Beschreibung

Die Hummel ist nicht nur ein pelziges Geschöpf, an dessen Anblick wir uns erfreuen, sie ist auch ein Wunder der Natur, das die Gesetze der Schwerkraft überlistet, und ein Nutztier, das jährlich Abermillionen Tomaten und Johannisbeeren bestäubt. Doch die Hummel ist vom Aussterben bedroht. Ihr Verschwinden hätte gravierende Folgen für unsere Gesellschaft. Dave Goulson, Englands führender Hummelforscher, öffnet uns die Augen für ungeahnte Zusammenhänge zwischen Hummeln und Menschen. Sein Buch ist eine Liebeserklärung an die wahre Königin der Lüfte, eine hinreißend humorvolle Schilderung eines großen Abenteuers, der Rettung der Erdbauhummel – und ein furioses Plädoyer für die Bewahrung der Natur.

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Seitenzahl: 410

oder

Dave Goulson

Und sie fliegt doch

Eine kurze Geschichte der Hummel

Aus dem Englischen von Sabine Hübner

Titel der Originalausgabe:

A Sting in the Tale

London, Jonathan Cape 2013

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt.

Alle Rechte, auch die der Übersetzung, des Nachdruckes und der Vervielfältigung des Buches oder von Teilen daraus, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in irgendeiner Form (Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren), auch nicht für Zwecke der Unterrichtsgestaltung – mit Ausnahme der in den §§ 53, 54 URG genannten Sonderfälle –, reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Copyright © Dave Goulson 2013

Dave Goulson has asserted his right under the Copyright, Designs and Patents Act 1988 to be identified as the author of this work

Alle Rechte der deutschen Ausgabe:

© 2014 Carl Hanser Verlag München

Internet: http://www.hanser-literaturverlage.de

Herstellung: Thomas Gerhardy

Umschlaggestaltung: Hauptmann & Kompanie Werbeagentur, Zürich, Design von James Jones, Illustration: © Louise Bird

Datenkonvertierung: Kösel Media GmbH, Krugzell

Textnachweise:

Seite 108: Nachdichtung aus: Bernd Heinrich: Der Hummelstaat. Überlebensstrategien einer uralten Tierart. Aus dem Amerikanischen von Anne Spielmann. München: Econ Ullstein List 2001, S. 87

Seite 152: ›Eric the Half a Bee‹ Words and Music by John Cleese and Eric Idle © 1970, EMI Virgin Music Ltd, London W8 5SW

Seite 193: Charles Darwin: Über die Wege der Hummelmännchen. In: Gesammelte kleinere Schriften von Charles Darwin. Hrsg. und übersetzt von Ernst Krause. Leipzig: Ernst Günther 1886, S. 84 – 88

Seite 247: Emiliy Dickinson: Gedichte. Hrsg. und übersetzt von Gunhild Kübler. München: Carl Hanser Verlag 2006, S. 513

ISBN 978-3-446-44039-5

E-Book-ISBN 978-3-446-44067-8

Für Seth, meinen jüngsten Sohn.

Möge es immer Blumenwiesen, summende Bienen und brummende Hummeln geben, an denen er sich erfreuen kann.

Inhalt

Prolog

1Die Erdbauhummel

2Das Hummeljahr

3Die heißblütige Hummel

4Eine kurze Geschichte der Bienen und Hummeln

5Den Heimweg finden

6Beinwell und stinkende Füße

7Tasmanische Teufel

8Quinn und Toby und die Hummelspürhunde

9Hummelkriege

10Kuckuckshummeln

11Hummelfeinde

12Von Blumen und Bienen

13Spielt die Größe eine Rolle?

14Ketchup und türkische Immigranten

15Chez Les Bourdons

16Eine Schutzorganisation nur für Hummeln

17Die Rückkehr der Königin

Dank

Gebräuchliche und lateinische Namen der Hummeln Großbritanniens

Prolog

Für Hummeln und andere Insekten interessiere ich mich bereits seit meinem siebten Lebensjahr, als meine Familie und ich aus einem kleinen Doppelhaus am zersiedelten Stadtrand Birminghams in das Dörfchen Edgmond in Shropshire zogen. Mein Vater war ganz in der Nähe in der Marktstadt Newport aufgewachsen und legte als Lehrer großen Wert darauf, dass seine beiden Söhne eine gute Schulausbildung genossen. Newport besaß schon damals eine ausgezeichnete Grammar School – mein Vater hatte sie besucht und hoffte nun, dass auch mein Bruder und ich dort hingehen würden, vorausgesetzt, wir bestanden die Aufnahmeprüfung.

Mit sieben Jahren war mir die Schule ziemlich egal, aber unser neues Haus fand ich toll. Im Rückblick kommt es mir ziemlich hässlich vor, mit seiner Natursteinverkleidung, die wie ein Ausschlag wirkte, und dem hässlichen Flachdachanbau –, aber kleine Jungen stört so etwas ja nicht. Das Haus stand frei und hatte einen viel größeren Garten, als ich es gewohnt war. Es gab große Blumenbeete, Apfel- und Zwetschgenbäume, einen Teich, zwei alte Holzschuppen voller Spinnweben und riesigen Spinnen, vor denen mir gruselte, und so viel Platz, dass mein Vater einen schönen Gemüsegarten anlegen konnte.

Aber das Beste war: Das Haus grenzte an offene Landschaft. Ich musste nur die Hauptstraße überqueren und eine Steinmauer hinunterspringen, und schon befand ich mich mitten auf einem riesigen Feld, mit einem prächtigen Kastanienbaum, auf dem man herrlich klettern konnte. An heißen Sommertagen stand im Schatten des Baumes oft ein mürrischer grauer Apfelschimmel, der mit zuckendem Schweif die Fliegen verscheuchte und gerne biss und auskeilte. Im Frühling wimmelte der Baum von Hummeln, die seine cremeweißen und rosaroten Blütenkerzen besuchten. Sie sorgten dafür, dass die Blüten sich im Spätsommer in Tausende von Kastanien verwandelten, mit denen meine Freunde und ich, versteckt im dichten grünen Wipfel, Passanten bombardierten.

Mein Vater interessierte sich nicht allzu sehr für Blumen; er ließ mir beim Pflanzen freie Hand, und so säte ich Lavendel, Sommerflieder und Katzenminze, um Hummeln und Schmetterlinge anzulocken. An einem der alten Schuppen zog ich Geißblattranken empor, um Nachtfalter zu füttern, und ich pflanzte eine männliche Salweide, um den Hummeln zu Frühlingsbeginn Nahrung zu bieten. Aus alten Ziegelsteinen, die ich mir von einem baufälligen Bauernhaus jenseits der Felder holte und im Rucksack nach Hause schleppte, baute ich einen großen Steingarten. Unter den Steinen ließ ich Nischen frei, in denen die Hummeln nisten konnten, oben drauf pflanzte ich Hornklee, weil die Hummeln seine Blüten, und die Raupen des Hauhechel-Bläulings seine leckeren Blätter lieben. Ich grub einen größeren Teich und bestückte ihn mit Molchen, Stichlingen und allen möglichen anderen Tieren aus dem Dorfkanal.

Ich habe keine Ahnung, woher das bei mir kam. Mein Vater, ein ehemaliger Geschichtslehrer, weiß bis zum heutigen Tag die Chronologie der englischen Monarchen seit Wilhelm dem Eroberer auswendig, mit allen Daten, und kann anhand von Fensterform oder Kreuzblumen das Alter eines Bauwerks bestimmen. Würde man ihm aber eine Hummel präsentieren, hätte er keinen blassen Schimmer (obwohl ich versucht habe, ihm etwas über Hummeln beizubringen). Meine Mutter war Sportlehrerin, konnte toll mit Schlagholz oder Tennisschläger umgehen und nahm leidenschaftlich gern an Wettkämpfen teil, hatte aber nicht das geringste Interesse an der Natur. Sie machte sich absolut nichts aus Krabbeltieren, egal welcher Art, und hatte eine panische Angst vor Spinnen. Also musste ich mir alles selbst beibringen, anhand verschiedener Bestimmungsbücher und Naturkundeführer, die mir meine Eltern glücklicherweise beschafften; mein Vater ist ein richtiger Buchliebhaber.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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