SmarterLife Essenz 5 - Josef Maiwald - E-Book

SmarterLife Essenz 5 E-Book

Josef Maiwald

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Beschreibung

Wenn Sie genervt sind von hitzigen Diskussionen und langwierigen Besprechungen, finden Sie hier den Ausweg. Die Methode Systemische Konsensieren (SK) ist entwickelt worden, um unsere Demokratie weiterzuentwickeln. Sie ist daher sehr mächtig und gut geeignet um komplexe Entscheidungsprozesse wie sie in Arbeits- und Projektteams, in Vereinen, in Wohngemeinschaften und im Stadtrat vorkommen, erfolgreich zu meistern. Sie ist aber auch flexibel genug, um vermeintlich einfache Entscheidungen in der Familie wie gemeinsame Ausflüge oder die Urlaubsplanung besser gelingen zu lassen. Selbst für die alltägliche Kommunikation können Sie entscheidend profitieren. Wie die Bezeichnung „systemisch“ und „Konsensieren“ verspricht, entwickelt SK eine Dynamik, die einen konstruktiven, wertschätzenden und konsensorientierten Umgang fördert. Endlich geht es nicht mehr darum, wer Recht hat oder wer sich durchsetzt, sondern was im gemeinsamen Interesse der Beteiligten die beste Lösung ist.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Ihr Gewinn durch diese ESSENZ

Praxisbeispiele

Systemisches Konsensieren kurz erklärt

SK – Feinheiten von A bis Z

SK – Kombination mit anderen Ansätzen und Methoden

SK – Stimmen von Anwender/-innen

Anhang

Stichwortverzeichnis

Impressum

Josef Maiwald

SmarterLife Essenz 5 Systemisches Konsensieren:

Die konstruktive Entscheidungsmethode für mehr Gemeinsinn

A-BiS Gesellschaft für Unternehmensentwicklung mbH

Holzkirchen 2022

Allen gewidmet, die auf Rücksichtnahme, Kooperation und Synergien setzen.

Bibliografische Information

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über <http://dnb.ddb.de> abrufbar.

Geschützte Warennamen (Warenzeichen) werden nicht besonders kenntlich gemacht. Aus dem Fehlen eines solchen Hinweises kann nicht geschlossen werden, dass es sich um einen freien Warennamen handelt.

Das Werk, einschließlich aller Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urhebergesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmung und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

© 2022 A-BiS Gesellschaft für Unternehmensentwicklung mbH, D-83607 Holzkirchen

Text: Josef Maiwald, smarterlife.de

Lektorat und Illustrationen: Magdi Schadt, smarterlife.de

Einleitung

„Es gibt kein ›neutrales‹ Leben. Immer bist du vor Entscheidungen gestellt, mag es sich um an sich noch so geringfügige Dinge handeln.“

Alois Maria Wurm-Arnkreuz (1843 - 1920)

Die Qualität unserer Entscheidungen ist maßgebend für unser Leben und unsere Lebensqualität. Dabei machen wir uns kaum bewusst, welche Entscheidungen grundsätzlicher Art wir bereits getroffen haben und wie viele kleine Entscheidungen wir täglich treffen. Ständig sind wir gefordert, zu entscheiden: Was ziehe ich heute an? Welches Angebot von welchen Lieferanten sollen wir an­nehmen? Welches Handy oder Smartphone kaufen wir als nächstes, wählen wir es mit oder ohne Vertrag? Wie soll es mit meiner Karriere weiter gehen? Was unternehmen wir am Wochenende? Was soll es zum Abendessen geben?

Kaum ist eine Sache ent­schieden, ergeben sich neue Wahl­möglichkeiten und wir sind gefordert, neue Informationen zu sammeln, abzuwägen und eine Wahl zu treffen. Der Hirnforscher Ernst Pöppel fand heraus, dass wir innerhalb eines Tages ca. 20.000 Entscheidungen fällen.

Manchmal fallen Entscheidungen leicht. Oft sind sie aber schwierig, weil Informationen fehlen oder unklar ist, wie diese gewichtet werden sollen. „Wer die Wahl hat, hat die Qual“, sagt schon der Volksmund.

Als wäre es nicht schwierig genug, mit uns selbst ins Reine zu kommen, verkompliziert sich die Sache mit den Entscheidungen noch, wenn auch Partner, Familienmitglieder, Kollegen, Nach­barn usw. involviert sind. Dann gilt es abzuwägen: „Gehe ich meinen eigenen Weg? Suche ich eine einver­nehmliche Lösung? Wie bringe ich die unterschiedlichen Vorstellungen, Bedürf­nisse und Anrechte unter einen Hut?“

Auf diese Fragen finden Sie in den folgenden Kapiteln Antworten und Anregungen, die Ihnen helfen werden, Ihre Ent­scheidungen auf eine stabile Basis zu stellen. Auf dieser Grundlage wird es Ihnen künftig – in Kombination mit einigen Tipps – leichter fallen, gute und tragfähige Entscheidungen zu treffen. Dreh- und Angelpunkt ist hier die noch relativ unbekannte Methode „Systemi­sches Konsen­sieren“. Der Name beruht darauf, dass dieses Ent­scheidungsprinzip systembedingt eine Dynamik entfaltet, die an den Konsens heranführt. Und Sie können sie je nach Bedarf flexibel einsetzen:

schnell und intuitiv

in gründlichen Entscheidungsfindungsprozessen unter Einbeziehung von Experten

als komplett eigenständige Methode

in Kombination mit anderen Methoden, die Sie bereits mit Erfolg nutzen.

Ihr Gewinn durch diese ESSENZ

Das erwartet Sie in dieser effektiven Lektüre:

Anhand von praktischen Beispielen erhalten Sie einen schnellen Einblick, wie das Systemische Konsensieren (SK) funktioniert und welche Dynamik die Methode entfaltet.

In der kompakten und systematischen Darstellung steigen Sie noch tiefer in die Methodik ein.

Auf dieser Basis können Sie SK in Ihrem direkten Umfeld (Familie, Verein, Arbeitsteam usw.) einsetzen.

Sie erfahren, mit welchen anderen, Ihnen schon vertrauten Verfahren Sie SK kombinieren können.

Praxisbeispiele

Durch die praktischen Beispiele aus unterschiedlichen Lebensbereichen gleich hier am Anfang lernen Sie einige der wichtigsten Vorzüge des Systemischen Konsensieren (SK) kennen. Im nächsten Kapitel finden Sie SK dann systematisch dargestellt.

Investitionsentscheidung

In einem Handwerkerbetrieb mit etwa 20 Mitarbeitern wurden im Rahmen eines Projektes die Arbeitsprozesse optimiert. In diesem Zusammenhang wurde auch überlegt, ob in ein bes­seres EDV-System investiert werden soll. Verschiedene An­bieter wurden zu einer Produktpräsentation eingeladen. Schließ­lich stand die Frage im Raum, für welche Lösung man sich entscheiden sollte.

Zur Auswahl standen folgende Alternativen:

Alles aus einer Hand von Anbieter A: Die komplette Lösung mit Hard- und Software von einem Anbieter hat den Vorteil, dass es künftig nur einen externen Ansprechpartner für alle EDV-Fragen gibt. Bei etwaigen Problemen kann die Verant­wortung nicht von einem Anbieter auf den anderen geschoben werden. Die Investitionshöhe beträgt etwa 50.000 EUR.

Software von Anbieter A, Hardware von Anbieter B: Der Hauptunterschied bei dieser Variante liegt darin, dass neu erforderliche Hardwarekomponenten vom bisherigen, be­währten Anbieter geliefert werden sollen. Die Investitions­höhe liegt ebenso bei etwa 50.000 EUR.

Derzeitige Lösung + Update + Windows: Bei dieser Lösung wird zunächst nur in Hardware, Software-Updates und eine neuere Windows­version investiert. Man arbeitet mit der bisherigen Software weiter. Die Investitionshöhe liegt bei etwa 15.000 EUR.

Cloudlösung der Firma C: Das Angebot, die Software nur zu leasen und über Internet auf die Anwendung und die Daten zuzugreifen, ist die kostengünstigste Lösung. Die monatliche Leasing­gebühr wird mit ca. 500 EUR veranschlagt. Hinzu kom­men noch ca. 3.000 EUR für neuere und schnellere Computer.

Derzeitige EDV-Lösung, Optimierung der Abläufe ausschließlich mit Checklisten: Anstatt neue Technik einzuführen, gibt es grundsätzlich auch die Möglichkeit, mit der bis­herigen Lösung weiterzuarbeiten und ausschließlich auf Mitarbeiterschulungen und eine Optimierung der Arbeitsab­läufe zu setzen.

Die Entscheidung sollten die drei Geschäftsführer und eine lang­jährige Mitarbeiterin aus der Verwaltung treffen. Die Sitzung wurde durch mich, also einen externen SK-Experten, moderiert. Da alle vier Personen eng in das Projekt eingebunden waren, reichte es, die fünf Optionen in eine Tabelle – in diesem Fall in eine Excel-Tabelle – zu schreiben und noch kurz die wesent­lichen Aspekte zu nennen. Die Excel-Tabelle wurde über einen Beamer für alle sichtbar an die Wand projiziert.

Abbildung: Lösungsvorschläge – hier mit Excel als Hilfsmittel erfasst

Im nächsten Schritt bekamen die Geschäftsführer und die Ver­wal­tungskraft je einen Notizzettel (siehe Abbildung auf der nächsten Seite), um ihre Wertungen zu den möglichen Lösun­gen zu notieren. Für alle vier Entscheider war die Methode neu. Daher habe ich die we­sent­lichen Punkte kurz erläutert:

Bitte schreiben Sie auf den Zettel Ihren Namen und unter­einander die Buchstaben A bis E für die möglichen Lösungen.

Bewerten Sie jede Lösung unabhängig voneinander, je nach der Höhe Ihrer Bedenken gegen diese Lösung:

0 bedeutet „keine Be­denken, hier habe ich ein unein­ge­schränkt gutes Gefühl“, 10 ist das andere Extrem und bedeutet „kommt für mich überhaupt nicht in Frage“. Zwischenwerte vergeben Sie nach Gefühl. Ver­wen­den Sie bitte nicht nur 0 für Ihre favorisierte Lösung und 10 für alle anderen. Vergegenwärtigen Sie sich die Gesamtbreite der Skala und nutzen Sie sie bei der Bewertung der einzelnen Al­ter­na­tiven. Geben Sie nicht nur Ihrer Lieblings­lösung, son­dern auch noch weiteren guten Lösungen eine angemessene Erfolgschance.

Ihre Werte trage ich anschließend in die Excel-Tabelle ein. Wir erhalten damit ein Meinungsbild.

Abbildung: Notizzettel mit den Bewertungen

Nach dem Übertragen der Werte ergab sich folgendes Meinungsbild:

Abbildung: Meinungsbild nach Eintragung in die Exceltabelle

Die Tabelle zeigt sowohl die Einzelwiderstände als auch in der Summe den Gruppenwiderstand. Die Lösung mit dem geringsten Gruppenwiderstand nennen wir die erstgereihte. Um die Höhe der Bedenken abschätzen zu können, empfiehlt es sich außerdem, den durchschnittlichen Widerstand zu errechnen (Mittelwert).

Es war für die Gruppe keine große Überraschung, dass die Be­denken bei Lösung A „Alles aus einer Hand von Anbieter A“ am geringsten, also die Akzeptanz für diese Lösung am größten war. Auch ohne Konsensieren hätte man sich vermutlich schnell auf diese Lösung geeinigt. Überraschend hingegen war, wie deutlich sie gegen­­über den anderen bevorzugt wurde. Im Mittel lag der Wider­stand gegen diese Lösung bei 2,5.

---ENDE DER LESEPROBE---