The Way I Hate Him - Meghan Quinn - E-Book

The Way I Hate Him E-Book

Meghan Quinn

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Beschreibung

Hayes Farrow hat alles, wovon andere nur träumen: Ruhm, Erfolg und Millionen Fans. Doch hinter der Fassade des gefeierten Rockstars verbirgt sich nur Leere und die ständige Flucht vor seiner Vergangenheit. Als er nach Almond Bay zurückkehrt, steht er plötzlich der Frau gegenüber, die er nie wiedersehen wollte: Hattie Rowley.

Für Hattie könnte es kaum schlimmer laufen. Der Tod ihrer Schwester, das Scheitern an der Uni und ein Freund, der sich als Lügner und Dieb entpuppt, haben ihr den Boden unter den Füßen weggerissen. Und als wäre das nicht genug, stellt Erzrivale Hayes ihr ein Ultimatum: Sie soll seine Assistentin werden.
Was als Notlösung beginnt, entwickelt sich schnell zu einer Achterbahnfahrt voller hitziger Wortgefechte und einer Anziehungskraft, die sie beide nicht leugnen können. Doch können zwei Herzen, die so tief verletzt wurden, jemals wieder lernen, zu vertrauen?


Eine humorvolle und spicy Enemies-to-Lovers-Romance von Spiegel-Bestsellerautorin Meghan Quinn.


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Seitenzahl: 786

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Liebe Leserin, lieber Leser,

Danke, dass Sie sich für einen Titel von »more – Immer mit Liebe« entschieden haben.

Unsere Bücher suchen wir mit sehr viel Liebe, Leidenschaft und Begeisterung aus und hoffen, dass sie Ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern und Freude im Herzen bringen.

Wir wünschen viel Vergnügen.

Ihr »more – Immer mit Liebe« –Team

Über das Buch

Hayes Farrow hat alles, wovon andere nur träumen: Ruhm, Erfolg und Millionen Fans. Doch hinter der Fassade des gefeierten Rockstars verbirgt sich nur Leere und die ständige Flucht vor seiner Vergangenheit. Als er nach Almond Bay zurückkehrt, steht er plötzlich der Frau gegenüber, die er nie wiedersehen wollte: Hattie Rowley.

Für Hattie könnte es kaum schlimmer laufen. Der Tod ihrer Schwester, das Scheitern an der Uni und ein Freund, der sich als Lügner und Dieb entpuppt, haben ihr den Boden unter den Füßen weggerissen. Und als wäre das nicht genug, stellt Erzrivale Hayes ihr ein Ultimatum: Sie soll seine Assistentin werden.Was als Notlösung beginnt, entwickelt sich schnell zu einer Achterbahnfahrt voller hitziger Wortgefechte und einer Anziehungskraft, die sie beide nicht leugnen können. Doch können zwei Herzen, die so tief verletzt wurden, jemals wieder lernen, zu vertrauen?

Eine humorvolle und spicy Enemies-to-Lovers-Romance von Spiegel-Bestsellerautorin Meghan Quinn.

Über Meghan Quinn

Meghan Quinns Leidenschaft für Bücher begann als sie einen e-Reader geschenkt bekam und die große Welt der Romance-Bücher entdeckte. Heute ist sie selbst erfolgreiche Bestseller Autorin und wird von ihren Leser:innen weltweit für ihre mitreißenden, emotionalen und spicy Geschichten gefeiert. Sie lebt mit ihrer Ehefrau, ihrem Adoptivsohn, zwei Hunden, vier Katzen und ganz vielen Book Boyfriends in Colorado.

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Meghan Quinn

The Way I Hate Him

Aus dem Amerikanischen von Beate Brookes

Übersicht

Cover

Titel

Inhaltsverzeichnis

Impressum

Inhaltsverzeichnis

Titelinformationen

Grußwort

Informationen zum Buch

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PROLOG — HAYES

1 — HATTIE

2 — HAYES

3 — HATTIE

4 — HAYES

5 — HATTIE

6 — HAYES

7 — HATTIE

8 — HAYES

9 — HATTIE

10 — HAYES

11 — HATTIE

12 — HAYES

13 — HATTIE

14 — HATTIE

15 — HAYES

16 — HATTIE

17 — HAYES

18 — HATTIE

19 — HAYES

20 — HATTIE

21 — HAYES

22 — HATTIE

23 — HAYES

24 — HATTIE

25 — HATTIE

HAYES

HATTIE

HAYES

HATTIE

EPILOG — HAYES

Impressum

PROLOG

HAYES

»Wie gut kannst du blasen?«

Die Frau, die nur mit einem Stringtanga bekleidet auf meinem Schoß sitzt und deren Brüste vor meinem Gesicht wackeln, beugt sich süffisant lächelnd vor. »Bisher hat sich noch niemand beschwert.«

Ich fahre mir mit der Zunge über die Lippen und lehne den Kopf gegen den Rückenteil des Sofas. »Dann mal los!«

Vor uns auf dem Couchtisch steht eine halb leere Tequilaflasche, überall auf dem Boden sind Salzkörner, Limettenscheiben und ihre Klamotten verstreut, und die Titten der Frau sind immer noch feucht, weil ich das Salz von ihnen abgeleckt habe.

Und … ich fühle einfach nichts.

Fuck, wie war noch mal ihr Name?

Sie hat ihn mir definitiv gesagt …

Kendall?

Kinsey?

Kaliope?

Sie schlängelt sich von meinem Schoß und kniet sich zwischen meine Beine. Bevor sie den Reißverschluss meiner Hose öffnen kann, frage ich: »Wie heißt du noch mal?«

Ihre großen blauen Augen starren zu mir hoch und sie flüstert verführerisch: »Tara.«

Tara?

O Mist, da lag ich ja meilenweit daneben. Ein Schnauben platzt aus mir hervor, denn ich hätte mich verdammt noch mal nicht mehr irren können.

»Stimmt was nicht mit meinem Namen?«, fragt sie und lässt sich auf die Fersen zurückfallen.

»Nein.« Ich schüttle den Kopf.

»Warum lachst du dann?«

Ja, du Blödmann, warum lachst du?

»Deine Hände haben meinen Schwanz gekitzelt«, sage ich, denn was soll’s, ich bin betrunken und kann mich kaum aufrecht halten.

Ihre Augenbrauen heben sich, und ja, wahrscheinlich ist die Wahrheit besser.

»Ich dachte, du heißt Kendall. Da hab ich nich’ mal annähernd richtig geraten.«

Ihre Stirn legt sich verächtlich in Falten. »Wer zum Teufel ist Kendall?«

»Da bin ich überfragt«, sage ich genau in der Sekunde, in der es an der Tür klopft und mein Agent den Kopf hereinstreckt. »Mann«, sage ich und zeige auf Kendall … ich meine Tara. Mist!

Ruben verzieht das Gesicht. »Ich muss mit dir reden.«

»Ist in Ordnung«, erwidert Tara, während sie sich ihr Kleid schnappt und aufsteht. »Ich wollte sowieso gerade gehen.«

Mein Schwanz will protestieren, aber ich habe keine Kraft übrig, weshalb ich einfach zusehe, wie sie sich das Kleid über den großen Busen streift. Schade! Ich hätte bestimmt Spaß mit ihr gehabt. Doch eins steht fest: Ich habe es nicht nötig, einer Pussy nachzuweinen. Niemals. Ich bin nicht der Typ bettelnder Mann. Wenn sie gehen will, werde ich sie nicht aufhalten.

Und ihr Zögern an der Tür und der fragende Blick, den sie mir über die Schulter zuwirft, sagen mir, dass sie genau das will. Ich soll sie anflehen zu bleiben. Tut mir leid, Süße, aber das wird nicht passieren. Mit zwei Fingern an der Stirn salutiere ich ihr, woraufhin sie die Augenbrauen senkt.

»Du bist ein Arsch«, ruft sie, drängt sich an Ruben vorbei und verlässt das Zimmer.

Erzähl mir was Neues.

Die Ellbogen auf die Oberschenkel gestützt, beuge ich mich vor, als Ruben die Tür zu meiner Garderobe hinter sich schließt und seine Krawatte zurechtrückt. In Verhandlungen ist der Mann der Hammer und er ist der klügste Mensch, den ich kenne, trotzdem ist und bleibt er ein verklemmter Streber. Es ist nicht das erste Mal, dass er mich mit einer Frau stört, und es wird gewiss nicht das letzte Mal sein, aber er hat immer noch denselben angewiderten und unangenehm berührten Blick im Gesicht.

Ich gieße mir einen weiteren Shot Tequila ein und bemerke, wie leer die Flasche schon ist. So viel können wir nicht getrunken haben. »Fuck.« Ich seufze. »Ich glaube, Matt beklaut mich.«

Ruben hebt mein Hemd vom Boden auf, faltet es ordentlich zusammen und legt es auf den Couchtisch. »Dein Assistent?«

»Ja«, antworte ich. »Dinge verschwinden auf mysteriöse Weise, und er ist abgesehen von dir der Einzige, der Zugang zu meinen Privaträumen hat.« Ich wackle mit den Augenbrauen. »Außer natürlich du bist der Dieb.«

Tiefstes Entsetzen und Abscheu gleiten über Rubens Züge. »Das … Das kann nicht dein Ernst sein.« Er zupft an den Ärmelaufschlägen seines Paisley-Hemds. »Ich würde dich niemals …«

»Das war nur ein Scherz, Ruben.« Ich kippe das Schnapsglas auf ex und lehne mich dann wieder gegen das Sofa. »Was gibt’s?«

»Zwei Dinge«, sagt er und hält die Finger hoch. »Carlton hat angerufen und will wissen, wann er mit dem nächsten Album rechnen kann.«

Ich verdrehe die Augen. »Verdammt, ich hab ihm gesagt, er kriegt es, sobald er es kriegt. Ich bringe doch gerade seine Scheißtour über die Bühne.«

»Genau das habe ich ihm auch gesagt, aber da du gerade wieder einen Riesenerfolg gelandet hast, will er daraus Kapital schlagen.«

»Natürlich will er das«, entgegne ich. »Aber ich habe nichts, also wird er sich noch ’ne Weile gedulden müssen.«

»Nicht mal eine Single?«

»Ruben.« Ich rapple mich von der Couch hoch und greife nach dem frisch gefalteten Hemd. »Du kennst mich besser als jeder andere – glaubst du, ich kann einfach eine Single aus dem Ärmel schütteln, die wir veröffentlichen können?«

»Nein, das dachte ich mir schon, aber fragen kostet ja nichts.«

Ich schlüpfe in mein Hemd.

»Was soll ich Carlton sagen?«

»Dass ich dran arbeite.«

»Tust du das wirklich?«, fragt er.

»Nee«, antworte ich und schnappe mir meine ausgebleichte Baseballkappe. »Aber das werde ich.« Nachdem ich die Cap falsch herum aufgesetzt habe, nehme ich mein Handy und stecke es in die Tasche. »Was ist das zweite?«

Ruben zögert. »Abel hat angerufen.«

Bei diesen Worten bleibe ich wie angewurzelt stehen und drehe mich zu Ruben um. »Warum?«

»Deine Großmutter ist wieder gestürzt und hat sich die Hüfte geprellt. Sie hat nach dir gefragt. Sie glaubt, es geht mit ihr zu Ende.«

»Das glaubt sie jeden Tag«, schnaube ich.

Ruben versperrt mir den Weg zur Tür und flüstert: »Abel meint, sie vermisst dich wirklich und würde alles sagen, um dich nach Hause zu bringen.« Er seufzt. »Ich schätze, du musst zurück nach Almond Bay.«

Aaah … fuck!

1

HATTIE

»Das ist demütigend«, sage ich, als ich mich dem Ort meiner Kindheit nähere.

»Hör mal, niemand weiß, dass du dieses Semester durchgerasselt bist. Wir haben das alles durchgekaut. Du nimmst dir nur eine kleine Auszeit«, sagt meine beste Freundin Maggie durch die Freisprechanlage des Autos. »Ein Master ist kein Kinderspiel.«

»Sagt wer? Es ist genau das Gleiche, wie einen Bachelor zu machen.«

»Ich versuche nur, dir zu helfen. Warum lässt du das nicht zu?«

»Weil das Bullshit ist«, entgegne ich seufzend. »Verdammt, Maggie, ich will nicht hier sein!«

»Du könntest zu mir kommen.«

»In dein Apartment in San Francisco, wo du auf einem Futon schläfst, weil du lieber mehr Platz für dein florierendes Geschäft haben willst?«

Jep, meine beste Freundin Maggie ist eine erfolgreiche Hochzeitsplanerin. Es gab schon Features von ihr in mehreren Brautmagazinen und sie ist bis weit ins nächste Jahr ausgebucht. Sie wurde von ein paar wirklich wichtigen Promis in der Bay Area angefragt, was ihre Agentur in die erste Liga katapultiert hat. Und sie ist erst dreiundzwanzig.

Und dann bin da ich. Natürlich sollten wir uns nicht mit anderen vergleichen, aber es ist schwer, es nicht zu tun, wenn ich sehe, wie sie ihren Traum lebt, und ich immer noch versuche, einen Master in Betriebswirtschaft zu bekommen, aber durchgefallen bin. Und was würde ich nach dem Abschluss machen? Keine Ahnung … einen Betrieb führen? Verdammt, ich bin am Arsch.

»Das Futon ist mein Freund«, sagt Maggie. »Und ich hab dir doch erklärt, dass es sich ausziehen lässt. Es gibt nichts Besseres als ein bisschen Kuscheln in der Nacht.«

»Vergiss es! Außerdem habe ich Matt seit einer Weile nicht mehr gesehen. Er kommt von der Tour nach Hause und wir werden unsere Liebe neu entfachen.«

»Eure Liebe neu entfachen … Du weißt, dass das Liebesbusiness mein Zuhause ist, aber bei deiner Wortwahl muss ich würgen.«

»Was soll ich deiner Meinung nach lieber sagen? Dass ich einfach mal wieder richtig durchgevögelt werden will?«

»Igitt, ist das wirklich dein Plan?«

»Igitt? Warum hast du igitt gesagt?«, frage ich.

»Weil er ein Ekelpaket ist. Du verdienst etwas so viel Besseres.«

»Du wiederholst dich«, erwidere ich seufzend, während ich in die Almond Avenue einbiege, auch bekannt als Hauptstraße von Almond Bay an der Nordküste Kaliforniens.

Almond Bay liegt direkt über der gleichnamigen Bucht in Form einer Mandel. Mit 3239 Einwohnern und einer einzigen Ampel in der ganzen Stadt sind wir vor allem berühmt als Geburtsstätte und Heimat der großen Ethel O’Donnell-Kerr. Noch nie von ihr gehört? Schande über euch. Früher einmal ein namhafter Broadway-Star und berühmt für ihre Hauptrolle in Annie Get Your Gun, stand sie fünfunddreißig Jahre auf der Bühne und ist jetzt die stolze Besitzerin unserer Pension Five Six Seven Eight. Als inoffizielle Bürgermeisterin hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, sich in jedermanns Angelegenheiten einzumischen und dann nach ihrem Gutdünken die Neuigkeiten in der Stadt zu streuen. Außerdem ist sie für sämtliche Kulturevents zuständig und führt ständig Theaterstücke auf, organisiert Bälle und Events, um die Stadt zusammenzuhalten. Sie ist anstrengend. Doch vor allem steht Ethel O’Donnell-Kerr der Peach Society vor.

Wenn man Almond Bay von oben anschaut, laufen die Straßen zu einem A zusammen und es gibt an jedem Ende der Stadt eine Ecke. Und die Mitglieder der Peach Society besitzen diese vier Ecken. Lasst es mich erklären:

Wie ihr schon wisst, führt Ethel O’Donnell-Kerr das Five Six Seven Eight. Es liegt im südwestlichen Teil der Stadt neben den Klippen, mit Blick aufs Meer. Eine wunderschöne Lage.

Als Zweites kommt Dr. Elizabeth Gomez’ Tierarztpraxis. Sie ist die liebevolle, gutherzige Seele von Frau, die im Stadtpark mit jedem Tier spielt, das sich ihr nähert. Und die netteste der vier Matronen. Ihre Praxis befindet sich im südöstlichen Teil der Stadt, direkt neben der Post und der Apotheke/Arztpraxis.

Nummer drei ist Coleman’s General Store, der Dee Dee Coleman im Nordosten der Stadt gehört. Der Gemischtwarenladen wurde immer wieder weitervererbt und bei jedem Generationenwechsel umgebaut. Im Moment hat er perfektes Parkett und wunderschöne Regale an den Wänden, gefüllt mit allem, was das Herz begehrt. Dee Dee setzt den Goldstandard für das, was von den Geschäftsinhabern der Stadt erwartet wird.

Und als Letztes folgt das By the Slice im Nordwesten von Almond Bay neben dem Autokino – das folgerichtig allen vier Mitgliedern der Peach Society gehört. Keesha Johnson ist die Besitzerin des By the Slice. Am bekanntesten ist der Pizzaladen für seine reiche Auswahl an Dips, die zu der knusprigen Kruste ihrer Pizzen serviert werden und von einem Ranch-Dressing über Honig bis zu scharfen Soßen reichen. Ihr ist es gelungen, dass mehrere Sendungen bei Food Network ihre Pizzen probiert haben, was Almond Bay zu einem kulinarischen Hotspot gemacht hat. In Ethels Gegenwart sagen wir das natürlich nicht, denn wie gesagt … Ethel ist unsere Hauptattraktion.

Diese vier Eckpfeiler sind der heilige Gral von Almond Bay, ebenso wie ihre jeweiligen Besitzerinnen. Es obliegt ihrer Entscheidung, was in der Stadt erlaubt ist. Für jeden neuen Laden liegt die Messlatte verdammt hoch.

Aber warum Peach Society, obwohl das Wahrzeichen unserer Stadt doch völlig offensichtlich die Mandel ist? Die vier Eckpfeiler unserer Stadt sind allesamt lesbisch, deshalb haben sie sich so genannt. Warum auch nicht?

»Du wirst doch nicht wirklich bei ihm wohnen …?«, fragt Maggie in diesem Moment empört.

Matt ist überhaupt nicht so schlimm. Okay, er hat seine Macken, und es wäre schön, wenn er sich öfter melden würde, wenn er auf Tour ist. Und vielleicht hat er einmal meinen Geburtstag vergessen, aber die Leute sind eben einfach alle wahnsinnig beschäftigt. Einmal habe auch ich vergessen, ihm zu schreiben, wie sehr mir seine neuen Nikes gefallen, als er mir ein Foto geschickt hat, und ihm zufolge war das eine Todsünde. Wir alle machen Fehler.

»Er ist mein Freund, also … ja, natürlich werde ich bei ihm wohnen.«

»Oder du lässt mich einfach ausreden. Du fährst zu ihm, machst mit ihm Schluss und kommst woanders unter, zum Beispiel … oh, keine Ahnung … bei Hayes Farrow?«

»Maggie«, ächze ich und bin stinksauer bei der Erwähnung von Hayes. Seit der Sekunde, als sie herausfand, dass ich aus der derselben Kleinstadt wie der einmalige, unvergleichliche Hayes Farrow stamme – notorischer Herzensbrecher und fantastischer Sänger –, will sie unbedingt, dass ich ihn treffe. »Wie oft muss ich es dir noch erklären? Laut meinem Bruder hassen wir diesen Mann und ich bin eine überaus verlässliche Schwester. Außerdem ist Hayes Farrow ein Riesenarsch.«

»Oooh, seinen Arsch würde ich gern mal sehen.« Sie gibt einfach nie auf. »Und verrat mir mal: Wenn du ihn eigentlich so hassen sollst, wie kommt es dann, dass du die ganze Zeit seine Musik hörst?«

Die ganze Zeit ist vielleicht etwas übertrieben, aber … schuldig im Sinne der Anklage.

Den Kerl an sich kann ich nicht leiden. Er scheint eines der größten Arschlöcher zu sein, die ich kenne. Und obwohl er in Almond Bay geboren und aufgewachsen ist, weigere ich mich anzuerkennen, dass er tatsächlich berühmter als Ethel O’Donnell-Kerr ist. Denn wo sie Klasse und Eleganz besitzt, hat er eine umgedrehte Baseballcap und zieht ständig eine mürrische Miene.

Aber trotz allem schaffe ich es nicht, seine Musik nicht zu mögen. Er hat diesen sinnlichen Rock-Vibe der Siebzigerjahre, meine absolute Lieblingsmusikrichtung. Einmal hat er eine Coverversion von Barracuda von Heart veröffentlicht, bei der meine Nippel ganz hart wurden. Und dank des Umstands, dass er während seiner Konzerte gern diese T-Shirts mit tiefem V-Ausschnitt trägt, bei denen seine stahlharten Muskeln zur Schau gestellt werden, ist er zu einem echten Mädchenschwarm geworden und flutet jede Social-Media-Plattform mit Videos, Fotos und Interviews, bei denen einem das Wasser im Mund zusammenläuft. Selbst Maggie hat bei ein paar Collagen gesabbert, die sie auf Instagram gefunden hat. Zu meinem Entsetzen hat sie die Bilder sogar in ihren Storys gerepostet. Man kann ihm nicht entkommen. Er ist überall.

Nach einem Räuspern sage ich: »Ich höre seine Musik kaum noch.« Lüge! Ich habe eine fette Spotify-Playlist mit seinen Songs. »Der Hype ist total grundlos. Abgesehen davon arbeitet mein Freund als sein Assistent, schon vergessen? Wenn überhaupt höre ich Hayes nur, um meinen Freund zu unterstützen.«

»Es gefällt mir, dass du dir für all das in deinem Kopf eine rationale Begründung ausgedacht hast.«

»So ist das nicht«, sage ich und biege rechts in den Nutshell Drive in Richtung von Matts Wohnung ein. »Das sind die Fakten.«

»Womit auch immer du dich besser fühlst, Hattie.«

»Also, ich bin gleich da, ich mach jetzt Schluss.«

»Okay. Ich vermisse dich jetzt schon, und solltest du irgendwas brauchen, weißt du, wo du mich findest. Und ich habe vor, in ein paar Wochen vorbeizukommen. Ich reserviere ein Zimmer in der Pension, denn eher friert die Hölle ein, als dass ich bei dir und Matt schlafe.«

Wir haben sowieso nicht genug Platz.

»Das hört sich gut an.«

»Hab dich lieb.«

»Hab dich auch lieb, Süße«, sage ich, bevor ich sie wegdrücke und auf den Parkplatz hinter Matts Apartmenthaus biege – wenn man es denn so nennen will. Es sind zwei Häuser, die in Apartments aufgeteilt wurden. Matt verdient richtig viel Geld, aber er ist klug genug, es zu sparen, anstatt eine teure Miete oder eine Hypothek zu bezahlen.

Er war schon immer ein schlauer Fuchs. Wir haben uns in der Highschool kennengelernt. Er ist ein Jahr älter als ich, und als er nach seinem Schulabschluss an die Uni in San Francisco ging, bin ich ihm gefolgt. Seitdem warte ich, dass er mir die Frage aller Fragen stellt, und ich bin fest überzeugt, dass er nur abwartet, bis ich mein Studium beendet habe, was … nun ja … ich schätze, wir wissen, wie es in dieser Hinsicht steht. Und er ist ja sowieso ständig mit Hayes auf Tour.

Ich erinnere mich noch, wie er den Job bekam. Er hat mir auf den Kopf zugesagt, es würde ihn nicht kümmern, dass meine Familie und Hayes zerstritten sind, denn er würde diesen Job auf jeden Fall annehmen. Mein Bruder Ryland konnte nicht aufhören, sich über die fehlende Loyalität auszulassen, meine Schwester Aubree riet mir, mich auf der Stelle von diesem Arsch zu trennen, und Cassidy … nun ja, im Moment ertrage ich es nicht, über sie nachzudenken.

Und trotz allem bin ich bei Matt geblieben. Weil er meine Highschool-Liebe ist. Und man kann einem Kerl nicht vorwerfen, sich einen tollen Job bei einem Musiker zu angeln, der noch eine Riesenkarriere vor sich hat. Na ja, ich schätze, wahrscheinlich muss man wohl eher sagen, dass er leider bereits eine Riesenkarriere hingelegt hat und sich jetzt in seinem Ruhm sonnt.

Ich parke und gehe zur hinteren Wohnungstür von Matts Apartment. Ich habe ihn angerufen, um mich anzukündigen. Niemand mag Überraschungsgäste. Außerdem wollte ich sicherstellen, dass er genug Zeit hat, um aufzuräumen und zu duschen. Wenn er mich sieht, gibt’s kein Halten mehr.

Ich klingle an der Tür, und während ich warte, lasse ich den Blick über die Rückseite des Gebäudes schweifen. Das Stadthaus ist dank der Peach Society makellos. Ich habe schon gesehen, wie Dee Dee frühmorgens am Wochenende, bevor der Gemischtwarenladen öffnet, einen Spaziergang durch die Stadt macht und sich Notizen in ihr Büchlein schreibt, wer seinen Teil der Stadtverschönerung nicht einhält. Für die Leute mögen die Auflagen frustrierend sein, aber andererseits ist die Stadt perfekt herausgeputzt.

Matt reißt mich aus meinen Gedanken. Er öffnet in einem schlichten blauen T-Shirt und einer kurzen Cargohose die Tür. Seine Haare sind länger als üblich und sein Gesicht ist frisch rasiert, was mir noch nie so gut gefallen hat.

»Hi«, sage ich und lächle ihn an.

Er nickte mir zu. »Schön, dich zu sehen, Hattie.«

Schön, mich zu sehen? Äh, das ist ein bisschen steif, oder?

Ich will ihm schon in die Arme fallen, aber zu meinem Entsetzen streckt er die Hand aus, um mich auf Abstand zu halten.

Entschuldigung, Sir, so förmlich?

Spielerisch schlage ich seinen Arm weg, damit ich mich an ihn schmiegen kann, aber er lässt mich keinen Zentimeter näher.

»Was soll das?«, frage ich ihn.

»Hattie, wir müssen reden.«

Ich drücke die Brust durch. »Warum hört sich das an, als wolltest du mit mir Schluss machen?«

Er seufzt schwer. »Vielleicht solltest du lieber reinkommen.«

»Matt«, sage ich überrascht. »Machst du etwa wirklich Schluss?«

»Wenn du nicht willst, dass die ganze Stadt zuhört, solltest du lieber zu mir in die Wohnung kommen.«

Mit geschürzten Lippen und wild hämmerndem Herzen folge ich ihm schließlich hinein. Sobald wir die Treppe zu seinem Apartment im ersten Stock hochgestiegen sind und sein Wohnzimmer betreten, dreht er sich zu mir um.

»Ich wollte den richtigen Augenblick abwarten, um es dir zu sagen.« Des dramatischen Effekts wegen legt er eine Pause ein – denn zu dieser Sorte Mann gehört er. »Ich will nicht mehr mit dir zusammen sein.«

Na ja … Es so auszudrücken, ist ziemlich hart. Hätte er es nicht etwas beschönigen können? Und woher kommt dieser plötzliche Sinneswandel überhaupt? Das letzte Mal waren wir noch … zufrieden. Na klar, wir haben uns eine Weile nicht gesehen – er war auf Tour und ich an der Uni –, aber wir haben die Fernbeziehung bis jetzt gut hinbekommen.

»Liegt es daran, dass ich in San Francisco lebe? Es … Es ist nur noch ein Semester. Ich meine, vielleicht muss ich ein Extrasemester einschieben, aber …«

»Ich mag dich einfach nicht mehr.«

O mein Gott!

»Du … Du magst mich nicht mehr?«, frage ich verwirrt und völlig überrumpelt. Wo bleibt die Rücksichtnahme auf meine Gefühle?

Er schüttelt den Kopf. »Nein. Während der letzten paar Monate war es nicht mehr lustig mit uns.«

Äh … was soll das?

Hat er gerade lustig gesagt?

»Lustig?«, frage ich mit leiser, ruhiger Stimme. Meine Kränkung legt sich ziemlich schnell, während Wut ihre hässliche Fratze zeigt. »Entschuldigung, mir war nicht klar, dass deine Unterhaltung zu meinen Pflichten als deine Freundin gehört.«

»Tu das nicht«, erwidert Matt und seufzt genervt, während er sich wegdreht.

»Was?«, frage ich und zerre an seiner Hand, damit er mich ansieht.

»So dramatisch reagieren. Okay? Lass uns die Sache wie reife Erwachsene regeln.«

»Wie reife Erwachsene? Matt, du machst gerade Schluss mit mir, weil ich nicht lustig genug bin. Das sagt kein reifer Erwachsener. Sondern ein mieses Arschloch, das erwartet, dass seine Freundin wie ein Äffchen tanzt, wenn er es will.«

»So hab ich das nicht gemeint.«

Ich stemme die Hände in die Hüften. »Was genau hast du dann gemeint?«

»Du warst nur irgendwie … langweilig. Ständig bläst du Trübsal. Ich hatte keinen Spaß mit dir. Nicht mal am Telefon.«

Mir fallen gleich die Augen aus dem Kopf. Trübsal blasen? Ist das verdammt noch mal sein Ernst?

»Das liegt daran, dass meine Scheißschwester gestorben ist!«, schreie ich.

Man muss ihm hoch anrechnen, dass er nicht ebenfalls laut wird. »Das verstehe ich, aber du warst schon schlecht gelaunt, bevor deine Schwester gestorben ist, und ganz ehrlich, ich habe versucht, das Richtige zu tun, und habe mit dem Schlussmachen ein paar Monate gewartet. Eigentlich wollte ich mich schon vor dem Tod deiner Schwester von dir trennen, aber aus Pietätsgründen habe ich es aufgeschoben.«

Ich weiche einen Schritt zurück, hebe die Arme und klatsche so lustlos wie nur irgend möglich in die Hände. »Häng dir einen Scheißorden an die Brust, Matt. Du bist echt ein Held!«

»Siehst du, ich wusste, dass du dich so aufführen würdest«, sagt Matt, während er zum Sofa geht und sich hinfläzt. »War ja klar, dass du aus der Sache einen Riesenelefanten machen würdest.«

»Ich mache keinen Riesenelefanten aus der Sache.« Energisch tippe ich auf meine Brust. »Das ist eine völlig normale Reaktion, wenn man herausfindet, dass der eigene Freund, mit dem man seit fast acht Jahren zusammen ist, mit einem Schluss macht … weil er einen für eine Langweilerin hält.«

»Langweilig habe ich nie gesagt«, entgegnet er und zeigt mit dem Finger auf mich. »Wir hatten unsere guten Zeiten, aber seit einer Weile ist es kein Spaß mehr, und nun, da wir älter sind, habe ich Angst, dass du eine Familie gründen willst, und das will ich nicht. Ich will frei sein. Ich will mit einer Frau zusammen sein, die abenteuerlustig ist, reisen will und die keine Angst hat, Ärger zu bekommen.«

»Ich war an der Uni«, brülle ich ihn an. »Was hast du erwartet? Dass ich die Vorlesungen schwänze, um deinen Boss zu bestehlen?«

»Siehst du, das ist die Art Spaß, von der ich rede«, sagt Matt. »Erinnerst du dich an die Nacht, als wir einen von Hayes’ Grammys geklaut haben? Das war episch.«

»Und verdammt illegal. Du hast Glück, dass wir nicht erwischt worden sind.«

»Aber darum geht es mir, diese Art von Spaß.«

»Ein lustiger Diebstahl?«, frage ich. »Ist es das, was du willst? Krumme Dinger drehen? Na, dann viel Glück, Matt. Kein Interesse.«

Er verdreht die Augen. »Du bist so eine Spießerin geworden, Hattie.«

»Ich bin keine gottverdammte Spießerin. Du durchlebst irgendeine viel zu frühe Midlife-Crisis. Es tut mir leid, dass ich Trübsal geblasen habe und man keinen Spaß mit mir haben konnte, aber das passiert, wenn deine Lieblingsschwester Brustkrebs im Stadium vier hat und du tatenlos zusehen musst, wie sie langsam stirbt. Also ja, vielleicht war ich in letzter Zeit keine Spaßkanone.«

»Danke, dass du es zumindest zugibst.« Er wirft die Hände in die Luft, als hätte er gerade den Kampf gewonnen und wäre erleichtert.

Und einen Moment lang, während ich Matt anstarre, den Mann, von dem ich geglaubt habe, ich würde ihn eines Tages heiraten, überkommt mich das Gefühl, als würde ich meinen Körper verlassen. Ja, wir hatten unsere Hochs und Tiefs und vielleicht haben wir uns in letzter Zeit etwas voneinander entfremdet, aber ich habe ihn geliebt. Doch dieser Mann, der vor mir steht, ist ein Fremder. Es ist nicht der Mann, in den ich mich verliebt habe.

Er ist grausam.

Er ist gemein.

Er ist rücksichtslos.

Er ist … wie Maggie es so eloquent ausgedrückt hat, ein Ekelpaket.

Und ich kann nicht glauben, dass ich seine Fassade erst jetzt durchschaue. Das zum Thema rosarote Brille. Cassidy mochte Matt nie. Maggie mochte ihn nie. Ryland hat ihn nur toleriert, und Aubree hat mir schon damals in der Highschool geraten, mit ihm Schluss zu machen. Wenn es so lang gedauert hat, bis ich erkenne, was für einen Charakter er hat, was zum Teufel sagt das dann über mich aus?

Nach langem Schweigen erhebt Matt sich von der Couch, legt die Fingerspitzen zu einem Dreieck aneinander und sagt: »Wie dem auch sei, ich ziehe hier aus, also wirst du dein Zeug mitnehmen müssen.«

»Du ziehst um? Und dir ist nicht in den Sinn gekommen, mir das zu erzählen?«

»Doch. Mach ich ja jetzt.«

Fast schreie ich vor Enttäuschung über meine eigene Dummheit. Wutschäumend dränge ich mich an ihm vorbei und stoße ihn aus dem Weg, um mir einen leeren Karton vom Sofa zu schnappen, der mir in dem Moment ins Auge fällt.

»Hey«, jammert er und reibt sich die Schulter. »Du musst nicht gleich gewalttätig werden.«

»Das ist nicht mal im Ansatz das, was ich dir gern antun würde, Matt, und wenn du nicht das gesamte Ausmaß meiner Gewalttätigkeit kennenlernen willst, würde ich vorschlagen, dass du mich zehn Minuten allein lässt, damit ich meine Sachen zusammenpacken und von hier verschwinden kann.«

Er nickt langsam, die Augen fest auf mich geheftet. »Dann werden wir wohl nicht befreundet bleiben, oder?«

Ich füge Schwachkopf zur Liste an Dingen, die Matt ist, hinzu. Ein schwachköpfiges Ekelpaket.

»Freunde?«, schnaube ich spöttisch. »Matt, ich werde das nächste Jahr damit verbringen, mir mit allem, was mir heilig ist, zu wünschen, dass du deine Eier durch einen Mithäftling verlierst, den du an deinem ersten Tag im Knast kennenlernst, nachdem du eines deiner krummen Dinger gedreht hast, die du so lustig zu finden scheinst.«

Ihm entgleiten die Gesichtszüge. »Wage es ja nicht!«

Ich presse die Finger an meine Schläfen und kneife die Augen fest zu wie ein kleines Kind. »Danke, Universum, dass du Matt und Homer zusammenbringst, den Mithäftling mit dem Schraubstockgriff, der Matt die Eier aus dem Körper quetschen wird.«

»Hör auf!«, schreit Matt und zerrt meine Hände von meinem Kopf.

»Jetzt ist es draußen, pass also lieber auf!« Ich fuchtele mit den Fingern in seine Richtung.

»Ich bin echt froh, endlich mit dir Schluss gemacht zu haben. Du bist total krank im Hirn.«

»Ha, das sagt ja der Richtige, Matt.«

Mit dem Karton in Händen eile ich zum Schlafzimmer, doch bevor ich es betrete, werfe ich einen Blick über die Schulter. »Zehn Minuten. Geh mir aus den Augen oder ich rufe meinen Bruder an, und er wird sich um dich kümmern.«

Ich weiß, wie viel Angst Matt vor Ryland hat, und tatsächlich dreht er sich auf dem Absatz um, hastet aus der Tür die Treppe nach unten und zieht die Haustür hinter sich zu.

Was für ein Flachwichser. Ich und nicht unterhaltsam genug … wer wirft so etwas einem anderen Menschen an den Kopf? Ganz zu schweigen jemandem, den man eigentlich lieben sollte. Die Standards sind heutzutage aber auch wirklich gesunken!

Seufzend lehne ich mich gegen den Türrahmen des schmalen Schlafzimmers und starre in den fast leeren Raum, in dem nur noch ein paar meiner Habseligkeiten auf dem ungemachten Bett liegen. Daneben steht ein Karton mit seinen Klamotten. Das alles ist von langer Hand geplant gewesen, und er hat sich nicht einmal die Mühe gemacht, mich vorzuwarnen. Meine größte Sorge war, dass er nicht geduscht hätte, und jetzt … muss ich damit klarkommen.

So ist es besser.

Im Grunde hast du ihn überhaupt nicht so sehr geliebt.

In den vergangenen paar Monaten hat er sein wahres Gesicht gezeigt. Während ich mit Cassidys Verlust zu kämpfen hatte, war er nicht für mich da, wie es ein richtiger Freund hätte sein müssen. Ich habe es auf seine Arbeitsbelastung geschoben, wo es in Wirklichkeit sein fehlendes Mitgefühl war.

Sosehr mein Stolz auch gekränkt ist, weiß ich tief in meinem Herzen, dass es so das Beste ist. Allerdings macht es die Sache nicht weniger bitter. Nein … es wird eine Weile wehtun.

Ich betrete das Schlafzimmer, stelle den Karton aufs Bett und fange an, meine Sachen einzupacken. Oh, wie gütig von ihm, mir alle Fotos zu überlassen, die er von uns beiden hat, als wollte ich an seine blöde Visage erinnert werden. Nein, danke.

Ich schleudere die Bilder in den Müll und gehe dann den Rest des Mülls durch, von dem er glaubt, er gehöre mir.

Etwas Kosmetik.

Ein Buch, das ich ihm gekauft habe, er jedoch nie gelesen hat, denn Himmel bewahre, er könnte etwas anderes tun, als auf sein Handy zu glotzen.

Ein kaputtes iPhone-Ladekabel. Wie nett.

Ein paar Kugelschreiber von unterschiedlichen Hotels, in denen er abgestiegen ist. Was zum Teufel soll das? Weg damit.

Eine Boxershorts. Ist das sein Ernst?

Und zwei meiner T-Shirts, die ich tatsächlich behalten werde, weil es sich um alte Shirts von Rockbands handelt, die ich schon gesucht habe. Doch den Rest stopfe ich in seinen Karton.

Apropos Karton …

Neugierig geworden, was er als sein Hab und Gut erachtet, wühle ich mich durch seine Sachen. Oh, là, là, interessant. Das sind überhaupt nicht seine Sachen. Und auch nicht meine … Das Zeug gehört seinem Boss.

Ein signiertes Hayes-Farrow-Album, sein erstes. Eine Baseballkappe. Ein paar T-Shirts. Ich schiebe die Kleidungsstücke zur Seite und finde mehrere Flaschen Tequila – ein Getränk, von dem ich leider weiß, dass Hayes es gern trinkt. Was ist das? Eine Art Fanboy-Box? Was zum Teufel will Matt mit all dem Zeug?

Ich wühle noch weiter, da blitzt etwas Goldenes auf … der Grammy.

Verdammt!

Ich fische ihn aus dem Karton und begutachte ihn.

Best New Artist: Hayes Farrow.

Ich habe im Fernsehen gesehen, wie er ihn auf der Bühne entgegengenommen hat. Er trug einen schwarzen Anzug mit einem schicken weißen Hemd, bei dem die ersten drei Knöpfe offen standen, sodass die Lederkette mit dem Silberanhänger zu sehen war, die er immer trägt. Ungläubig fuhr er sich bei der Verleihung mit der Hand durch die Haare, während er auf die Auszeichnung hinabstarrte und seiner Großmutter dafür dankte, ihm seine erste Gitarre gekauft zu haben.

Und dann … haben Matt und ich ihn gestohlen. Na ja, ich habe ihn nicht wirklich gestohlen. Ich habe Matt unwissend die Tür aufgehalten und wusste von nichts, bis wir im Auto saßen und er den Grammy aus seiner Jackentasche zog. Schon damals fühlte ich mich schlecht, weil Matt ihn geklaut hatte, auch wenn Hayes Farrow der Abschaum der Welt ist. Aber selbst der Abschaum der Welt verdient seine hart erarbeiteten Trophäen.

Ich beäuge den Karton mit meinen Dingen und die Fanboy-Schachtel und treffe jäh eine Entscheidung. Meine T-Shirts landen zusammen mit dem Grammy in der Schachtel mit den Fanboy-Artikeln, dann haste ich mit ihr in Richtung Wohnungstür.

In diesem Apartment kann keinesfalls noch etwas sein, das mir am Herzen liegt – oh, Augenblick mal, meine Puzzles. O neeeeein, die werde ich nicht bei Matt lassen! Ihm Stunden der Unterhaltung gönnen? Nur über meine Leiche. Ich bringe die Alkoholflaschen, die Matt irritierenderweise gesammelt hat, zurück zu dem Karton auf dem Bett. Dann öffne ich das Schränkchen unter dem Fernseher und erspähe drei meiner fein säuberlich aufeinandergestapelten Puzzles. Und er behauptet, ich wäre nicht lustig! Offensichtlich hat er diese Schätze vergessen.

Ich stecke meine Puzzles in den Karton, dann laufe ich die Treppe wieder nach unten und öffne die Haustür zum Hof. Matt sitzt auf der Steinmauer, die den Parkplatz hinter dem Wohnhaus umgrenzt, und starrt – Überraschung! – auf sein Handy. Er blickt auf. »Das ging ja schnell.«

»Dort drinnen hat es nach dir gerochen und mir ist übel geworden. Je schneller ich verschwinden konnte, desto besser.«

»Früher hat dir mein Geruch gefallen«, erwidert er aus welchem Grund auch immer. Vielleicht bereut er seine Entscheidung allmählich.

»Nun, Dinge ändern sich. Genau wie sich deine Gefühle für mich verändert haben, hat sich dein Geruch verändert. Irgendwie stinkt er jetzt leicht moschusartig, wie ein alter Furz.«

Sein Gesichtsausdruck verwandelt sich in unverhohlene Wut. »Mal wieder sehr erwachsen, Hattie.«

»Schön, dass ich von Nutzen sein konnte«, sage ich, während ich meinen Karton in den Kofferraum meines Wagens schiebe und die Fahrertür öffne. »Und nur fürs Protokoll«, sage ich beim Einsteigen laut genug, dass es jeder in Hörweite verstehen kann. »Beim Oralsex bist du eine echte Null, du findest eine Klitoris ja nicht mal, wenn sie direkt vor deiner Nase ist. Außerdem ist dein Penis schief, und zwar nicht auf die gute Art. Es fühlt sich eher an, als würde man versuchen, einen gebogenen Bleistift in die Vagina einzuführen, als mit einer saftigen Salami zu vögeln.«

»Oh, verpiss dich!« Er zeigt mit dem Finger auf mich. »Du bist bei jedem einzelnen Mal gekommen.«

»Das nennt man faken, Matt.« Und mit diesen Worten wende ich mein Auto und fahre davon, während ich im Rückspiegel sein hochrotes Gesicht sehe.

Aufgabe Nummer eins, ihm Minderwertigkeitsgefühle bescheren: erledigt.

Nun zu Aufgabe Nummer zwei.

Dafür sorgen, dass er seinen Job verliert.

2

HAYES

Ich hatte vergessen, wie ruhig es hier ist.

Ein ganzes verdammtes Jahr war ich unterwegs. Da waren die Tour, Interviews und Werbeaktionen mit all meinen Sponsoren, sodass ich vergessen habe, was es bedeutet, an einem ruhigen Fleckchen Erde zu sitzen und der Natur zu lauschen.

Ich bin gestern in Almond Bay angekommen und sofort zu meiner Großmutter gefahren. Wie erwartet war sie so glücklich wie immer, mich zu sehen. Sie wusste, dass meine Tour endlich zu Ende ist und ich nach Hause kommen würde. Wahrscheinich hätte ich das sowieso gemacht. Ich liebe die Stille und im Moment brauche ich sie unbedingt, da mir mein Label im Nacken sitzt.

Gran umarmte mich auf ihre typische Art und gab mir einen Kuss, dann setzten wir uns auf ihren Balkon mit Blick auf die Stadt, und ihre Pflegerin brachte uns Tee. Ich lauschte Gran geschlagene zwei Stunden, während sie über die Peach Society herzog. Meine Großmutter hat sich noch NIE mit Ethel O’Donnell-Kerr verstanden. Anscheinend ein Streit wegen eines Mannes, den sie ihr damals ausgespannt hat. Sie geht nicht ins Detail, weil es sie zu sehr aufregt, und Gran legt Wert darauf, nicht wütend zu werden – sie behauptet, davon bekäme man zu viele Falten. Außerdem missfällt ihr, dass Ethel behauptet, der größte Promi in Almond Bay zu sein, obwohl, wie Gran zu sagen pflegt, mein Name viel berühmter ist, als sie jemals zu träumen gewagt hätte.

Nachdem ich mit ihrer Pflegerin Roseanne geredet und sichergestellt hatte, dass Gran alles hat, was sie braucht, fuhr ich zu meinem Haus, das etwa zehn Minuten die Küste hinauf liegt. Gerade weit genug weg von Almond Bay, dass es mir meine lang ersehnte Privatsphäre bietet.

Ich habe das Anwesen vor ein paar Jahren erstanden und das ganze Ding umgebaut, die gesamte Weißpalette durch dunkle Grau-, Schwarz- und Grüntöne eingetauscht, einen Betonboden gegossen und die Räume mit hochwertigen Ledermöbeln ausgestattet. Die gesamte Renovierung habe ich selbst geplant, mit Fokus darauf, den hohen Fenstern einen dunklen Anstrich zu verpassen und die Natur ins Innere zu holen, mit Grünpflanzen, die mein Kumpel Abel gegen eine fürstliche Bezahlung einmal die Woche pflegt. Anfangs wollte er nichts, aber nach einem Monat änderte er seine Meinung. Nicht, dass der Mann Geld bräuchte, als Arzt und Besitzer der Apotheke in der Stadt. Er ist fein raus. Doch er ist kein Narr. Er erledigt keine Arbeit über ein Jahr lang umsonst. Außerdem behält er meine Großmutter im Auge, während ich weg bin, und untersucht sie alle zwei Wochen.

Eine sanfte Brise weht durch die hohen Büsche, die meine Veranda umgeben, während ich mich in meinem schwarzen Gartenstuhl zurücklehne. Es fühlt sich gut an, sich eine Sekunde auszuruhen, eine Verschnaufpause von der Tour zu machen und zurück in Almond Bay zu sein, auch wenn hier eher tragische als angenehme Dinge passiert sind. Meine Kindheit war nichts, was ein Kind jemals durchleben sollte.

Ständiges Geschrei.

Emotionaler Missbrauch.

Vernachlässigung.

Ich bin früher erwachsen geworden, als es ein Kind tun sollte, und überzeugt, dass ich es nur dank des einzigen Menschen, der mich nie abgeschrieben hat, dorthin geschafft habe, wo ich heute bin, nämlich Gran. Das ist der Grund, weshalb ich in der Gegend ein Haus gekauft habe, damit ich in jeder Pause von meinem Leben auf der Überholspur hierher zurückkehren und sie besuchen kann.

Warum also musste ich diesmal überredet werden, nach Hause zu kommen? Wahrscheinlich, weil ich mich so verdammt verloren fühle, dass ich nicht einmal weiß, was ich in meinem Leben zum Glücklichsein brauche – aber das ist ein anderes Thema.

Obwohl ich hier bin, um ein paar Songs zu schreiben, gibt es einen ganzen Berg voller Kisten und Briefe, die gesichtet, organisiert und bearbeitet werden müssen. Eine Mammutaufgabe, die mein Assistent übernommen hätte, aber bedauerlicherweise habe ich ihn heute Morgen wegen Diebstahls entlassen. Er hat versucht, mich zu überreden, ihm eine zweite Chance zu geben, da er seine Freundin unterstützen muss, die gerade aus der Uni geflogen ist und keinen Job hat, aber ich habe ihm erklärt, er solle sich seine rührselige Geschichte für jemand anderen aufheben.

Was mich in eine schwierige Situation manövriert hat.

Mein Handy klingelt. Ruben.

Verdammt, ich kann ihm nicht entkommen. Nicht mal einen Vormittag lang.

»Hallo?«

»Hayes, ich hab grade eine Beschwerde von Matt erhalten, dass du ihn gefeuert hast. Stimmt das?«

»Er hat dich echt angerufen, oder?« Der Kerl hat Mumm.

»Ja. Und mich angefleht, ein gutes Wort für ihn bei dir einzulegen. Er behauptet, er müsste seine Freundin unterstützen oder so was in der Art? Was ist los?«

»Denselben Scheiß hat er mir auch erzählt«, sage ich. »Und die Antwort lautet Nein. Der Mistkerl hat mich bestohlen.«

»Bist du dir ganz sicher?«

»Neunundneunzig Prozent«, erwidere ich. »Es gibt Kameraaufzeichnungen von ihm und einer Frau, die an einem Abend mein Haus verlassen haben. Anschließend ist mir aufgefallen, dass mein Grammy fehlt. Ohne Beweise wollte ich Matt nicht beschuldigen, aber er war der Einzige, der Zugang zu meinem Haus hatte. Deshalb habe ich entschieden, ihn genauer im Auge zu behalten, und da ist mir aufgefallen, dass Dinge verschwinden. Tequilaflaschen, T-Shirts, Caps. Ich bin überzeugt, dass er das Zeug gehortet hat, um es zu verkaufen und Geld zu machen.«

»Willst du, dass ich ihn anzeige?«, fragt Ruben.

»Nein, aber sag dem Wichser, dass ich es tun werde, wenn er nicht aufhört, uns zu belästigen. Und richte ihm aus, dass er verdammtes Glück hat, dass er es mit mir zu tun hat und niemand anderem.«

»Ich kümmere mich drum, keine Sorge.« Ruben räuspert sich. »Bist du schon in Almond Bay?«

»Ja, ich habe gestern Gran besucht. Ihr geht’s gut. Später will ich bei Abel vorbeischauen.«

»Und vielleicht hast du in der Zwischenzeit auch etwas Zeit zum Schreiben?«, drängt Ruben mich nicht gerade dezent.

»Mann, ich werde dich feuern, wenn du mir weiter solchen Druck machst.«

»Wir brauchen einfach nur irgendwas. Es muss nichts Weltbewegendes sein. Bloß irgendwas, um das Label zufriedenzustellen.«

»Ich weiß.« Mit der Hand fahre ich mir just in dem Moment übers Gesicht, als ein rotes Auto in meine Auffahrt biegt. »Ich arbeite dran. Hey, da kommt jemand. Ich muss aufhören.«

»Okay, halt mich auf dem Laufenden und ich erledige das mit Matt. Willst du, dass ich mich um Ersatz kümmere?«

»Nein«, antworte ich und beende das Gespräch.

Ich lege das Handy auf der Armlehne ab und bleibe sitzen, während ich zusehe, wie die Wagentür sich öffnet. Wegen der Büsche, die den Weg zu meinem Haus säumen, habe ich keinen guten Blick auf die Person, die aussteigt, bis sie einen Karton aus dem Kofferraum hievt und auf mich zukommt.

Mein Blick fällt zuerst auf gebräunte, wohlgeformte Beine.

Makellos weiße Sneakers.

Eine olivgrüne kurze Sporttight.

Ein oversized Sweatshirt.

Ihr Gesicht ist nicht zu erkennen, aber ich sehe einen langen honigblonden Pferdeschwanz, der hin- und herwippt.

Ich bleibe weiter sitzen und beobachtete schweigend, wie sie die Kiste vor meiner Tür abstellt … und in diesem Moment erhasche ich einen Blick auf sie.

Verdammt.

Hattie Rowley.

Was zum Teufel tut sie hier?

Ich bin ziemlich sicher, ihr Bruder würde einen Herzinfarkt bekommen, wenn er wüsste, dass sie vor meiner Tür steht.

Keine Ahnung, wann ich sie zum letzten Mal gesehen habe, aber verdammt noch mal, sie ist erwachsen geworden, mit hübschen Rundungen an all den richtigen Stellen. Ihre Wangen haben einen natürlichen Schimmer und ihre langen schwarzen Wimpern umrahmen Augen, die, wie ich aus Erfahrung weiß, stechend grün sind. Sämtliche Rowley-Kinder haben diese Augenfarbe.

Sie greift in den Karton und zieht ein Blatt Papier samt Stift heraus. Mit dem Rücken zu mir, sodass ich einen herrlichen Blick auf ihren perfekten Hintern bekomme, schreibt sie etwas auf das Blatt.

Geht sie nicht zur Uni in San Francisco? Ich frage mich, ob sie immer noch dort lebt oder nach dem Tod ihrer Schwester hierher zurückgezogen ist.

Cassidy wurde von allen Einwohnern von Almond Bay und ihrer Familie innigst geliebt und ihr Tod hat die Stadt tief berührt. Gran hat mir bei einem unserer wöchentlichen Telefonate erzählt, dass Ryland das Sorgerecht für Cassidys vierjährige Tochter MacKenzie bekommen und Aubree, ihre Schwester, den Almond Store und die Farm übernommen hat. Beide haben mit ihrer neuen Verantwortung gehadert. Vielleicht ist Hattie zurück, um ihnen unter die Arme zu greifen.

Als sie zu Ende geschrieben hat, steckt sie das Blatt Papier in die Kiste, und ich nutze den Moment, um in die Stille zu fragen: »Was hast du geschrieben?«

Sie hüpft fast einen halben Meter in die Luft, bevor sie nach rechts taumelt, gegen die Hauswand, die Hand auf die Brust gepresst.

»Fuck, fuck, fuck«, haucht sie und ihre Schultern berühren dank des Schocks fast ihre Ohren. Als sie mich in meinem Gartenstuhl sieht, faucht sie: »Sitzt du schon die ganze Zeit da?«

»Ja«, antworte ich und stehe langsam auf.

Ihre Augen gleiten einen Moment zu meiner nackten Brust, bevor sie mir wieder ins Gesicht sieht. »Du hast also einfach dort gesessen und mir zugeschaut?«

»Ich wollte wissen, was du vorhast, bevor ich mich bemerkbar mache.«

»Das ist echt krank«, erwidert sie und zeigt mit dem Finger auf mich.

Mit zur Seite geneigtem Kopf gehe ich auf sie zu und mustere sie eingehend. »Du bist Hailey, richtig?«

Ich weiß verdammt genau, dass sie Hattie heißt, aber ich tue so, als wäre es mir entfallen, um die Oberhand zu behalten, insbesondere bei einer Rowley.

Ihre Augen verengen sich zu Schlitzen, als sie mich korrigiert. »Hattie.«

»Stimmt, Rylands Schwester.« Ein letztes Mal gleitet mein Blick rasch von oben bis unten an ihr hinab. »Weiß dein Bruder, dass du die Grenze ins Feindesland übertreten hast?«

»Tut er nicht, aber ich brauche auch nicht seine Erlaubnis.« Sie reckt das Kinn.

Schon verstanden. Du bist nicht eingeschüchtert. Warst es noch nie.

»Was hat es mit dem Karton auf sich?«, frage ich und nicke in Richtung Tür.

»Ein paar Dinge, von denen ich dachte, du willst sie vielleicht zurück. Mein Ex-Freund Matt, dein Assistent, hat dich bestohlen.«

Matt war mit Hattie Rowley zusammen? Wie zum Teufel hat er das geschafft? Tut mir leid, aber sie spielt in einer ganz anderen Liga als er. Und warum wusste ich nicht, dass sie daten? Wahrscheinlich weil der Wichser nie über sie gesprochen hat oder sich auch nur hat anmerken lassen, dass er liiert ist.

Augenblick mal … ist sie etwa diejenige, von der er gesprochen hat? Die von der Uni geflogen ist und keinen Job hat? Ist das der Grund, weshalb sie wieder in Almond Bay ist? Ich dachte, es hätte mit ihrer Schwester zu tun, aber diese Entwicklung ist völlig neu. Und der Scheißkerl hat mich angelogen, als er meinte, sie wären immer noch zusammen, wo sie es doch ganz offensichtlich nicht sind.

Ein Lügner und ein Dieb. Gott sei Dank habe ich ihn gefeuert.

Ich spähe zum Karton und mustere den Inhalt. »Puzzles habe ich nie besessen.«

»Oh, die gehören mir.« Sie schnappt sich die Schachteln und presst sie sich fest an die Brust. »Wie dem auch sei, ich an deiner Stelle würde ihn auf jeden Fall feuern.«

Erneut gleitet mein Blick zum Karton und dann zurück zu ihr. Almond Bay ist ein sonderbarer Ort zum Aufwachsen. Ständig passieren seltsame Dinge. Wie an dem Tag, als ein nackter Mann auf einem Einrad die Almond Avenue hinabgeradelt ist und niemand auch nur mit der Wimper gezuckt hat. Oder das andere Mal, als im Talkies, unserem Autokino, für genau eine Minute und dreizehn Sekunden ein Porno gezeigt wurde. Jeder hat nur darüber gelacht. Es passt also ins Bild, wenn jemand einen Karton voller Zeug vor deiner Haustür ablädt und verlangt, dass sein Ex-Freund gefeuert wird. Ich bin nur überrascht, dass es von einer Rowley kommt, der am wenigsten exzentrischen Familie der Stadt.

Andererseits war Hattie schon immer anders.

»Warum sollte ich ihn wegen ein paar T-Shirts feuern?«

Ihre Augen huschen zum Karton. »Mist, die gehören auch mir.« Sie schnappt sie sich und bei dem, was ich darunter entdecke, spannt sich mein Kiefer an.

Mein Grammy.

Ich wusste, dass der Wichser ihn gestohlen hat.

Möglichst lässig frage ich: »Wie lang datest du Matt schon?«

»Seit der Highschool, und falls du mich verurteilen willst, weil ich mit ihm zusammen war, damals war er kein solcher Arsch. Diesen Titel hat er sich erst kürzlich verdient.«

»Ich verstehe.« Ich spähe wieder in den Karton. »Es gibt Überwachungsvideos von dem Abend, als mein Grammy gestohlen wurde.« Mein Blick gleitet zu ihr zurück und mir entgeht nicht, wie sich ihre Augen weiten und ihr Mund schmal wird. Genau wie ich gedacht habe. Schuldgefühle. »Und Matt war nicht allein.«

»Ich war das nicht. Was auch immer du denken magst, ich hatte nichts damit zu tun.« Verdammt, sie ist eine echt schlechte Lügnerin!

»Lustig, meine Kameras sagen da etwas anderes.« Das tun sie nicht, aber ich genieße es, wie sie sich windet.

Ihr Mund klappt erschrocken auf, doch sie schließt ihn sofort wieder, mustert mich eindringlich und wägt ihren nächsten Zug ab. Ein paar Sekunden verstreichen und Schweigen legt sich zwischen uns, bevor sie im nächsten Moment auf dem Absatz herumwirbelt und zu ihrem Wagen stürzt.

So leicht wird sie mir nicht davonkommen.

»Lauf, so viel du willst. Der Sheriff wird wissen, wo er dich finden kann.«

Meine Worte lassen sie innehalten und sie dreht sich langsam zu mir zurück. »Das würdest du nicht tun.«

»Wirklich?«, frage ich. »Du bist eine Rowley. Ich bin ziemlich sicher, dass wir uns hassen. Was würde mich davon abhalten, die Polizei zu rufen und Anzeige zu erstatten? Überall hier am Haus gibt es Überwachungskameras, die unsere Unterhaltung aufzeichnen. Du bist auf frischer Tat ertappt worden.«

Sämtliche Farbe ist aus ihrem Gesicht gewichen und das Selbstbewusstsein, das sie noch vor ein paar Minuten an den Tag gelegt hat, ist verschwunden. »Ruf bitte nicht den Sheriff«, sagt sie und wirkt einen Moment tief erschrocken. »Meine Familie hat in letzter Zeit viel durchgemacht und mein Bruder würde es nicht gut aufnehmen, wenn er mich gegen Kaution aus dem Gefängnis holen muss.«

Ich nicke zum Haus. »Warum kommst du nicht rein und wir besprechen unsere Optionen?«

»Optionen?«, fragt sie und ihre Augenbrauen wandern nach oben.

»Ja, Optionen.« Ich bücke mich und hebe den Karton mit den gestohlenen Gegenständen auf, dann öffne ich die Haustür. »Ich schlage vor, du kommst mit, denn ich bin nicht abgeneigt, den Sheriff anzurufen. Er ist ein Riesenfan von mir.« Ich lächle breit und ihre Lippen pressen sich angewidert zu einer geraden Linie.

Leise in sich hineingrummelnd folgt sie mir, ihre Puzzles und T-Shirts fest im Arm, und ich schließe die Tür mit einem Fußtritt. Dann stelle ich den Karton mit dem Diebesgut auf den Boden der Eingangshalle und schlendere in Richtung Küche. Als mein Gast sich nicht rührt, sage ich: »Komm rein. Ich beiße nicht … zumindest noch nicht.«

»Was zum Teufel soll das?« Sie will sich gerade in Bewegung setzen, als sie jäh wieder stehen bleibt und hinzufügt: »Wenn das eine sexuelle Anspielung sein soll, kann ich dir klipp und klar sagen, dass ich es nicht mal mag, gebissen zu werden. Ich finde es höchst sonderbar, und außerdem … falls du glaubst, ich könnte eine Art Konkubine für dich sein, kannst du dir das gleich abschminken.«

Ich schalte meine Kaffeemaschine ein und sage: »Ganz offensichtlich bist du noch nicht von der richtigen Person gebissen worden. Kein Wunder, wenn man bedenkt, mit wem du zusammen warst.« Ich nehme eine Kaffeekapsel, stecke sie in die Maschine und drücke auf den Knopf. Dann lehne ich mich gegen die Küchenzeile und drehe mich zu Hattie um. »Und wenn es um Konkubinen geht, bin ich Besseres gewohnt.«

Meine Worte fachen ihre Wut wieder an und ihr Mund zuckt vor Verärgerung. »Du könntest dich glücklich schätzen, mich in deinem Bett zu haben.«

Bedächtig gleitet mein Blick über sie und ich fahre mir mit der Hand übers Kinn, bevor ich antworte: »Darüber lässt sich streiten.«

»Du bist ein solches Arschloch. Kein Wunder, dass dich niemand mag.«

»Interessant. Ich habe einen Fanclub von mehr als drei Millionen Menschen, die dir in dieser Hinsicht gewiss widersprechen würden.«

»Es sind Fans. Die zählen nicht.«

Übertrieben langsam mustere ich mein Zuhause und sage schließlich: »Ich bin ziemlich sicher, dass sie zählen, denn immerhin haben sie das Haus finanziert, in dem du gerade stehst, und mir geholfen, den Grammy zu bekommen, den du gestohlen hast.«

»Matt hat ihn gestohlen, nicht ich. Ich war nur … körperlich anwesend.«

»Ist das die Geschichte, die du den Bullen erzählen willst?«

»Ich dachte, du würdest den Sheriff nicht rufen«, entgegnet sie.

»Das habe ich nie versprochen. Ich habe nur gesagt, wir können über die Optionen reden.«

»Und was sind diese blöden Optionen?«, faucht sie ungeduldig.

»Warum kommst du nicht noch ein paar Schritte weiter rein, legst deine T-Shirts und Puzzles weg und setzt dich? Willst du einen Kaffee?«

»Nein«, antwortet sie. »Du könntest ihn vergiftet haben.«

»Während du mir beim Zubereiten zusiehst?«

»Ich weiß nicht, was in diesen Kaffeekapseln drin ist. Sie könnten von vornherein vergiftet sein.«

»Wie ich sehe, führen wir uns sehr vernünftig auf. Gut zu wissen«, erwidere ich voller Sarkasmus. Ich nehme meine Tasse und hole Mandelmilch aus dem Kühlschrank – ja, ich wohne in Almond Bay und trinke Mandelmilch. Sie schmeckt köstlich.

Hattie setzt sich mir gegenüber auf einen Barhocker an der Kücheninsel und verschränkt die Arme vor der Brust. »Jetzt erzähl mir von diesen Optionen, damit ich endlich von hier verschwinden kann und nie wieder zurückkommen muss. Ich kriege hier nämlich gerade einen fetten Ausschlag.«

Vielleicht ist das, was ich hier mache, etwas theatralisch. Doch abgesehen davon, was sind meine Optionen? Ich will sie nicht so leicht davonkommen lassen. Vielleicht liegt es an der Fehde mit ihrem Bruder, jedenfalls fühlt es sich gut an, eine von Rylands Schwestern in die Fänge zu bekommen … als hätte ich kurzzeitig die Oberhand bei dem Streit, den ich seit über zehn Jahren unfreiwillig mit ihm habe. Und so ganz ohne Assistenten beschleicht mich das Gefühl, als könnte ich sie gut gebrauchen. Immerhin habe ich ein Zimmer voller Kisten und Briefe von Fans, die beantwortet werden müssen. Es könnte eine Win-win-Situation sein.

»Du willst Optionen?«, frage ich.

»Ja, Himmel noch mal, aus welchem anderen Grund sitze ich sonst hier?«

Leicht reizbar. Das gefällt mir. Außerdem mag ich die hellen Sommersprossen um ihre Stupsnase und ihre von Natur aus leicht geröteten Wangen.

»Deine Optionen sind folgende.« Ich hebe einen Finger in die Höhe. »Ich kann die Polizei rufen, dich anzeigen und dank deines Geständnisses Anklage erheben lassen …«

»Erst mal schön Panik machen und mir Angst einjagen wollen. Toll. Was ist die zweite Option, für die ich mich offensichtlich entscheiden soll?«

Ich halte einen zweiten Finger hoch. »Du arbeitest für mich.«

Sie schnaubt so laut, dass das Echo durch meine Küche hallt. »Für dich arbeiten? Okay. Vergiss es.« Sie schüttelt den Kopf. »Wie lautet Option drei?«

Ich stelle meine Kaffeetasse auf die Arbeitsfläche, spreize die Finger auf dem Marmor und sehe Hattie fest ins Gesicht. »Es gibt keine Option drei. Das ist alles. Du wirst angezeigt oder du arbeitest für mich. Deine Entscheidung.«

»Das kannst du nicht machen«, protestiert sie. »Ich … Ich gehe zur Uni.«

»Wirklich? Denn mir hat ein Vögelchen gezwitschert, dass du dieses Semester durch die Prüfungen gerasselt bist, und ich habe auch gehört, dass du keinen Job hast.«

Ihr entgleiten die Gesichtszüge. »Wer hat dir das erzählt? War das Matt?« Leise schimpft sie: »Den bringe ich um.«

»Deshalb bist du doch hier in Almond Bay. Keine Uni. Kein Job. Kein Geld … laut Matt. Wie es aussieht, sitzt du in der Patsche.« Ich nippe an meinem Kaffee, bevor ich ihn wieder zurück auf die Kücheninsel stelle und weiter das großspurige Arschloch spiele, eine Rolle, die mir wie auf den Leib geschneidert ist.

»Ja, und da du der Antiheld bist, nutzt du die Sache natürlich schamlos aus.«

»Ich hätte keine Fehde mit den Rowleys, wenn ich es nicht wäre, oder?« Ich schenke ihr ein Lächeln gespeist aus Sünden und Tequila.

Ihre Lippen verziehen sich, als sie zur Seite blickt. »Was genau soll ich für dich tun? Wenn du sexuelle Gefälligkeiten erwartest, lautet die Antwort Nein. Lieber würde ich den Kopf in die Kloschüssel einer schmutzigen Gefängnistoilette stecken, als in der Nähe deines Schritts zu sein.«

»Nettes Bild, aber wie schon gesagt, ich kann Besseres haben. Deine Pussy ist meine Zeit nicht wert.«

»Ich habe eine großartige Pussy«, verteidigt sie sich. »Du bist meiner Pussy nicht würdig.«

Reglos starre ich sie an. Sie ist heiß, das muss man ihr lassen. Aber da sie eine Rowley ist und ein loseres Mundwerk hat, als mir gefällt, bekommt sie von mir ein Nein. »Froh, es dir von der Seele geredet zu haben? Applaudierst du dir innerlich, weil du für dich eingestanden bist?«

»Du bist ein Arschloch.«

»Ich weiß«, erwidere ich, dann trete ich von der Kücheninsel weg und verschwinde im Flur.

»Wohin gehst du?«, ruft sie mir hinterher.

»Ich zeige dir, wobei ich deine Hilfe brauche. Mir nach, wenn du nicht im Gefängnis landen willst.«

Ich spüre Hatties Zögern, bevor sie wieder in ihren nicht vorhandenen Bart grummelt und mir hinterherkommt. Als ich mein Büro erreiche, drehe ich mich zu ihr um, stoße die Tür auf und offenbare das unsägliche Chaos.

»Was zum Teufel ist das?«, fragt sie erstaunt.

Kisten über Kisten sind bis hoch zur Decke gestapelt, mehrere dicke blaue Postsäcke wurden einfach auf dem Boden abgeladen. Akten, braune Umschläge und Heftmappen, die allesamt kopiert, in meiner Cloud gespeichert und abgeheftet werden müssen, türmen sich meterhoch auf meinem Schreitisch. Neue Fanartikel sind wahllos auf dem Boden verstreut und warten auf mein Okay. Bilderrahmen mit meinen Platin-Platten lehnen an der Wand und handgeschriebene Songtexte liegen auf meinem Stuhl, darauf wartend, kopiert und ebenfalls abgelegt zu werden. Ganz zu schweigen von Computer und Drucker, die ich gekauft und noch nicht einmal ausgepackt habe.

»Das ist erst die Hälfte. Der Rest ist in der Garage.«

»Himmel«, murmelt sie ungläubig und kommt einen Schritt ins Büro, tritt jedoch auf die Plastikverpackung eines leeren Proteinriegels und hebt bei dem jähen Knistern erschrocken das Bein, um zu sehen, worauf sie steht. »Bist du ein Messie?«

»Sieht der Rest meines Hauses genauso aus?«

»Es gibt immer diesen einen Raum, in den Gäste nicht dürfen.« Mit dem Zeigefinger hebt sie einen roten Spitzen-BH auf und wackelt mit den Augenbrauen. Ich grinse nur.

»Das passiert, wenn man ein Jahr lang auf Tour ist. Dinge sammeln sich an. Matt sollte sich um alles kümmern, aber der wurde ja gefeuert, bevor er die Sachen in die Hände bekommen hat. Angesichts des Kartons, den du mir gebracht hast, ist es vielleicht besser so.«

»Was mir, nebenbei bemerkt, nicht gerade hoch angerechnet wird. Ich hätte Matt das Zeug klauen und es selbst auf dem Schwarzmarkt verticken können.«

»Weißt du überhaupt, wie man Dinge auf dem Schwarzmarkt vertickt?«

»Nein …« Sie zögert und schnalzt den BH auf den Boden. »Aber eine anständige Googlesuche hätte es mir bestimmt verraten.«

»Ja, und sie wäre bei deinem Internetverlauf gewiss nicht gespeichert worden«, erwidere ich sarkastisch. »Außerdem halte ich dir doch zugute, dass du mir meinen Grammy zurückgebracht hast. Immerhin habe ich dir zwei Optionen gelassen.«

»Du hast mir eine gelassen, weil du verdammt noch mal genau wusstest, dass ich mich nicht freiwillig der Polizei stellen werde.«

»Das bedeutet aber nicht, dass ich dir keine Wahl gelassen habe.«

Mit unverhohlener Wut dreht sie sich zu mir und verschränkt die Arme vor der Brust. »Hm, du willst also, dass ich das hier für dich entrümple, und ich werde dafür bezahlt?«

»So funktionieren Jobs normalerweise.«

»Wie lang? Denn ich habe durchaus Besseres zu tun, als dir deinen Dreck hinterherzuräumen.«

»Wirklich?«, frage ich und lehne mich gegen den Türrahmen. »Bitte erleuchte mich.«

Sie verengt die Augen zu Schlitzen. »Äh, also …« Sie gerät ins Stocken. Ich schätze, an diesem Punkt wissen wir beide, dass ich sie in der Hand habe.

Sie schürzt die Lippen. »Weißt du was? Das geht dich überhaupt nichts an.«

»Das habe ich mir schon gedacht.« Ich stoße mich vom Türrahmen ab und gehe den Flur entlang zur Küche zurück. »Ich zahle dir tausend Dollar die Woche bar auf die Hand.«

»Tausend Dollar?«, ruft sie mir hinterher. »Matt hat viel mehr verdient, und er hat den Grammy gestohlen.«

Ich nehme meinen Kaffee und nippe an ihm. »Matt hat viel mehr getan, als mir nur meinen Dreck hinterherzuräumen, wie du es so eloquent ausgedrückt hast, also wenn du dich nicht um die willigen Damen kümmern willst, die vor meiner Tür Schlange stehen, meine Telefonate annehmen, mein Leben planen und dich mit all meinen Fanartikeln herumschlagen willst, nimmst du die tausend Dollar und bist glücklich. Oder ich kann es auch einfach als gemeinnützige Arbeit deklarieren.«

»Wirst du die ganze Zeit so sein? Ein unnachgiebiger Arsch?«