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Unterwegs sein in einer fremden Welt. Der unendliche Weite der Anden. Über die Besteigungen kaum besuchter Traumberge über 5000m und sogar über 6000m Meereshöhe. Dabei trifft man an vielen Bergen häufiger auf Andentiere als auf andere Bergsteiger. Die berge sind oft abgelegen und schwer zu erreichen, belohnen aber mit unvergesslichen, echten Erlebnissen an der frischen Luft in oft noch unberührten Landschaften. Reiseveranstalter Thomas Wilken beschreibt hier viele praktisch unbekannte Hochgipfel in Peru, Chile, Ecuador, Kolumbien, Mexiko, Argentinien und vor allem in seiner langjährigen Heimat Bolivien. Es finden sich darunter durchaus auch bekannte Gipfel wie der Huayna Potosi, die weiße Pyramide über La Paz, oder der Cotopaxi in Ecuador. Das Idealbild eines Vulkanes. Diese Beschreibung passt aber auch auch den Parinacota zwischen Chile und Bolivien oder den Pico de Orizaba im viel weiter nördlichen Mexiko. Aber vor allem werden unbekannte Berge beschrieben über die noch niemand berichtet hat. Kennen sie zum Beispiel den Janchallani, oder Serranias Allminallis in Bolivien? Oder den Choquelimpio im Norden Chiles? Ebenfalls dort findet sich mit den bunten Bergen von Suriplaza ein noch weitgehendes Highlight das weltweit seines Gleichen sucht. Die bunten berge um Suriplaza. Thomas Wilken hat alle diese Berge besucht und oft mehrfach bestiegen. Vor allem diejenigen welche sich nah an seiner Wahlheimat La Paz befinden. Auf alle beschriebenen Gipfel und viele, viele mehr kann der Autor Besteigungen organisieren., und gerne auch begleiten. Die Anden sind mehr als Aconcagua, Patagonien und Cordillera Blanca, viel mehr.....
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Seitenzahl: 193
Veröffentlichungsjahr: 2023
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Traumberge der Anden
Einige ausgewählte 5000er und 6000er Besteigungen in den Anden
(Mit Mexiko und einem Tafelberg)
Die Anden sind das längste und vermutlich auch vielfältigste Gebirge der Welt. Es gibt eisbedeckte 6000er, gigantische Tafelberge, wilde Felsgipfel und Unmengen von kristalllklaren Bergseen. Es gibt dichte Bergurwälder, sandige Vulkanwüsten, immernoch riesige Gletscherflächen, Salzwüsten und zahlreiche Bäche und Flüsse.
Historische präcolombianische Bauwerke, eine extreme Artenvielfalt und exotische Tierarten runden das Bild ab.
Wer hier unterwegs ist, egal ob beim Trekking, Bergsteigen, Klettern oder einfach nur um die vielen Sehenswürdigkeiten anzuschauen, kommt wieder. Viele werden sogar süchtig nach diesem Kontinent, vor allem nach den Anden. Diesen weiten und unberührten Landschaften, wo noch viel Platz für Entdeckungen und Erkundungen bleibt. Es gibt wirklich noch Neuland.
Hier habe ich eine kleine Auswahl interessanter Gipfel ausgewähtl. Darunter finden sich sowohl die berühmten Klassiker wie der Huayna Potosi in Bolivien, der Ojos de Salado in Chile oder der Cotopaxi in Ecuador. Aber auch die unbekannten 5000er und sogar 6000er wie der Chearoco. Cerro Choro, Cerro Milagro, Cabaray oder Janchallani werden so gut wie nie besucht.Ich bin ich mit ziemlicher Sicherheit der erste, der sie beschreibt, aber sie bieten unvergessliche Erlebnisse in atemberaubenden Landschaften.
Es gibt unzählige derartiger Berge, ein Leben reicht nicht aus, um sie alle zu besuchen. Aber wir können versuchen möglichst viele von ihnen kennen zu lernen.
Das möchte ich zumindest tun, und zudem als Reiseveranstalter für alle Andenländer meinen Gästen die Schönheit dieses gebirges nahe bringen
Zahlreiche Tourenmöglichkeiten finden sich unter:
www.suedamerikatours.de
Neben den Tourbeschreibungen gibt es auch Infos zu Besonderheiten in den jeweiligen Regionen. Die Beschreibungen sind manchmal etwas vage, da es kaum markierte Wege, oder gar Wegweiser gibt. Bei den meistens sehr stabilen Wetterbedingungen lassen sich viele Routen mit der entsprechenden Erfahrung im Gebirge gut erschliessen.
Karten sind zum jeweiligen Abschnitt auf open streetzu finden. Deren Karten sind für jeden Autor und Nutzer frei verfügbar.
https://www.openstreetmap.de/karte/
Dann jeweils Links oben im Eingabefeld das jeweilige Land und den Talort eingeben.
Bolivien
Tour 1: Huayna Potosi (6088m)
Tour 2. Serranias Allminallis (5108m)
Tour 3: Vulkan Tunupa (5205m)
Tour 4 Uturuncu (6022m)
Tour 5: Kari Kari (5023m)
Tour 6: Cerro Austria (5221m)
Tour 7: Cerro Rico (4848m)
Tour 8: Illimani (6470m)
Tour 9: Cerro Ceroca (4295 m)
Tour 10: Cerro Negro (4965m)
Tour 11: Cerro Serkhe Khollo (5536 m)
Tour 12: Cerro Janchallani (5420 m)
Tour 13: Kasiri im Hampaturi (5495 m)
Tour 14: Hathi Khollo (5506 m)
Tour 15: Acotango (6064m)
Tour 16: Vulkan Parinacota (6342 m)
Tour 17: Calzada (5662 m)
Tour 18: Cabaray (5892 m)
Tour 19: Chearoco (6108 m)
Tour 20: Cerro Mirador im Condoriri (5245m)
Tour 21: Cerro Choro (5197m)
Peru
Tour 22: Chachani (6075m)
Tour 23: Ampato (6288 m)
Tour 24: Chopicalqui (6354m)
Tour 25: Vulkan Misti (5822 m)
Tour 26: Vulkan Coropuna (6440 m)
Tour 27: La Oroya - der Anticonapass (5112 m)
Tour 28: Wanderung über dem Colcatal (ca 4320m)
Tour 29: Tocllaraju (6178 m)
Tour 30: Nevado Pisco (5752m)
Tour 31: Vallunaraju (5686 m)
Tour 32: Vallunaraju (5686 m)
Chile
Tour 33: Ojos de salado (6893m)
Tour 34: Licancabur (5918m) (Chile/Bolivien)
Tour 35: Llullaillaco (6740 m)
Tour 36: Choquelimpie (5273 m)
Tour 37: Suriplaza - Cerro Cosapilla (5395 m)
Tour 38: Cerro Milagro (4824m)
Tour 39: Larancagua (5446m)
Ecuador
Tour 40: Cotopaxi (5897m)
Tour 41: Chimborazo (6278m)
Tour 42: Imbabura (4680 m)
Tour 43: Loma Corazon (Guandera) (3850 m)
Tour 44: Illiniza Norte (5105m)
Tour 45: Laguna Cuicocha Umrundung (3860m)
Kolumbien
Tour 46: Pan de Azucar (5103 m)
Tour 47: Nevado de Tolima (5230 m)
Tour 48: Paramillo Quindio (4750m)
Argentinien:
Tour 49: Aconcagua (6958 m)
Tour:50: Cerro Lopez (2134 m)
Tour 51: Cerro Lomas Amarillas (5102 m)
Mexiko
Tour 52: Malinche (4440 m)
Tour 53: Pico de Orizaba (5640 m)
Tour 54: Itztaccihuatl (5275 m)
Venezuela
Tour 55: Roraima 2810m
Tour 1
Huayna Potosi (6088 m) Die Königin der Anden
Der Huayna Potosi ist der Hausberg von La Paz / Bolivien. Und einer der schönsten Aussichts-6000er der Cordillera Real.
Der Huayna Potosi (6088 m) gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Hochgipfeln des Andenraumes. Dafür ist neben der Nähe zu La Paz sicherlich auch seine nahezu perfekte Pyramidenform verantwortlich, die von überallher in der Cordillera Real einen Blickfang darstellt. Wenige Berge besitzen eine so perfekte Eiskappe wie der Huayna. Zudem halten sich die alpinistischen Schwierigkeiten in Grenzen, zumindest im Vergleich mit vielen anderen 6.000ern der Anden. Der Huayna ist einer der ganz wenigen Hochgipfeln in Bolivien, der von einer Hütte aus bestiegen werden kann. Also ist kein Camping nötig. Wer wirklich fit und gut akklimatisiert ist kann den Berg sogar an einem Tag von La Paz bzw. dem Zongopass aus besteigen.
Talort: La Paz (3600m)
Ausgangspunkt: Zongopass (ca. 4650 m)
Anfahrt: Am einfachsten mit dem Taxi. Von El Alto fahren auch gelegentlich Busse ins Zongotal, leider starten diese um 3 Uhr in der Nacht. Da El Alto um diese Zeit kein allzu sicherer Ort für Touristen ist, ist von dieser Möglichkeit eher abzuraten.
Höhenunterschied: ca. 600 m zur Hütte und dann knapp 900 zum Gipfel.
Unterkunft: Casa Blanca, kein Telefon aber es sind immer genügend Schlafplätze vorhanden, am besten einfach hochfahren.
Beste Zeit: April bis Oktober.
Anstieg:
Unser Ausgangspunkt ist ein kleiner Parkplatz etwas oberhalb der Zongopassstrasse mit einem kleinen Haus, Casa Blanca genannt Übernachtungsmöglichkeit!). Kurz vor dem Stausee an der Passhöhe (nicht schon vorher!) führt linkerhand ein Fahrweg direkt dorthin. Jetzt wenden wir uns nach Rechts, wo unfehlbar ein deutlicher Pfad vor uns auftaucht. Zuerst wandern wir durch eine mit Steinen durchzogene Hochfläche, bis nach einer guten halben Stunde plötzlich unvermittelt die spaltenreiche Gletscherzunge vor uns liegt. Wilde Eistürme über einer kleinen Lagune bilden eine Art Eingangstor, kein Wunder das die einheimischen Bergführerverbände hier oft Eiskurse abhalten. Wir aber steuern nun direkt den breiten Moränenkamm vor uns an. In einigen Kehren erklimmen wir den aussichtsreichen Bergrücken, mit dem vielfältig gefärbten Cerro Charkini im Hintergrund. Nun flacht der Weg etwas ab, wobei die Umgebung immer felsiger wird. Nach einem ganz kurzen Zwischenabstieg folgt das erste Steilstück durch eine kleine, leicht begehbare Felswand. Weiter oben sind 2 weitere Felsstufen zu überwinden. Hin und wieder müssen die Hände zur Hilfe genommen werden, trotzdem ist der Weg immer gut sichtbar und ohne alpinistische Schwierigkeiten zu begehen. Bald folgt dann der Lohn für die Mühe, auf einer kleinen Kuppe steht die gemütliche Hütte direkt vor uns. Phantastisch ist der Blick auf die umliegenden Bergketten, vor allem aber ein Berg lässt uns nicht mehr los. Direkt vor uns liegt der Normalanstieg zum Huayna Potosi. Gleißend weiße Gletscherflächen breiten sich vor uns aus, weiter oben thronen die Respekt einflössenden Eiswände der "Königin der Anden".
Die Hütte ist dann der Ausgangspunkt für die Besteigung des 6088m hohen Huayna Potosi. Diese ist in 2 Tagen von La Paz aus zu bewerkstelligen. Dafür ist allerdings ein hohes Maß an alpiner Erfahrung notwendig, der Huayna ist keineswegs ein leichter 6000er. Von der Hütte führt eine Spur über die weiten Gletscherflächen (Spalten!) nach Rechts zum Pala Pequenio. Hier sind fundierte Kenntnisse der Eistechnik nötig, denn dieser Eiskanal ist gut 50 - 60 Grad steil. Nach etwa 50 Höhenmetern ist der Spuk allerdings auch schon vorbei. Von hier geht es links über den Grat auf die gigantische Gipfelwand, den Pala Grande, zu. Die letzten 250 Höhenmeter folgt ein mühsamer, ausgesetzter Aufstieg über eine bis zu 50 Grad steile Eisflanke. Wer nicht über sehr gute alpinistische Kenntnisse verfügt, sollte sich unbedingt in La Paz einer der zahlreichen Agenturen anvertrauen, am besten uns.
Tour 2
Serranias Almillanis (5108m) – ein 5000er über La Paz
Die Serranias Allminallis über dem Cumbre Coroico Pass sind die an nächsten an La Paz gelegenen 5000er in Bolivien.
Einige bekannte Berge ragen direkt über der bolivianischen Metropole auf, teilweise sehr gut zu erreichen. Man denke zum Beispiel an den berühmten Huayna Potosi mit seinem formvollendeten Firndreieck, oder den gewaltigen Eisklotz des Illimani. Auch etwas weniger exponierte Ziele wie der Cerro Charkini am Zongopass oder der Skiberg Chacaltaya befinden sich im direkten Einzugsgebiet der Millionenstadt. Der nächstgelegene 5000er aber dürfte am Weg zum Abra de Cumbre Pass liegen. Leider ist er bisher auf keiner Karte namentlich erwähnt, nur seine Höhe wird mit 5109 Metern angegeben.
Vom Stadtteil Filla Fatima kann man mit einem der zahlreichen Minibusse in Richtung Coroico fahren und schon weit vor der Passhöhe sehr interessante Gipfelziele vorfinden. Gerade das Schöne dabei ist, das nicht alles markiert und beschrieben ist, dass es sich hier um unberührte Landschaften handelt.
Zwar ist hier trotz der großen Höhe keine erkennbare Eiszierde vorhanden, dafür erheben sich wildgezackte, dunkle Felsgipfel in den Himmel. Weiter unten befinden sich fruchtbare Andentäler und intensiv gefärbte Seeaugen. Menschen sind hier eher nicht zu erwarten, Llamas hingegen mit hoher Wahrscheinlichkeit anwesend.
Die Landschaft könnte auch aus den zentralen Ketten der Ostalpen importiert sein, nur sind die Gipfel deutlich höher. Dafür aber erstaunlich einfach zu besteigen, fast immer findet sich auf mindestens einer Seite ein Schutthang wo eventuelle Kletterstellen umgangen werden können.
Drumherum gibt es neben der Riesenstadt La Paz einiges zu sehen, mit dem Huayna Potosi und dem Illimani sind 2 Klassiker der Anden aus direkter Nähe zu bewundern, dazu zahlreiche weitere 5000er, kaum bekannt, teilweise ohne Namen und selten bestiegen. Sogar die Ausläufer des fernen Titicacasees kann man von den Gipfeln deutlich ausmachen, ja an klaren Tagen kommt sogar der etwa 400 km entfernte Sajama ins Blickfeld, der höchste Berg Boliviens.
Anstiegsbeschreibung
Unser Berg lässt sich locker von La Paz aus als Tagestour besteigen. Er ist der höchste Punkt einer kleinen Untergruppe der Königskordilliere, entsprechend aussichtsreich ist die Gipfelsicht. Wer kein eigenes Fahrzeug hat und nicht unbedingt mit dem Taxi anreisen will kann den Ausgangspunkt leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Ausgangspunkt ist der Stadtteil Villa Fatima, Ausgangspunkt für alle Fahrten in die Dschungelregionen. Jeder Taxifahrer weiß, wo das liegt, es fahren auch Minibusse vom Prado. Hier fahren etwa halbstündig Busse und Minibusse nach Corioco, welche uns auf Wunsch überall auf der Strecke, bzw. an der Passstrasse aussteigen lassen. Einfach Bajar (aussteigen) rufen und der Fahrer hält an.
Ein Stück hinter dem Kontrollpunkt kommt der erste Stausee ins Blickfeld, die Gebirgsregionen hier sind für die Wasserversorgung von La Paz von extremer Wichtigkeit. Fast alle höher liegenden Bergseen werden für die Wassergewinnung genutzt. Auch hier gibt deshalb das Abschmelzen der Gletscherregionen Anlass zu größter Sorge.
Auf der linken Seite kurz hinter dem See sind breite Spuren zu erkennen, hier ist unser Ausgangspunkt. Sofort geht es steil bergauf, zuerst auf gutem Weg, der jedoch nach kurzer Zeit in einen engen Pfad übergeht. Der Pfad führt nach rechts auf die Passhöhe zu, schnell tauchen die ersten Berge vor uns auf, interessante Gesellen mit wilden, dunklen Felsformationen. Sie sind aber noch nicht das eigentliche Ziel, der Pfad macht einen weiten Linksbogen durch karge und unberührte Paramolandschaften.
Direkt vor uns ragt eine schwarze Felspyramide auf, diese steuern wir an, bis wir auf sehr undeutlichen Spuren, aber gutem Weg einen Übergang erreicht haben, direkt links unter dem Sockel dieses Gipfels.
Nun wird ein noch höherer Berg sichtbar, dessen felsiger Gipfelkopf von hier aus kaum ersteigbar aussieht. Pfadspuren leiten mit leichtem Höhenverlust auf den Berg zu. Er bildet den höchsten Punkt in einem langen Gratrücken, ein deutlicher Sattel trennt ihn von seinen Nachbarbergen. Diesen müssen wir erreichen, ein steiler Schutthang leitet uns hinauf. Nach dem langen Flachstück steigen wir diesen rechtsseitig ziemlich direkt hinauf, bis nach etwa 200 Höhenmetern der kleine Sattel erreicht ist.
Nun ragt direkt vor uns der steile Gipfelkopf auf, etwa 150 Höhenmeter weiter oben. Der erste Felsaufschwung lässt sich leicht rechtsseitig umgehen, einige Pfadspuren sind sichtbar. Nach und nach lösen sich alle scheinbaren Schwierigkeiten in Wohlgefallen auf, der Weg ist leicht zu finden, sogar ein paar einfache Markierungen kann der aufmerksame Beobachter ausmachen. Die Spuren biegen etwas nach Rechts ab und leiten unfehlbar durch die steilen Felsformationen. Ein schmales Band leitet dann auf den rechtseitigen Grat und von dort in leichten Kletterschritten direkt auf der Grathöhe die letzten Meter zum Gipfel.
Unterhalb des Sattels schauen wir direkt in einen kristallklaren Bergsee. Wir steigen auf direkter Linie herunter, über lockeren Schutt und später trockene Rasenflächen. Schnell sind wir am Seeufer angelangt, rechts leiten Spuren auf einen Berghang zu. Sie führen leicht ansteigend durch weite Schotterflächen auf einen Sattel zu. Der ist schnell erreicht und bietet prächtige Rückblicke auf unseren Berg. Geradeaus führt ein deutlicher Pfad auf die Passstrasse zu. Dieser führt allerdings deutlich bergab, und zwar durch sehr steilen Schutt. Wer das abfahren wirklich beherrscht dürfte hier viel Spaß haben. Direkt unter dem Hang führt die Strasse durch, wir landen direkt an der Staumauer, wo immer genug Busse oder auch LKWs für die Rückfahrt vorbeikommen. Selbst von der Polizei bin ich schon mal mit bis zurück nach La Paz genommen worden. Man kann sich ruhigen Gewissens an die Straße stellen, denn von Überfällen auf Ausländer ist in den letzten Jahren in dieser Gegend nichts bekannt geworden.
Tour 3
Vulkan Tunupa Der Bunte über dem Salar de Uyuni (5205m)
Die Besteigung des Vulkan Tunupa bietet fantastische Ausblicke über den Salar de Uyuni - im Süden von Bolivien.
Auf prächtigen Gesteinsformationen zum heiligen Berg Tunupa über dem Salar de Uyuni.
Der Vulkan Tunupa (5207 m) über dem Salar de Uyuni besticht einmal durch seine bizarre Form und zudem durch seine vielfarbigen Gesteinsschichtungen. Nur der bunte Tunupa kann bestiegen werden, die Überschreitung zum Tunupa Hauptgipfel ist zu brüchig und riskant. Vom Gipfel hat man einen tollen Blick auf den Salar de Uyuni.
Gehzeit: 6 bis 8 Stunden
Talort: Coquesa (3700m)
Ausgangspunkt: Cementerio (4000m)
Höhenunterschied: 1200 m
Beste Zeit: Das ganze Jahr über stabile Wetterlage.
Unterkunft: In Coquesa gibt es ein paar sehr einfache Unterkünfte.
Anfahrt: Von Uyuni aus einfach durch den nördlichen Teil des Salar auf die deutlich sichtbare Insel mit dem wildgezackten Bergmassiv zu fahren.
Anforderungen: Langer, mühsamer Anstieg, am weglosen Schlussgrat muss rutschiger Steilschutt überwunden werden.
Hinweis: Der Weiterweg zum Hauptgipfel ist nicht zu empfehlen. Es soll in den letzten Jahren unter den brüchigen Gipfelzacken einige Erdrutsche gegeben haben.
Mit knapp 150 Quadratkilometern ist der Salar de Uyuni nicht nur der größte Salzsee der Erde, sondern wohl auch der Bekannteste. Einem Gletscher gleich in strahlendem Weiß liegt die endlos scheinende, brettebene Salzfläche vor uns, wenn wir unser Fahrzeug in Richtung Coquesa bewegen. Einen der besten Aussichtsplätze über dieses einmalige Naturschauspiel gibt der buntgefärbte Vulkanberg Tunupa ab, von überall deutlich sichtbar über das weiße Meer hinausragend. Unter dem Berg befinden sich ein paar kleine Ortschaften umrahmt von erstaunlich grünen Weideflächen. Diese bilden einen prachtvollen Kontrast zu den leuchtenden Salzflächen des Salares und den vielfarbigen Gesteinsformationen des Vulkans. Zwar ist sein Hauptgipfel kaum zu erreichen, aber immerhin stellt der Vorgipfel des heiligen Berges der Aymara ein lohnenswertes Gipfelziel dar.
Von Coquesa aus können wir die ersten 300 Höhenmeter auf einem lang gezogenen Fahrweg noch mit dem Allradfahrzeug überwinden, an den Grabstätten endet der Weg dann aber definitiv mit einem runden Parkplatz. Von hier aus steigen wir zuerst gerade hinauf, bis sich hinter einer kleinen Mauer der Weg gabelt. Der linke, etwas schwieriger zu findende Weg ist der richtige. Er leitet durch mit Steinmauern befestigte Felder und grünes Weideland problemlos auf einen lang gezogenen Bergrücken zu. Hier wird der Weg undeutlicher, ist aber immer noch recht gut zu erkennen. Ein paar felsigen Gipfelköpfen weichen wir leicht absteigend rechts aus, weiterhin von spärlichen Pfadspuren begleitet. Hier versuchen wir möglichst wenig Höhe zu verlieren, da sich nach etwa 20 Minuten links über uns ein abwechslungsreich gefärbter Sattel aufbaut. Hier müssen wir hinauf. Etwas mühsam zwar, aber dank einiger Steigspuren doch problemlos, stehen wir 50 Höhenmeter später direkt unter dem steilen Gipfelgrat aus prächtigem, buntgefärbtem Schutt. Immer phantastischer werden die Tiefblicke auf die grüne Insel unter uns, und natürlich auf die unendlichen Weiten des Salares. Leider folgen nun die anstrengendsten 300 Hm unseres Weges. Es gibt kaum noch Spuren und der Grat führt gnadenlos bergauf. Doch die phantastische Rundsicht, die prickelnden Nahblicke auf die wilden Felsformationen des Hauptgipfels und vor allem die extrem vielgestaltige Kraterlandschaft unter uns, entschädigen für alle Mühen. Mangels Alternativen muss am Aufstiegsweg abgestiegen werden.
Tour 4
Vulkan Uturuncu (6022m) Leichter 6000er in der vulkanischen Wüste
Der Vulkan Uturuncu über Quetena Chico gilt als der leichteste 6000er in Bolivien.
Der Vulkan Uutruncu befindet sich im Südwesten Boliviens nahe der argentinischen Grenze. Der nächstgelegene Ort ist Quetena Chico das nur sehr spartanische Unterkunftsmoeglichkeiten bietet. Mit 6008 Metern erreicht der Uturuncu nur knapp die 6000 Meter Marke und ist recht einfach zu besteigen. Ein Fahrweg führt bis auf ca. 600 Höhenmeter an den Gipfel heran. Der Aufstieg bietet keine technischen Schwierigkeiten. Der Uturuncu ist ein nicht komplett erloschener Vulkanberg. Vereinzelte Fumarolen und Schwefelgesteine zeigen deutlich eine noch vorhandene vulkanische Aktivität an. Aufgrund der ungünstigen Lage in der abgelegenen Cordillera Lipez wird der Uturuncu trotz seiner einfachen Ersteigbarkeit recht selten bestiegen. Obwohl er der zwölfthöchste Berg des Andenstaates Bolivien ist, gilt der Uturuncu als kaum bekannt.
5-6 Stunden
Talort: Quetena Chico (ca. 4000 m) , Tupiza (2990m)
Ausgangspunkt: Parkplatz am Minenweg (5400m)
Höhenunterschied: 500 – 600 m
Beste Zeit: Das ganze Jahr über stabile Wetterlage.
Unterkunft: In Quetena Chico gibt es ein paar sehr einfache Unterkünfte
Anfahrt: Quetena Chico befindet sich auf der Fahrstrecke von Tupiza zum Salar de Uyuni. Von hier folgen wir am Ortsausgang einem holprigen Fahrweg nach Süden, der zuerst einmal durch ein kleines Bachbett führt und sich dann in steilen Windungen den vom Ort aus schon gut sichtbaren Vulkanrücken hinaufschraubt. Die Fahrer kennen den Weg normalerweise. In den normalen Salartouren von Uyuni aus ist diese Region nicht enthalten!
Anforderungen: Einfacher Aufstieg, auf zuerst breiten Fahrwegen, später auf schmalem Bergpfad. Wegen der sehr großen Höhe trotzdem nicht zu unterschätzen! Eventuell könnte der Gipfelbereich leicht vereist sein, er ist aber so flach das er trotzdem begehbar sein dürfte. Die Wege sind problemlos zu finden.
Variante: Wenn man schon mal hier oben ist bietet es sich am, auch noch den 5930 Meter hohen Nebengipfel mitzunehmen, was etwa 1 bis 1,5 Stunden zusätzlich erfordert. Vom Sattel aus wählen wir nun den breiteren linken Weg um den Berg herum, und steigen dann weglos, aber völlig unschwierig über den nördlichen Gratrücken zum Gipfel hinauf.
Bolivien ist bekanntlich nicht gerade arm an imposanten 6000er Gipfeln, der wohl abgelegendste von ihnen ist der Uturuncu in der südlichen Cordillera Lipez. Wahrscheinlich ist das der Hauptgrund warum er, trotz der recht geringen Anforderungen, ziemlich selten bestiegen wird. Dabei lässt sich die Tour hervorragend mit einer Tour durch den Salar de Uyuni kombinieren, dazu muss allerdings in Uyuni oder Tupiza privat ein Fahrer angeheuert werden. Zu Mehreren kostet das aber kaum mehr als die normalen Standarttouren und bietet deutlich mehr Flexibilität. Gerade die Umgebung des Uturuncu gilt noch als touristischer Geheimtipp und beherbergt neben weiteren interessanten Bergzielen mit der Laguna Celeste einen der schönsten Vulkanseen Südamerikas. Celeste heißt Himmelblau, und das ist ausnahmsweise mal nicht zu viel versprochen.
Je nach Wegverhältnissen können wir bis auf gut 5400 Meter Meereshöhe oder sogar noch näher an den Berg heranfahren. Hierbei ist uns ein deutlicher Minenweg behilflich, der sich in unzähligen Serpentinen immer weiter den Berg hinaufschraubt. An einem breiten Wendeplatz unterhalb der schutthaltigen Gipfelwand ist dann aber normalerweise endgültig Schluss und wir treten den weiteren Anstiegsverlauf zu Fuß an. Nachdem wir eine kleine Rinne durchquert haben, folgen wir geradeaus dem Fahrweg, welcher eine weite Rechtskurve um den Gipfelhang beschreibt. Zwischen zahlreichen Fumarolen und vielfarbigen Gesteinsschichten hindurch winden wir uns 3 weitere Serpentinen hinauf, immer die weitläufigen Hochflächen der uns umgebenden Vulkanwüste vor Augen. Ein ebenes Wegstück leitet dann geradewegs in den breiten, 5700 Meter hohen Sattel zwischen den beiden Uturuncugipfeln. Der höhere Hauptgipfel befindet sich rechts. Hinter einem auffälligen Steinbrocken führt ein zwar schmaler aber deutlicher Pfad in die steilen Schuttfelder unter dem felsigen Kraterrand hinein. Durch die lang gezogenen Serpentinen lässt sich auch dieser so ausladend wirkende Abschnitt recht angenehm überwinden und keine Stunde später stehen wir direkt unter der wilden Felsmauer des Kraterrandes. Glücklicherweise ist diese Mauer teilweise von einem Schuttfeld unterbrochen und Pfadspuren weisen uns den richtigen Weg zum Durchschlupf. Etwas weiter oben wird das Gelände dann deutlich flacher und es sind kaum noch Spuren vorhanden. Wir halten, linksseitig ein Firnfeld umgehend, einfach direkt auf den Kraterrand zu, und wenden uns oben angekommen nach Rechts wo schon das kleine Steinhäuschen auf dem Gipfel zu sehen ist. Der Abstieg erfolgt größtenteils auf dem Aufstiegsweg, wobei es sich anbietet unterhalb des Steinwalles direkt durch die steilen Schuttfelder abzufahren.
Tour 5
Kari Kari (5021 m) Wilde felsberge über Potosi
Das Kari Kari-Gebiet ist eine kleine Berggruppe über Potosi im Süden von Bolivien.
Kari Kari? Dazu fällt wohl kaum einem Bergsteiger etwas ein, selbst Bolivienkenner müssen hier meistens passen. Zu viele interessante Berggruppen gibt es in Bolivien. Doch nach Potosi und zum kari Kari zieht es kaum je einen Bergsteiger. Dabei liegt die Stadt immerhin über 4000 Meter hoch und alle umliegenden Berge sind leicht zu erreichen.
Einen besseren Ort zur Akklimatisation kann es eigentlich kaum geben. Das Kari Kari Gebirge kann sogar zu Fuss von Potosi aus besucht werden.
Zudem ist Potosi höchst geschichtsträchtig, galt es doch im Mittelalter als eine der reichsten Städte der Welt. Grund dafür sind die berühmten Silberminen, mittlerweile zwar völlig ausgebeutet aber für Touristen weiterhin interessant. Täglich gibt es Führungen durch den von Gängen total zerfurchten Berg. Obwohl vom Silber praktisch nichts mehr übrig geblieben ist, sind weiterhin mehrere Kompanien am Cerro Rico tätig. Heutzutage suchen sie nach Kupfer und Zinn, oder bieten eben den Touristen ihre Führerdienste an, als einträglichste Variante. Ansonsten ist fast nichts mehr zu holen im Berg, 10, teilweise 12 Stunden am Tag quälen sich die Arbeiter in den engen stickigen Gängen, meistens auf eigene Rechnung. Auf mehr als 100 Dollar im Monat kommt dabei kaum jemand.
Früher starben geschätzte 8 Millionen indigena in den Minen, sie wurden von den spanischen Eroberern zu tausenden gezwungen dort zu arbeiten. Meistens so lange wie sie es aushielten, dann wurden sie einfach durch neue ersetzt. So wurde die leere spanische Staatskasse aufgefüllt, wie immer auf Kosten der einheimischen Bevölkerung. Wirklich viel hat sich aber an den Arbeitsbedingungen in den Minen bis heute nicht geändert.
Damals hieß es in Europa in Potosi wären sogar die Strassen aus Silber, es galt als die größte und reichste Stadt der neuen Welt. Das ist natürlich längst vorbei, aber Potosi zählt immer noch zu den reichsten Städten Boliviens, mit prächtigen Bauwerken, breiten Einkaufsstraßen und weitläufigen Plazas. Viel Anwälte und andere wohlhabende Bolivianer sind hier ansässig, dazu wirkt die Stadt sehr lebendig. Gerade junge Leute bevölkern die zahlreichen Restaurantes und Caffees. Heute hat Potosi etwa 162.000 Einwohner und gilt, 4082 Meter hoch gelegen als die höchste Großstadt der Welt.
Über der Stadt ist der Pyramidenförmige Cerro Rico immer noch allgegenwärtig, fast von überallher fällt er ins Auge. Auf der anderen Seite kann man von manchen Punkten aus auch die weniger auffällige Kari Kari Gruppe bewundern. Obwohl höher als der markant geformte Cerro Rico fällen diese dunklen Felsgestalten aus der Ferne weniger auf. Aus der Nähe betrachtet bieten sich allerdings fantastische Wandermöglichkeiten durch sattgrüne Täler, vorbei an glasklaren Bergseen und bunten Llamaherden. Über dieser idyllischen Szenerie erheben sich durchaus interessante Berggestalten, die meisten davon recht einfach zu besteigen.
