Sich selbst lieben lernen - Konrad Pinegger - E-Book

Sich selbst lieben lernen E-Book

Konrad Pinegger

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Beschreibung

Konrad Pinegger stellt in dem Buch "Sich selbst lieben lernen - Die Versöhnung der inneren Spaltung und die Prinzipien der Heilung" seinen selbst entwickelten therapeutischen Ansatz dar. Es ist jedoch nicht nur für Therapeuten gedacht, sondern für jeden Menschen, der auf eine sehr einfache Art und Weise in inneren Frieden mit sich selbst kommen möchte. Da das sogenannte "Außen" die innere Einstellung zu sich selbst nur widerspiegelt, ist die in dem Buch entwickelte Methode ein äußerst effizientes Instrument, um Leben und Welt zu verstehen aber auch in der Anwendung ein Mehr an Fülle und Glück zu erlangen.

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Seitenzahl: 365

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Ich danke allen von ganzem Herzen, die mit enormem Einsatz, am Entstehen dieses Buches mitgewirkt haben.

Mein Dank richtet sich an Marah Strohmeyer-Haider für das Zurverfügungstellen des Cover-Gemäldes „Suche“, Bernd Strohmeyer für Layout, Beratung und Covergestaltung sowie nicht zuletzt für das Lektorat von Alfons Huber, Gundel Eichler und Margot Pinegger.

Inhaltsverzeichnis

VORBEMERKUNG

EINFÜHRUNG: „WIR SIND DAS, WAS WIR `GOTT´ NENNEN“ - EIN ABRISS

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PRINZIPIEN DER HEILUNG UND DER ENTSTEHUNG VON SYMPTOMEN

DIE BEDEUTUNG DER MUTTER ODER WILLKOMMEN AUF DER ERDE

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I. Vorbemerkung

In dieser Schrift soll in möglichst knapper Form das Wesen der Heilung beschrieben werden, wie es sich mir in meiner Arbeit und meinem Forschen eröffnet hat. Es soll die elementarste Ebene darstellen, auf der hinter allen therapeutischen und heilerischen Bemühungen Heilung stattfindet.

Gleichzeitig soll diese Zusammenfassung meinen Schülern als Skript für das Curriculum dienen. Es ist für Schüler, die einen Ausbildungskurs bei mir belegt haben, aber auch für jeglichen Interessierten, der sich einfach nur über die Methode und die Philosophie informieren will, die meine Arbeit trägt.

Schon immer hat mich der Gedanke geleitet, dass sich hinter konkreten Maßnahmen und Ansätzen etwas ganz Wesentliches verbirgt, das Heilung und menschliche Entwicklung möglich macht, aber gleichzeitig habe ich erkannt, dass unter Umständen durch heilendes/therapeutisches Eingreifen Heilung und Entwicklung auch verhindert werden können, wenn das Wesentliche nicht einbezogen ist.

Während meiner Ausbildungen wurde mir klar, dass heilendes/ therapeutisches Eingreifen umso hilfreicher sein kann, je mehr es im Einklang ist mit dem, was wir den „Sinn des Lebens“ nennen. Um diesen Sinn mit seinem heilerischen Tun zu verbinden, muss ein Heilung Anbietender ihn natürlich erst einmal für sich selbst finden. Dazu ist es nötig, sich vielen inneren und „äußeren“ Themen auszusetzen und sich mit Vielem auseinanderzusetzen, ohne an Dogmen zu haften, um sich dem Wesentlichen Schritt für Schritt anzunähern.

Dieser Wunsch – sich dem Wesentlichen immer mehr anzunähern - führte mich durch viele Ausbildungen in therapeutischen und heilerischen Bereichen, gleichzeitig war es mein Versuch, das Gelernte mit elementaren und spirituellen Lebensgesetzen zu verbinden, um die Methoden aus ihrer reinen Technik herauszulösen und mit dem Wesentlichen des Lebens zu verbinden und somit ihre Effizienz zu erweitern. So gingen während meiner praktischen Tätigkeit Körpertherapie, Gestalttherapie, Familientherapie,

Systemaufstellungen, Medial- und Heilerschulung (1), Transaktionsanalyse, Arbeit mit dem inneren Kind, „The Work“ (2), Ho`oponopono (3), Zen-Buddhismus, Ansätze aus „Ein Kurs in Wundern“ (4), christliche und östliche Mystik sowie neuere energetische Ansätze in meiner Arbeit ein Konglomerat ein. Alle diese Richtungen sollen natürlich kein unverbundenes Sammelsurium bilden, sondern stellen verschiedene (vielleicht auch kulturell bedingte) Zugänge zum Wesentlichen dar, die mir helfen, meinen eigenen Zugang zu finden.

Mein ganz besonderes Anliegen wurde es, die Theophanie, wie sie mir beim Schreiben des Buches „Wir sind das, was wir „Gott“ nennen“ (5) zu Teil wurde, in einem Arbeitsansatz praktisch anwendbar zu machen. In dem Inhalt des Buches, dem ich lediglich als Kanal diente, gibt es Parallelen zu „Ein Kurs in Wundern“, die wie der Text, der in mein Buch fand, ebenso unmissverständlich deutlich machen, dass Heilung bedeutet, eine andere Geisteshaltung einzunehmen, welche uns aus Illusion und Spaltung führen kann. Die Rolle der therapeutischen und heilenden Ansätze ist es, Hilfestellung für eine solche Wandlung der Geisteshaltung zu bieten. Methoden können dafür mehr oder weniger geschickte Hilfeleistung anbieten, können aber selbst keine Heilung bewirken.

Für Therapeuten und Heiler heißt das, den Schwerpunkt vom nur Methodischen zur Verbindung mit dem Wesentlichen des Lebens und seinem Sinn zu verändern, um verwandelnd auf die Hilfesuchenden wirken zu können.

Dieses Büchlein soll nun die Prinzipien des Wesentlichen deutlich machen und zeigen, wie man dies mit konkreten Arbeitsansätzen verbinden kann. Ich möchte jetzt zunächst einen Abriss geben über einen zentralen Teil aus besagtem Vorgängerbuch „Wir sind das, was wir „Gott“ nennen“, um die philosophische und spirituelle Grundlage zu formen, aus der wir im nächsten Schritt konkrete Ansätze entwickeln können. Zum Schluss werde ich noch verschiedene allgemeine Themen behandeln, die ich in diesem Kontext für wesentlich halte.

Die essentiellen Gegebenheiten, wie sie in „Wir sind das, was wir „Gott“ nennen“ auftreten, scheinen eine Neuinterpretation und Vertiefung der Jahrtausende alten „Hermetischen Gesetze“ (6), sowie aber auch buddhistischer/taoistischer Weisheit und Mystik zu sein, daher möchte ich diese Philosophie oder Theophanie zunächst anhand des ersten hermetischen Gesetzes darlegen, das da heißt: „Alles ist reiner Geist“.

Ich möchte Sie hier, an dieser Stelle, um Nachsicht bitten, da manche Stellen des Buches Ihnen auch redundant erscheinen mögen. Mir ist es jedoch sehr wichtig, bestimmte Umstände in allen Verknüpfungen darzustellen. Auf diese Weise sind (scheinbare) Wiederholungen für mich unumgänglich. Ich bitte Sie, mir das nachzusehen.

Für mich persönlich stellt der Text nicht so sehr etwas linear Aufbauendes dar, für mich ist es ein Mantra, das in vielen verschiedenen Sätzen erscheint und doch immer das Gleiche ist oder schlicht und einfach – ein Gebet.

II. Einführung: „Wir sind das, was wir `Gott´ nennen“ - ein Abriss

Diesem Buch vorausgegangen ist ein Buch mit dem Namen „Wir sind das, was wir `Gott´ nennen“. Dieses Buch ist in seltsamer Weise entstanden. In einem Zustand großer Angst habe ich eine innere Stimme vernommen und einfach aufgeschrieben, was diese sagte. So bekam ich Informationen über alle möglichen Aspekte unseres Lebens, zuerst eher unzusammenhängend. Somit schrieb ich verschiedene Texte über verschiedene Themen, doch als ich die geschriebenen Einzelteile in eine Reihenfolge brachte, ergab tatsächlich alles einen Sinn und einen logischen Aufbau. Von diesem „Sinn“ konnte ich sowie viele andere profitieren, weil er die absolut elementaren Lebenszusammenhänge beinhaltet. Als Psychotherapeut und Forscher auf diesem Gebiet habe ich einige Jahre damit verbracht, die Lebensgesetzmäßigkeiten, die sich mir beim Schreiben des Buches eröffnet haben und die psychologischen und spirituellen Ansätze und Zusammenhänge zu vereinen.

Sie decken sich in erstaunlicher Weise mit vielen alten Lehren aus West und Ost und es war mir möglich, sie in ein System zu bringen, mit dem ich mit Klienten arbeiten konnte. Dabei hat sich mir das Wesen der „Inneren Spaltung“ eröffnet, auf das sich jedes somatische, psychische und soziale Symptom zurückführen lässt. Auch konnte ich sehen, dass die innere Interaktion zwischen den in der „Spaltung“ beschriebenen zwei Persönlichkeitsanteilen für mich den absoluten Kern unseres Seins darstellt. In der Interaktion mit sich selbst nämlich, die entweder liebevoll oder kämpferisch oder irgendwie dazwischen ist, kreieren wir unsere gesamte Lebenssituation. Um diese innere Spaltung zu versöhnen und zu heilen kann man sehr gut mit einer speziellen Art von Gastalttherapie arbeiten oder die Spaltung im Sinne einer Familienaufstellung aufstellen. Doch dies alles beschreibt dieses Buch in allen Einzelheiten. Bevor wir jedoch in diese Materie einsteigen, möchte ich gern einen Abriss des vorangegangenen Buchs „Wir sind das was wir `Gott´ nennen“ geben, weil dieses ja die spirituelle und philosophische Basis dieses Buches ist, das sie gerade in den Händen halten.

1. Wie „wir sind das was wir `Gott´ nennen“ entstand

In einer verzweifelten Situation der Angst, in der ich wohl auch um Beistand und Hilfe gebeten hatte, meldete sich eine innere Stimme. Diese Stimme erklärte als erstes, dass die Glückseligkeit unsere Bestimmung ist und dass die verdichtete Form davon - nämlich die Angst - nur dazu da ist, damit wir aus der Glückseligkeit aussteigen können in einen anderen Zustand, der eine andere Qualität hat als die Glückseligkeit, und wir Glück und Fülle immer wieder nur neu erfahren können. Wären wir immer in der Einheit und immer in der Glückseligkeit, könnte diese als solche nicht mehr wahrgenommen werden, weil sie sich durch nichts abgrenzt. Dadurch hat sich eine Welt der „Illusion“ und somit der Angst durch Verdichtung in Erscheinung gebracht. Dies ist die Welt in der wir leben, bis wir diese als Illusion erkennen und zu unserer wahren Heimat zurückkehren. Wir könnten an sich in Angst und Glückseligkeit ein und aus gehen, um die Glückseligkeit immer wieder neu und frisch wahrzunehmen. Der Mensch sei dann irgendwann in seiner Entwicklung nicht mehr nur kurz in die Angstwelt eingetaucht, um die Glückseligkeit wieder neu zu erfahren, sondern wäre in der Angstwelt verblieben und hätte sich darin „schön eingerichtet“. Wir hätten immer mehr ein „Ego“ entwickelt und an bestimmten Dingen festgehalten und somit die Angstwelt zu unserer Heimat gemacht, während die Glückseligkeit, die ja jede Hingabe und Loslassen von Kontrolle verlangt, uns jetzt Angst macht. So hat sich unsere Einstellung zu Angst und Glückseligkeit paradox verändert. Statt sich der Glückseligkeit wieder hinzugeben haben wir versucht, die Angstwelt zu sichern. Doch es gäbe einen Weg zurück zur Glückseligkeit, wenn wir bereit wären ihn zu beschreiten. So in etwa der Inhalt des „Basistextes“ des Buchs. Durch inneres Nachfragen versuchte ich dann, diesen konkreter zu bekommen.

Da ich schon einmal die Verbindung zu dieser Stimme hatte, deren Botschaften für mich absolut einleuchtend war, beschloss ich weiter zu fragen, wie denn dieser Weg zurück zur Glückseligkeit ausschauen könnte. Daraus ist der Haupttext entstanden.

2. Grundlegende Gesetzmäßigkeit des Lebens: „Alles ist Geist“

Als erstes erfuhr ich, dass nur Geist existiert. Alles ist Geist. So wie es auch im 1. Hermetischen Gesetz heißt, dass alles Geist ist und wie auch in buddhistischen Sutras beschrieben (z.B. im Avatamsakkasutra) oder in Vedanta, Adveita und in vielen andern ursprünglichen Lehren.

Dieser Geist sei in seinem natürlichen Zustand nicht manifestiert, beinhalte aber jegliche Möglichkeiten, in Erscheinung zu treten. In „Er-scheinung“ tritt dieser durch Verdichtung.

Der Geist, der alles umfasst und der in seinem Wesen u.a. Liebe, Glückseligkeit, Freude, Bewusstsein und Lebensenergie ist, kann in Aggregatzustände gehen. In seinem Urzustand ist er einfach unverdichtet und ein Bereich der Möglichkeiten, ohne dass etwas durch Verdichtung entstanden ist.

Beginnt dieses Geistige zu schwingen, treten Dinge in Erscheinung. Neben unzähligen anderen Dingen, Wesenheiten, Energiezuständen eben auch die Erde und der Mensch. Doch nur der unverdichtete Geist, in dem alles eins und ungetrennt ist, bezeichnet den Bereich der absoluten Wahrheit. Alles was durch Verdichtung in Er-scheinung tritt, entfernt sich durch den Grad der Dichte von dieser Wahrheit und nimmt illusionären Charakter an. So leben wir in einer Welt des Scheins (im Sanskrit Maya) genannt, dessen letztendliche Ebene der Wahrheit der reine unverdichtete und ungetrennte Geist ist.

Unsere sichtbare und unsichtbare Welt ist eine Er-scheinung aus unzähligen Abstufungen und Interferenzmustern von Schwingungen in Aggregatzuständen. Dies ist die Welt der Angst, doch wenn wir uns in unserem Bewusstsein der Welt der Einheit des ungetrennten Geistes, also der Verbundenheit von uns mit allem anderen annähern, kommen wir wieder in Kontakt mit der Welt der Glückseligkeit. Laotse sagte, dass was auch immer man ihm für einen Namen geben würde, es natürlich nicht der letztendliche Name sei, weil dieser Geist für uns nicht intellektuell erfahrbar ist, sondern nur aus unserem wesentlichen (weil er ja auch wesentlich ist) energetischen Aspekt heraus und den wir z.B.

Tao, Gott oder Nirvana nennen. Dieser Geist, auch „Chi“ oder „Prana“ genannt, ist der (nicht)Stoff, aus dem alles „gemacht“ ist, was scheinbar in Er-scheinung tritt.

Kommen wir auf die Welt, fangen wir an, an die Welt der Dualität zu glauben. Da wir damit aus der Welt der Einheit gefallen sind, schaffen wir aus diesem Glauben heraus immer wieder aufs neue die Welt der Dualität. Wir halten uns durch unseren Glauben solange an der Welt der Dualität und der Trennung fest, bis wir die Welt des Scheins durchblicken und uns wieder als Einheit mit allem und als ungetrennt erkennen. Wir können nicht von dem was wir „Gott“ nennen getrennt sein, sondern wir sind mit dem Geist in seiner reinen Natur eins. Wir sind dieser Geist.

Auch die Physik hat herausgefunden, dass unsere Welt eine zweifache ist. Wenn man mit der Bewusstheit, dass die Welt aus Teilchen besteht diese Welt untersucht, stellt man fest, dass es Teilchen gibt; schaut man aus der Perspektive der Schwingung darauf, erkennt man die Welt nur als Welt der Erscheinung in Schwingung, ohne dem Konzept der Materie. Das spiegelt den zweifachen Charakter der Welt wieder. Die Verdichtung des Geistigen hat einesteils eine „Teilchenwelt“ hervorgebracht, die auch eigenen vordergründigen Gesetzmäßigkeiten folgt, doch besteht diese nur aus dem Geistigen in Schwingung und somit in Verdichtung. Unsere konkrete Teilchenwelt entsteht nur dazu, um letztendlich wieder zurückzufinden aus der Illusion dieser Welt, in der wir uns scheinbar verlaufen haben.

3. Die Welt der Erscheinung als Aggregatzustand des Geistes

Dabei sind z.B. Körper, Geist und Seele des Menschen auf ganz verschieden Aggregatzustands-Levels angesiedelt. Der Körper hat die Form von (scheinbarer) Materie angenommen, während der Geist je nach seinem Inhalt grundsätzlich weniger dicht ist und das was wir „Seele“ nennen und für Gefühle und Empfindung zuständig ist, stellt eine Brücke zwischen beiden Bereichen dar. Doch wenn alles letztendlich Schwingung ist und Geist, bezeichnet es das, was wir „Gott“ nennen. Das, was wir „Gott nennen ist nichts anderes als der reine Geist, der immer noch in allem Verdichteten anwesend ist. So ist es die unmanifestierte Welt der Möglichkeiten genauso, wie die verdichtete Welt. So gesehen ist auch unser Körper „Gott“ oder der Computer, vor dem wir gerade sitzen. So kam der Titel: „Wir sind das was wir `Gott´ nennen“, zustande.

Während natürlich Körper, Seele und Geist verschiedene Dichtegrade haben, ist auch allein unsere Gedankenwelt unterschiedlichst dicht. Gedanken von Gier, Neid, mörderischer Wut, betrügerischer Absicht, Rache- oder suizidale Gedanken, Depression usw. sind sehr dichte, „schwere“ Gedanken. Doch liebevolle Schwingungen, wie das „aus dem überfließenden Herzen“ Geben, des Mitgefühls, der Freude, spiritueller Erfahrungen usw. sind entdichtete, „leichte“ Gedanken.

Es gilt also eine (Herzens)Öffnung zu vollziehen, sich von der unverdichteten Schwingung des Geistes inspirieren zu lassen, um unsere Gedanken, Ausrichtungen und inneren Haltungen zu entdichten und damit zu mehr Glückseligkeit, Fülle und Gesundheit zu gelangen.

Laut des Buchtextes, auf den immer wieder nachdrücklich verwiesen sei, ist allein unsere Bereitschaft nötig, um sich „verwandeln“ zu lassen und unsere Geistigkeit immer mehr zu entdichten, um so dem „ursprünglichen“ Geist wieder ähnlicher zu werden.

Im Weiteren wird beschrieben, wie sich der Mensch quasi von Geburt an in der Welt der Dualität und der Illusion festsetzt und zwar durch Ausgrenzung, von allem mit dem, womit er sich nicht identifiziert. Es wird gezeigt, dass wenn wir auf die Welt kommen, wir in der symbiotischen Phase mit der ursprünglichen Einheit noch verbunden sind. In dieser symbiotischen Phase, in der zwar weitgehend das Bewusstsein hierfür fehlt, sagen wir doch ein großes Ja zum Leben, weil wir uns mit diesem Leben noch ungetrennt fühlen und daher gar nicht anders können. In der nächsten frühkindlichen, der sogenannten „analen“ Phase setzt die eigentliche Geburt an. Wir sind nun aus der Einheit heraus gefallen und können uns nun zum ersten Mal in unserer Entwicklung als abgetrenntes Wesen erkennen. Wir sind aus dem Paradies der Einheit in die Dualität gefallen und müssen nun für das, was wir unser „ich“ nennen, eine Identität finden. Das heißt, wir identifizieren uns mit dem was wir glauben zu sein und zwar als Abgrenzung zu allem anderen, was wir nicht glauben zu sein. Damit sagen wir ein innerliches „Nein“ zu den meisten Dingen, Eigenschaften, Aspekten, Gefühlen, Werten usw., nämlich zu all jenem, mit dem wir uns nicht identifizieren. Wir sind damit in der Welt der Spaltung angelangt, indem wir die Konzepte „Ich“, „Mein“ und „Nein“ denken und anwenden können. Wir wechseln also vom Modus des „Ja“, den wir innehaben wenn wir auf die Welt kommen, zum Modus des „Nein“. Den wir zwar brauchen, um uns in der Welt zu entwickeln und als eigenständiges Wesen zu setzen, der uns aber auch im Weg steht und z.B. als Blockade, Widerstände und Konflikte wieder auftaucht, zu denen dieser Modus (aufgrund des damit verbundenen „Egos“) zwangsläufig führt.

Um sich aus dieser Spaltung (ich versus alles andere) und der Misere des Lebens herauszubewegen hin zur Entwicklung und Heilung, brauchen wir jedoch wieder die Fähigkeit, allem was ist einen Platz zu geben und dazu „Ja“ zu sagen. Wir brauchen die Erkenntnis, „alles anzunehmen was ist“. Alles anzunehmen was gegeben ist, heißt nicht, mit allem einverstanden zu sein und alles so zu lassen wie es ist. Indem ich erst einmal annehme, was sowieso da ist (alles andere würde nur einen Kampf gegen die Wirklichkeit bedeuten), werde ich erst handlungsfähig, etwas zum Positiven in meinem Leben oder in der Welt zu verändern.

4. Bereitschaft zur Verwandlung

Das „Ja“ sagen zum Leben, heißt die Bereitschaft haben und die Entscheidung zu treffen für die Rückkehr zur Glückseligkeit. Es wird beschrieben, wie keine Heilmethode, Therapie oder Coaching etwas bewirkt, wenn es nicht auch zu dem „Ja“ zum Leben, zur Entwicklung und zur Heilung führt. Daher ist Heilung auch immer ein spiritueller Akt, sie ist immer auch mit einer Hinwendung zu unserer Urheimat, der Einheit mit allem verbunden.

An diese Entscheidung zum „Ja“ ist jedoch geknüpft, dass wir alles „Festgewordene“ wieder loslassen und uns dem Leben wieder hingeben. Es geht darum, die scheinbaren Vorzüge und die scheinbare Sicherheit der Angstwelt (welch ein Paradox) wieder loszulassen - vor allem den damit einhergehenden Glauben an die Dualität - und uns der Sichtweise der Einheit wieder anzunähern. Somit nähern wir uns der Erkenntnis der Einheit mit dem was wir „Gott“ nennen wieder an, dem wir inhärent sind.

Die Einheit von allem mit allem zu erkennen ist nicht nur ein Bewusstseinsakt, sondern auch die Umsetzung des „aus-dem-überfließenden-Herzen-“ Gebens, des Dienens, des frei-willigen Teilens mit anderen, usw. Wer sich aus der Welt der Illusion und der Dualität löst und die Einheit von allem mit allem wieder mehr erkennt, entdichtet und wird automatisch sozialer, er verliert die Ausrichtung der Rivalität, das „Ego“ schwindet. An die Stelle tritt Mitgefühl und der Wunsch, positiv und hilfreich zu sein, ohne Pflichtgefühl oder Berechnung. All dies entspringt seinem Erfülltsein und zwar mühelos und sozusagen „von selbst“, weil dieses Verhalten unserem natürlichen entdichteten Zustand entspricht.

5. Heimkommen

Als Beispiel hierfür wurde die Geschichte von den langen Löffeln erzählt (siehe Kapitel XIII: „Das Helfen - hilfreiche und hilflose Hilfestellungen zur Heilung“, „Die Geschichte von den langen Löffeln“). Diese Geschichte soll deutlich machen, dass wir nicht im egozentrischen Nachjagen irgendwelcher Ziele Erfüllung finden, sondern dass es die Freude am „Geben“ ist, die uns nährt und uns diese Zufriedenheit und Glückseligkeit finden lässt, welche wir zuvor im „Habenwollen“ gesucht haben. Mit dem Erfahren der wahren Freude entsteht auch das Bedürfnis, diese an andere weiterzuschenken. Dies veranlasst andere Menschen ebenso zu geben und zurückzugeben, ohne dass sie sich dazu verpflichtet fühlen. Aus diesem Schneeballeffekt der Freude und des Gebens könnte ein wahres Paradies entstehen. Es würde auf diese Weise „Gottes Königreich“ auf Erden kommen. Die Sichtweise: „Ich versuche mein Scherflein ins Trockene zu bringen“ lässt uns immer in Unzufriedenheit, weil für das „Ego“ keine Situation wirklich ausreichend ist, sich wirklich sicher zu fühlen. Während im Geben an andere (aus sich selbst heraus, „einfach so“) eine Freude entsteht, die nachhaltig ernährt und befriedigt. Das wurde im Buch als „wahre Gerechtigkeit“ bezeichnet, im Gegensatz zum Versuch, Gerechtigkeit in Gesetze fassen zu wollen. Um wirklich wertvoll zu sein und Glück und Erfüllung zu schaffen, muss es „aus dem Herzen“ kommen, nicht aus Pflichterfüllung oder Idealen. Nur die Frei-willigkeit hat eine positive Wirkung. Im egozentrischen Modus leben wir in der Welt der Angst, der Illusion, der Welt der Gegen-sätze und der Rivalität. So nehmen wir die Illusion, also die Welt, wie sie sich oberflächlich zeigt, wie wir sie erschaffen haben für-wahr, obgleich sie nur eine Erscheinung ist. Im Modus des „Ja“- Sagens zum Leben, in der Hin-gabe an das Leben nähern wir uns unserem wahren Wesen an und beginnen „nach Hause“ zu gehen, zurück in das Paradies, das wir in Wahrheit nie verlassen haben. Wir erkennen uns, allerdings in aller Demut, am Ende selbst als die „Quelle des Lebens“, als eins mit Allem. Die Welt wie sie sich „oberflächlich“ zeigt, ist nur eine Erscheinung auf unseren „Bewusstseinsdisplay“, ähnlich wie wir Dinge auf einem Fernsehschirm fürwahrnehmen, die sich aber momentan nicht im Wohnzimmer abspielen.

Alle Dinge die sich uns zeigen, sind nur Projektionen auf diesem „Bewusstseinsdisplay“ und keine letztendliche Wirklichkeit. Wenn wir im Tod diese Welt verlassen, so ist dies auch nur scheinbares Verlassen, da wir Wahrheit nirgendwo anders hingehen. Es ändern sich lediglich die Bilder auf dem „Bewusstseinsdisplay“. Da wir aber tief in uns weiterhin an den Illusionen, die wir im Erdenleben gelernt haben festhalten, kreieren wir irgendwann auf diesem „Display“ wieder „Bilder“ eines Erdenlebens. Wir wandeln in diesem Kreislauf, dem Schicksalsrad (Dharmarad) des Lebens, welches die Buddhisten „Samsara“ nennen, so lange, bis wir den illusionären Charakter der Erscheinungen auf dem „Bewusstseinsdisplay“ durchschaut haben und nicht mehr daran festhalten. Sodann können keine Bilder eines Erdenlebens mehr auf dem „Bewusstseinsdisplay“ entstehen. Jetzt sind wir wie aus einem Traum erwacht. Unsere Identität setzt sich dann nicht mehr aus „Einzeldingen“ zusammen, mit denen wir uns identifizieren, sondern es ist das „allumfassende Eine“.

In dieser Welt gilt es jedoch, um seine wahre Bestimmung zu verwirklichen und in die Heilung und in die Erfüllung zu gehen, beide Welten oder Modi in sich, in seinem Handeln und Denken zu vereinen. Es geht darum, von der Erkenntnis der Einheit von allem und mit allem erfüllt zu sein und dies inspiriert - z.B. durch sein Verhalten - in diese Welt der Dualität zu bringen und entdichtend zu wirken. In diesem Sinne sind wir in der Rückkehr zur Glückseligkeit nicht mehr nur individuelle, egozentrische Wesen, sondern vielmehr der Kanal des reinen Geistes, der durch uns Menschen auf diese Welt kommen kann, um sie in das Paradies zu verwandeln, das verborgen immer noch in ihr schlummert. Die korrekte Verwirklichung dieser Aufgabe macht gleichsam uns glücklich und hilft auch allen anderen. Hier fällt das individuelle Glück und das soziale in Eins zusammen, es wird zu einem „sowohl als auch“, anstelle des zuvor vorherrschenden „entweder – oder“.

Viele weitere Aspekte kommen in dem Buch zur Sprache, die ebenso eine Rolle spielen, doch das hier Wiedergegebene bezeichnet in der kürzest möglichen Form das Wesentliche und den roten Faden, der durch das beschriebene Buch führt.

6. ... Und jetzt wird es konkret

Hier wird nun in diesem neuen Buch an dieser Stelle angeknüpft und das bisher Gesagte weiterentwickelt bis hin zu anwendbaren Methoden und Ansätzen, die Menschen helfen können, immer mehr Dichtes in sich zu entdichten, um seiner wahren Natur und seiner wahren Aufgabe immer näher zu kommen. Viele in diesem Buch beschriebene Zusammenhänge können in der alltäglichen Umsetzung auch schon sehr hilfreich sein, ohne dass man eine „Therapie“ machen müsste. Dennoch kann es natürlich seiner Entwicklung dienlich sein, Hilfe - wie sie hier entwickelt wurde - anzunehmen, wenn man selbst nicht mehr weiterkommt.

Dieses Buch beschreibt noch einmal im Geiste des Vorgängerwerkes, wie wir auf die Welt kommen und in eine innere Spaltung gehen, die mit unserer Entwicklung untrennbar verbunden ist. Es geht jedoch hauptsächlich um die innere Versöhnung mit sich selbst, um diese Spaltung in einem Bewusstseinsquantensprung wieder zu überwinden, um ganz bei seinem authentischen „Selbst“ anzukommen. Dabei wird in Theorie und Praxis auch auf bestehende Methoden zurückgegriffen. Diese werden modifiziert und mit den essenziellen Lebensgesetzmäßigkeiten in Einklang gebracht (wie in „Wir sind das, was wir `Gott´ nennen“ beschrieben). So spielen die Erkenntnisse der „Transaktionsanalyse“ und der „Gestalttherapie“, sowie die systemischen Gesetzmäßigkeiten der „Aufstellungsmethode“ eine große Rolle. Alles zusammen bildet die Theorie dahinter, sowie die praktische Anwendung, die ein „Glasperlenspiel“ schier endloser Zusammenhänge und Ursache- und Wirkungsketten ist. Am Ende oder in einem andern Sinne auch am Anfang (eines neuen Lebens) steht die Kunst, sich selbst zu lieben. Gehe ich liebevoll mit mir selbst um, komme ich auch mit der „scheinbar“ äußeren Welt in Einklang. Darum ist dies das Motto dieses Buches und auch meiner Arbeit: „Sich selbst lieben lernen“. Einige der wesentlichen Zusammenhänge werden nun im Folgenden in den einzelnen Kapiteln beschrieben und entwickeln sich vom spirituellen und philosophischen Hintergrund immer weiter zur praktischen Anwendung.

Die hier beschriebene Methode kann auch von mir in meinen Ausbildungskursen erlernt werden.

III. Vom Auf-die-Welt-Kommen

1. Verströmte Glückseligkeit ist das Paradies

Das, was in der Allegorie der Genesis als Paradies beschrieben war ist, dass wir Menschen die „göttlichen“ Schwingungen als Kanal aufnehmen und wie eine Lautsprecher-Membran durch uns durch tönen lassen sollten.

Wir sprachen ja schon davon, dass unsere Persönlichkeit nicht wie ein fester und dichter Turm sein sollte, der der Gefühlsbewegung, jeder Emotion zum Trotz starr bleibt wie eine Maske (lat. Persona), sondern durchlässig sei, damit die ursprünglich unverdichtete Schwingung des Seins Gottes durch uns hindurch tönen kann (lat. per sonare).

Ob wir als unsere Persönlichkeit mehr von „Persona“ oder eher von „per sonare“ ableiten, bleibt uns überlassen. Die ursprüngliche, unverdichtete Schwingung des Seins Gottes versetzt uns selbst, während sie durch uns hindurch tönt, aufgrund der entstehenden Resonanz in Glückseligkeit. Es ist genau die Glückseligkeit, die wir in all unserem Streben und unserem Suchen jedoch im „Außen“ nie finden können.

Doch die Resonanz dieser Schwingung bringt uns nicht nur selbst in die glückselige Vibration, sondern bewegt auch alle und alles um uns herum, was immer sich in unserem Resonanzfeld befindet.

Glückseligkeit sollte unsere primäre Erfahrung sein und die Angst als dichtes Pendant zur geistigen, entdichteten Welt sollte es nur geben, damit wir kurz darin eintauchen, um dann die Glückseligkeit wieder frisch und neu empfinden zu können. Die Glückseligkeit ist ja nur dann als solche erfahrbar, wenn sie sich durch ein Gegenteil bzw. einen dichteren Teil abgrenzt.

Dazu wurde uns so viel Bewusstsein gegeben, um einen „freien Willen“ haben zu können. Aufgrund dieses „freien Willens“ können wir uns ständig zwischen Angst und Glückseligkeit entscheiden. Wir können jedoch nicht neutral bleiben, wir müssen uns ständig entscheiden.

Die Hin-Bewegung zur Erkenntnis dessen, was wir wirklich sind, zur Erkenntnis unserer Einheit mit Schöpfer und Schöpfung ist ja nur durch Freiwilligkeit möglich und nur durch sie sinnvoll.

Aus der Erkenntnis heraus, was wirklich im Leben zu mehr Erfüllung führt und eine Herzens-Öffnung bewirkt, können wir uns aus reiner Freude heraus unserer Aufgabe als Mensch widmen.

Die göttliche Schwingung hindurch tönen zu lassen, aus dem überfließenden Herzen heraus „anderen“ zu geben, ist nur aus der Freiwilligkeit heraus möglich. Eine Freiwilligkeit, die aus der Erkenntnis entsteht, dass allein diese Durchlässigkeit, das Hindurch-tönen-Lassen, das Teilen und Ausüberfließendem-Herzen-Geben glücklich macht, weil alle Eins sind.

Andere Motivationen wie Pflichtgefühl, Logik, Idealismus o.ä. „funktionieren“ nicht. Nur unsere freiwillige Herzens-Öffnung kann dies bewirken. Nur aus dieser Freiwilligkeit heraus ist es uns möglich, durch die Resonanz mit dem Wesentlichen in Schwingung zu geraten, welche wir dann durch unsere Körper-, Geist- und Seeleneinheit hindurch tönen lassen, damit auch andere Menschen in die Resonanz mit dem allumfassenden Geist kommen.

2. Das verlorene Paradies

Diese Freiwilligkeit, die dazu nötig ist, ist jedoch auch unsere Krux. Damit es „funktioniert“, muss auch die Möglichkeit gegeben sein, sich gegen ein Leben als Kanal für das „Göttliche“ zu entscheiden. Dann entscheiden wir uns für ein Leben „für uns selbst“, ein Leben in dem wir dem „Ego“ die Macht geben.

Genau das haben wir weitgehend getan, als Kollektiv, aber auch individuell, wenn wir „auf die Welt kommen“.

Mit der Entscheidung fürs „Ego“ schneiden wir die Verbindung zum Wesentlichen oft bis zu einem minimalen Grad ab. Von dieser Entscheidung, eigenständig für sich selbst leben zu wollen, um Gott nicht als Kanal dienen zu müssen (welche aber andererseits für das Mensch sein auch wieder nötig ist), wird uns metaphorisch in der Paradies-Geschichte erzählt. In dieser Geschichte wird einfach eine Funktion erläutert, ohne Schuld oder Wertung. Nämlich die, dass wir die Welt der Agonie wählen, wenn wir dem allumfassenden Geist nicht als Kanal für sich selbst dienen wollen, welche das eigene Ego durch Projektion erschafft und sie dann wieder als etwas „Äußeres“, scheinbar „Objektives“ wahrnimmt oder eher für-wahr-nimmt. Durch die Entscheidung, dem Wesentlichen als Kanal dienen zu wollen, würden wir erkennen, dass wir das „Paradies“ nie verloren hatten.

Störend ist für viele von uns, besonders für das „Ego“, das Wort „dienen“. Ich diene jemand „anderem“, statt auch für mich leben zu können, klingt für uns bzw. für unsere „Egos“, als würden wir unser Leben wegwerfen und uns alten, verstaubten, religiösen Dogmen und Idealen unterwerfen, statt selbstbewusst und aufgeklärt „für sich zu leben“. Das ist jedoch nur eine Vorspiegelung des „Egos“, das Angst hat, überflüssig zu werden. Denn dieses „Dienen“ ist ja eigentlich als Geschenk für uns Menschen gedacht gewesen, durch die Freude, die das Dienen uns selbst schenkt.

Dienen ist immer freiwillig, und es gelingt uns, wenn wir uns als Einheit – als ein Wesen wiedererkennen, ungetrennt von dem, was wir „Gott“ nennen. Auf diese Weise dienen wir, wenn wir anderen dienen, auch uns selbst. Hierbei tritt jedoch das Ego als Gegenspieler auf, weil es Subjekt und Objekt als getrennt sieht.

Das Paradies ist die Einheit und die Erkenntnis der Einheit mit dem allumfassenden Geistigen, aus dem auch wir „gemacht“ sind.

Dieses allumfassende Eine hat aus sich selbst „Kanäle“ (z.B. uns Menschen) gemacht, um sich selbst im konkreten Leben zu erfahren, mit der Möglichkeit, sich für Trennung oder Einheit frei entscheiden zu können.

Die Grafik zeigt die einzelnen Stationen der Menschwerdung, wenn wir auf diese Welt kommen und auch, wie wir uns selbst verlieren und spalten müssen, um auf dieser Welt überleben zu können. Um in die projizierte illusionäre Welt kommen zu können, müssen wir die Illusion annehmen und glauben und unser wahres Sein zumindest zum Teil abspalten.

Der Mensch muss sich also in seiner Menschwerdung spalten, woraus das Ego entsteht und im Wesentlichen alle später auftretenden Probleme, Schwierigkeiten oder Krankheiten. All diese Negativität ist jedoch nur die illusionäre Projektion des Egos, die im Grunde nicht wahr ist. Doch müssen wir oft erst aufgrund der innen liegenden, illusionären Muster an Grenzen stoßen, um zu realisieren, dass der eingeschlagene Lebensweg nur Illusion ist. All das Leid, das damit verbunden ist, wäre an sich nicht nötig. Es entsteht durch unser Festhalten an der Illusion, Festhalten an der Spaltung, welche mit Hilfe des Leides, das damit entsteht, nur auf ihren illusionären Charakter hinweisen will, was wir ansonsten nicht bemerken würden.

All unsere Probleme und all unser Leid möchten uns nur auf die illusionären Muster im Unbewussten aufmerksam machen, die uns bisher steuerten. Je mehr uns das gelingt, desto mehr lösen wir den inneren Kampf auf. Und Frieden entsteht in unserem Herzen. Dies wiederum veranlasst uns, unsere Projektion immer mehr zurück zu nehmen, welche wir auf „andere“ aussendeten. Was bewirkt, dass der Kampf im und mit dem „Äußeren“ immer mehr abnimmt. Dann kann sich unsere Persönlichkeitsstruktur vom festen „Turm“ (15), der fest gemauert aus Bausteinen seiner Identität und Identifikationen zusammengesetzt wurde, zu einem Netzgewebe wandeln, das immer noch so viel Struktur besitzt, um im weltlichen Leben eine Persönlichkeit darzustellen, die aber bedeutend durchlässiger geworden ist. Was durch die offenen Poren nun hindurch gelassen werden kann, ist die entdichtende Schwingung des Wesentlichen oder Göttlichen, wenn wir so wollen, die nun durch uns hindurch tönt in unser soziales Umfeld und gleichzeitig die Empfindung des Glücks und der Erfüllung, die in uns entsteht, an das allumfassende Ganze zurück gibt, sodass es auch dort empfunden werden kann.

Daraus ist zu sehen, dass Heilung nur mit einer Hinwendung passieren kann, zu dem, was wir wirklich sind. Nämlich eine ungetrennte Einheit mit dem, was wir „Gott“ nennen.

Heilung ist immer auch eine Rückbindung an das Wesentliche (lat. Religio). Daher kann Heilung niemals nur technisch sein. Es mögen erste Schritte zur Heilung durch eine gut angewandte Technik zu erlangen sein, doch ab einem bestimmten Level kann nur diese Hinwendung und Rückbesinnung zur Heilung führen. Heilung ist immer das Aufgeben der Illusion. Zumindest ist sie die Bereitschaft dazu. Habe ich diese Bereitschaft einmal gewonnen und freiwillig aufgrund von Erkenntnis eingenommen, kommt oft viel Hilfe aus der geistigen Welt.

3. Die Geburt

Wenn wir also in diese dichte Welt eintauchen, als menschliches Wesen durch die Geburt in diese Welt und die Materie eintreten, treten wir aus unserer geistigen Heimat heraus, um uns als getrennte Wesen in einer Welt der Gegensätze und der Trennung zu erleben, die jedoch nur Illusion ist.

Das geht vor sich, indem sich unser Wesen in zwei potentiell in ihm angelegte Aspekte aufspaltet.

Analog zu dem physikalischen Phänomen, dass das Licht zweierlei Natur hat, nämlich einesteils Wellen-Charakter sowie anderseits Teilchen-Charakter, treten auch wir in zweierlei Form auf.

In der „Wellennatur“ bleiben wir eins mit der geistigen Welt, aus der wir kommen und ungetrennt sind, sowie in dem Teilchen-Charakter, der uns die Illusion vermittelt. Aus diesem Teilchen-Aspekt unseres Seins entwickelt sich unsere Identität durch Lernen in dieser dichten Welt zurechtzukommen, und durch Identifikation mit den Aspekten, die man als zu sich zugehörig erachtet, worauf somit unser Ego entsteht, welches nun die eingenommene Persönlichkeit permanent verteidigt und in Kampf und Rivalität tritt. Das Ego fürchtet sich vor der Glückseligkeit, weil sie Hingabe zum wahren Sein bedeutet. Und dies bedeutet für das Ego den Tod.

Die Glückseligkeit fordert auf, aus dem überströmenden Herzen an alle „anderen“ zu geben, anstatt aus dem Gefühl von Mangel und Bedroht-Sein alles Mögliche zu horten und zu verteidigen.

4. Die Spaltung

Wenn wir nach der Geburt in diese dichte Welt hineinwachsen, verschwindet unser geistiger Aspekt im Hintergrund, in dem unser unerschöpfliches Potential liegen würde, und das Ego, (welches sich in den frühkindlichen Entwicklungsphasen immer mehr herausbildet), tritt immer mehr in den Vordergrund. Das geschieht, indem wir ständig lernen, uns dieser Welt anzupassen. Und auf der anderen Seite unser geistiges Sein verlernen müssen, das in dieser Welt keinen Platz zu haben scheint.

Die Eltern treiben diesen Prozess der Spaltung voran, indem sie prägend auf uns einwirken. Sie müssen, damit das Kind lebensfähig wird, dieses und jenes verbieten und Grenzen setzen. Und sie können im Weiteren nicht anders, als ihre Hoffnungen, Ängste, Aggressionen und gedanklichen Begrenzungen usw. (das sind im Grunde alles Ängste) auf das Kind zu übertragen. Doch genau das ist ihre Aufgabe, sie sind dabei Werkzeug des Schicksals und vermitteln genau das dem Kind, was es später braucht, um genau die Entwicklungen durchzumachen, die anstehen, gelernt zu werden.

Zu den Bedingungen, die den Entwicklungsweg des Individuums formen, gehören auch die familiensystemischen Strömungen und Verstrickungen, in die das Kind hinein geboren wird. Als Erwachsener nutzen wir diese Möglichkeit, zu uns selbst zu erwach(s)en jedoch oft nicht, da wir an Vorwürfen den Eltern gegenüber haften. Die Eltern helfen dem Kind in die Welt zu kommen, indem sie seine innere Spaltung unterstützen. Doch das ist, was alle Eltern tun und tun müssen, mehr oder weniger, wie liebevoll oder unreif sie auch immer sein mögen.

Die Spaltung ist dem Auf-die-Welt-Kommen immanent und kann nicht vermieden werden. Die Eltern helfen, die Spaltung zu vollziehen, indem sie Verbote aussprechen, Grenzen setzen, strafen und konditionieren. Das Kind introjiziert die Maximen und Moralsätze der Eltern und Umwelt und lernt, sich mit der Zeit selbst an diesen Werten und Maßstäben zu spalten. Abgespalten werden die ursprünglichen Impulse, die eine Brücke zum geistig ungetrennten Aspekt des Wesens darstellen - die ich gern „inneres Kind“ nenne - von den „Über-Ich“-Werten und Maximen der introjizierten Elternwelt.

Die elementare Spaltung, die wir mit dem Auf-die-Welt-Kommen durchlaufen, vollziehen wir, indem wir geistige, spirituelle Aspekte unseres Seins abspalten und uns fortan nur mit (verhältnismäßig verschwindend kleinen) Teilen unseres allumfassenden Eins-Seins identifizieren. Diese elementare Spaltung zeigt sich in unserem diesseitigen Leben in der inneren Spaltung des Menschen, die mittels Kindheitsprägung bewirkt wird, in ein inneres Eltern-Ich und ein inneres Kind-Ich oder inneres Kind.

Wir sehen darin schon innerpersönliche Ebenen sich voneinander abgrenzen, wie sie in ähnlicher Form in einem therapeutischen Ansatz bzw. in einem Konzept über Kommunikationsverhalten, welches Transaktionsanalyse (27) genannt wird, auftauchen. Wir sehen jetzt eine innere Elternebene (die introjizierten Moralmuster) und das innere Kind, welches die ursprünglich lebendigen, vitalen, spontanen, kreativen und spirituellen Aspekte unseres Seins vertritt. Beide Ebenen kämpfen ständig miteinander und untergraben oft gegenseitig die Bestrebungen der jeweils anderen Seite.

Im Alltagsleben können wir mit einigem Gewahrsein manchmal entdecken, dass innere Impulse oft durch ein inneres Glaubensmuster, eine eingespeicherte Wertmaxime oder einen Moralsatz unterdrückt werden, oder wir ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn wir dennoch diesen Impulsen folgen. In dieser gegenseitigen Unterdrückung beider Seiten wird jede persönliche Entwicklung ausgebremst, die erst durch die Integration beider Seiten möglich wird.

IV. Vom Erwachsenwerden und Heilen

1. Die Transaktionsanalyse

Die Transaktionsanalyse bietet die Theorie für psychotherapeutische Ansätze im Bereich der Kommunikation.

Sie wurde im Zeitgeist der humanistischen Therapieformen von Eric Berne entwickelt. Berne beobachtete menschliche Kommunikation und entdeckte, dass jede Kommunikation bzw. Interaktion mit einem anderen Menschen ihren Ausgang von einer von insgesamt drei möglichen Ebenen oder inneren Haltungen aus nimmt.

Man unterscheidet dabei z.B. eine Eltern-Ebene. Spricht man aus dieser Ebene heraus und aus der mit ihr in Verbindung stehenden inneren Haltung zu einem anderen Menschen, dann stellt man sich in eine Elternposition dem „Anderen“ (28) gegenüber. Man versucht sich so über den „Anderen“ zu stellen, man weiß es besser, gibt Ratschläge, beschimpft und/oder gibt sich fürsorglich oder gluckenhaft und versucht damit, den „Anderen“ klein zu machen. Geht der Kommunikationspartner auch in die Eltern-Ebene, kommt es zum Machtkampf.

Ganz unten auf der Skala ist die Kind-Ebene. Auf diese Ebene geht, wer nicht erwachsen werden will, wer sich wie ein Kind benimmt und oft eine Opferhaltung einnimmt.

Er versucht Verantwortung abzugeben und traut sich nicht, Stellung zu beziehen oder für sich und seine Empfindungen einzustehen.

Vom Sprachstil her appelliert er eher oder zeigt sich trotzig. Er versucht dem „Anderen“ durch seine Opferhaltung ein schlechtes Gewissen zu machen, er benimmt sich „gekränkt“ und will damit den „Anderen“ manipulieren, weil er nicht direkt kommunizieren kann. Jede Kombination von Eltern-Ebene zu Eltern-Ebene beim „Anderen“, von Eltern- zu Kind-Ebene oder umgekehrt sowie von Kind- zu Kind-Ebene ist ein Vermeidungs-Arrangement oder auch ein „Spiel“, wie Berne das nennt, um Erwachsenwerden zu vermeiden.

Jede Beziehung, die vorwiegend auf diesen Kommunikations-Kombinationen beruht, kann man eine unbewusst arrangierte Symbiose nennen. Eine Symbiose mit jemand „Anderem“ einzugehen, bedeutet immer, seine Entwicklung verhindern zu wollen. Nichts macht uns wohl mehr Angst, als die eigene Entwicklung, da sie Hingabe erfordert und wir nicht wissen, wohin uns das führt. Entwicklung ist nur möglich, wenn wir die Erwachsenen-Ebene einnehmen können, welche sich in der Mitte zwischen Eltern- und Kind-Ebene befindet.

Nur diese Ebene gewährt ein mehr oder weniger „erwachsenes“ Auftreten.

Diese Ebene ist für mich, im Unterschied zur Theorie der Transaktions-analyse, nicht von „Haus aus“ gegeben, sondern muss aus der Integration von Eltern-und Kind-Ebene gewonnen werden. Die Erwachsenen-Ebene zeichnet sich für mich dadurch aus, dass man es nicht nötig hat und bewusst darauf verzichtet, irgendjemanden zu unterdrücken, anzugreifen, zu verletzen versucht oder zu manipulieren. Gleichzeitig lässt man aber auch nicht jemand „Anderen“ zum Täter werden, indem man das mit sich machen lässt.

Denn wenn jemand ein solches Ansinnen hätte, mich angreifen zu wollen, bräuchte er eine „Berichtigung“, dass dies auch für ihn selbst keine Lösung darstellt und ihn selbst angreift.

Ich gebe diese Berichtigung, indem ich einen Angriff auf mich nicht zulasse, ohne jedoch selbst anzugreifen. Indem ich nicht kämpfe, „füttere“ ich den Konflikt nicht, und er kann in seiner destruktiven Kraft abebben und schließlich sogar zu einem konstruktiven Ergebnis kommen.

Ich nenne dies daher den „mittleren Weg“, auf dem man sich mit Ich-Botschaften adäquat ausdrückt und effizient Grenzen setzt, wenn es nötig ist. Es ist die Ebene der Authentizität. Diese Ebene einnehmen zu können bedeutet, seine gespaltenen Persönlichkeitsseiten wieder zu integrieren. Interaktion aus diesem „mittleren Weg“ heraus, aus deiner „Mitte“ heraus, bewirkt die Klärung von Beziehungen und deren Ausbalancierung. Es stellt die Kunst dar, sowohl für sich zu sorgen, als auch sozial und selbstverantwortlich denken und handeln zu können. Es ist ein Wiedereinnehmen der eigenen spirituellen Größe.

2. Merkmale der Erwachsenen-Ebene

Diese Ebene des Erwachsen-Seins oder Erwachsen-Werdens ist der Träger der menschlichen Authentizität, also seiner Echtheit und seiner Emotionalität in positiver Weise, sprich: seiner Lebendigkeit. Authentizität schafft Klärung und Entwicklung.

Stellen wir uns als Beispiel das Bild eines Dampfkessels einer Lokomotive vor. Der Dampf (die angestaute Emotionalität) könnte den Kessel sprengen, sie könnte aber auch, wenn sie in den richtigen Kanal gebracht wird, etwas (Festgefahrenes) in Bewegung bringen (z.B. eine Beziehung). E-mot-ionalität heißt ja nichts anderes als Bewegung, das gleiche Wort, das in Loko-mot-ive steckt.