WinterLust | Erotische Geschichten - Amy Walker - E-Book

WinterLust | Erotische Geschichten E-Book

Amy Walker

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Beschreibung

Dieses E-Book entspricht 368 Taschenbuchseiten ... Zur kalten Jahreszeit geht's besonders heiß zur Sache! Santa Claus beschert nicht nur mit Geschenken, sondern auch mit Höhepunkten ... Eine Studentin verbringt mit einem ungebetenen Gast in einer Berghütte die heißesten Stunden ihres Lebens. Ein sexy Vermieter versüßt seiner Untermieterin die Vorweihnachtszeit mit einem erotischen Adventskalender. Abseits der Piste beschäftigt sich der junge Skilehrer besonders intensiv mit seinen Schülerinnen. Und während einer erotischen Backstunde wird die Konditorin für ihren Meister und ihre Schüler zur süßen Nascherei. Welches lustvolle Schneetreiben bringt Sie in eisigen Winternächten zum Glühen? Diese Ausgabe ist vollständig, unzensiert und enthält keine gekürzten erotischen Szenen.

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Impressum:

WinterLust | Erotische Geschichten

von Amy Walker

 

Amy Walker ist das Pseudonym einer deutschen Autorin, die mit der Veröffentlichung mehrerer Romane bereits erste schriftstellerische Erfolge feiern durfte. Mit „Geheime Begierde“ hat sie ihren ersten erotischen Roman verfasst. Leidenschaft, Sinnlichkeit und nackte Lust in Worte zu verpacken hat sie derart fasziniert, dass sie sich nächtelang nicht von ihrem Computer losreißen konnte. Seither schwirren ihr nicht nur die alltäglichen Pflichten rund um ihre Familie durch den Kopf, sondern verschiedenste erotische Szenerien, die sie alle noch niederschreiben will. Zwei Dinge sind ihr dabei besonders wichtig und in allen ihren Geschichten zu finden: viel Gefühl und ein Happy End!

 

Lektorat: Marie Gerlich

 

 

Originalausgabe

© 2020 by blue panther books, Hamburg

 

All rights reserved

 

Cover: © shmeljov @ bigstockphoto.com © robcocquyt @ bigstockphoto.com

Umschlaggestaltung: MT Design

 

ISBN 9783750727175

www.blue-panther-books.de

Der Skilehrer

Kennt ihr das: Ihr seht einen Typen und er ist derart sexy, dass euer Körper vor Verlangen zu vibrieren beginnt? Genau so ergeht es mir, als mir mitten in der hügeligen Schneelandschaft Colorados mein Skilehrer gegenübertritt.

»Ich hasse euch«, habe ich zu meinen Freundinnen Moira und Addison vor kaum mehr als einer Stunde gesagt, als sie mir verkündeten, mich zu einem Skikurs bei Craig Barrington, dem angeblich besten Skilehrer im Wintersportgebiet Steamboat Springs, angemeldet zu haben. Dabei hatten sie versprochen, mich in unserem gemeinsamen Weiberurlaub von jeglicher Art von Wintersport zu verschonen und sich mit mir auf den Spabereich unseres kleinen Hotels zu konzentrieren. Und ich hatte erwartet, dass sie mir keinen Wunsch abschlagen würden. Schließlich ist der Urlaub mein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk. In zwei Tagen werde ich dreißig, und Addison und Moira haben geschworen, dass es der beste Urlaub meines Lebens wird – und das, obwohl ich den Winter hasse. Jetzt, da Craig mir gegenübersteht, vergesse ich jedoch fast, warum mir Schnee und Kälte so zuwider sind.

»Hi, ich bin Craig«, sagt er mit einer sexy tiefen Stimme, als wollte er mich davon überzeugen, mich nackt mit ihm im Bett zu wälzen. Dabei habe ich den One-Night-Stands endgültig abgeschworen.

»Hi Craig!«, erklingt es säuselnd im Chor. Ich reiße mich von seinem heißen Anblick los und mustere meine Kurskolleginnen. Sie klingen wie bei einem Treffen der Anonymen Alkoholiker und himmeln Craig an, als wäre er der Oberguru – der Heilsbringer – der Gruppe. Und Craig? – Sein Grinsen verbreitert sich. Er wirft sich in Pose und sonnt sich regelrecht in der geballten weiblichen Aufmerksamkeit.

»Das kann ja heiter werden ...«, murmle ich bissig und ramme meine Skistöcke in den Schnee, die ich – völlig überrumpelt von dem Sex auf zwei Beinen, der mir Skifahren beibringen soll – in den Händen festgehalten habe.

Craig scheint genau der Typ Mann zu sein, der mir und meinen guten Vorsätzen zum Jahreswechsel vor knapp zwei Monaten gefährlich werden kann. Kerle wie ihn kenne ich zur Genüge – aufregend, sexy, selbstsicher, unheimlich attraktiv, meist mit einem leichten Bartschatten versehen. Frauen bekommen ein feuchtes Höschen, wenn er nur »Hallo« sagt. Ein typischer Macho, der sich seiner verführerischen Wirkung in vollem Ausmaß bewusst ist ...

»Also, Ladys, bevor wir ans Eingemachte gehen, machen wir eine kurze Vorstellungsrunde. Immerhin werden wir in dieser Woche viel Zeit miteinander verbringen.« Craig schenkt uns ein verschmitztes Grinsen und ein smartes Zwinkern, und neben mir erklingt ein dreistimmiges Seufzen. – Auweia! Ich muss zugeben, dass auch mein Körper mit einem erregten Kribbeln auf diese spitzbübisch sexy Gesten reagiert, aber wenigstens habe ich mich so weit im Griff, dass ich nicht vor Verzückung dahinschmelzend auf meinen Skistöcken und an Craigs Lippen hänge.

Aber das ist ja auch kein Wunder, denn ich bin meinen Kurskolleginnen nicht nur gut zehn Jahre, sondern vermutlich auch etliche Erfahrungen in puncto Sex mit Machos voraus. Sie haben wahrscheinlich keine Ahnung, dass es einigen Frust erspart, wenn man Kerle wie Craig gar nicht erst an sein Höschen lässt. Egal, wie verlockend alles an ihm sein mag, man sollte ihm aus dem Weg gehen. Und wenn man sich anders nicht im Zaum halten kann – so wie ich gerade –, dann ist Ausweichen die beste Strategie.

»Ich bin Olivia«, fange ich also gleich mit der Vorstellungsrunde an, um sie so schnell wie möglich hinter mich zu bringen. Auf diesen endlos langen Brettern den Berg hinabzurutschen erscheint mir im Vergleich zu der unterschwelligen Erregung, die Craigs Anblick in mir auslöst, plötzlich wie ein wahres Vergnügen.

Er ist richtig groß – oh Mann, ich stehe auf große Kerle, bei denen ich das Gefühl habe, dass sie mich regelrecht unter sich begraben, wenn sie auf mir liegen. Seine Hüften sind schmal, seine Schultern breit – genauso wie es sich für einen Kerl gehört. Man kann sich so richtig schön an solch breiten Schultern festhalten, wenn sich einem der passende Typ mit seinen schmalen Hüften zwischen die Beine drängt und hart zustößt. Und dann diese Augen ... Fasziniert starre ich Craig ins Gesicht. Seine Augen sind stechend grün. Mmh, ich erschaudere.

Die Augen eines Mannes sind noch viel wichtiger als sein Johannes, lautet mein Mantra, wenn es um die Auswahl meiner Liebhaber geht. Nichts geht beim Sex über einen intensiven Blick. Vielleicht macht mich das eigenartig, aber ich finde, dass sich ein harter Schwanz erst richtig gut anfühlt, wenn der dazugehörige Kerl mir tief in die Augen schaut, während er ihn in mich stößt, und ich seine ganze Gier nach mir, seine Leidenschaft und Wildheit darin erkennen kann.

Die anderen stellen sich als Marge, Estelle und Brianna vor. Ich blinzle benommen. Da passe ich einmal nicht richtig auf und sofort gehen meine Gedanken auf Wanderschaft in schmutzige Richtungen. Ich schüttle leicht den Kopf über mich selbst und wende mich wieder meinem Skilehrer zu. Schließlich kann er mir nur etwas beibringen, wenn ich auch aufpasse.

So wie es aussieht, werde ich warten müssen, denn anstatt mit dem Unterricht anzufangen, mustert Craig uns unverhohlen. Ich behalte ihn im Blick – jap, ein typischer Macho.

Gründlich checkt er unsere wesentlichen weiblichen Merkmale ab – Beine, Hüften, Taille, Brüste und zum Schluss das Gesicht – und schenkt uns je nach Auffälligkeit der Attraktivität ein strahlendes Lächeln, ein verführerisches Zwinkern oder ein knappes Nicken. Mir schaut er dabei einen Tick zu lange auf die Brüste, die – wie ich ganz unbescheiden sagen muss – unter meiner ultraleichten, aber superwarmen Skijacke hervorragend zur Geltung kommen. Marge hingegen, die in ihrem Schneeanzug ziemlich mollig daherkommt und mit ihren hellbraunen Haaren und ungeschminkten, grauen Augen auch sonst nicht mit auffälliger Attraktivität gesegnet ist, erhält am wenigsten Aufmerksamkeit. Brianna, eine rassige Latinoschönheit, lächelt Craig gleich doppelt strahlend an und Estelle schenkt er zumindest ein sexy Grinsen. Dann weist er uns an, unsere Skier anzuschnallen, und geht mit kontrollierendem Blick an unserer kleinen Reihe entlang und – welch Überraschung – bleibt bei Brianna stehen.

»Ich könnte darauf wetten, dass du mit dem Hüftschwung auf der Piste keine Probleme haben wirst«, setzt er seinem Chauvigehabe tatsächlich noch eins drauf und legt beiläufig seine Hand auf ihre Hüfte. Brianna kichert geziert und mir klappt die Kinnlade runter. Ich meine, kapiert sie denn gar nichts? – Überlass diesem Kerl bloß nicht die Führung, Lady!

Wenn man mit einem Macho ins Bett geht, gibt es gewisse Verhaltensregeln, die man unbedingt einhalten sollte, wenn man auf seine Kosten kommen will. Und dazu gehört definitiv, sich nicht allzu bereitwillig auf seine billigen Anmachsprüche einzulassen. Ansonsten liegt man schneller mit weit gespreizten Beinen unter ihm als man »Schneetreiben« sagen kann, und der Kerl spritzt einem nach einem zwar aufregenden, aber viel zu schnellen Akt auf den Bauch.

Glaubt mir, ich weiß das, ich hatte genügend solcher Kerle zwischen den Schenkeln, bis ich ein sehr feines Gespür dafür entwickelt habe, dass es solche und solche Machos gibt – die reinen Egoisten und die, die zumindest den Ehrgeiz besitzen, auch die Frau unter sich zufriedenzustellen. Ich nenne sie »Arschlochtypen mit Herz«. Dieser Typ Macho ist deutlich seltener, aber wenn man auf schnellen Sex steht und nicht die große Liebe sucht, lohnt es sich wirklich, nach ihm Ausschau zu halten. Auch er muss zwar ein bisschen angespornt werden, damit er sich ordentlich ins Zeug legt, aber ein bisschen aufgesetztes Desinteresse und Geziere wirkt bereits Wunder. Und dann, das schwöre ich, ist er der beste Liebhaber, den Frau sich wünschen kann – leidenschaftlich, draufgängerisch und mit einem gesunden Egoismus ausgestattet, was die eigene Bedürfnisbefriedigung angeht, aber trotzdem sensibel genug, die weiblichen erogenen Zonen aufzuspüren und sich ihnen gründlich zu widmen.

Fünf Minuten mit Craig genügen mir, um mit ziemlicher Sicherheit sagen zu können, dass er ein Ego-Macho ist und Brianna ein ziemlich trauriges und sehr unbefriedigendes Schicksal blüht, denn von Sensibilität ist bei dem Kerl nicht die Spur zu entdecken. Er reißt sich nicht mal von Brianna los, um Marge zu Hilfe zu kommen, als sie bei dem Versuch, die Skier anzuschnallen, auf dem Hintern landet! Oh Mann, die arme Kleine. Sie ist so was von geliefert, denn so wie sie ihn anhimmelt, hat er längst gewonnen ...

»Würdest du mir bitte helfen? Ich habe keine Ahnung, wie das mit den Skischuhen und der Bindung funktioniert«, säuselt sie, klimpert mit ihren langen Wimpern und hebt Craig den rechten Fuß entgegen. »Natürlich, ich helfe doch, wo ich kann«, erwidert er, geht auf die Knie und lässt seine Hände aufreizend langsam über Briannas langes Bein nach unten gleiten, das sogar in der Schneehose beneidenswert schlank aussieht. Völlig fassungslos darüber, dass sie noch nicht einmal zu ahnen scheint, dass ihr Schicksal längst besiegelt ist, schaue ich zu und vergesse darüber glatt, in meine eigenen Skier zu steigen.

»Das Ding gehört hier rein«, murmelt Craig und fädelt den Schnabel an den Zehenspitzen der Skistiefel in die Bindung. Verzückt lächelnd nickt Brianna, Craig schaut mit glühendem Blick zu ihr auf und umfasst ihren Unterschenkel. »Und wenn es dann richtig schnackelt, dann ist es gut.« – Klack. Craig presst Briannas Fuß nach unten, die Bindung rastet ein. Brianna öffnet mit einem überraschten Laut, der einem leisen Stöhnen verdammt nahekommt, den Mund.

Craig wiederholt die Prozedur mit dem zweiten Skistiefel und steht auf. »Mmh ...« Forschend gleiten seine Hände dabei von unten herauf über Briannas Kurven und bleiben auf ihren Hüften liegen. Als er vor ihr steht, schaut er ihr in die Augen und grinst unverschämt sexy. »Und wenn dann alles da ist, wo es hingehört, kann der Spaß beginnen!« – »Ich mag Spaß«, erwidert Brianna und knabbert – meines Erachtens gespielt – schüchtern auf ihrer Unterlippe herum. Craigs Augen funkeln erfreut.

Oh mein Gott! Innerlich stöhne ich auf. Deutlicher kann sie sich ihm in unserer Gegenwart wohl kaum noch anbieten. Das arme Ding, irgendjemand muss ihr doch helfen!

»Hey Craig, du bist doch so hilfsbereit ... Marge hat da glaube ich ein kleines Problem!«, rufe ich ihm zu, um Brianna zumindest ein paar Minuten zum Nachdenken zu verschaffen, und nicke auffordernd in Marges Richtung. Immer noch wälzt sie sich im Pulverschnee herum und schafft es mit den schweren Skistiefeln an den Füßen nicht auf die Beine. Craig seufzt leise und wendet sich an Brianna: »Wie das mit dem Spaß genau funktioniert, erkläre ich dir später gern genauer.«

Auweia, wenn Blicke töten könnten ... Als Craig an mir vorbeigeht, wirft er mir jedenfalls einen ziemlich angepissten Blick zu. Mein Atem stockt. Diese Augen ... In meinem Unterkörper meldet sich ein lustvolles Prickeln und meine Nackenhärchen stellen sich erregt auf. Das ist sehr unpassend in Bezug auf meine guten Vorsätze, sehr unpassend. Ich muss echt auf der Hut sein, denn Unachtsamkeit kann in der Gegenwart eines Machos schwerwiegende Konsequenzen haben – extrem heiße und lustvolle Konsequenzen. In meiner Pussy zieht es begehrlich.

Misstrauisch behalte ich Craig im Blick, wie er lässig in meine und Marges Richtung schlendert, um keinen weiteren Hinweis zu verpassen. »Wir machen noch keine Pause, Marge. Steh auf!«, murmelt er und wirkt ziemlich angefressen, als er Marge die Hand hinstreckt und sie auf die Füße zieht – typisch Ego-Macho! Dass er gleich fies wird, nur weil er für einen Moment von seiner Beute ablassen musste, ist ein eindeutiger Beweis! Ich nicke zufrieden. Wenn ich weiß, gegen welche Art Machogebaren ich mich wappnen muss, wird es mir hoffentlich leichter fallen, es nicht an mich heranzulassen. Für Marge, die puterrot anläuft, tut es mir ehrlich leid, doch ich kann mich entspannen. Mit Ego-Machos kann ich umgehen, der Kerl wird mir und meiner neuen Lebenseinstellung Sex ohne Verbindlichkeit, ade! ganz sicher nicht gefährlich. Trotzdem: Heiß ist er, und ich habe es mir schließlich nicht verboten, mir an Kerlen wie ihm Appetit zu holen.

Genießerisch lasse ich meinen Blick über seinen Körper schweifen. Auch dicke Jacke und Schneehose können nicht verbergen, dass er ziemlich sportlich sein muss. Unter der Hose zeichnen sich kräftige Oberschenkel ab, und die Art, wie er sich bewegt ... sexy!

Ein anregendes Kribbeln rieselt durch mich hindurch und sammelt sich in meinem Schoß zu einem begehrlichen Pochen. Ich liebe es, mich erregen zu lassen. Diese Art Vorspiel kann um so vieles heißer sein als der Sex selbst. Wie das bei Craig wohl ist ...? Ich habe nicht vor, es herauszufinden, aber das Vergnügen, mir zum Schluss einen ausgiebigen Blick auf sein hübsches Gesicht und vor allem auf seine unwiderstehlichen grünen Augen zu gönnen, kann ich mir einfach nicht verkneifen. Oh Mann, diese Augen ... Ich seufze leise. Lange dunkle Wimpern umranden sie und verleihen ihnen einen sensiblen Touch. Fast kann ich Brianna verstehen, dass sie auf Craig hereinfällt – aber nur fast ...

Zu meinem Erstaunen begibt er sich jedoch nicht sofort wieder zu ihr zurück, um sie weiter einzuwickeln, sondern bleibt bei Marge stehen und wartet ab, bis sie sich den Schnee von der Hose geklopft hat. Merkt er denn gar nicht, dass die Arme sich in seiner Gegenwart überhaupt nicht wohlfühlt? Sie weicht seinem Blick aus und ihr Gesicht wird immer röter. Und Craig? Dieser Mistkerl beugt sich auch noch zu ihr hinunter, vermutlich um sie endgültig aus dem Takt zu werfen! Gott, ist er derart auf dem Egotrip, dass er sich über Mädchen, die ganz offensichtlich nicht in seiner Liga spielen, den Beweis holen muss, unwiderstehlich zu sein, weil sie seine Gegenwart kaum ertragen?

»Hast du dir wehgetan?«

Wie bitte? Ich glaube, ich habe mich verhört. Meine Alarmsirenen schrillen: Arschlochtyp mit Herz! Die Sanftheit in seiner Stimme und der aufmerksame Blick, mit dem er Marge mustert, fahren mir direkt zwischen die Beine und lösen ein hartes Klopfen in meiner Perle aus.

»Passt schon«, murmelt Marge verschämt und lächelt Craig schüchtern zu. Er lächelt zurück, nickt und wendet sich an mich. »Was ist mit dir, Liv?«

»Was soll mit mir sein?« In dem Wirrwarr, das Craigs wechselhaftes Verhalten in mir auslöst, kenne ich mich so langsam überhaupt nicht mehr aus. Perplex zucke ich zusammen und begehe den Fehler, ihm in die Augen zu schauen. Scheiße! Heiße Erregung flutet meine Nervenbahnen. Der Kerl ist höchstens zweiundzwanzig Jahre alt! Ich hatte mit mehr Männern Sex, als er Lebensjahre zählt! – und trotzdem genügt ein direkter Blick in seine höllisch aufregenden Augen und ich wäre feucht und bereit für ihn. Das ist richtig übel!

Craig grinst triumphierend, als begreife er genau, was in mir vorgeht, und deutet auf meine Beine. »Deine Skier ... Warum hast du sie noch nicht angeschnallt?«

Ertappt! Natürlich ist ihm nicht entgangen, dass ich es noch nicht geschafft habe, seiner Aufforderung zu folgen, weil ich keine zwei Minuten die Augen von ihm lassen konnte. Er rückt näher an mich heran und ich lege automatisch den Kopf in den Nacken, um weiterhin in sein hübsches Gesicht sehen zu können. Seine Mundwinkel zucken, das betörende Grün funkelt überlegen. Der Mistkerl genießt es ganz offensichtlich, dass es ihm gelingt, mich aus der Bahn zu werfen!

»Komm, ich helfe dir«, raunt er mir zu und legt federleicht eine Hand auf meine Hüfte. Auf meiner Haut explodieren kleine Feuerzungen, obwohl ich dank meiner Winterkleidung nur den leichten Druck der Berührung spüren kann. Doch die Wirkung ist geradezu verheerend für mich. Ein heißer Blitz zuckt von seinen Fingern ausgehend durch mich hindurch und explodiert südlich meines Bauchnabels zu reinem Verlangen.

»Nein!«, erwidere ich viel zu heftig, um Craig glauben machen zu können, dass er mich nicht die Spur beeindruckt. »Das ist wirklich nicht nötig«, setze ich etwas beherrschter hinzu, reiße mich von seinem Gesicht und seiner Berührung los und kneife kämpferisch die Lider zusammen. Jetzt wäre vermutlich der günstigste Zeitpunkt, um herauszufinden, zu welcher Sorte Macho er wirklich zählt, aber ein sehr starrköpfiger Teil von mir weigert sich. »Ich komme bestens allein klar!«, bekräftige ich. Ob Ego-Macho oder Arschloch mit Herz spielt keine Rolle, ich habe mir vorgenommen, enthaltsam zu sein, bis ich den Mann meines Lebens gefunden habe. Das ist ein richtig guter, sehr vernünftiger und erwachsener Neujahrsvorsatz, und den ziehe ich jetzt verdammt noch mal durch!

»Natürlich kommst du klar ...«, erwidert Craig spöttisch mit einem amüsierten Unterton in der Stimme. Auch er kennt die Regeln dieses aufreizenden Spiels, mit dem Typen wie er sich die Frauen ins Bett holen. Behandle sie von oben herab und sie werden nicht nur sauer, sondern geil.

Ich fange zu schwitzen an, zwischen meinen Schamlippen kribbelt es erregt. Ich liebe derartige Spielchen. Der Anreiz, dabei den größtmöglichen Spaß für mich herauszuholen, ist so was von heiß und verrucht. Alles in mir verlangt danach, Craig eine anspornende Antwort zu geben. Fuck ...

Ich presse verkniffen die Lippen aufeinander und versuche fahrig, in die Bindung zu steigen. Craig verschränkt abwartend die Arme und bohrt seinen Blick in mich, was mich noch heißer und noch unbeholfener macht. Dieses verfluchte Ding will einfach nicht einrasten. Verflucht, der Kerl ist kaum älter als George, der Nachbarsjunge, für den ich früher immer den Babysitter gespielt habe. Es ist geradezu demütigend, mich von ihm derart erregen zu lassen – einem Typen, der tief im Innern vermutlich noch viel mehr Junge als Mann ist. Gut, ein großer, sehr gut gebauter Junge, mit kantigen Gesichtszügen und einem sehr männlichen Bartschatten ...

Meine Gedanken um diesen Typen wollen einfach nicht abreißen, während ich weiter mit der Bindung kämpfe. Wie sich seine Bartstoppeln wohl an der Innenseite meiner Oberschenkel anfühlen würden, wenn er sein Gesicht zwischen meinen Schenkeln versenkte?

»Soll ich nicht doch ...?«, fragt Craig und grinst sexy, als spürte er, dass ich kurz davor stehe, vor Erregung aus der Haut zu fahren. Mir reicht es endgültig. Dass eine erfahrene Frau wie ich sich von einem Grünschnabel wie ihm derart antörnen lässt, ist nicht nur demütigend, sondern geradezu lächerlich. Vermutlich strengt er sich beim Sex nicht nur nicht besonders an, sondern vögelt seine Eroberungen mit der Ausdauer und dem Tempo eines Karnickels!

Reiß dich verdammt noch mal zusammen, befehle ich mir und trete wütend in die Bindung. – Klack. Na also, geht doch! Ich atme erleichtert auf und funkle Craig triumphierend an. »Siehst du, ich schaffe das allein!« Sein Grinsen verbreitert sich. »Wenn Olivia es nun auch gelingt, den zweiten Skier anzuschnallen, ehe die Stunde vorbei ist, dann kann es ja endlich losgehen!«, sagt er in die kleine Runde. Drei Frauen kichern, eine – ich – verdreht mit einem gequälten Seufzen die Augen. Die Teilnahme an diesem Skikurs wird meine ganz persönliche Hölle auf Erden, das weiß ich jetzt schon.

***

Wir beginnen mit »Trockenübungen« – wie Craig es nennt – auf der Ebene, ein Gefühl für die Bretter an unseren Füßen zu bekommen. Ich übe seitwärtszutrippeln, mich mit den Stöcken vorwärtszuschieben und die überaus wichtige Pflughaltung, damit ich später nicht im Vollschuss den Abhang hinunterrase. Dann geht es auch schon zum ersten Mal zum Lift. Craig stellt sich als Letzter an, und würde es sich um Gondeln handeln, die uns auf den Berg hinaufbefördern sollen, könnte man mit viel gutem Willen denken, dass er sicherstellen will, dass keine von uns verloren geht. Aber so ... Ich kann einfach nicht zulassen, dass er mit dieser Tour auch noch ans Ziel kommt!

»Der Kerl will sich doch bloß die beste Aussicht auf unsere heißen Popos verschaffen. Warum auch sonst sollte er uns an den Kinderlift bringen?«, raune ich Brianna zu und nicke in Richtung der Bügel, an denen man sich festhalten muss, um sich auf den Hügel hinaufziehen zu lassen. So wie die Kinder aussehen, die vor uns dran sind, scheint es dabei wohl nicht möglich zu sein, in einer aufrechten Position zu bleiben.

Nachdenklich folgt Brianna meinem Blick und zieht die Augenbrauen zusammen. »Meinst du wirklich?« – »Wir üben zuerst am Kinderlift, weil ich sicherstellen will, dass sich keine von euch den Hals bricht, wenn sie einen echten Berg hinunterfährt«, mischt Craig sich ein, der schräg hinter mir steht. Natürlich ... Von mir will er sich die Tour bestimmt nicht vermasseln lassen.

Ich werfe ihm einen kühlen Blick über die Schulter zu und schnaube leise. »Ich hoffe sehr, dass du deinem guten Ruf als Skilehrer gerecht wirst und das sehr bald sein wird.« Es passt mir überhaupt nicht, ihm einen ungestörten Blick auf mein Hinterteil zu gewähren, während ich mich an einem dieser Bügel festhalten muss, um auf den »Berg« zu gelangen. Allein die Vorstellung, wie er dasteht und uns versonnen eine nach der anderen abcheckt wie vorhin, geht mir gegen den Strich. Und so langsam scheint ihm zu dämmern, dass ich ihn durchschaue.

»Du bist dran, Liv! Ich freue mich schon auf den Anblick ...«, raunt er mir gehässig zu, als Marge vor mir abfährt und es mit ungelenken Ausgleichsbewegungen gerade noch so schafft, nicht die Balance zu verlieren. Ich grinse. Jetzt zeigt er endlich sein wahres Gesicht. Danke! Das macht es mir gleich ein bisschen leichter. »Genieß die Aussicht«, erwidere ich bissig – Angriff ist schließlich die beste Verteidigung – und greife hoch erhobenen Hauptes nach dem vorbeiziehenden Bügel.

Meine Knie wackeln, meine Arme spannen sich an, aber ich denke, dass ich es schaffe, halbwegs elegant zu starten. Jetzt heißt es nur noch durchhalten, bis ich oben ankomme. Und verdammt, ich werde mir vor diesem Möchtegernskilehrer bestimmt nicht die Blöße geben und inmitten der geradezu lächerlich kurzen Liftfahrt aufgeben. Ich beiße die Zähne zusammen und ignoriere das Brennen in meinen Armen. Oben angekommen begrüßen mich die anderen mit Applaus – oder gilt der Craig, der dicht hinter mir aus dem Lift steigt?

»Die Aussicht war übrigens fantastisch. Ich liebe hügelige Landschaften, sie versetzen mich geradezu in Erregung. Ich kann dann immer nur daran denken, dass ich sie unbedingt besteigen will«, raunt er mir zu, stößt sich kräftig mit seinen Stöcken vom Boden ab und gleitet auf seinen Skiern an mir vorbei auf die anderen zu, die ein paar Meter weiter Aufstellung genommen haben.

Ich schnappe empört nach Luft. Der Kerl ist so was von ... da fehlen mir glatt die Worte! Anstatt ihn in die Schranken zu verweisen, habe ich ihn erst recht auf mich aufmerksam gemacht – typisch Ego-Macho. Das Motto eines solchen Vertreters lautet nämlich gern: Es gibt kein Nein, höchstens ein Jein, und aus dem wird früher oder später immer ein Ja. Zumindest handeln derartige Kerle nach diesem Grundsatz. Sie bearbeiten ihr Opfer derart hartnäckig mit ihren eindringlichen Blicken und derben Sprüchen, bis es schließlich aufgibt und sich vögeln lässt. – Harter, roher Sex. Ich hatte schon viel zu lange keinen mehr. Zwischen meinen Schenkeln zieht es. Ich schaffe es gerade noch so, mir ein Stöhnen zu verkneifen.

Das hier wird mehr als nur meine ganz persönliche Hölle auf Erden, es wird eine einzige Qual, Craigs zweideutigen Anspielungen standzuhalten. Und nicht zu wissen, ob er mich lediglich damit ärgern will oder seinen Worten auch Taten folgen lassen würde, steigert das höllische Brennen in mir ins schier Unerträgliche.

Zum Glück bleibt mir kaum Zeit, mich näher mit diesen zermürbenden Gedanken zu befassen, denn kaum stoße ich zu meiner Gruppe dazu, bläut Craig uns ein, nur ja nie die Pflugstellung zu vergessen, und zeigt uns, wie man Kurven fährt. Mit drei ausladenden Schwüngen hat er bereits den halben Berg geschafft und ich fühle mich schon lächerlich, ehe ich auch nur versucht habe, es ihm nachzumachen. Mir fällt jedenfalls kaum etwas Demütigenderes ein, als in die Hocke zu gehen, meinen Po nach hinten zu strecken und im Schneckentempo den Berg hinunterzufahren, der sich in seiner Neigung kaum von der Ebene unterscheidet – ungefährlich.

Zu meiner Schande muss ich jedoch eingestehen, dass Craig sogar dabei heiß aussieht. Auf den ersten Blick ist zu erkennen, dass er die Bretter an seinen Füßen beherrscht. Seine Haltung ist locker, unter dem gespannten Stoff der Skihose zeichnen sich muskulöse Oberschenkel und ein knackiger Hintern ab. Nicht einmal die Monstermütze mit der wuscheligen leuchtorange Haarnachbildung obenauf sieht lächerlich an ihm aus. Gekonnt fährt er eine Kurve und stoppt. »Jetzt du, Brianna!«

Eine nach der anderen ruft er auf und sie rutschen mehr oder weniger elegant den Hügel hinunter. Mein Magen kribbelt unangenehm, als Marge die letzte Kurve einschlägt. Gleich bin ich dran, und es ist bestimmt kein Zufall, dass Craig mich als Letzte fahren lässt. Er will mich mit Nichtbeachtung bestrafen, um mich für seine Signale empfänglicher zu machen. – Behandle sie wie Luft und sie wird um deine Aufmerksamkeit betteln. Ich bin mir dessen voll bewusst, und trotzdem kann ich nicht verhindern, dass ich darauf reagiere.

»Liv!«, ruft er mir zu und mein Herz klopft schneller. Dachte ich vorhin wirklich noch, dass dieser Hügel ungefährlich ist? Meine Knie zittern. Keine der anderen hat sich völlig blamiert und ich will verdammt sein, wenn ausgerechnet ich – der Oldie der Gruppe – nicht imstande bin, diesen Berg hinunterzufahren! Fuck! Das ist es, was tief im Innern derart an mir nagt: Ich hasse den Gedanken, Craig zu zeigen, dass ich das hier nicht kann ... Dass ausgerechnet dieser Möchtegernmann mir etwas beibringen soll, bringt mich in die Zwickmühle. Damit überlasse ich ihm irgendwie die Kontrolle. Und das ist im Umgang mit einem Macho so etwas wie der Super-GAU.

Nach einem tiefen Atemzug bringe ich meine Skier in Pflugposition. Irgendwie muss ich das hinbekommen, wenn ich nicht völlig die Würde verlieren will. Aber ich kann mich einfach nicht dazu überwinden, meine Skistöcke in den Boden zu rammen und mich anzuschieben.

»Jetzt komm schon, Liv, trau dich! Wenn du zu schnell wirst, fange ich dich hier unten auf. Es kann gar nichts passieren!«, ruft Craig mir zu. Das ist die Krönung der Peinlichkeit ... Ehe es noch schlimmer werden kann, stoße ich mich mit den Skistöcken ab und zische los. Na gut, ich bin nicht besonders schnell, aber ich habe diese Sache mit den Kurven eindeutig nicht im Griff.

»Aaah«, mit einem lang gezogenen Schrei fahre ich schnurstracks geradeaus und werde immer schneller. Meine Knie wackeln, meine Beine werden auseinandergezogen und es geht noch schneller voran. Panisch starre ich zur Liftstation hinunter. Dieser Berg ist wirklich verdammt hoch!

»Hab ich dich!« Plötzlich schlingen sich Craigs Arme um mich und reißen mich zurück. Ich blinzle benommen und schaue direkt in seine unglaublich grünen Augen. »Siehst du, es kann gar nichts passieren. Geht es dir gut?« Er schmunzelt, mein Herz klopft schneller. Ein Arschlochtyp mit Herz! Ich bin verloren ...

»Ja ... Also ...« Ich räuspere mich verlegen. Vielleicht habe ich mich ihm gegenüber nicht ganz fair verhalten. Das bedeutet jedoch nicht, dass sich irgendetwas an meiner neuen Lebenseinstellung ändert! Hastig winde ich mich aus Craigs Armen. »Ich schätze, das mit den Kurven musst du mir noch mal erklären.« Craigs Augen blitzen erregt, die Intensität seines Blicks lässt eine Welle aus Sehnsucht durch mich hindurchschwappen – gefährlich! Wie konnte ich nur so dumm sein und ihm eine derartige Vorlage hinwerfen? »Am besten erkläre ich es dir nicht nur, sondern zeige es dir ...«, murmelt Craig und streckt mir seinen Skistock hin. »Aber erst einmal bringe ich dich zu den anderen. Halt dich fest.«

Ich tue es, was bleibt mir auch für eine andere Wahl? Mein Glück ist, dass die anderen kaum ein paar Meter weiter unten am Hügel auf uns warten. Meine Wangen brennen, als Craig mich an seinem Skistock hängend ganz langsam abschleppt. In meiner Panik habe ich noch nicht einmal bemerkt, dass ich so langsam war, dass er die Zeit hatte, mir mehrere Meter bergan entgegenzutrippeln, um mich abzufangen.

»Da Liv noch ein bisschen mehr Unterstützung benötigt, werde ich jetzt mit ihr zusammen fahren«, erklärt er den anderen meiner Gruppe dann auch noch zu meiner Beschämung und weist sie an, nacheinander bis zum Lift zu fahren. Er will das Schlusslicht bilden, um gegebenenfalls Liegengebliebene aufzusammeln. Geknickt schaue ich den anderen hinterher, sogar Marge hat mehr drauf als ich ... Doch anstatt ihnen zu folgen, nutzt Craig die Pause für eine kleine Belehrung. »Du musst die Knie tiefer beugen, Liv, sonst wird das nichts mit den Kurven. Du bist steif wie ein Brett ...«

Bin ich nicht!, will ich ihn anfauchen. Dass er mich so wahrnimmt, ist erniedrigend. Doch ehe ich auch nur dazu ansetzen kann, tritt er hinter mich. »So ...« Er stupst mir mit den Knien in die Kniekehlen und ich knicke überrascht von dem Druck ein. Automatisch schiebt sich mein Po nach hinten. »Wow, das ist dann vielleicht doch ein bisschen zu stürmisch ...«, lacht Craig und legt seine Hände an meine Hüften.

Stürmisch? – Der Junge hat ja keine Ahnung, wie es sich anfühlt, wenn ich wirklich stürmisch bin ... Seine Lenden pressen sich an meinen Po, und obwohl uns mehrere Schichten Kleidung voneinander trennen, bilde ich mir ein, ihn an meinen Schamlippen zu spüren. Meine Klitoris kribbelt erregt und in meinem Höschen sammelt sich ganz eindeutig der Saft meines Verlangens. Auch wenn mir nur allzu deutlich bewusst ist, dass ich mich nachgiebiger verhalte, als in dieser Situation gut für mich sein kann, schaffe ich es kaum, mich von Craig und diesem aufregenden Gefühl seiner Berührung zu lösen.

»Ähm, Craig? ... Ich denke nicht, dass diese Haltung nötig ist, um mir Kurvenfahren beizubringen«, presse ich mühsam beherrscht hervor und versuche, mich schlängelnd aus seinen Händen zu winden. Nur nicht bissig werden. Der Kerl spürt genau, dass ich langsam einknicke. Wenn ich jetzt versuche, mich mit hilfloser Wut zur Wehr zu setzen und zu befreien, dann beißt er sich erst recht an mir fest.

Craig lässt jedoch nicht zu, dass ich mich ihm entziehe. Seine Finger krallen sich in meine Hüfte. »Kurven ...?«, raunt er mir zu. Ganz langsam gleiten seine Finger über den Schwung meiner Hüften und meiner Taille. Unwillkürlich atme ich schneller. Gibt es etwas Erotischeres als einen Kerl, der Verlangen riechen kann und der Manns genug ist, sich nicht beirren zu lassen?

»Ich kann momentan nur noch an eine Art von Kurven denken ...« Mmh, sexy ... Ob nun Junge oder Mann, dieser Kerl hat die Verführungsmasche besser drauf, als ich geahnt hatte. Ganz langsam wandern seine Hände über meine Rippen und verharren knapp unter meinen Brüsten. Meine Nippel ziehen sich gierig zusammen. Dafür spüre ich aber umso deutlicher das Feuer, das er in mir entfacht. Heiß flackert es zwischen meinen Schenkeln auf und giert danach, gelöscht zu werden.

»Craig ...«, höre ich mich leise stöhnen und lehne mich nach hinten. Berühr mich! Ich glühe vor Hitze, seine Hände wandern immer höher.

»Oh ja, so ist es gut ... Wusste ich es doch, dass du die toughe Unnahbare nur spielst. In Wirklichkeit wartest du nur darauf, dass dich einer mal so richtig in Schwung bringt und durchvögelt. Fuck, genau das brauchst du doch, um den Stock in deinem Arsch loszuwerden!«, knurrt Craig, umschließt gierig meine Brüste und drängt sich so eng an mich, dass ich sogar durch die Skibekleidung seine Erektion spüren kann. Geil! – Nein! »Arschloch!«

Ich muss mich zwingen, mich von Craig loszureißen, so scharf macht mich seine Behandlung. Meine Pussy krampft sich bei den derben Worten erregt zusammen, aber verflucht, für einen Möchtegerncasanova wie ihn, der dazu auch noch einen eindeutigen Ego-Macho-Zug aufweist, werfe ich doch nicht meine schönen Vorsätze über Bord. Ich bin schließlich eine kluge, denkende Frau und kein hormongesteuertes Etwas!

»Mit diesen Sprüchen bekommst du vielleicht ein paar Teenager-Mädchen ins Bett, aber was eine Frau braucht, davon hast du ganz bestimmt keine Ahnung. Sonst würdest du nicht derartige Sprüche klopfen!«, teile ich Craig beherrscht, aber bestimmt mit, um meine reife Haltung zu unterstreichen. Vielleicht begreift der Junge dann, dass jein eben nicht automatisch ja, sondern auch nein bedeuten kann.

»Ach ja? Ich denke, ich weiß ziemlich genau, was eine Frau braucht. Ich könnte dir durchaus noch andere Dinge beibringen als Kurvenfahren – abseits der Piste«, entgegnet Craig grinsend.

Mir klappt die Kinnlade herunter. Eins muss ich dem Kerl echt lassen: Selbstbewusst ist er! Gibt es überhaupt irgendwas, das ihn auch nur ansatzweise an sich und seiner Wirkung auf Frauen zweifeln lässt? Wahrscheinlich nicht. Sein Blick schweift aufreizend über meinen Körper hinweg und bleibt an meinen Brüsten hängen. Meine Nippel ziehen sich erregt zusammen. Von welchen Dingen spricht er? Stellt er sich vor, wie er seine Erektion zwischen meine üppige Oberweite stößt?

»Oh Babe, ich hätte da schon eine Idee ...«, stöhnt Craig, als läse er meine Gedanken. Das ist zu viel. Rohes Verlangen explodiert in mir. Es reicht! »Ich habe Hüftschwünge drauf, davon träumst du noch nicht einmal in deinen feuchtesten Träumen, und du wärst völlig überfordert, wenn eine Frau wie ich erst mal richtig in Schwung kommt!«, entgegne ich zornig. Dass mich die Vorstellung, wie dieser kleine, notgeile Arsch meine Brüste fickt, auch noch heißmacht, lässt mich schier aus der Haut fahren.

»Glaubst du das wirklich? So steif, wie du daherkommst, schätze ich eher nicht, dass du eine Furie im Bett bist. Beweis mir doch das Gegenteil«, antwortet Craig fröhlich. Sein Grinsen verbreitert sich, ich sehe rot. »Einen Teufel werde ich tun!« Am liebsten würde ich mich wie eine Furie auf ihn stürzen und seinen Schwanz aus seiner Hose holen, um ihn an Ort und Stelle von meinen Qualitäten als Liebhaberin zu überzeugen. Das macht mich aber nur noch wütender. »Wenn du keinen Wert darauf legst, dass deine Kronjuwelen Bekanntschaft mit einem Skistock machen, dann lässt du in Zukunft deine Finger bei dir!«, fauche ich und kneife zornig die Lider zusammen. Doch ich kann böse schauen, schimpfen und drohen, so viel ich will, an Craigs entspannter Haltung ändert sich nichts. Im Gegenteil: Er wirkt immer ausgelassener, wie er mich angrinst und sich lässig auf seine Skistöcke stützt. »Wenn du mir eines mit deiner Rumschreierei beweist, dann dass du es ziemlich nötig hast, dich mal locker zu machen. Wie ich schon sagte, ich bin ein sehr hilfsbereiter Mensch ...«

»Aaargh!« Warum will der Kerl einfach nicht begreifen, dass er keine Ahnung von mir hat, und warum rege ich mich derart darüber auf, dass ich am liebsten wie von Sinnen meine Stöcke in den Schnee rammen würde, um meine Skier abzuschnallen, zu ihm hinüberzugehen und ihm eine Ohrfeige zu verpassen? – Keine gute Idee, kann ich nur sagen.

Wütende Menschen verfügen offensichtlich über ziemlich viel Kraft. Zumindest tue ich es, wenn ich richtig sauer bin. Das finde ich heraus, als ich mich so heftig abstoße, dass ich binnen kürzester Zeit richtig an Fahrt aufnehme und den Hügel im Vollschuss hinunterrase ...

***

Ich habe es überlebt – so viel erst einmal dazu. Craig hingegen hätte den Nachmittag nicht überlebt, wenn die anderen nicht da gewesen wären, als wir unten ankamen. Meine Reaktion auf sein Verhalten ärgert mich so sehr, dass ich nicht mal beim gemütlichen Abendessen mit meinen Freundinnen aufhören kann, darüber nachzugrübeln.

Anstatt mir zu Hilfe zu kommen, ist er nur neben mir hergefahren und hat mir völlig überflüssige Tipps zugerufen, die mein Tempo nicht im Mindesten reduziert haben. »Meine Kronjuwelen legen keinen Wert auf eine Bekanntschaft mit deinem Skistock«, hat der unverschämte Bastard mir zugeraunt, kaum dass ich am Fuße des Hügels völlig verkrampft endlich zum Stehen kam. Ehe ich ihn mit dem Stock verprügeln konnte, haben sich zum Glück meine Kurskolleginnen regelrecht auf mich gestürzt, um sich zu versichern, dass ich die Höllenfahrt gut überstanden habe. Und mein Skilehrer? – Der hat mich sexy angelacht, den Kopf geschüttelt und mich während der restlichen Stunde mit glühenden Blicken gequält.

Immer noch brodle ich vor mich hin und verstehe mich selbst nicht mehr. Ich will doch diese Sache mit einer ernsthaften Partnerschaft jetzt langsam mal angehen, gleichzeitig springe ich aber auf den erstbesten Kerl an, der mir Avancen macht. Eines scheint jedenfalls sicher zu sein: Mit meiner selbst auferlegten Enthaltsamkeit habe ich nur eines erreicht: Je größer der Macho ist, der mir gegenübersteht, desto feuchter wird mein Höschen.

»Erledigt?«, durchbricht Addison plötzlich meine düsteren Gedanken. Für den amüsierten Unterton könnte ich ihr glatt in die Suppe spucken. Herrgott, ich fühle mich derart überreizt, dass nicht einmal ein Selbstbefriedigungsversuch mit dem Duschkopf meine Qual lindern konnte.

»Ich würde es eher total am Arsch nennen«, entgegne ich übellaunig, hacke mit der Gabel auf meine Rigatoni al forno ein und klage meinen Freundinnen mein Leid. »Ich hätte mir heute beinahe sämtliche Knochen gebrochen, mir tun Muskeln weh, von denen ich noch nicht einmal wusste, dass es sie gibt, und Craig ist sicher nicht der beste Skilehrer weit und breit, sondern höchstens der mieseste Aufreißer! Von wem habt ihr überhaupt, dass er so gut sein soll? Derjenige besitzt jedenfalls keinen Funken Menschenkenntnis!«

Moira wechselt einen schnellen Blick mit Addison und räuspert sich. »Clarissa.«

»Clarissa, deine Cousine Clarissa?« Das kann eigentlich nicht sein, denn sie ist der faulste Mensch, den ich kenne, und fährt ganz bestimmt nicht Ski. Nachdenklich runzle ich die Stirn, aber eine andere Clarissa fällt mir einfach nicht ein. Wieder dieser schnelle Blickwechsel zwischen Addison und Moira. Mein Magen grummelt. Irgendetwas stimmt hier nicht.

»Jap, Cousine Clarissa ...«, antwortet Moira und beißt sich gespannt auf die Unterlippe. Der Groschen fällt. »Das ist nicht euer Ernst, oder?« Empört lasse ich die Gabel sinken. Dass meine Freundinnen es offensichtlich darauf angelegt haben, mich mit dem vermutlich größten Aufreißer in ganz Colorado zusammenzubringen, ist unfassbar.

»Wir finden, du übertreibst es einfach mit dieser ›Ich will mich binden‹-Nummer«, teilt Addison mir mit und schaut mich geradezu unverschämt ruhig an. Das ist ja wohl die Höhe!

»Ich und übertreiben?« Ich schnappe nach Luft. Nun ja, genau genommen bin ich schon manchmal eine kleine Drama-Queen, aber in diesem Punkt weiche ich nicht zurück. »Gerade von dir hätte ich etwas mehr Verständnis erwartet, Addison.« Nachdrücklich falte ich meine Serviette zusammen und werfe sie auf den Tisch. »Ticktack, sage ich nur.« Schnaubend stehe ich auf und rücke meinen Stuhl zurecht, um Zeit zu gewinnen. Aber Addison geht nicht auf meine Vorlage ein. Na gut, dann muss ich wohl noch deutlicher werden. »Du selbst erzählst uns doch ständig, dass du mit Darren kräftig Matratzensport trainierst, um schon mal für die Zeugung von klein Timmy warm zu werden. Weil du eben nicht jünger wirst, und ich tue es auch nicht.« – Jetzt müssten Addison – die dem sicherlich bald entstehenden Wunschkind jetzt schon mal den Namen klein Timmy gegeben hat – und Moira doch kapieren, warum ich so empört bin. Sicherheitshalber setze ich noch eins drauf: »Aber anstatt mich zu unterstützen, liefert ihr mich diesem notgeilen Skilehrer aus, um mich auf die Probe zu stellen. Und das nur, weil Moiras Cousine es sich in ihrem letzten Urlaub von ihm hat besorgen lassen und ihn für gut befand ...« Das müsste sitzen. Ich nicke zufrieden und warte auf die Entschuldigung meiner Freundinnen.

Anstatt beschämt oder wenigstens geknickt auszusehen, presst Moira jedoch die Lippen aufeinander und versucht, sich ein Grinsen zu verkneifen – erfolglos. »Um genau zu sein, hat sie freiwillig die ganze Woche Skikurs durchgezogen, so hingerissen war sie von seinen Qualitäten abseits der Piste.«

»Das war jetzt sehr unpassend, Moira. Hast du mir noch etwas zu sagen?« Ich wende mich mit kühler Miene Addison zu, um mir die Frage zu verkneifen, wie oft Clarissa das Vergnügen mit Craig hatte. Innerlich stöhne ich auf. Mussten sie mir zu allem Übel auch noch auf die Nase binden, dass Craig gut ist?

Addison seufzt tief und wirft mir einen ihrer Sei-mir-nicht-böse-Dackelblicke zu. »Wir unterstützen dich doch, Süße. Aber du musst zugeben, dass es schon etwas übertrieben ist, eine Heiratsanzeige zu schalten, um den Mann deines Lebens zu finden. Das hast du doch gar nicht nötig und womöglich ziehst du noch einen Heiratsschwindler oder Typen an, die sich nur eine Aufenthaltsgenehmigung in den Staaten erschleichen wollen. Und mit so einem Kerl hättest du bestimmt keinen Spaß mehr. Denk mal nach – ausgerechnet du ...« Sie wackelt anzüglich mit den Augenbrauen, ungewollt seufze ich. Addison hat recht. Ich habe gern Spaß und genieße es, aufregenden Sex zu haben – mit vielen Männern. Zumindest bisher. Aber die guten Typen werden eben auch immer rarer, wenn man ein gewisses Alter erreicht – die, die für schnellen Sex interessant sind, und die, die für eine potenzielle Heirat infrage kommen erst recht. Verdammt, es kann doch nicht so schwer sein, sich das Herumstreunen durch die Betten abzugewöhnen und sich auf einen Mann festzulegen, solange ich noch ein bisschen Auswahl habe. Mit Freundinnen wie Addison und Moira dürfte das aber ziemlich schwierig werden. Ich meine, was halten sie eigentlich von mir, dass sie mir mit dieser Reise und dem Skikurs praktisch Sex zum Geburtstag schenken, um mich von meinem Vorhaben abzulenken?

»Wer euch als Freundinnen hat, der braucht echt keine Feindinnen mehr. Man könnte fast denken, ihr wollt gar nicht, dass ich wie ihr glücklich werde«, teile ich Addison bitter mit. »Zugegeben – die Idee mit der Heiratsannonce war eine Kurzschlussreaktion. Aber als Moira uns von Owens Heiratsantrag erzählt hat, habe ich einfach Panik bekommen. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich meine Meinung geändert habe!« Mit einem eingeschnappten Schnauben wirble ich auf dem Absatz herum und lasse sie einfach sitzen. »Komm schon, Liv, du weißt doch, dass das Unsinn ist. Bleib hier!«, ruft Moira mir nach.

»Nein, ich gehe jetzt in die Sauna. Schließlich bin ich hergekommen, um zu entspannen!«, rufe ich zurück und setze steif meinen Weg fort. Dieser Muskelkater bringt mich noch um! Und wenn ich nicht endgültig meine Würde verlieren will, sollte ich morgen wieder zu halbwegs eleganten Bewegungen fähig sein. Craig führt mich in Versuchung, keine Frage. Das weiß ich, das ist ihm bewusst geworden, und Moira und Addison war das klar, ehe wir beiden überhaupt aufeinandergetroffen sind. Umso notwendiger ist es, dass ich ihm morgen standhaft gegenübertrete, wenn ich mich selbst je wieder ernst nehmen will. Außerdem dürfen meine Freundinnen ruhig ein bisschen spüren, dass sie mich gekränkt haben. Eine Entschuldigung dafür, dass sie mich derart hinters Licht geführt haben, ist doch auch nicht zu viel verlangt, oder?

***

»Ah, das tut gut ...« Eine halbe Stunde und einen ausgiebigen Aufenthalt in der Dampfsauna später fühlen sich nicht nur mein Körper und meine Haut weich und geschmeidig an, sondern auch mein ganzes Ich. Ich meine, ich habe Addison und Moira ja an Silvester ziemlich mit meinen Vorsätzen überrascht. Sie müssen sich wohl erst noch an den Gedanken gewöhnen, dass die wilden Zeiten auch für mich Vergangenheit sind, und sie wollten mir mit ihrem Geburtstagsgeschenk nichts Böses.

Bereit, mich mit ihnen zu versöhnen und notfalls auch großzügig auf eine Entschuldigung zu verzichten, sollten sie immer noch keine Reue empfinden, kämpfe ich mich durch den dichten Saunanebel zum Wasserschlauch, um meinen verschwitzten Sitzplatz abzuspülen. Dann atme ich ein letztes Mal tief durch, um den geradezu heilenden Eukalyptusdampf zu inhalieren, und mache mich tatkräftig auf den Weg Richtung Tür, die ich von meinem Platz am Wasserhahn aus nicht einmal sehen kann. Meine Muskeln schmerzen kaum noch und sogar dieses fiese Brennen zwischen den Schenkeln hat sich in herrlicher Entspannung verloren.

Splitternackt, wie man in der Dampfsauna eben ist, stoße ich dir Tür auf, um mir am Haken dahinter mein Handtuch zu schnappen, und erstarre.

»Oh jaaa ...« – Oh nein! Hastig ziehe ich mich zurück und spähe vorsichtig zum Sichtfenster der Saunatür hinaus, um die Quelle des lustvollen Lautes ausfindig zu machen. Nichts ... Wo auch immer die Leute sich befinden, die den Spabereich für versaute Spielchen missbrauchen, sie befinden sich nicht in meinem Sichtfeld – Zeit zu verschwinden!

Diesmal etwas vorsichtiger öffne ich die Tür, um mir so leise wie möglich mein Handtuch zu angeln und davonzuschleichen, da höre ich es wieder: »Oh, Baby, das ist gut ...« Die Stimme kommt aus den Duschen, ist dunkel, rau und klingt nach schmutzigem Sex – und ich erkenne sie auf Anhieb. Fuck! Sofort schießen mir die heißesten Bilder durch den Kopf und glühende Hitze in den Unterleib. Mit wem treibt es Craig – Brianna? Das ist nicht unwahrscheinlich, so wie sie heute auf ihn reagiert hat. Außerdem wohnen wir alle in dem Hotel, für das Craig quasi der hauseigene Skilehrer ist. Obwohl ich jetzt erst recht die Beine in die Hand nehmen sollte, stehe ich wie angewurzelt da und lausche seinem sexy Stöhnen.

»Komm, lass uns ein bequemeres Plätzchen suchen ...« – Als die Duschen? Ich schnaube höhnisch. Der Kerl ist wirklich ein ziemlicher Anfänger, wenn er nicht weiß, wie geil Sex unter der Dusche ist – prickelnde Tropfen rinnen über heiße Haut und ekstatisch zuckende Körper und vermengen sich mit dem Schweiß der Anstrengung, die lustvollen Gefühle – eigene und die des anderen – auf den Höhepunkt zu bringen. Schon bei der Erinnerung an diese Art von Sex sammelt sich Feuchtigkeit zwischen meinen Schamlippen. Trotzdem bedanke ich mich im Stillen bei Craig für seine Äußerung. Meiner bescheidenen Meinung nach ist es unmöglich, dass er ein guter oder gar außergewöhnlich guter Liebhaber ist, wenn er nicht mal das ABC der heißesten Orte für Sex kennt. Das kühlt die glühende Sehnsucht nach ihm zumindest ein bisschen ab. Leider verpasse ich dank des Nachdenkens über meine neuesten Erkenntnisse über Craig die Chance, das Weite zu suchen.

»Auf eine Liege ...«

Ich hechte gerade noch rechtzeitig zurück in die Sauna und ziehe die Tür hinter mir zu, ehe Craig und wer auch immer ganz aus der Dusche treten. – Puh, das war wirklich verdammt knapp. Es ist pures Glück, dass Craig nicht nach vorne, in meine Richtung, schaut, als er den Saunabereich betritt, sondern sich zu seiner Partnerin umgewandt hat. Leider kann ich keinen Blick auf sie erhaschen, ohne das Risiko einzugehen, entdeckt zu werden ...

Mit pochendem Herzen lehne ich an der gefliesten Wand der Dampfsauna und glühe. Die Gefahr, erwischt zu werden, und das Wissen, dass dort draußen Sex stattfindet, erregen mich, das kann ich nicht leugnen. Aber vor allem glüht meine Haut von der Hitze des Dampfes. Fuck, ich habe nicht einmal richtig abkühlen können ...

Vorsichtig spähe ich wieder zum Sichtfenster hinaus. – Oh mein Gott! Ich beiße mir auf die Unterlippe und verziehe gequält das Gesicht. Craig ist heiß, das ahnte ich ja. Jetzt weiß ich es allerdings mit absoluter Sicherheit.

Völlig nackt steht er vor einer Liege und sieht auf die Frau hinunter, die ich dank des hochgestellten Kopfteils immer noch nicht erkennen kann. Sie muss sich hingelegt haben. Es kann sich nur noch um eine Frage der Zeit handeln, bis Craig sich über ihr abstützt und sich nimmt, was sein steil aufgerichteter Penis ganz offensichtlich braucht. Ich beiße mir noch härter auf die Unterlippe, um nicht versehentlich aufzustöhnen. Selbst wenn Craig mit seinem Werkzeug nicht richtig umzugehen weiß – sein Schwanz ist ein Prachtstück! Ein seltsam schwindeliges Gefühl benebelt mich. Aufgeheizt von dem Anblick fächere ich mir Luft zu. Verflucht, diese Hitze! Ich kippe noch um, wenn ich nicht ein bisschen Abkühlung bekomme ... Ganz leise schiebe ich die Tür einen Spalt auf. Das tut gut. Ein Luftzug streift mich und trifft angenehm kühl auf meine heiße Haut. Augenblicklich sträuben sich meine Nackenhärchen und meine Brustwarzen richten sich auf.

»Mach es dir nicht zu bequem, Baby. Blas ihn noch ein bisschen!«

Ich kann mir ein zynisches Grinsen nicht verkneifen. Wie mir scheint, dreht sich das Vorspiel vor allem um Craig und seinen Schwanz – typisch Ego-Macho. Ich kann die Frau nur bemitleiden, die sich jetzt noch voller Hoffnung auf Beglückung ins Zeug legt, nur um in ein paar Minuten der bitteren Realität ins Auge zu sehen. Das arme Ding ... Aber wenigstens bedeutet das für mich, dass ich mich nicht mehr lange in der Sauna verstecken muss und einem Hitzschlag entgehe. Trotz des zaghaften Zuges durch die geöffnete Tür schwitze ich immer mehr. Kein Wunder, bis die kühle Luft von draußen mich erreicht, hat sie sich dank des heißen Dampfes bestimmt schon um ein paar Grad erwärmt. Ich muss näher an die Tür ran ... Gut, ich gebe es zu, ich kann es mir einfach nicht verkneifen, zu sehen, an wem Craig seine Gelüste zu befriedigen gedenkt und wie er sich dabei anstellt.

Vorsichtig schiebe ich mich an den Spalt in der Tür heran und spähe hindurch. Mein Puls rast, aber hey – es ist doch völlig harmlos, ein bisschen Voyeur zu spielen. Ich meine, solange er seinen Schwanz nicht zwischen meine Schenkel bohrt, breche ich in keiner Weise meinen Vorsatz ... Schon der Gedanke bringt mich vor Verlangen zum Beben und dann erst der Anblick, den Craig und Brianna – sie ist es ganz offensichtlich – bieten ...

Ich keuche leise und schiebe mich so nahe wie möglich an die Tür, ohne hindurchzustolpern. Craig sieht einfach unglaublich aus, wie er dasteht und mit geschlossenen Augen den Kopf in den Nacken legt, die Lippen ganz leicht unter einem lautlosen Stöhnen geöffnet. Seine Muskeln sind angespannt, Feuchtigkeit von der Dusche, vielleicht auch Schweiß, rinnt ihm über die deutlich definierten Brust- und Bauchmuskeln. Ich folge der Spur mit meinem Blick, mein Innerstes vibriert vor Verlangen. Sehnige, angespannte Muskeln, zurückgehaltene Leidenschaft. Nicht mehr lange, und er verliert die Beherrschung und nimmt sich Brianna einfach.

Noch liegen seine Finger ganz leicht an ihrem Kopf und nicht in ihrem langen, schwarzen Haar vergraben, um sie festzuhalten und seinen Schwanz in seinem Tempo zwischen ihre Lippen zu stoßen. Angespannt starre ich hin und warte darauf, dass er es tut. Doch zu meinem Erstaunen hat Craig sich besser unter Kontrolle, als ich ihm zugetraut hätte.

Immer schneller wird sein Atem und sein zunächst nur leises Stöhnen wird rauer und lauter. Die Sehnen an seinem Hals treten wie Stränge hervor, sein glühender Blick ist fest auf Briannas Tun gerichtet – sexy! Und dann erst dieses verlockende V, das sich dank seines schlanken und durchtrainierten Körpers ganz deutlich in Richtung seiner Lenden abzeichnet ... Ich presse die Lippen aufeinander, um nicht aufzustöhnen.

Ich liebe es, diesen verheißungsvollen Wegweiser nach unten mit meiner Zungenspitze nachzufahren, kurz von der Spur abzuweichen, über die pralle Eichel zu flattern und wieder von dem Schwanz abzulassen, der zuckend um mehr meiner Aufmerksamkeit bettelt, um meinen Weg fortzusetzen – wieder nach oben, weg von der gebündelten Lust meines Partners. Es ist ein Spiel, ein aufreizendes, antörnendes Spiel, das das Verlangen und die Leidenschaft meines Liebhabers anschürt. Je mehr ich investiere, desto heftiger wird der anschließende Sex.

Meine Scheidenmuskeln krampfen sich begehrlich zusammen. Craigs Körper würde sich hervorragend eignen, um von mir bespielt zu werden. Dass Brianna keine Anstalten dazu macht, sondern ihren Kopf mit gleichbleibenden Bewegungen vor- und zurückbewegt, macht mich schier rasend. Verdammt, Mädchen, nutz die Gelegenheit, um dir von diesem Kerl so viel wie nur möglich zu holen! So beherrscht, wie Craig sich zeigt, könnte es sich vielleicht sogar auszahlen. Und für mich könnte es in einem Dilemma enden, mir das hier anzuschauen. Trotzdem schaffe ich es nicht, mich abzuwenden.

Ganz langsam, fast zu kontrolliert, um noch leidenschaftlich zu wirken, beginnt Craig seine Hüften zu bewegen. Bei jedem sanften Stoß spannen sich seine Bauchmuskeln an, ein leiser Schauder rinnt über seinen Körper. Ich erbebe. Vielleicht umzüngelt Brianna wenigstens seine Schwanzspitze. Ich kann es leider nicht sehen, weil ihr Kopf mir die Sicht auf das Hauptgeschehen versperrt, aber wie Craigs Lust sich zunehmend aufschaukelt und er dennoch nicht die Kontrolle über sich verliert, ist wie ein Versprechen. Jetzt müssen nur noch Taten folgen und ich bin endgültig überzeugt von Craigs Liebhabereigenschaften.

Als empfände Craig so wie ich, stöhnt er gequält auf und greift nach Briannas Schultern. »Steh auf und dreh dich um!« Sie lässt sich von ihm vornüberbeugen und stützt sich mit den Händen auf der Lehne der Liege ab. Mit einer beeindruckend geübten Bewegung zieht er sich ein Kondom über, das er bereits vor der Dusche bereitgelegt haben muss, und spreizt ihre Pobacken auseinander. Kein Kuss, kein Streicheln – es geschieht nichts, das von dem Akt ablenken würde. Stattdessen greift Craig mit einer Hand nach seiner Erektion und dringt langsam in Brianna ein.

Diese stöhnt lustvoll auf und auch ich kann mir ein leises Keuchen nicht verkneifen. So wie sie klingt, muss er sich unglaublich anfühlen. Gut, das wundert mich nicht, die Maße dieses Schmuckstücks von Penis liegen weit über dem Durchschnitt – zumindest dem, den ich mir dank meiner Erfahrungen ausrechnen kann. Etwas widerwillig muss ich eingestehen, dass Craig etwas damit anzufangen weiß.

Er packt Brianna nicht an den Hüften, betastet von unten ihre Brüste oder verschwendet gar einen Kuss zwischen die Schulterblätter an sie. Eine seiner Hände liegt federleicht auf ihrem Rücken, die andere baumelt locker an seiner Seite herunter, während er langsam und kraftvoll seine Hüften nach vorne schiebt und sein Schwanz wieder und wieder zwischen Briannas Schenkeln verschwindet. Es ist kein sinnlicher Akt, sondern pure Bedürfnisbefriedigung.

Verflucht, das ist genau das, was ich im Bett brauche. Ich hasse es, wenn ein Typ meint, mir ständig die Zunge in den Mund schieben oder mich mit Tratschereien aus dem Takt werfen zu müssen, während er mich vögelt. Küssen ist ja in Ordnung, aber er soll sich bitteschön vor allem auf den Bereich südlich des Bauchnabels konzentrieren.

Genau das tut Craig, und das macht mich unglaublich geil. Mit jedem seiner tiefen Stöße, mit der er die volle Länge seines prallen Schaftes in Brianna versenkt, dringt mehr Feuchtigkeit aus mir hervor und benetzt die Innenseite meiner Oberschenkel. Und so wie Brianna sich windet, macht Craig seine Sache verdammt gut. Immer heftiger wird ihr Keuchen. Craig steigert langsam, aber stetig sein Tempo, beißt sich auf die Unterlippe und lauscht mit konzentrierter Miene den lustvollen Lauten, die Brianna über die Lippen kommen. Ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll, aber mir scheint, als passte er seine Bewegungen ihrer Intensität an. Wird ihr Stöhnen lauter, lässt er seine Lenden schneller gegen ihre Pobacken klatschen, nimmt es ab, nimmt er das Tempo zurück. So schafft er es binnen kürzester Zeit, sich in einen Rhythmus einzuschaukeln, der Brianna geradezu rasend zu machen scheint.

Meine Perle vibriert verlangend, während ich sie dabei beobachte, wie sie ihren Kopf in den Nacken wirft, sich ihm entgegendrängt und ihre Hüften kreisen lässt. Craig hat den Takt ihrer Lust gefunden, aber er spielt noch ein wenig mit ihr und gibt ihr gerade so viel, um ihre Gier auf der Spitze zu halten, sie aber nicht zu befriedigen. Fuck, das ist so heiß und eindeutig eine Nummer zu groß für einen Grünschnabelcasanova. Ich komme zu dem Schluss, dass Craig so was wie ein Rohdiamant ist, aus dem mit ein wenig Schliff zu hundert Prozent ein lupenreiner Arschlochtyp mit Herz werden kann. Er muss nur richtig zugeritten werden ...

Endgültig davon überzeugt, dass es so was wie ein kleiner Lottogewinn ist, diesen Kerl im Bett zu haben, öffne ich meine Schenkel und lasse meine Finger durch meine nasse Spalte gleiten. Ich werde bestimmt nicht diejenige sein, welche ..., aber schmutzige Fantasien darf man ja wohl haben. Wonnevoll lasse ich meine Finger in meine nasse Pussy gleiten und massiere mit den Fingerspitzen meinen G-Punkt. Oh ja ... Mein Mund öffnet sich wie von selbst, mein Atem geht schneller, wie immer, wenn die nahende Erlösung in mir heranrollt.

»Oh, Baby ...« Auch Craig scheint so langsam genug davon zu haben, sich zurückzuhalten. Hart klatschen seine Lenden an Briannas Po, sein Gesicht verzieht sich vor Lust. Immer abgehackter stößt er zu und lässt Brianna noch nicht einmal Zeit, ihren Orgasmus verhallen zu lassen, als sie aufschreit, ihr Körper zittert und sie schließlich erschöpft nach vorne sackt. Stattdessen rückt er ihr nach und vögelt sie weiter, anscheinend nur noch sein Ziel vor Augen und seine Befriedigung im Sinn.

Es ist rücksichtslos und verdammt geil, wie er sie an den Hüften packt, damit sie seinen harten Stößen nicht ausweichen kann. Immer heftiger werden sie, auch ich massiere schneller. Craig keucht rau und bohrt seine Härte tief in sie, ich erschaudere. Meine Scheidenmuskeln verkrampfen sich um meine Finger und drängen sie härter gegen meinen verborgenen Lustpunkt. »Oh ja ...« – »Die ganze Ladung, Baby ...«, knurrt Craig und stößt ein paarmal in schneller Reihenfolge in die keuchende Brianna. Meine Empfindungen ziehen sich zusammen und konzentrieren sich auf den unglaublichen Druck unter meinen Fingerspitzen. Craig lehnt sich nach vorne, stößt ein letztes Mal rau stöhnend zu und verharrt. Meine Lust explodiert mit ihm – schnell und heftig schwebt meine Erregung über ihren Höhepunkt hinaus und wird von einem heftigen Orgasmus in tausend Teile zerfetzt. Mit einem Schlag kommt die Gier zum Erliegen. Verflucht, ich hätte es mir verkneifen sollen, mit Craig zu kommen, und zumindest warten können, bis ich auf meinem Zimmer bin! Verärgert über meine Zügellosigkeit, ziehe ich meine Hand zurück, während Craig sich schwer auf Brianna fallen lässt. »Voll abgespritzt ... Verflucht, war das geil, Baby ...« Mit einem zufriedenen Seufzen steht er auf und zieht das Kondom von seinem erschlaffenden Schwanz. Ich schüttle seufzend den Kopf. Was für ein Idiot. Nach dem Sex sind ein paar Berührungen auch bei einem Macho durchaus angebracht. Ein flüchtiger Kuss, ein gutmütiger Klaps auf den Hintern – nichts. Er lässt Brianna einfach liegen. Es mag ja sein, dass auch sie voll auf ihre Kosten gekommen ist, dennoch könnte er sich auch nach seinem Orgasmus ruhig noch ein wenig um sie kümmern. Innerlich brodle ich. Ich weiß genau, wie Brianna sich fühlen muss. Dieses Arschlochgehabe, das Craig an den Tag legt, mindert einfach die Qualität des Ficks, das ist nach einer Nummer wie der eben gerade einfach nur frustrierend. Irgendwer sollte Craig dringend Manieren beibringen! Ich meine, es ist geradezu eine Schande, dass er es am Ende derart verpatzt, nachdem er sich so unerwartet gut geschlagen hat. Der Kerl hat so viel Potenzial ... Sofort beginnt es in meiner unteren Körperhälfte wieder zu ziehen. Er würde vielleicht nur ein paar gute Ratschläge brauchen ...

***

Ich werde nicht diejenige sein, die Craig Manieren beibringt oder ihn gar ordentlich zureitet, bläue ich mir ein, während ich ein wenig angespannt an den Frühstückstisch trete, an dem meine Freundinnen bereits auf mich warten. Seit unserer gestrigen Auseinandersetzung habe ich sie nicht mehr gesehen und ich fürchte, dass sie mir wegen meines eingeschnappten Abgangs böse sind.

»Morgen«, brumme ich wie jeden Morgen und setze mich. Es ist nicht so, dass ich gestern noch böse auf sie gewesen wäre, aber nachdem Craig und Brianna endlich verschwunden waren, habe ich mich derart überhitzt und durcheinander gefühlt, dass ich mich ihnen einfach nicht stellen konnte.

»Morgen ...«, antwortet Moira und wirft mir einen schnellen Blick über ihre Zeitung hinweg zu. »Alles in Ordnung?« In ihren Augen steht ein Schmunzeln und Addison schüttelt grinsend den Kopf. Sie haben mein gestriges Verhalten also genau als das verbucht, was es ist: eine typische Olivia-Melodrama-Überreaktion. Ich atme erleichtert auf. »Jap«, gebe ich knapp zurück und greife nach der Kaffeekanne. Mehr muss ich nicht sagen. Addison und Moira wissen auch so, dass nach einer Nacht drüber schlafen alles überstanden ist und es keinen Sinn macht, meinen Emotionsausbruch zu zerlegen und auf seine Ursachen hin zu analysieren.

»Ein Brötchen?«, erkundigt sich Addison und streckt mir den Brotkorb entgegen. Das ist das endgültige Versöhnungsangebot, doch ich muss ablehnen. Ich schüttle den Kopf und nippe an meinem Kaffee. »Danke, aber ich habe nur noch Zeit für einen Kaffee ...« Gestern Abend habe ich mich derart befriedigt gefühlt, dass ich geschlafen habe wie ein Baby und leider viel zu spät aufgestanden bin, um mir ein ordentliches Frühstück zu gönnen.