Sonnenverbrannt - Kim Nexus - E-Book

Sonnenverbrannt E-Book

Kim Nexus

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Beschreibung

Bevor sie vorgab, ein Mensch zu sein, war sie eine Wächterin. Bevor sie eine Wächterin wurde, war sie eine Kriegerin, eine Beschützerin, eine Gefährtin und eine Mutter. Es hat sich also nicht viel geändert … ~ Als Sklavenjäger ihr Dorf zerstören, ist Die erste Frau, die im freien Himmel fliegt die einzige Überlebende. Allarand, ein allwissender Wanderer der Großen Neutralität, pflegt sie wieder gesund, Ohne ein eigenes Ziel beschließt sie, an seiner Seite zu gehen, selbst als sein Weg sie zu einem tödlichen Ritual auf einer Sklavenhalterwelt führt. Wird sie hier das größte Geheimnis des Universums erfahren? Welchen Preis wird sie für dieses Wissen zahlen müssen? ••••••••••••••••••••••••••••••••••••• Wenn du auf charaktergetriebene, actiongeladene Space Opera stehst, die Fantasy und Science Fiction miteinander verbindet, ist dies die richtige Serie für dich! Schau dir die Hauptreihe "Hexenflug Chroniken" an, um noch mehr tolle Bücher zu lesen! (Diese Novelle ist zwischen "Hexenflug ins Vertrauen" und "Hexenflug in die Leere" eingeordnet.)

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Veröffentlichungsjahr: 2024

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SONNENVERBRANNT

HEXENFLUG CHRONIKEN #03.5

KIM NEXUS

Für Björn,

 

 

seit über zwanzig Jahren einer meiner besten Freunde,

dessen sprudelnde Kreativität, lebhafte Fantasie

und scheinbar endlose Fähigkeit zu träumen

mich erst eifersüchtig gemacht haben,

dann zum Streben brachten,

und jetzt fortlaufend

inspirieren.

 

 

Go on,

Noble

Hero!

INHALT

Kapitel 1

EIN WUNDERSCHÖNER MORGEN

Kapitel 2

DER ANGRIFF

Kapitel 3

DER WÄCHTER

Kapitel 4

VERZWEIFELTE WUT

Kapitel 5

FLÜGEL

Kapitel 6

FRAGEN UND ENTSCHEIDUNGEN

Kapitel 7

EINE FURCHTBARE IDEE

Kapitel 8

DIE GEHILFIN

Kapitel 9

DIE KRÄHE

Kapitel 10

DER JUNGE

Kapitel 11

RITUELLE SCHLACHTUNG

Kapitel 12

EINE WICHTIGE FRAGE

Kapitel 13

EIN GEWÄHLTES SCHICKSAL

Kapitel 14

UMHERSCHWEIFENDE GEDANKEN

Kapitel 15

WISSEN UND VERANTWORTUNG

Kapitel 16

VERGANGENHEIT UND GEGENWART

Lieber Leser

Danksagungen (sozusagen)

Hallo, ich bin Kim Nexus!

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Hexenflug #04 - Gleich Weiterlesen!

Alle Bücher in dieser Reihe

KAPITELEINS

EIN WUNDERSCHÖNER MORGEN

Karrakii, ca. 10 menschliche Standardjahre zuvor

Die Luft war frisch und kalt, als sie meine Federn umspielte und meinen Schnabel streichelte. Alles, was ich hören konnte, waren die Geräusche des Waldes, welche zu dieser frühen Stunde seltsam gedämpft an meine Ohren drangen, und das verzweifelte Schlagen meiner Flügel, als ich mich zu den Grenzen meiner Kraft und Ausdauer vorkämpfte.

Obwohl mein Rücken inzwischen zu schmerzen begann, schlugen meine vier Flügel gleichmäßig, und ich arbeitete mich unaufhaltsam höher.

Auf, auf, auf, bis die grüngelbe Schicht des obersten Laubes mein ganzes Blickfeld einnahm.

Am liebsten wäre ich um die vereinzelten orangefarbenen Sonnenstrahlen getanzt, welche durch die sanft schwankenden Blätter brachen, doch hätte ich dann vielleicht nicht mehr genug Kraft gehabt, um die Baumkrone zu durchstoßen.

Vielleicht auf dem Weg nach unten ...

Abwärts war immer leichter, da musste ich nur alle Federn ausbreiten und gleiten, den Rest erledigte die Schwerkraft.

Aufwärts, das war der Kampf.

Dieser Kampf war in meinem Namen vorherbestimmt.

Erste Frau, die im freien Himmel fliegt.

Ich hatte es schon oft versucht. Schon als kleiner Jungvogel hatte ich davon geträumt, die riesige Entfernung zu überwinden und die höchsten Bäume zu erklimmen.

Man konnte sie hochklettern. Es war einfacher, sagten viele. Doch das war eine Krücke für die Schwächlinge, die es nicht aus eigener Kraft schafften.

Nein, ich würde es so tun, wie unsere Art es tun sollte.

Nachdem mich unzählige Farbwechsel der Blätter zu einer Frau, Gefährtin und dreifachen Mutter gemacht hatten, würde ich nach all der Zeit des Trainings und der Anstrengungen endlich die oberste Schicht durchstoßen und den freien Himmel sehen.

Heute würde ich es schaffen.

Ich konnte es in meinen Schwanzfedern spüren.

Nur noch ein bisschen höher.

Die Muskeln in meinem Rücken gaben alles und ich spürte, wie sich ein Krampf anbahnte. Ich hatte nur noch wenige Herzschläge, bevor ich sie entspannen musste, um dem entgegenzuwirken, sonst würde es mir unmöglich sein, die lebenswichtigen Bewegungen fortzusetzen. Dann würde ich wie ein toter Ast auf den dunklen, erdigen Teil des Planeten unter mir stürzen.

„Ich kann es schaffen!“, keuchte ich.

Die Blätter waren nur noch ein paar Flügellängen entfernt.

„ICH KANN ES SCHAFFEN!“

Mit einem tiefen Atemzug hörte ich auf zu kämpfen, entspannte meinen Rücken und ließ mich für zwei Herzschläge fallen, um meinen gequälten Gliedern ein winziges Maß an Erholung zu gönnen, bevor ich sie erneut zum Einsatz zwang und mit allen vier schwarzen, in blauen Spitzen endenden Flügeln kräftig zuschlug. Bei voller Länge spreizten sich alle meine Federn, um so viel Luft wie möglich unter sich einzufangen.

Ich durchstieß eine der sanft schwankenden grüngelben Leinwände, dann noch eine und noch eine.

Und plötzlich war ich im Freien.

Orangefarbenes Licht ergoss sich über meinen Körper, erstickende Hitze und blendende Helligkeit hüllten mich ein, während der majestätische gelbe Himmel meine ganze Sicht ausfüllte.

Mit einem letzten, beherzten Flügelstoß schwenkte ich zur Seite und landete auf dem Stengel des nächsten Blattes.

Während mein Körper sich völlig ausgelaugt, ja, halb zerstört anfühlte und meine Flügel unkontrolliert zitterten, als ich sie einklappte, jubelte meine Seele.

Ich hatte es geschafft!

Ich hatte es wirklich und wahrhaftig geschafft!

Freudiges Lachen sprudelte aus mir heraus und ergoss sich über die endlose Weite meines Zuhauses. In blendendem orangefarbenem Licht wachte Vater Himmel über das ungebrochene Grün von Mutter Wald und streichelte sie zärtlich, damit sie seine Kinder zur Welt bringen und sie vor der rohen Energie seiner ungezügelten Leidenschaft schützen konnte.

Kinder wie ich, welche Gefahr liefen, auszutrocknen und zu verbrennen oder zu geschwächt wären, um den Rückweg zu bewältigen, wenn sie zu lange in seiner ungefilterten Gegenwart verweilten.

Die Hitze brannte bereits auf meinen Federn, und meine Augen begannen auszutrocknen und zu prickeln. Bliebe ich zu lange, würde ich ohnmächtig werden und fallen, wie meine Namensvetterin. Mit dem Unterschied, dass Mutter Wald keinen Teich für mich weinen, und aus meinem gebrochenen Körper kein Obstbaum entspringen würde. Nein, Mutter Wald würde wahrscheinlich nicht einmal auffallen, dass ein winziger Vogel in ihrer gewaltigen Menagerie des Lebens fehlte.

Meine Familie würde es jedoch bemerken. Meine Schutzbefohlenen hätten das Nachsehen.

Mit Mühe riss ich mich von dem atemberaubenden Anblick los, griff in den Beutel an meinem Gürtel und holte die beiden Federn heraus, welche ich für diese Gelegenheit aufbewahrt hatte. Der Schmerz kehrte zurück, greifbar und unerbittlich, als ich auf die hübschen Farben starrte, welche sich im weichen Flaum miteinander mischten.

„Ihr wart so wunderschön“, murmelte ich, während ich meine Augen schloss und sie in einer letzten Liebkosung sanft an meinem Schnabel rieb, „zu schön für dieses Leben, vielleicht ...“

Ich richtete mich auf und blinzelte entschlossen in die gleißende Helligkeit. In weiter Ferne glitzerte einer der Raumhäfen im niedrigen Orbit, dessen Metallkonstruktion sich gegen den dort noch dunklen Himmel abhob.

„Ich bitte dich, endloser Vater“, sang meine Stimme, auch wenn ich ein paar Mal tief durchatmen musste, damit sie nicht brach, „leuchte meinen Töchtern aus barmherziger Ferne; führe sie sicher in ein neues, glückliches Leben!“

Noch einmal holte ich Luft, dann sah ich hinab, „Ich bitte dich, liebende Mutter, beschütze sie in ihrem neuen Leben, so wie du meinen Sohn in diesem beschützt. Möge dein Schatten auf uns alle fallen!“

Dann öffnete ich meine Hände. Der Wind erfasste die Federn und trug sie weiter fort, als meine Augen sie verfolgen konnten.

Ein gutes Zeichen.

Mit einem letzten Blick und einem trockenen Gefühl in der Kehle rutschte ich das Blatt hinunter und öffnete meine Flügel weit, sobald ich das Laub hinter mir gelassen hatte, um auf dem Wind nach Hause zu gleiten.

KAPITELZWEI

DER ANGRIFF

Drei Tage später schmerzte mein Rücken noch immer von den Nachwirkungen der anstrengenden Übung.

„Ich nehme an, deinem Gefährten hat das nicht gefallen?!“, fragte Verirrter Sonnenstrahl, während sie meinen Speer kontrollierte.

Ich lachte, „Nein, natürlich nicht. Er macht sich immer so viele Sorgen.“

„Na ja, wenigstens kannst du jetzt mit diesem Unsinn aufhören, oder?“, überzeugt davon, dass ich mich auch weiterhin gut darum kümmerte, gab sie mir die Waffe zurück.

Wir erhoben uns in die Luft, um unser tägliches Trainingsprogramm zu beginnen. Trotz ihres fortgeschrittenen Alters war es für meine Lehrerin wie immer ein Leichtes, mich auszumanövrieren. Heute machte das anhaltende Stechen in meinem Rücken meine Ausweichversuche nur noch schmerzhafter. Zugleich war ich mir der unglaublichen Ehre bewusst, überhaupt von ihr unterrichtet zu werden. Dass sie sich dazu bereit erklärt hatte, war nicht etwa mein eigener Verdienst. Verirrter Sonnenstrahl hatte mir ihren Lehrring angeboten, weil mein Vater in der Vergangenheit etwas für sie getan hatte. Etwas, worüber sich scheinbar alle in unserem Dorf einig waren, es nicht zu besprechen.

Vielleicht, da es geschah, bevor sie sich hier niederließen, als sie für Geld zwischen den Sternen kämpften, nur um festzustellen, dass Geld ein leeres Versprechen ist und das wahre Glück darin besteht, frei zu fliegen.

Zumindest hatte Vater das oft behauptet. Es war eine in unserem Volk weit verbreitete Ansicht. Auf engem Raum, ohne Schwerkraft und Luftströmungen, funktionieren Flügel nicht. Selbst als unsere früheren Herren unser Volk in eine raumfahrende Spezies verwandelten, hörten die meisten lieber auf ihre tief sitzenden, instinktiven Bedürfnisse, als den Planeten zu verlassen. Die plötzliche Befreiung von der erzwungenen Migration zu den Sternen vor einigen Generationen löste eine neue Wertschätzung für die Zeit davor aus. Traditionelle Siedlungen wie diese hatten bestanden, noch bevor unser Volk erste Aufzeichnungen verfasste. Der alte Weg, der wilde Weg, hatte sich immer gehalten. Mittlerweile lebten 95 % meines Volkes wieder wie unsere Vorfahren, im Gegensatz zu den 70 % nur 30 Rotationen zuvor.

Dieses Leben war alles, was ich kannte, und die Sterne interessierten mich nicht. Ich hatte kein Interesse an den großen Siedlungen, die zu vollgestopft mit Wohnräumen und toten Pflanzen waren, um ihren Bewohnern genug Platz zum freien Fliegen zu bieten. Ich war mit meinen Eltern in einer davon gewesen. Und ich hatte das Funkeln in Vaters Augen gesehen, als sie den Shuttles aufwärts folgten. Ich hatte gesehen, wie der Funke auch auf Mutter übersprang.

Wer wusste schon, was Vater dort oben gefunden hatte, das ihn nach den Sternen sehnen ließ. Er selbst konnte es nie erklären.

Verirrter Sonnenstrahl konnte es mir auch nicht sagen. So wie sie mir auch nie erzählte, was zwischen Vater und ihr vorgefallen war.

Und als ich ihren Lehrring annahm und meinen Namen darauf einritzte, war das zugleich ein stummes Versprechen, sie nie wieder danach zu fragen.

Es hielt mich natürlich nicht davon ab, das Geheimnis auf anderen Wegen lüften zu wollen. Doch da meine Eltern schon vor langer Zeit weitergezogen waren, blieben mir nur wenige Anhaltspunkte.

„Na ja ...“, ich wich dem Stoß ihres Speers nur knapp aus und drehte mich in der Luft, um eine bessere Position zu erreichen.

„Willst du es etwa noch mal machen? Über die Bäume fliegen?“, mit Leichtigkeit entflog sie meinem Hieb und vollführte dabei dieses Manöver, bei dem sie rückwärts zu schweben schien.

Selbst nach detailreicher Erklärung der Technik und tagelangem Üben sah ich mich nicht imstande, es nachzuahmen. Meine Flügel gerieten dabei immer wieder durcheinander und behinderten sich gegenseitig. Es hatte halt seinen Grund, warum sie die Meisterin war.

„Würdest du das denn nicht?“

Daraufhin legte sie nur den Kopf schief, ihre großen schwarzen Augen voll neugieriger Skepsis.

Sie verstand es nicht. Keiner von ihnen verstand es.

Schließlich lachte sie, „Oh, Erste Frau, die im freien Himmel fliegt, du bist manchmal wirklich so verrückt wie dein Vater.“

Bevor ich etwas erwidern konnte, läuteten die Alarmglocken.

Zuerst nur eine, dann eine zweite, dann eine dritte. Schließlich stimmten sie alle in den wilden Chor ein.

Wut- und Angstschreie hallten durch die Bäume und ließen einen Schwarm Schattenkäfer, welcher es sich auf einem Baumstummel gemütlich gemacht hatte, jäh aufschrecken.

„Plünderer!“, Verirrter Sonnenstrahl gab den Kriegern das Zeichen, sich in Gruppen zu formieren und ihre Posten zu besetzen.

Bevor sie ihre Befehle beenden konnte, schoß ein Lichtblitz durch die Luft, durchschlug ihre Brust und flog dann einfach weiter. Ein anderer Schüler wurde am Flügel getroffen und der plötzliche Schmerz ließ ihn gegen einen nahen Baum prallen.

„Meisterin!“, ich stürzte herbei, um zu helfen, obgleich ich wusste, dass es bereits zu spät war. Das Licht in den Augen meiner Lehrerin erlosch augenblicklich, als ihr Körper sich kurz verkrampfte, nur um dann sofort wieder zu erschlaffen und zu fallen.

Ich schwang herum, auf der Suche nach der Quelle des Schusses.

---ENDE DER LESEPROBE---