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Ein Ratgeber nicht nur für angehende Trader, der Ihnen zeigt, wie Sie souverän auf dem Börsenparkett agieren, mentale Stärke entwickeln und typische Fehler vermeiden. Das Buch erklärt, warum Menschen eigentlich nicht zum Traden gemacht sind, wie das menschliche Gehirn tickt und wie man mithilfe von Erkenntnissen aus den Neurowissenschaften und der modernen Psychologie sich selbst und sein Verhalten bei der Geldanlage besser versteht. Sie finden den zu Ihrer Persönlichkeit passenden Trading-Stil, der Ihre Stärken zur Geltung bringt. Das Ziel: mit passgenauen Techniken und mentalen Tricks emotionale Fallen umschiffen und die entscheidenden Schritte auf dem Weg zum erfolgreichen Trader machen!
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Seitenzahl: 370
Veröffentlichungsjahr: 2020
Trading-Psychologie für Dummies
Sie wundern sich, warum es so schwer ist, an den Börsen beständig Geld zu verdienen? Die Erklärung ist so einfach wie ernüchternd: Es ist der Faktor Mensch mit seinen genetischen Veranlagungen. Die neuronale Struktur des menschlichen Gehirns ist das Ergebnis unserer evolutionären Entwicklung. Denk- und Verhaltensmuster, wie zum Beispiel der tief verwurzelte Kampf-Flucht-Reflex, beeinflussen noch heute Ihre Entscheidungen an den Finanzmärkten. Von Natur aus sind Sie nicht gut geeignet für das Trading. Aber Sie können es lernen. Das menschliche Gehirn ist wandelbar und entwicklungsfähig. Sie können die mentalen Voraussetzungen für hirngerechtes Trading erlernen. Mit dem richtigen Mindset erkennen und vermeiden Sie Fehler frühzeitig. Die bahnbrechenden Erkenntnisse der modernen Neurofinance-Forschung weisen Ihnen den Weg zu den Erfolgsfaktoren für hirngerechtes und damit erfolgreiches Trading.
Erfolgreiches Trading hängt davon ab, wie konsequent Sie üben und trainieren. Ein Demokonto erleichtert Ihnen das Testen Ihrer Strategien, mit Paper Trading trainieren Sie Abläufe und Prozesse so lange, bis Sie diese automatisch abrufen können. Die Vorteile reibungsloser Trading-Prozesse und fester Regeln im Trading liegen auf der Hand und beugen emotional geprägten Fehlentscheidungen vor. Ganz nebenbei lernen Sie Techniken der Musterkennung. Es gibt einerseits Markt- und Kursmuster, andererseits emotional geprägte Denk- und Verhaltensmuster. Sie lernen, Ihre Gewinnchancen zu verbessern bei gleichzeitiger Begrenzung Ihrer Verlustrisiken.
Sie haben Prozesse aufgebaut und Ihr Trading systematisiert. Sie handeln ausschließlich Ihre getesteten und bewährten Strategien.Sie fokussieren sich auf Gewinne und die Ziele, die Sie erreichen wollen und haben für jeden Trade ein Gewinnziel definiert.Sie haben in Ihrem tiefsten Inneren Verluste akzeptiert und als Lernchance angenommen. Sie begrenzen Ihre Verluste konsequent mit Stopps.Es gibt eine Vielzahl von Methoden und Techniken, die Ihnen helfen, Ihre Persönlichkeit als Trader weiterzuentwickeln sowie emotional souverän und mental stark an den Märkten zu agieren. Ein wichtiger fachlicher und psychologischer Baustein ist das Führen eines Trading-Tagebuchs. Es ist der Schlüssel zu Ihrer persönlichen Weiterentwicklung. Sie lernen, psychologische Muster zu erkennen und zu lösen. Mit all dem Wissen finden Sie den zu Ihrer Persönlichkeit passenden Trading-Stil. Ein weiterer wichtiger Baustein sind Selbstcoaching-Techniken. Alle Übungen haben zum Ziel, Ihnen mentale Strategien an die Hand zu geben, Verluste, Stress- und Angstzustände besser zu bewältigen.
Sie können Ihre Charaktereigenschaften und Ihre Kompetenzen gut einschätzen und haben in der Simulation den zu Ihnen passenden Trading-Stil gefunden.Sie nutzen ein Trading-Tagebuch zur Fehleranalyse, zur Selbstreflexion, zur fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung.Sie traden ausschließlich in einem emotional ausgeglichenen Zustand.Es ist nicht leicht, kluge und durchdachte Entscheidungen im Trading zu treffen. Wichtig ist es, die unbewussten Prozesse der Entscheidungsfindung zu kennen und Strategien zu entwickeln, wie Sie mit der Störanfälligkeit besser umgehen können. Wenn Sie die evolutionäre Entwicklung Ihres Gehirns verstanden haben, können Sie irrationale Denk- und Verhaltensmuster frühzeitig erkennen und vermeiden. Die Erfahrung zeigt, dass sich die meisten Trader von Natur aus irrational und voreingenommen verhalten. Die Behavioral-Finance-Forschung liefert hierzu spannende Erkenntnisse. Systematische Fehleinschätzungen, Wahrnehmungsverzerrungen und eine ausgeprägte Herdenmentalität haben mitunter gravierende Folgen.
Trading-Psychologie für Dummies
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
1. Auflage 2021
© 2021 Wiley-VCH GmbH, Weinheim
Wiley, the Wiley logo, Für Dummies, the Dummies Man logo, and related trademarks and trade dress are trademarks or registered trademarks of John Wiley & Sons, Inc. and/or its affiliates, in the United States and other countries. Used by permission.
Wiley, die Bezeichnung »Für Dummies«, das Dummies-Mann-Logo und darauf bezogene Gestaltungen sind Marken oder eingetragene Marken von John Wiley & Sons, Inc., USA, Deutschland und in anderen Ländern.
Das vorliegende Werk wurde sorgfältig erarbeitet. Dennoch übernehmen Autoren und Verlag für die Richtigkeit von Angaben, Hinweisen und Ratschlägen sowie eventuelle Druckfehler keine Haftung.
Coverfoto: © Andrey Popov / stock.adobe.comKorrektur: Johanna Rupp, Walldorf
Print ISBN: 978-3-527-71716-3ePub ISBN: 978-3-527-82682-7
Roland Ullrich, geboren und aufgewachsen in Köln am Rhein, hat 20 Jahre bei Investmentbanken in Frankfurt, London und New York im institutionellen Aktiengeschäft gearbeitet. Er war fünf Jahre an der Wall Street tätig. Zuletzt verantwortete er das globale Aktiengeschäft einer in Frankfurt ansässigen Großbank. Seit zehn Jahren berät er private wie professionelle Anleger und Trader, schreibt Fachbeiträge, hält Vorträge und leitet Seminare zu den Themen Trading-Psychologie und hirngerechte Börsenstrategien.
Roland Ullrich hat Volkswirtschaftslehre an der Universität Bonn studiert und 1990 mit dem Diplom abgeschlossen. Seit 2000 ist er als Chartered Financial Analyst (CFA) qualifiziert. Er verfügt über Ausbildungen als hypnosystemischer Berater und Coach (Milton-Erickson-Institut Heidelberg). Er ist zertifizierter Persönlichkeits- und Kompetenztrainer (MSA®, KODE®). Und er ist Business Trainer für systemische Strukturaufstellungen in Unternehmen (SySt-Institut München) sowie NLP-Coach (kikidan Institut Berlin).
Tradern und Anlegern zu helfen, besser mit Geld umzugehen und erfolgreich an den Finanzmärkten zu investieren, ist ein besonderes Anliegen von Roland Ullrich. Er kombiniert die spannenden Forschungsergebnisse der modernen Neurofinance, der Behavioral-Finance und der kognitiven und systemischen Psychologie mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung an den internationalen Finanzmärkten.
Roland Ullrich ist stolzer Vater von vier mittlerweile erwachsenen Söhnen und lebt in Frankfurt am Main.
Cover
Titelblatt
Impressum
Über den Autor
Einführung
Über dieses Buch
Konventionen in diesem Buch
Was Sie nicht lesen müssen
Törichte Annahmen über den Leser
Wie dieses Buch aufgebaut ist
Symbole, die in diesem Buch verwendet werden
Wie es weitergeht
Teil I: Der souveräne Trader
Kapitel 1: Hirngerechtes Trading
Warum wir Menschen eigentlich nicht zum Traden geschaffen sind
Typische menschliche Verhaltensmuster verstehen
Kenntnisse aus den Neurowissenschaften clever nutzen
Kapitel 2: Mentale Stärke entwickeln
Mentale Vorbereitung
Die Stressfalle im Trading umgehen
Resilienter werden
Der Weg ist das Ziel: kontinuierliche Verbesserungsprozesse
Emotionen als Informationsquelle annehmen
Teil II: Leitfaden zum erfolgreichen Trade
Kapitel 3: Ihr persönliches Trading-System entwickeln
Demokonto: Ihre Strategien testen und verbessern
Mustererkennung: Übung macht den Meister
Ihre Stärken im Trading kennen und ausbauen
Veränderungskompetenz
Eignungsdiagnose: Eigenschaften und Kompetenzen
Vorsicht Autopilot: Routiniert flexibel bleiben
Kapitel 4: Die praktische Umsetzung Ihrer Handelspläne
Intelligentes Chancenmanagement
Gier: Die Biologie des Verlangens
Verlustmanagement: Die Trader-Psyche am Limit
Teil III: Emotionale Souveränität
Kapitel 5: Trading als Persönlichkeitsentwicklung
Ein Trading-Tagebuch führen
Die Trader-Persönlichkeit: Wer sind Sie?
Trading als Teamsport: Den Tunnelblick vermeiden
Kapitel 6: Mentales Selbstcoaching in der Praxis
Selbsthypnose: Ihr Unterbewusstsein als Verbündeter im Trading
Selbstgespräche und der innere Dialog im Trading
Kapitel 7: Die Psychologie der Verlustverarbeitung
Psychologische Auswirkungen von Verlusten
Mentale Strategien zur Verlustbewältigung
Kapitel 8: Mentaltechniken zur Stress- und Angstbewältigung
Körper und Geist in Einklang bringen
Beobachterposition: Die Vogelperspektive einnehmen
Ankern: Den Ruhepol finden
Visualisierung: Bilder im Kopf
Teil IV: Entscheidungen sicher treffen
Kapitel 9: Die verschlungenen Pfade der Entscheidungsfindung entwirren
Systematische Wahrnehmungsstörungen erkennen
Bei Informationsüberfluss den Überblick behalten
Erzählen Sie doch keine Geschichten!
Kapitel 10: Faustregeln aus der Kiste der Evolution nutzen
Mentale Abkürzungen bei Stress und Zeitdruck
Kognitive Dissonanz: Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt…
Kapitel 11: Die richtige Entscheidungsbasis im Trading finden
Der Dispositionseffekt: Warum Anleger an Verliereraktien festhalten und Gewinneraktien zu früh verkaufen
Der Momentum-Effekt
Pyramidisieren: Das Erfolgsgeheimnis
Wenn Verlustängste uns den Verstand rauben
Teil V: Fehlverhalten vermeiden
Kapitel 12: Offensichtliche Fehleinschätzungen vermeiden lernen
Die Fixierung auf Referenzpunkte
Die flexible Risikoeinstellung
Der Framing-Effekt: Wie die Art der Darstellung unsere Risikowahrnehmung bestimmt
Wahrscheinlichkeiten richtig einschätzen
Die Verfügbarkeitsheuristik: Wenn Bilder aus der Vergangenheit Sie einholen
Die Angst vor dem Unbekannten: was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht…
Home Bias: Zu Hause ist es am schönsten!
Besitzstandsdenken: Die Wertpapiere in meinem Depot gehören mir!
Der Status-quo-Effekt: Es bleibt so wie es ist!
Kapitel 13: Kollektives Fehlverhalten an der Börse
Herdenverhalten wie in der Steinzeit
Vorsicht Ansteckungsgefahr!
Das Problem der Nachrichtenflut
Die Entdeckung der Langsamkeit
Kapitel 14: Das Ego im Trading in den Griff bekommen
Aus Fehlern lernen?
Die Kontrollillusion: Alles im Griff?
Selbstzuschreibung: Hochmut kommt vor dem Fall
Der Rückschau-Effekt
Selbstüberschätzung
Der Optimismus-Effekt
Kapitel 15: Angst – Ihr ständiger Begleiter im Trading
Die Übermacht der Emotionen
Ängste im Trading erkennen
Wege aus der Angstfalle
Reueaversion: Die Angst vor dem Bedauern
Teil VI: Der Top-Ten-Teil
Kapitel 16: Zehn vermeidbare Psychofallen im Trading
Demokonto? Zeitverschwendung, wer braucht das schon….
Pläne und Regelwerk? Ein Graus, ich will flexibel und intuitiv reagieren können…
Ihr Ego: Der Störenfried im Hinterstübchen
Ihre Ziele im Trading-Geschäft?
Sie brauchen das Geld und können sich keine Verluste erlauben
Revenge Trading: Ich will mein Geld zurück…
Overtrading: Falsch verstandener Hochfrequenzhandel
Doubling Down: Die gefährliche Strategie des Verbilligens
Frühzeitige Gewinnmitnahmen
Gegen den Trend
Kapitel 17: Zehn Erfolgsgeheimnisse mental überlegener Trader
Die richtige innere Einstellung zum Trading gewinnen
Prozessorientiert traden
Dem Kapitalschutz Ihres Trading-Kontos Priorität geben
Mentales Verlustmanagement betreiben
Mentales Chancenmanagement ausüben
Demütig dem Markt gegenüber werden
Verantwortung übernehmen
Ein Trading-Tagebuch führen
Ihren persönlichen Trading-Stil finden
Die Balance zwischen Kognition und Emotion halten
Kapitel 18: Zehn Grundregeln für den perfekten Trading-Tag
Mit der fachlichen Tagesplanung beginnen
Unerwartete Szenarien einplanen
Risiken vorausschauend steuern
Relevante Informationen filtern
Mental vorbereitet sein
Parameter im Blick haben
Laufende Trades professionell managen
Emotionen vorausschauend kontrollieren
Den Trading-Tag auswerten
Aus Fehlern lernen und sich weiterentwickeln
Stichwortverzeichnis
End User License Agreement
Kapitel 4
Tabelle 4.1: Wahrscheinlichkeit von Verlustserien bei einer Trefferquote von 50 P...
Tabelle 4.2: Drawdown und erforderlicher Gewinn zum Verlustausgleich
Kapitel 3
Abbildung 3.1: Anforderungsprofil für Trader, Quelle: Kode GmbH
Abbildung 3.2: Kompetenzatlas
zum Anforderungsprofil für Trader, Quelle: Kode Gm...
Abbildung 3.3: Das Motivprofil im grafischen Überblick, Quelle: MSA Motivation S...
Kapitel 4
Abbildung 4.1: Der Teufelskreis im Trading
Kapitel 5
Abbildung 5.1: Das Trading-Tagebuch. Seite 1. In Anlehnung an: LR Thomas, Tradin...
Abbildung 5.2: Das Trading-Tagebuch. Seite 2. In Anlehnung an: LR Thomas, Tradin...
Abbildung 5.3: Der goldene Kreis
Kapitel 11
Abbildung 11.1: Pyramidisieren im Aufwärtstrend mit Long-Positione...
Abbildung 11.2: Pyramidisieren im Abwärtstrend mit Short-Positione...
Cover
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Trading-Psychologie, das heißt die psychologischen Grundlagen des Wertpapierhandels werden gemeinhin sehr unterschätzt. Dabei entscheiden Ihre Emotionen und Ihr mentaler Zustand über Erfolg oder Misserfolg im Trading-Geschäft. In Fachkreisen ist man sich einig: Trading ist 80 Prozent Psychologie und 20 Prozent Methodik. Trading ist eine Charakterfrage.
Trading, der kurzfristige Handel mit Wertpapieren, Rostoffen, Währungen und Finanzderivaten wird immer populärer. Discount-Broker haben seit 2020 weltweit ungeahnten Zulauf. Aktienhandel kinderleicht gemacht mit Trading-Apps, lautet das Versprechen. Das übt eine gewisse Anziehungskraft auf die jüngeren unerfahrenen Generationen aus und animiert zum Zocken. Doch Vorsicht: Wenn Sie den Adrenalinkick suchen und glauben, mit gehebelten Produkten schnell reich zu werden, dann erleiden Sie über kurz oder lang Schiffbruch. Trading ist ein anspruchsvolles Business und erfordert sehr viel Geduld und Disziplin. Und einen klaren Kopf. Ohne Plan, Strategie und Prozesse haben Sie keine Chance.
Zur Begriffsklärung, damit keine Missverständnisse entstehen: Als Trader werden in diesem Buch private Anleger bezeichnet, die selbstständig und auf eigenes Risiko an der Börse ihr eigenes Geld einsetzen. Und zwar auf kurze Frist. Die Zeitspanne reicht von wenigen Minuten (englisch scalping) bis hin zu wenigen Wochen (englisch position trading).
Trading ist im Grunde das Gegenteil von einer langfristigen Geldanlage. Sie suchen den kalkulierten kurzfristigen Profit. Wenn Sie mit regelmäßigen Beiträgen auf ein Aktiendepot einzahlen, um zum Beispiel für Ihr Alter vorzusorgen, sind Sie ein langfristiger Anleger, kein Trader. Es kann durchaus vorkommen, dass aus einer Trading-Position eine langfristige Anlage wird, weil Sie möglicherweise einen Verlust nicht realisieren wollen und die Position kurzerhand mental umbuchen. Aber dazu an geeigneter Stelle in diesem Buch mehr. Lassen Sie sich etwas auf die Folter spannen.
Börse ist Psychologie und Trading ist Psychologie unter einem Brennglas. Ob limitierende Glaubenssätze, Selbstzweifel und mangelnde Selbstkontrolle, unverarbeitete traumatische Erlebnisse aus der Vergangenheit, negative Selbstgespräche und schädliche Denk- und Verhaltensmuster, alles kommt über kurz oder lang ans Tageslicht. Trading ist ein sehr kostspieliges Arbeiten an der eigenen Persönlichkeit. Sie riskieren schließlich Ihr eigenes, womöglich teuer erspartes Geld. Die meisten scheitern daran. Laut Statistiken verdienen über 90 Prozent aller privaten Trader an der Börse kein Geld. Die Mehrzahl davon schließt bereits nach wenigen Monaten entnervt ihr Trading-Konto. Oftmals mit Totalverlust. Vor allem im kurzfristigen Bereich ist die Erfolgsquote gering.
Wenn Sie sich selbst nicht kennen, ist die Börse ein teurer Ort, um es herauszufinden, lautet eine alte Börsenweisheit. Diejenigen Trader, die es schaffen erfolgreich zu werden, haben mitunter sehr viel Lehrgeld gezahlt. Und eine emotionale Achterbahnfahrt hinter sich. Sie sind über sich selbst hinausgewachsen. Der Aufwand lohnt sich, wie Ihnen erfahrene Trader gerne bestätigen. Es ist die finanzielle Freiheit, die Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit, die keiner mehr freiwillig hergeben will.
Wenn Sie sich lange genug mit Trading beschäftigt haben, werden Sie feststellen, dass es immer wieder die gleichen Probleme sind, die Ihnen den Verstand rauben: Verlustbewältigung, Ängste, Gier, Disziplinlosigkeit, Kontrollverlust, Stress, mentale Überforderung oder Selbstüberschätzung. Und alles ist eine Folge der Besonderheiten an den Finanzmärkten, mit denen Sie alle zu kämpfen haben: Ungewissheit, Volatilität, Übertreibungen, kaum sichtbare Akteure, automatisierte Programme und Algorithmen. Kursbewegungen sind weder vorhersehbar noch kontrollierbar und zufälliger als Sie glauben.
Als einzelner Trader bewegen Sie die Märkte nicht. Sie haben keinen Einfluss auf das Marktgeschehen. Was bleibt ist die Arbeit mit Wahrscheinlichkeiten und Mustern. Alles was Sie ändern können, ist Ihre Wahrnehmung der Märkte, Ihre Einstellung und Ihre Sichtweise. Sie kontrollieren, was in Ihrer Macht steht: sich selbst. Sie bewahren einen klaren Kopf. So entsteht mentale Stärke.
Lassen Sie niemals zu, dass die Märkte die Kontrolle über Sie und Ihre Trader-Psyche übernehmen. Die Prozessorientierung und ein festes Regelwerk schützen Sie vor Kontrollverlust. Der Schutz Ihres Depots hat oberste Priorität.
Unser evolutionäres Erbe wiegt schwer, von Natur aus sind wir für das Trading nicht sonderlich gut geeignet. Das menschliche Gehirn ist nicht dafür gemacht, erfolgreich an Finanzmärkten zu agieren. Die Gesetze der Börse widersprechen unseren natürlich erlernten Denk- und Verhaltensweisen. Umso wichtiger ist es deshalb, dass Sie zum Selbstschutz Ihr Trading systematisieren und feste Abläufe installieren.
Sie entwickeln sich als Trader weiter, wenn Sie herausgefunden haben, was Sie kontrollieren können, was Sie ändern müssen und warum. Welche Ziele verfolgen Sie mit dem Trading? Welche Erwartungen haben Sie? Welcher Trading-Stil passt zu Ihrer Persönlichkeit? Erst dann widmen Sie sich der Frage, wie und mit welchen Methoden Sie vorgehen wollen. Die Herausforderung beim Trading liegt auf der psychologischen Ebene. Handelsplattformen und Systeme sind wichtig, entscheiden aber nicht über Ihren Erfolg. Sie alleine sind dafür verantwortlich, was Sie im Trading verdienen, nicht die Technik, nicht die Systeme und auch nicht die Märkte.
Dieses Buch über Trading-Psychologie ist kein theoretisches Fachbuch, sondern ein praktisches Sachbuch mit Rat gebendem Charakter. Mit vielen Beispielen, konkreten Aufgaben und nützlichen Übungen werden Ihnen die psychologischen Grundlagen vermittelt, damit Sie den besonderen Anforderungen im Trading gewachsen sind. Gerade Anfänger unterschätzen die psychologischen Belastungsfaktoren im Trading. Das schnelle Geld an der Börse zu verdienen, ist sehr verlockend, aber wenig realistisch, wie die Statistiken belegen. Ich will Ihnen mit diesem Buch viele schmerzhafte und kostspielige Erfahrungen ersparen. Sie bekommen von mir das mentale Rüstzeug für hirngerechtes und erfolgreiches Trading.
Trading ist ein knallhartes Geschäft, das Fehler und Schwächen sofort bestraft. Sie spielen von Anfang an in der Champions League. Ob Profi oder Amateur, Sie alle tummeln sich in den gleichen Märkten. Egal in welchem Markt Sie aktiv sind, Sie bewegen ihn nicht. Andere, die großen professionellen Akteure, machen die Kurse. Das soll Sie Demut lehren, aber nicht allzu sehr einschüchtern. Denn Sie sind flexibel, unterliegen keinen Investitionsrichtlinien oder anderen Sachzwängen und Beschränkungen. Ihre Nische macht Ihnen niemand streitig. Sie traden unter dem Radar der Großanleger und können davon profitieren.
Dieses Buch richtet sich an alle Marktteilnehmer. Ob kurzfristiger Trader oder langfristiger Anleger, die psychologischen Auswirkungen betreffen Sie alle, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Sie profitieren davon, wenn Sie verstanden haben, wie verzerrt und voreingenommen Sie mitunter Finanzentscheidungen treffen. Und wie sehr Ihre Performance im Trading von Ihrem emotionalen Zustand abhängt.
Nach der Lektüre dieses Buches
wissen Sie möglicherweise, ob Trading etwas für Sie ist oder nicht.
haben Sie erfahren, welche Charaktereigenschaften und Kernkompetenzen im Trading benötigt werden.
kennen Sie die mentalen Selbstcoaching-Techniken und wissen, wie Sie psychische Widerstandskraft und mentale Stärke aufbauen.
haben Sie verstanden, dass Trading Persönlichkeitsentwicklung ist.
Trading-Psychologie für Dummies schließt den Kreis in der Serie über Trading und Börse. Die Quadriga, das Vierergespann, ist nun komplett. Nach Aktien für Dummies, Börsenstrategien für Dummies und Trading für Dummies halten Sie nun das fehlende Bindeglied in den Händen. Die Psychologie betrifft alle Marktteilnehmer und verbindet alle vier Bücher.
Das Buch ist so praxisnah und realistisch geschrieben wie es das Thema Trading-Psychologie erlaubt. Komplizierte oder ausführliche wissenschaftliche Erklärungen habe ich versucht zu vermeiden. Sie sehen mir hoffentlich nach, dass die Ausführungen über die spannenden Erkenntnisse der modernen Hirnforschung phasenweise etwas theoretisch anmuten. Die Neurofinance ist mein Steckenpferd. Kleiner Tipp am Rande: Die theoretischen Passagen finden Sie zumeist in den grauen Kästchen mit dem Symbol Techniker.
Fachbegriffe werden zunächst in kursiver Schreibweise eingeführt und anschließend erklärt. Anglizismen und englischsprachige Fachausdrücke haben sich im Laufe der Jahre im internationalen Börsengeschäft so weit eingebürgert, dass deutsche Übersetzungen mitunter sehr holprig und missverständlich klingen. Es macht wenig Sinn, Begriffe wie »Trading«, »Order«. »Long«, »Short« oder »Drawdown« zu übersetzen.
Ein Ratgeber ist handlungs- und nutzenorientiert von Praktikern für Praktiker geschrieben. Sie finden in diesem Buch keine wissenschaftlichen Abhandlungen oder Diskurse mit Quelleangaben und ausführlichen Fußnoten. Sie können sich trotzdem denken, dass nicht alles in diesem Buch auf meinem Mist gewachsen ist. Grob geschätzt ist das geballte Wissen aus 20 Büchern und 50 Fachbeiträgen in dieses Buch geflossen. Besonders hervorheben möchte ich zwei Experten, die mich wirklich inspiriert haben: Brett Steenbarger, der US-amerikanische Psychologe, Trading-Coach und mehrfache Buchautor, sowie Catherine Stott, die britische Psychologin, Hypnotherapeutin und Buchautorin.
Das Jahr 2020 war das Jahr der Buchquarantäne. Ich habe mich in mein stilles Kämmerlein zurückgezogen und dabei meine alte Vorliebe aus Studententagen für Nachtarbeit wiederentdeckt. Meine Nachbarn haben sich sicherlich gewundert über die einsame Schreibtischlampe, die so manche Nacht einen faden Lichtschimmer auf die dunkle Umgebung warf.
Liebe Leser, ich freue mich über Feedback und Ihre Meinung. Für Anregungen und Korrekturen bin ich dankbar. Teilen Sie Ihre Erfahrungen. Das bietet Stoff für weitere überarbeitete Auflagen. Falls die Themen in diesem Buch Sie ansprechen oder Sie sich an der einen oder anderen Stelle ertappt fühlen und nun mehr wissen wollen, dann schauen Sie auf meiner Internetseite (www.roland-ullrich.com) nach. Sie finden ein reichhaltiges Angebot an Blogbeiträgen, Videos, Coaching- und Seminarangeboten.
Wenn Sie in diesem Buch über Trader, Marktteilnehmer oder Akteure lesen, gilt das selbstverständlich für beide Geschlechter.
Das Buch ist benutzerfreundlich aufgebaut, das heißt, Sie müssen dieses Buch nicht von vorne nach hinten durcharbeiten. Blättern Sie das Buch in Ruhe durch und lesen Sie die Teile und Kapitel, die Sie interessieren. Querverweise leiten Sie im Buch weiter, wenn Sie bestimmte Themen vertiefen wollen. Der modulare Aufbau gibt Ihnen die Möglichkeit, die einzelnen Teile des Buches unabhängig voneinander zu lesen. Das hat natürlich zur Folge, dass es vereinzelt zu Wiederholungen kommt. Wenn Sie das Buch gelesen haben, wissen Sie, dass Wiederholungen der Schlüssel zur Stabilisierung neuronaler Schaltmuster und synaptischer Verbindungen in Ihrem Gehirn sind.
Weglassen können Sie die Texte in den grauen Kästchen. Darin finden Sie weiterführende Informationen, unterhaltsame Geschichten und kurzweilige Anekdoten, die das Buch auflockern sollen.
Da Sie sich offensichtlich für das Thema Trading-Psychologie interessieren, gehe ich davon aus, dass Sie bereits Erfahrungen an der Börse gesammelt haben. Das heißt, Sie haben vermutlich mit Ihrem eigenen Geld Gewinne und auch Verluste gemacht. Möglicherweise haben Sie unwillkürliche Gefühlsausbrüche erlebt. Erfahrungsgemäß haben einige von Ihnen größere Verluste erlitten. Jedenfalls haben Sie alle verstanden, dass die Psychologie eine nicht zu unterschätzende Rolle im Trading spielt.
Es gibt noch weitere Annahmen, die ich über Sie getroffen habe:
Sie wollen verstehen, was in Ihrem Gehirn abläuft, wenn Sie Finanzentscheidungen treffen.
Sie wollen wissen, welchen Einfluss die Evolution auf Ihre Denk- und Verhaltensmuster hat.
Sie finden keinen Weg, Ihre Emotionen in den Griff zu bekommen.
Sie brauchen Unterstützung im Fall von Stress- und Angstzuständen.
Sie wollen lernen, bessere und klügere Entscheidungen treffen.
Sie wollen lernen, vernünftiger mit unvermeidbaren Verlusten umzugehen.
Sie suchen nach Methoden, mentale Stärke und psychische Widerstandskraft im Trading zu entwickeln.
Sie finden keine Strategie, keine Nische und keinen Trading-Stil, der zu Ihnen passt.
Sie wollen wissen, welche Charaktereigenschaften und Kernkompetenzen im Trading wichtig sind.
Sie wollen wissen, ob Trading wirklich etwas für Sie ist.
Dieses Buch hat sechs Teile. Der Aufbau ist verständlich und einfach und soll Ihnen das Navigieren durch das Buch erleichtern. Die Gliederung sieht so aus:
Sie wundern sich, warum es so schwer ist, an den Börsen beständig Geld zu verdienen? Die Erklärung ist so einfach wie ernüchternd: Es ist der Faktor Mensch mit seinen genetischen Veranlagungen. Der erste Teil des Buches erklärt Ihnen den evolutionären Entwicklungsprozess und die neuronale Struktur des menschlichen Gehirns. Mit dieser Grundausstattung müssen Sie zurechtkommen. Ein anderes Gehirn haben Sie nicht. Von Natur aus sind Sie nicht gut geeignet für das Trading. Aber Sie können es lernen. Das menschliche Gehirn ist wandelbar und entwicklungsfähig. Sie können die mentalen Voraussetzungen für hirngerechtes Trading erlernen. Mit dem richtigen Mindset erkennen und vermeiden Sie Fehler frühzeitig. Die bahnbrechenden Erkenntnisse der modernen Neurofinance-Forschung weisen Ihnen den Weg zu den Erfolgsfaktoren für hirngerechtes und damit erfolgreiches Trading.
Erfolgreiches Trading hängt auch davon ab, wie konsequent Sie üben und trainieren. Ein Demokonto erleichtert Ihnen das Testen Ihrer Strategien, mit Paper Trading trainieren Sie Abläufe und Prozesse so lange, bis Sie diese automatisch jederzeit abrufen können. In diesem Teil zeige ich Ihnen, welche Vorteile reibungslose Trading-Prozesse haben und wie Sie von den Übungsplänen profitieren können. Ich führe Sie in die Geheimnisse der expliziten und impliziten Musterkennung ein, der Königsdisziplin im Trading. Sie lernen Ihre Gewinnchancen zu verbessern bei gleichzeitiger Begrenzung Ihrer Verlustrisiken. Ich zeige Ihnen, wie Sie die Auswirkungen von Verlustserien auf Ihre Psyche und Ihr Gesamtdepot in den Griff bekommen.
Sie erhalten in diesem Teil sehr viele praktische Tipps und Hinweise. Die Vielzahl der angebotenen Aufgaben und Übungen soll Ihnen helfen, Ihre Persönlichkeit als Trader weiterzuentwickeln sowie emotional souverän und mental stark an den Märkten zu agieren. Ein wichtiger fachlicher und psychologischer Baustein ist das Führen eines Trading-Tagebuchs. Es ist der Schlüssel zu Ihrer persönlichen Weiterentwicklung. Sie lernen, psychologische Muster zu erkennen und zu lösen. Mit all dem Wissen finden Sie den zu Ihrer Persönlichkeit passenden Trading-Stil. Ein weiterer wichtiger Baustein sind die Selbstcoaching-Techniken. Alle Übungen haben zum Ziel, Ihnen mentale Strategien an die Hand zu geben, Verluste, Stress- und Angstzustände besser zu bewältigen. Sie erfahren, wie Sie sabotierende Glaubenssätze und negative Selbstgespräche verarbeiten können. Sie gewinnen Selbstvertrauen und stärken Ihr Selbstwertgefühl.
In diesem Teil legen Sie die Basis für kluge und durchdachte Entscheidungen im Trading. Sie lernen die unbewussten Prozesse der Entscheidungsfindung kennen und wie Sie mit der Störanfälligkeit besser umgehen können. Wenn Sie die evolutionäre Entwicklung Ihres Gehirns verstanden haben, können Sie irrationale Denk- und Verhaltensmuster frühzeitig erkennen und sich die Faustregeln zunutze machen, die ich Ihnen in diesem Teil vorstellen werde. So finden Sie die richtige Entscheidungsbasis im Trading.
In diesem Teil geht es darum, zu erkennen und zu verstehen, wie irrational und voreingenommen Sie sich mitunter beim Trading verhalten. Die Behavioral-Finance-Forschung liefert hierzu spannende Erkenntnisse. Systematische Fehleinschätzungen, Wahrnehmungsverzerrungen und eine ausgeprägte Herdenmentalität haben zumeist gravierende Folgen. Sie lernen, dieses Fehlverhalten frühzeitig zu erkennen und damit zu vermeiden. Und Sie lernen, besser mit Ihrem Ego umzugehen sowie Ängste und Reuegefühle zu verstehen und zu bearbeiten.
Den Top-Ten-Teil können Sie sich vorstellen als eine Hitliste wichtiger Börsenweisheiten. Es ist ein wesentlicher Bestandteil im Konzept der … für Dummies-Reihe. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit stelle ich Ihnen zunächst zehn vermeidbare Psychofallen im Trading vor, die Sie immer im Kopf haben sollten, wenn Sie traden. Anschließend zeige ich Ihnen zehn Erfolgsgeheimnisse mental überlegener Trader. Wenn Sie diese beherzigen, steht Ihrem Weg zum erfolgreichen Trader womöglich nichts mehr im Weg. Zum Abschluss erkläre ich Ihnen die zehn Grundregeln für den perfekten Trading-Tag.
Es gehört zur Tradition und zum guten Stil in der …für Dummies-Reihe, Symbole zu verwenden. Sie fallen ins Auge und sollen das Buch auflockern. In diesem Buch finden Sie folgende Symbole:
Das, was an den mit diesem Erinnerungssymbol markierten Stellen steht, sollten Sie wissen und sich merken.
Hier finden Sie weiterführende Erklärungen und Hintergrundinformationen.
Das Glühbirnchen weist Sie auf praktische Tipps und Ratschläge hin.
Hier finden Sie anschauliche Beispiele, die dem besseren Verständnis dienen.
Bei diesem Symbol sollten Sie aufpassen und auf die Risikohinweise achten.
Kleine Anekdoten und kurzweilige Geschichten dienen der Erheiterung.
Hier werden Begriffe und Theorien genauer definiert und erklärt.
Wenn Sie das Aufgaben-Symbol sehen, nehmen Sie Block und Stift zur Hand.
Sie haben nun die »Bedienungsanleitung« für das Buch gelesen und wissen jetzt hoffentlich, auf was Sie sich eingelassen haben. Legen Sie los. Starten Sie in diesem Buch wo immer Sie wollen. Suchen Sie sich die Themen aus, die Sie brennend interessieren. Nutzen Sie das Buch als Nachschlagewerk und Ratgeber. Probieren Sie die angebotenen Techniken und Übungen aus. Es lohnt sich und bringt Sie weiter.
Viel Spaß bei der Lektüre und viel Erfolg bei der Umsetzung in der aufregenden Welt des Tradings.
Teil I
IN DIESEM TEIL …
Sie erfahren, warum der Mensch mit seinen genetischen Veranlagungen solche Schwierigkeiten hat, erfolgreich an Finanzmärkten zu agieren. Die evolutionäre Entwicklung und die neuronale Struktur des menschlichen Gehirns zeigen Ihnen die Möglichkeiten und Grenzen auf, mit denen Sie beim Trading zurechtkommen müssen.Mit dem Wissen und Verständnis Ihrer unbewussten Denk- und Verhaltensmuster lernen Sie die mentalen Voraussetzungen für hirngerechtes Trading kennen. Sie lernen, wie Sie mit dem richtigen Mindset Fehler frühzeitig erkennen und vermeiden können. So treffen Sie kluge Trading-Entscheidungen. Die bahnbrechenden Erkenntnisse der modernen Neurofinanz-Forschung weisen Ihnen den Weg zu den Erfolgsfaktoren für hirngerechtes und damit erfolgreiches Trading.Kapitel 1
IN DIESEM KAPITEL
Evolution und finanzielle EntscheidungsprozesseNeurofinance: Der Blick ins Trader-HirnNeuronale Schaltmuster und biochemische Prozesse verstehenNeuroplastizität: die wundersame Verwandlung des GehirnsMit Prozessorientierung zum ErfolgIn diesem Kapitel holen wir weit aus. Der Millionen Jahre währende evolutionäre Selektionsprozess hat uns zu dem gemacht, was wir heute sind. Das gilt es zu berücksichtigen, wenn Sie sich über Verhaltensweisen wundern, die so gar nicht in unsere moderne Zeit passen. Der Blick ins Hirn des Traders gibt Ihnen Antworten. Die moderne Hirnforschung liefert spannende Erkenntnisse, wie der Prozess der Entscheidungsfindung tatsächlich abläuft, das heißt welche Gehirnareale beteiligt sind und welche biochemischen Prozesse dabei ablaufen. Hirnforscher sind heute in der Lage, anhand der Aktivität bestimmter Gehirnareale Finanzentscheidungen vorherzusagen.
Ihr Gehirn und seine Verschaltungen sind von Natur aus nicht sonderlich gut geeignet für das Trading-Geschäft. Aber Sie können es lernen. Das menschliche Gehirn ist wandelbar und kann sich veränderten Rahmenbedingungen durch viel Training anpassen. Mit anderen Worten, Sie können Verhaltensweisen für erfolgreiches Trading lernen. Erfolgreiches Trading ist hirngerechtes Trading.
Der Schlüssel zum erfolgreichen Trading ist die Prozessorientierung, die Systematisierung Ihres Trading-Ansatzes. Sie brauchen ein professionelles Regelwerk und eine erprobte Handelsstrategie, um in den unkalkulierbaren Märkten bestehen zu können. Wenn Sie dann noch den zu Ihrer Persönlichkeit passenden Trading-Stil gefunden haben, steht einer erfolgreichen Trader-Karriere möglicherweise nicht mehr viel im Weg.
Das menschliche Verhalten in wirtschaftlichen Entscheidungsprozessen ist von der Wissenschaft in den letzten Jahrzehnten eingehend untersucht worden. Die Erkenntnisse sind ernüchternd. Der Mensch ist geprägt von emotionalen Denk- und Verhaltensmustern, die sich im Laufe der Evolution herausgebildet haben. Diese unbewusst ablaufenden Automatismen sind denkbar ungeeignet für kluge Finanzentscheidungen. Verhaltensökonomen haben in zahlreichen Studien nachgewiesen, wie irrational der Mensch bei der Geldanlage vorgeht. Unser Entscheidungsverhalten ist je nach Situation und Gemütslage verzerrt:
Wir überschätzen unsere Fähigkeiten.
Wir sind kaum in der Lage, aus Fehlern zu lernen.
Emotionen wie Angst und Gier bestimmen unbewusst unser Verhalten bei Finanzentscheidungen.
Wir lassen uns gerne von der Masse mitreißen.
Wir können Risiken nicht objektiv einschätzen.
Unsere Risikoeinstellung ist situationsabhängig.
Wir nehmen Gewinne zu früh mit, lassen Verluste dagegen laufen.
Warum das so ist und wie die Prozesse der Entscheidungsfindung ablaufen, zeigt ein Blick ins Gehirn der Anleger und Trader. Die Laborexperimente der noch jungen Neurofinanz-Forschung (englisch Neurofinance) liefern spannende Antworten.
Neurofinance ist ein interdisziplinäres Forschungsgebiet, das in den 1990er-Jahren aus der Zusammenarbeit von Ökonomen, Verhaltenspsychologen und Neurowissenschaftlern entstanden ist. Die Forschungsarbeiten analysieren finanzielle Entscheidungsprozesse und machen sich dabei die Methoden der modernen Hirnforschung zunutze. Die zentralen Fragen lauten: Wie geht unser Gehirn mit Geld um? Welche neuronalen Strukturen sind bei der Verarbeitung von Geld involviert? Welche Bedeutung haben die biochemischen Prozesse im Gehirn? Ein besonderes Augenmerk wird in den wissenschaftlichen Studien auf das Handelsverhalten der Akteure an Finanzmärkten gelegt sowie auf den Einfluss von Persönlichkeitseigenschaften der Marktteilnehmer.
Die neurobiologischen Grundlagen finanzieller Entscheidungsprozesse sind heute entschlüsselt. Im Hirnscanner zeigt sich in Echtzeit der enorme Einfluss von Emotionen, kognitiven Verzerrungen und archaischen Instinkten. Der Mensch handelt nicht ansatzweise rational. Viele der von der verhaltensökonomischen Forschung beschriebenen Phänomene lassen sich mit einem Blick ins Trader-Hirn erklären. Hirnforscher sind heute in der Lage, Anlegerverhalten vorherzusagen und zu beeinflussen.
Mithilfe neuer Messverfahren hat die Hirnforschung in den letzten 20 Jahren mehr über die Funktionsweise des menschlichen Gehirns gelernt als in den 100 Jahren davor. Bildgebende Verfahren – vor allem die funktionelle Magnetresonanztomografie (fMRT) – machen die Aktivitäten des Gehirns sichtbar und zeigen, welche Regionen bei bestimmten Aufgaben aktiviert sind. Wir können sozusagen unserem Gehirn direkt »real time« bei der Arbeit zuschauen. Damit lässt sich das menschliche Verhalten im Umgang mit Geld neurowissenschaftlich analysieren. Mit Laborexperimenten können irrationale Finanzentscheidungen, Emotionen und der Einfluss der Evolution auf unser Verhalten an den Kapitalmärkten nachvollzogen werden.
Professor Bernd Weber, Mediziner und Neuroökonom an der Universität Bonn, kommt in seinen Studien zu dem Schluss, dass der Mensch aufgrund seiner evolutionären Entwicklung zu rationalem Denken und Handeln überhaupt nicht fähig ist. Das menschliche Gehirn ist einfach nicht dafür gemacht, an der Börse erfolgreich zu investieren. Finanzmärkte folgen völlig anderen Gesetzen.
Die neuronalen Netzwerke im Gehirn haben sich über Jahrmillionen entwickelt und an die jeweiligen Lebensbedingungen angepasst. Der Mensch ist das Resultat eines evolutionären Selektionsprozesses. Die Evolution veränderte die genetische Ausstattung des Menschen und auch den Aufbau des Gehirns über sehr lange Zeiträume von etwa 50.000 Jahren hinweg. Die Evolution ist angesichts der rasanten Entwicklung der Welt in den letzten Jahrhunderten einfach nicht mitgekommen. Unbewusste und hoch automatisierte Verhaltensweisen sind durch bestmögliche Adaption an vorherrschende Umweltbedingungen entstanden. In Bedrohungssituationen werden auch heute noch Reiz-Reaktions-Muster ausgelöst, die ursprünglich unser Überleben in der Steinzeit gesichert haben (Kampf-Flucht-Reflex).
Die Lebensbedingungen der menschlichen Spezies haben sich gravierend verändert, aber so schnell ist die Evolution nicht. Das menschliche Gehirn stammt aus einer anderen Zeit. Tief verwurzelte Instinkte bestimmen heute noch unser Verhalten. Vor allem unter emotionalem Druck und bei Stress. Diese Mechanismen passen allerdings nicht zur Funktionsweise der Finanzmärkte. Menschen sind darauf konditioniert, zu handeln, an der Börse wird oftmals Geduld und abwarten belohnt.
Sind unsere evolutionsgeschichtlich uralten Gehirnsysteme überhaupt dafür geeignet, vernünftige Trading-Entscheidungen zu treffen? Diese Frage hat die Neurofinance-Forschung mit »Nein« beantwortet. Unser Gehirn ist uns zum Überleben gegeben und von Natur aus einfach nicht geeignet, ökonomisch rationale Entscheidungen an komplexen Finanzmärkten zu treffen.
Wir wissen heute, dass sich unser Gehirn im Laufe der Evolution an die jeweiligen Lebensverhältnisse bestmöglich angepasst hat. Im Verhältnis zu den Jahrmillionen unserer Entstehungsgeschichte sind die letzten Jahrhunderte nur ein sehr kleines Zeitfenster, aber dafür eines mit einer nie dagewesenen dynamischen Veränderungsgeschwindigkeit. Unsere Verschaltungen im Gehirn brauchen wohl noch einige Generationen, bis eine Anpassung an das moderne Leben erfolgt ist.
Es sollte deshalb nicht überraschen, dass die Verhaltens- und Denkmuster vieler Marktteilnehmer nicht immer rational sind und eher im evolutionären Kontext zu erklären sind.
Tief verwurzelte Reflexe und unbewusste Reaktionen aus anderen Zeiten bestimmen allem Anschein nach unsere Finanzentscheidungen. Das gilt für den einzelnen Trader genauso wie für die Masse der Marktteilnehmer. Starke Kursbewegungen wirken emotional ansteckend und führen bisweilen zu kollektivem Herdenverhalten. Deshalb ist Börse Psychologie. Und gelebte Emotionen aus einer anderen Zeit. Mit irrationalen Übertreibungen in beide Richtungen. Spekulative Blasen und Börsencrashs wiederholen sich in regelmäßigen Abständen, wie die Börsengeschichte zeigt.
Das mag für Sie als Trader sehr ernüchternd klingen. Aber es erklärt die Realität an den Märkten.
Machen Sie sich keine Illusionen: Die neurobiologischen Voraussetzungen für erfolgreiches Trading sind von Natur aus nicht gegeben.
Es gibt dennoch Hoffnung: Sie können viele der menschlichen Unzulänglichkeiten ausgleichen und lernen, sich das nötige Rüstzeug für hirngerechtes Trading anzueignen. Das erfordert sehr viel Übung und Training. Selbsterkenntnis und Selbstreflexion sind der erste Schritt. Für Sie als Trader ist es wichtig, zu verstehen und zu akzeptieren, wie Ihr Gehirn funktioniert. Seien Sie sich darüber im Klaren, dass die Struktur Ihres Gehirns nicht zu den Mechanismen der Finanzmärkte passt. Es bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als das zu akzeptieren. Sie haben nur dieses eine Gehirn.
Das genetische Setup können Sie nicht verändern, aber Sie können lernen, bewusster mit Ihren Emotionen sowie Ihren angeborenen Reflexen umzugehen. Und zwar aus einer Beobachterposition. Wenn Sie lernen, Ihre Reaktionsmuster bewusster wahrnehmen, können Sie viele evolutionäre Fallstricke vermeiden. Sie passen sich mit Ihrem Verhalten den Märkten an, Sie beobachten, analysieren und folgen den Märkten bewusst.
Fachwissen und unser analytisch-logisches Denkvermögen sind nur dann abrufbar, wenn die negativen Einflüsse von Emotionen reduziert werden können. Denn nur so sind Sie in der Balance und im Vollbesitz Ihrer mentalen Leistungskraft, mit ungefiltertem Zugang zu Verstand und Intuition.
Die Erkenntnisse der modernen Hirnforschung können eine Brücke schlagen zwischen der Realität menschlicher Verhaltensweisen und der Funktionsweise der Finanzmärkte. Neurofinance leistet einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zum erfolgreichen Trader.
Die Grenzen zu akzeptieren, die Ihnen Ihre Gehirnstrukturen weisen, klingt zunächst frustrierend. Allerdings hat die moderne Hirnforschung auch gute Nachrichten: Das menschliche Gehirn ist nicht fest verdrahtet, sondern zeitlebens wandlungsfähig und formbar.
Vor nicht einmal 50 Jahren war die Wissenschaft noch davon überzeugt, dass menschliche Gehirne fixiert sind und unfähig, sich zu verändern. Heute wissen wir, dass sich das zentrale Nervensystem und unser Gehirn als Reaktion auf unsere Handlungen und Erfahrungen ständig verändern. Und zwar ein Leben lang.
Die sogenannte neuronale oder synaptische Plastizität bezeichnet die Fähigkeit unseres Gehirns, Prozesse und Abläufe zu verändern und zu optimieren, und zwar nutzungsabhängig. Vereinfacht gesagt funktioniert das Gehirn wie ein Muskel: Neuronale Strukturen und synaptische Verbindungen, die Sie nicht nutzen, werden mit der Zeit abgebaut, Netzwerke, die Sie intensiv nutzen, stabilisieren und verstärken sich. Das lässt sich im Hirnscanner sichtbar machen und ist gut zu erkennen.
Der Psychologe Donald Hebb gilt als Entdecker der synaptischen Plastizität. Bereits 1949 formulierte er die nach ihm benannte Lernregel (Hebb's rule), wonach Lernprozesse in neuronalen Netzwerken durch synaptische Übertragung zwischen Neuronen stattfinden (englisch »neurons that fire together, wire together«). Konsequente Wiederholungen schaffen stabile neue Verbindungen und stärken die Gedächtnisleistung.
Neuroplastizität wirkt immer in beide Richtungen, und zwar unabhängig vom Alter:
Sie können Fähigkeiten verlernen, wenn Sie diese nicht nutzen, und
Sie können Fähigkeiten erlernen, wenn Sie konsequent üben.
Die meisten von Ihnen nutzen wahrscheinlich Navigationssysteme, wenn Sie in fremder Umgebung unterwegs sind. In Autos gehören Navis schon fast zur Grundausstattung. Nun führt das Auslagern von kognitiven Funktionen (cognitive offloading) zum Abbau von Gehirnfunktionen, wie Untersuchungen im Hirnscanner zeigen. Studien belegen, dass sich unsere natürliche Orientierungsfähigkeit infolge der Nutzung von Navis signifikant verschlechtert.
Entscheidend ist die regelmäßige Wiederholung, wenn Sie neue Fertigkeiten erlernen wollen. Übung macht den Meister, sagt eine alte deutsche Redensart. Wir können alles schaffen, wenn wir nur regelmäßig und intensiv üben. Fähigkeiten sind nicht angeboren, auch ein Naturtalent für Trading gibt es nicht. Weil es heutzutage aber so leicht ist, ein Trading-Konto zu eröffnen und einfach loszulegen, unterschätzen die meisten Neulinge, wie viel Zeit, Ausdauer und Übung es erfordert, erfolgreich zu traden.
Sie kennen die 10.000-Stunden-Regel? Mit Fleiß und Disziplin können Sie alles erreichen, lautet die Überzeugung des Bestsellerautors Malcolm Gladwell. In seinem 2008 veröffentlichten Buch »Outliers: The story of success« führt er aus, dass extrem erfolgreiche Menschen – beispielsweise in Sport und klassischer Musik – durchschnittlich 10.000 Stunden Training hinter sich hatten. Übung ist wichtiger für den Erfolg als Talent, behauptet der Autor.
Auch wenn aktuelle Studien zum Thema Höchstleistungen zu dem Schluss kommen, dass es vor allem auf das Talent ankommt, gilt das nur eingeschränkt für das Trading-Geschäft. Wer im Trading Erfolg haben will, muss ein hohes Maß an Motivation, Disziplin und Durchhaltevermögen mitbringen. Das ist Einstellungssache. Ohne das passende Mindset werden Sie Ihre Ziele nicht erreichen. Wer Meister seines Fachs werden will, muss sich ständig weiterentwickeln und konsequent trainieren. Der Expertenstatus fällt nicht vom Himmel und ist Ihnen nicht in die Wiege gelegt. Der Zusammenhang zwischen Training und Performance im Trading ist unbestritten.
Es gibt einige grundsätzliche Erfolgsfaktoren im Trading, die sich in vier Oberbegriffe aufteilen lassen:
Prozesse
Übung
Persönlichkeit
Talent
Das Erfolgsgeheimnis im Trading sind klare Prozesse und Strukturen, vordefinierte Strategien und Handelspläne. Das müssen Sie trainieren, bis Ihnen die festen Abläufe in Fleisch und Blut übergehen. Routinen geben Ihnen in Stresssituationen Halt und Stabilität, ohne darüber nachdenken zu müssen. Gewohnheiten halten Ihren Kopf frei. Das spart kognitive Energie, die Sie für wichtigere Dinge im Trading nutzen können. Neurowissenschaftlich formuliert: Die neuronalen Schaltmuster der Prozessorientierung werden durch Wiederholungen aufgebaut und gefestigt, bis sie automatisch abrufbar sind. Das klingt zwar nicht sehr aufregend, ist aber der Schlüssel zum Erfolg. Denn Ihr Verhalten ändern Sie nicht, indem Sie Ihre Meinung ändern. Erst wenn Sie neue Verhaltensweisen einstudiert haben, formt sich eine neue Überzeugung.
Trading stellt eine ganz besondere psychische und emotionale Herausforderung dar, der Sie von Natur aus nicht gewachsen sind. Erprobte und bewährte Abläufe geben Ihnen Sicherheit und verhindern, dass in Belastungssituationen Emotionen und alte Reflexe das Ruder übernehmen.
Ihre Persönlichkeit als Trader spielt auch eine nicht zu unterschätzende Rolle. Denn die Märkte halten Ihnen immer ungefiltert den Spiegel vor und legen Ihre spezifischen Stärken und Schwächen offen. Deshalb ist eine gute Mischung von persönlichen Eigenschaften und Kompetenzen wichtig.
Jeder Trader hat individuelle Talente für bestimmte Trading-Stile und Marktsegmente oder Nischen. Mit viel Übung werden Sie Ihre individuellen Fähigkeiten perfektionieren. So werden Sie zum Experten in Ihrem Bereich.
Finden Sie das zu Ihrer Persönlichkeit passende Trading-Umfeld.
Mehr zum Thema Persönlichkeit und Trading-Stile finden Sie in Kapitel 3.
Psychologische Verfahren zur Identifikation Ihrer Persönlichkeitseigenschaften und Ihrer Kompetenzfelder helfen Ihnen dabei, Ihre besonderen Stärken herauszufinden und bestmöglich zur Entfaltung zu bringen. Ich kann Ihnen versichern, dass diese Vorgehensweise vielen Tradern zum Durchbruch in ihrer Entwicklung verholfen hat.
Damit liegt es in Ihrer Hand beziehungsweise in Ihrem Kopf, die Voraussetzungen und das Fundament für erfolgreiches Trading zu schaffen.
Expertentum
Kapitel 2
IN DIESEM KAPITEL
Mentale StärkeSelbstanalyse statt MarktanalyseSchritt für Schritt zum ZielStressbewältigungResilienz und psychische WiderstandskraftEines der größten Probleme, von denen Trader berichten, ist der Mangel an Disziplin. Disziplinlosigkeit führt mitunter zu Kontrollverlust und vermeidbaren Fehlern in der Vorbereitung und Durchführung von Trades. Was ihnen fehlt, ist die mentale Stärke für das Trading-Geschäft. Motivation ersetzt keine Disziplin.
Die Entwicklung mentaler Stärke ist eine wesentliche Voraussetzung für Ihren Erfolg im Trading und Schwerpunkt dieses Kapitels. Das fängt bereits mit der mentalen Vorbereitung jedes einzelnen Trading-Tags an. Ein positives Mindset fördert Selbstdisziplin und die Konzentration auf die Erfolgsparameter Ihrer Handelsstrategien. So lernen Sie kontinuierlich hinzu und entwickeln sich weiter. Das ist der beste Weg, mit Stress und emotionalem Druck umzugehen. Mentale Stärke und Stressresilienz bedingen sich gegenseitig. Angesichts unkalkulierbarer und volatiler Märkte brauchen Sie eine gute Portion psychischer Widerstandskraft.
Wie bereiten Sie sich auf einen typischen Handelstag vor? Wahrscheinlich investieren Sie sehr viel Zeit in die Analyse von fundamentalen Daten, Indikatoren und Charts. Sie lesen Studien und sichten aufmerksam die tägliche Nachrichtenflut auf den verschiedenen Kanälen. Sie verfolgen den einen oder anderen Experten, deren Markteinschätzungen Sie bei der täglichen Vorbereitung Ihrer Handelspläne berücksichtigen.
Aus psychologischer Sicht betrachtet, dient der ganze Aufwand dazu, das Ausmaß an Unsicherheit zu reduzieren und Ihnen das Gefühl von Kontrolle zu geben. Das schafft Selbstvertrauen in einem schwer kalkulierbaren Marktumfeld. Der Aufwand, den einige Trader für die Marktanalyse betreiben, ist deshalb beträchtlich.
