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Willkommen in Cedar Falls, einer kleinen Stadt in North Carolina, die inmitten der Smokey Mountains liegt. Zane Fisher ist fest entschlossen, gegen den Bau eines Casinos in seiner kleinen Heimatstadt zu kämpfen. Sicher, das würde mehr Besucher in die sterbende Stadt bringen, aber mit welchem Risiko? Aidan Dempsey hat die Nase voll von dem schlechten Kaffee, den Cedar Falls bisher zu bieten hatte. Nach einer besonders schlechten Tasse beschließt er, dem Zeug abzuschwören, bis er in die örtliche Bäckerei geschleppt wird. Dort gibt es nicht nur den besten Kaffee, den er je getrunken hat, sondern der Besitzer der Bäckerei, Zane Fisher, ist vielleicht auch der attraktivste Mann, den er jemals getroffen hat. Zu dumm, dass Zane ihm unbedingt aus dem Weg gehen will, denn er ist der Projektleiter für das Casino, gegen dessen Bau Zane kämpft. Wird es ihnen gelingen, Gemeinsamkeiten zu finden, oder wird Aidan dazu verdammt sein, nur noch schlechten Kaffee zu trinken? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Länge: rund 44.000 Wörter
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Veröffentlichungsjahr: 2023
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Epilog
ÜBER SHEA BALIK
LESEPROBE:
Sweet Buns – Süße Schnecken
Willkommen in Cedar Falls, einer kleinen Stadt in North Carolina, die inmitten der Smokey Mountains liegt.
Zane Fisher ist fest entschlossen, gegen den Bau eines Casinos in seiner kleinen Heimatstadt zu kämpfen. Sicher, das würde mehr Besucher in die sterbende Stadt bringen, aber mit welchem Risiko?
Aidan Dempsey hat die Nase voll von dem schlechten Kaffee, den Cedar Falls bisher zu bieten hatte. Nach einer besonders schlechten Tasse beschließt er, dem Zeug abzuschwören, bis er in die örtliche Bäckerei geschleppt wird.
Dort gibt es nicht nur den besten Kaffee, den er je getrunken hat, sondern der Besitzer der Bäckerei, Zane Fisher, ist vielleicht auch der attraktivste Mann, den er jemals getroffen hat. Zu dumm, dass Zane ihm unbedingt aus dem Weg gehen will, denn er ist der Projektleiter für das Casino, gegen dessen Bau Zane kämpft.
Wird es ihnen gelingen, Gemeinsamkeiten zu finden, oder wird Aidan dazu verdammt sein, nur noch schlechten Kaffee zu trinken?
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein.
Länge: rund 44.000 Wörter
SHEA BALIK
Sweet Buns – Süße Schnecken
Cedar Falls 1
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene
ME AND THE MUSE PUBLISHING
www.meandthemuse.com
Copyright © der englischen Originalausgabe „Sweet Buns“:
Shea Balik
Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:
Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe
Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2023
Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs
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Das Glöckchen über der Tür läutete, als Jesse Grant in die Bäckerei gestürmt kam. „Ich habe Neuigkeiten.“
Es gab Zeiten, wie jetzt, in denen Zane Fishers bester Freund ihn an einen Welpen erinnerte, der aufgeregt kläffend im Kreis herumlief. Zane schenkte Jesse ein Lächeln, als er damit fertig war, die Tische abzuwischen und die Stühle wieder in Position zu bringen. „Was gibt’s Neues?“ Das hätte er eigentlich gar nicht fragen müssen. Wie ein Welpe würde Jesse es nicht lange für sich behalten können, aber Zane wollte seinen besten Freund nicht enttäuschen, indem er ihn so hängen ließ.
Jesse fieberte förmlich vor Vorfreude. Seine dunklen Augen, die er mit schwarzem Eyeliner und Wimperntusche noch eindringlicher gemacht hatte, weiteten sich. „Dein Widersacher ist in der Stadt, und laut Mary Fuller ist er ‚heiß wie die Sünde‘.“ Jesse machte sogar kleine Anführungszeichen in der Luft, um das Ganze noch dramatischer zu machen. Kaum waren die Worte aus Jesses Mund, ließ er sich erschöpft auf einen Hocker am Tresen fallen.
Nur mit Mühe konnte Zane sich ein Lachen über den Hang seines Freundes zur Dramatik verkneifen. Es war ja nicht so, dass der Mann weit laufen musste, um es ihm zu sagen. Jesses Blumenladen war gleich auf der anderen Straßenseite. Natürlich könnte es damit zu tun haben, dass er Stiefel mit fünf Zentimeter hohen Plateauabsätzen trug. „Was denkst du, wer mein Widersacher ist, Jesse, und woher weiß Mary Fuller, wie er aussieht?“
Im Großen und Ganzen kam Zane mit allen gut aus, was nicht immer einfach war, wenn man als Schwuler in einer Kleinstadt lebt. Als er sich im Alter von fünfzehn Jahren seinen Eltern gegenüber geoutet hatte, hatten sie das ohne viel Aufhebens hingenommen. In der High School hätte er sich gewünscht, dass sie mehr Schwierigkeiten gehabt hätten, damit klarzukommen. Nicht, dass er rausgeworfen werden wollte oder so, aber seine Mutter hatte sich in eine regelrechte Gay Pride-Fanatikerin verwandelt, was, um ehrlich zu sein, manchmal noch peinlicher war als damals, als sie ihn noch in Lockenwicklern und ihren traditionellen hawaiianischen Klamotten zur Schule gebracht hatte.
Je älter er wurde, desto mehr wusste er es zu schätzen, dass seine Mutter und sogar sein Vater bereit waren, für ihn zu kämpfen. Zwar brachte ihn seine Mutter mit ihren verschrobenen Ansichten über die Rechte von Schwulen immer noch in Verlegenheit. Wann immer es eine LGBT-Kundgebung, einen Protest oder eine Parade gab, war sie mittendrin und schrie aus vollem Hals, dass ihr Sohn schwul sei. Insgeheim war er stolz auf sie, aber das änderte nichts an der Tatsache, dass er lieber ein ruhiges Leben führen würde, ohne seine sexuellen Vorlieben lauthals in die ganze Welt hinauszuposaunen.
Jesse beugte sich über den Tresen und stützte sein Kinn in die Hände. Mit einem kräftigen Seufzer sagte er: „Aidan Dempsey“. Als er das ausdruckslose Gesicht von Zane bei diesem Namen sah, schüttelte sein Freund verärgert den Kopf. „Ich brauche etwas zu trinken, wenn du mich schon so früh am Morgen so hart arbeiten lässt.“
Schmunzelnd ging Zane hinter den Tresen und machte Jess sein Lieblingsgetränk für den Herbst, einen Caramel Macchiato. Als er die Tasse auf den Tresen stellte, beugte sich Jesse hinunter und atmete tief ein, bevor er sie in die Hand nahm und vorsichtig einen Schluck trank. „Ahhh, viel besser.“
Die übertriebenen Faxen seines Freundes waren immer unterhaltsam, zumindest, wenn sie ihn nicht in Schwierigkeiten brachten. Zane konnte gar nicht mehr zählen, wie oft Jesse sich mit anderen angelegt hatte, die kein Problem damit hatten, dem eins fünfundsechzig großen Mann eine reinzuhauen. Zane, Jesses Freund, sprang dann ein, um zu helfen, und bekam dafür meistens den Arsch versohlt.
Trotzdem würde er all die blauen Flecken, Schnittwunden, gebrochenen Rippen, Krankenhausbesuche und sogar die Zeit im Gefängnis gegen nichts eintauschen wollen. „Wer ist Aidan Dempsey, und warum ist er mein Widersacher?“
Erst nachdem Jess einen weiteren Schluck genommen hatte, stellte er sein Getränk ab. Er lehnte sich über den Tresen und senkte seine Stimme zu einem Flüstern. „Der Projektleiter für das Casino.“
Zane hörte auf, den bereits sauberen Tresen abzuwischen. Obwohl die Bautrupps schon seit einigen Monaten das Land für den Bau des neuen Casinos freigeräumt hatten, hatte Zane immer noch gehofft, dass es nicht dazu kommen würde. Er hatte kein Problem mit Casinos im Allgemeinen, aber das bedeutete nicht, dass er eines in seiner Stadt haben wollte.
Er befürchtete, dass dadurch Korruption und Habgier in diese gebeutelte Stadt einziehen würden. Er hatte Vegas gesehen, er wusste, dass die Mafia dort Casinos betreibt, und er wollte nicht zulassen, dass dies auch in seiner Heimatstadt geschah.
Aber da das Land zur Cherokee Nation gehörte, konnte Zane wenig tun, um das Casino zu verhindern. Das hieß jedoch nicht, dass er das Ganze gut finden musste.
Jesse legte seine Hand auf die von Zane und drückte sie. „Tut mir leid, Zane. Ich weiß, dass du gehofft hast, es würde nichts daraus.“
Er war sich nicht sicher, warum es ihn überhaupt interessierte. Seine Heimatstadt Cedar Falls war nicht der Ort, an dem er hatte bleiben wollen. Aber als bei seiner Mutter Brustkrebs diagnostiziert wurde, wusste er, dass er in ihrer Nähe sein musste, und so hatte er seinen Job als stellvertretender Chef-Konditor in der Fort Wilderness Lodge bei Disney aufgegeben, um nach Hause zu kommen.
Es war eine bizarre Angelegenheit gewesen, in die Kleinstadt zurückzukehren, nachdem er die letzten sieben Jahre in Orlando gelebt hatte. Seit er sechs Jahre alt war und seiner Mutter beim Backen geholfen hatte, wusste er, dass er einmal Konditor werden wollte. Seit seinem zwölften Lebensjahr sparte er sein Geld, um die beste Konditorenschule des Landes, Le Cordon Blue in Orlando, zu besuchen.
Mit Hilfe seiner Eltern wurde dieser Traum Wirklichkeit, als er mit neunzehn Jahren in den Bus stieg, um seine Ausbildung zu beginnen. Nach seinem Abschluss an der berühmten Konditoreischule bekam er den Job als stellvertretender Chef-Konditor bei Disney. Er wurde in verschiedenen Resorts eingesetzt, bis er in der Fort Wilderness Lodge landete.
Indem er schon früh Mitbewohner gefunden hatte, konnte Zane für seinen großen Traum, eine Bäckerei zu eröffnen, sparen. Da er in Orlando lebte, würde dieser Traum noch einige Jahre auf sich warten lassen, aber als er den Anruf von seiner Mutter erhielt und zurück nach Cedar Falls zog, hatte das gesparte Geld gereicht.
Es war sogar mehr als genug gewesen. Statt sich mit einer kleinen Bäckerei zu begnügen, in der er kaum Platz hatte, um so viele Backwaren herzustellen, wie er wollte, konnte er den Laden seiner Träume eröffnen. Nach drei Monaten in Cedar Falls war der Laden Süße Schnecken also Wirklichkeit geworden.
Er musste zugeben, dass es ihm besser ging, als er dachte. In einer Stadt, die langsam im Sterben lag, florierte die Bäckerei geradezu. Zu schade, dass es dem Rest der Main Street nicht so gut ging. Der Bürgermeister, Donald Murphy, war noch von der alten Schule. Er wollte, dass alles so blieb, wie es vor sechzig Jahren gewesen war, auch wenn der Rest des Landes sich weiterentwickelte.
Die Stadtverwaltung war auch nicht viel besser. Wie es dem Casino gelungen war, die Genehmigungen für den Bau am Stadtrand zu bekommen, ohne dass der Bürgermeister dies verhindert hatte, war ein Rätsel, aber Zane vermutete, dass Geld im Spiel war. Nicht, dass der Bürgermeister korrupt gewesen wäre, aber in einer gebeutelten Stadt wurde Geld immer wichtiger.
Mehrmals hatte er versucht, mit Bürgermeister Murphy darüber zu sprechen, mehr Veranstaltungen in der Stadt zu organisieren, um mehr Touristen anzulocken, wie es die umliegenden Städte taten. Aber jedes Mal wurde Zane wie ein Kind abgewimmelt.
Jesse schnipste mit den Fingern vor Zane und holte ihn ins Hier und Jetzt zurück. „Erde an Zane. Bist du noch da?“
Er warf seinem Freund den Lappen, den er benutzt hatte, an den Kopf und lachte. „Ja, du Blödmann. Nur weil dieser Typ für das Casino arbeitet, ist er nicht mein Widersacher.“ Das bedeutete zwar, dass Zane sich von dem Mann fernhalten würde, aber das musste Jesse ja nicht wissen.
„Ach wirklich?“, fragte Jesse. „Ich nehme an, du willst das Foto von dem scharfen Kerl nicht sehen.“ Jesse wedelte mit seinem rosafarbenen, mit Strasssteinen besetzten Smartphone vor Zanes Gesicht herum.
Der lehnte sich mit der Hüfte gegen den Tresen, verschränkte die Arme, hob die linke Augenbraue und warf Jesse einen strengen Blick zu. „Wann wirst du endlich erwachsen?“
Jesse grinste. „Niemals.“
Sie fingen beide an zu glucksen wie Schulmädchen. Genau das liebte er an seinen Freunden: Sie brachten einander zum Lachen. Jesse hatte bereits einen Monat lang in Orlando gelebt, als Zane seine Anzeige für einen Mitbewohner gesehen hatte. Sie verstanden sich auf Anhieb und lachten oft über alles und jeden.
Nach zwei Monaten des Zusammenlebens wussten sie, dass sie einen weiteren Mitbewohner brauchten, weil die Kosten immer noch zu hoch waren. Da lernten sie ihren anderen besten Freund, Ethan, kennen. Sieben Jahre lang waren sie unzertrennlich gewesen. Sie teilten alles, von der Kleidung bis zum Make-up – auch wenn Jesse das meiste davon trug. Vor allem aber teilten sie ihr Glück, ihr Lachen, ihren Liebeskummer und ihre Tränen.
Als Zane ankündigte, dass er zurück nach Cedar Falls ziehen würde, zögerten seine Freunde nicht einmal. Sie verkündeten, dass sie mit ihm umziehen würden. Jesse war nur ein paar Wochen nach Zane umgezogen. Ethan war bereit gewesen, mit Jesse umzuziehen, aber er hatte einen Anruf von seinem jüngeren Bruder erhalten. Offenbar hatte der einen Unfall gehabt und trug einen Gips am ganzen Bein.
Ethan erklärte sich bereit, seinem Bruder zu helfen und versprach seinen Freunden, nach Cedar Falls zu ziehen, sobald der Gips abgenommen war. Das war vor sechs Monaten gewesen. Die letzten paar Telefonate mit ihm waren sehr kurz gewesen und Ethan schien sich verändert zu haben, aber egal wie sehr Jesse und Zane ihn bedrängten, Ethan bestand darauf, dass alles in Ordnung sei.
Zane hatte überlegt, ob er Ethan besuchen sollte, um sicherzugehen, dass alles in Ordnung war, als Ethan schließlich anrief und sagte, dass er am Freitag in Cedar Falls sein würde. Zane konnte es kaum erwarten, ihn zu sehen. Es war schon zu lange her, dass die drei die ganze Nacht gelacht hatten, so wie sie es früher getan hatten.
Zane schnappte sich das Handy, mit dem Jesse ihn aufgezogen hatte. „Hey, gib das zurück“, forderte Jesse, als er versuchte, es ihm wieder abzunehmen. Selbst mit den fünf Zentimeter hohen Absätzen hatte Jesse mit seiner Körpergröße keine Chance gegen Zane und seine eins fünfundsiebzig, vor allem nicht, als Zane die Hand über seinen Kopf streckte. Als bester Freund kannte er den Code für Jesses Handy und tippte ihn schnell ein, während Jesse auf und ab hüpfte.
Dass er dabei nicht mehr als ein paar Zentimeter hoch springen konnte, schien seinen Freund nicht im Geringsten zu stören. Als er zu den Bildern blätterte, stockte Zane der Atem, als der attraktivste Mann der Welt auf dem Display erschien.
Er nahm den Arm herunter, um ihn näher zu betrachten, woraufhin Jesse ihm das Handy wieder abnahm. Da er nicht sauer war, drehte Jesse den Bildschirm so, dass beide das Foto sehen konnten. „Ich sagte doch, er ist scharf.“
Scharf war nicht einmal ansatzweise eine Beschreibung für diesen Mann. Tiefblaue Augen strahlten Zane an, als ob der Mann auf dem Bild direkt in seine Seele sehen könnte. Er hatte dunkelbraunes Haar, das kurz geschnitten und doch lang genug war, dass Zane seine Hände darin vergraben konnte. Dunkle Bartstoppeln bedeckten sein kräftiges Kinn und verliehen ihm eine imposante Ausstrahlung.
Zane spürte, wie seine Zunge über seine Lippen fuhr, als er daran dachte, diese prallen Lippen zu kosten. Ein schwaches Lächeln zeigte Grübchen auf Aidans Wangen, über die Zane gerne mit seiner Zunge fahren würde. Er wusste, dass er das Bild zu lange angeglotzt hatte, als er das Grinsen auf Jesses Gesicht bemerkte.
Die dunklen Augen seines Freundes funkelten vor Belustigung. „Widersacher war vielleicht nicht das richtige Wort, was?“
Zane warf seinem Freund, der ihn jetzt auslachte, eine abfällige Handbewegung zu und fragte: „Woher hast du dieses Foto?“
„Von Mary. Sie hat ihm das alte Johnson-Haus verkauft.“ Jesse schaltete sein Handy aus, als mehrere Kunden durch die Tür kamen.
Zane hieß sie willkommen, bevor er auf die Uhr schaute. Zeit für den nächsten Ansturm. Er verabschiedete sich kurz von seinem Freund, bevor er wieder hinter den Tresen trat.
Angesichts der vielen Geschäfte, die schließen mussten oder kaum überlebten, war Zane froh, dass sein Geschäft so gut lief. Er musste jeden Tag um vier Uhr morgens zur Arbeit kommen, um zu backen, aber er wollte, dass so viele seiner Produkte möglichst frisch waren. Jesse und Ethan hassten die Morgenstunden, aber Zane liebte den Frieden und die Ruhe zu dieser Tageszeit.
Er hatte drei Angestellte, und wenn das Geschäft in den nächsten Monaten weiterhin gut lief, würde er ernsthaft darüber nachdenken, einen vierten einzustellen. Zimtschnecken machten einen großen Teil seines Geschäfts aus, ebenso wie seine Cupcakes. Er stellte auch eine Reihe anderer Backwaren her, die sich gut verkauften, aber diese beiden waren seine wichtigsten Umsatzbringer.
Neben dem Gebäck verkaufte er auch Kaffee. Zane hielt nichts davon, halbe Sachen zu machen. Er hatte eine komplette Kaffeebar mit allen erdenklichen Kaffeegetränken. Da so viele Menschen Koffein mochten, auch er selbst, wollte er keinen minderwertigen Kaffee zu seinem Gebäck verkaufen.
Als er beschloss, zurück nach Cedar Falls zu ziehen, hatte er sich Sorgen um seine Zukunft gemacht. Er hatte von seinen Eltern gehört, dass es Cedar Falls nicht gut ging. Sein Traum von einer eigenen Bäckerei bedeutete, dass er mit seinen Ersparnissen ein großes Risiko einging. Aber seine Eltern und seine Freunde hatten ihn ermutigt, es trotzdem zu versuchen.
Er konnte nicht leugnen, dass er sich auch Gedanken darüber gemacht hatte, als schwuler Mann akzeptiert zu werden. Es gab zwar ein paar homophobe Arschlöcher, aber größtenteils akzeptierten die Leute ihn und zuckten nicht mit der Wimper, dass er schwul war. Er wusste, dass er das seiner Mutter zu verdanken hatte. Selbst nachdem er nach Orlando gegangen war, hatte sie die Menschen in Cedar Falls dazu gebracht, ihn zu akzeptieren.
Wenn er jetzt nur noch dieses Casino aufhalten könnte, wäre seine Welt in Ordnung.
Während er nervös die fünfte Tasse von etwas trank, das man nur als dunkel gefärbtes Wasser anstelle von Kaffee bezeichnen konnte, rief Aidan seinen besten Freund an. Es war wahrscheinlich ein Fehler, ihn anzurufen, denn Syn hörte sich nicht gerne Gemecker an, aber Aidan hatte schon die Nase voll von dieser Kleinstadt.
Während er wartete, dass sein Freund abhob, nahm Aidan noch einen Schluck und verzog das Gesicht über den furchtbaren Geschmack, bevor er den Becher in den Müll warf. So sehr er sich auch bemühte, den Rest würde er auf keinen Fall mehr runterkriegen. Was würde er nicht alles für eine anständige Tasse Kaffee tun.
„Hey, Aidan. Wie gefällt dir das Kleinstadtleben?“
Syns fröhlicher Tonfall ließ Aidan vor Verärgerung mit den Zähnen knirschen. Er war erst seit einer Woche hier und bereute bereits seine Entscheidung, diesen Job anzunehmen. Nicht, dass er eine große Wahl gehabt hätte, aber er hatte tatsächlich darüber nachgedacht, das Angebot von Mr. Carlisle anzunehmen, das Casino zu leiten, nachdem er es fertig gebaut hatte.
Er hatte das Glück, sein Studium am MIT als Jahrgangsbester abgeschlossen zu haben, als Syn jemanden suchte, den er als Projektmanager ausbilden konnte. Unter der Anleitung des Mannes war Aidan aufgeblüht. Am Anfang war es toll gewesen, alle acht bis zwölf Monate umzuziehen, aber jetzt war er bereit für etwas anderes. Er war sich nur nicht sicher, was. Als das Unternehmen, für das er arbeitete, ihm anbot, zu bleiben und das Casino zu leiten, überlegte er sich das ernsthaft.
Aber jetzt nicht mehr. Jetzt, wo er eine Woche in Cedar Falls gelebt hatte, war er sich relativ sicher, dass er verrückt werden würde, wenn er dauerhaft hierher ziehen würde. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Leute hier nichts tun, außer dem Gras beim Wachsen zuzusehen, weil es sonst nichts zu tun gibt.“ Aidan zuckte zusammen, als er diese bitteren Worte von sich gab.
„Ich habe dir doch gesagt, du sollst den Job in Las Vegas annehmen.“ Das „Ich hab’s dir ja gesagt“ war zwar gerechtfertigt, aber nichts, was Aidan hören wollte.
Er war vor einigen Jahren schon einmal in Las Vegas gewesen und hatte keine Lust, dorthin zurückzukehren. Außerdem handelte es sich bei dem Job nur um eine Renovierung, die höchstens sechs Monate dauern würde. Aber was noch wichtiger war: Er hatte nicht das Angebot bekommen, am Ende das Casino zu leiten und sich dort niederzulassen.
Mit einem Blick auf den Kaffeebecher, den er gerade weggeworfen hatte, sagte er: „In dieser Stadt gibt es nicht einmal ein Starbucks. Wie kann es sein, dass in Amerika noch eine Stadt existiert, in der es kein Starbucks gibt?“
Nicht, dass er sich wirklich die Mühe gemacht hätte, einen Laden zu finden, in dem es guten Kaffee gab. Entweder holte er sich auf dem Weg zur Baustelle einen von der Tankstelle oder er trank das, was im Bauwagen stand. Aber er war die alte, heruntergekommene Stadt rauf und runter gefahren, und es gab nicht einen einzigen Starbucks.
„Hast du dir überhaupt die Mühe gemacht, die Main Street entlang zu laufen?“ Genau aus diesem Grund hätte er seinen Mentor nicht anrufen sollen. Syn war viel zu praktisch veranlagt, um Aidans Gejammer zu ertragen.
Er schnappte sich seine Schlüssel vom Schreibtisch und lief zu seinem Auto, während er mit dem einzigen Mann sprach, den er als Freund bezeichnete. „Gut. Ich fahre los, aber ich rufe dich an, wenn ich dann immer noch nichts gefunden habe.“
Syn lachte. „Das kannst du gerne tun, mein Freund. Da ich dich schon mal am Telefon habe: Mr. Carlisle braucht ein Update.“
Aidan schüttelte den Kopf. „Im Ernst? Ich bin doch erst seit einer Woche hier. Was zum Teufel will er denn wissen?“ Normalerweise gab er jeden Monat einen Bericht ab, besonders bei einem so großen Projekt.
„Ich weiß, aber er ist besorgt über das zögerliche Verhalten des Bürgermeisters in Cedar Falls.“ Eigentlich befand sich das Projekt ja außerhalb der Stadtgrenzen von Cedar Falls, aber wenn man in der Nähe einer Stadt baute, war es gut, wenn man die Unterstützung des Bürgermeisters hatte. Bis jetzt hatten sie die nicht gerade bekommen.
Nicht, dass der Bürgermeister nicht freundlich gewesen wäre, aber es war klar, dass er nicht vorhatte, die Unternehmen in der Gegend zu ermutigen, mit dem Casino zusammenzuarbeiten, um Cedar Falls zu einem Anziehungspunkt zu machen, anstatt zu der trostlosen Stadt, die sie derzeit darstellte.
Es würde mehr Arbeit für Aidan bedeuten, mit den örtlichen Geschäftsleuten zu sprechen. Nicht, dass er etwas gegen die zusätzliche Arbeit hätte, aber Kleinstädte hielten oft zu ihrem Bürgermeister, was seine Arbeit noch schwieriger machen würde. „Okay, sag ihm, dass ich mich erst diese Woche mit dem Ort vertraut gemacht habe. Aber ich werde nächste Woche viel Zeit damit verbringen, mit dem Bürgermeister zu sprechen und die Einheimischen kennenzulernen. Ende nächster Woche werde ich ihm einen Bericht vorlegen.“
Er hörte, wie Syn kurz mit jemand anderem sprach, bevor er sich wieder in die Leitung einklinkte. „Mr. Carlisle sagt, das geht in Ordnung. Vergiss nur nicht, freundlich zu sein“, sagte Syn, bevor er auflegte.
Aidan warf das Handy auf den Sitz neben sich und bog in die Main Street ein. Er war die Straße schon einmal entlanggefahren, aber dieses Mal musste er sie zu Fuß abgehen und in die verschiedenen Geschäfte reinschauen, bis er sie besser kannte.
Da Mr. Carlisle ihn gebeten hatte, damit anzufangen, Dinge ins Rollen zu bringen, beschloss er, sich vorzustellen. Normalerweise lernte er gerne andere Menschen kennen, aber bisher war er nicht sehr freundlich behandelt worden. Selbst die Bauarbeiter, die eigentlich dankbar für den Job sein sollten, wo doch in der Gegend nicht viel gebaut wurde, waren reserviert.
Er hielt auf dem ersten freien Parkplatz und stieg aus dem Auto. Sein Blick schweifte über die umliegenden Gebäude. Direkt an der Stelle, an der er geparkt hatte, befand sich die Polizeiwache und daneben das Rathaus.
Da er den Bürgermeister nicht behelligen wollte, bevor er die Gelegenheit gehabt hatte, sich den Rest der Stadt anzuschauen und vielleicht ein paar Bewohner kennenzulernen, ging Aidan an beiden Gebäuden vorbei. Als Nächstes kam ein anderes Gebäude mit mehreren Ladeneinheiten, von denen die Hälfte leer stand. Auf der anderen Straßenseite gab es weitere leere Läden, eine Arztpraxis und einen Tierarzt. Bis jetzt hatte diese Stadt wirklich nicht viel zu bieten. Als er von der Main Street auf die Peachtree, die andere Hauptverkehrsstraße, abbog, stellte er zu seinem Entsetzen fest, dass es dort nicht viel besser aussah.
Wenigstens hatten ein paar Geschäfte geöffnet – eine Drogerie, ein Buchladen und, zu seinem Glück, ein Café. Er beschleunigte seinen Schritt, betrat den Laden und atmete tief ein. Der Geruch von verbranntem Kaffee war nicht gerade vielversprechend, aber das bedeutete nicht unbedingt, dass es keinen frischen Kaffee geben würde.
„Willkommen im Kaffeesalon“, begrüßte ihn eine hübsche Blondine um die dreißig, als er eintrat.
Aidan sah schon den berechnenden Blick in ihren Augen, als sie ihn musterte, und da ihr offensichtlich gefiel, was sie sah, musste er sich auf die Zunge beißen, um ihr nicht zu eröffnen, dass sie auf dem falschen Dampfer war. Er war sich nicht sicher, wie schwulenfreundlich die Stadt war, und er wollte nicht von Anfang an einen schlechten Eindruck hinterlassen.
Er lächelte sie an und stellte sich vor. „Hi. Ich bin Aidan Dempsey.“ Er streckte seine Hand aus, die sie etwas zu begierig ergriff, als sie hinter dem Tresen hervorkam, um ihm noch näher zu sein.
Als sie seine Hand losließ, hatte er das Gefühl, eine Dusche zu brauchen, so wie sie ihn mit ihren Augen verschlang. „Es freut mich, Sie kennenzulernen, Aidan. Ich bin Betty Sue. Sind Sie neu in der Stadt?“
Er hatte vor, sich mit den Ortsansässigen zu unterhalten, aber in diesem Moment wünschte er sich, er könnte das sein lassen. „Ja, das bin ich. Ich bin gerade hierher gezogen, um den Bau des Casinos und des Hotels am Rande der Stadt zu beaufsichtigen.“
Es war, als könne er die Dollarzeichen in ihren Augen sehen, als sie hörte, was er machte. Sie leckte sich sogar über die Lippen, um verführerisch zu wirken. Verzweifelt versuchte er, einen Weg zu finden, so schnell wie möglich aus dem Laden zu kommen.
„Ich brauche dringend eine Tasse Kaffee.“ Hoffentlich konnte er sie hinter den Tresen bekommen, damit er den Laden verlassen konnte, sobald er seinen Kaffee hatte.
„Da sind Sie bei mir genau richtig, Süßer.“ Während sie sprach, legte sie ihre Hand auf seinen Arm, bevor sie sich hinter den Tresen zurückzog, um seinen Kaffee zu holen.
