Talons Beute - Shea Balik - E-Book

Talons Beute E-Book

Shea Balik

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Beschreibung

Gibson Martin hat zwei Dinge schon immer geliebt: Kochen und Singen. In einem ist er überragend, in dem anderen, nun ja, sein Motto ist: Wem es nicht gefällt, der soll verschwinden. Als er Alpha Talon Ramirez trifft und in ihm zufällig seinen Gefährten findet, ist er überglücklich, dass der Mann sich nicht über seine Stimme beschwert, die andere mit einem sterbenden Tier vergleichen. Talon Ramirez findet den falschen Gesang seines Gefährten liebenswert. Besonders gefällt es ihm, wie Gibson sich in der Musik verliert, wenn er die Hüften schwingt und sich das Herz aus dem Leib singt, während er das beste Essen kocht, das Talon je gegessen hat. Jetzt muss er nur noch einen Weg finden, seinen Gefährten zu beschützen, obwohl die Rebellen einen Angriff auf Juarez planen, der die gesamte Stadt verwüsten wird. Werden sie die Gefahren überwinden, die ihnen bevorstehen? Wird Gibsons Gesang besser werden? Oder werden Talons Männer sich Ohrstöpsel besorgen müssen? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Die Reihe Paranormal Wars: Juarez ist ein Spin Off der Paranormal Wars: Stone Haven-Reihe. Die Handlung beider Reihen läuft teils parallel. Zum besseren Verständnis empfiehlt es sich, beide Reihen entsprechend der Handlung zu lesen. Die Reihenfolge lautet Paranormal Wars: Stone Haven 1-5, Juarez 1, Stone Haven 6, Juarez 2-3, Stone Haven 7. Grundsätzlich können die Reihen aber auch jeweils einzeln gelesen werden. Länge: ca. 41.000 Wörter

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Inhaltsverzeichnis

Prolog

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Epilog

ÜBER SHEA BALIK

LESEPROBE:

Talons Beute

Gibson Martin hat zwei Dinge schon immer geliebt: Kochen und Singen. In einem ist er überragend, in dem anderen, nun ja, sein Motto ist: Wem es nicht gefällt, der soll verschwinden. Als er Alpha Talon Ramirez trifft und in ihm zufällig seinen Gefährten findet, ist er überglücklich, dass der Mann sich nicht über seine Stimme beschwert, die andere mit einem sterbenden Tier vergleichen.

Talon Ramirez findet den falschen Gesang seines Gefährten liebenswert. Besonders gefällt es ihm, wie Gibson sich in der Musik verliert, wenn er die Hüften schwingt und sich das Herz aus dem Leib singt, während er das beste Essen kocht, das Talon je gegessen hat. Jetzt muss er nur noch einen Weg finden, seinen Gefährten zu beschützen, obwohl die Rebellen einen Angriff auf Juarez planen, der die gesamte Stadt verwüsten wird. Werden sie die Gefahren überwinden, die ihnen bevorstehen? Wird Gibsons Gesang besser werden? Oder werden Talons Männer sich Ohrstöpsel besorgen müssen?

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Die Reihe Paranormal Wars: Juarez ist ein Spin Off der Paranormal Wars: Stone Haven-Reihe. Die Handlung beider Reihen läuft teils parallel. Zum besseren Verständnis empfiehlt es sich, beide Reihen entsprechend der Handlung zu lesen. Die Reihenfolge lautet Paranormal Wars: Stone Haven 1-5, Juarez 1, Stone Haven 6, Juarez 2-3, Stone Haven 7. Grundsätzlich können die Reihen aber auch jeweils einzeln gelesen werden.

Länge: ca. 41.000 Wörter

SHEA BALIK

Talons Beute

Paranormal Wars: Juarez 2

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene

ME AND THE MUSE PUBLISHING

www.meandthemuse.com

Copyright © der englischen Originalausgabe „Talon’s Prey“:

Shea Balik

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:

Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe

Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2018

Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs

Übersetzt von: Vanessa Tockner

URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:

Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.

Mit dem Erwerb eines E-Books erhält der Käufer die Lizenz zur persönlichen Nutzung, ist jedoch nicht zur Weitergabe des Inhaltes an Dritte, weder gegen Entgelt noch kostenlos, berechtigt.

Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.

Bitte beachten:

Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.

Widmung

An alle Fans, die etwas über Gibson Martin lesen wollten: das hier ist für euch.

Prolog

Entsetzen erfüllte Talon, als er die Stimme seines Bruders hörte. „Töte ihn.“

Sobald er von einigen der Gräueltaten gehört hatte, die sein Bruder Raptor begangen hatte, war ihm klar gewesen, dass sie letztendlich zu seinem Tod führen würden. Allerdings hatte Talon nicht wirklich geglaubt, dass er derjenige sein würde, der seinen eigenen Bruder tötete.

Selbst als Alpha Primus Alek Rykov ihn darum gebeten hatte, Raptor aufzuspüren und zu töten, hatte Talon sich nicht erlaubt, daran zu denken, was geschehen würde, wenn er Raptor gefunden hatte. Als Soldat verstand er die Notwendigkeit, den Mann zu töten, aber als Raptors Bruder hatte er all diese Gedanken beiseitegeschoben. Stattdessen hatte er sich einzig darauf konzentriert, seinen Bruder zu finden.

Ein Teil von ihm – der Teil, der seinen Bruder immer noch liebte – wollte in der Zeit zurückreisen und die Geschehnisse ändern, die zu diesem Moment geführt hatten. Nach dem Tod seiner Mutter war Talon nicht oft zu Hause gewesen. Anstatt zu bleiben und seinem kleinen Bruder in seiner Trauer beizustehen, hatte Talon ihn im Stich gelassen.

Es war keine Absicht gewesen. Tatsächlich hatte Talon nicht wirklich an seinen Bruder gedacht oder daran, was geschehen würde, wenn er nicht in der Nähe wäre. Das war das Problem: Aufgrund von Talons Egoismus war Raptor von den grausamen Verhaltensweisen ihres Vaters beeinflusst worden.

Selbst als Talon Raptor ein paar Mal dabei erwischt hatte, wie er andere verletzte, hatte er nicht viel dagegen unternommen. Er hatte seinen Bruder höchstens zurückgehalten, war jedoch nicht lange genug geblieben, um mit ihm darüber zu reden, warum er sich besser verhalten musste. Er hatte Raptor nie eingeladen, Zeit mit ihm zu verbringen. Es war seine Schuld, dass Raptor sich als sadistischer Alpha herausgestellt hatte, der andere zu seinem eigenen Vorteil heruntermachen wollte.

Anstatt die Strafe für seinen Verrat an der Allianz wie ein Mann anzunehmen, war Raptor geflohen. Talon und seine Männer waren ihm auf der Spur gewesen, aber dann hatte Raptor irgendwie Forest gefangen genommen, das neueste Mitglied von Talons Team. Bis vor ein paar Sekunden, als er gesehen hatte, wie Forest die Augen öffnete, hatten sie den Mann für tot gehalten.

Blade, der nicht nur Talons Zweiter Befehlshaber, sondern auch Forests Gefährte war, war am Boden zerstört gewesen, weil er gedacht hatte, dass er seinen Gefährten nicht hatte beschützen können. Sobald Forest die Augen öffnete, hörte Talon Blade keuchen und gleichzeitig bewegte sich der Mann auf seinen Gefährten zu. Talon legte eine Hand auf Blades Arm, um ihn zurückzuhalten. Sie würden nur einen Versuch haben, um das hier richtig zu machen.

Und so war er in einem unterirdischen Bunker auf einer verlassenen Militärbasis der Menschen gelandet, mit der Tatsache konfrontiert, dass er seinen Bruder töten musste und alles seine Schuld war. Talon konnte niemandem außer sich selbst die Schuld daran geben, was für eine Person Raptor geworden war. Irgendwie wusste er, dass seine Mutter missbilligend auf ihn herabsah.

Sobald Raptor den Befehl gegeben hatte, Forest zu töten, bewegten Talon und Blade sich wie eine Person. Sie waren seit fünfundzwanzig Jahren in der Spezialeinheit der Allianz und schon ihr ganzes Leben lang befreundet. Beide wussten, was sie zu tun hatten, als sie durch die Öffnung in der Wand traten.

Blade schaltete den Mann auf der anderen Seite des Raums aus, der eine Tasche mit Vorräten packte. Talon tötete denjenigen, der mit Raptor geredet hatte, bevor er sich seinem Bruder zuwandte. Kai und Hunter, die ebenfalls zu Talons Team gehörten, traten ein, um Blade zu decken, während er seinen Gefährten hinaustrug.

„Na, na, na, wenn das nicht mein rechtschaffener älterer Bruder ist“, grinste Raptor spöttisch. „Bist du gekommen, um mit mir zu schimpfen? Um zu sagen, dass ich aufhören soll, Schwächere zu schikanieren? Oder bist du hier, um mich zum Alpha zu bringen – oh, warte, ich bin der Alpha.“

„Nicht mehr, Raptor.“ Talon betrachtete seinen Bruder traurig. Der Akt, Raptor zu töten, könnte die Grenze seiner Belastbarkeit überschreiten. Jahrelang hatte er als Soldat Dinge getan, mit denen er nicht immer einverstanden gewesen war.

Der Tod war ein Teil der Arbeit, besonders da die Psy fest entschlossen waren, ihren Krieg gegen die Allianz fortzuführen. Das war etwas, das Talon vor langer Zeit akzeptiert hatte. Aber seinen eigenen Bruder töten zu müssen – das war etwas, bei dem Talon nicht sicher war, ob er jemals Frieden damit schließen würde, egal, was der Mann verbrochen hatte.

„Raptor Ramirez, du wurdest von Alpha Primus Alek Rykov für Verrat gegen die Allianz zum Tode verurteilt.“ Talon war überrascht, wie sicher seine Stimme klang, obwohl er innerlich zitterte und völlig aufgelöst war.

Raptor grinste Talon an, aber die Angst stand ihm in die Augen geschrieben. „Du hast nicht die Autorität, um dieses Urteil gegen einen Alpha zu vollstrecken.“

Normalerweise stimmte das auch. Da Raptor ein Alpha war, würde es als Verbrechen gelten, ihn zu töten, außer es wurde von einem anderen Alpha oder dem Alpha Primus getan, aber diese Situation war anders. Das Urteil war nicht nur vom Alpha Primus genehmigt, sondern sogar von ihm befohlen worden.

Während Talon in die Augen seines Bruders sah, verkümmerte ein Teil seiner Seele. Er erkannte, dass er bis zu diesem Moment gehofft, nein, sogar darum gebetet hatte, dass all das etwas war, das er wieder geradebiegen konnte. Sein Bruder würde seine Handlungen bereuen oder war vielleicht von jemandem dazu gezwungen worden. Aber all die Szenarios, die Talon die letzten paar Monate über geistig durchgegangen war, würden nicht wirklich passieren.

Als könnte er sein Zögern spüren, grinste Raptor. „Und den Mut dazu hast du auch nicht.“

Talon würde gezwungen sein, das Undenkbare zu tun. Raptors Selbstherrlichkeit hatte dafür gesorgt.

„Alek Rykov hat mir die Autorität verliehen, Raptor.“ Er wollte nicht, dass das die letzten Worte waren, die er zu seinem kleinen Bruder sagte. Alles, woran er sich erinnerte, während er den berechnenden Blick in den Augen seines Bruders betrachtete, war der kleine Junge, der ständig darum gekämpft hatte, dass Talon ihm erlaubte, mit ihm und seinen Freunden Zeit zu verbringen.

„Es tut mir leid, dass ich dich enttäuscht habe, Raptor.“ Talon wusste, dass diese Worte seinem Bruder nichts mehr bedeuten konnten, aber er schuldete sie dem kleinen Jungen, der Talon früher verehrt hatte. Den hatte er enttäuscht, nicht diesen harten, kalten Mann, der jetzt vor ihm stand.

Raptor grinste höhnisch über seine Worte. „Enttäuscht? Ich bin der Alpha des Latino-Territoriums. Ich bin die mächtigste Person in diesem Gebiet.“

Talon hörte die Worte, aber er kümmerte sich nicht länger darum. Er musste zu diesem kleinen Jungen sprechen, selbst wenn der nicht länger existierte. „Ich liebe dich, Bruder. Das habe ich immer und werde ich immer tun.“

Raptor bleckte die Zähne. „Liebe? Was zum Teufel weißt du schon von Liebe? Du hast mich alleine zurückgelassen, um mit Vater fertigzuwerden. Du hast mich verdammt nochmal ohne Erklärung im Stich gelassen.“ Er stürzte mit ausgestreckten Armen vor, um die Hände um Talons Hals zu legen. Die ruchlose Freude darüber, was er gleich tun würde, leuchtete in seinen Augen.

Talon hatte sein Training zu sehr verinnerlicht, um nicht zu reagieren. Er blockte Raptors Hände ab und wirbelte herum, sodass er mit dem Arm um Raptors Hals hinter ihm landete. Der Stolz seines Bruders wurde ihm zum Verhängnis. Talon drehte scharf und hörte, wie das Knacken von Raptors Genick durch den Raum hallte. „Es tut mir so leid“, flüsterte er ein letztes Mal, bevor er den Körper seines Bruders auf den Boden sinken ließ.

Sowohl Kai als auch Hunter, die für den Fall da waren, dass Raptor an ihm vorbeigekommen wäre, sahen aus, als wollten sie etwas sagen, aber er wollte nichts hören. Die Männer in seiner Einheit waren seine besten Freunde. Die Leute, die ihn am besten kannten. Die Leute, an die Talon sich gewendet hatte, als seine Mutter gestorben war, anstatt seinem eigenen Bruder zu helfen.

Es fühlte sich falsch an, ihre mitfühlenden Worte zu akzeptieren. Mit einem Kopfschütteln verließ Talon den Bunker. Er brauchte Zeit für sich alleine. Zeit, um seine Wunden zu lecken.

Kapitel 1

Nach einem Blick zur Eingangstür wusste Gibson Martin, dass er erbärmlich war. Er hatte all seine Habseligkeiten aufgestapelt: zwei Kisten, einen großen Koffer und einen Rucksack. Darin war alles eingepackt, was er besaß. Er war knappe hundert Jahre alt. Sollte er nicht mehr Kram besitzen? Besonders da sich in einer der Kisten alle seine Töpfe, Pfannen und andere Kochutensilien befanden, ohne die er nicht leben konnte.

Seufzend hob er eine der Kisten hoch, um sie zu seinem Auto zu tragen. Der Song „Here I Go Again“ von Whitesnake spielte in seinem Kopf. Es fühlte sich an, als würde er immer weiterziehen, auf der Suche nach einem Ort, der sich wie Zuhause anfühlte. Allerdings war er nicht mehr sicher, wie Zuhause sich anfühlte.

Er war in Juarez mit seinen Eltern Karmina und Pedro Martin aufgewachsen. Sie hatten Angst gehabt, dass sie nie Kinder bekommen würden, und Gibson als Geschenk der Götter gesehen. Als Einzelkind hatte er die viele Aufmerksamkeit genossen, die er von seinen Eltern bekommen hatte.

Sein Vater war Koch gewesen und hatte ein eigenes Restaurant besessen, das sehr gut gelaufen war. Gibson hatte Stunden mit dem Mann in der Küche verbracht. Schon mit drei Jahren hatte er seine Lehrzeit unter seinem Vater begonnen.

„Lehrzeit“ war vielleicht übertrieben, aber er hatte immer entschlossen getan, was er tun wollte, egal, welche Hindernisse sich ihm in den Weg stellten. Als er also darauf bestanden hatte, seinem Vater in der Küche zu helfen, hatte dieser ihn nicht aufgehalten. Im Gegenteil, er hatte Gibson ermutigt und seinem einzigen Kind letztendlich alles beigebracht, was er wusste.

Egal, wie beschäftigt sein Vater war, er hatte immer etwas gefunden, bei dem Gibson helfen konnte. Er kritisierte ihn nie, sondern lobte ihn nur für seine Mühen. Die Zeiten, in denen er mit seinem Vater in der Küche des Familienrestaurants Martin’s gearbeitet hatte, gehörten zu Gibsons liebsten Erinnerungen.

Die Leidenschaft seiner Mom war Musik gewesen. An den meisten Abenden holte sie ihre Gitarre heraus und sang für die Gäste des Restaurants, was ungewöhnlich gewesen war, da Musik als Luxus galt. Tatsächlich war ihre geliebte Gibson-Gitarre der Grund für seinen Namen gewesen. Trotz all ihrer Bemühungen, ihn zu lehren, konnte Gibson jedoch nicht einmal einen Ton treffen, wenn sein Leben davon abhängen würde.

Manche verglichen ihn mit einem verwundeten Tier. Das Einzige, das seine Mutter ihm offensichtlich vermittelt hatte, war die Liebe zur Musik. Egal, wo er war, wenn er einen Song hörte, den er kannte, sang Gibson aus voller Kehle. Diejenigen um ihn herum hatten die Wahl: Sie konnten sich mit seiner Katzenmusik abfinden, wie sie es nannten, oder verschwinden. Er würde sein Verhalten nicht ändern, nur weil jemand sein mangelndes Talent als Beleidigung empfand.

Unglücklicherweise hatte Musik seit dem Großen Krieg keine hohe Priorität auf der Welt gehabt, was beinahe zweihundert Jahre lang ein Loch in die Unterhaltungsindustrie gerissen hatte. Die Produktion jeglicher Unterhaltung war größtenteils gestoppt worden.

Vor dreihundert Jahren hatten die Götter drei neue paranormale Rassen geschaffen, um den Planeten vor der Zerstörung durch die Menschen zu bewahren. Wandler teilten sich ihre Körper mit einem Tier, Mystiker besaßen eine Affinität zu einem der vier Elemente und die Psy hatten die Fähigkeit, Menschen und Dinge um sie herum zu kontrollieren, entweder durch Telekinese oder indem sie die Gedanken der Menschen übernahmen. Die verängstigten Menschen hatten die neuen Wesen entweder getötet oder zur „Beobachtung“ in Laboren eingesperrt. Den Geschichten nach zu schließen, war das die reinste Folter gewesen.

Entsetzt darüber, wie seine eigenen Leute behandelt wurden, hatte ein Mann namens Alek Rykov die Labore attackiert, in denen die anderen Paranormalen gefangen gehalten wurden, um sie zu befreien. Obwohl sie wussten, dass die Paranormalen viel stärker waren, hatten die Menschen versucht, sie aufzuhalten, was jedoch vergeblich gewesen war.

Letztendlich hatte der Große Krieg beide Seiten viele Leben gekostet. Die Menschen kämpften neben den stärkeren Paranormalen um ihr Überleben und waren nicht länger bereit, Zeit oder Geld an irgendwelche Art der Unterhaltung zu verschwenden.

Nach dem Krieg hatten die besiegten Menschen versucht, die Unterhaltungsindustrie wiederaufzubauen, aber als die Psy einen Krieg gegen die zwei anderen paranormalen Rassen begonnen und die Menschen dafür als Marionetten benutzt hatten, waren alle Bemühungen, für Unterhaltung zu sorgen, komplett aufgegeben worden.

Eigentlich war es eine Schande. Gibson liebte Musik und würde wirklich gerne etwas Neues hören. Zu seinem Glück war die Musik von früher vor der totalen Zerstörung gerettet worden. Mit seinem getreuen Rytune, das bis zu einer Milliarde Songs fasste, konnte Gibson überall Musik hören.

Sobald das Auto beladen war, sperrte er seine Wohnung ab und gab den Schlüssel beim Vermieter ab. Er setzte sich hinter das Steuer seines nachgerüsteten 1964er Mustang und klopfte auf das Lenkrad. „Bereit für ein neues Abenteuer, Sally?“, fragte er sein Auto.

Das Brummen, als er das Auto startete, gab ihm wie immer einen leichten Adrenalinkick. Er hatte viel Arbeit und Geld investiert, um einen 1964er Mustang aufzutreiben. Einen Mechaniker zu finden, der den alten, von Menschen gemachten Motor durch den effizienteren Rykov Ultra ersetzen konnte, war zwar noch schwieriger, aber auch jeden einzelnen Cent wert gewesen. Nachdem er den Song „Mustang Sally“ von Wilson Pickett gehört hatte, hatte Gibson gewusst, dass er einen besitzen musste.

Sobald er auf dem Highway Richtung Westen fuhr, begann er sich zu fragen, ob er sich heimischer fühlen würde, wenn er wieder in Juarez lebte, da er ja dort aufgewachsen war. Er hatte gemischte Erinnerungen an den Ort, aber sein Boss Felix hatte deutlich gemacht, dass Gibson mit ihm schlafen musste, wenn er seinen Job behalten wollte, daher war es für ihn keine Option gewesen, in San Antonio zu bleiben.

Ein Schauder überlief seinen ganzen Körper, als er daran dachte, was für ein widerliches Schwein sein letzter Boss gewesen war. Felix hatte vor kurzer Zeit das Restaurant gekauft, in dem Gibson gearbeitet hatte. Mario, der frühere Besitzer, war mit seiner Frau weggezogen, um näher bei seinen Enkelkindern zu sein. Mario hatte Gibson angeboten, ihm das Lokal zu verkaufen, aber er hatte nie ein Restaurant besitzen wollen, er wollte nur kochen. Wenn er gewusst hätte, dass Felix es kaufen würde, hätte Gibson Marios Angebot vielleicht angenommen.

Zuerst war Felix zufrieden damit gewesen, mit den Kellnern zu schlafen, aber nach drei Monaten hatte er sich auf Gibson konzentriert. Zugegeben, Gibson hatte nicht unbedingt hohe Standards, aber bei Felix klingelten alle seine Widerlings-Alarmglocken. Anfangs hatte er Wege gefunden, dem Mann aus dem Weg zu gehen, aber dann war Felix aggressiver geworden.

Eines Tages, nachdem sein Boss ihn im Kühlraum in die Enge getrieben und darüber geredet hatte, wie er Gibson aufwärmen würde, hatte Gibson sich bei seinem besten Freund Zeke beschwert. Er hätte nie gedacht, dass Zeke einen anderen Job für ihn finden würde.

Aber so war Zeke. Wenn er sah, dass jemand in Schwierigkeiten steckte, versuchte er immer zu helfen. Ein paar Monate zuvor hatte Zeke, ein Maus-Wandler, seinen Gefährten Rangi getroffen, der ausgerechnet ein Adler-Wandler war. Rangi war der Kommunikationsdirektor der Allianz und arbeitete direkt unter dem Alpha Primus Alek Rykov. Zeke, ein Computernerd, war inzwischen Vizepräsident der Computerabteilung von Rykov Industries.

Vor ein paar Wochen hatte Gibson einen Anruf von Zeke bekommen, der ihm eine Stelle als Koch für den neuen Alpha des Lateinamerikanischen Territoriums angeboten hatte. Normalerweise hätte er die Stelle sofort angenommen, aber die Alphas des Latino-Territoriums waren für ihre Korruption berüchtigt. Er würde auf keinen Fall vom Regen in die Traufe kommen.

Sein Freund hatte ihm versichert, dass Talon Ramirez ein guter, ehrlicher Alpha war, aber Gibson war trotzdem nicht sicher, ob er das Risiko eingehen wollte. Bis sein Boss ihn wieder im Kühlraum erwischte und dieses Mal beinahe vergewaltigte. Wenn nicht einer der Hilfsköche hereingekommen wäre, um etwas zu holen, hätte Gibson den Mann nicht abwehren können.

Jetzt war er auf dem Weg nach Juarez – an den Ort, von dem er nie gedacht hätte, dass er wieder dort leben würde. So sehr er es auch geliebt hatte, mit seinen Eltern dort zu leben, er konnte nicht vergessen, was ihn aus der Stadt vertrieben hatte.

Ein Mitglied des Ältestenrats hatte im Martin’s einen Mann geschlagen. Gibson hatte keine Ahnung warum, aber sein Vater, der Gewalt hasste, hatte das Mitglied des Ältestenrats gebeten, zu gehen. Der Mann hatte nicht einmal mit der Wimper gezuckt, als er eine Pistole herausgeholt und Gibsons Vater direkt zwischen die Augen geschossen hatte.

Seine Mutter hatte aufgeschrien, als ihr Mann getroffen gewesen war, und war durch den Raum auf ihn zugestürzt. Der Mann hatte die Pistole ruhig auf sie gerichtet und sie erschossen, bevor sie auch nur die Hälfte des Weges geschafft hatte. Gibson war gerade in der Küche gewesen, als der Aufruhr begonnen hatte. Er war hinausgerannt, gerade als sein Vater erschossen worden war. Schreckstarr hatte er zugesehen, wie seine Mutter ermordet worden war. Bevor er reagieren konnte, hatte der Mann mit seinen Freunden das Restaurant verlassen.

Seitdem hatte Gibson herausgefunden, dass der Mann Tumo Caparino gewesen war, ein Klapperschlange-Wandler, Mitglied des Ältestenrats und Auftragskiller. Der Ältestenrat sollte dabei helfen, die Bewohner des eigenen Territoriums zu beschützen, indem er den Alpha überwachte. Aber im Latino-Territorium, wo Korruption und Gewalt ein Lebensstil waren, besonders im Ältestenrat und beim früheren Alpha, war es keine Überraschung, dass der Mann zu dieser Gruppe gehörte.

Nachdem er seine Eltern begraben hatte, hatte Gibson Juarez, die korrupteste Stadt im Latino-Territorium, verlassen. Jetzt kehrte er zurück, um für einen unbekannten Alpha zu arbeiten. Nur weil Zeke für den Mann gebürgt hatte, hatte Gibson überhaupt in Betracht gezogen zurückzukehren.

Je näher er Juarez kam, desto nervöser wurde er. Die Landschaft wirkte so öde, selbst die Wüstenbüsche sahen aus, als wollten sie alle Hoffnung aufgeben. Bei jedem Kilometer fragte er sich, ob er den größten Fehler seines Lebens gemacht hatte. Nicht, dass er eine Wahl gehabt hatte. Selbst mit seinem Ruf als einer der besten Köche des Territoriums war es schwierig, Arbeit zu finden.

Die Tatsache, dass Felix in anderen Restaurants verbreitet hatte, dass Gibson tabu war, war ebenfalls keine Hilfe. Vielleicht hätte er trotzdem einen Job gefunden, aber er wusste, dass es für das betreffende Restaurant ein großes Risiko dargestellt hätte, da Felix jedem, der mutig genug war, Gibson einzustellen, Ärger machen konnte.

Als er in die Einfahrt des Alpha-Anwesens einbog, stand ihm beim Anblick des riesigen Hauses der Mund offen. Als er vor der Tür stand, atmete er tief ein, bevor er klingelte. Als die Tür aufging, stand dort ein übertrieben muskulöser Mann in Soldatenuniform, der Gibson praktisch anfauchte, weil er es wagte zu stören. Gibson sah es als schlechtes Zeichen, dass ein Soldat die Tür öffnen musste, besonders da dieser eine Hand auf seinem Pistolenhalfter hatte.

Er musterte den Mann schnell von Kopf bis Fuß und zählte zwei weitere Pistolen und zwei Messer, die er sehen konnte. Fuck, diese Leute nahmen ihre Sicherheit ernst. „Was?“, verlangte der Mann zu wissen.

Mit einem eigenen Fauchen sagte er: „Ich bin hier, um Alpha Talon Ramirez zu sehen.“ Er war vielleicht nur einen Meter fünfundsiebzig groß, aber er ließ sich nicht herumschubsen.

„Er empfängt keine Gäste“, sagte der Mann und wollte Gibson die Tür vor der Nase zuschlagen.

Gibson weigerte sich, abgewiesen zu werden, und konnte seinen Koffer in die Tür schieben, bevor sie sich schloss.

---ENDE DER LESEPROBE---