Wir sind das, was wir "Gott" nennen - Konrad Pinegger - E-Book

Wir sind das, was wir "Gott" nennen E-Book

Konrad Pinegger

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Beschreibung

Das was wir gemeinhin mit dem Wort "Gott" bezeichnen ist das allumfassende Eine. Es bezeichnet im Wesentlichen eine allumfassende Geistigkeit, außerhalb derer nichts existiert. Dieser Geist tritt als Welt und Universum in Erscheinung indem er unzählige Grade von Aggregatzsuständen von Schwingung einnimmt. Konrad Pinegger hat diese und die damit in Zusammenhang stehende Botschaft im Horchen nach innen "erhört". Bemerkenswert ist, dass sich nach Vollendung des Textes gezeigt hat, dass die zu Tage gebrachten Botschaften eine Neue Interpretation von zum Teil jahrtausendealten Wahrheitslehren auf einer tieferen Ebene darstellen. Der Bogen spannt sich dabei von Jesus, Buddha und den hermetischen Gesetzmäßigkeiten bis zu N. D. Walsh und Deepak Chopra.

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Seitenzahl: 300

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Inhaltsverzeichnis

Dieses Buch wäre nicht ohne die Wunder-volle Hilfe Jener entstanden, welche sich in selbstloser Weise für die vorliegende Fassung engagiert haben.

Auf diesem Weg mein Dank an: Margot Pinegger, Bernd Strohmeyer, Alfons Huber, Gundel Eichler und nicht zuletzt an Marah Strohmeyer Haider für das Wunder-volle Covergemälde

Gebrauchsanweisung zum Lesen des Buches oder: „Ganz schön dick aufgetragen“

Sie halten ein Handbuch für die Rückkehr zur Glückseligkeit in der Hand, und das Erste was dabei bereits auffällt: Der Titel ist ziemlich dick aufgetragen. Nun – es ist das, was es ist, ein Handbuch, eine Art Gebrauchsanweisung. Am Ende des Buches werden Sie feststellen, dass nachdem einige Punkte behandelt wurden, an Stelle von Anweisungen eine Einladung steht, eine bestimmte Blickrichtung einzunehmen. Wenn Sie (die) den (De-)Mut haben und Ihr Augenmerk entsprechend ausrichten, werden Sie in einen Prozess treten, in dem Sie verwandelt werden, ganz „von selbst“. Und Sie werden die Erfahrung machen, dass Ihr Leben gewinnt und Sie mehr und mehr zu Ihrer Glückseligkeit zurückfinden.

Wow, werden Sie sagen, das ist ja ganz schön viel versprochen. Werden dieses Buch, diese Gebrauchsanweisung halten können, was sie versprechen? Nach der Lektüre, werden Sie es wissen, dann werden Sie der Einladung am Ende des Buches folgen oder nicht. Sie werden die Glückseligkeit zu sich ins Herz, ins Bewusstsein laden oder nicht. Es liegt an Ihnen. Die Glückseligkeit ist nämlich das, woher wir ursprünglich kommen, sie ist unsere Urheimat, sie ist das, was wir wirklich sind. Zumindest steht das so in diesem Handbuch, diesem Buch, welches – wahrscheinlich um sich bewusst geheimnisvoll zu machen und damit die Neugier der Leser zu wecken, so werden Sie denken – den Untertitel „Gespräche mit dem Sein“ trägt. Ist das nicht noch dicker aufgetragen und auch noch ziemlich abgehoben? Das, was sich hinter diesem ominösen Untertitel verbirgt, ist allerdings das wirklich Geheimnisvolle an diesem Buch.

Es ist nun leider oder Gott sei Dank eines der Bücher, von dem der Autor sagen kann, ich habe es aufgeschrieben, aber ich habe es nicht erdacht. Wenn ich jetzt und hier diesen Satz schreibe, weiß ich, dass das stimmt und gleichzeitig falsch ist. „Oh je“ werden Sie sagen, „es ist was Esoterisches und es ist gechannelt“. Viele Bücher, die heutzutage in einem bestimmten Genre unterschiedlicher Qualität erscheinen, sagen von sich, sie seien nur vom Autor niedergeschrieben, kämen aber ganz woanders her. Aber woher kommen sie? Wer hat sie dann „erdacht“?

Ist dieses Buch ein diktiertes Buch? Mit Entschiedenheit nicht, denn die Botschaft kam nicht von irgendeinem Ort „außerhalb“ von mir und, zugegebener Maßen auch „ja“, es ist diktiert, wie es wohl alle Bücher mehr oder weniger sind, denn woher kommen sie? Sie kommen alle aus dem Geist. Aber, so erfahren wir auch in diesem Buch, nicht aus einem individuellen Geist – denn die Trennung im Geist ist eine rein künstliche – sondern aus dem universellen Geist. Mein Buch kommt also daher, von wo auch alle anderen Bücher, die „gechannelten“ und zum Beispiel auch Ludwig Thomas Werke herkommen, aus dem universellen Geist, aus dem reinen Geist, der vielleicht durch einen (scheinbar) individuellen Filter läuft.

Der Geist lebt in uns, in jedem von uns und wie uns das Buch auch sagen wird, ist er dort in bestimmten Gedanken dichter und in manchen geistigen Landschaften in uns weniger dicht.

Der Text kam dadurch zustande, dass ich unbewusst nachfragte, als ich mich in einem verzweifelten Angstzustand befand und innerlich, unbewusst um Hilfe und auch um Klarheit bat, die innere Verworrenheit, die mit der Angst zu tun hatte, zu verstehen. Diese Hilfe wurde mir unerwartet geschenkt, in dem mir die Gnade zuteilwurde, Zugang zu einer wenig verdichteten Geistigkeit in mir zu bekommen. Daraus entstand der Basistext des Buches, „Angst und Glückseligkeit“. Der Basistext war die mich verwandelnde Antwort auf meine unbewusste Bitte. Dies hatte zur Folge, dass sich die Angst löste. Obgleich der Basistext schon alles enthält und alles Wesentliche in einer poetischen, bilderreichen Sprache ausdrückt, warf er jenseits dessen, dass er mir Antworten gab, auch weitere Fragen auf. Solche Fragen wie: „Und wie mach’ ich das jetzt konkret?“ So bat ich um weitere Klärung, und daraus entstand der Rest des Buches, den ich dann Kommentar zum Basistext nannte.

Das wirklich absolut Heikle an diesem Buch ist, dass hier offensichtlich „Gott“ auftritt und zu uns spricht, ähnlich wie in den hervorragenden Büchern Neale Donald Walschs. Das ist es, womit viele Leser wohl ganz enorme und für mich auch nachvollziehbare Schwierigkeiten haben werden. Viele werden dies entweder als ein Plagiat Walschs empfinden, andere vielleicht als geschmacklos oder größenwahnsinnig oder am wahrscheinlichsten, alles zusammen.

Fakt ist, dass dieser Text entstanden ist. Der Inhalt spricht für sich und er wird viele Herzen „erleuch-ten“ (erleichtern) und vielen Menschen im Alltagsleben helfen können. Vielleicht kann er sogar ein Quäntchen mehr Liebe in die Welt bringen. Und als drittes: Dieser „Gott“, der hier auftritt und spricht, ist in jedem Menschen, er ist auch in Ihnen, jetzt in diesem Moment. Jedem Menschen ist es gegeben, diesen Zugang zu dem „Gott“ in sich, also – um schon einmal in der Sprache dieses Textes zu sprechen – zu dem Teil reinen unverdichteten Geistes in sich zu erschließen. Wenn Sie diese Punkte annehmen können, ist es gar nicht mehr so unwahrscheinlich, dass „Gott“ spricht. Es ist nur ein Bereich im Inneren des Geistes, der weniger verstrickt und verdichtet ist als die anderen Teile. Der Teil eben, in dem das, was wir „Gott“ nennen, in uns wohnt. Zu diesem Bereich kann jeder Zu-gang bekommen.

Dieser Text ist deshalb außer der Tatsache, dass er etwas Besonderes ist, etwas ganz Gewöhnliches. Wem das aber immer noch zuviel ist, den lade ich ein, das Buch als Dichtung zu lesen, wobei der Autor eine dramaturgische Gottesfigur einführt und ihr Worte in den Mund legt, wie Nietzsche seinem „Zarathustra“ oder Gibran seinem „Prophet“. Das macht nicht den geringsten Unterschied, denn wer weiß schon, ob es nicht in Wirklichkeit ganz gleichgültig ist, ob es nun diktiert oder erfunden ist. Das Wesentliche ist der Text und die Überprüfung, ob dieser etwas in Ihnen anspricht und in Bewegung bringt. Sie werden es spüren.

Der Begriff „Gott“ ist ein von Menschen erdachter, um etwas Unfassbares fassen zu können. Deshalb wird Gott in diesem Text in Anführungszeichen gesetzt. Andere Begriffe für dieses Unfassbare wie der reine Geist, das reine Bewusstsein, das Unverdichtete, das Paradies, die Glückseligkeit, das Universelle, das Wesentliche (und andere, welche alle synonym verwendet werden), sind inhaltlich auf keine bestimmte Geistesrichtung, Philosophie oder Religion gerichtet und wurden ohne Anführungszeichen „durchgegeben“.

Der Text (ausgenommen meiner menschlichen Unzulänglichkeiten, z.B. meiner sprachlichen „Fähigkeiten“ durch die der Text fließen musste, um aufs Papier zu kommen) entstammt der Quelle des Universellen und steht daher jenseits aller religiösen Richtungen, obgleich Textstellen auftauchen, die an Worte aus der Bibel erinnern oder andere, bei denen Bezug genommen wird auf äußerst inspirierte Geister aus verschiedenen „Religionen“ oder spirituellen Richtungen, weshalb auch Begriffe aus religiösen und spirituellen Bereichen verwendet werden. Jene Textstellen die an Worte aus der Bibel erinnern, kamen mit der Durchsage und unterscheiden sich u.U. von den gängigen Übersetzungen, daher werden sie von mir nicht als Zitate behandelt.

Die Aufteilung in Kapitel fügte ich nachträglich ein, um dem Text mehr Struktur zu geben und Textstellen leichter auffindbar zu machen.

Dies bietet eine weitere Möglichkeit, wie das Buch zu nützen wäre – nachdem man es mindestens einmal ganz gelesen hat – einfach irgendeine Seite aufzuschlagen und zu sehen, ob einem das kleine Unterkapitel auf dieser „zufällig“ erwischten Seite etwas zu seiner Situation zu sagen hat. Man könnte es auf diese Weise zu Lebensfragen auch divinatorisch benützen, wie z.B. „I Ging“, Engels- oder Tarotkarten oä.

Der Text beinhaltet ein paar formelle Besonderheiten, um bestimmte Dinge zum Ausdruck zu bringen. Zum einen wurden zusammengesetzte Worte manchmal mit einem Bindestrich verbunden, um eine verborgene Bedeutung eines Wortes deutlicher zu machen. Des Weiteren gehören alle Worte, die mit einer gepunkteten Linie unterstrichen sind einem verdichteten und somit illusionären Bereich an. Sie sind nicht in der absoluten Wirklichkeit als wirklich zu sehen, nur als Begriffe einer relativen Wirklichkeit, welche unsere mehr oder weniger unreflektierten Denkmuster deutlich machen. Manchmal sind es auch Begriffe die wir in der Regel nur vordergründig verwenden ohne den absoluten Inhalt erfassen zu können, zum Beispiel das Wort Gott. Wörtliche Rede, Eigennamen oder sonst herauszuhebende Begriffe stehen in Anführungszeichen.

Im Text spricht Sie der Sprecher (wen Sie auch immer als diesen sehen wollen) kollektiv oder individuell mit Ihr oder Du an, was unter anderem auch den äußerst persönlichen Charakter des Gesprächs zum Ausdruck bringt, denn schließlich spricht ja hier ein Aspekt des Seins – nämlich ein Entdichteter – zu einem etwas verdichteteren Aspekt des selben universellen Seins. Diese persönlichen Anreden sollten großgeschrieben werden, während das „ich“, mit dem der Sprecher von sich spricht, klein bleibt. Das Rätsel, warum das so ist, löst sich am Ende des Textes. Manchmal fühlte ich mich mit dem Du selbst angesprochen, doch diese Stellen werden, so denke ich, im Text erkenntlich und gelten übrigens für jeden andern auch.

Nun wünsche ich Ihnen eine wundervolle Verwandlung beim Heimkehren in die Glückseligkeit und gehen Sie – um mit Rilke zu sprechen – dann fortan in dieser Verwandlung ein und aus.

Konrad Pinegger

Wonneberg im März 2007

Bzw. zur überarbeiteten Neufassung

Siegsdorf 2019

Stiller Freund der vielen Fernen, fühle,

wie dein Atem noch den Raum vermehrt.

Im Gebälk der finstern Glockenstühle

laß dich läuten. Das, was an dir zehrt,

wird ein Starkes über dieser Nahrung.

Geh in der Verwandlung aus und ein.

Was ist deine leidendste Erfahrung?

Ist dir trinken bitter, werde Wein.

Sei in dieser Nacht aus Übermaß

Zauberkraft am Kreuzweg deiner Sinne,

ihrer seltsamen Begegnung Sinn.

Und wenn dich das Irdische vergaß,

zu der stillen Erde sag: Ich rinne,

Zu dem raschen Wasser sprich: Ich bin

(Rilke, Die Sonette an Orpheus, XXIX)1

Der Name, der sich nennen lässt,

ist nicht der ewige Name.

„Nichtsein“ nenne ich den Anfang von Himmel und Erde.

„Sein“ nenne ich die Mutter der Einzelwesen.

(Laotse, Tao te king, aus dem 1. Spruch)2

Basistext

Rückkehr zur Glückseligkeit

Die wahre Heimat des Menschen ist die Glückseligkeit.

Damit die Glückseligkeit erfahrbar, erlebbar werden kann, muss es auch einen Zustand geben, der nicht Glückseligkeit ist. Erst wenn wir das Gegenteil der Glückseligkeit kennen, können wir diese als solche erkennen. Diesen Zustand nennen wir hier die Angst (welche viele Formen annimmt: Gewalt, Depression, Krankheit und jede Form von Negativität, welche zu Leiden führt). Ihr haltet Euch aber oft unnötigerweise und/oder zu lange in der Angst auf, weil die Glückseligkeit Angst macht, die Kontrolle zu verlieren.

Kontrolle ist Ego, Vertrauen ist „Gott“.

Die Entstehung der materiellen Welt ist Verdichtung, der Geist Gottes aber ist entdichtet und lebt doch in der Dichte genauso.

Entdichtung sowie Verdichtung gehen auch im psychischen Bereich vonstatten:

Wir erleben ein Ereignis (vielleicht hat die heimische Fußballmannschaft gewonnen, oder jemand hat seine Arbeit verloren.). Durch die Bewertung des jeweiligen Ereignisses, welche wiederum auf Konditionierung beruht, entstehen Gefühle von Freude oder Leid.

Angst – welche sich auch als Gewalt, Aggression, Depression oder Leiden zeigt, die geschaffen wurden, damit die Glückseligkeit erfahrbar und erlebbar wird – wird jetzt benutzt, um sich eine scheinbar sicherere und berechenbare Welt daraus zu bauen. Diese Berechenbarkeit wird dann zum eigenen Gefängnis. Daraus gehen weitere Angst und Not, jede Form von Leiden, ja sogar Unfälle und Naturkatastrophen hervor.

Ihr trennt Euch von der Glückseligkeit aufgrund von Bewertungen. Ihr lasst Euch schnell einfangen, aus der Glückseligkeit heraus und aus der Verbindung mit mir zu gehen. So seid Ihr dann auf Euch gestellt und dem Schicksal ausgeliefert, das heißt, Ihr seid nun Euren inneren Programmen ausgesetzt, welche sich dann ungehindert verwirklichen.

Die Angst–Seite gibt es nur, damit die Glückseligkeitsseite von Euch erlebt werden kann. Die Angst–Seite ist wie das Bild, das ihr Euch von der sogenannten Hölle macht. Eine Hölle auf Erden wie Ihr das nennt, denn eine andere Hölle gibt es nicht. Ihr habt die Tendenz, dort über das nötige Maß hinaus zu verweilen. Ihr verliert dabei den „Draht“ zur Glückseligkeit und vergesst, dass es diese andere Seite überhaupt gibt, dass sie als Euer hauptsächlicher Aufenthaltsort bestimmt ist. Diese wunderbare Welt ist die „Vererdung“ meines Gedankens der Glückseligkeit. Die Erde ist der „Himmel“.

Du fragst Dich gerade innerlich, ob denn dann etwas schiefgelaufen sei mit dem Menschsein.

Nein, dies ist einfach ein Prozess. Leiden ist immer auch eine Motivation zur Freiheit, zur Glückseligkeit. Leiden kann Anlass sein, den „Draht“ zum Wesentlichen wieder aufzunehmen. Das heißt, den roten Faden seiner Menschengeschichte in diesem Leben wieder aufzugreifen, um zu sehen, dass er in ein Paradies führt. Und das eigentlich nur kurz verlassen werden sollte, um die Glückseligkeit wieder neu zu erleben und dann ins „vergessene“ Paradies zurückzukehren.

(KP): “Warum nützen wir dann die Chance so wenig, das Leiden als Hinweis und Alarmsignal zu nutzen, um schnell wieder auf die Glückseligkeitsseite zu kommen?“

Dort hinzukommen hat seinen Preis. Die andere Seite, die verdichtete Seite der Glückseligkeit ist die Angst. Ihr leidet an Angst. So braucht ihr Linderung. Ihr braucht zur Linderung Sicherheit und Ihr macht diese Sicherheit in dieser Angstwelt, die Ihr erschafft; in der Hölle. Zum Beispiel führt die Freude am Materiellen (hier ist keine Verdammung des Materiellen gemeint, sondern nur ein Aufzeigen von Ursache und Wirkung) letztendlich zur Trennung von anderen (z.B. von denen, die sich etwas Bestimmtes nicht leisten können und schürt so Egoidentifikation, Isolation, Rivalität und Wettbewerb). Wenn ihr Euch von anderen trennt, trennt ihr Euch somit auch ein Stück damit von mir und damit wiederum von der wahren Freude. Es entsteht Abhängigkeit aufgrund von Bewertungen: „ich habe etwas Schönes gekauft und deshalb lasse ich der Freude ihren Lauf“. Diese Freude ist also an eine Bedingung geknüpft durch das Brauchen des Objekts oder eines Umstandes, um die Freude fließen lassen zu können. Dieses Brauchen führt schließlich zu Wettbewerb und Rivalität, zum Krieg (von kriegen) mit anderen. Es entsteht ein (illusorisches) Bild des Mangels: „Ich brauche für meine Freude etwas Bestimmtes, aber die Menge auf der Welt ist begrenzt, darum muss ich sehen, dass das Geld zu mir fließt und nicht zu anderen“. Dieses Gefühl des Brauchens kommt ins Spiel, weil diese Freude uns scheinbare Sicherheit vermittelt und zur Angstreduzierung dient, und plötzlich entstand wirklich eine Abhängigkeit.

Ebenso soll die Angst durch Berechenbarkeit gebunden werden, durch den Willen, die Welt mit ihren sogenannten Unbilden und Risiken in den Griff zu bekommen, wie Ihr das so treffend zum Ausdruck bringt. Dadurch wird jedoch mehr Hölle geschaffen und dadurch wiederum ein mehr Darin– verbleiben–Wollen. Die scheinbare Sicherheit, welche damit einerseits erreicht wird, schafft andererseits ein Mehr an Angst, welche dem Leid mehr Raum verschafft und dadurch die Trennung von der „Seite“ der Glückseligkeit verursacht. Die Angst–Seite – das kann nicht oft genug wiederholt werden – ist nur dazu da, damit Ihr die Glückseligkeitsseite wahrnehmen könnt.

Jedem, der sich wirklich dafür öffnet mit der Glückseligkeitsseite zu verschmelzen, wird geholfen.

Ich respektiere immer Eure Entscheidungen, das ist ein wesentlicher Bestandteil des Menschseins und seines Sinns. So trete ich nicht in Erscheinung, wenn Ihr Euch für den Ausbau der Hölle entscheidet, denn auch das führt Euch irgendwann zu mir zurück.

Es gibt nur mich. Ich bin auch die Hölle.

Dennoch gibt es nicht wirklich einen wesentlichen Grund, diese in mir auszubauen. Es würde letztlich nur ein Rest davon genügen, gerade genug, so dass das Erleben der Glückseligkeit immer wieder aufgefrischt werden kann, indem man nur kurz in die Angst–Seite abtaucht. Nur um wieder kennen zu lernen, wie wunder–voll die Glückseligkeit und das Leben an sich sind. Die Angstseite kann Euch helfen mehr Menschlichkeit zu entwickeln, welche immer die Brücke zur Glückseligkeitsseite darstellt. Die Angstseite fordert Euch ja immer heraus, Euch für noch mehr Angst zu entscheiden oder, wenn es einmal „zuviel“ wird, doch für das „Loslassen“ und für die Glückseligkeit. Vieles davon läuft ab wie ein innerer Film. Doch wenn Ihr Gewahrsein für diese Prozesse entwickelt, könnt Ihr bewusst im entsprechenden Moment Euer Herz für die Rückkehr in die Glückseligkeit öffnen.

Werfen wir beispielsweise einen Blick auf die heutigen Paarbeziehungen. Die Paarbeziehungen wurden geschaffen als ein Medium der Glückseligkeit. Auch hier ist es so, dass viele nach einiger Zeit der wahren Glückseligkeit mit einem Partner die Wechselseitigkeit und die zwangsläufige Unberechenbarkeit des Anderen absichern möchten, weil sie sich von dem Tun und den Emotionen des Anderen abhängig wähnen. Jemand merkt z.B. dass, nachdem er sich gebunden hat, das Tun und Lassen des Anderen ihn nicht unberührt lässt. Er versucht daher, damit er nicht verletzt wird, den Anderen aus seiner Authentizität und Lebendigkeit zu bringen, um ihn nach seinen Vorstellungen zu erziehen oder zu formen. Damit ist es dann mit der Glückseligkeit in der Beziehung vorbei. Und es entsteht durch den Versuch der Absicherung des Lebendigen langsam die Hölle, die, wenn man es dann nicht mehr aushält, zu Trennung und zu Leid führt. Gerade der Versuch die Glückseligkeit zu sichern hatte sie gerade zum Verschwinden gebracht und schuf ein kleines Stück Hölle.

Ihr könnt Euch immer, wann immer Ihr es entscheidet, von der Angst–Seite abwenden. Das hat wie gesagt, einen Preis. Das Entrichten dieses „Preises“ erzeugt das, was von mir als Wunder bezeichnet wurde, es ist die innere Verwandlung.

Nun, dieser Preis ist die Entscheidung des Abschieds von der Angstseite, verbunden mit dem Abschied von allem, was Ihr dort angelegt habt um Sicherheit zu erlangen, was Ihr dort angelegt habt, wie Kapital auf einer Bank. Jetzt heißt es aber, diese Schatzbriefe, Investmentfonds und Guthaben aufzugeben. Es ist wie ein Verreisen, wobei man die angehäuften Konten einfach zurücklässt, ohne sich weiter darum zu kümmern, weder jemals wieder einzahlt noch abhebt (was ohnedies nicht möglich war, denn diese Bank gibt nichts zurück was sie einmal hat). Du fährst fort, lässt die Konten, die unwichtig geworden sind, zurück und vergisst sie. Diese Anlagen auf dieser metaphorischen Bank wurden jedoch wie Wurzeln in Eurer Seele, die Euch binden. Doch wenn die Anlagen losgelassen und die Wurzeln gekappt werden, weil sie nur als Hindernis und Gefängnis wahrgenommen werden, vermodern sie und werden zum Kompost neuer Zeit.

Es geht also um die Aufgabe von Kontrolle.

Wo Ihr in der Kontrolle seid, kann ich Euch nicht befreien. Wo Ihr Knechtschaft wollt, muss ich sie Euch lassen, denn wir sind Eins und erschaffen gemeinsam, aber nie einer gegen den „Willen“ des anderen.

Die Kontrolle abzugeben scheint Euch wie der Sprung aus dem sichereren Flugzeug ins Nichts. Doch das sichere Flugzeug war immer nur eine Illusion. Ihr wart bildlich gesprochen immer freischwebend im „Nichts“, weil das die einzige Form des Lebens ist. Eine Form, die das sogenannte „Leben“ und den sogenannten Tod mit einschließt.

Die Existenz ist gewissermaßen ein freies Schweben. Solange Ihr es nicht als irgendetwas, beispielsweise als Gefahr erkennt, ist es gelebte Unsterblichkeit und somit angstfrei und glückselig.

Wenn Ihr auf die Welt kommt, muss sich die Einheit aufteilen und (unterscheidendes) Bewusst–sein erscheint, d.h., um Glückseligkeit wahrnehmen zu können, muss es Angst geben. Damit wird das freie Schweben als Gefahr erlebt (mehr oder weniger in jedermanns Lebensgeschichte), und führt dann zum Angst–zustand, in dem Ihr dann zur Linderung der Angst Illusionen der Sicherheit benützt (wie die Illusion des sicheren Flugzeugs in unserer Metapher).

Je mehr Ihr Euch aber in der Scheinsicherheit wohlfühlt, heimisch niederlasst und aufgrund der Anlagen (auf der Angstseite) hier in der Hölle Wurzeln schlagt, um so mehr schwindet die Motivation, mit der Glückseligkeit wieder in Verbindung zu kommen. Nur entsprechend großes Leid kann dann noch eine Verbindung schaffen. Viele mögen sich nach der Glückseligkeit sehnen, wollen aber Ihre Anlagen nicht zurücklassen und die seelischen Wurzeln nicht kappen, die sie in Ihrer Hölle festhalten.

Wer die Hölle als Heimat genommen hat, dem scheint die Glückseligkeit als sehr bedrohlich.

Die Glückseligkeit wäre dann ein Ort, der uns auffordert, alles aufzugeben, was uns wert und heilig wurde ( aber keine Liebe ist). Aus der Höllenheimat heraus – welche Ihr vielleicht gerade für den Moment soweit abgesichert habt, dass Leid und Katastrophen sich gerade woanders abspielen, die aber doch nach wie vor der Ort der Angst ist – wird diese Angst auf den Zustand der Glückseligkeit projiziert. Der Ort der Glückseligkeit ist dann vor allem die Aufforderung, die Kontrolle aufzugeben, um sich dem Sein ganz oder zumindest mehr hinzugeben.

Viele Menschen leben nach folgendem Muster und sagen sich:

“Ich sitze in derHölle, um mich herum ist die Angst, die ich mittels Illusionen abgepuffert habe und sage „mir geht’s gut“. Aber da draußen, in dem Zustand der Glückseligkeit, lauert die Gefahr des scheinbar völlig ungerichteten, chaotischen und desillusionierenden Seins.“

So wird jedoch die Angst, die in Eurem jetzigen Zustand gegenwärtig ist, verdrängt und nach draußen, auf die Glückseligkeit projiziert, welche die eigentliche Heimat des Menschseins ist.

Das macht es vielen Menschen so schwer, sich der Glückseligkeit wieder zuzuwenden. Der innere Kontaktpunkt der Glückseligkeit ist nun in gegenteiliger Weise im Wesenszustand des Menschen mit der Angst verknüpft, während die Angst abgepuffert wurde und als solche nur noch als „Spitze des Eisbergs“ wahrgenommen wird. Die innere „Polung“ hat sich also umgedreht. So entscheidet Ihr Euch, in der (abgepufferten) Angst zu bleiben und noch mehr auf den Konten anzulegen und ich segne Euch dabei, denn ich segne Eure Entscheidungen.

Wenn Du fragst, wie es nun konkret zu bewerkstelligen ist, von der Angst in die Glückseligkeit überzugehen und fortwährend aus Angst und Glückseligkeit ein– und auszugehen wie es Euch beliebt, so:

Entscheide Dich dafür.

Lass die Sicherungen los und übergib Dich dem Leben und der langsam immer stärker aufkommenden Liebe hin, denn Lieben heißt, die Sicherung aufzugeben.

Wenn Du also entschieden bist, mache Dich einfach bereit. Sei da, öffne Dich, gib Dich mir hin und warte auf mich. Ich komme dann, um Dich zu verwandeln.

Ich komme, so oft Du das bestimmst und mich rufst, bis Du selbst willentlich aus jedem der beiden Zustände ein- und ausgehen kannst, wie Du es möchtest. Natürlich kannst Du dabei die Erfahrung machen, dass es nicht nötig ist, im Angst–Zustand, in der Hölle Wurzeln zu schlagen, die es einem dann schwerer machen, wieder loszukommen.

Auf mich zu warten heißt, willens zu sein, die geschaffenen Illusionen loszulassen und damit willens zu sein, Dich zu verschenken. Warte einfach nur - willens - das Mysterium möge eintreten. Wartend und offen – nicht erwartend – zulassen, was kommt.

Franz Kafka hat so schöne Worte für sein Erlebnis des Wunders der Verwandlung gefunden:

„Du brauchst dein Zimmer gar nicht zu verlassen. Bleib an deinem Tisch sitzen und lausche. Du brauchst nicht einmal zu lauschen. Warte einfach. Du brauchst nicht einmal zu warten, lerne einfach still zu sein, still und allein. Dann wird die Welt sich Dir aus freien Stücken zur Demaskierung anbieten. Sie hat keine andere Wahl. Ekstatisch wälzt sie sich zu Deinen Füßen.“3 Sich mir auszusetzen ist alles, was zu tun ist. Die Möglichkeit, von mir liebend verwandelt zu werden, liegt nicht in einem Tun, sie liegt in der Offenheit des bewussten Wartens ohne Vorstellung und ohne Absicht. Loslassen, sich hingeben und nehmen.

Ich nehme Dich nur ein kleines Stückchen mit, dann lasse ich Dich gehen und Du kannst wandeln zwischen Glückseligkeit und Angst. Wenn Du in der Angst wieder festsitzt und mich rufst, nehme ich Dich wieder ein kleines Stückchen mit, bis Du selbst „laufen“ lernst. So lautet die Botschaft auch für dieses Weihnachten, wie auch zu allen anderen Zeiten: „Fürchtet Euch nicht!“.

Ob nun ein Menschenkind, ein Erlöser geboren wurde oder nicht, ist nicht von Bedeutung:

Die Erlösung wurde geboren und wird es ständig und sie lautet: „Fürchtet euch nicht!“ – und fürchtet Ihr Euch doch, so ruft mich und wir erleben miteinander ein „Wunder“ der Verwandlung, immer und immer, ewiglich. Daher bist Du aus mir geboren und wir haben uns nicht getrennt, es sei denn durch die Illusionen der sicheren Flugzeuge.

Ausführungen zum Basistext

Zur Einstimmung drei Lieblingstexte von mir, welche sich mir erst durch das Schreiben dieses Buches in ihrer ganzen Wucht und Schönheit eröffneten:

“Wenn wir uns von unserer primären Vollkommenheit,

unserer Vollständigkeit, unserer Einheit

mit der Welt und Gott abwenden,

erschaffen wir die Illusion,

etwas außerhalb unserer Selbst zu brauchen,

um vollständig zu sein.

Auf dieser Abhängigkeit von dem was außen ist,

beruht das menschliche Ego.“

(Oscar Ichazo)4

„Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.“5

Das Maha Prajna Paramita Hrdaya Sutra (das Herzsutra).

Boddhisatva Avalokitesvara erkennt in der Übung der Prajna Paramitas, dass alle fünf Skandhas leer sind und überwindet so alles Leiden.

Shariputra, „Form ist nichts anderes als Leere, Leere nichts anderes als Form. Form ist wirklich Leere, Leere wirklich Form. Das Gleiche gilt für Empfindung, Wahrnehmung, Wollen und unterscheidendes Denken.“

Shariputra, „Alle Dharmas sind ausgezeichnet durch Leere, sie entstehen nicht und vergehen nicht, sind weder rein noch unrein, nehmen weder zu noch ab. Daher gibt es in der Leere keine Form, keine Empfindung, Wahrnehmung, Wille oder unterscheidendes Denken, weder Auge, Ohr, Nase, Zunge, oder Bewusstsein, weder Ton, Duft oder Geschmack weder ein Bereich der Sinne, noch ein Bereich der Vorstellung, weder Unwissenheit, noch ein Ende von Unwissenheit, weder Alter und Tod, noch ein Ende von Alter und Tod, weder Illusion, noch ein Ende von Illusion, weder ein Entstehen von Leiden, noch ein Ende von Leiden, kein Auslöschen, keinen Weg, keine Erkenntnis und kein Erlangen, weil es nichts zu erlangen gibt…“

(Ein grundlegender Text des Mahayana Buddhismus)6

Theophanie: Ein Abriss der Themen und Perspektiven

Wie „funktioniert“ Verwandlung

Konrad Pinegger: „Könntest Du etwas mehr sagen über die innere Haltung des Wartens und Sich–mitnehmen–Lassens von Dir? Manchmal hat es bei mir mehr funktioniert manchmal weniger, womit hängt das zusammen?“

Das sind zwei Fragen und sie haben miteinander zu tun. Wenn es mehr funktionierte, liegt das natürlich an der anderen Qualität der inneren Haltung, als wenn es weniger funktioniert.

Und gleichzeitig handelt es sich natürlich nicht um Funktionen. Das macht es für Euch scheinbar so schwierig „Wahrheit/Wirklichkeit“ aufzunehmen. Die innere Haltung die mehr funktioniert, ist die der Bereitschaft nicht anzuhaften, alle Dinge loszulassen, also die Bereitschaft, gegebenenfalls auch ohne all dem zu leben, was Ihr an–geschafft habt und was unwesentlich ist. Ihr könnt mit all den Dingen spielen und Euch daran freuen, doch wenn Ihr beginnt, Euch daran zu fixieren und damit zu identifizieren, verstellt Ihr Euch den Zugang.

Die Bereitschaft, die hier gemeint ist geht sogar darüber hinaus: Dahin, auch an Beziehungen nicht zu haften. Denn was gehalten wird, wird dadurch auch getötet. Was man halten will, wird man verlieren. Selbst wenn trotz des Festhaltens die äußere Form von etwas erhalten bliebe, würde das Wesentliche, das, was einen eigentlich erfreute, verschwinden.

Es geht bei dieser inneren Haltung des Wartens um das, was Du mitunter „leere Mitte“ nennst – eine Bereitschaft, ohne Haltegriff zu leben. Haltegriffe, von denen Ihr denkt, dass sie Euch im Leben geholfen haben mögen, welche aber, weil Ihr sie nicht mehr losgelassen habt, zu Schlingen wurden. Diese hindern Euch jetzt, Euch wirklich fallen lassen zu können.

Handeln, das nicht aus der Quelle der Liebe gespeist ist, ist Überanstrengung.

Dieser Aspekt der Behinderung des Fallenlassens ist leichter zu verstehen und anzunehmen, als der folgende Aspekt:

Über das Gesagte hinaus gibt es auch ein Loslassen, das auch das betrifft, was Ihr für Liebe haltet, in Beziehungen zwischen Liebespartnern oder zwischen Eltern und Kinder. Was Ihr für Liebe haltet, ist immer noch eine Vorstufe dessen, was Liebe jenseits des zwangsläufig illusionären Weltlichen ist.

Die Liebe baut alle Dinge auf und die Liebe reißt sie wieder ein. Nur Liebe vermag überhaupt etwas. Liebe ist Vermögen im Sinne von Handlungskraft oder Potenz. Wenn Du also etwas anwenden willst in der Welt, in Deinem Leben, muss Liebe einfließen können als die reine ungetrübte Wirkkraft. Alles andere würde lediglich ein Verschieben von Umständen darstellen. Und das ist es, was ihr Menschen fast ausschließlich betreibt.

Wenn Ihr etwas erreichen wollt, wenn Ihr – wie Ihr es nennt – gestaltend in Eurer Leben eingreifen wollt, weil Ihr nicht Opfer sein wollt sondern Akteur; weil Ihr Euch befreien wollt, weil Ihr die Lebensgesetze nutzen wollt wie manche Ratgeber das beschreiben, dann verschiebt Ihr nur Dinge. Ihr verschiebt Dinge, wie Möbel in einem Zimmer verschoben werden.

Es mag dann vielleicht wirklich angenehmer geworden sein oder es mögen Vorteile entstanden sein, die vor dem Verschieben nicht da waren – möglicherweise sieht man jetzt von seinem Sitzplatz aus dem Fenster oder Ähnliches, oder Dinge können besser verstaut werden. Dennoch ist nichts Wesentliches passiert, es ist immer noch wie vorher. Qualitativ hat sich nichts geändert. Und so verschiebt Ihr den ganzen Tag über Dinge und das kostet Energie in rauen Mengen. Die meisten von Euch überanstrengen sich permanent damit, ohne wirklich irgendein Ziel zu erreichen. Nur vordergründige Ziele werden damit erreicht, die aber von vornherein dem Verfall anheim gegeben sind und gleichzeitig, wenn man es von einer wesentlicheren Warte heraus betrachtet, gar nicht wirklich stattfanden. Ein riesiger Aufwand für Nichts, ohne Produkt, ohne Ergebnis.

Der Antrieb hinter der Anstrengung des Verschiebens ist die Angst. Angst ist der Motor all das zu tun, ist Motivation all dieser Aktivität. Letztendlich wird all diese Kraft, die aufgrund Eurer Angst umgesetzt wird, in die Illusion der Sicherung investiert. Dort verpufft die Kraft, sie ist ausgegeben und in der vermeidlichen Sicherheit angelegt. Angelegt wie auf einer Bank, von der Euer Kapital, Eure eingesetzte Energie nicht mehr abrufbar sind.

Das ist der Grund, warum ich vormals sagte: „Die Bank, auf der Ihr aus Angst und zur scheinbaren Absicherung anlegt, gibt nichts mehr heraus“. Was angelegt wurde, ebenso die Anstrengung die geleistet wurde, ist weg, nicht mehr nutzbar. Die Energie muss aus dem Wesentlichen oder Universellen wieder bezogen werden, sehr oft nur, damit sie zur Angstabsicherung wieder in Anstrengung fließen kann (usw.). Das ist ein Wortspiel, merkt ihr: „Die Angst bleibt dann sicher, wenn Ihr sie absichert, obgleich Ihr das Gegenteil intendiert!“

Also, fast alle alltäglichen Anstrengungen, wie z.B. in der Arbeitswelt Märkte zu kontrollieren, Management, Buchungen, Pläne, Transaktionen, Erweiterungen – fast alles ist aus Angst gespeist. Auch das Meiste der Anstrengungen in helfenden Berufen oder anderen beruflichen oder privaten Bereichen.

Wenn die Arbeit aus der Quelle gespeist würde (welche Liebe „in meinem Sinn“ ist, die oft nicht viel mit dem zu tun hat, was Ihr darunter versteht), wäre sie nicht anstrengend, nicht in dieser Weise anstrengend, wie es Eure Arbeit oft ist. Diese Anstrengung entsteht aus dem Vorwärtspeitschen, zu dem Euch Euer innerer Sklaventreiber – die Angst – antreibt. Die Angst ist nichts anderes als ein Merkmal der Trennung vom Urgrund, von mir und so auch von Euch, denn Ihr und ich sind eins.

Die Schöpferkraft tritt durch Bewusstsein in Erscheinung.

Ich bin das Alles und in Allem. Ich bin die Summe alles Existierenden und aller Möglichkeiten, ich bin die Summe und auch das „Mehr“. Denn wie Ihr richtig sagt, gibt es in einer Einheit immer ein „Mehr“ als die Summe, aus dem sich eine „Einheit“ zusammensetzt. Dieses „Mehr“ entspricht – und aus diesem „Mehr“ entspringt in gewissem Sinne eine Grenzenlosigkeit, nämlich die Unendlichkeit der kreativen Schöpferkraft, die mit sich selbst spielt. Sie tritt auf der Erde durch Euch und in Eurem Bewusstsein in Erscheinung und kommt so durch Euch zum Entstehen. Es wird durch Euch gelebt. Ihr könnt durch Euren freien Willen damit spielen und gestalten. Ihr tut das nur leider sehr oft viel zu ernst, da Ihr angstgetrieben – das heißt trennungsbedingt – anstrengende Arbeit leistet und Euch von der Glückseligkeit entfernt.

„Gott“ und Mensch leben gegenseitig aus einander heraus

Ihr lebt durch mich und ich habe mir durch Euch und diese Eure Welt die Freude und Möglichkeit gegeben, in Euch zu leben, mit Euch zu lachen, zu weinen, zu leiden und zu verwandeln. Ich habe mich Euch ganz anvertraut und Eure Gefühle und Empfindungen sind auch bei mir.

Die Trennung hier auf der Erde von mir ist keine endgültige. Wenn Ihr lernt, zu allen Dingen, die Euch begegnen, „Ja“ zu sagen, seid Ihr in der Glückseligkeit wieder zu Hause und angekommen. Die Trennung ist aufgehoben und Ihr könnt aus der Quelle schöpfen. Alle Dinge, Geschehnisse, die Euch begegnen, sind von mir, sie sind aus und von uns beiden, letztendlich. Sie alle sind Geschenke, nicht nur die sogenannten guten Ereignisse und Situationen, oder jene wo ich angeblich Gebete erhörte und Du einen Wunsch erfüllt bekommen hast. Nein, alles kommt von mir, von uns beiden, wenn Du so willst, und nur Deine Bewertung (die wiederum aus Angst und Trennung von mir herrührt), macht ein schweres Schicksal oder ein freudiges Ereignis daraus.

Das heißt nicht, dass manches nicht schwer ist für Euch, z.B. wenn Ihr ein Kind verliert oder wenn ein geliebter Partner geht, oder Unfälle passieren. Es heißt aber auch gleichzeitig nicht, dass dem – zumindest nicht nach einer Zeit – nicht möglich wäre, zuzustimmen. Durch Zustimmung kommt Ihr wieder in Fluss, in die Liebe. Jede Ablehnung bedeutet Kampf, unsinniger Kampf, da sich Wirklichkeit nicht manipulieren lässt.

„Gott“ und Mensch werden Eins im inneren „Ja“

Durch die Zustimmung kehrst Du zurück zum großen „Ja“ und somit zu einer Glückseligkeit jenseits der Schicksale.

Ihr empfindet es manchmal als lieblos, herzlos, kalt, hart oder gefühllos, wenn sich jemand nach einem schweren Schicksal wieder dem Leben zuwendet, ja und sogar vielleicht auch noch „Ja“ sagt zu dem, was passiert ist. Als hätte es mit Liebe etwas zu tun, wenn jemand mit dem Leben und der Wirklichkeit in Kampf steht. Das würde nur zu Bitterkeit und Leiden führen. Nein zu etwas zu sagen bedeutet die Aufrechterhaltung einer großen Illusion. Wenn Ihr „Nein“ sagt zu irgendeinem Vorkommnis oder Umstand, sagt Ihr „Nein“ zu mir, denn ich bin alles was ist, auch das Schicksal.

Ich mache es nicht und setze es Euch vor, ich bin es als Funktion.

Ihr drückt die Knöpfe und entscheidet Euch, „Ja“ oder „Nein“ zu sagen und dementsprechend nützt Ihr mich zur Lösung und Erkenntnis (Entdichtung) oder zur Aufrechterhaltung der Angst.

Ich bin der Verwirklicher Eures Schicksals, doch Ihr gestaltet es, indem Ihr mich in der einen oder anderen Weise benützt.

Ich gebe mich in diesem Sinne als ein Geschenk an Euch, das Ihr benützen könnt. Ich gebe mich Euch ganz, mit allem was ich bin und mit allem, wie ich im Leben erscheine. Du bist es, der daraus freudige Ereignisse und schwere Schicksale macht.

Natürlich gibt es tiefe Liebesbindungen und Schmerz, wenn jemand geht oder jemand, den man liebt leidet. Gerade deshalb, weil es manchmal so schwer ist, ist es eine Herausforderung. Das wäre es nicht, wenn alles leicht wäre im Leben.

Schicksalhafte Ereignisse fordern Euch heraus und lassen Euch nur die Wahl zwischen zwei Alternativen:

Ihr könnt es leugnen, dagegen ankämpfen, mir zürnen, oder Ihr könnt es nehmen, „Ja“ dazu sagen und damit wieder eine Brücke zum Sinn und somit zu Eurer wahren Heimat schlagen.

Denn – wie gesagt – der Kampf gegen die Wirklichkeit, gegen ein schweres Schicksal, den Tod von jemandem hat nichts mit Liebe der geliebten Person gegenüber zu tun. Ihr schuldet der geliebten Person nichts, der Ihr ja Eure Liebe gebt, aber Ihr schuldet Euch und mir die Zustimmung.

„Nein“ als die Illusion, selbst Gott ohne Gott zu sein.

Ihr könnt Nein