Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Zwei Männer. Eine Küche. Und ein Rezept für das ganz große Gefühl. Haruki ist chaotisch, laut und der ungekrönte König des charmanten Durcheinanders. Akihiko dagegen lebt für Präzision, Schweigsamkeit und perfekt geschnittene Julienne-Streifen.!
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 77
Veröffentlichungsjahr: 2025
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Haruki ist chaotisch, laut und der ungekrönte König des charmanten Durcheinanders.
Akihiko dagegen lebt für Präzision, Schweigsamkeit – und perfekt geschnittene Julienne-Streifen. Was als knisternde Reibung im exklusiven Tokioter Eventrestaurant HANABI beginnt, entwickelt sich bald zu einer köstlich langsamen Annäherung zwischen Sarkasmus, Sojasoße und Sehnsucht.
Zwischen flirtgeladenem Küchenstress, familiären Fettnäpfchen, einer Auszeit in Paris und der wohl schrägsten Hochzeitsvorbereitung Tokios wächst eine Beziehung, die nicht nur Herz, sondern auch Magen berührt.
Eine Liebesgeschichte, so süß-salzig wie eine Teriyaki-Glasur – voller Biss, Wärme, Humor und dem Mut, sich ganz hinzugeben.
Für alle, die an das große Gefühl glauben – auch wenn es erst durch ein bisschen Chaos geht.
Prolog!
Willkommen im Chaos Haruki!
Kaffeflecken und Kontrollverlust!
Von Eiern und Eitelkeiten!
Süßes Desaster auf Dessertniveau!
Zwischen Flammen und Flüstern!
Ein Tag im Park und andere Naturkatastrophen!
Sous-Chef mit Herzinfarktpotenzial!
Mehr als ein Menü!
Der Morgen danach und davor!
Frühstück mit Hindernissen!
Kirschblütenküsse und Karaoke-Katastrophen!
Von Blüten und Bekenntnissen!
Zwischen Teigwaren und Tiefpunkten!
Der Geschmack voll Nähe!
Eifersucht mit Sojasoße!
Das,wasbleibt,wenn der Tag vorbei ist!
Kulinarisches Chaos mit Fesselwirkung!
Frühstück nach Bondage!
Zwischen Ramen und Realitätscheck!
Zwischen Klingen und Kompromissen!
Familienrezepte und Fremdschämfaktor!
Sushi,Schuldgefühle und ein Stück Normalität!
Der Duft von Veränderung!
Abschied mit Beigeschmack!
Sehnsucht schmeckt nach Sojasauce!
Wenn Heimkommen ein Ja bedeutet!
Und plötzlich war es immer!
Nachwort!
Tokio war laut. Es rauschte, blinkte, vibrierte – eine Stadt, die nie fragte, ob du bereit warst. Sie nahm dich, warf dich in eine U-Bahn, presste dich zwischen Koffein und Kimonos, zwischen Menschenmengen und Mitternachtssnacks, und sagte: *Mach was draus.* Ich war Kellner. In einem Restaurant, das mehr Theaterbühne als Küche war. Mein Leben bestand aus Bestellungen, Serviettenkunst und dem Gefühl, dass immer etwas fehlte – obwohl nie etwas wirklich kaputt war. Bis ich ihm begegnete. Akihiko war alles, was ich nicht war: strukturiert, leise, messerscharf. Ein Mann, der mit Blicken schneidete und mit Worten sparte. Der seine Emotionen hinter Edelstahl versteckte und seine Sehnsucht in perfekt angerichteten Tellern servierte.
Und trotzdem – oder gerade deshalb – zogen wir uns an wie Kontraste in einem Manga, der viel zu spät romantisch wird. Ich wusste nicht, wie es begann. Mit einem Streit über eine falsch gelieferte Dessertplatte? Mit einem zufälligen Schulterstupser in der Teeküche? Oder mit dem Moment, in dem ich zum ersten Mal sah, wie seine Stirn sich entspannt, wenn er denkt, ihn beobachte niemand? Ich wusste nur: Ich wollte mehr davon. Von ihm. Vom uns. Und bevor ich es aussprechen konnte, war ich mittendrin – in einem Rezept, das niemand aufgeschrieben hatte.
Tokio. Frühling. Kirschblüten segelten durch die Luft wie übermütige Konfetti, die irgendein betrunkener Gott über der Stadt verstreut hatte. Auf den Straßen strömten die Menschen zwischen leuchtenden Werbetafeln und bimmelnden Ampeln hindurch, als wären sie Teil eines riesigen, atemlosen Choreografieexperiments. Und mittendrin: Ich. Haruki Saitō. 24 Jahre alt, Träumer, Teilzeitchaot, frisch gebackener Kellner – und ungefähr so bereit für mein erstes Arbeitstraining im Eventrestaurant *HANABI* wie ein Hamster für eine Steuerprüfung. Ich stand also vor dem Eingang des *HANABI*, einem architektonischen Schmuckstück aus Stahl, Glas und einem egozentrischen Zen-Garten, der mehr Platz beanspruchte als meine gesamte Wohnung. Ich rückte meine Krawatte zurecht, was nur bewirkte, dass sie sich noch schiefer anfühlte. Ich schwitzte. Überall. Nicht vor Hitze – es war angenehm frühlingshaft – sondern vor Panik.
Die Tür glitt auf. Ich trat ein. Und wurde direkt von einem Tablett am Kopf getroffen.
„Willkommen in der Hölle“, sagte eine Stimme, die so tief und seidenweich war, dass man sie in Flaschen hätte abfüllen und als Aphrodisiakum verkaufen können.
Ich taumelte zurück, hielt mir die Stirn und blinzelte nach oben – und in das ungnädige Gesicht eines Mannes, der vermutlich selbst im Pyjama noch wie ein Vogue-Cover aussehen würde. Dunkles Haar, streng zurückgebunden. Augen wie schwarzer Kaffee ohne Zucker. Und ein Ausdruck, der sagte: *Du bist nicht nur zu spät, du bist auch ein Fehler der Menschheitsgeschichte.*
„Du bist Haruki, nehme ich an“, sagte er.
„Äh – ja? Also, ich meine, ja! Genau. Der Neue.“
„Ich bin Akihiko. Sous-Chef. Du arbeitest in meinem Team. Und du stehst im Weg.“
Ich wich zur Seite. Er ließ das Tablett sinken, das er offenbar einem anderen Kellner an den
Kopf werfen wollte – schade, dass ich dazwischengekommen war.
„Schon mal Tablett getragen?“, fragte er.
„Na ja, also, ich hab mal bei meiner Schwester
beim Umzug geholfen...“
Er sah mich an, als hätte ich gerade laut erklärt, dass ich als Kind Klebstoff getrunken hätte. Was-zugegeben-nicht völlig abwegig war.
„Folg mir.“
Ich stolperte hinter ihm her durch ein Labyrinth aus Gängen, Dampf und Stimmen.
Das *HANABI* war wie ein Bienenstock – elegant, effizient und voller Menschen, die aussahen, als hätten sie in ihrer Freizeit Bewerbungsvideos für Kochshows gedreht.
„Das ist deine Uniform“, sagte Akihiko und warf mir ein Hemd entgegen. Ich fing es nicht.
Natürlich nicht. Es landete auf meinem Gesicht.
„Danke“, murmelte ich durch Baumwolle.
„Anziehen. Jetzt.“ Ich verschwand in die Umkleide. Mein Herz klopfte wie wild.
Nicht nur wegen der Blamage – sondern auch wegen dieses Akihiko. Er war gefährlich. So jemand, der dir einen Blick zuwirft und damit sowohl deinen Blutdruck ruiniert als auch deinen Orientierungssinn.
Wenig später stand ich wieder vor ihm – jetzt in Uniform. Akihiko musterte mich.
Seine Miene blieb unbewegt, aber ich schwöre, ich sah, wie eine Augenbraue zuckte. Vielleicht war es auch nur ein Lidschlag. Bei ihm war selbst das dramatisch. „Du wirst dem Barbereich zugewiesen. Rei zeigt dir alles.“ Rei war – sagen wir – schwer zu übersehen. Groß, extravagant, geschminkt wie eine Drag Queen, die gerade vom Laufsteg kam, und mit einem Lächeln, das sowohl versprechen als auch drohen konnte.
„Oh, süßer Frischling!“, rief Rei. „Na komm mal her und lass dich in die große bunte Welt der Cocktails und Gäste einführen. Und keine Sorge – wenn du dich blamierst, tu’s mit Stil.“
„Das ist mein Plan“, sagte ich – und verliebte mich ein bisschen in ihren Wahnsinn.
Die nächsten Stunden waren ein Rausch aus Servietten falten, Gläser polieren, Gäste anlächeln (auch wenn sie nach Seetang rochen) und Rei, die mit einer Mischung aus Broadway und Katastrophenschutz alles kommentierte. Akihiko schwebte gelegentlich vorbei, korrigierte hier einen Teller, da eine Haltung, und jedes Mal wurde mir heiß – nicht nur im Gesicht.
Am Ende des Abends hatte ich einen Muskelkater in der Seele und einen halbvollen Cocktailshaker in der Jackentasche – und keine Ahnung, wie das passiert war.
„Du hast überlebt“, sagte Akihiko, als ich mich in der Küche verabschieden wollte.
„War knapp. Ich glaub, ich hab mir einen Muskel am Ohr gezerrt.“
Sein Blick war unergründlich. Dann – ganz kurz – huschte ein Lächeln über seine Lippen. Winzig. Aber da. „Sei morgen pünktlich.“ Ich grinste. „Nur wenn du das Tablett diesmal nicht auf mich wirfst.“ Er wandte sich ab, aber ich sah, wie seine Schultern ein wenig zuckten. Vielleicht vor Lachen.
Vielleicht vor Wut. Vielleicht beides. Und so endete mein erster Tag im *HANABI*. Mit Muskelkater, Cocktailatem und einem Sous-Chef, der mich entweder umbringen oder ausziehen wollte. Der Frühling in Tokio hatte definitiv mehr zu bieten als Blüten und Allergien.
Tokio schlummerte noch unter einer Decke aus Kirschblüten und Morgendunst, als ich mich – mit exakt drei Stunden Schlaf, einem zu starken Kaffee und exakt null Orientierung – auf den Weg ins *HANABI* machte. Meine Uniform war frisch gebügelt, mein Herz flatterte wie ein hyperaktives Spatzenbaby, und meine Frisur... nun ja, meine Frisur sah aus, als hätte ich mit einer Steckdose geflirtet.
Aber hey, ich war pünktlich. Sogar fünf Minuten zu früh. Wer hätte gedacht, dass ich das mal freiwillig hinkriege?
Ich betrat das Restaurant, wo alles bereits wieder vibrierte vor Energie – Akihikos Energie. Der Mann war wie eine Naturgewalt mit Thermometer: scharf, gefährlich und absolut unvorhersehbar.
„Du bist früh“, sagte er, ohne aufzublicken, während er kunstvoll ein Dutzend Jakobsmuscheln filettierte. Natürlich. Weil normale Menschen morgens ihre Cornflakes essen – und Akihiko zerlegt Weichtiere mit chirurgischer Präzision.
„Ich hab Albträume gehabt, in denen du mich mit einem Flambierbrenner verfolgst“, murmelte ich.
„Angemessene Reaktion.“
Ich schwöre, er sagte das ohne jeden Anflug von Ironie.
Rei tauchte auf wie ein Feenprinz aus einer schrägen Disney-Produktion. In Gold. Mit Glitzerlipgloss. „Oh, unsere kleine Frühstücksbanane ist da! Bereit, den Tag zu entehren?“
„Bereit, alles zu tun, was mich nicht ins Gefängnis bringt.“
Rei legte mir dramatisch die Hand auf die Schulter. „Kind, das war ein Ja. Komm. Wir üben Latte Art.“
Zehn Minuten und einen explodierten Milchschaum später hatte ich die Hälfte meines Oberkörpers mit Kaffee getränkt. Ich roch wie ein Espresso, der bei Starbucks abgewiesen wurde.
„Du bist jetzt offiziell ein Barista“, sagte Rei.
„Oder zumindest ein Getränk.“
Und dann – natürlich – kam Akihiko vorbei.
Sein Blick glitt von meinem Gesicht zu meinem durchweichten Hemd. „Brauchst du Hilfe beim Anziehen? Oder war das Teil deines Flirtversuchs?“
„Du würdest es merken, wenn ich flirte.“
„Ich hoffe nicht.“
Touché.
