SommerLust | Erotische Geschichten - Amy Walker - E-Book

SommerLust | Erotische Geschichten E-Book

Amy Walker

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Beschreibung

Dieses E-Book entspricht 320 Taschenbuchseiten ... In der heißen Jahreszeit geht's zur Sache! Eine alleinerziehende Mutter entdeckt ihr Verlangen nach Unterwürfigkeit, eine Frau lebt auf einem Selbstfindungstrip ihre geheimsten Sehnsüchte aus, ein Ehepaar tobt sich im Sommerurlaub aus – was allerdings nicht unbemerkt bleibt, eine Wildforscherin sieht sich zu einem erotischen Ablenkungsmanöver gezwungen, ein neuer Nachbar entpuppt sich als sexy Aufreißer und fantasievoller Verführer. Welche glühende Sommerfantasie lässt Sie nach Abkühlung lechzen? Diese Ausgabe ist vollständig, unzensiert und enthält keine gekürzten erotischen Szenen.

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Seitenzahl: 485

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Impressum:

SommerLust | Erotische Geschichten

von Amy Walker

 

Amy Walker ist das Pseudonym einer deutschen Autorin, die mit der Veröffentlichung mehrerer Romane bereits erste schriftstellerische Erfolge feiern durfte. Mit „Geheime Begierde“ hat sie ihren ersten erotischen Roman verfasst. Leidenschaft, Sinnlichkeit und nackte Lust in Worte zu verpacken hat sie derart fasziniert, dass sie sich nächtelang nicht von ihrem Computer losreißen konnte. Seither schwirren ihr nicht nur die alltäglichen Pflichten rund um ihre Familie durch den Kopf, sondern verschiedenste erotische Szenerien, die sie alle noch niederschreiben will. Zwei Dinge sind ihr dabei besonders wichtig und in allen ihren Geschichten zu finden: viel Gefühl und ein Happy End!

 

Lektorat: Daniela Jungmeyer

 

 

Originalausgabe

© 2018 by blue panther books, Hamburg

 

All rights reserved

 

Cover: © Mayer George @ shutterstock.com

Umschlaggestaltung: MT Design

 

ISBN 9783862779796

www.blue-panther-books.de

Das Wandern ist des Weibes Lust

»Fuck, was ist denn …?« An der Rückseite meines Oberschenkels brennt es. Automatisch schlage ich mit der flachen Hand auf die Stelle und bemerke verstört, dass das Vieh, das mich gestochen hat und das ich plattgemacht habe, fast die Größe meiner Handfläche hat!

»Uah!« Angewidert wische ich meine Hand an einem Büschel Gras am Wegesrand ab und marschiere verbissen weiter. Hätte ich doch nur Feuchttücher mitgenommen! Aber auf den Hiker-Blogs, die ich vor meiner Wanderung studiert habe, stand überall geschrieben, das Gewicht des Rucksacks solle unbedingt so minimal wie möglich gehalten werden, deshalb habe ich die Feuchttücher doch nicht eingepackt. Jetzt, in der sommerlichen Wärme in Oregons Wildnis, sehne ich mich inbrünstig nach dem zarten Duft der in Lotion getränkten Tücher. Vielleicht hätte ich zugunsten der Tücher doch lieber auf meinen Ladyshaver verzichten sollen, mit dem ich mich eisern täglich komplett enthaare. Man sollte sich schließlich selbst in der Wildnis nicht so gehen lassen, dachte ich mir und habe nicht geahnt, wie abstoßend und klebrig ich mich trotz des Vorsatzes, mich zu pflegen, dennoch fühlen würde. So hatte ich mir das Ganze sicher nicht vorgestellt …

Die Juli-Sonne hier draußen brät mich regelrecht, und obwohl ich mich und meine Kleidung seit meinem Aufbruch vor zehn Tagen jeden Abend an einem der hier zahlreichen Seen, Bachläufe oder Flüsse wasche, habe ich inzwischen das Gefühl, den Schweißgeruch nicht mehr vollständig loszuwerden. Als wäre das nicht schon übel genug, locke ich damit monströse Insekten an. Gott, ich hatte es mir irgendwie erhabener, würdevoller ausgemalt, mich durch diese Landschaft zu kämpfen. Wäre der Weg zurück zu meinem Startpunkt in Elk Lake nicht vermutlich genauso lang wie zur nächsten Stadt und damit zur nächsten Ausstiegsmöglichkeit, würde ich sofort umkehren! Ja, das wäre es: abbrechen, reumütig nach Hause schleichen und meiner Freundin eingestehen, dass sie recht damit hatte, dass meine plötzliche Besessenheit, einen Abschnitt des Pacific Crest Trails zu erwandern, geradezu lächerlich ist! Innerlich schüttle ich den Kopf über mich selbst – ich bin nicht gerade sportlich und eigentlich laufe ich auch nicht gerne. Wie bin ich nur auf diese bescheuerte Idee gekommen?

Wie auch immer, jetzt stecke ich mitten in Oregons Wildnis fest und muss einfach weiterlaufen, um den nächsten Ausstiegspunkt zu erreichen. Wenigstens liegt endlich wieder ein Stück Wald vor mir, sodass ich mein überhitztes Gemüt ein wenig abkühlen kann. Ein weiteres Mal sticht mich irgendein Insekt – diesmal in die rechte Wade. Davon, dass man auf dem Trip von Insekten regelrecht aufgefressen wird, wenn man es wagt, in der sommerlichen Hitze nur mit kurzen Shorts und einem Tanktop bekleidet, unterwegs zu sein, hat auf den Blogs keiner auch nur ein Wort erwähnt … Aber je länger ich unterwegs bin, desto sicherer bin ich mir ohnehin, dass diese PCT-Hiker allesamt nicht alle Tassen im Schrank haben! Zweitausendsechshundertfünfzig Meilen von Mexico nach Kanada wandern … Wer sich das freiwillig antut, kann nur verrückt sein!

Meine Gedanken machen mich noch wütender, dabei habe ich mich ebenfalls aus völlig freien Stücken dazu entschieden, einen kleinen Abschnitt dieses Trails zu bewältigen – um herauszufinden, was mit mir nicht stimmt! Der Weg durch Oregon wurde als der flachste und einfachste Teil des Trails beschrieben, der durch die Wildnis dreier Staaten und über mehrere Bergketten und Hochebenen führt. Auf meinem Abschnitt soll es angeblich wenig Berge geben, angenehmes Klima herrschen und es kein Problem sein, Wasser zu finden –zumindest dem Teil mit dem Wasser stimme ich zu. Zu den restlichen Behauptungen kann ich nur sagen: Wenn Oregon als flachster Teil des Trails gilt, will ich mir den Rest der Wanderstrecke gar nicht erst vorstellen! Denn das, was ich gerade erklimme, ist definitiv ein richtig übel ansteigender Berg! Dabei dachte ich, dass meine Wanderung ein Zuckerschlecken wird und ich am Ende um vieles weiser und gestärkt wieder nach Hause zurückkehren würde.

Nach Hause … Ich seufze schwer, hake meine Finger unter den Trägern meines Rucksacks ein, damit die Last mir etwas weniger auf die Schultern drückt, und lege die letzten Meter des Weges im Sonnenlicht zurück, ehe er vom dichten Nadelwald verschluckt wird. Unmittelbar vor dem Trip habe ich meine langjährige Beziehung zu Dave beendet, habe meinen Krempel bei meiner Freundin Tina in der Garage verstaut und bin ziemlich spontan abgehauen, um meinen neuen Lebensabschnitt als getrennt lebende, bald geschiedene Frau mit ein wenig Selbsterfahrung zu beginnen. Irgendein Impuls hat mir gesagt, dass ich das dringend brauche, auch wenn ich mich vielleicht besser nach einer neuen Bleibe hätte umsehen sollen. Ich habe noch nicht einmal den Hauch einer Ahnung, wo ich nach diesem Horrortrip mein neues Zuhause finden werde.

Ein seltsames Gefühl ergreift mich, als ich in den Wald trete und mich das nach dem hellen Sonnenschein noch dunkler wirkende Dämmerlicht verschluckt. Eine Art Panik, die mich zu erdrücken scheint, aber innerlich auch irgendwie befreit. Alles um mich herum ist plötzlich so weit und so grenzenlos! Ich fühle mich nicht nur auf meinem Lebensweg ein bisschen verloren, sondern auch hier draußen, in der erdrückenden Stille der Natur.

Stille … Das dumpfe Geräusch, als ich meinen Rucksack auf den Boden plumpsen lasse, durchbricht sie für einen kurzen Moment. Ich lehne mich rücklings an einen Baum, schließe die Augen und versuche mein rasendes Herz zu beruhigen. Stille soll doch angeblich heilend wirken und irgendwie habe ich das Gefühl, dass irgendetwas in mir kaputt ist. Anders kann ich es mir einfach nicht erklären, dass ich Dave tatsächlich verlassen habe … Ich liebe ihn noch wie am ersten Tag, doch ich konnte einfach nicht mehr anders, als zu gehen. Keinen Tag länger hätte ich seine Selbstzweifel ertragen – an seinen Fähigkeiten als Liebhaber, weil das Gefühl in mir, dass mir irgendetwas fehlt, im Laufe der letzten Jahre und Monate immer drängender wurde und mich schließlich zermürbt hat. Typisch Dave, dass er sich die Schuld daran gegeben hat. Ich konnte ihn einfach nicht länger leiden sehen, nur weil ich einfach nicht benennen kann, wonach es mir tief im Inneren verlangt. Dave hätte alles für mich getan, doch leider habe ich nie eine Antwort darauf gefunden, was es ist, das sich immer mehr zwischen uns und meine Gefühle für ihn drängte. Dummerweise scheint jedoch meine Schinderei völlig überflüssig zu sein und mir auch dieser Trip durch die Wildnis, der gleichzeitig eine Reise zu mir selbst werden sollte, keinerlei Aufschluss zu geben, egal wie sehr ich mir den Kopf zerbreche. So langsam dröhnt mir echt der Schädel von der ständigen Grübelei.

Ich schließe die Augen und atme die reine Bergluft tief ein, um mich von all den zermürbenden Fragen abzulenken und mich auf die Geräusche um mich herum zu konzentrieren.

Ich kann Vögel zwitschern hören und eine sanfte Brise rauscht durch den Wald – warm streift sie meine nackten Beine und Arme. Obwohl mir noch immer heiß ist, bekomme ich eine Gänsehaut. Irgendwie macht es mich empfindsamer, seit Tagen alleine zu sein, und das streichelnde Gefühl in der Einsamkeit weckt eine seltsame Erregung in mir. Vielleicht liegt es daran, dass ich meinen Fokus ganz auf mich selbst ausrichte, vielleicht auch an der Verzweiflung, nicht nur Dave, sondern auch den phänomenalen Sex mit ihm hinter mir gelassen zu haben – plötzlich habe ich das Gefühl, innerlich implodieren zu müssen, wenn ich dieses Gefühl von Druck in mir nicht loswerde. Schwer sinkt es von seinem Ausgangspunkt in meiner Brust in mein Becken und facht meine zarte Erregung weiter an. Zwischen meinen Schenkeln spüre ich ein verlangendes Ziehen und ich bin mir meiner schweren Brüste, die sich bei jedem Atemzug heben und senken, nur allzu bewusst.

Natürlich hatte ich seit ich Dave verlassen habe und zu der Wanderung aufgebrochen bin, keinen Sex mehr. Aber dass ich es mir nicht zumindest alle paar Tage selbst mache kam seit ich in die Pubertät gekommen bin und dabei das Vergnügen, mich selbst zu befriedigen, entdeckt habe, eigentlich so gut wie nie vor. Jetzt scheint das Verlangen danach mit einer rohen Erregung mit aller Macht in mir hervorzubrechen.

Mit zitternden Fingern öffne ich den Knopf meiner Shorts und ziehe den Reißverschluss herunter. Jeder Nerv meines Körpers fühlt sich überempfindlich an und ich spüre die Rinde des Baumstamms rau an meinem Rücken, als ich meine Hand in mein Höschen gleiten lasse und mein Becken nach vorne schiebe. Zu meinem Leidwesen habe ich auch darauf verzichtet, meinen Vibrator oder meinen Dildo einzupacken – das zusätzliche Gewicht … Jetzt müssen mir meine Finger genügen.

Wie von selbst wandern sie von meinem Schamhügel zwischen meine Schenkel. Zwischen meinen Schamlippen bin ich bereits feucht, sodass sie wie von selbst zu meiner Öffnung gleiten. Ich vibriere vor Verlangen, mein Atem geht schneller. Nur mein leises Keuchen, die Vögel und der leise Wind, der das hier ausgelöst hat, sind zu hören. Ich bin völlig allein und habe alle Zeit der Welt. »Aah …!« Langsam stoße ich genüsslich tiefer und zucke zusammen. Kam das gerade von mir …?

Nachdem ich die ersten Tage ständig vor mich hingeplappert habe, habe ich in den letzten Tagen geschwiegen und meine eigene Stimme – oder besser gesagt: mein eigenes Stöhnen – ist mir wohl fremd geworden, denn als ich angestrengt lausche, höre ich nichts, außer eben Windrauschen, Vögel und meine erregten Atemzüge. Beruhigt lasse ich mich wieder gegen den Baumstamm sinken und bewege meine Hand vor und zurück, um dieses sinnliche Prickeln in mir wiederzufinden, das ich durch die kurze Unterbrechung verloren habe. Da höre ich es wieder und es stammt eindeutig nicht von mir – ein lang gezogenes Stöhnen.

»Fuck!«, fluche ich leise und bekomme Panik. Hastig ziehe ich die Hand aus meinem Slip, schließe meine Hose und schultere meinen Rucksack. Aber das ist lächerlich – oder? Ich unterdrücke den Impuls, vor dem gequälten Laut davonzulaufen. Gerald und George – das sind die Namen der Kerle, auf deren Spuren ich wandere. Das weiß ich so genau, weil ich die Eintragungen der Wanderer vor mir in die Logbücher, die auf dem Weg ausliegen und in denen die Hiker sich mit Nachrichten verewigen können, genau lese. Gerald und George können höchstens ein oder zwei Tage Vorsprung mir gegenüber haben, und wenn sie ein wenig getrödelt haben … Als ich wieder dieses Stöhnen höre, muss ich mich unweigerlich fragen, was die beiden Kerle miteinander treiben!

Meine Nerven vibrieren erregt, doch das Lustgefühl hat sich verändert. Durch meinen ersten Eindruck, es handle sich um einen schmerzvollen Laut, ist es aufreibender geworden, beinahe bedrohlich. Doch als ich George oder Gerald wieder stöhnen höre, klingt es eindeutig nach Leidenschaft und zieht mich wie magnetisch an.

Leise schleiche ich mich dicht an den herabhängenden Ästen der Fichten am Wegesrand näher. Das Keuchen und Stöhnen wird immer eindringlicher, je näher ich zu kommen scheine, bis es mich schließlich vom Weg abführt und ich mich von Baumstamm zu Baumstamm durch das dichte Gebüsch des Unterholzes vorankämpfe, um einen kurzen Blick auf die beiden erhaschen zu können. Ich schiebe einen Ast beiseite und pralle zurück.

Oh-mein-Gott! Beinahe wäre ich direkt in die beiden hineingelaufen und ich kann nur hoffen, dass sie mich nicht bemerkt haben! Vorsichtig dränge ich den widerspenstigen Ast erneut beiseite und spähe auf die Lichtung, die sich dahinter befindet. Zu meinem Glück sind die beiden Männer so vertieft in ihr Liebesspiel, dass der zurückschwingende Ast sie nicht auf mich aufmerksam gemacht hat. Ich sollte verschwinden, ehe sich das ändert. Doch was die beiden miteinander tun, schlägt mich derart in seinen Bann, dass ich es einfach nicht schaffe, meine Beine in Bewegung zu setzen und mich leise zurückzuziehen. Ich presse meine Lippen aufeinander, um das Geräusch meines rauen Atems zu dämmen, und beuge mich noch ein wenig weiter vor.

Ich sehe mir gerne mal ein heißes Filmchen an, doch das hier ist definitiv etwas anders! Es sind echte Menschen und reale lustvolle Laute, die sie einander entlocken, und dass es sich um zwei Männer handelt, die sich wie ich vorhin an einen Baumstamm gelehnt hastig miteinander vereinen, macht mich seltsamerweise an. Ich habe wirklich nichts gegen Schwule, aber wenn ich in einem Sexfilm ein homosexuelles Paar zu sehen bekomme, dann doch lieber zwei Frauen, die sich miteinander vergnügen. Angesichts der Leidenschaft, die dieses Paar ausstrahlt, rückt diese Vorliebe jedoch völlig in den Hintergrund.

Beide sind sie so groß, dass ich meinen Kopf in den Nacken legen müsste, um sie anzusehen, würde ich mich zu ihnen gesellen. Allein schon dieser Gedanke lässt die erregende Anspannung in meinen Unterkörper zurückkehren. Während ich weiter hinsehe, um keine ihrer Regungen zu verpassen, wandert meine Hand wie von selbst zurück zwischen meine Schenkel.

»Fass fester zu!«, keucht plötzlich der Hellblonde verzweifelt und krallt seine Finger in die Rinde des Baumstammes, an den er sich bäuchlings lehnt. Seine Hose hängt in seinen Kniekehlen, ansonsten ist er vollständig angezogen. Der andere – ein ungemein attraktiver dunklerer Typ, der lediglich seinen Reißverschluss geöffnet hat – schlingt seinen Arm um seinen Bauch und zieht ihn enger an sich. Mit der freien Hand bearbeitet er den Schaft seines Partners, während er von hinten kraftvoll gegen seinen Po stößt. Gebannt sehe ich dabei zu, wie er immer wieder mit seinen Lenden gegen den Körper seines Gespielen prallt, während er sich vollständig zwischen seinen knackigen Pobacken versenkt. Damit scheint er sich und seinen Partner in einen regelrechten Rausch hineinzuschaukeln. Das Keuchen und Stöhnen, das mich vorhin abgelenkt hat, wird immer wilder, doch jetzt stört es mich keineswegs mehr – im Gegenteil.

In meinem Unterkörper ballt sich pures Verlangen zusammen. Das Bild, wie die beiden Männer sich mit halb heruntergelassenen Hosen an einen Baumstamm gebeugt lieben, ist wie ein Zeugnis unbändiger Lust – als hätte sie mitten in ihrer Wanderung ein jäher Hunger überkommen, der nicht darauf warten kann, gestillt zu werden. Und dieses heiße Verlangen reißt mich einfach mit.

Ganz automatisch fahre ich mir mit der Hand zwischen die Schenkel und massiere über meine sensible Intimzone hinweg, während die Körper der sich liebenden Männer immer heftiger zucken. Ganz eindeutig gibt der Dunkelhaarige den Ton bei diesem Liebesspiel an. Er zieht seinen langen Schaft beinahe gänzlich zwischen den Pobacken seines Partners hervor und stößt ungnädig wieder in ihn hinein, wobei er die Bewegung am Schwanz seines Partners mit der Hand imitiert. Sein Gesicht gleicht einer vor Gier verzerrten Maske – hemmungslos befriedigt er sein Verlangen an dem Mann am Baumstamm und hält ihn mit dem Arm um den Bauch in Position. Er könnte mir beinahe leidtun. Inzwischen hat der andere ergeben die Wangen an den Baumstamm geschmiegt und die Augen geschlossen. Bei jedem harten Stoß seines Liebhabers gibt er ein gequältes Wimmern von sich und würde er nicht immer wieder um mehr Härte betteln, würde ich glauben, er fühle Schmerzen. Doch es scheint das ungestillte Verlangen zu sein, das ihm derartige Qualen bereitet.

»Hör nicht auf!«, stöhnt er rau, als der Dunkelhaarige plötzlich seinen Schaft aus seiner geschlossenen Faust gleiten lässt und ihn an den Hüften packt. Sein steifer Penis zeigt prall und steil nach oben, als flehe auch er um Erlösung, doch seine Bitte bleibt unerhört. Stattdessen presst sein Liebhaber keuchend seinen Mund an seine Schulter und treibt sich tief in ihn. Ein Zittern rinnt über seinen Körper und seine Hüften zucken ganz sanft vor und zurück, als wolle er die Beben seines Höhepunktes damit verstärken. Ganz offensichtlich kommt er, denn mit einem rauen Laut – gedämpft durch das Hemd, an das er seinen Mund presst – verharrt er in seinen Bewegungen und die Anspannung in seinem prächtigen Körper lässt mit einem Schlag nach.

Oh mein Gott! Innerlich stöhne ich auf … In meiner Klitoris vibriert heißes Verlangen, ich reibe schneller. Nie hätte ich gedacht, dass der Höhepunkt eines homosexuellen Mannes mich derart antörnen könnte, doch dass der eine den Gipfel der Lust hinter sich gelassen hat und in wohliger Erlösung badet, während der andere sich immer noch völlig fertig von seiner Lust am Baumstamm festklammert, bringt mich schier um den Verstand. Zweiterem scheint es ähnlich zu ergehen.

»Bitte«, fleht er wimmernd. Seine Erektion scheint noch härter geworden zu sein und sogar auf die Entfernung kann ich sehen, wie sich die Adern unter der zarten Haut des dicken Schaftes abzeichnen. Der Orgasmus seines Partners, während er selbst darauf warten muss, scheint ihn völlig erschöpft zu haben. Dass er genug hat, spürt wohl auch sein Liebhaber, denn nach dem rohen Fick, dessen Zeugin ich gerade geworden bin, geht er plötzlich unerwartet sanft mit ihm um.

Zart küsst er seinen Nacken, streichelt mit der flachen Hand über seinen Bauch und umfasst mit der anderen Hand wieder seinen Schwanz. In kräftigen Zügen fährt er daran auf und ab – nicht zögerlich, aber auch nicht derart getrieben wie vorhin. Sein Ziel scheint nur noch darin zu liegen: seinen Partner ebenfalls zu befriedigen, und die plötzliche Weichheit auf seinem Gesicht gibt mir den Rest.

Das ist es … Hastig lasse ich meine Hand zwischen meine Schenkel zucken und presse sie zusammen, um die Intensität meiner Empfindungen zu steigern. Zu sehen, wie sich diese beiden Männer einander hingeben und ergeben, macht mich so was von heiß. Gerne würde ich meine Finger wieder in meine Hose schieben und in die warme Feuchtigkeit in meinem Schoß tauchen. Doch ich wage es nicht.

Während sich die Atmung des Dunkelhaarigen langsam beruhigt und er immer noch in seinem Partner steckt, nähert dieser sich nun immer weiter seinem Höhepunkt. Sein Stöhnen und Wimmern wird lauter. Er schließt die Augen und wirft unruhig den Kopf in den Nacken, während der Dunkelhaarige seinen Penis mit immer heftigeren Zügen bearbeitet und die andere Hand an seine Wange legt. Folgsam dreht der Blonde den Kopf zur Seite, um sich küssen zu lassen. Ihre Lippen verschmelzen. Ich lecke mir automatisch über die Unterlippe und massiere meine Perle in demselben, leidenschaftlichen Takt, in dem nun der Dunkelhaarige den zuckenden Schaft des anderen wichst – gleich wird er kommen!

Glühende Impulse rasen wie brennende Pfeile aus purer Lust in meinen Schoß und lassen den empfindlichen Nerv zwischen meinen Schenkeln begehrlich pulsieren. Auch ich komme gleich und stoße meine Finger immer härter zwischen meine geschlossenen Schenkel.

»Gerald«, keucht der Blonde hilflos und ergießt sich laut stöhnend über die Finger des anderen. Fuck, ist das heiß! Gebannt neige ich mich nach vorne und trete einen Schritt vor, um keine seiner lustvollen Zuckungen zu verpassen, mit denen sein Samen zwischen den Fingern seines Partners herauspulsiert. Knack!

Ich erstarre, doch zum Glück sind Gerald – das muss der Dunkelhaarige sein – und George, der Blonde, anscheinend immer noch völlig mit sich selbst beschäftigt und nehmen das Brechen eines trockenen Ästchens unter meinem Wanderschuh gar nicht wahr. Dennoch bleibt mir nicht mehr viel Zeit. Ich unterdrücke ein gehetztes Stöhnen. Der Drang, die leisen Beben, die in mir heranrollen, in alles verzehrende Lust und Erlösung zu verwandeln, wird übermächtig. Mein Atem rast, mein Puls ebenso. Gleich …

»Auch wenn ich verdammt drauf stehe, dich mit heruntergelassenen Hosen vor mir zu haben, sollten wir uns besser wieder anziehen …« – Fuck! Hart und verzweifelt reibe ich meine Perle. Ich sollte zusehen, dass ich verschwinde. Doch ich kann einfach nicht aufhören, selbst als Gerald sein erschlafftes Glied aus George herauszieht, die Hose schließt und sich flüchtig umsieht. Ich habe den Point of no Return erreicht – ein Level der Lust, an dem es kein Zurück mehr gibt. Ich muss einfach kommen!

»Du hast recht, wir sollten uns nicht derart gehen lassen. Ich habe, glaube ich, vorhin was gehört …« Nein, nicht umsehen! Ich komme gleich! Verflucht, musste Gerald neben Georges Orgasmus noch etwas anderes – meine Geräusche – mitbekommen? Meine Gedanken und dass der Stoff meiner Shorts mich von direkten Berührungen meiner Intimzone trennt, stören mich. In meiner Klit pulsiert rohes Verlangen, doch egal wie flink ich darüber hinwegmassiere, ich hänge auf diesem einen Punkt, kurz vor dem freien Fall, fest.

»Vermutlich nur ein Tier«, meint George, zieht sich aber rasch die Hose hoch. Ich ducke mich hinter einen Busch und schiebe meine Hand tiefer zwischen meine Schenkel und sehe entsetzt, wie Gerald den Kopf schüttelt und sich umsieht. »Nein, da ist doch jemand …«

Shit, ich schaffe es einfach nicht! Resigniert ziehe ich meine Finger zwischen meinen Schenkeln hervor. Genau in dem Augenblick dreht Gerald seinen Kopf in meine Richtung. Oh Mann, jetzt muss ich mich wohl vorstellen … »Hey!« Mit einem möglichst unbefangenen Lächeln trete ich hinter dem Busch hervor und kämpfe mich durch das Dickicht in Richtung der kleinen Lichtung. Vielleicht kaufen die beiden Männer mir ja ab, dass ich gerade erst des Weges komme … »Ich kann’s nicht fassen, auf dieser verfluchten Wanderung endlich mal jemandem zu begegnen!«

Georges Augenbrauen schnellen überrascht in die Höhe, während Gerald mich ungeniert mustert. Sein Blick geht mir durch und durch, doch dann wendet er sich wieder George zu. »Du hattest recht: Es ist ein graziles Rehlein, das sich zu uns in den Wald verirrt hat.« Er grinst George breit an und ich entspanne mich ein wenig. »Reh?«, frage ich unbekümmert, als ob ich ihre vorherige Unterhaltung nicht mitbekommen hätte.

George schüttelt den Kopf und kniet sich vor einem Rucksack hin, der an dem Baumstamm lehnt, gegen den Gerald ihn vor ein paar Minuten noch gevögelt hat. Der Akt der beiden hat mich derart in den Bann gezogen, dass ich ihn trotz seiner gigantischen Ausmaße erst jetzt bemerke. Gott, ich bin eine Voyeurin! Meine Wangen brennen und ich vermeide den Blick auf George und den Baumstamm und wende mich wieder Gerald zu. Seinem breiten Grinsen nach zu urteilen, bin ich mir nicht so sicher, ob er mich nicht durchschaut hat, doch er spielt bereitwillig mit.

»Irgendwas an dir erinnert mich an ein Reh. Vielleicht liegt es daran, dass du dich fast lautlos bewegst?«

Oh-mein-Gott! Peinlich berührt trete ich von einem Fuß auf den anderen. Gerald manövriert mich geschickt in Richtung Wahrheit und mir fällt ad hoc nichts Geistreiches dazu ein, wie ich mich aus meiner misslichen Lage herauswinden könnte. »Ähm, mein Mann sagt immer, ich schau’ manchmal wie ein weidwundes Reh – wegen meiner großen braunen Augen. Also … mein Ex-Mann. Oder besser gesagt: mein von mir getrennt lebender Mann. Noch sind wir nicht geschieden …« Ich verstumme. Warum erzähle ich den beiden von Dave? So amüsiert, wie Gerald mich anfunkelt, ist es ohnehin egal, was ich sage. Meine Stammelei über meinen Beziehungsstatus scheint ihn im Gegenteil endgültig davon überzeugt zu haben, dass ich die sexuellen Aktivitäten seines Partners und von ihm mitbekommen habe.

Er tritt dicht an mich heran, neigt seinen Kopf zu mir herunter und lacht leise. »Es liegt nicht an deinen Augen, Bambi«, raunt er mir zu, als solle nur ich das hören. Eine Hitzewelle jagt durch meinen Körper. Wie kann dieser Mann nur so gut riechen, obwohl er dieselbe Strecke bewältigt haben muss wie ich?

»Herrgott, können wir nicht einfach darüber hinwegsehen, uns vorstellen und was essen? Und hör auf, mit ihr zu flirten, Gerald, ich bin am Verhungern!«, jammert George plötzlich und zieht eine Verpackung und einen Campingkocher aus dem Rucksack. »Ich bin George und ich gestehe, dass ich nicht mit diesem Ding umgehen kann!«

Ich grinse George breit an – er ist mir zutiefst sympathisch, und das nicht nur, weil er mich gerade gerettet hat! »Kimberly, aber meine Freunde nennen mich einfach nur Kim!« »Und wie nennt dich dein Mann, nein, dein Ex-Mann oder doch getrennt lebender Mann?«, fragt Gerald mit einem amüsierten Funkeln in den Augen. Der Kerl kann es einfach nicht sein lassen! »Kim«, antworte ich ihm knapp und wende mich wieder George zu. Wenn er merkt, dass er auf Granit beißt, wird er vielleicht seine Bemühung, mich überführen zu wollen, aufgeben. Warum tut er das überhaupt?

»Der unhöfliche Kerl, der sich lieber mit dem Campingkocher beschäftigen sollte, als damit, dich zu ärgern, ist übrigens Gerald«, sagt er zu mir und streckt Gerald das Ding auffordernd entgegen. »Müsste sie mitbekommen haben«, brummt der und zwinkert mir aufreizend zu. Auch ihn mag ich sofort, wenn doch auf eine etwas aufreibende Art und Weise. Sein spitzbübisches Zwinkern lässt mich schon wieder rot werden, was Gerald zum Glück nicht sieht, da er sich von mir abwendet, um dem verzweifelt dreinblickenden George den Kocher abzunehmen. »Du hast es dir übrigens noch nicht verdient, mich Kim zu nennen!«, rufe ich ihm hinterher, um wenigstens das letzte Wort zu haben, auch wenn ich ihn wohl nicht mehr davon überzeugen kann, dass ich nicht ein bisschen Voyeurin gespielt habe.

»Vertragt euch, Kinder. Es ist so schön, mal jemand anderen zu sehen als Gerald – und dann noch eine so hübsche junge Frau«, meint George, lässt sich auf einen umgefallenen Baumstamm sinken und klopft einladend neben sich. »Iss doch mit uns, Kim, und erzähl mir alles über deinen Mann.« »Ex-Mann oder getrennt lebender Mann«, ergänzt Gerald und schaut grinsend von dem Gaskocher, den er zum Laufen gebracht und einen Topf daraufgestellt hat, zu mir auf.

»Einigen wir uns doch einfach auf Dave«, erwidere ich, versuche, Geralds leises Lachen zu ignorieren und lasse mich neben George auf den Baumstamm fallen. Leider schaffe ich es nicht, in meinem immer noch unterschwellig erregten Zustand, zu verhindern, dass mir der sexy Ton wie heiße Lava in den Schoß rinnt und blinzele verwirrt, als George »Schieß los!« sagt und mich mit hochgezogenen Augenbrauen anschaut. »Womit?« Wieder lässt Gerald dieses prickelnde Lachen erklingen, rührt kurz im Topf auf dem Gaskocher herum und gesellt sich zu uns. »George ist von Natur aus sensationsgeil und er wird dich nicht in Ruhe lassen, ehe du ihm jedes schmutzige Detail deiner Trennung erzählt hast«, klärt er mich auf und setzt sich entspannt vor uns auf den Waldboden. So eindringlich, wie er mich mustert, mein Gesicht, die Kurven meiner Figur und sogar meine Waden, die nackt aus den klobigen Wanderschuhen herausschauen, könnte ich fast den Eindruck gewinnen, er werde nicht von mir ablassen, ehe er nicht so manch andere schmutzige Geheimnisse von mir erfahren hat. Ein wohliges Vibrieren hallt durch meinen Körper. Dieser Mann ist einfach eine Wucht: sexy, intensiv und mit einer ordentlichen Prise bissigen Humors ausgestattet – genauso wie ich es mag. Und ich bin mir sicher, dass ich es mögen würde, wie er meinen Körper behandelt, so interessiert, wie er meine intimsten Zonen begutachtet. Aber das ist einfach lächerlich! Dennoch verstärkt sich das Vibrieren, als Gerald bemerkt, wie ich zurückstarre. Seine Mundwinkel heben sich verführerisch, meine Haut fängt regelrecht Feuer. Herrgott, er ist schwul!

»Hörst du bitte auf, mit meinem Freund zu flirten, um mir endlich von deinem Ex zu erzählen? Er ist schwul!«, durchbricht George plötzlich meine glühenden Gedanken. Zu erröten scheint leider zu einer neuen Gewohnheit zu werden, denn ich tue es schon wieder. Was soll ich nur darauf antworten: dass ich das ja schon weiß, mir dennoch gerne heiße Gedanken mit einem Sahneschnittchen wie Gerald mache? Ich meine, in der Fantasie ist das ja erlaubt. In Wirklichkeit zweifle ich daran, dass ich auch nur einen schmutzigen Gedanken in die Realität umsetzen würde. Trotz der Trennung schlägt mein Herz immer noch für Dave.

»Ich habe ihn geliebt, seit ich sechzehn war und tue es immer noch. Aber es hat was gefehlt, als würde etwas in mir stecken, das dort nicht hingehört – etwas, das stört und verhindert, dass ich mit Dave uneingeschränkt glücklich sein kann! Es ist immer stärker geworden, bis ich schließlich das Gefühl hatte, es nicht mehr auszuhalten«, erkläre ich George, doch es ist nicht so einfach in Worte zu fassen, was mich tief im Inneren umtreibt. So sehr ich Dave liebe, ich konnte einfach nicht bei ihm bleiben, als treibe eine innere Kraft mich von ihm fort. Vorzeitige Midlife-Crisis hat Tina dieses Gefühl genannt, Dave Zeit für Kinder. Ich würde gerne an eine der Theorien glauben, um eine entsprechende Lösung für mein Problem suchen zu können, doch ich zweifle sehr daran, dass einen eine Midlife-Crises bereits mit knapp sechsundzwanzig packt und auch die Vorstellung, in dieser Situation überhaupt an Kinder zu denken, erschien mir völlig daneben.

»Klingt ganz so, als wärst du auf der Suche nach dir selbst, nur um dann zurück in die Arme deines Liebsten zu stürzen«, seufzt George und ergreift wohl aus einem Impuls heraus meine Hand und drückt sie. »Ich hoffe, dass du herausfindest, was fehlt. Aber hier draußen ist einfach alles möglich, dieser Trip auf dem Trail ist irgendwie magisch.«

»Danke.« Ich lächle George ehrlich dankbar an. Habe ich schon erwähnt, dass ich den Kerl mag? Jetzt schließe ich ihn ganz spontan in mein Herz. Er ist einer dieser Menschen, der sein Herz auf der Zunge trägt und er erfasst mit nur wenigen Worten, wonach ich mich tief im Inneren sehne: zu wissen, was mit mir nicht in Ordnung ist, damit ich Dave wieder uneingeschränkt lieben kann. Ich kann nur hoffen, dass ich es schaffe, ehe die Scheidung durch ist oder Dave eine andere Frau kennenlernt! Gerald scheint da jedenfalls nicht so viel Hoffnung für mich zu sehen wie George. Er schüttelt grinsend den Kopf und lächelt seinen Freund zärtlich an. »Du bist ein unverbesserlicher Romantiker, hast einfach zu oft Wild – Der große Trip gesehen. Für mich klingt es eher so, als würde Kim dringend etwas Abwechslung benötigen.« So wie es zwischen meinen Schenkeln zu ziehen beginnt, als er sich mir zuwendet und seine durchdringend grünen Augen sich in mich bohren, könnte er beschämenderweise sogar recht haben. »Wenn du den Kerl mit sechzehn kennengelernt hast und vorausgesetzt, ihr habt keine offene Beziehung geführt, kann ich mir nicht vorstellen, dass du zuvor genügend guten Sex hattest, um dich für dein restliches Leben mit nur einem Kerl zu begnügen!« In seinen Augen flackert es dunkel und das erschüttert mich bis ins Mark. Würde er nicht auf Männer stehen und mit dem liebenswerten George zusammen sein … Die Luft um uns herum scheint zu knistern und in meiner Klit kribbelt es wie verrückt. Wenn ich mit einem anderen Mann schlafen wollen würde, dann mit Gerald! Wie geschmeidig er sich bewegt, als er vom Waldboden aufsteht und sich die Tannennadeln von der Hose klopft, und dann erst dieses Spiel seiner Muskeln unter dem eng anliegenden Shirt … Innerlich seufze ich. »Ich gestehe, dass ich den Film mit Reese Witherspoon auch gesehen habe und so auf die Idee mit der Wanderung gekommen bin«, sage ich, um das plötzlich so eindringliche Schweigen zu brechen. Geralds Nähe ist kaum auszuhalten. Insgeheim bin ich mir sicher, dass er gerade, weil er nicht zu haben ist, besonders anziehend auf mich wirkt – wie die berühmte verbotene Frucht im Garten Eden.

»Wie dem auch sei, die Ravioli brennen an. Und wenn ich eines von mir behaupten kann, dann, dass ich bestimmt nichts anbrennen lasse«, sagt er und hebt plötzlich den Blick vom Waldboden, wo er nachdenklich mit einem kleinen Ästchen Spuren in die Tannenadeln gezeichnet hat. Ich spüre, wie ich wieder einmal rot werde. Gott, er hat bemerkt, wie begehrlich ich ihn anschaue. Zu George rüberzuschauen und herauszufinden, was er davon hält, wage ich erst gar nicht. Stattdessen starre ich Gerald weiter an und schlucke, um den harten Kloß in meinem Hals zu vertreiben. Dieser Mann ist einfach nur heiß und ich bilde es mir definitiv nicht ein, dass er mit mir flirtet – oder? Als ahne er meine innere Zerrissenheit, fährt er fort: »Du solltest dich richtig austoben – und das bald, ehe dein Liebster sich eine Neue sucht. In einem Punkt muss ich George recht geben: Der Trip auf dem Trail ist magisch. Wenn du das für dich nutzt, war es sicherlich eine gute Entscheidung, herzukommen.« Ohne mich darüber aufzuklären, was genau er mir damit sagen will, dreht er sich um und kümmert sich um die Dosenravioli, die auf dem Gaskocher leise vor sich hin köcheln.

»Dein Freund spricht in Rätseln«, sage ich zu George und werfe ihm einen vorsichtigen Blick aus den Augenwinkeln zu. So wie er in sich hineingrinst, scheint ihm das Geplänkel zwischen Gerald und mir nichts auszumachen – natürlich nicht, schließlich ist er derjenige, der gerade erst heißen Sex mit ihm hatte!

»Er meint, dass Sex ein wesentlicher Bestandteil des Trails ist, und das sicher nicht nur für uns. Darum wandern wir schon zum dritten Mal einen der einfacheren Abschnitte entlang. Im ersten Jahr hatten wir nicht genug Geld für einen ordentlichen Urlaub, also haben wir unsere Campingsachen zusammengepackt und sind losmarschiert. Gerald war wie ausgewechselt: die viele frische Luft, unter dem Sternenhimmel schlafen, stinken wie ein Iltis – irgendwie hat das eine primitive Seite in ihm geweckt – eine Art triebgesteuerten Jäger. Ich kann dir sagen …« Er grinst dreckig, ich hebe abwehrend die Hand. »Erspar mir bitte die Einzelheiten.« Ich weiß genau, wovon er spricht, schließlich habe ich Gerald in Aktion gesehen. Dass George mir auch noch davon vorschwärmt, wie gut es sich mit dem völlig triebgesteuerten, ungezähmten Gerald anfühlt, muss ich mir in meinem überreizten Zustand nicht auch noch antun. Weiterhin spüre ich, wie sich neue, erregte Nässe zwischen meinen Schamlippen bildet. Aber das ist mit dem Anblick von Geralds breitem Rücken und seinen muskulösen Schultern vor der Nase auch kein Wunder. Bei jeder Bewegung, mit der er das Essen anrichtet, darf ich das Spiel dieser Muskeln unter seinem engen Shirt bewundern. »Erzähl mir lieber, warum ihr euch dieses Martyrium immer wieder antut – guter Sex hin oder her«, fordere ich George auf, um mich abzulenken und hoffe, dass er den kratzigen Unterton in meiner Stimme nicht bemerkt.

»Na eben wegen dem Sex«, antwortet er, lacht und senkt beschwörend die Stimme. »Im zweiten Jahr war ich so scharf darauf, das noch mal zu erleben, dass ich freiwillig auf Strand und Cocktails verzichtet habe, und dieses Jahr hatten wir eine kleine Flaute, seit wir wieder unterwegs sind, benimmt Gerald sich zum Glück wieder wie ein Urmensch! Er hat sich einfach nicht genug austoben können, hat die letzten Monate nur gearbeitet und somit keine Zeit für seine Abenteuer. Irgendwann verliert er dann ganz allgemein die Lust – sogar auf mich!«

Ich muss beinahe lachen, so empört klingt George. Doch die Tatsache, dass George allein Gerald nicht genug zu sein scheint, erzeugt ein brennendes Gefühl in meiner Brust und hält mich davon ab – es ist ein wenig wie bei Dave und mir. »Macht dir das nichts aus, dass Gerald andere begehrt?«, frage ich und versuche, mich so taktvoll wie möglich auszudrücken. Vorhin hat Gerald von einer offenen Beziehung gesprochen – führen er und George eine solche? Und wenn ja, macht George das nur mit, weil er Gerald nicht verlieren will? Zu meiner Überraschung wird Georges Grinsen noch breiter und er schüttelt ohne zu zögern den Kopf. »Es würde mir nur etwas ausmachen, wenn Gerald etwas begehren würde, das ich ihm ebenfalls bieten kann, da ich aber keine Vagina habe … Kommst du, ich glaube, das Essen ist fertig«, wechselt er einfach so das Thema, als versetze er mit seinen Worten nicht alles in mir in Aufruhr, und schlendert zu Gerald hinüber, der dabei ist, die Ravioli gleichmäßig auf drei Aluminiumteller zu verteilen. Wieder muss ich schlucken und bin mir sicher, keinen Bissen hinunterzubekommen. Trotzdem folge ich George wie in Trance. Meine Muskeln fühlen sich völlig verspannt an, innerlich koche ich vor Erregung. Bei jedem Schritt reiben meine Shorts über meine überempfindliche Scham und lassen sie weiter anschwellen. Aber schließlich bin ich zum Essen eingeladen. Irgendwie werde ich jedoch das Gefühl nicht los, dass ich als Dessert enden könnte – die Frage ist nur, ob ich das wirklich will! Gerald ist bisexuell!

***

Irgendwie überstehe ich das Essen, obwohl ich es kaum schaffe, meinen Blick von Gerald und seinem prächtigen Körper fernzuhalten. Gott, ich weiß sogar, wie gut dieser Mann untenrum gebaut ist – wie sollte ich es da hinbekommen, mir nicht vorzustellen, wie es mit ihm wäre? Zu meinem Glück hält er sich taktvoll zurück und unser Gespräch dreht sich wie bei den vermutlich meisten Hikern um den Trail und unsere Eindrücke darüber. Das Thema Sex schwebt zwischen uns, wird aber nicht mehr so direkt angesprochen – vermutlich, um mich bezüglich meiner zerrissenen Gefühle für Dave zu schonen. Die direkten Worte zurückzuhalten, scheint Gerald und George jedoch so aufzuheizen, dass sie Taten folgen lassen müssen. Kaum dass wir unsere Zelte aufgeschlagen haben und nach einem langen Tag mit einigen Meilen auf dem Buckel vermeintlich erschöpft hineingekrabbelt sind – Gerald und George teilen sich natürlich eines –, geht das Gestöhne los.

»Das kann doch nicht wahr sein!« Gequält ziehe ich mir den Schlafsack über den Kopf, der die leidenschaftlichen Laute jedoch kaum dämpft. Hätte ich gewusst, dass sie sich auch in meiner wissentlichen Anwesenheit nicht die Spur zurückhalten können, hätte ich meine Entscheidung, ein paar Tage mit ihnen zu laufen, vielleicht sogar überdacht. Ich mag die beiden ehrlich – George ist erfrischend herzlich und wie Balsam für meine Seele, und Gerald … nun, er ist Gerald: direkt, wie ein Schuh, der ein bisschen drückt, mich aber auf eine etwas unbequeme Art und Weise zum Nachdenken bringt. Das ist gut, genau das brauche ich schließlich. Dass er mich aber derart anmacht und mir bei den erregten Lauten, die ich als die von George identifizieren kann, sofort schmutzige Fantasien von ihm und mir durch den Kopf schwirren, kann ich so gar nicht gebrauchen. In Kombination mit dem Wissen, wie zügellos er beim Sex ist, ist die Wirkung auf mich geradezu verheerend.

Meine Brüste fühlen sich schwer vor Lust auf Berührungen an, meine Nippel ziehen sich so hart zusammen, dass es beinahe schmerzhaft ist. Ich brauche Körperkontakt, um ihn sanft fort zu streicheln. Sofort werden sie noch härter, als ich meine Hände unter den Schlafsack stecke und vorsichtig meine Brüste umfasse. Vielleicht hat George recht und hier draußen, in der Verbundenheit mit der Natur, fühlt sich der Drang nach Sex als Überlebenstrieb noch gewaltiger und intensiver an. So wie mein Körper plötzlich auf die leisesten Reize reagiert, scheint es mir jedenfalls so zu sein. Und ich wäre ziemlich dumm, wenn ich das nicht für eine hoffentlich tiefgehende Befriedigung ausnutzen würde. Seit dem Gespräch über Dave und mich kreisen meine Gedanken noch aufdringlicher um die Frage, was mich dazu getrieben hat, ihn aufzugeben. Ich bin müde, doch ich spüre auch, dass diese Müdigkeit nicht ausreichen wird, um in erholsamen Schlaf zu fallen. Ich brauche mehr und Geralds und Georges immer schneller werdende Keuch- und Stöhnlaute versorgen mich mit ausreichend anregenden Bildern, um mich schnell auf den Gipfel der Lust zu bringen. So kribbelig, wie ich mich nun inzwischen schon seit Stunden fühle, werde ich nicht lange brauchen.

Während ich mit einer Hand weiter meine Brüste massiere, sie abwechselnd knete und an meinen Brustwarzen zupfe, lasse ich die andere Hand zwischen meine Schenkel wandern. Die Julinächte in Oregon sind so heiß, dass ich nur mit einem Slip bekleidet in den Schlafsack geschlüpft bin. Am Tag habe ich die Hitze noch verflucht, jetzt bin ich dankbar, dass sie dazu führt, dass ich ungehinderten Zugang zu fast allen meinen erogenen Zonen habe. Genüsslich streiche ich über die Innenseite meiner Oberschenkel hinweg und koste das verlangende Pulsieren weiter oben in meiner Perle aus. Ich will so heiß sein, dass ich beinahe sofort komme, wenn ich mich dort berühre, daher bringe ich die Willenskraft auf, an meiner Intimzone vorbei zu streicheln, ziehe meinen Slip nach unten und kratze zart mit den Fingernägeln über meinen Schamhügel, wobei ich kräftig meine Nippel reibe. Lust pulsiert in meine Pussy, meine inneren Muskeln ziehen sich begehrlich zusammen. Gott, was würde ich jetzt für meinen Dildo geben!

In Ermangelung eines adäquateren Ersatzes für einen Schwanz spreize ich meine Schenkel, sodass sich auch meine Spalte ein wenig öffnet. Ohne mich weiter zu berühren, stoße ich direkt mit den Fingern hinein und bin überrascht, wie nass ich bin! Natürlich habe ich gespürt, wie die Feuchtigkeit praktisch ohne Unterlass aus mir herausgesickert ist, doch tatsächlich bin ich zwischen den Schamlippen so glitschig, dass mein Zeige- und mein Mittelfinger beinahe ohne Reibung zu erzeugen in mich hineingleiten.

»Oh …«, aus dem Zelt nebenan erklingt ein Stöhnen, das ich schon einmal gehört habe – als George gekommen ist. Jetzt wird Gerald sich völlig fallen lassen – ich gehe ganz automatisch davon aus, dass er als Jäger und triebgesteuerter Urmensch wieder den aktiven Part übernimmt. Meine Muskeln ziehen sich vor Gier eng zusammen und lassen mich die Eindringlinge in mir spüren. »Oh …«, keuche ich leise. Das fühlt sich nach dem langen Leeregefühl unglaublich gut an, aber noch nicht gut genug. Ungeduldig ziehe ich sie aus mir heraus und stoße wieder in mich – diesmal mit gleich drei Fingern. Oh ja, das ist verdammt gut! Meine Finger fühlen sich in meiner Enge hart und aufreibend an – ich will mehr davon!

Ich krümme sie ein wenig, um eine intensivere Reibung zu erzeugen, ziehe sie zurück und bohre sie wieder hart und tief in mich. Immer wieder, bis sich der Rhythmus meiner Bewegungen meiner Lust anpasst. Mein Puls rast und kleine Lichtpunkte tanzen vor meinen Augen, als ich genüsslich die Lider schließe. Dann stoße ich ein letztes Mal zu – kraftvoll und tief – und reibe mit dem Daumen kräftig über meine pochende Klit, während meine gekrümmten Finger in mir stecken. Meine Muskeln schließen sich rhythmisch um sie zusammen, die Lichtpunkte vor meine Augen verharren und explodieren. Ich komme. Wohlige Beben rollen in meinem Unterkörper heran und pushen meine Lust wellenartig immer weiter hoch, bis sie mit einem weiteren Stoß meiner Hand in mir überschäumt und mit einem Schlag zum Erliegen kommt.

»Wow!« Ich muss lachen, als ich meine Augen wieder öffne und durch das letzte Licht der Abenddämmerung, die durch die Zeltwände schimmert, an die Decke meiner Einmannbehausung starre. George hat definitiv recht: Diese Sich-in-der-Wildnis-wieder-richtig-spüren-Sache macht nicht nur irgendwie kirre im Kopf, sondern unglaublich geil! Für einen Moment hatte ich glatt vergessen, wo ich mich befinde, und vor allem: Wer im Nachbarszelt neben mir sein Unwesen treibt! Als wollten meine Zeltnachbarn mich daran erinnern, stöhnen George und Gerald gleichzeitig auf – George beinahe gequält, Gerald befreit. Und ich kann mich nur fragen, ob sie mich auch so deutlich hören konnten, wie ich sie.

Über diese Frage muss ich eingeschlafen sein – oder besser gesagt: abrupt in ein schlafähnliches Koma gefallen sein. Ich war die ganze Nacht völlig weggetreten und musste nicht mal zum Pinkeln austreten, wie sonst so oft, weil ich auf dem Fußmarsch literweise Wasser in mich reinschütte. Dafür drückt meine Blase jetzt akut.

»Uah …« Hastig ziehe ich mir das Shirt vom Vortag über den Kopf – bevor ich mich nicht gewaschen habe, ist es die reinste Verschwendung, ein frisches aus dem Rucksack zu ziehen. Da ich gestern, nachdem ich mich mit Gerald und George bei Essen und einer Dose Bier regelrecht verquatscht habe, mir nur eine schnelle Katzenwäsche mit Wasser aus der Flasche gegönnt habe, fühle ich mich am ganzen Körper klebrig und verschwitzt – vor allem zwischen den Schenkeln. Die feuchtwarme Luft hier drin macht die Sache auch nicht unbedingt besser, also ziehe ich mir hastig meine müffelnden Klamotten an und schwöre mir, noch vor dem Frühstück nach dem Bach oder Fluss zu suchen, den ich auf dem letzten Abschnitt meines gestrigen Marsches immer wieder in der Nähe rauschen hören konnte. Allein der Gedanke daran rettet meinen Morgen und bringt Bewegung in meine schmerzenden Muskeln und Glieder. Ehe ich aus dem Zelt krabble, schnappe ich mir daher auch gleich noch mein Waschzeug und frische Klamotten.

»Guten Morgen Sonnenschein!« »Eine entspannende Nacht gehabt – oder sollte ich eher sagen: einen entspannenden Restabend?«

Ich richte mich auf und kann mir ein Stöhnen nicht verkneifen. Noch ein paar Nächte auf dieser dünnen Isomatte, und mein Rücken wird mich umbringen! »Hm«, brumme ich in Geralds Richtung, ignoriere sein amüsiertes Grinsen und lächle George im Vorübergehen auf dem Weg ins Buschwerk möglichst strahlend zu. »Wartet nicht mit dem Frühstück auf mich.« Froh um einen Grund, mich ein wenig von den beiden Männern distanzieren zu können und meine Gedanken zu sortieren, ehe ich mich wieder mit ihnen auseinandersetzen muss, deute ich auf mein Kleiderpaket, das ich unter den Arm geklemmt habe, und haste an ihnen vorbei. Obwohl ich alles andere als entspannt bin, spannen sich meine Muskeln noch weiter an – Gerald und George haben sehr genau mitbekommen, was ich in meinem Zelt getrieben habe, während sie es in ihrem Zelt getan haben! Und ich kann mir durchaus vorstellen, welche Instinkte das bei einem Jäger wecken könnte – vorausgesetzt, meine zerzauste Erscheinung am frühen Morgen schreckt ihn nicht ab. Allerdings bilde ich mir ein, seinen bohrenden Blick im Rücken zu spüren, während ich auf die Büsche am Rande der kleinen Lichtung zusteuere, auf der wir uns gestern getroffen und unsere Zelte aufgeschlagen haben.

»Du solltest dich nicht wundern, dass sie dich nicht leiden kann, wenn du sie so ärgerst. Mit dieser Fopperei erreichst du jedenfalls gar nichts, außer dass sie den nächsten Streckenabschnitt doch lieber alleine läuft«, höre ich George leise mit seinem Freund schimpfen, als ich die Äste auseinanderschiebe. Gerald scheint jedoch keinen Funken Reue zu empfinden und lacht nur leise – nicht belustigt, sondern rau und sexy. »Wann habe ich bei einer Frau einmal nicht erreicht, was ich erreichen wollte – glaub mir, sie kann mich nicht nur leiden, sie ist scharf auf mich. Das ist nicht nur deutlich erkennbar, ich wittere es zehn Meilen gegen den Wind!«

Oh-mein-Gott! Ehe ich noch mehr höre, das mich nur noch weiter durcheinanderwirbelt, quetsche ich mich zwischen den Büschen durch und laufe weiter. Haben die beiden über mich geredet – darüber, dass ich eine potenzielle Eroberung für Gerald sein könnte, eine, mit der er sein Verlangen nach Frauen nur zu gern ausleben würde?

»Und du wunderst dich darüber?«, schelte ich mich leise und ziehe, nachdem ich mich versichert habe, außer Sichtweite zu sein, meine Hosen nach unten, um mich zu erleichtern. Die Morgenluft im Wald ist noch erstaunlich frisch, kühl streicht sie über meinen nackten Unterkörper. Gerald will mich … daran kann ich immer nur wieder denken, während ich in Kauerstellung pinkle und versuche, das verlangende Pochen in meinen intimsten Stellen zu ignorieren. Urplötzlich finde ich mich in der Situation wieder, mich fragen zu müssen, ob ich wirklich bereit bin herauszufinden, was mich von Dave entfremdet – die Sehnsucht nach Neuem, nach einem anderen Mann?

So hitzig wie mein Körper auf die Vorstellung reagiert, kennt er die Antwort. Aber so einfach ist es nicht, mein Herz gehört Dave und ich mag mir gar nicht erst ausmalen, wie er darauf reagieren würde, würde ich befreit von Sex mit einem anderen Mann wieder bei ihm hereinschneien – irgendwie keine gute Basis für einen Neubeginn!

Ich zerre mir die Hosen hoch und fliehe regelrecht – vor meinen Gedanken und vor dem Verlangen, dass das Wissen, ich könnte Gerald haben, in mir weckt. Ein kühles Bad, um einen kühlen Kopf zu bekommen – genau das brauche ich jetzt. Und danach werde ich zu den beiden zurückgehen und meine sieben Sachen zusammenpacken. Ich werde so vernünftig sein, so viele Meilen, wie ich an einem Tag bewältigen kann, zwischen mich und diese pure männliche Verführung auf zwei Beinen und seinen Freund, der, so wie es klang, so großzügig wäre, ihn mit mir zu teilen, zu bringen. Ehe ich mir nicht völlig sicher bin, dass es die Sehnsucht nach neuen Erfahrungen, fremden Berührungen und einem unerforschten Körper ist, die mich umtreibt, werde ich kein Risiko eingehen und etwas tun, das ich hinterher bereuen könnte.

Mein Herz hämmert hart gegen meine Rippen und mein Körper fühlt sich an, als stünde er in Flammen, als ich aus dem Wald hinauslaufe. Was mache ich mir vor, in Gedanken betrüge ich Dave bereits! Wiegt dieser Betrug nicht bereits genauso schwer wie der tatsächliche Akt, oder will ich einfach nur eine Ausrede für mich finden? Kann man überhaupt jemanden hintergehen, mit dem man gar nicht mehr zusammen ist? Vermutlich nicht, dennoch traue ich mir selbst nicht über den Weg. Ich könnte es bereuen und mir den Rückweg zu Dave damit endgültig verbauen – das ist der schlimmste aller Gedanken. Mit dieser grauenhaften Vorstellung im Kopf verlasse ich den ausgetretenen Wanderpfad und steige den an der Seite abfallenden Hügel hinunter. Dort unten höre ich Wasser plätschern und ich kann es gar nicht erwarten, im kühlen Nass abzutauchen und solange die Luft anzuhalten und unter Wasser zu bleiben, bis sich das Pochen in mir wieder beruhigt hat und ich wieder geradeaus denken kann.

Der Anblick, der sich mir bietet, als ich auf halber Höhe des Hügels ankomme, ist überwältigend. Auf einer Art kleinem Plateau plätschert von mehreren Anhöhen Wasser in kleinen Fällen herunter und sammelt sich in der Mitte zu einem einladend glitzernden Pool. Rundherum wachsen erhaben die Berge Oregons in den weiten Himmel, an dem die Sonne steht und bereits am frühen Morgen ihre gnadenlose Hitze auf die Erde schickt. Schweiß rinnt über meine Wirbelsäule, alles in mir verlangt nach Abkühlung.

Ich werfe mein Kleiderbündel auf den Boden und putze mir schnell die Zähne, um diesen fahlen Geschmack loszuwerden. Dann reiße ich mir die Wanderstiefel und Klamotten vom Leib und lege die Flasche mit Shampoo und Duschseife in einem – Platzmangel im Rucksack – für später bereit und hechte kopfüber ins Wasser. Prickelnd schlägt es über meinem erhitzten Körper zusammen, es fühlt sich an, als explodierten kleine Feuerwerke auf meiner Haut – frisch und belebend. Prustend komme ich an die Oberfläche, lege mich auf den Rücken und lasse mich einfach treiben. Hoch oben am Himmel ziehen ein paar Wolkenfetzen vorüber.

Das ist es … Mich schwerelos zu fühlen, für einen Moment einfach nur frei zu sein. Schon lange habe ich mich nicht mehr so frei gefühlt wie in diesem angenehm kühlen Naturpool, dessen kristallklares Wasser mir um den nackten Körper schmeichelt. Meine Arme, meine erschöpften Beine, Brüste, Po und die Stelle zwischen meinen Schenkeln – überall dringt es prickelnd vor und scheint mich zu streicheln. Automatisch atme ich schneller. Kann ich eigentlich überhaupt noch etwas tun, ohne erregt zu werden? Stöhnend tauche ich unter Wasser und halte die Luft an.

Ich schaffe es, bis fünfundzwanzig zu zählen, ehe mir die Puste ausgeht und der Druck in meinen Lungen zu groß wird und ich nach Sauerstoff schnappend wieder an die Oberfläche schnelle. Wow – es fühlt sich großartig an, wie er meinen Körper flutet und ihn mit neuer Energie versorgt – als nehme ich ihn und sein Bedürfnis nach Leben zum ersten Mal richtig wahr.

»Ich hatte schon Sorge, du wolltest dich ertränken!«

Ich könnte behaupten, ich wäre zu Tode erschrocken oder zumindest überrascht, aber zugegebenermaßen bin ich keines von beiden, als ich mich zu der Seite des Steinbeckens, von der aus ich ins Wasser gesprungen bin, umdrehe und Gerald dort stehen sehe. Es scheint mir fast so, als solle es so sein, dass er mir nach meinem überstürzten Abgang folgt.

»Warum stehst du dann da draußen und schaust mir dabei zu, anstatt ins Wasser zu springen und mich zu retten?«, frage ich und wate langsam aufs Ufer zu. Mein Blut rauscht durch meine Adern und jeder Zentimeter meiner Haut ist von einer Gänsehaut überzogen. Pures Verlangen treibt mich voran. Zum ersten Mal seit Langem spüre ich einfach nur Erregung, die nicht von diesem unangenehmen Brennen in meiner Brust überlagert wird. Vielleicht ist das die wahrhaftige Lösung: Ich brauche diesen puren Sex, der in keinem Zusammenhang mit meinen Gefühlen für Dave steht. Wenn ich es nicht versuche, werde ich es nicht herausfinden, und ich kann Dave nicht betrügen, weil wir kein Paar mehr sind. Irgendwie bin ich es uns vielleicht sogar schuldig, herauszufinden, welch unbenanntes Verlangen in mir mich zu der Trennung getrieben hat. Ich atme tief durch und sammle meinen Mut. »Was ist, hast du Angst, dass dir das Wasser zu kalt ist? Es ist genau richtig, um in Schwung zu kommen!«

»Du willst ein Bad mit mir nehmen?«, fragt Gerald dunkel. Sein Blick flackert zum Ansatz meiner nackten Brüste, der aus dem Wasser herausschaut. Vermutlich erwartet ein Mann mit solch klaren Ansprüchen, wie er sie offensichtlich George gegenüber formuliert hat, auch eine direkte Antwort, doch ich bin plötzlich viel zu aufgeregt, um ihm zu sagen, was ich von ihm will. Vor Dave gab es nur einen Mann – oder angesichts unseres damaligen Alters besser gesagt: nur einen Jungen. Mit einem Kerl wie Gerald habe ich noch nie zu tun gehabt. Er ist unglaublich intensiv und nichts stört dieses unbändige Begehren nach ihm – keine tiefer gehende Emotion, keine Sorge um seine Erwartungen an mich. Nur dass wir uns gegenseitig Lust schenken wollen, verbindet uns.

»Komm doch einfach rein …«, antworte ich Gerald und bilde mir ein, sogar durch die kristallklare Wasseroberfläche, die den Großteil meines Körpers zumindest etwas verbirgt, seinen glühenden Blick auf mir zu spüren. »Das musst du mir nicht zweimal sagen!« Ein begehrlicher Ausdruck flackert in seinen Augen auf, ohne Umschweife zieht er sich das T-Shirt über den Kopf. Oh fuck!

Sein nackter Oberkörper haut mich glatt um. Bisher konnte ich ihn nur durch die engen Shirts hindurch bewundern, jetzt offenbart sich mir ein breiter, haarloser Brustkorb, dessen Muskeln sich wie in Stein geschlagen deutlich abzeichnen. Meine Handflächen kribbeln, ganz automatisch stelle ich mir vor, wie es sich anfühlen wird, über die weich aussehende bronzefarbene Haut zu streicheln und mir einen Weg nach unten, über den definierten Sixpack, zu erstreicheln und … ich muss schlucken. Ich mag schräg klingen, aber ich stehe auf die Lenden eines Mannes – wenn sich der Ansatz dieses erotischen V über einer tief sitzenden Hose, wie Geralds Shorts, deutlich abbildet und nach unten hin verjüngt. Mein Blick gleitet tiefer. Ganz unten, an der Spitze des Wegweisers, der noch unter Geralds Kleidung verborgen liegt, zeichnet sich bereits eine deutliche Ausbuchtung ab. Verflucht, ich weiß, was für ein Prachtstück sich darunter verbirgt. Dass Geralds deutlich sichtbare Erregung diesmal mir gilt, macht mich ganz schwindelig. Unruhig wirble ich mit den Händen Wasser auf, um mich etwas von meiner Nervosität abzulenken.

»Zufrieden?«, fragt Gerald, lacht heiser und öffnet mit einem selbstsicheren Grinsen den Hosenknopf. Gott, er weiß, dass ich ihn will! Er wird richtig rangehen. In meiner Scheide zieht es eindringlich. Ich weiß, wie es aussieht, wenn Gerald richtig rangeht und ich kann es kaum erwarten, es auch zu fühlen. »Ich würde sagen: ganz nett. Du solltest dich allerdings ein wenig anstrengen, wenn du nicht willst, dass ich dich gleich wieder aus dem Becken werfe«, antworte ich. Zum einen, um mir einen Rest Würde zurückzuholen – ich starre ihn an wie ein Stück Sahnetorte, dem ich trotz strenger Diät nicht wiederstehen kann – und zum anderen, um ihn wissen zu lassen, dass ich mich nicht mit einer schnellen Nummer abspeisen lassen werde.

»Ich strenge mich immer an, Süße – versprochen!« Mit einem Ruck zieht Gerald die Hosen nach unten und sein Schwanz springt in voller Pracht hervor. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen, als ich den geäderten Schaft genauer anschaue. Beinahe verletzlich sieht er aus, wie sich die bläulichen Adern unter der zarten Haut abzeichnen, und doch verfügt er über einen derart harten Kern, dass er – die rot schimmernde Eichel obenauf – steil nach oben zeigt. Das Ziehen zwischen meinen Schenkeln wird stärker. Ich kann mir kaum vorstellen, wie es sein wird, ihn in mir aufzunehmen – den Schwanz eines eigentlich völlig fremden Mannes. Und doch fühlt sich mein Verlangen danach alles andere als falsch an.

»Ich nehme an, dass du mit einem gemeinsamen Bad mehr als einverstanden bist«, durchbricht Gerald meine heißen Gedanken und kickt seine Hosen einfach beiseite. Ein heißer Schauder wallt durch mich hindurch und sammelt sich zu einem gierigen Pochen zwischen meinen Schamlippen. Als Gerald sich meine Shampoo-Flasche greift, die ich am Ufer liegen gelassen habe, kann ich mir ein leises Keuchen nicht verkneifen. Er will mich waschen! Jede Zelle meiner Haut kribbelt vor Sehnsucht nach seinen warmen Fingern auf mir. Als er ins Wasser steigt, mich fixiert und mit glühendem Blick auf mich zukommt, erinnert er mich irgendwie an einen griechischen Gott – dunkel, unglaublich schön und auf eine absolut erregende Art einschüchternd.

»Ich mag schmutzige Mädchen, aber noch lieber habe ich es, wenn sie so verdammt gut nach Frau riechen!«, grollt er, als er bei mir ankommt. Ich habe keine Ahnung, was ich auf so eine Ansage hin antworten soll – ich kann sauber und schmutzig zugleich sein, mich von ihm waschen lassen und ihn mit den dreckigsten Fantasien verwöhnen? Sofort schießen mir die Bilder vor Augen, wie ich seinen Schwanz bis zum Anschlag in meinen Mund aufnehme und die Feuchtigkeitsperlen seiner Erregung heraussauge, nur um ihn im nächsten Moment mit meiner Hand zu bearbeiten und seine Hoden mit meinen Lippen zu verwöhnen. Schon bei der Vorstellung seiner lustvollen Zuckungen krampfen sich meine inneren Muskeln zusammen und Röte steigt mir in die Wangen.

Zum Glück scheint Gerald keine Antwort zu erwarten. Einfach so, als sei es das Natürlichste der Welt, zieht er mich an seinen harten Körper und legt seine Lippen auf meinen Mund. Seine Zunge dringt in mich ein, penetriert mich regelrecht und lässt das Pochen in meinem Unterkörper noch weiter ansteigen. »Mmh«, stöhnt Gerald an meinem Mund, an meinem Bauchnabel spüre ich seine Erektion zucken. Er ist ungeduldig. Gut, ich bin es ebenfalls und dieser hemmungslose Kuss wäre mir bereits Vorspiel genug.

»Das schmeckt nach mehr …«, murmelt Gerald jedoch heiser und drängt mich rücklings weiter in die Mitte des Naturbeckens. Wo will er nur mit mir hin? »Ich werde dich waschen, lecken und dann vernaschen«, teilt er mir dunkel mit. Kurz rauscht Wasser über meinen Kopf – Gerald bugsiert mich hinter einen der kleinen Fälle. Vor Kälte und gleichzeitig innerer Hitze zittere ich am ganzen Körper, als sich seine Hände auf meine Hüften legen, er mich wie eine Feder aus dem Wasser hebt und auf einem Felsvorsprung unter der Oberfläche abstellt. Nur noch bis zu den Knien stehe ich im Wasser. Gerald schiebt sich – wohl auf einen der Felsen unter Wasser steigend – weiter an meinem Körper nach oben, bis sich sein Gesicht auf Höhe meiner Brüste befindet. »Perfekt!«, brummt er und öffnet mein Shampoo. Ich zittere noch heftiger. Berühr mich endlich!, flehe ich in Gedanken und bringe kein Wort heraus.

Mit einer unglaublichen Ruhe träufelt Gerald ein wenig von der flüssigen Seife auf die Handfläche. Seine Augen glühen im dämmrigen Licht hinter dem Wasserfall, ganz langsam schäumt er das Shampoo zwischen seinen Handflächen auf, mein Zittern wird immer stärker.