sind die Therapiekonzepte von Stangier et al. (2009) zu nennen. In ihren Werken liegt der Schwerpunkt auf der Behandlung der sozialen Phobien und damit auf der Bewältigung der phobischen Reaktionen in sozialen Situationen. Die Einübung von sozialen Kompetenzen ist dabei zwar ein Baustein, steht jedoch nicht im Fokus.

Ein kognitives Modell zur Aufrechterhaltung der sozialen Phobie und deren Behandlung haben Clark und Wells (1995) entwickelt. Sie haben entscheidende Erkenntnisse erarbeitet, welche kognitiven Prozesse bei der sozialen Angst ablaufen: Die negative Selbstwahrnehmung, kognitive Verzerrungen und Sicherheitsverhalten tragen zur Aufrechterhaltung und Verstärkung dieser Ängste bei.

Im vorliegenden Training zur sozialen Kompetenz, welches ich im Folgenden abgekürzt TSK nennen möchte, habe ich eine Reihe von zusätzlichen Kriterien umgesetzt, die mir bei der Therapie wichtig und zielführend erscheinen.

Ullrich und de Muynck (2001, 2004, 2006) haben im ATP 127 konkrete Übungssituationen formuliert und vorgegeben, die einer hierarchischen Ordnung folgen, sodass eine graduierte und standardisierte Angstbearbeitung durchgeführt werden kann.

Als langjährige Schülerin von Ullrich und de Muynck habe ich bei meiner eigenen therapeutischen Arbeit den Vorzug und die Wirksamkeit der graduierten Vorgehensweise auch bei der Behandlung von sozialen Ängsten und der Vermittlung von sozialer Kompetenz schätzen gelernt. Deshalb möchte ich dieses grundlegende verhaltenstherapeutische Prinzip im vorliegenden Training übernehmen.

Auch die Arbeit mit vorgegebenen Szenen halte ich zumindest für die ersten Basisübungen (→ Teil II Trainingsprogramm) für sehr sinnvoll, um typische Vermeidungstendenzen zu minimieren.

Mein Konzept enthält jedoch auch inhaltliche und prinzipielle Abweichungen und Ergänzungen. Folgende Anforderungen schienen mir für das TSK bedeutsam:

Wissenschaftliche Kriterien: Das TSK folgt, wie auch das ATP, den Grundprinzipien der Konfrontation sowohl im Rollenspiel als auch in der Realität, der graduierten Annäherung, der Lerntheorie (Verstärkung und Löschung); hinzu kommt die Berücksichtigung weiterer Entwicklungen der Verhaltenstherapie wie die kognitive Verhaltenstherapie und die Achtsamkeit.

Ökonomische Kriterien: Das Training ist so angelegt, dass es im Rahmen einer Langzeittherapie, wie sie derzeit im Sitzungskontingent der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland vorgesehen ist, durchgeführt werden kann (60 bzw. 80 Sitzungen). Es kann dabei integriert werden in einen umfassenden Behandlungsplan.

Flexibilität:

Das TSK ist sowohl in der Einzel- als auch in der Gruppentherapie einsetzbar.

Es besteht aus vorgegebenen Basisszenen und Aufbauszenen, nach denen die Überleitung in individuelle Szenen vorgesehen ist; die Entscheidung, die Aufbauszenen zu überspringen, ist über eine Zwischenmessung möglich.

Die einzelnen Situationen der Aufbauszenen können individuell variiert werden.

Leichte Anwendbarkeit und Benutzerfreundlichkeit:

Schrittweise werden begleitend zu den vorgegebenen Szenen Informationen zu grundlegenden Fragen und Prinzipien vermittelt.

So kann das Manual von PatientIn und TherapeutIn gemeinsam bearbeitet werden.

Viele Szenen (insgesamt 27) sind auf den Videoclips zum Download (→ S. 4: Impressum) modellhaft dargestellt.

Orientierung an den Interessen und dem Wissensbedürfnis der PatientInnen und weniger an denen der TherapeutInnen:

Ich habe auf die Darstellung theoretischer Hintergründe weitgehend verzichtet. Lediglich für das Verständnis wesentlicher Definitionen und Grundlagen finden sich in Teil III, der sich an die TherapeutInnen richtet. Weitere grundlegende Informationen zur Theorie, die an Aktualität bis heute nichts eingebüßt haben, finden sich in den ATP-Anleitungen von Ullrich und de Muynck.

Informationen zum neuesten Forschungsstand sind im Werk von Alsleben und Hand (2013) nachzulesen.

Bei Stangier et al. (2009) und Margraf et al. (1999 und 2005) finden sich Informationen zur Theorie der sozialen Phobie bzw. zur sozialen Angst.

Das Training sozialer Kompetenzen wird ergänzt durch Videoclips zum Download (→ S. 4: Impressum). Darin wird demonstriert, wie soziale Kompetenz umgesetzt werden kann. Nicht alle Szenen sind dafür geeignet. So finden Sie am Rand derjenigen Szenen, die im Download zu finden sind, den entsprechenden QR-Code.

Ein Wort zur Geschlechterbezeichnung: Schon bei der Erstauflage 2016 wählte ich das Binnen-I, und ich bleibe dabei, auch wenn ich dafür von einigen LeserInnen kritisiert wurde. Ich weiß keine bessere Lösung, mit der ich mich wohlfühlen würde. Ich merke selbst die Holperigkeit, die ich unserer Sprache damit zufüge. Aber wenn ich nur vom Patienten und vom Therapeuten reden würde, würde ich in ganz alte sprachliche Ungenauigkeiten zurückfallen. Und wenn ich nur von der Patientin und der Therapeutin reden würde, würde ich einfach die Vorzeichen umkehren und allen Männern Unrecht tun. Beides gefällt mir nicht. So ist es jetzt.

Und schließlich noch eine kurze Anmerkung zu meiner Gepflogenheit, das Wort »Seele« zu verwenden. Das ist eine Vorliebe von mir, wenn ich die Zusammenfassung der inneren Geschehnisse und Vorgänge eines Menschen meine. Ich weiß, dass mich die meisten LeserInnen damit richtig verstehen. Auch meine PatientInnen, SupervisandInnen und FreundInnen erfühlen das sehr gut. Also: Es geht mir um Ihre Seele und damit um Ihr Wachsen und Wohlbefinden!!

Teil I

Einführung in das Trainingsprogramm

Kapitel 1

Selbstsicherheit und soziale Kompetenz – Was ist das eigentlich?

1.1 Grundbedürfnisse und soziale Bedürfnisse

Wissen Sie, welche Grundbedürfnisse eines Menschen ausreichend erfüllt sein sollten, damit er sich stabil, gesund und in seinem Leben wohlfühlt? Der Psychologe und Psychotherapeut Klaus Grawe (1943–2005) hat sie im Rahmen seiner umfangreichen Studien zur Wirksamkeit der Psychotherapie erarbeitet und benannt (z. B. Grawe 1998):

Die Möglichkeit, im Leben die Orientierung zu sichern sowie das eigene Leben und die Lebensbedingungen selbstbestimmt zu gestalten und zu kontrollieren. Dabei sollen unter anderem die eigenen Wünsche und Bedürfnisse, die eigenen Vorstellungen davon, was einem guttut, ausreichend erfüllbar sein.

Lustgewinn und Unlustvermeidung. Das bedeutet, die Möglichkeit, angenehme Gefühle wie Zufriedenheit, Ausgeglichenheit, Freude, Liebe, Ruhe zu erleben, sollten ausreichend häufig zur Verfügung stehen und damit: die Möglichkeit, unangenehme Gefühle wie Ärger, Unzufriedenheit, Verbitterung, Scham und Traurigkeit zu reduzieren oder zu bewältigen. Das heißt, die Gefühlsbilanz sollte einigermaßen stimmen.

Bindungsbedürfnis, also die Möglichkeit, Bindungen bzw. Beziehungen zu anderen Menschen einzugehen und aufrechtzuerhalten und dabei auch eine Ausgeglichenheit von wohltuenden und belastenden Erlebnissen und Erfahrungen herstellen zu können.

Die Möglichkeit, den eigenen Selbstwert vor sich und anderen zu sichern und zu schützen.

Aus den Bereichen, in denen sich zwischenmenschliches Geschehen abspielt (öffentliche Beachtung, Kontakt, Forderungssituationen, Abgrenzungssituationen; → Kap. 2.2), lassen sich zudem die folgenden sozialen/zwischenmenschlichen Bedürfnisse ableiten:

Bedürfnis nach Anerkennung, Wertschätzung und Würdigung der Person, wie sie ist, also auch ihrer Schwächen

Bedürfnis nach Zuneigung und Liebe

Bedürfnis nach Respekt und Achtung des Anspruchs auf Selbstverwirklichung

Bedürfnis nach Selbstbestimmung, Unversehrtheit und Schutz vor Übergriffen

Diese Bedürfnisse sind dem Menschen eigen und unabhängig von Geschlecht, genetischen Bedingungen, kulturellen Hintergründen oder Religion.

Werden sie behindert, entstehen über kurz oder lang Reaktionen, die entweder gegen außen oder gegen sich selbst gerichtet sind. Dies können wir in den täglichen Nachrichten aus aller Welt erkennen, aber auch im individuellen Alltag erleben.

Beim Lesen haben Sie sicher automatisch an Ihre eigene Situation gedacht. Und Sie haben sicher entdecken müssen, dass Ihnen in Ihrem Leben, meist bereits in der Kindheit, diese Bedürfnisse nicht ausreichend erfüllt wurden. Um im Leben zurechtzukommen und zu bestehen, haben wir alle eine Reihe von Handlungs- und Denkstrukturen entwickelt – Grawe (1998) spricht von Plänen –, wie wir dafür sorgen können, dass uns diese Grundbedürfnisse bestmöglich erfüllt werden. Dabei geraten wir oft ganz schön in die Bredouille. Dazu erfahren Sie im Buch noch eine Menge.

Was auch immer Ihnen dazu einfällt, auf zwei wesentliche Dinge möchte ich Sie schon vorab hinweisen:

Sie glauben gar nicht, wie viel Einfluss Sie besonders in Ihrem privaten Leben auf die Erfüllung dieser Bedürfnisse haben. Und wie viel Einfluss Sie damit längerfristig auf das öffentliche Leben haben können. Bedenken Sie auch: Jeder Mensch, dem Sie begegnen, hat die gleichen Grundbedürfnisse!

Seien Sie neugierig auf das vorliegende Manual, denn es geht um viel mehr als »nur« darum, eventuelle Ängste vor anderen Menschen zu verringern!

Zusammengefasst geht es darum, dass Sie erfahren können, was »Selbstwert« eigentlich bedeutet, und dass dieser Selbstwert gelernt werden kann.

Und es geht darum, dass Sie diesen Selbstwert eigenständig verwalten und sichern können. Sie lernen »Selbstmanagement«, eine grundlegende Fähigkeit, die Ziel einer jeden seriösen Psychotherapie ist. Sie können Herrin und Herr Ihres Lebens werden.

1.2 Definition von Selbstsicherheit und sozialer Kompetenz

Dieses Training heißt »Training sozialer Kompetenzen«, abgekürzt TSK: Sie haben sicher schon eine vage Vorstellung davon, worum es dabei geht und welche Ziele damit angestrebt werden können.

Unter sozialer Kompetenz verstehen wir mehr als nur Selbstsicherheit, auch wenn im Folgenden beide Begriffe synonym gebraucht werden. Sie bedeutet, dass Sie im Umgang mit anderen Menschen über die folgenden Qualitäten verfügen können:

Ein hohes Maß an der Fähigkeit, sich und andere in ihren Gedanken und Überlegungen wertzuschätzen und sich selbst zu ermutigen und anzuerkennen (Gedanken). In der Sprache der Verhaltenstherapie wird dieser Bereich auch »kognitive Ebene« genannt. Er umfasst alle Vorgänge, die in unserem Kopf ablaufen können. Hier können auch bildhafte Vorgänge (Stichwort »Kopfkino«) mit bedacht werden. (Näheres hierzu → Kap. 4.9 »Imagination: Nutzung der Phantasie und Vorstellungskraft« und im weiteren Verlauf, in dem ich immer wieder kurz darauf hinweisen werde; siehe auch Güroff 2022).

Viel Gelassenheit, Leichtigkeit, Mut oder Sicherheit sowie viel Wohlwollen sich selbst gegenüber, Selbstvertrauen (Gefühle)

Ausreichend Ruhe und Entspanntheit im zwischenmenschlichen Geschehen (Körperreaktionen)

Ein breites Spektrum an authentischen und angemessenen sowie zielführenden Umgangsformen (Verhaltensweisen), z. B.:

Wie lehne ich Wünsche anderer ab, ohne sie zu kränken, aber auch ohne mich zu kurz kommen zu lassen?

Wie gestalte ich eine Beziehung?

Wie setze ich meine berechtigten Wünsche gegen Widerstände anderer durch?

Wie mache ich mich unabhängig von den Erwartungen anderer?

Es hat sich gezeigt, dass selbstunsichere Menschen nur in geringem Maß über diese Kompetenzen verfügen. Sie werten sich selbst und/oder andere so massiv ab, dass sie es selbst fast nicht mehr merken. Sie fühlen sich in vielen Situationen ängstlich, unsicher, sind körperlich verspannt und in Aufruhr und verhalten sich oft ungeschickt.

Es entsteht ein Teufelskreis. Genau das, was der unsichere Mensch so fürchtet, tritt ein: Er hat weniger Erfolg bei anderen, kommt eher zu kurz, wird öfter übergangen, wird öfter ausgenutzt und dergleichen mehr. Dies ist ein psychologisches Geschehen.

Der Weg zu Ihren Zielen, mehr Selbstsicherheit und soziale Kompetenz zu gewinnen, besteht vornehmlich darin, etliche zwischenmenschliche Szenen in Rollenspielen und in der Realität auszuprobieren und einzuüben. (Wenn Sie jetzt erschrecken, sollten Sie unbedingt das Training durchführen! Das therapeutische Rollenspiel unterscheidet sich erheblich von dem Rollenspiel in Trainings, die in Unternehmen im Umlauf sind. Lesen Sie weiter!)

Zudem erhalten Sie eine Menge Informationen und Hilfen, wie Sie Ihrem ersten Schritt weitere Schritte zu Ihrem Ziel anschließen können. Dazu gibt es dieses Manual, in dem Sie die Übungsszenen finden, wichtige Informationen und Platz, um sich Notizen zu machen.

Hier noch ein wichtiger Hinweis: Ich grenze den Begriff »soziale Kompetenz« entschieden ab von Verhaltensweisen, wie sie in Büchern zu Umgangsformen (Standardbeispiel »Knigge«) gelehrt werden. Diese unterscheiden sich vornehmlich in dem wesentlichen Punkt der Echtheit. Ich möchte Ihnen belegen, dass Sie sich zeigen können, so wie Sie sind.

Damit Sie das Anliegen dieser Trainingsform besser verstehen, möchte ich Ihnen im nächsten Abschnitt deutlich machen, an wen ich mich damit wende.

1.3 Die Zielgruppen für dieses Training

PsychotherapiepatientInnen. Meist finden Sie Kontakt zu diesem Training über eine TherapeutIn, weil Sie Unterstützung suchen bei der Bewältigung von Problemen, die Sie selbst nicht mehr in den Griff bekommen. Nun ist diese TherapeutIn nach eingehender Besprechung und Testung zusammen mit Ihnen zu dem Ergebnis gekommen, dass Ihre Schwierigkeiten direkt oder indirekt mit Ängsten und/oder Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Menschen im weitesten Sinn zu tun haben. Dies ist der häufigste Anlass, weshalb im Verlauf dieses Manuals immer wieder von der TherapeutIn die Rede ist.

Viele Probleme, wegen derer eine Psychotherapie aufgesucht wird, haben einen hohen Anteil an Schwierigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich. So kann es sein, dass Sie unter Depressionen leiden und bei genauerer Betrachtung erfahren, dass diese viel mit Ihrer Angst vor Vorgesetzten oder Schwierigkeiten, sich gegen Familienmitglieder zu wehren, zu tun hat.

Oder Sie ziehen sich aus Unsicherheit mehr vor Menschen zurück, als Ihnen guttut, und der Mangel an sozialen Kontakten und Austausch macht Sie einsam und unglücklich.

Oder Sie haben immer wieder den Eindruck, ausgenützt zu werden, ohne sich dagegen schützen zu können.

Oder Sie leiden unter wiederkehrenden Schmerzen, für die Ihre Ärzte trotz eingehender Untersuchung keine rechte Ursache finden können. Bei genauerer Analyse wird eventuell deutlich, dass Sie sich jahrelang überfordert haben aus Angst vor Ablehnung durch Ihre Vorgesetzten oder Ihre Familie.

Oder Sie neigen zu Aggressionen, die Sie nur mit Mühe kontrollieren können, und bei genauerem Hinschauen sehen Sie, dass Ihnen das immer dann passiert, wenn Sie sich abgewertet und kleingemacht fühlen und sich dem Gegenüber (verbal) nicht gewachsen fühlen.

Möglich ist aber auch, dass Sie Ihre Ängste vor anderen sehr genau kennen. Es kann sein, dass Sie unter massiven Angstreaktionen leiden, wie Erröten, Schweißausbruch, Zittern, Schwindel oder Übelkeit, wenn Sie mit anderen zu tun haben, etwa, sich durchsetzen müssen oder im Mittelpunkt stehen, sich prüfen lassen oder sich wehren müssen.

Und schließlich kann es sein, dass Sie sich schon »immer« als schüchtern, den anderen unterlegen und unsicher fühlen und nie richtig gelernt haben, damit umzugehen. Es mag sein, dass Sie die meisten anderen für überlegen halten und sich selbst für zu kurz gekommen, unbedeutender und unwichtig.

Sollten Sie sich wiedererkennen, lesen Sie bitte weiter – es gibt wirklich gute Hilfen!

Sollten Sie denn zum Ergebnis kommen, dass Sie das Training durchführen wollen, empfehle ich Ihnen, dieses Buch zu Ihrem eigenen ganz persönlichen »Handbuch« zu machen. Sie können alles, was Sie bewegt, alle Erkenntnisse und alle Erfahrungen hineinschreiben. Wenn Sie es nach Jahren dann einmal anschauen, werden Sie gute Überraschungen erleben.

Personen, die den Umgang mit sich selbst vertiefen wollen. Es ist aber auch möglich, dass Sie in Ihrem Leben gut zurechtkommen, aber hin und wieder beobachten, dass Sie im Umgang mit anderen Menschen mit sich nicht recht zufrieden sind. Es könnte sein, dass Sie sich etwas oft zurücknehmen, obwohl Sie das nicht möchten; oder dass Sie öfter das Gefühl haben, zu wenig durchsetzungsfähig zu sein, vielleicht zu nett sind, zu wenig Widerstand zeigen. Vielleicht ärgern Sie sich auch für Ihr Empfinden zu oft, werden ungerecht und bedauern Ihre Reaktion, wenn der Zorn verraucht ist.

Das heißt, es könnte sein, dass Sie Ihre soziale Kompetenz verfeinern möchten, ohne in ernsthafter Not zu sein.

Es lebt sich deutlich leichter, wenn Sie in gutem Kontakt mit sich sind, Ihre Bedürfnisse und Ihren Selbstwert kennen und Ihr Leben danach ausrichten und gestalten können.

Eltern. Schließlich ist auch möglich, dass Sie Kinder haben und diesen ein gutes Vorbild sein möchten. Sie möchten Ihren Kindern zeigen, wie das Leben und die vielfältigen (Konflikt-)Situationen mit Menschen selbstsicher und mutig bewältigt werden können.

Alle Elterntrainings, die es auf dem Markt gibt, zeigen Ihnen, wie Sie mit Ihren Kindern gut umgehen können. Dieses Training will Ihnen zeigen, was Sie Ihren Kindern vorleben können.

Ihre Kinder haben zwar Ihre Gene erhalten, und diese Tatsache ist derzeit eine moderne und willkommene, weil durchaus entlastende Erklärung für Auffälligkeiten jeder Art bei Kindern. Ihre Kinder lernen aber vor allem sehr differenziert von Ihnen und kopieren Ihr Verhalten. Sie sind Modell für Ihre Kinder, weshalb man Sie nicht so einfach aus Ihrer Verantwortung nehmen kann.

Ein Beispiel: Ihr Kind mag genetisch bedingt zu den leicht erregbaren und schnell zu beunruhigenden Menschen gehören. Das ist eine Tatsache, und Sie können aus einem solchen Kind kein sanftes Lamm machen. Sie können ihm aber die Bewältigung von Unruhe und Stressanfälligkeit vorleben; Sie können ihm zeigen, wie man bei zwischenmenschlichen Konflikten dieser Erregbarkeit einerseits gerecht werden, andererseits aber im Verhalten sozial kompetent bleiben kann (→ Szene 11 »Der besetzte Platz«).

Für diese Zielgruppen ist das vorliegende Training TSK gedacht.

Im Text werden die Begriffe Therapie und TherapeutIn dominieren. Denn ursprünglich waren Trainings dieser Art vorwiegend als Therapietrainings konzipiert. Es hat sich aber erwiesen, dass eine weitaus größere Gruppe von Menschen vom TSK profitiert.