Taping im Sport - John Langendoen - E-Book

Taping im Sport E-Book

John Langendoen

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Beschreibung

Das Taping-Wunder!

Die bunten Tapes auf Rücken, Armen und Beinen sind nicht mehr wegzudenken: Was im Profi-Sport bei Behandlung von Verletzungen, Schmerzen und Narben gang und gäbe geworden ist, hilft auch beim Freizeitsport. Doch wie legt man die Tapes richtig an - gerade im Akutfall bei einer Verletzung, die den heiß ersehnten Feierabendlauf zu gefährden scheint? Hier findet man die wichtigsten 45 Sport-Tapes von Kopf bis Fuß bei über 100 gängigen Beschwerden - zusätzlich gegliedert nach Sportarten. Jeder Handgriff ist so einfach und klar wie ein Kochrezept und ohne Vorkenntnisse anwendbar. Dazu gibt es viele zusätzliche anatomische Infos und Hilfen aus der Erfahrungs-Schatzkiste eines erfahrenen Sport-Physiotherapeuten.

John Langendoen ist Sportphysiotherapeut und Mitinhaber von "Therapy4U" in Kempten. Seit über 25 Jahren betreut er Leistungssportler bei Olympiaden und Weltmeisterschaften, aber auch viele Hobby-Sportler.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 250

Veröffentlichungsjahr: 2014

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John Langendoen, Ehsan Sazegar, Karin Sertel, Timo Timpe

Taping im Sport

Soforthilfe bei Schmerzen und Verletzungen

Liebe Leserin, lieber Leser,

es ist wirklich verblüffend, welche beeindruckenden Effekte sich mit Tapes im Sport erzielen lassen – völlig ohne Nebenwirkungen! Ein wichtiger Effekt, den man mit Taping erreichen kann, ist die Verminderung von Schmerzen. Wenn man weniger Schmerzen hat, kann man sich wieder besser bewegen, verspannt man weniger, was wiederum den Schmerz weiter reduzieren kann. Schmerz ist eines der Leitsymptome für die Tape-Anwendung. Das heißt, wenn ich irgendwo Schmerzen habe, könnte das ein möglicher Einsatzbereich für das Taping sein. Tatsächlich haben viele Sportler beim Training, im Spiel oder in der Rehabilitation Schmerzen und greifen gerne auf lindernde Tape-Anlagen zurück. Die Schmerzen können unterschiedliche Ursachen, wie Muskelkater, Muskelverletzungen (Prellung, Muskelfaserriss), Schwellungen (z. B. nach einer Prellung), steife Gelenke oder Narben haben.

Taping wird auch eingesetzt, um die Körperwahrnehmung zu verbessern, bestimmte Bewegungsabläufe schneller zu optimieren, um Bewegungsrichtungen zum Schutz eines Gelenkes zu behindern, Muskelkater zu verhindern oder Schwellungen und Blutergüsse zu therapieren, um nur einige der vielfältigen Anwendungsgebiete zu nennen.

Das Gute am Taping ist, dass jeder mit etwas Übung und Geschick schnell lernen kann, wichtige Tape-Anlagen selbst zu kleben. Wenn Sie beispielsweise eine Mannschaft oder einzelne Sportler trainieren und betreuen, können Sie die wichtigsten Tape-Anlagen, die für die entsprechende Sportart oft gebraucht werden, erlernen und bei Bedarf sofort anwenden. Auch Trainingspartner können sich so gegenseitig unterstützen und versorgen. Wenn der Fuß oder das Bein betroffen ist, könnte der Sportler die Tapes oft auch selbst anlegen – die praktischen Anleitungen dazu wurden in unserem Taping-Selbsthilfe-Buch schon beschrieben. Einfacher und oft auch effektiver wirksam ist es jedoch, wenn das Tape durch eine zweite Person angelegt wird. Daher wird in diesem Buch überwiegend diese Vorgehensweise beschrieben.

Alles Wissenswerte rund ums Taping, die spezifischen Anwendungsgebiete und die Tape-Anlagen selbst werden so ausführlich und verständlich beschrieben, dass es für Laien gut nachvollziehbar ist. Doch auch Physiotherapeuten, die Sport-Taping professionell betreiben wollen, erhalten mit diesem Buch eine gute Basis.

Kempten, im Januar 2014

John Langendoen

Hinweis

Liebe Leserin, lieber Leser,

danke, dass Sie dieses Buch gekauft haben! Beim Blättern, Nachschlagen und Lesen werden Sie an manchen Stellen auf Verweise stoßen, die auf eine Zusatzausstattung der Printausgabe hinweisen. Dies kann eine CD, DVD, Drehscheibe, Arbeitskarte o. ä. sein. Diese Buchelemente verweigern sich gewissermaßen der Digitalisierung. Wir haben sie daher weggelassen. Das Buch funktioniert aber genauso gut ‚ohne‘.

Ihr Team vom TRIAS Verlag, Stuttgart

Inhaltsverzeichnis

Liebe Leserin, lieber Leser,

Teil I Sport-Taping: die Basics

1 Vorbeugen, schneller heilen, besser trainieren

1.1 Weniger Schmerz, bessere Beweglichkeit

1.2 Vielseitige Einsatzmöglichkeiten

1.3 Unterstützung ohne Nebenwirkungen

1.4 Sportphysiotherapie und Reha

2 Wie wirkt Taping?

2.1 Schmerzreduktion

2.2 Stützfunktion

2.3 Taping reduziert Schwellungen

2.4 Funktionen des Tapings

2.5 Wann ist Taping nicht geeignet?

2.6 Wie wurde das heutige Taping entwickelt?

2.6.1 Jenny McConnell und Brian Mulligan

2.6.2 Kenzo Kase

3 Die Grundlagen des Kinematic Tapings®

3.1 Physiotherapie

3.1.1 Manuelle Therapie

3.2 Kinematik

3.2.1 Gelenke

3.2.2 Muskeln

3.2.3 Nerven

3.2.4 Schwellungen

3.3 Kinematic Taping®

4 Wie funktioniert Taping?

4.1 Woraus bestehen die Tapes?

4.2 Tragekomfort

4.2.1 Hautverträglichkeit

4.2.2 Was passiert beim Schwitzen?

4.2.3 Duschen und schwimmen?

4.2.4 Die Haut vorher enthaaren?

4.2.5 Tragedauer und Haltbarkeit

4.2.6 Wie entfernt man die Tapes?

5 Tapes vorbereiten und anlegen – so geht’s

5.1 Tapes abmessen und zuschneiden

5.1.1 Tapeformen

5.2 Mit oder ohne Zug?

5.2.1 Basis

5.2.2 Wie viel Zug?

5.3 Achten Sie auf die Ausgangsstellung

5.3.1 Wie Stellung und Effekt zusammenhängen

5.4 Wo beginnt und wo endet das Tape?

5.5 Die Anwendungsprinzipien verstehen

5.5.1 Schwellungen

5.5.2 Muskelentspannung

5.5.3 Muskeltraining

5.5.4 Akute Gelenkschmerzen

5.5.5 Schmerzhafte Gelenksteifigkeit

5.5.6 Nervenschmerzen

5.5.7 Frische Narben

5.5.8 Ältere, verklebte Narben

5.6 Ein Tape anlegen: Schritt für Schritt

5.6.1 1. Welches Tape soll geklebt werden?

5.6.2 2. Welche Farbe?

5.6.3 3. Die Haut vorbereiten

5.6.4 4. Tapes abmessen, kürzen und zuschneiden

5.6.5 5. Wichtig: Alle Ecken runden!

5.6.6 6. Die Tapes aufkleben

5.7 Fehler vermeiden

5.8 Rigides, nicht elastisches Taping

5.8.1 Praktische Vorgehensweise

Teil II Sport-Tapes von Kopf bis Fuß

6 Lymphatisches System

6.1 Blutergüsse, Schwellungen

6.1.1 Was ist passiert?

6.1.2 Was ist zu tun?

6.1.3 Lymphtapes

7 Fuß und Unterschenkel

7.1 Umknicktrauma

7.1.1 Was ist passiert?

7.1.2 Was ist zu tun?

7.1.3 Sprunggelenk

7.1.4 Umknicktrauma: rigides Taping

7.2 Syndesmosis-Verletzung

7.2.1 Was ist passiert?

7.2.2 Was ist zu tun?

7.2.3 Syndesmoseband

7.3 Wadenmuskelverletzung

7.3.1 Was ist passiert?

7.3.2 Was ist zu tun?

7.3.3 Akute Muskelverletzung

7.3.4 Verkürzendes Wadenmuskeltraining

7.3.5 Verlängerndes Wadenmuskeltraining

7.4 Reizung der Achillessehne

7.4.1 Was ist passiert?

7.4.2 Was ist zu tun?

7.4.3 Achillessehne: Schmerz beim Landen

7.4.4 Achillessehne: Abstoßen schmerzt

7.4.5 Korrektur: X-Stellung der Achillessehnen

7.4.6 Längsgewölbeunterstützung

8 Knie und Oberschenkel

8.1 Innenbandüberdehnung

8.1.1 Was ist passiert?

8.1.2 Was ist zu tun?

8.1.3 Knie Innendrehung

8.1.4 Schneidersitzmuskel

8.1.5 Schneidersitzmuskel, lange Variante

8.1.6 Innenbandüberdehnung: rigides Taping

8.2 Instabiles Kniegelenk

8.2.1 Was ist passiert?

8.2.2 Was ist zu tun?

8.2.3 Knie Außendrehung

8.2.4 Quadrizeps und Kniescheibe

8.2.5 Kniescheibe, unten

8.2.6 Kniescheibe, oben

8.2.7 Kniescheibe, innen

8.2.8 Patellasehne: rigides Taping

8.3 Ischios Muskelverletzung

8.3.1 Was ist passiert?

8.3.2 Was ist zu tun?

8.3.3 Ischios entspannen

8.3.4 Ischios Trainingsunterstützung

9 Becken, Hüfte und Leiste

9.1 Adduktorenüberdehnung

9.1.1 Was ist passiert?

9.1.2 Was ist zu tun?

9.1.3 Überdehnte Adduktoren

9.2 Hüftgelenksschmerzen

9.2.1 Was ist passiert?

9.2.2 Was ist zu tun?

9.2.3 Hüftbeuger

9.2.4 Gesäßmuskel

9.3 Beckenverdrehungen

9.3.1 Was ist passiert?

9.3.2 Was ist zu tun?

9.3.3 Kreuzdarmbeingelenke – Korrektur nach vorn

9.3.4 Kreuzdarmbeingelenke – Korrektur nach hinten

10 Wirbelsäule und Brustkorb

10.1 Überlastung des unteren Rückens

10.1.1 Was ist passiert?

10.1.2 Was ist zu tun?

10.1.3 Untere Lendenwirbelsäule

10.2 Fehlbelastung des Brust-Lenden-Übergangs

10.2.1 Was ist passiert?

10.2.2 Was ist zu tun?

10.2.3 Untere Brust- und obere Lendenwirbelsäule

10.3 Rundrücken

10.3.1 Was ist passiert?

10.3.2 Was ist zu tun?

10.3.3 Brustwirbelsäulenaufrichtung

10.4 Rippenprellung oder -bruch

10.4.1 Was ist passiert?

10.4.2 Was ist zu tun?

10.4.3 Rippen

11 Halswirbelsäule und Schultergürtel

11.1 Verstauchung der Halswirbelsäule

11.1.1 Was ist passiert?

11.1.2 Was ist zu tun?

11.1.3 Halswirbelsäule: Verstauchung

11.1.4 Halswirbelsäule: Nackenverspannung

11.2 Erste-Rippe-Problematik

11.2.1 Was ist passiert?

11.2.2 Was ist zu tun?

11.2.3 Erste Rippe

11.3 Schulterinnendrehungsschmerz (Instabilität)

11.3.1 Was ist passiert?

11.3.2 Was ist zu tun?

11.3.3 Schulterinnendrehung

11.4 Schulteraußendrehungsschmerz

11.4.1 Was ist passiert?

11.4.2 Was ist zu tun?

11.4.3 Schulteraußendrehung

11.5 Schultereckgelenksverletzung

11.5.1 Was ist passiert?

11.5.2 Was ist zu tun?

11.5.3 Schultereckgelenk

12 Ellbogen, Unterarm, Hand, Finger

12.1 Tennisellbogen

12.1.1 Was ist passiert?

12.1.2 Was ist zu tun?

12.1.3 Unterarmstrecker

12.2 Golferellbogen

12.2.1 Was ist passiert?

12.2.2 Was ist zu tun?

12.2.3 Unterarmbeuger

12.3 Verstauchung des Handgelenks

12.3.1 Was ist passiert?

12.3.2 Was ist zu tun?

12.3.3 Handgelenk

12.3.4 Handgelenk: rigides Taping

12.4 Zerrung des Daumengrundgelenks

12.4.1 Was ist passiert?

12.4.2 Was ist zu tun?

12.4.3 Daumengrundgelenk

12.4.4 Daumengrundgelenk: rigides Taping

12.5 Verstauchung eines Fingergelenks

12.5.1 Was ist passiert?

12.5.2 Was ist zu tun?

12.5.3 Fingergelenk

12.5.4 Fingergelenk: rigides Taping

13 Nervenschmerzen

13.1 Ischias-Schmerzen

13.1.1 Was ist passiert?

13.1.2 Was ist zu tun?

13.1.3 Ischias-Nerv

13.2 Verletzung des Wadenbeinnervs

13.2.1 Was ist passiert?

13.2.2 Was ist zu tun?

13.2.3 Wadenbeinnerv

13.3 Armschmerzen – Brachialgie

13.3.1 Was ist passiert?

13.3.2 Was ist zu tun?

13.3.3 Armnervengeflecht

13.3.4 Speichennerv (N. radialis)

13.3.5 Ellennerv (N. ulnaris)

Teil III Service

14 Making Of

15 Infos rund ums Taping

15.1 Tapemarken

15.2 Wo erhält man Tapes?

15.3 Taping-Kurse

15.4 Taping-Therapeuten

15.5 Taping-Kosten

16 Danksagung

Autorenvorstellung

Sachverzeichnis

Impressum

Teil I Sport-Taping: die Basics

1 Vorbeugen, schneller heilen, besser trainieren

2 Wie wirkt Taping?

3 Die Grundlagen des Kinematic Tapings

4 Wie funktioniert Taping?

5 Tapes vorbereiten und anlegen – so geht’s

Viele Sportler kennen und schätzen bereits die unkomplizierte Unterstützung, die sie durch Tapes erfahren. Tapes sind außerordentlich vielseitig einsetzbar. Um die Wirkungsweisen und die richtige Anwendung zu verstehen, werden Sie hier mit den Grundlagen vertraut gemacht.

1 Vorbeugen, schneller heilen, besser trainieren

Egal welchen Sport Sie betreiben, ob Sie laufen, mountainbiken, skaten, Fußball spielen, tanzen, klettern oder sich anderweitig betätigen – Tapes können Ihnen dabei helfen. Sie lindern Schmerzen, beugen Verletzungen vor, optimieren das Training, stabilisieren schwache Gelenke und vieles andere mehr. – Und alles völlig ohne Nebenwirkungen!

Aus dem Profi-Sport ist Taping nicht mehr wegzudenken und auch im Hobby- und Vereinsbereich findet es immer mehr Anhänger. Denn man kann kaum etwas falsch machen: Richtig angelegt, spürt man sofort den positiven Effekt. Wenn es dagegen zieht, schmerzt oder wirkungslos ist, stimmt die Tape-Anlage nicht. Dann muss noch einmal neu geklebt werden.

Falls Sie Tapes bisher nur aus der Ferne gesehen haben: Tapes sind selbst klebende Bänder (englisch „tape“), die auf einer Seite eine hautverträgliche dünne Klebeschicht haben und damit direkt auf die Haut geklebt werden. Es gibt sowohl nicht dehnbare als auch elastische Tapes. In diesem Buch geht es überwiegend um elastische Tapes. Wenn wir „Tape“ schreiben, meinen wir dehnbares Tape. Nach einer Verletzung kann auch rigides Taping sinnvoll sein, um beispielweise ein geschädigtes Gelenk ruhigzustellen. Dies ist, wenn überhaupt, allerdings meist nur in den ersten Tagen notwendig. Die entsprechenden Tape-Anlagen lernen Sie ebenfalls in diesem Buch kennen. Später ist auch hier elastisches Tape besser, welches so geklebt wird, dass die Verletzungsbewegung nicht mehr möglich ist, alle anderen Gelenkbewegungen aber schon.

1.1 Weniger Schmerz, bessere Beweglichkeit

Ein gutes Beispiel für den Einsatz von elastischem Tape ist die Anlage bei einem verstauchten Knöchel. Nach der Anlage der Tapes kann der Betroffene sofort wieder relativ normal gehen. Denn die schmerzhaften Bewegungsrichtungen lassen sich durch das Taping verhindern. Das betroffene Gelenk erhält eine gezielte Stütze, wodurch das Umknicken vermieden wird. Die schmerzfreien Fußbewegungen beim Laufen werden jedoch nicht behindert. Nach diesem Prinzip lassen sich alle Körperteile tapen, bei denen verletzte Strukturen unterstützt und stabilisiert werden müssen. Mit Taping lässt sich verletztes Gewebe schützen, ohne die erwünschte Beweglichkeit des Körpers einzuschränken.

Ein weiteres gutes Einsatzgebiet für Tapes sind Muskelverspannungen, die beispielsweise durch einseitige oder steigende Belastung im Training entstehen können. Viele Sportler leiden unter schmerzhaften Schulter- oder Rückenmuskelverspannungen. Auch hier gilt wieder das Prinzip, dass die Tapes die schmerzfreie Beweglichkeit vergrößern. In diesem Falle wird mithilfe der Tapes die Muskelspannung so verändert, dass man sich schmerzfreier bewegen kann. Ist es beispielsweise die verkrampfte Rückenmuskulatur, die einen daran hindert, sich schnell und frei zu drehen oder zu strecken, führt das Tapen dazu, dass sich die Muskulatur entspannt. Dieser Effekt ist meist sofort nach der Anlage des Tapes spürbar und messbar. Probiert der Sportler die Problembewegung aus, spürt er nun den Zug des Tapes, jedoch keine Verspannung mehr. Er gewinnt seine Bewegungsfreiheit zurück. Die Verspannungen behindern ihn nicht mehr.

Beim Tapen geht es oft um die Beziehung zwischen Schmerz und Bewegung – also weniger Schmerzen zu verspüren und damit mehr Bewegung zu ermöglichen. Häufig ist es so, dass gezielte Bewegungen die Schmerzen lindern könnten. Jedoch bewegen sich die meisten Menschen, wenn sie Schmerzen haben, eher nicht. Sie halten den betroffenen Körperteil als Schutzmaßnahme still, damit die Schmerzen nicht stärker werden. Es ist aber durchaus empfehlenswert auszuprobieren, welche Bewegungen schmerzfrei möglich sind und bei welchen schmerzhaften Bewegungen der Schmerz durch mehrmaliges Wiederholen abnimmt. Probieren Sie beispielsweise bei einer Muskelprellung – mit Schwellung, Schmerz und Steifigkeit – aus, welche Bewegungen schmerzfrei sind bzw. bei welchen der Schmerz nach einer Weile nachlässt. Ist Gehen oder sogar leichtes Joggen möglich? Je wärmer die Muskulatur wird, desto besser die Durchblutung. So wird der Abfluss der Schwellung gefördert und der Schmerz nimmt schneller ab. Nach zwei Tagen sollte das übliche Training wieder möglich sein.

Ein weiteres Beispiel, bei dem der Schmerz bzw. die Angst davor die eigentlich heilsame Bewegung verhindert, ist der Rückenschmerz, der von der unteren Lendenwirbelsäule ausgeht. Viele Menschen, speziell auch Sportler, kennen Rückenschmerzen aus eigener Erfahrung; 80 Prozent leiden ein- oder mehrmals im Leben darunter. Schmerzen in der unteren Lendenwirbelsäule sind häufig so stark, dass man sich am liebsten gar nicht mehr bewegen möchte. Die Angst vor dem starken, einschießenden Schmerz zwingt einen geradezu zum Ruhighalten. Man möchte einfach nur noch liegen. Eine entsprechende Tape-Anlage auf Lendenwirbelsäule und Becken kann das Gefühl von Halt und Bewegungsführung vermitteln. Somit traut man sich wieder, sich mehr zu bewegen und kann das Training schneller wieder aufnehmen.

Wichtig

In vielen Fällen ist die Bewegung die eigentliche Medizin bzw. Therapie. Taping ist also kein Ersatz für Bewegung. Es ist vielmehr ein Hilfsmittel, das einerseits Bewegung gezielt begrenzt und schmerzhafte Bewegung verhindert und andererseits die Bewegung verändert, fördert und Schmerzen lindert. Dadurch kann entweder das Training schneller wieder aufgenommen bzw. muss gar nicht ausgesetzt werden.

1.2 Vielseitige Einsatzmöglichkeiten

Bei akuten Gelenkverletzungen, die mit schmerzhaften Bewegungseinschränkungen einhergehen, kann Taping in jedem Stadium hilfreich sein. Wenn zum Beispiel bei einer akuten Verstauchung des Knöchels unbelastete Fußbewegungen wehtun, kann das Sprunggelenk gezielt getapet werden. Das Eintapen, auch bei akuten Knie-, Schulter-, Ellbogen-, Hand- oder Wirbelsäulenbeschwerden, begrenzt die schmerzhafte Bewegungsrichtung und fördert auf diese Weise das schmerzfreie Bewegungsausmaß.

Gelenkschmerzen. Oft ist es auch so, dass Sportler nach dem Training oder Spiel Gelenkprobleme verspüren und sich mit Eis kühlen. Tapes können die Schmerzen verringern oder sogar verhindern. Besser noch, Tapes beim Training können zu verbesserten Bewegungsabläufen beitragen, die Trainingsbelastung ist gelenkschonender. Das Tape vermindert das Muskelungleichgewicht bzw. verändert die Gelenkstellung. Ein praktisches Beispiel sind Schmerzen im Kniegelenk, die bei oder nach Belastung auftreten: Die Belastung des Knies bei wiederholtem In-die-Hocke-Gehen oder Drehen ist besser erträglich, wenn ein Tape die Drehstellung des Unterschenkels gegenüber dem Oberschenkel verändert. Alle schmerzhaften Gelenke und Wirbel, die von Überlastung, Fehlbelastung oder Entzündungen betroffen sind, können getapet werden.

Verspannungen. Verspannte Muskeln könnten mit Taping, vor allem aber durch Üben mit Tape, schneller lockerer und flexibler werden. Verspannte Muskeln an der Rückseite des Oberschenkels („Ischios“) sind verletzungsanfälliger bei Sportlern bzw. spielen häufig eine Rolle bei Lendenwirbelsäulenbeschwerden oder instabilen Kniegelenken. Im Gegenzug können schwache Muskeln mit Tape besser trainiert werden, wie z. B. der innere Anteil des vierköpfigen vorderen Oberschenkelmuskels („Quadrizeps“) nach einer Muskelzerrung oder gar einer Kreuzbandoperation. Muskelverspannungen können auch bei Nervenschmerzen wie Ischias-Schmerzen auftreten. Lange Tapes, die über zwei Gelenke angelegt werden, lindern Nervenschmerzen am besten, wonach auch die Muskeln entspannen.

Schwellungen. Schwellungen und Blutergüsse lassen sich ebenfalls gut mit Taping verringern. Eine Schwellung der Wade nach einem Tritt bei einem Mannschaftssport (Pferdekuss) oder ein geschwollener Knöchel nach dem Umknicken (Supinationstrauma) sind häufige Beispiele. Auch ein Bluterguss im Daumenbereich aufgrund einer Prellung beim Volleyball kann mithilfe einer Tape-Anlage rasch wieder abklingen.

1.3 Unterstützung ohne Nebenwirkungen

Taping wirkt ohne chemische oder pharmazeutische Substanzen, die das Stoffwechselgeschehen ungünstig beeinflussen könnten. Wenn ich Knieschmerzen habe, kann ich Tabletten schlucken, mir eine Spritze geben lassen oder mich tapen lassen. Bei einer Medikamenteneinnahme könnten unerwünschte Nebenwirkungen auftreten. Das Schlimmste, was beim Taping passieren kann, ist das Auftreten von Hautreaktionen, z. B. bei empfindlichen Hauttypen oder fragwürdiger Qualität des Tapematerials. Oder dass es nicht hilft, weil das Tape nicht korrekt angelegt wurde. Man kann bei einer Verletzung zweigleisig fahren. Die Dosis notwendiger Schmerzmedikamente könnte durch effektive Tape-Anlagen möglicherweise reduziert werden. Die Behandlung der Verletzung mit elastischen Tapes lässt sich auch mit weiteren Methoden kombinieren, beispielsweise mit manueller Therapie, manueller Lymphdrainage, Akupressur, Trigger-Punkt-Therapie, Magnetfeldtherapie bzw., durch nasses Tape, Elektrotherapie.

1.4 Sportphysiotherapie und Reha

Taping ist eine mögliche ergänzende Maßnahme, um den Behandlungserfolg bei einer Verletzung zu verbessern, zu verstärken und zu erhalten. Durch Taping können schneller Fortschritte gemacht werden, beziehungsweise kann die Rehabilitation progressiver gestaltet werden. Nach dem Tapen sollte der Sportler sofort eine positive Rückmeldung geben: Es muss sich gut anfühlen und er fühlt sich sicherer beim Bewegen und Belasten, zum Beispiel wenn ein instabiles Gelenk die Ursache der Beschwerden ist. Durch verbesserte Stabilität und das Gefühl der Sicherheit traut sich der Sportler sich wieder mehr zu belasten. Wenn ein Sportler ein gewisses Tape immer wieder braucht, kann er schnell lernen, es selbst anzulegen. Sportler werden durch die Möglichkeit des Tapings selbstständiger. Das ist sowohl für den Physiotherapeuten als auch für den Sportler ein erstrebenswerter Effekt – auch und vor allem im Teamsport mit dauerhafter medizinischer Betreuung. Die allgemeine Erfahrung ist, dass diese Eigeninitiative den Sportler motiviert und seine Mitarbeit fördert. Er übernimmt mehr Verantwortung für seinen Beruf, seine Leistung und seine Körperpflege. Die Tapes stellen manchmal auch eine optische Erinnerungshilfe dar, regelmäßig notwendige Reha-Übungen durchzuführen. Die innere Motivation und Eigenverantwortung („Compliance“) wird durch das Taping einfach und fast wie von selbst verbessert.

2 Wie wirkt Taping?

Die sofortige Wirkung des Tapings ist oft verblüffend. Es kann unmittelbar nach der Anlage des Tapes spürbare und messbare Veränderungen im Schmerzerleben und Bewegungsverhalten geben. Der Arm, das Bein kann viele Grade weiter gehoben werden. Die Wade ist freier, der Griff fester. Die Schulterverspannung ist beim Drehen des Kopfes verschwunden.

Dass Taping wirkt, ist also unbestritten. Doch bei der Frage, wie diese Wirkungen zustande kommen, bleibt es bei Mutmaßungen und Hypothesen. Im Grunde genommen sind die meisten Erklärungsversuche rein spekulativ, denn wissenschaftliche Belege für die vermuteten Wirkweisen gibt es nur wenige. Belegt ist nur, dass der abschwellende Effekt über das Lymphsystem funktioniert, die im Rückenmark eintretenden Nervensignale verändert sind und sich verspannte Muskeln bei korrekt angelegten Tapes entspannen.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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