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Die Digitalisierung der Beurteilungen von Hotelinvestments ist eine Aufgabe, für die es bisher noch keine verbreitete und überzeugende Lösung gibt. Auch fehlt bisher ein allgemeiner Standard für Beurteilungen, vergleichbar einem Bewertungsstandard, in dem die wesentlichen Grundlagen und eine einheitliche Begriffsarchitektur definiert sind. Zusammen mit Fachkollegen wurde deshalb in einem ersten Schritt ein Standard mit dem Ziel entwickelt, eine Grundlage für Beurteilungen aller Art zu schaffen. Der Standard ist abstrakt und allgemein gehalten, um Grundlage für Beurteilungen aller Art sein zu können. Die digitale Beurteilung von Hotelinvestments bedarf eine Fülle weiterer Definitionen und Erläuterungen von Anwendungsfällen, die Gegenstand dieser Veröffentlichung sind.
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Seitenzahl: 64
Veröffentlichungsjahr: 2021
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Einführung
Systematik
2.1. Vorbemerkung
2.1.1. Begriffsdefinitionen, Erläuterungsbeispiel
2.1.2. Hintergrund und Zweck
2.1.3. Beurteilungseinheit
2.1.4. Beurteilungseigenschaft
2.1.5. Beurteilungsstichtag
2.1.6. Relevanzuntergrenze
2.1.7. Annahmen und besondere Annahmen
2.1.8. Sonstige Auftragsvariablen
2.2. System Setup
2.2.1. Kriterien
2.2.2. Kriterienkatalog
2.2.3. Maßstäbe
2.2.4. Notenskala
2.2.5. Gewichtung
2.3. Beurteilen
2.3.1. Sachverhaltserfassung, Messen und Benoten
2.3.2. Dynamische Benotung
2.3.3. Gewichtungskorrekturen
2.3.4. Gesamtnote, Verantwortlichkeit
2.3.5. Sonderfall Benotung Hotelprojekte
Musterbericht Erfolgspotenzial
Weitere Anwendungsbeispiele
4.1. Wettbewerbsposition Standort
4.2. Vergleichsanalyse alternativer Hotelinvestments
4.3. Sonstige Anwendungsfälle
Zusammenfassung und Unterstützung
Begriffsdefinitionen
Literaturverzeichnis
„Jetzt dann doch“, so Jörg Seifert, Chef vom Dienst1 der Fachzeitschrift immobilienwirtschaft anlässlich der Pandemie, und weiter „wer hätte das gedacht, dass es eines Jahrhundertereignisses bedarf, damit die Digitalisierung endlich Fahrt aufnimmt.“
Als ich vor Jahren nach der Herausgabe des Fachbuchs „Erfolgreich in Hotels investieren – Beurteilung und Bewertung von Hotels“ erstmals begann, mir Gedanken über eine digitale Beurteilung von Hotelinvestments zu machen, war noch nicht vorherzusehen, dass wenige Jahre später die Digitalisierung der Daten die Basis für Innovationen in fast allen Lebensbereichen, insbesondere in der Wirtschaft sein wird.
Die Digitalisierung der Beurteilungen von Hotelinvestments ist eine Aufgabe, für die es bisher noch keine verbreitete und überzeugende Lösung gibt. Auch fehlt bisher ein allgemeiner Standard für Beurteilungen, vergleichbar einem Bewertungsstandard, in dem die wesentlichen Grundlagen und eine einheitliche Begriffsarchitektur definiert sind.
Zusammen mit Fachkollegen wurde deshalb in einem ersten Schritt ein Standard mit dem Ziel entwickelt, eine Grundlage für Beurteilungen aller Art zu schaffen. Dieser Standard mit der Bezeichnung DJSI 100 wird vom Verein DJSI Digital Judgement Standards Institute e. V., München, veröffentlicht und fortentwickelt.
Der Standard ist abstrakt und allgemein gehalten, um Grundlage für Beurteilungen aller Art sein zu können. Für die unterschiedlichen Beurteilungsaufgaben, wie die Beurteilung von Hotelinvestments, bedarf die Umsetzung des Standards einer Fülle weiterer Definitionen und Erläuterungen von Anwendungsfällen, insbesondere einer Auswahl relevanter Kriterien und sachgerechter Gewichtungsalgorithmen.
Zielgruppe dieser Veröffentlichung sind Projektentwickler, Banken, Investoren, Hotelgesellschaften, Sachverständige, Gutachter und Berater. Während das Lesen von Ergebnisberichten digitaler Beurteilungen eines Hotelinvestments nur allgemeine immobilienwirtschaftliche Kenntnisse erfordert, müssen sich Auftraggeber und Auftragnehmer mit der komplexen Materie vertraut machen und Erfahrungen mit den zahlreichen Gestaltungsmöglichkeiten sammeln, die das System bietet.
Die Autoren werden Sie in dieser Veröffentlichung durch den gesamten Prozess der digitalen Beurteilung von Hotelinvestments führen.
Die Veröffentlichung ist wie folgt gegliedert:
Einführung
Die Einführung erläutert die wesentlichen Arbeitsschritte einer digitalen Beurteilung von Hotelinvestments sowie die Unterschiede und Vorteile zu verbalen Beurteilungen.
Systematik
Die grundsätzliche Systematik der digitalen Beurteilung wird in Kapitel 2 dargestellt und umfasst folgende Bestandteile:
Vorbereitung einer BeurteilungSystem Setup (Anpassung des Benotungsmodells an die Beurteilungsaufgabe)Beurteilung (Sachverhaltserfassung, Benotung und Gewichtung)Musterbericht Erfolgspotenzial
Dieses Kapitel stellt einen vollständigen Musterbericht einer Beurteilung des Erfolgspotenzials für das Betriebsergebnis eines Hotels anhand eines Fallbeispiels dar.
Weitere Anwendungsbeispiele
Anhand von repräsentativen Beispielen wird ein Ausblick über weitere Anwendungsmöglichkeiten digitaler Beurteilungen vorgestellt.
Zusammenfassung und Unterstützung
In diesem Kapitel fassen die Autoren noch einmal die Vorteile der digitalen Beurteilung zusammen und bieten Ihnen Beratung und Unterstützung für die Einführung eines digitalen Beurteilungssystems an.
Anhänge
Ein Anhang mit Begriffsdefinitionen und ein Literaturverzeichnis schließen die Veröffentlichung ab.
Die standardisierte digitale Beurteilung von Hotelinvestments ist ein erster Schritt in ein noch wenig erforschtes Gebiet. Es ist aber abzusehen, dass im Zuge der Digitalisierung der Wirtschaft kein Weg an standardisierten Beurteilungen wie die von Hotelinvestments vorbeiführen wird.
Die vorliegende Veröffentlichung hat Pioniercharakter und soll als Muster auch für andere Beurteilungsaufgaben in der Hotelindustrie und anderen Branchen dienen.
Die Autoren und der Herausgeber freuen sich auf konstruktive Kritik und Verbesserungsvorschläge!
Matthias Schröder
München, August 2021
1 immobilienwirtschaft, Sonderheft Digital Guide Real Estate 2020, Editorial, S. 3
Matthias Schröder
Matthias Schröder ist Wirtschaftsprüfer, Mitglied des britischen Berufsverbandes von Immobiliensachverständigen, der „Royal Institution of Chartered Surveyors“ (MRICS) sowie „Business Mediator RICS“ und war über viele Jahre als geschäftsführender Gesellschafter im PKF Netzwerk für den Bereich der Unternehmensberatung und Bewertung von Hotels verantwortlich.
Schröder ist Mitautor der Veröffentlichung „Bewertung von Hotels und Hotelimmobilien“, München 2005, hat als Herausgeber die Veröffentlichung „Erfolgreich in Hotels investieren – Beurteilung und Bewertung von Hotels“, München 2011, maßgeblich mitgestaltet und in vielen Vorträgen und Workshops über die Bewertung von Hotels referiert.
Ulrike Schüler
Ulrike Schüler studierte Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und an der Sorbonne in Paris. Nach ersten Berufserfahrungen in Paris und in Wien war sie über zehn Jahre im Development einer international operierenden Hotelgesellschaft tätig. Seit 2004 ist Ulrike Schüler Geschäftsführerin und seit 2008 geschäftsführende Gesellschafterin der PKF hotelexperts GmbH, München.
Ihr Tätigkeitsschwerpunkt liegt in der Beratung nationaler und internationaler Mandanten bei der Entwicklung von Hotelimmobilien. Sie unterstützt Projektentwickler und Investoren bei der Suche und Auswahl von Hotelbetreibergesellschaften und beim Abschluss von Hotelverträgen. Weitere Aufgaben sind Wirtschaftlichkeitsanalysen für Hotel- und Tourismusprojekte, die Repositionierung von Hotels, die Bewertung von Hotelimmobilien und das Unternehmens-Controlling.
Ulf Templin
Ulf Templin studierte nach seiner Hotelausbildung im Marriott Hotel Bremen Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Tourismus an der Fachhochschule in München. Seit 1997 ist Ulf Templin für PKF in München tätig und absolvierte 2003 das Steuerberaterexamen. Seit 2008 ist er geschäftsführender Gesellschafter der PKF hotelexperts GmbH, München. Die Beratungsschwerpunkte von Templin liegen in der Erstellung von Machbarkeitsstudien für Hotelprojekte im In- und Ausland sowie in der Bewertung von Hotelimmobilien im Zusammenhang mit Transaktionen oder im Rahmen der Erstellung von Jahresabschlüssen nach nationalen und internationalen Rechnungslegungsstandards (Impairment Tests).
Weitere Tätigkeitsschwerpunkte sind die Suche und Auswahl von Betreibergesell-schaften sowie die wirtschaftliche Beratung beim Abschluss von Betreiberverträ-gen (Pacht-, Management-, Franchise- und Lizenzverträge). Neben seiner beruflichen Tätigkeit hält Ulf Templin Vorträge bei Fortbildungsveranstaltungen zum Thema Hotelimmobilien und Gastvorträge an diversen Fachhochschulen und Universitäten.
Claudia Georgius
Claudia Georgius verfügt über Erfahrungen in der Immobilienbranche in den Bereichen Investition, Markt- und Standortanalysen sowie Bewertungen von Hotel- und Gewerbeimmobilien. Sie arbeitet als Beraterin, Moderatorin und Trainerin in ihrem eigenen Beratungsbüro in Stuttgart im Bereich Projektentwicklung. Ihre Spezialisierungen sind Kommunikation und Zusammenarbeit.
Georgius ist gelernte Hotelkauffrau, Dipl.-Immobilienkauffrau (ADI), systemische Beraterin für Organisationsentwicklung und Change-Management sowie Mediatorin für Wirtschaft, Familie und soziale Handlungsfelder (Steinbeis).
Martin Kühnel
Martin Kühnel, Dipl.-Inform. (FH), ist freiberuflicher Berater im IT-Bereich und ist neben der Mitarbeit an diesem Buch auch beteiligt an der Entwicklung des zugrunde liegenden Standards.
Die Einführung erläutert die wesentlichen Arbeitsschritte einer digitalen Beurteilung von Hotelinvestments sowie die Unterschiede und Vorteile zu verbalen Beurteilungen.
Etwas zu beurteilen ist ein für uns sehr bekannter Vorgang: Wir beurteilen laufend alles Mögliche, um darauf aufbauend Entscheidungen zu fällen, wie beispielsweise: Noch bei „Gelb“ über die Kreuzung fahren?
Beurteilungskriterien sind beispielsweise:
Habe ich es eilig?
Polizei in Sicht?
Kreuzung frei?
Bremsweg ausreichend?
Beurteilungen sind ein nicht abreißender Prozess, der uns über den ganzen Tag beschäftigt. Der Vorgang ist uns intuitiv vertraut, wir brauchen meist nicht über die Beurteilungskriterien und deren Bedeutung für die Entscheidung nachdenken. Die Beurteilung erfolgt halb bewusst, halb unbewusst, oft in Bruchteilen einer Sekunde.
Tatsächlich ist das Beurteilen ein komplexer Prozess und die intensive Beschäftigung mit diesem Thema zeigt auch, wie leicht es zu Fehlurteilen kommen kann2.
Beurteilungen von Hotelinvestments erfolgen derzeit überwiegend verbal. Eine digitale Beurteilung, also eine Benotung mit numerischen Ziffern hat gegenüber einer verbalen Beurteilung viele Vorteile.
Zunächst die Arbeitsschritte einer digitalen Beurteilung, die grundsätzlich einem einheitlichen Muster folgen:
Definition dessen, was und nach welcher Eigenschaft beurteilt werden soll
Zusammenstellung relevanter Beurteilungskriterien
Gewichtung der Kriterien
Definitionen der Maßstäbe und der Notenskala
Sachverhaltserfassung und Benotung
Ableitung und Formulierung des Beurteilungsergebnisses
Die Vorteile der standardisierten digitalen Benotung lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Auswahl relevanter Beurteilungskriterien