Spätdienst in der Damenabteilung - Kirsten Steiner - E-Book

Spätdienst in der Damenabteilung E-Book

Kirsten Steiner

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Beschreibung

Sex am Arbeitsplatz? Eigentlich ein absolutes Tabu: Es ist kurz vor Feierabend, als in die fast menschenleere Abteilung für Damenmoden noch einmal Leben kommt. Die junge Kundin ist bei der Suche nach einem Abendkleid allerdings sehr unentschlossen – so unentschlossen, dass selbst ein professioneller Verkäufer wie Sebastian irgendwann genervt ist. Dann allerdings kommt ihm ein Verdacht: Will diese vollbusige Schönheit etwa etwas ganz anderes von ihm als eine fachkundige Beratung? Als sie den Vorhang zur Umkleidekabine nur halb schließt und ihm tiefe Einblicke gewährt, wird dieser Verdacht immer stärker. In der Serie „Sinnliche Augenblicke“ erzählt Kirsten Steiner in loser Folge von erotischen Begegnungen an besonderen Orten oder in besonderen Situationen.

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Veröffentlichungsjahr: 2025

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Kirsten Steiner

Spätdienst in der Damenabteilung

Sinnliche Augenblicke (6)

Was so alles passieren kann, wenn eine schöne Kundin nicht nur ein fachliches Interesse an dem Verkäufer für Abendkleider hat.

Wer ist hier ein Hingucker?

Es war ein langer Tag gewesen. Wieder einmal. Sebastian sah auf die Uhr und stellte seufzend fest, dass er noch immer nicht ganz vorüber war und ihn noch mehr als anderthalb Stunden vom Feierabend trennten. Zumindest hatte der Kundenandrang nun deutlich nachgelassen, und der Rest des Abends würde wohl weniger stressig werden. Nur wenige Kundinnen schlenderten noch durch die Abteilung, die ein oder andere mit einem Partner im Schlepptau.

Sebastian musste zuweilen in sich hineinschmunzeln, wenn er den genervten Blick eines Mannes wahrnahm. Das war vor allem dann der Fall, wenn sich die Frau nicht entscheiden konnte, welches Kleid es denn nun sein sollte. Aber solche Männer sollten sich mal besser nicht beschweren. Er erlebte das Tag für Tag etliche Male. Dass er ausgerechnet in der Damenabteilung für Abendgarderobe arbeitete, war manchmal ganz reizvoll (vor allem, wenn er eine schöne Kundin zu beraten hatte), aber oft auch anstrengend, weil es fast nie vorkam, dass eine Kundin von einem Kleid restlos begeistert war. Irgendetwas gab es immer auszusetzen. Er hatte deshalb ganz gern in die Sportabteilung wechseln wollen. Aber seine Chefin war der Ansicht, dass er in der Abteilung für Damen-Abendgarderobe perfekt eingesetzt sei. Ganz einfach deshalb, weil eine Kundin am liebsten von einem gut aussehenden Mann hören wollte, wie gut ihr ein Kleidungsstück stand.

Er war sich nicht ganz sicher, ob er diese Aussage als Kompliment oder doch eher als sexistisch bewerten sollte. Aber möglicherweise hatte seine Chefin recht mit ihrer Sichtweise: Sebastian war Mitte 40, er hielt sich mit viel Sport fit, seine schwarzen Haare zeigten noch keine grauen Schläfen und er wurde normalerweise deutlich jünger eingeschätzt. Er hatte es schon mehrfach erlebt, dass sein anerkennendes Kopfnicken eine Kaufentscheidung zur Folge hatte. War er wirklich ein Hingucker für die Damenwelt? Oder beherrschte er einfach nur den richtigen Blick zur richtigen Zeit?

Ein Hingucker war auf jeden Fall die junge Frau, die an diesem Abend planlos in den verschiedenen Kleiderständern wühlte. Hatte er sie vor ein paar Minuten nicht in Begleitung einer anderen Frau gesehen? Aber da hatte er sich wohl geirrt. Im Augenblick war sie die einzige Kundin hier. Sah sie sich nur um oder suchte sie tatsächlich etwas? Jetzt sah sie hilfesuchend zu ihm herüber. Na schön, dachte Sebastian. So viel also zum ruhigen Ausklang des Abends. Sein Rat wurde gebraucht, er hatte seinen Job zu machen.

Kleider mit Fehlkonstruktion

„Kann ich helfen?“, fragte Sebastian.

„Das wäre sehr schön“, entgegnete die Kundin. „Ich suche ein Kleid für eine Hochzeitsfeier.“

„Aber Sie sind nicht die Braut, nehme ich an?“

„Sehe ich so aus?“, murmelte sie, während sie ein gelbes Kleid aus dem Ständer zog, es näher betrachtete und wieder zurückhängte. „Meine große Schwester stürzt sich ins Verderben. Und ich bin Trauzeugin.“

„Verstehe. Es sollte auch nur ein Scherz sein. Verzeihen Sie, wenn Sie das als unangemessen wahrgenommen haben. Natürlich ist mir klar, dass Sie nicht die Braut sind. Hochzeitskleider haben wir in dieser Abteilung ja gar nicht.“

Die Frau nickte und nahm ein anderes Teil von der Stange – ein langes, kaminrotes Kleid mit freien Schultern. Sie hielt es sich vor den Körper und sah Sebastian fragend an:

„Glauben Sie, so etwas in der Art würde mir stehen?“

Er nickte:

„Auf jeden Fall. Der Farbton hebt sich gut gegen Ihre blonden Haare ab. Möchten Sie es anprobieren?“

Die Frau schien zunächst unentschlossen, folgte ihm dann aber zu den Umkleidekabinen. Er zog einen Vorhang zur Seite und sie verschwand dahinter. Kurz darauf hörte er drinnen ein unverständliches Murmeln, im nächsten Augenblick zog sie den Vorhang auf und drehte ihm den Rücken zu.

„Können Sie mir bitte mal helfen? Ich bekomme den Reißverschluss nicht zu.“

Im Grunde war das doch auch eine Fehlkonstruktion dachte er, während er der Kundin half. So etwas allein zu schließen erforderte einiges Geschick – das er bei der jungen, schlanken Frau allerdings vermutet hätte. Sie wirkte eigentlich sehr gelenkig. Aber zuweilen täuschte so ein Eindruck wohl.

„Danke“, sagte sie, als er fertig war und betrachtete sich im Spiegel.

„Passt wie angegossen“, entgegnete er.

---ENDE DER LESEPROBE---