Taken by a Sinner - Michelle Heard - E-Book

Taken by a Sinner E-Book

Michelle Heard

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Beschreibung

In den trüben Gewässern der Mafia ertrinkend, bin ich fest entschlossen, einen Ausweg zu finden. Dann heiratet meine Mutter einen pensionierten Mafiaboss, und das Oberhaupt der griechischen Mafia ist mein Stiefbruder. Nikolas Stathoulis ist fest entschlossen, meine gut durchdachten Pläne zu ruinieren. Und er ist immer da. Auf dem Campus. In meiner Wohnung. Er erwartet, dass ich mich an seine Regeln halte. Wenn ich nur seine gottgleichen Züge ignorieren und mein Herz davon abhalten könnte, beim Anblick von ihm Purzelbäume zu schlagen. Griechischer Gott? So ziemlich. Aber er ist unhöflich, fordernd und wild entschlossen, mir das Leben zur Hölle zu machen. Doch auch zwei können dieses Spiel spielen … oder?

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 367

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Kapitel 23
Kapitel 24
Kapitel 25
Kapitel 26
Kapitel 27
Kapitel 28
Kapitel 29
Kapitel 30
Kapitel 31
Kapitel 32
Kapitel 33
Kapitel 34
Kapitel 35
Kapitel 36
Kapitel 37
Kapitel 38
Kapitel 39
Kapitel 40
Kapitel 41
Kapitel 42
Kapitel 43
Kapitel 44
Kapitel 45
Kapitel 46
Kapitel 47
EPILOG

Michelle Heard

TAKEN by a sinner

Band 1

Übersetzt von Dejana Fulurija

TAKEN by a sinner

Die Originalausgabe erschien 2022 unter dem Titel

»Taken By A Sinner (The Sinners Series)«

Copyright © 2022 Taken By A Sinner by M.A. HEARD.

All rights reserved.

The moral rights of the author have been asserted,

Published by Arrangement with PODIUM PUBLISHING SUBCO, LLC, EL SEGUNDO, CA 90245 USA

Dieses Werk wurde vermittelt durch die

Literarische Agentur Thomas Schlück GmbH, 30161 Hannover,

Alle Rechte der deutschsprachigen Ausgabe © 2025

TAKEN by a sinner

by VAJONA Verlag GmbH

Übersetzung: Dejana Fulurija

Korrektorat: Lara Gathmann und Susann Chemnitzer

Umschlaggestaltung: Cormar Covers

Satz: VAJONA Verlag GmbH, Oelsnitz

VAJONA Verlag GmbH

Carl-Wilhelm-Koch-Str. 3

08606 Oelsnitz

Teil der SCHÖCHE Verlagsgruppe GmbH

Kapitel 1

Tessa

Nikolas, 36; Tess, 21

Ein bewaffneter Wachmann öffnet die gravierte Holztür und nach einem knappen Nicken von mir tritt er zur Seite, damit ich das Haus betreten kann. Das ist erst das zweite Mal, dass ich das Haus der Stathoulis besuche, daher wirkt dieser Ort noch immer fremd und einschüchternd auf mich. Ich werde mich nie an die vielen Wachen gewöhnen, die auf dem Grundstück verteilt sind.

Vor ein paar Wochen hat sich meine Mutter mit dem pensionierten Kopf der griechischen Mafia verlobt. Heute Abend haben wir unser erstes gemeinsames Familienessen, und natürlich bin ich nervös, Peters Kinder, Nikolas und Athina, kennenzulernen.

Die wenigen Male, die ich mit Peter gesprochen habe, endeten immer damit, dass ich wie ein kleines Mädchen herumzappelte. Der Mann hat ein Paar strenge Augenbrauen, die ihn bedrohlich und leicht reizbar wirken lassen. Auch wenn er mir gegenüber nie feindselig war, habe ich immer das Gefühl, ich sollte auf das Schlimmste vorbereitet sein.

Mom hat mir versichert, dass er nett und fürsorglich ist und ich mir keine Sorgen machen muss. Egal, wie sehr es mir missfällt, dass meine Mutter Peter Stathoulis heiraten wird, es ist ihre Entscheidung. Sie verdient es, glücklich zu sein.

Mein Vater starb bei einem Ski-Unfall, als ich acht Jahre alt war, und meine Mutter verbrachte ihre ganze Zeit damit, sich um mich zu kümmern. Erst als meine Kurse an der Vancouver Film School starteten, fing sie wieder an auszugehen.

Wenn Peter sie glücklich macht, werde ich mein Bestes geben, sie in ihrer Beziehung zu unterstützen. Aber ich will nicht Teil der Mafia sein. Nach Dads Tod hatten wir nicht mehr viel mit ihnen zu tun. Nicht, dass er eine sehr aktive Rolle in der Mafia gespielt hätte. Er war nur einer ihrer Buchhalter und hat sich nie an der gewaltvollen Seite der Dinge beteiligt.

Aber es ist Moms Entscheidung. Ich hingegen werde mich weiter auf mein Studium konzentrieren, und sobald ich meinen Abschluss habe, eine Karriere als Produzentin anstreben.

Wie ein Reh, das darauf wartet, angefallen zu werden, schaue ich mich vorsichtig in der Eingangshalle mit ihrer beeindruckenden Treppe und dem funkelnden, goldenen Kronleuchter um und frage mich, in welche Richtung ich gehen soll. Das letzte Mal war ich mit Mom hier. Ich glaube, das Esszimmer liegt zu meiner Rechten. Obwohl das Licht eingeschaltet ist, wirkt alles dunkel und Unheil verkündend.

Meine Besorgnis rührt hauptsächlich daher, dass ich Angst davor habe, Nikolas persönlich zu treffen. Ich mag zwar nichts mit der Mafia zu tun haben, aber selbst ich habe gehört, dass er brutal und gnadenlos sein soll. Immer wenn sein Name erwähnt wird, liegt eine gewisse Angst in der Luft.

»Theresa, agápi mou.« Als ich höre, wie Mom mich »mein Schatz« nennt, schaue ich nach links und ein erleichtertes Lächeln breitet sich auf meinem Gesicht aus. Sie sieht in ihrem Kleid im Meerjungfrauen-Stil, das wirkt, als wäre es aus purem Gold gesponnen worden, wunderschön aus.

»Mamá«, grinse ich, während ich für eine Umarmung auf sie zugehe. Ich drücke ihr einen sanften Kuss auf die Wange. »Wow, du siehst umwerfend aus.« Ich lehne mich zurück und betrachte das Kleid.

»Der heutige Abend ist wichtig.« Ihr Blick schweift über mein schulterfreies, cremefarbenes Satinkleid und sie streicht mir mein gestyltes Haar von der nackten Schulter. »Unsere Kleider passen zusammen. Gut.«

Ich fühle mich ohnehin schon unwohl in diesem Kleid, da ich nicht unbedingt dünn bin und mein ganzes Leben lang mit meinem Gewicht zu kämpfen hatte. Als Moms Blick dann auf den Schlitz fällt, der bis zur Mitte meines Oberschenkels reicht, und sie nicht wirklich begeistert wirkt, beginne ich zu zappeln.

Bevor sie etwas dazu sagen kann, kommt Peter die geschwungene Treppe herunter. »Theresa«, sagt er lächelnd. »Willkommen.«

Ich zwinge mich zu einem höflichen Lächeln. »Danke, Mr Stathoulis.«

»Wir werden bald eine Familie sein. Nenn mich doch Peter.«

Die Haustür öffnet sich, und ich werfe einen Blick über meine Schulter.

»Wirklich, Nikolas? Sieh dir diesen Dreck an«, schimpft eine Frau, und ins Haus kommt eine wunderschöne Anfang-Dreißigjährige gestürmt wie eine Königin. Das muss Athina sein, Peters Tochter. Sie geht direkt auf Peter zu und ein Lächeln vertreibt den finsteren Blick aus ihrem Gesicht. »Mpampà mou, entschuldige für die Verspätung.«

Hinter Athina tritt ein Mann ein und schmunzelt: »Gut, dass heute Abend nicht ich derjenige bin, auf dem der Fokus liegt.« Ich nehme an, dass das Basil ist, Athinas Ehemann. Er hat ein freundliches Gesicht, das beruhigend auf die Menschen wirkt.

»Was ist passiert?«, fragt Peter seine Tochter, gerade als Nikolas das Haus betritt.

Mein Blick fällt direkt auf das Blut, das die Ärmel seines vornehmen, weißen Hemdes befleckt, welches er gerade aufknöpft und damit seine Brust entblößt, die ich nur mit den Worten heilige Scheiße beschreiben kann. Goldene Haut spannt sich über Muskeln, die aussehen, als wären sie aus Edelmetall gemeißelt worden.

Er ist größer als alle anderen hier im Raum und sieht so umwerfend aus wie ein gefallener Engel. Sein fester Kiefer, der mit dunklen Bartstoppeln bedeckt ist, seine hohen Wangenknochen und seine stechenden Augen, die die Farbe von sündhaften Nächten haben, rauben mir die Fähigkeit zu atmen. Ich nehme jeden heißen Zentimeter von ihm in einem Sekundenbruchteil in mich auf.

Ein grimmiger Ausdruck verdunkelt seine Züge und lässt ihn wie einen rachsüchtigen Gott aussehen, der auf jeden Tropfen Blut aus ist, den er in die Finger bekommt.

Seine bereits blutigen Finger.

Instinktiv rücke ich näher an meine Mutter heran.

Nikolas mag vielleicht der attraktivste Mann sein, den ich je gesehen habe, doch die Tatsache, dass er das Oberhaupt der griechischen Mafia ist, sorgt dafür, dass sich jeder Nerv in meinem Körper vor Angst anspannt.

Scheiße, ich kann nicht glauben, dass dieser Mann bald mein Stiefbruder sein wird. Es ist verrückt, auch nur daran zu denken.

Er ist der meistgefürchtete Mann in Kanada und ich habe eine Verbindung zu ihm. Der reine Wahnsinn.

Allein sein Anblick lässt Angst durch meine Adern sickern. Die rücksichtslose Ausstrahlung, die in Wellen von ihm ausgeht, lässt mich schwer schlucken und ich wünschte, ich könnte mich irgendwo verstecken.

Peters dunkle, buschige Augenbrauen ziehen sich zusammen und lassen ihn wie einen Adler aussehen, der bereit ist, sich auf seine Beute zu stürzen. »Nikolas?«

Mein Blick fällt wieder auf Nikolas, der seinem Vater nur einen verärgerten Blick zuwirft, bevor er die Treppe hinaufgeht.

Peter folgt seinem Sohn, und eine unangenehme Atmosphäre legt sich über die Eingangshalle, bei der ich mich nach der Sicherheit meiner Wohnung sehne.

Athina wendet sich meiner Mutter zu. »Es tut mir leid, Theía Helena.«

Mom winkt unbekümmert ab, als ob das Oberhaupt der Mafia nicht gerade mit blutverschmiertem Hemd und Händen an uns vorbeigestürmt wäre. Sie gibt Athina einen Luftkuss auf die Wange und dreht sich anschließend zu mir.

Einem immer noch fassungslosem Mir.

»Das ist meine Theresa«, stellt Mom mich vor.

»Ich bin Athina.« Sie nimmt meinen schockierten Gesichtsausdruck zur Kenntnis und sagt dann: »Entschuldige meinen Bruder. Normalerweise geht es bei unseren Familientreffen nicht so verrückt zu.«

Wenn sie das sagt.

Sie zieht den anderen Mann näher zu sich heran. »Das ist mein Mann. Basil.«

»Schön, euch beide kennenzulernen«, sage ich mit angespannter Stimme. Während Mom ein sehr kontaktfreudiger Mensch ist, komme ich ganz nach meinem verstorbenen Vater. Ich bin introvertiert und fühle mich hinter der Kamera und den Drehbüchern am wohlsten. Der heutige Abend wird also bestimmt anstrengend.

Ich werfe Mom einen Blick zu, der ihr deutlich zu erkennen gibt, dass mir das hier überhaupt nicht gefällt.

Mich ignorierend sagt sie: »Lasst uns ins Esszimmer gehen, während wir auf die Männer warten.«

Sie legt ihre Hand auf meinen Rücken und schubst mich heftig, damit ich loslaufe. Ich lehne mich zu ihr und flüstere: »Ernsthaft, Mamá?«

»Psst!«

Anders als der rechteckige Tisch, den wir zu Hause haben, besitzt die Familie Stathoulis einen runden Esstisch.

Ich werde auf einen Stuhl gedrückt und Mom nimmt den Platz rechts von mir ein.

Die unangenehme Atmosphäre, die uns von der Eingangshalle bis hierher gefolgt ist, hängt schwer in der Luft. Alle meine Muskeln sind angespannt, als wäre mein Körper bereit, beim ersten Anzeichen von Gefahr zu fliehen.

Eigentlich hätte ich schon abhauen sollen, als Nikolas blutüberströmt das Haus betreten hat.

Sicher ist, dass der heutige Abend quälend lang wird.

Mom und Athina sprechen über die bevorstehende Hochzeit, während mir die harte Realität bewusst wird: Es ist gut möglich, dass Nikolas jemanden getötet oder zumindest gefoltert hat, bevor er hierherkam.

Gott, was hat sich Mom nur dabei gedacht? Von all den Männern, die sie sich hätte aussuchen können, musste sie sich ausgerechnet für das ehemalige Oberhaupt der Mafia entscheiden.

Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht viel über die Mafia, obwohl ich in ihr aufgewachsen bin. Meine Mutter hat mich immer davor geschützt, vor allem, nachdem mein Vater gestorben war. Das meiste habe ich von meinen Freundinnen aus der Schule mitbekommen, allesamt Mafia-Prinzessinnen, und von meiner hasserfüllten Cousine Irene, die bei jeder Gelegenheit für diesen Mann schwärmte. Einige meiner Freundinnen waren ebenfalls in Nikolas verliebt, doch der Rest fürchtete ihn, als wäre er der Tod höchstpersönlich. Da ich nicht selbst herausfinden wollte, was für ein Mann er ist, hielt ich mich von den dunklen Gewässern der Mafia fern.

Und ich habe auch vor, es weiterhin dabei zu belassen.

Athina schenkt mir ein reumütiges Lächeln, während Basil mit seinem Telefon beschäftigt ist. Sie bemerkt es und nimmt ihrem Mann das Gerät aus der Hand. »Keine Handys am Tisch.« Dann richtet sie ihre Aufmerksamkeit wieder auf mich. »Du studierst Filmproduktion, richtig?«

»Äh … ja.« Ich räuspere mich.

»Das finde ich wirklich interessant. Ich habe noch nie jemanden aus diesem Bereich getroffen«, antwortet Athina in einem freundlichen Ton und in ihren dunkelbraunen Augen leuchtet echtes Interesse auf.

Jetzt, da ich sie mir genauer anschauen kann, muss ich zugeben, dass sie wunderschön ist. Sie hat volle Lippen und die gleichen hohen Wangenknochen wie Nikolas. Wenn ich mich nicht irre, ist Athina elf Jahre älter als ich. Allein der Altersunterschied unterscheidet uns bereits, ganz zu schweigen von der Tatsache, dass sie eine Mafia-Prinzessin ist und ich … weit davon entfernt bin.

»Wenn du nicht willst, dass noch mehr Leichen an deine Türschwelle geliefert werden, verschwindest du aus meiner verfickten Stadt«, dringt Nikolas’ Stimme mit einem gefährlichen Knurren ins Esszimmer. Mein Blick fällt auf den Eingang, und eisige Angst läuft mir den Rücken hinunter, als ich ihn dabei beobachte, wie er sein Telefonat beendet, während er den Raum betritt.

Heilige Scheiße. Das passiert gerade wirklich. Ich muss mich tatsächlich mit einem Mann unterhalten, der gerade jemanden bedroht hat – ein Mann, der wirklich wie die personifizierte Hölle aussieht.

Gott steh mir bei.

Er atmet tief ein und drückt Athina dann einen Kuss auf den Kopf. »Es wird nicht wieder vorkommen.«

»Besser ist es«, murmelt sie, aber ihr Ton ist nicht bissig.

Nikolas geht zu Mom und gibt ihr einen Luftkuss auf die Wange. »Tut mir leid wegen des Bluts, Helena.«

Mom tätschelt ihm den Arm, als wäre es nicht der Rede wert, woraufhin mir der Mund offen stehen bleibt und ich die Augenbrauen zusammenziehe.

Wie kann sie nur so tun, als sei das etwas Alltägliches und nichts, worüber man sich Sorgen machen müsste? Mein Gott, er hat wahrscheinlich jemanden umgebracht, bevor er hierherkam, und eine andere Person direkt vor unseren Augen bedroht!

Peter kommt herein und setzt sich neben Mom, aber ich kann meinen Blick nicht von Nikolas losreißen, als er neben meinem Stuhl stehen bleibt.

O Gott. Mein Herz flitzt sofort wie wild davon und über meine Haut wandert ein Schauer, der mich frieren lässt, obwohl es ein warmer Frühlingsabend ist.

Ich fühle mich kleiner als ein Staubkorn, das sich den Winden eines Hurrikans der Kategorie fünf entgegenstellen muss, und schaffe es irgendwie aufzustehen, wobei sich meine Beine taub anfühlen und unter mir nachzugeben drohen.

Nikolas’ stechender und gnadenloser Blick gleitet über meinen Körper, dann treffen seine Augen auf meine. Es sind eindeutig sündhafte Nächte, die in diesen Augen aufblitzen. Nicht auf eine heiße Art, sondern auf eine unbarmherzige und schmerzhafte Art. Plötzlich habe ich das Bedürfnis, schwer zu schlucken.

»Ich entschuldige mich für den ersten Eindruck, den ich hinterlassen habe.« Es klingt nicht wie eine Entschuldigung, sondern eher wie eine Drohung, seine Stimme ist tief und gefährlich.

Irgendwie erinnere ich mich wieder an meine Manieren. Ich stelle mich vor, wobei die Anspannung in meiner Stimme verrät, dass ich Angst habe: »Theresa Drakatos. Ich bevorzuge es, Tess genannt zu werden.«

Er hebt seine Hand. Ich erinnere mich an das Blut, das noch vor wenigen Minuten seine Haut bedeckte, und starre sie an, als wäre sie eine Schlange.

Ja, nein. Ich verzichte. Ich brauche so ein schlechtes Karma nicht in meinem Leben.

Mein Blick gleitet vorsichtig zu seinem hinauf, und ich sehe, wie seine dunkelbraunen Augen noch dunkler werden.

So etwas wie Belustigung durchzuckt seine Augen wie ein Blitz. Die Art von Belustigung, die eine Katze empfindet, wenn sie mit einer Maus spielt.

Er zieht seine Hand zurück. »Da wir bald eine Familie sind, sollten wir auf die Formalitäten verzichten.« Bevor ich einen weiteren Atemzug nehmen kann, ergreifen seine Hände meine nackten Schultern und ich werde an seine feste Brust gezogen. Anstatt mir Luftküsse auf beide Wangen zu geben, versengen seine Lippen meine Haut.

Sein Duft füllt meine Nase, holzig und voll von den würzigen Noten purer Maskulinität, von etwas Geheimnisvollem …

und etwas Provokativem.

Wahrscheinlich der Geruch von Blut.

Der Duft der Macht.

Ich bin so überrumpelt, dass ich nicht begreife, was gerade geschieht, bis sein Mund auf mein Ohr trifft.

Gänsehaut macht sich auf meinem Körper breit. »Das war das letzte Mal, dass du dich respektlos mir gegenüber verhältst. Das nächste Mal nimmst du meine verdammte Hand.«

Gott, sein bedrohliches Flüstern klingt wie Samt und Dornen und lässt mich vor Angst erschaudern.

Genauso schnell, wie er mich gepackt hat, lässt er mich wieder los, ein unheilvolles Grinsen im Gesicht. Als hätte er mich nicht gerade bedroht, setzt er sich auf den Stuhl zu meiner Linken, obwohl noch andere Plätze frei wären.

Ich vermeide Konfrontationen. Immer. Weil mich meine Cousine Irene immer gequält hat, leide ich unter Angstzuständen und vermeide daher jegliche unberechenbare Situation. Und Nikolas strotzt nur so vor Unberechenbarkeit.

Gott, das wird nicht gut für mich ausgehen. Ich kann es schon fühlen.

Ich lasse mich auf meinen Stuhl zurückfallen und schaue zu Mom, um zu sehen, ob sie mitbekommen hat, was gerade passiert ist. Aber sie ist zu sehr damit beschäftigt, ihren Verlobten liebevoll anzustarren.

»Alles in Ordnung, Tess?«, fragt Athina, deren Blick zwischen ihrem Bruder und mir hin- und herspringt.

Um keinen Streit mit Nikolas anzufangen und Moms Abend nicht zu ruinieren, zwinge ich mich zu einem Lächeln. »Ja.« Sie scheint nicht überzeugt zu sein, also füge ich hinzu: »Es ist einfach überwältigend, alle kennenzulernen.«

Überwältigend ist die Untertreibung des Jahres! Heilige Scheiße.

Auch nur neben Nikolas zu sitzen, fühlt sich schon an, als ob die Luft vibrieren würde, als ob jedes Molekül Angst vor ihm hätte.

»Am Ende dieses Abendessens werden wir eine große, glückliche Familie sein«, sagt Peter, aber es hört sich eher nach einem Befehl an.

Ein Bediensteter kommt herein, um unsere Gläser mit Champagner zu füllen. Kurz darauf hebt Peter seines. »Auf unsere neue Familie.«

Mein zukünftiger Stiefbruder hat mich bereits bedroht, und ich kenne ihn erst seit ein paar Minuten.

Ja, ich bin mir absolut sicher, dass ich nichts mit der Familie Stathoulis zu tun haben will.

Dennoch erhebe ich mein Glas zum Toast – wie das brave Mädchen, das ich sein soll – und bete zu Gott, dass ich das Essen heil überstehe.

Kapitel 2

Nikolas

In meinen Adern brodelt noch immer die Wut auf den sizilianischen Bastard, der es gewagt hat, auf meinen Straßen Heroin zu verkaufen.

Dummer Wichser.

Normalerweise würde ich den Abschaum meinen Männern überlassen, aber ich wollte eine eindeutige Botschaft senden, was mit dem Rest der sizilianischen Mafia passieren wird, wenn sie sich nicht aus Vancouver verpissen.

Ich kippe die Hälfte des Champagners hinunter, aber die süßen Bläschen trüben meine Stimmung nur noch mehr. Mein Blick fällt auf den Bediensteten, der sofort zu mir eilt. »Whiskey«, bestelle ich, und eine Minute später steht das Glas vor mir.

Nachdem die brennende Flüssigkeit meine Wut ein wenig besänftigt hat, sehe ich das Mädchen an, das bald meine Stiefschwester sein wird. Bei dem Gedanken kräuseln sich meine Lippen vor Abscheu.

Theresa Drakatos.

Sie hat ihren Körper leicht von mir abgewandt, nicht so sehr, dass es auffällt, aber genug, um mir die kalte Schulter zu zeigen.

Ich weiß alles, was es über sie zu wissen gibt, da sie ja bald mein Problem sein wird. Als Familienoberhaupt werde ich für Tess verantwortlich sein.

Der mangelnde Respekt, den sie mir entgegengebracht hat, ist ein klares Indiz dafür, dass sie ein schwieriger Fall sein wird – einer, für den ich weder die Geduld noch die Zeit habe. Sie ist einundzwanzig und im heiratsfähigen Alter. Je schneller ich eine Ehe für sie arrangiere, desto eher kann ich sie auf einen anderen Mann abwälzen. Das Letzte, wofür ich die Kraft habe, ist ein verwöhntes kleines Mädchen, das fünfzehn Jahre jünger ist als ich.

Ich denke an den angewiderten Blick, mit dem sie auf meine Hand gestarrt hat, und schmunzle beinahe amüsiert. Es war mutig, das muss man ihr lassen. Verdammt dumm, aber dennoch mutig.

»Nikolas, hast du etwas von Christos gehört?«, fragt Athina und reißt mich aus meinen Gedanken.

»Ja, er wird bei der Hochzeit dabei sein.«

»Wo wird er unterkommen?«, fragt Vater.

»Da er zur Familie gehört, nehme ich an, dass er hier schlafen wird«, murmle ich. Ich habe mit den Hochzeitsvorbereitungen nichts zu tun. Ich weiß nur, dass mein Cousin da sein wird, weil wir vorhin geschäftlich miteinander telefoniert haben.

Athina seufzt. »Ich werde das mit ihm abklären.«

»Wo ist noch mal die Toilette?«, flüstert Tess Helena zu.

»Den Flur entlang, zweite Tür rechts.«

Tess schiebt den Stuhl zurück, und als sie aufsteht, geht sie doch tatsächlich den langen Weg um den Tisch herum, anstatt einfach an mir vorbeizugehen, und kehrt mir absichtlich den Rücken zu.

Mein Blick schweift über ihren Körper, bevor er an ihrem kurvigen Hintern hängen bleibt, der eindeutig zum Versohlen geschaffen wurde. Meine Handfläche juckt bei dem Gedanken daran.

Ich realisiere, dass mein Blick an der Tür klebt, und von mir selbst genervt, richte ich meine Aufmerksamkeit wieder auf meine Familie. Doch in dem Moment, in dem Tess wieder ins Esszimmer zurückkehrt, fixieren meine Augen sie wie eine Motte, die vom Licht angezogen wird.

Ich betrachte ihre cremefarbene Haut und ihr volles schokoladenbraunes Haar, das ihr Gesicht umrahmt. Sie hat weder dieselbe aristokratische Nase wie ihre Mutter noch dieselben Augenbrauen wie sie, stattdessen sind ihre Gesichtszüge zart.

Im Gegensatz zu den meisten reichen Gören in Tess’ Alter, die alle extrem abgemagert sind, füllt ihr Körper das Kleid perfekt aus. Ich kann nicht anders, als ihre vollen, gesunden Kurven anerkennend zu mustern.

Sie bemerkt, dass ich sie anstarre, und verengt die Augen.

Wie ich schon sagte: mutig, aber dumm.

Wir blicken einander an, was meine Wut nur noch weiter anheizt. Jeder, der mich kennt, weiß, dass es nicht viel braucht, um mich wütend zu machen. Als Oberhaupt der Mafia muss ich brutal und gnadenlos sein, um meine Feinde wissen zu lassen, dass sie sich nicht mit mir anlegen sollen.

In meiner Welt ist Angst das wertvollste Gut, und das wird dieses Mädchen noch früh genug lernen. Diejenigen, die gefürchtet sind, beherrschen die Welt. Diejenigen, die sich fürchten, sind nichts weiter als Spielfiguren.

Sie wird ohne Zweifel eine Spielfigur sein.

Als Tess sich hinsetzt, strömt mir ein leicht femininer Duft entgegen. Etwas Frisches mit einem Hauch von Blüten und Vanille. Sie riecht nach Schönheit und Jugend … Bereit, sich verderben zu lassen.

Mein Telefon piepst und ich ziehe es aus der Tasche, um die Nachricht von Andreas, meinem besten Freund und meiner rechten Hand, zu lesen. Da wir zusammen aufgewachsen sind, ist der Mann wie ein Bruder für mich und einer der wenigen Menschen, denen ich vertraue.

Scheint, als wäre die Nachricht angekommen. Die Straßen sind ruhig.

Während ich meine Antwort tippe, hebt sich mein Mundwinkel.

Gute Nachrichten.

Sekunden später vibriert das Gerät in meiner Hand.

Vergiss das Treffen mit der Priesterschaft nicht. Ich hole dich in einer Stunde für deinen Flug ab.

Ich stecke das Telefon zurück in meine Tasche und nehme einen weiteren Schluck Whiskey, woraufhin der Bedienstete wieder herbeieilt, um mein Glas nachzufüllen.

Meine Gedanken kreisen um das Treffen mit der Priesterschaft. Wir sind die fünf Oberhäupter der wichtigsten Verbrecherfamilien, die die Welt beherrschen. Wir haben nur eine Regel: Wir mischen uns nicht in die Geschäfte oder Familien der anderen ein. Der Rest der Welt ist Freiwild.

Ich lehne mich entspannt in meinem Stuhl zurück und schwenke das Whiskeyglas, meine Augen sind auf die bernsteinfarbene Flüssigkeit konzentriert, während ich an die anderen vier Mitglieder der Priesterschaft denke.

Liam Byrne, das Oberhaupt der irischen Mafia. Gabriel Demir, der Kopf der türkischen Mafia. Luca Cotroni, Don der italienischen Mafia, und Viktor Vetrov, der für die Bratva verantwortlich ist. Luca und Viktor stehen sich so nahe wie Brüder, und ich habe schnell gelernt, wie wertvoll ein Bündnis mit den beiden Männern ist. Wenn man bedenkt, welche Macht die beiden gemeinsam haben, wäre es verdammt dumm, einen von ihnen zu verärgern.

Die Priesterschaft trifft sich alle drei Monate in Los Angeles, um sich auszutauschen und die Dinge zwischen uns zivilisiert zu halten. Es geht uns darum, einen Krieg zu vermeiden, der die Welt in die Knie zwingen würde.

Ein Teller wird vor mir abgestellt, was meine Aufmerksamkeit wieder auf das Essen lenkt. Mein Mundwinkel hebt sich leicht, als ich sehe, dass es Moussaka gibt. Es ist Dads Lieblingsessen. Athina hat einmal versucht, es zuzubereiten, aber alles, was am Ende dabei herauskam, war ein schwarz verbrannter, knuspriger Auflauf. Offensichtlich ist meine Schwester keine gute Köchin.

Ich schaue zu Dad und Helena und beobachte, wie er ihr zum Dank für das zubereitete Essen einen Kuss auf die Hand drückt.

Als ich von meinem Vater erfahren habe, dass er gedenkt, wieder zu heiraten, war ich überhaupt nicht glücklich darüber. Unsere Mutter ist vor zwei Jahren gestorben und niemand wird jemals ihren Platz einnehmen. Sie war die liebevollste und beste Mutter, die es gibt, und alle anderen werden im Vergleich zu ihr immer verblassen.

Aber ihn glücklich zu sehen und zu wissen, dass Helena gut für ihn ist, brachte mich dazu, die Wünsche meines Vaters zu akzeptieren. Wenn er mit zweiundsiebzig Jahren eine neue Ehefrau will, wer bin ich dann, ihn daran zu hindern?

Das Gespräch dreht sich immer wieder um die Hochzeit, während wir das Essen genießen. Da ich daran nicht interessiert bin, denke ich wieder an die Arbeit.

Ich habe das Geschäft vor zwölf Jahren von meinem Vater übernommen und seitdem unseren Einflussbereich konsequent erweitert. Nun gehört mir nicht nur jeder Quadratzentimeter in Griechenland und Zypern, sondern auch in Kanada. Dad hat Griechenland erst nach Moms Tod verlassen, während Athina und ich bereits seit über zehn Jahren in Vancouver zu Hause sind.

Die sizilianische Mafia, die versucht, in mein Gebiet einzudringen, ist der erste Widerstand, auf den ich stoße. Natürlich gab es im Laufe der Jahre Probleme, aber keines wie dieses. Die Sizilianer sind in den letzten drei Monaten in Wellen aufgetaucht, wie Ungeziefer, das einfach nicht ausgerottet werden will. Ich denke, es liegt daran, dass Liam seinen Griff um Chicago verstärkt. Ich werde es heute Abend bei dem Treffen herausfinden.

Als das Dessert aufgetischt wird, stelle ich fest, dass Tess genauso still ist wie ich – sie hört nur zu und beteiligt sich nicht an der Unterhaltung. Als es um die Kleider der Brautjungfern geht, rümpft sie die Nase, als ob sie die Vorstellung, ein gelbes Kleid zu tragen, verabscheuen würde.

»Du bist nicht einverstanden?«, murmle ich leise, damit die anderen es nicht hören.

Tess erschrickt sichtlich, bevor ihr Blick zu meinem Gesicht wandert.

»Ich habe nichts gesagt.«

Mein Mundwinkel hebt sich. »Das war auch nicht nötig. Dein Gesichtsausdruck hat Bände gesprochen.«

Obwohl ihre Angst vor mir in ihren Augen leuchtet, runzelt sie leicht die Stirn. »Du bist also Experte im Lesen von Gesichtsausdrücken?«

»Ja, das bin ich.« Das ist eines der Dinge, die mich so verdammt gut in meinem Job machen.

Sie verdreht die Augen, bevor sie ihre Aufmerksamkeit auf das Baklava richtet, was mich meine rechte Augenbraue gefährlich hochziehen lässt. Ich neige den Kopf nach rechts, damit ich näher bei ihr bin, und flüstere: »Pas gyrévontas Gia mpeládes.«

Ihr Blick gleitet wieder zu mir und ihre Verärgerung lässt goldene Flecken in ihren Iriden aufblitzen. »Mein Griechisch ist etwas eingerostet. Magst du es für mich übersetzen?«

Mein Mundwinkel hebt sich noch weiter. »Du suchst nach Ärger.«

Tess hält den Blickkontakt noch einen Moment länger, bevor sich ihre Gesichtszüge vor Angst anspannen. »So sollen die Dinge von nun an also laufen? Du wirst mich bei jeder Gelegenheit, die sich dir bietet, bedrohen?«

Diesmal schenke ich ihr ein echtes Lächeln. Sie blinzelt ein paar Mal, bevor sie die Stirn runzelt.

»Hör auf, dich mir zu widersetzen, dann höre ich auf, dir zu drohen.« Tess scheint nicht zu begreifen, was für ein Glück sie momentan hat. Ich habe Männer schon für weitaus weniger getötet.

Ihre Augen huschen über mein Gesicht, dann sagt sie: »Glücklicherweise müssen wir uns nach der Hochzeit nicht mehr sehen, also sollte es kein Problem geben. Wir sollten uns einfach darauf einigen, uns bis dahin zu ignorieren.«

Ein Lachen entweicht mir, was die Aufmerksamkeit meiner Familie auf mich lenkt, weil ich nicht oft lache. Ich stehe auf und blicke zu Tess hinunter, während ich meine Manschetten und mein Jackett zurechtrücke. »So amüsant das auch war, ich muss zu einem Meeting.« Mein Blick wandert zu meinem Vater und dann wieder zu Tess. »Ich lasse unsere Eltern erklären, wie die Dinge hier laufen werden, sobald sie verheiratet sind, damit es zu keinen unangenehmen Missverständnissen kommt.«

Ich nicke Dad und Helena zu und verlasse das Esszimmer, obwohl ich mir insgeheim wünsche, bleiben zu können, um Tess’ Reaktion auf die Neuigkeiten beobachten zu können, die sie gleich wie eine Bombe treffen werden.

Kapitel 3

Tess

Meine Mutter sieht mich flehend an und bittet mich wortlos um Verständnis, dann sagt Peter: »Es wird sich nicht viel ändern.«

Nikolas scheint das nicht so zu sehen.

Peter schenkt mir ein übertrieben geduldiges Lächeln, das den dunklen Ausdruck in seinen Augen nicht mildert. »Von dir wird erwartet, dass du Nikolas, Athina und Basil zu gesellschaftlichen Anlässen begleitest, damit die Familie geschlossen auftritt.«

Ähh … gesellschaftliche Veranstaltungen sind nichts für mich. Absolut nicht. Ich bin eine Stubenhockerin und kein geselliger Mensch. Außerdem möchte ich es um jeden Preis vermeiden, Zeit mit Nikolas zu verbringen.

Bevor ich überhaupt versuchen kann, dies zu erklären, fährt Peter fort: »Von dir wird erwartet, jeden Sonntag mit uns zu Mittag zu essen.«

Was, wenn ich mit meinen Prüfungen beschäftigt bin?

Diesmal mache ich den Mund auf, aber Peter redet einfach weiter. »Und du wirst immer zwei Bodyguards bei dir haben.«

Meine Augenbraue schießt nach oben. Mein Mund hängt offen. Einen Moment lang kann ich nur wie eine Idiotin, die verlernt hat zu sprechen, den Kopf schütteln.

Scheiße.

So fängt alles an. Sie erwarten von mir, dass ich eine Mafia-Prinzessin werde. Ich habe gesehen, was das bedeutet.

Keine Freiheit. Arrangierte Ehen. Misshandlung.

Meine Brust zieht sich zusammen und ich fühle mich klaustrophobisch, weil ich weiß, dass die Forderungen so lange kommen werden, bis ich keine Kontrolle mehr über mein Leben habe.

Bis ich ganz und gar von der Mafia eingenommen werde.

Schließlich finde ich meine Stimme wieder. »Was ist, wenn ich keine Zeit für solche gesellschaftlichen Anlässe habe? Mein Studium beansprucht meine gesamte Freizeit und mit den bevorstehenden Prüfungen werde ich nur noch mehr zu tun haben.« Ich atme tief ein und hoffe, dass ich mich aus dieser Situation wieder herauswinden kann. »Und ich bin entweder zu Hause oder auf dem Campus, also denke ich wirklich nicht, dass ich Bodyguards brauchen werde.«

Peter schiebt seinen Stuhl zurück, und als er sich erhebt, sind seine Augen voller Missbilligung und Warnung. »Das ist nicht verhandelbar, Theresa. Du wirst tun, was man dir sagt.«

Ich bin vollkommen verblüfft, als er den Speisesaal verlässt und Basil dicht hinter ihm folgt, sodass nur noch Athina, Mom und ich übrig bleiben.

Langsam wende ich meinen schockierten Blick meiner Mutter zu. Sie schenkt mir ein aufmunterndes Lächeln. Das, das ich immer bekam, wenn Irene mir wehgetan hatte und Mom dachte, ich hätte mir aufgrund meiner Ungeschicktheit den Arm oder die Rippe gebrochen. Es war nicht Moms Schuld, dass sie das annahm, denn ich habe mich nie getraut, jemandem zu erzählen, was Irene mir antat.

Es bringt die Erinnerungen, die ich mühsam verdrängt habe, dazu, durch die Risse zu kriechen, und für einen Moment werde ich aus dem Gleichgewicht gebracht. Sie drohen, mich in die Vergangenheit zu reißen, in eine dunkle Zeit, in der Kummer und Angst meine einzigen Begleiter waren.

Ich atme ein paar Mal tief durch und versuche, den kalten Schweiß, der mir den Körper hinabläuft, und das Zittern in meinen Händen zu ignorieren. Ich muss dieses Gespräch einfach hinter mich bringen, damit ich in meine Wohnung zurückkehren kann.

»Mamá.« Ich schüttle den Kopf und lege meine Hände auf je eine Seite des Tellers, auf dem das unberührte Baklava liegt, damit Mom das Zittern in ihnen nicht bemerkt.

»Wir verlangen nicht viel, agápi mou«, sagt Mom in einem sanfteren Ton.

»Ich kann jedes zweite Wochenende sonntags zum Mittagessen vorbeikommen«, versuche ich, einen Kompromiss zu finden. »Aber Bodyguards rund um die Uhr? Gesellschaftliche Anlässe?«

»Das reicht, Theresa!« Zwei rosa Flecken färben ihre Wangen. »Du blamierst mich.«

Ich blinzle ein paar Mal, meine Augen huschen über Moms Gesicht, während ich versuche, ihr meinen Standpunkt zu vermitteln. »Du weißt, wie beschäftigt ich mit meinem Studium bin, und ich komme mit gesellschaftlichen Veranstaltungen nicht gut zurecht. Ganz zu schweigen davon, zwei fremde Männer um mich zu haben, die mir wie Schatten folgen und mir die ganze Zeit am Hintern kleben.«

»So schlimm wird es nicht sein«, mischt sich Athina ein. »Normalerweise nehmen wir höchstens an einer gesellschaftlichen Veranstaltung im Monat teil.«

Oh.

Erleichterung macht sich in meiner Brust breit. Mit einer Veranstaltung im Monat komme ich schon klar. Ich werde einfach an Athinas Seite bleiben und sie als Puffer zwischen Nikolas und mir benutzen.

Sie schenkt mir ein beruhigendes Lächeln. »Du musst dich nicht mit den Leuten unterhalten, Tess. Wir müssen einfach nur gesehen werden.«

»Du wirst dich daran gewöhnen. Nach einer Weile wird es dich bestimmt nicht mehr stören.« Mom erhebt sich von ihrem Stuhl und ich muss meinen Kopf in den Nacken legen, um zu ihr aufzuschauen. »Bald werden wir ein Teil der Stathoulis-Familie sein. So werden diese Dinge hier gehandhabt.«

Meine Mutter hat meine Unabhängigkeit immer unterstützt. Sie hat mich sogar ermutigt. Und jetzt fängt sie an, sie mir wegzunehmen?

Wenn ich nachgebe, werden sie immer mehr von mir erwarten, bis ich nichts mehr zu geben habe. So funktioniert das in der Mafia.

Mom packt mich an den Schultern und zieht mich in eine kurze Umarmung. »Es wird nicht so schlimm sein, wie du denkst. Versuch, ihnen entgegenzukommen. Für mich.«

So wie ich ihr entgegenkommen sollte, als wir jahrelang bei Onkel Kostas und Irene gelebt haben, weil Mom nicht auf eigenen Beinen stehen konnte? Das hat mich damals fast umgebracht, und ich bin sicher, dass es mich auch umbringen wird, in die Mafia hineingezogen zu werden.

Ich muss über diese Neuigkeiten, mit denen sie mich überrumpelt haben, erst einmal nachdenken. Mich irrational zu verhalten, wird mich hier kein Stück weiterbringen.

»Ich muss an dem Drehbuch arbeiten, das ich schreiben muss.« Ich drücke Mom einen Kuss auf die Wange und zwinge mich zu einem gehorsamen Lächeln. »Danke für das Essen. Bleibt es bei unserem Wellness-Date nächste Woche?«

»Natürlich! Ich muss mir die Nägel für die Hochzeit machen lassen.«

Ich schaue zu Athina und behalte das Lächeln bei. »Es hat mich gefreut, dich kennenzulernen.«

Ich verlasse das Esszimmer und recke mein Kinn in die Höhe. Ich höre die Stimmen von Peter und Basil, die von irgendwo aus dem Haus widerhallen, und ohne mich zu verabschieden, laufe ich direkt zur Haustür. Ich klettere auf den Rücksitz des Geländewagens, der geschickt wurde, um mich von meiner Wohnung abzuholen.

Während der Fahrer das Fahrzeug durch die schweren Eisentore lenkt, lege ich die Hände auf den Schoß und starre auf meine Finger, an denen die Knöchel weiß hervortreten. Vor dem heutigen Abend hat es mir nicht gefallen, dass Mom Peter heiraten will, aber jetzt hasse ich es. Ich habe gesehen, was mit meinen Freundinnen aus der Schule und einigen meiner Cousinen passiert ist, die als Mafia-Prinzessinnen aufgezogen wurden. Sie waren nichts anderes als Marionetten. Gesellige Frauen, deren Rolle es war, den Arm ihres Mannes zu schmücken, den sie zu heiraten gezwungen wurden. Jede einzelne von ihnen steckt in einer gewalttätigen und unglücklichen Ehe mit einem Mann fest, den sie nicht liebt.

Gott, nein. Das ist kein Leben.

Sie werden mir meine Unabhängigkeit wegnehmen. Ich weiß es einfach. Man wird von mir erwarten, dass ich jeden ihrer Befehle befolge, und ich werde nicht mehr über mein Leben bestimmen können.

Ich werde meine Träume aufgeben müssen.

Ich muss etwas unternehmen. Ich kann nicht einfach eine weitere Mafia-Prinzessin werden.

Ich konzentriere mich darauf, tief durchzuatmen, während der Geländewagen mich auf die andere Seite der Stadt bringt.

Sobald der Wagen vor meinem Haus anhält, springe ich aus dem Auto. Ich warte nicht, um zu sehen, was der Fahrer tut, und verzichte auf den Aufzug, um stattdessen die Treppe hinaufzurennen. Erst als ich die Haustür hinter mir schließe, halte ich inne und atme tief ein.

Beruhige dich. Es ist wahrscheinlich nicht so schlimm, wie du denkst.

Die Erleichterung, endlich in meinen eigenen privaten Räumen zu sein, fließt wohlig durch meine Adern.

Das ist besser. Kein Grund zum Überreagieren.

Es sind nur Sonntagsmittagessen und eine Veranstaltung pro Monat. Das schaffe ich.

Aber die Bodyguards?

Ich knipse das Licht an und werfe einen Blick auf meinen Zufluchtsort. Alles ist in Weiß und Hellblau gehalten. Keine Stelle ist überfüllt. Das Einzige, was ich neben den Möbeln noch habe, sind Topfpflanzen, die dem friedlichen Ambiente eine natürliche Note verleihen. Die Wohnung und die Einrichtung habe ich mir von meinem Erbanteil gekauft. Auch mein Studium habe ich mit diesem Geld, das mein Vater mir hinterlassen hat, finanziert.

Meine Mutter kommt nur für meine monatlichen Lebenshaltungskosten auf.

Aber was wird passieren, sobald sie mit Peter Stathoulis verheiratet ist? Wird er die Kontrolle über ihre Finanzen übernehmen und meine monatlichen Ausgaben als Druckmittel nutzen, um mich zu kontrollieren?

Gott, was, wenn Nikolas die Kontrolle über meine Ausgaben erlangt? Über jeden meiner Schritte?

Das wäre ein Albtraum!

Ich muss einen Job finden, um das zu verhindern. So schnell wie möglich.

Das Verlangen, mein Leben fest im Griff zu haben, lässt mich von der Eingangstür flüchten. Schnell ziehe ich mir eine Leggings und ein T-Shirt an, binde mein Haar zu einem Pferdeschwanz zurück und setze mich mit meinem Laptop auf die Plüschcouch.

Als ich anfange, meinen Lebenslauf zu erstellen und die Stellenanzeigen zu durchsuchen, finde ich erneut meine Balance.

Kapitel 4

Nikolas

Es ist fast elf Uhr abends, als ich den für das Treffen reservierten Raum in der hochwertigen Bar betrete. Es riecht nach Leder, Zigarren, Reichtum und Macht.

Ich sehe, dass Liam und Gabriel bereits am Tisch sitzen. Liam ist der Älteste der Gruppe, Gabriel ist genauso alt wie ich. Luca ist nur fünf Jahre jünger als ich und Viktor ist mit fünfundzwanzig der Jüngste.

Nicht dass das Alter eine große Rolle spielen würde, wenn es um Macht geht.

»Gentlemen«, murmle ich, als ich Platz nehme. Wir tragen alle neue Armani-Anzüge.

Meine Begrüßung wird mit einem knappen Nicken erwidert.

Wir sind vielleicht keine besten Freunde, aber wir haben uns Loyalität geschworen, was uns zu der gefährlichsten Gruppe von Männern auf dieser Erde macht. Leg dich mit einem von uns an und du bekommst es mit der Priesterschaft zu tun.

Sie macht uns unbesiegbar.

Wir haben alle einen Blutschwur geleistet, als wir vereidigt wurden, und der einzige Weg raus ist der Tod.

Als der Kellner meine Bestellung aufnimmt, betreten Luca und Viktor gerade den Raum, mit der Kraft der gesamten italienischen Mafia und Bratva in jedem ihrer Schritte.

Keiner sagt ein Wort, bis wir alle etwas getrunken haben und der Kellner die Tür hinter sich schließt.

Spannung knistert in der Luft.

Wie immer trinkt Luca einen Schluck von seinem Bourbon und nimmt dann mit jedem von uns Blickkontakt auf, bevor seine Augen an mir hängen bleiben. »Ich habe gehört, dass du Probleme mit den Sizilianern hast.«

»Sie versuchen, in mein Gebiet einzudringen.« Mein Blick wandert zu Liam. »Weißt du irgendetwas darüber?«

Er nimmt einen langsamen Schluck von seinem Drink, sein standhafter Blick trifft meinen. »Ich habe sie aus meiner Stadt vertrieben.«

Und jetzt sind sie zu meinem Problem geworden. Großartig.

»Was kannst du mir über sie sagen?«

»Antonio Manno ist das Oberhaupt«, murmelt Liam, und der Hass auf diesen Mistkerl schwingt in seiner Stimme mit.

Diese Information kenne ich bereits.

Luca lehnt sich bequem in seinem Stuhl zurück. »Er ist kein Mitglied der Cosa Nostra.«

Das ist gut zu wissen.

»Ich habe acht Jahre gebraucht, um sie aus Chicago zu vertreiben.« Liam wirft mir einen warnenden Blick zu. »Du wirst sie besser los, bevor sie Wurzeln schlagen.«

»Das habe ich vor.«

Viktor, dessen Vater der Revierboss des besten Auftragskiller der Welt und dem Oberhaupt der Bratva ist, grinst mich an. »Gib mir Bescheid, wenn ich Manno für dich eliminieren soll.«

Ich muss mich selbst um dieses Problem kümmern, oder es wird mir einen Teil der Macht nehmen, die ich in der Priesterschaft innehabe. Man lässt niemals andere Männer die Kämpfe für einen austragen. Das ist der größte Beweis von Schwäche. Ich werde sie erst um ihre Unterstützung bitten, wenn es keinen anderen Weg gibt.

»Ich kümmere mich um das Problem.«

Viktor nickt und schweigt wieder, während Luca mit dem Meeting fortfährt. In den nächsten zwei Stunden besprechen wir eingehende Lieferungen und anstehende Geschäfte, und als sich der Abend dem Ende neigt, grinst Luca mich an. »Bald ist die Hochzeit.«

Jeder an diesem Tisch wird bei der Hochzeit dabei sein. Es wird unseren Feinden unsere geeinte Stärke demonstrieren.

Hoffentlich wird es die Sizilianer dazu ermutigen, sich nicht mit mir anzulegen.

»Ja. In weniger als zwei Wochen.« Tess drängt sich mir in den Kopf, und ich frage mich, wie sie die Neuigkeiten aufgenommen hat.

Sie ist wahrscheinlich ausgerastet.

Ich kann gerade noch so ein Glucksen zurückhalten.

»Wir freuen uns schon drauf«, sagt Luca und zieht meine Aufmerksamkeit wieder auf sich. »Ich habe Peter seit Jahren nicht mehr gesehen.«

Ich musste die Sicherheitsvorkehrungen aufgrund der fünf Familien, die zur Hochzeit kommen, verstärken. Wenn irgendetwas schiefgehen sollte, wird es mein Kopf sein, der auf dem Hinrichtungsblock landet.

»Schickt mir eine Liste mit all euren Sicherheitsleuten, damit ich sie freigeben kann«, sage ich. »Ich will genau wissen, wer bei der Hochzeit dabei sein wird.«

Jeder der Männer nickt. Viktor steht auf und beendet damit das Treffen, Luca folgt ihm.

Viktor mag der Jüngste sein, aber er ist zweifellos der Gefährlichste von uns allen. Wenn das Problem mit den Sizilianern außer Kontrolle gerät, muss ich ihn vielleicht doch anheuern, um sie auszuschalten.

Mir ist nicht wohl bei dem Gedanken, als ich aufstehe und mein Jackett zurechtrücke.

o o o

Die letzten zwei Wochen waren ein einziger Wirbelwind: Ich musste mich um die Sicherheitsvorkehrungen für die Hochzeit kümmern und die verdammten Sizilianer töten, wann immer sie es wagten, durch meine Straßen zu laufen. Ich habe Männer überall auf dem Gelände, im Haus und in der ganzen Nachbarschaft stationiert.

Andreas hat ein Auge auf alles, was mich ein wenig beruhigt.

Im schwarzen Smoking und mit meiner Glock, die sicher hinten in meinem Hosenbund steckt, gehe ich die große Treppe hinunter und schließe mich den Hochzeitsgästen an.

Blumen nehmen jeden freien Platz ein, und sanfte Instrumentalmusik erfüllt die Luft. Die Kellner wuseln wie Ameisen umher und ein ständiges Summen von Stimmen vermischt sich mit der Hintergrundmusik.

Als ich auf die Veranda trete, richten sich alle Augen auf mich. Einige sind von Ehrfurcht erfüllt, andere von schlecht verhülltem Hass. Aber eines haben alle Blicke gemeinsam. Ein gewisses Maß an Angst.

»Nikolas, schön, dich zu sehen«, sagt Spiros Doukas mit einer übertrieben freundlichen Stimme. Unsere Familie hat miteinander Geschäfte gemacht, und der Mann hört einfach nicht auf, nach einer weiteren Gelegenheit zu betteln.

Wir schütteln uns die Hände, doch bevor er ein Gesprächsthema anschneiden kann, das mich zu Tode langweilt, ziehe ich weiter. Ich laufe auf die Mitglieder der Priesterschaft zu, die sich versammelt haben und die anderen Gäste anstarren, als wären sie in einer Schlangenhöhle und nicht auf einer Hochzeit.

Als ich sie erreiche, schüttle ich ihnen die Hände und lächle. »Danke, dass ihr gekommen seid.«

Liam stößt einen leisen Pfiff aus, während sein Blick über das Gelände schweift, das mit weißem und gelbem Dekor, Unmengen an Blumen und den vornehmsten Tischdecken geschmückt ist. »Das muss dich ein hübsches Sümmchen gekostet haben.«

»Du hast ja keine Ahnung«, seufze ich. Ich signalisiere dem Kellner, näher zu kommen und bestelle uns Drinks. »Man sollte meinen, dass sie es etwas runterschrauben würden, da es die zweite Hochzeit meines Vaters ist, aber Helena ist eine Dame der Gesellschaft.«

»Kommst du mit deiner zukünftigen Stiefmutter zurecht?«, fragt Gabriel. Er ist überhaupt kein geselliger Mensch und man merkt es ihm an der Art und Weise, wie er die anderen Gäste anschaut, auch an.

»Sie tut meinem Vater gut.« In diesem Moment erhasche ich einen Blick auf meine Schwester. Athina tritt auf die Veranda heraus, mit Tess direkt hinter sich. Als meine Schwester mich erblickt, kommt sie in meine Richtung.

Mein Blick bleibt an Tess hängen, die mit jedem Schritt, den sie auf mich zukommt, die Blicke der anderen auf sich zieht. Als ich merke, wie viel Aufmerksamkeit sie bekommt, runzle ich die Stirn.

»Sucht jemand von euch nach einer Braut?«

Luca zieht eine Augenbraue hoch. »Wen versuchst du zu verheiraten?«

Ich nicke in Richtung der Frauen. »Meine Stiefschwester. Theresa Drakatos.«

»Das Mädchen bei Athina?«, fragt Liam.

Plötzlich stößt Viktor ein tiefes Glucksen aus. »Wenn Blicke töten könnten, würdest du unter der Erde liegen, Nikolas. Ich nehme an, du kommst nicht wirklich mit ihr zurecht.«

Als ich zurück zu den Frauen blicke, die uns fast erreicht haben, sehe ich, dass Tess mich ansieht. Ihr Stirnrunzeln mindert ihre Schönheit nicht.

Wahrscheinlich ist sie immer noch sauer über die Veränderungen in ihrem Leben.

»Gentlemen.« Athina bleibt neben mir stehen, ein perfektes Lächeln im Gesicht.

Ich beuge mich vor und drücke meiner Schwester einen Kuss auf die Schläfe. »Du siehst wunderschön aus.« Mein Blick schweift über das Gelände. »Wo ist Basil?«

»Bei Dad.« Sie verdreht die Augen. »Sie werden wahrscheinlich schon betrunken sein, bevor die Zeremonie überhaupt beginnt.«