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Willkommen in Cedar Falls, einer kleinen Stadt in North Carolina, die inmitten der Smokey Mountains liegt. Ethan Chapman zieht nach Cedar Falls, nachdem er von seinem eigenen Bruder geschlagen und misshandelt wurde, nur um einen noch dominanteren Mann kennenzulernen, der sein Herz höher schlagen lässt. Aber als er herausfand, wie bestimmend dieser Mann ist, muss Ethan entscheiden, ob er bereit ist, es mit der Liebe zu probieren. Bram O’Connor ist ein dominanter Mann, der seine Liebhaber gerne kontrolliert. Vom ersten Moment an, in dem ihre Blicke einander begegnen, weiß Bram, dass Ethan der perfekte Sub für ihn ist, auch wenn der Mann es selbst noch nicht weiß. Nach allem, was Ethan durchgemacht hat, muss Bram geduldig sein, wenn er hofft, Ethan für sich gewinnen zu können. Verzweifelt kämpft Ethan gegen sein Bedürfnis an, Brams Befehlen zu gehorchen. Denn wie soll Ethan sich jemals Brams Liebe verdienen, wenn er nicht auf seinen eigenen Beinen stehen kann? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Länge: rund 45.000 Wörter
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Veröffentlichungsjahr: 2023
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Epilog
ÜBER SHEA BALIK
LESEPROBE:
Hündchen mit Halsband
Willkommen in Cedar Falls, einer kleinen Stadt in North Carolina, die inmitten der Smokey Mountains liegt.
Ethan Chapman zieht nach Cedar Falls, nachdem er von seinem eigenen Bruder geschlagen und misshandelt wurde, nur um einen noch dominanteren Mann kennenzulernen, der sein Herz höher schlagen lässt. Aber als er herausfand, wie bestimmend dieser Mann ist, muss Ethan entscheiden, ob er bereit ist, es mit der Liebe zu probieren.
Bram O’Connor ist ein dominanter Mann, der seine Liebhaber gerne kontrolliert. Vom ersten Moment an, in dem ihre Blicke einander begegnen, weiß Bram, dass Ethan der perfekte Sub für ihn ist, auch wenn der Mann es selbst noch nicht weiß. Nach allem, was Ethan durchgemacht hat, muss Bram geduldig sein, wenn er hofft, Ethan für sich gewinnen zu können.
Verzweifelt kämpft Ethan gegen sein Bedürfnis an, Brams Befehlen zu gehorchen. Denn wie soll Ethan sich jemals Brams Liebe verdienen, wenn er nicht auf seinen eigenen Beinen stehen kann?
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein.
Länge: rund 45.000 Wörter
SHEA BALIK
Hündchen mit Halsband
Cedar Falls 2
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene
ME AND THE MUSE PUBLISHING
www.meandthemuse.com
Copyright © der englischen Originalausgabe „The Collared Pup“:
Shea Balik
Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:
Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe
Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2023
Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs
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Wie weißglühende Flammen schossen die Schmerzen durch Ethan Chapman und raubten ihm den Atem. Die Straße vor ihm begann zu verschwimmen und seine Wahrnehmung verschlechterte sich zusehends. Er wusste, dass er anhalten musste, aber er wollte so weit wie möglich von Colorado entfernt sein.
Als er bald darauf immer noch nichts sehen konnte, wusste Ethan, dass er keine andere Wahl hatte, wenn er nicht in einen Unfall verwickelt werden wollte. Wenigstens hatte er es gerade noch nach Kansas geschafft. An der nächsten Ausfahrt gab es mehrere Hotels, und Ethan fuhr ab.
Nachdem er den Wagen eingeparkt und den Motor ausgemacht hatte, überlegte Ethan, wie er die etwa dreißig Stufen zum Eingang bewältigen sollte. Natürlich erst, nachdem er es geschafft hatte, sich aus seinem kleinen Auto zu manövrieren.
Er wappnete sich gegen die Schmerzen und atmete mehrmals tief ein, so tief, wie es seine geprellten Rippen zuließen. Dann presste er seine Hand gegen seinen Bauch, um sich ein wenig abzustützen, und stieg aus dem Auto.
Der Schrei, der ihm über die Lippen kam, wurde von einem Sattelschlepper auf der Schnellstraße übertönt. Mit bedächtigen Schritten bewegte er sich zum Kofferraum und holte den Rucksack heraus, in dem er seine Kleidung verstaut hatte. Er konnte ein Zischen nicht unterdrücken, als er über seinen Kopf langte, um den Kofferraum zu schließen.
Sein Atem kam in kurzen Zügen, als er sich gegen das Auto lehnte. Warum hatte er sich bloß auf Henrys Spielchen eingelassen? Er hätte wissen müssen, dass sich nichts geändert hatte. Als er sich endlich wieder in der Lage fühlte weiterzugehen, beugte er sich zum Beifahrersitz, wo er eine wiederverwendbare Stofftasche mit Erste-Hilfe-Zubehör, Snacks und einigen Getränken aufbewahrte.
Das war der einzige Zwischenstopp, den er außer zum Tanken eingelegt hatte. Sobald er an Denver vorbeigefahren war, hatte Ethan an einer Apotheke angehalten und alles gekauft, was er zu brauchen glaubte.
Als das Auto abgeschlossen war, betrachtete er den Hoteleingang und stöhnte angesichts der Entfernung. Mit zusammengebissenen Zähnen humpelte er langsam über den Parkplatz. Nur das Wissen, dass er sich gleich in ein Bett fallen lassen würde, trieb ihn an.
Als er das Hotel betrat, bemühte er sich nach Kräften, sich aufrecht zu halten und normal zu gehen. Ethan wusste, dass es ihm nicht gelang, aber er wollte die Mitarbeiterin an der Rezeption nicht auf seinen Zustand aufmerksam machen.
„Guten Abend. Kann ich Ihnen helfen?“, fragte eine viel zu fröhliche Frau hinter dem Schalter.
„Ich hätte gerne ein Zimmer, bitte.“ Ethan setzte vorsichtig seine Taschen ab, um seine Brieftasche zu zücken. Er zischte, als seine Rippen ihn daran hinderten, seinen Oberkörper zu drehen, um an seine Gesäßtasche zu gelangen.
Die Frau warf ihm einen besorgten Blick zu. „Geht es Ihnen gut, Sir?“
„Ja. Ich hatte vor kurzem einen Unfall und bin wohl noch nicht so gesund, wie ich gehofft hatte.“ Die Lüge kam ihm leicht über die Lippen. Das hatte er schon in seiner Kindheit gelernt.
„Das tut mir wirklich leid. Kann ich irgendetwas für Sie tun?“
Sie schien aufrichtig besorgt zu sein, aber Ethan wollte einfach nur auf sein Zimmer gehen.
Er schüttelte den Kopf. „Ich komme schon klar, aber danke.“
Sie schenkte ihm ein weiteres Lächeln, diesmal voller Mitleid, was Ethan hasste. Diesen Blick hatte er von seinen Lehrern, Nachbarn und den Krankenschwestern und Ärzten, die ihn im Laufe der Jahre behandelt hatten, immer wieder geerntet.
„Nur für eine Nacht oder bleiben Sie länger?“
So gern Ethan auch ein paar Tage bleiben würde, um sich zu erholen, er würde sich erst sicher fühlen, wenn er weit genug von Henry entfernt war. Nicht, dass er wirklich glaubte, sein Bruder würde ihm nachsetzen, aber Ethan brauchte den Abstand, um sich sicherer zu fühlen. „Nur eine Nacht, danke.“ Er tat sein Bestes, um das Zittern seiner Hand zu verbergen, als er ihr seine Kreditkarte reichte.
Mit dem Schlüssel in der Hand betrat er das Hotelzimmer. Er setzte seinen Rucksack auf dem Schreibtisch ab und nahm die andere Tasche mit ins Bad. Obwohl er die Erste-Hilfe-Materialien besorgt hatte, hatte er bis auf das Aspirin nichts davon benutzt. Das hatte er sofort eingenommen, als er die Apotheke verlassen hatte.
Jetzt kam der schwierige Teil. Vorsichtig zog er sich das Hemd über den Kopf. Er war stolz auf sich, dass er nur ein Wimmern ausstieß, als das Strecken seiner Arme einen heftigen Schmerz in seinen Rippen hervorrief. Die blauen Flecken, die seinen Körper übersäten, waren wie eine Studie in Gelb-, Grün-, Blau- und Schwarztönen, da sowohl frische als auch alte blaue Flecken seinen Oberkörper und seine Arme bedeckten.
Die einzige abweichende Farbe war rot, nachdem er mit den Füßen über den Teppich gezerrt worden war, und die Verletzungen durch den Siegelring seines Bruders. Er schnappte sich das, was er zum Reinigen der Wunden brauchte, und machte sich ans Werk.
Als er damit fertig war, alle offenen Verletzungen und Schürfwunden zu versorgen, war er völlig ausgepowert. Sein Körper begann zu zittern, denn er konnte sich kaum noch auf den Beinen halten. Er ließ das Erste-Hilfe-Zeug auf dem Waschtisch liegen und schnappte sich die Tasche, in der noch die paar Snacks waren, die er gekauft hatte. Er stützte sich an der Wand ab und schaffte es, ohne umzukippen, zum Bett zu gelangen.
Er machte sich nicht einmal die Mühe, die Bettdecke zurückzuschlagen, sondern ließ sich einfach fallen und war schon eingeschlafen, bevor sein Kopf auf dem Kissen aufschlug.
Vom Klingeln seines Handys wurde er geweckt. Als er auf das Display schaute, sah er, dass es Henry war. Er drückte auf Ablehnen. Bevor Ethan jemals wieder einen Anruf von ihm entgegennehmen würde, würde eher die Hölle zufrieren. Was für ein Idiot er doch war, seinem Bruder zu helfen, nachdem Henry sich einen Dreifachbruch am Bein zugezogen hatte.
Am Anfang war sein Bruder noch ganz in Ordnung gewesen. Ethan hatte gehofft, dass Henry nun, da er nicht mehr unter dem Einfluss ihres Vaters stand, eine gesunde Beziehung mit Ethan aufbauen wollte. Ethan wäre beim ersten Anzeichen von Ärger abgehauen, aber in den fünf Monaten, in denen Henry seinen Gips trug, war er einfach nur nett gewesen. Das änderte sich schlagartig, als der Gips abgenommen wurde.
Ethan schüttelte sich innerlich, weil er einfach nicht daran denken wollte. Stattdessen rief er die Leute an, die immer hinter ihm standen, auch wenn sie nicht wussten, was los war.
Das Telefon klingelte zweimal, bevor sich eine aufgeregte Stimme meldete. „Ethan, bist du es wirklich? Es ist eine Ewigkeit her und wir vermissen dich wie verrückt.“ Auch wenn er eigentlich Zane angerufen hatte, war Jesse ans Telefon gegangen. Aber das spielte überhaupt keine Rolle. Diese beiden Männer waren seine besten Freunde auf der Welt.
„Jesse, stell ihn auf Lautsprecher“, rief Zane.
Die drei hatten einander vor sieben Jahren kennengelernt, als sie alle in Orlando gelebt hatten. Ethan war quasi von zu Hause abgehauen, sobald er die High School abgeschlossen hatte. Mit dem Geld, das er im Laufe der Jahre zusammengekratzt hatte, war er so weit gekommen wie möglich.
Ethan hatte Jesse und Zane kennengelernt, als er endlich genug Geld verdient hatte, um aus dem Heim herauszukommen, wo man ihm geholfen hatte, einen Job zu finden. Jesse hatte ein Haus, das er sich alleine nicht leisten konnte, und suchte Mitbewohner. Zane und Ethan hatten sich auf seine Anzeige gemeldet. Als sie einander kennengelernt hatten, hatte es mit ihnen sofort gut funktioniert.
Dann änderte sich alles, als Zane vor neun Monaten einen Anruf erhielt, dass seine Mutter Krebs hatte. Zane wollte seiner Mutter nahe sein und beschloss, zurück in seine Heimatstadt Cedar Falls nach North Carolina zu ziehen.
Wenig überraschend beschlossen Jesse und Ethan nach einer kurzen Diskussion, mit ihm gemeinsam umzuziehen. Das war gar nicht so schwierig, da keiner von ihnen einen attraktiven Job hatte.
Ethans Leidenschaft war schon immer die Fotografie gewesen. Er hatte sogar ein Studium absolviert, um Fotograf zu werden. Nach seinem Abschluss an der University of Central Florida war er überglücklich, als der Vergnügungspark, in dem er gearbeitet hatte, ihm eine Stelle als Fotograf am Eingang des Parks anbot, wo er die Gäste fotografieren sollte.
Sicherlich war es nicht gerade der große Treffer, aber für ihn war es der erste Schritt. Er war sich sicher, dass er sich bewähren und zum Eventfotografen befördert werden würde. Drei Jahre später stand er aber immer noch am Parkeingang, während andere bereits befördert worden waren.
Die Entscheidung, mit Zane und Jesse nach Cedar Falls zu ziehen, war einfach gewesen. Zane war bereits umgezogen, so dass er Zeit hatte, eine Wohnung für sie zu finden, während Jesse und Ethan damit beschäftigt waren, das Haus zu entrümpeln und es zu verkaufen. Offenbar hatte Jesses Großmutter es ihm hinterlassen, als sie gestorben war.
Eine Woche vor ihrem Aufbruch erhielt Ethan einen Anruf von seinem Bruder Henry. Der Anruf an sich war schon eine Überraschung gewesen, denn er hatte weder mit seinem Bruder noch mit seinem Vater gesprochen, seit er vor sieben Jahren ausgerissen war.
Henry hatte sich bei einem Autounfall das Bein gebrochen und musste für mehrere Monate einen Gips tragen. Da Henry sich nicht mehr so leicht fortbewegen konnte, fragte er Ethan, ob er nicht vorbeikommen und ihm helfen könnte. Dummerweise hatte Ethan zugestimmt, weil er hoffte, sein Bruder hätte sich geändert.
„Wir vermissen dich, Ethan. Wann ziehst du endlich zu uns?“, fragte Zane.
Bei dieser Frage traten Ethan sofort Tränen in die Augen. Er liebte diese Jungs einfach. Sie hielten ihm immer den Rücken frei, egal was passierte. Er hatte ihnen nie von seiner Vergangenheit erzählt und sie hatten ihn auch nicht dazu gedrängt. Aber in den sieben Jahren, in denen sie befreundet waren, hatten sie alles andere übereinander erfahren.
„Deswegen rufe ich ja an.“ Er schaute auf das Display, um zu sehen, was für ein Tag heute war, denn schon seit geraumer Zeit war einer nahtlos in den anderen übergegangen und er hatte den Überblick verloren. Er würde einige Tage brauchen, um sich zu erholen, damit seine Freunde nicht bemerkten, wie er vor Schmerzen stöhnte.
Zum Glück wurde das Wetter kälter, so dass er langärmelige Hemden tragen konnte, ohne aufzufallen. „Henry ist wieder wohlauf.“ Er fühlte sich ein bisschen schuldig, weil er sie anlog. „Ich sollte am Freitag in Cedar Falls sein.“
Zwei hohe Jubelschreie ließen fast sein Trommelfell platzen, aber das kümmerte Ethan nicht. Er war nur froh, dass seine Freunde ihn noch immer sehen wollten.
„Wann kommst du an?“ Das war Zane, der Pragmatische.
„Da ich die ganze Strecke fahre, bin ich mir nicht sicher. Ich rufe euch am Freitag an, um euch Bescheid zu geben.“ Er fühlte sich schon besser, weil er wusste, dass er nach Hause zu den einzigen Menschen fahren würde, die ihn liebten.
„Wir können es kaum erwarten“, erklärte Jesse. „Es gibt hier so viele heiße Typen. Nicht alle von ihnen sind schwul, aber allein der Anblick ist es wert, hier zu leben.“
Ethan schmunzelte über Jesses Begeisterung.
Plötzlich machten sich seine schmerzenden Rippen bemerkbar. Es fühlte sich an, als hätte ihm jemand ein Messer in die Seite gestochen. Er konnte sich gerade noch ein Stöhnen verkneifen, aber er musste auflegen, bevor seine Freunde merkten, dass etwas nicht stimmte.
„Ich habe nur angerufen, um euch die gute Nachricht zu überbringen, aber ich muss jetzt Schluss machen.“ Er hörte ihr Gejammer, aber er beachtete sie nicht weiter. „Wir sehen uns am Freitag. Ich liebe euch beide.“ In dem Moment, als sein Finger auf „Beenden“ drückte, wimmerte Ethan, weil der Schmerz immer stärker wurde.
Er wusste nicht, wie lange er dalag und versuchte, den pochenden Schmerz zu unterdrücken. Als das Atmen für ihn keine Tortur mehr darstellte, rutschte er langsam vom Bett und begab sich ins Bad. Ethan wurde immer besorgter, als es beim Pinkeln wehtat. Er sah kein Blut in seinem Urin, also hoffte er, dass es keine Probleme geben würde.
Als er zurück im Bett war, schwitzte er schon stark. Ethan wusste, dass er weiter essen und trinken musste, wenn er seine Kräfte aufrechterhalten wollte. Das Letzte, was er gebrauchen konnte, war, vor Flüssigkeitsmangel ohnmächtig zu werden, zumal eine Ohnmacht aufgrund der Schmerzen ohnehin nicht ausgeschlossen war.
So schnell er konnte, aß er eine Packung Cracker mit Käse und Erdnussbutter und trank ein Gatorade. Als er fertig war, legte er sich wieder hin. Die Uhr zeigte, dass es erst acht Uhr war. Er hatte nur zwei Stunden geschlafen. Um nicht noch einmal gestört zu werden, stellte er den Wecker neben dem Bett auf acht Uhr und schaltete dann sein Handy aus.
Das nächste, was er wusste, war, dass der Wecker klingelte. Ohne nachzudenken, schaltete er ihn aus. Er stieß einen Schrei aus, als sein ganzer Körper bei der Bewegung protestierte. Hitzeschübe machten sich auf seinem Brustkorb breit und erschwerten ihm das Atmen. Alles, was ihm widerfahren war, wurde ihm schlagartig bewusst.
Ihm liefen Tränen über die Wangen. Ethan wollte nicht einfach daliegen und sich in seinem Leid suhlen, also wischte er sich das Gesicht ab und stieg vorsichtig aus dem Bett. Im Bad angekommen, betrachtete er seinen nackten Körper und verzog das Gesicht. Überall waren blaue Flecken und Schrammen, nur nicht in seinem Gesicht.
Ihr Vater hatte Henry diese Technik beigebracht. Was für ein Glück für ihn. Er schüttelte den Kopf über seinen Anblick, bevor er die Dusche anstellte. Während er darauf wartete, dass sie warm wurde, entfernte er die Verbände, die er gestern Abend angelegt hatte. Zum Glück sah nichts entzündet aus.
Er verließ das Hotel unter Schmerzen, aber er zwang sich, weiterzufahren. Als er an der Tankstelle nebenan tankte, befürchtete Ethan, dass er es nicht mehr bis zu dem kleinen Laden schaffen würde, um weitere Lebensmittel und Getränke zu kaufen. Für den Moment hatte er genug, also stieg er wieder ins Auto und fuhr los. Sobald er Kansas durchquert hatte, würde er sich in einem anderen Hotel ein paar Tage auskurieren. Auf keinen Fall wollte er seine Freunde wissen lassen, was sein eigener Bruder angerichtet hatte.
Willkommen in Cedar Falls
Ethan lächelte, als er das Schild sah. Endlich war er da. Es hatte fast drei Tage gedauert, bis er das zweite Hotel, in dem er übernachtet hatte, hinter sich lassen konnte. Er hatte sich mit Erste-Hilfe-Material, Vorräten, Essen und Getränken eingedeckt und nicht einmal sein Zimmer verlassen.
Am vierten Tag beschloss er, aufzubrechen, da er nur langsam vorankam. Jeden Morgen schaffte er es kaum rechtzeitig zum Auschecken aus dem Hotel, in dem er wohnte, weil er so langsam unterwegs war.
Nach einer so langen Fahrt würden sich seine Freunde nichts dabei denken, dass er angeschlagen war, aber selbst eine Woche später fiel es ihm immer noch schwer, aus dem Auto auszusteigen und manchmal auch zu atmen. Er bog in die Auffahrt ein und stieg schnell aus dem Auto, bevor seine Freunde herauskommen und sehen würden, wie er sich abmühte.
Erleichtert atmete Ethan auf, als er es schaffte, aufrecht zu stehen, während sich die Tür zum Haus öffnete. Jesse und Zane rannten kreischend den schmalen Weg hinunter, bevor sie ihn in die Arme schlossen. Alle umarmten sich innig, sehr zum Leidwesen seines geschundenen Körpers, aber er beachtete es nicht. Er würde Höllenqualen erleiden, nur um in der Umarmung seiner Freunde zu sein.
Seine Freunde fingen an, vor Aufregung auf und ab zu springen. Ethan konnte nur hoffen, dass sie nicht bemerkten, dass er nicht mitmachte.
„Au, verdammt, ich bin auf einen Stein getreten“, jammerte Jesse.
Zane half Jesse ins Haus, während Ethan sich seine Taschen schnappte. Sobald sie drinnen waren, half Zane Jesse auf die Couch. „Dein Zimmer ist die erste Tür rechts“, rief Zane.
Ethan ließ seine Taschen auf das Bett plumpsen und schnappte sich den Erste-Hilfe-Kasten, den Zane im Bad hatte. Eines hatten sie in den Wochen, in denen sie mit Jesse zusammenlebten, gelernt: Jesse war ein ziemlicher Tollpatsch. Er zog sich ständig Schnitte, Kratzer und Beulen zu. Zane und Ethan hatten damit begonnen, in jedem Zimmer ihrer Wohnung in Orlando einen voll ausgestatteten Erste-Hilfe-Kasten aufzustellen. Anscheinend setzte Zane diese Tradition in Cedar Falls fort.
„Immer noch derselbe Jesse“, stichelte er, als er seinem Freund helfen wollte. Es hatte sich wirklich ein kleiner Stein tief in die Haut gebohrt und Ethan musste die Pinzette benutzen, um ihn herauszuholen. Ein wenig antibakterielle Salbe und ein Pflaster – er hob die Augenbrauen – in Form eines Cupcakes und Jesse war wieder hergestellt.
Sobald er Jesses Fuß abgestellt hatte, setzte sich Ethan auf den Schoß seiner Freunde. Es tat zwar verdammt weh, aber das war es mehr als wert, von Menschen gehalten zu werden, die sich um ihn sorgten. „Also, berichtet mir alles, was so passiert ist.“
„Zane hat sich in den Projektleiter des Casinos verguckt“, platzte Jesse heraus.
Zane knuffte Jesse auf den Arm. „Habe ich nicht, du Idiot.“
Jesse warf Zane einen bösen Blick zu und rieb sich den Arm, als hätte Zane ihn schwer verletzt. „Warum gehst du dann nicht mit ihm aus?“
Zane verdrehte die Augen. „Die Tatsache, dass ich ihm einen Korb gegeben habe, sollte dir doch zu verstehen geben, dass ich nicht bis über beide Ohren in den Kerl verknallt bin.“
„Ach, komm schon.“ Diesmal war es Jesse, der die Augen verdrehte, aber mit viel mehr Elan als Zane. „Glaube nicht, dass ich nicht gesehen habe, wie du ihn mit deinen Augen regelrecht verschlungen hast. Du willst ihn, also streite es nicht ab.“
„Jungs, so sehr ich auch alles erfahren möchte, ich will keinen Streit an meinem ersten Abend.“ Normalerweise mochte Ethan die Neckereien, aber heute Abend wollte er es lieber ruhig angehen lassen. „Was ist mit dir, Jesse? Ist bei dir irgendetwas los?“
Jesse zuckte mit den Schultern. „Nicht wirklich.“
Zane sprang von der Couch auf und zeigte mit dem Finger anklagend auf ihren Freund. „Was? Wie kommt es, dass ein Mann, den ich gerade erst kennengelernt habe, zum Thema wird, aber der, dem du seit Monaten nachstellst, nicht?“
Ethan warf Jesse einen Blick zu, der aussah, als würde er gleich in Tränen ausbrechen. „Im Ernst, Jungs, das reicht. Kein Gerede mehr über uns. Erzählt mir lieber, was ihr über die Leute in Cedar Falls gehört habt.“
Sowohl Jesse als auch Zane fingen schnell an, ihm die haarsträubendsten Geschichten zu erzählen, von denen Ethan sicher war, dass sie stark ausgeschmückt waren, weil so etwas schlichtweg nicht möglich war. Es war schon fast Mitternacht, als Zane den Abend glücklicherweise ausklingen ließ.
Zane musste schon um vier Uhr aufstehen, um Süße Schnecken, die Bäckerei, die er besaß, um sechs Uhr zu öffnen. Normalerweise war Ethan eine Nachteule, aber die Energie, die er brauchte, um so zu tun, als ob er keine Schmerzen hätte, zehrte an ihm.
„Brauchst du Hilfe, um den Rest deiner Sachen reinzutragen, oder erledigst du das morgen?“, fragte Zane, während er den Flur entlangging.
Ethan hatte keine Lust zu erklären, warum er nicht mehr Gepäck dabei hatte. „Nein, für heute reicht es mir. Ich dachte, ich lade morgen aus.“
Sobald Zane seine Tür geschlossen hatte, gähnte Ethan. „Macht es dir etwas aus, wenn ich auch ins Bett gehe?“, fragte er Jesse. „Ich bin ziemlich müde von der ganzen Fahrerei.“
„Kein Problem. Ich stehe zwar nicht so früh auf wie Zane, aber ich muss trotzdem bis neun Uhr meinen Blumenladen öffnen und es dauert mindestens eine Stunde, um so schön auszusehen.“ Jesse deutete mit dem Finger auf sein Gesicht.
Jetzt, wo er hier in Sicherheit war, spürte Ethan jeden einzelnen blauen Fleck an seinem Körper. Das Lachen fiel ihm von Stunde zu Stunde schwerer. Er hoffte nur, dass sein schmerzhaftes Zusammenzucken nicht allzu sehr auffiel.
„Wie läuft’s mit dem Hübsch rosig?“ Jesse hatte beschlossen, einen Blumenladen zu eröffnen, nachdem Zane seine Bäckerei aufgemacht hatte. Blumen waren schon immer Jesses Ding gewesen. In Orlando hatte er für einen Blumenladen gearbeitet und festgestellt, dass er für jeden Anlass die richtigen Blumen auswählen konnte.
Jesse lächelte. „Es könnte nicht besser sein. Ich habe gerade genug zu tun, um Gewinn zu machen, ohne die irren Arbeitszeiten von Zane zu haben.“ Nachdem sie mehr als ein Jahr zusammengelebt hatten, hatte Jesse schließlich zugegeben, dass er Geld von seiner Großmutter geerbt hatte und sich nicht wirklich Sorgen um Geld machen musste. Weil Jesse gerne etwas zu tun hatte, blieb er weiterhin berufstätig.
Obwohl er sich für seine Freunde freute, verspürte Ethan doch einen Anflug von Eifersucht. Er hatte keine besonderen Begabungen. Sicher, er konnte fotografieren, aber anscheinend war er nicht einmal darin besonders gut, denn er war immer wieder bei Beförderungen übergangen worden.
Er machte sich keine großen Sorgen, einen Job zu bekommen. Wenn sich sonst nichts ergab, würde ihn einer seiner Freunde einstellen, aber Ethan wollte mehr erreichen als das. Er strebte eine Karriere an, die er liebte. Er war sich nur nicht sicher, ob das möglich sein würde.
Erschöpft saß er auf dem Bett und grübelte darüber nach, ob er sich ausziehen sollte. Da er zu große Schmerzen hatte, entschied er sich dagegen und lehnte sich mit dem Rücken gegen das Kissen. Innerhalb von Sekunden war er eingeschlafen.
Schnell fuhr Ethan hoch, als das Bild von Henry, der über ihm stand und mit dem Fuß zutreten wollte, sich in seine Träume schlich. Durch die schnelle Bewegung jagte Schmerz durch seine Rippen, und er schrie er auf. Er schlang seine Arme um seinen Bauch und wartete darauf, dass sein Herz nach dem Albtraum aufhörte zu rasen.
Als er auf die Uhr blickte, bemerkte er, dass er nur ein paar Stunden geschlafen hatte. Nach diesem Albtraum war es unwahrscheinlich, dass er wieder einschlafen würde, also konnte er genauso gut nach seinen Wunden sehen.
Er musste sich ein Stöhnen verkneifen. Es war schwieriger, sich nach dem Schlafen zu bewegen, aber der brennende Schmerz fühlte sich noch genauso an wie am ersten Morgen. Vielleicht sollte er zu einem Arzt gehen. Eigentlich müsste der Schmerz besser und nicht schlimmer werden. Allerdings hatte er sich bei seiner anstrengenden Fahrt durch das ganze Land nicht viel Zeit genommen, um zu genesen.
Behutsam streifte er sein Hemd ab und biss sich auf die Unterlippe, um nicht laut aufzuschreien. Seine Rippen schmerzten am meisten. Höchstwahrscheinlich waren sie gebrochen, aber daran konnte er auch nichts ändern. Als er vor dem deckenhohen Spiegel stand, entfernte er vorsichtig seine Verbände.
Die letzten blauen Flecken, die Henry ihm verpasst hatte, waren immer noch schwarz-blau und violett gemischt. Es gab auch viele alte, die gelb und grün waren. Er sah aus wie ein verdammter Regenbogen voller Farben.
Die Tür öffnete sich und er erschrak zu Tode. Er sprang mindestens einen halben Meter weit und wirbelte herum, um zu sehen, wer an der Tür stand, was ihn vor Schmerz aufstöhnen ließ.
