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Sie wollte geheilt werden. Doch ihre Lust ließ sich nicht therapieren. Anna führt nach außen ein normales Leben. Ehe, Wohnung, Alltag. Doch hinter dieser Fassade tobt ein unstillbarer Hunger nach Nähe, Körpern, Berührung. Männer werden zu Droge, Sex zur Flucht, Kontrolle zur Illusion. Jeder Versuch, sich zu retten, treibt sie tiefer in Abhängigkeit, Gewalt und Selbstverlust. Zwischen schmutziger Begierde und verzweifelter Sehnsucht nach Halt verliert Anna Stück für Stück sich selbst, und erkennt schließlich eine Wahrheit, die sie nicht mehr leugnen kann: Manche Begierden sind nicht heilbar. Sie verlangen Akzeptanz. Oder völlige Hingabe. Unheilbare Begierde ist ein kompromissloser, pornografisch-psychologischer Roman über Lust als Sucht, Liebe als Grenze und eine Frau, die lernen muss, mit ihrer Dunkelheit zu leben. Schonungslos. Sinnlich. Verstörend ehrlich.
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Seitenzahl: 129
Veröffentlichungsjahr: 2026
Caroline Milf
Unheilbare Begierde
Bekenntnisse einer Sexsüchtigen
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
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Impressum neobooks
Es gibt Beziehungen, die nach außen vollkommen wirken. Zwei Menschen, die sich kennen, die sich mögen, die ihr Leben teilen. Und doch entsteht zwischen ihnen ein unsichtbarer Raum. Kein Streit, keine Kälte – nur ein Mangel. Ein sanftes, schmerzhaftes Vakuum dort, wo Nähe tiefer werden könnte.
In diesem Raum sammeln sich unausgesprochene Wünsche. Sie werden zu Gedanken, dann zu Fantasien, schließlich zu Fragen, die man sich selbst kaum zu stellen wagt. Nicht aus Untreue, sondern aus Hunger. Aus dem Bedürfnis, sich wieder lebendig zu fühlen.
Denn der Körper vergisst nichts. Er erinnert sich an jede Sehnsucht, die nie erfüllt wurde.
Ich habe lange geglaubt, dass man sich an alles gewöhnen kann. An Routinen. An Kompromisse. An das stille Akzeptieren dessen, was ist. Doch es gibt etwas in uns, das sich nicht erziehen lässt. Etwas Wildes, Zartes, Unnachgiebiges.
Es meldet sich leise, fast höflich. Erst als Unruhe, dann als Verlangen. Und irgendwann stellt es eine Frage, die sich nicht mehr überhören lässt:
Was, wenn das Leben mehr für mich vorgesehen hat als nur Zufriedenheit?
Im selben Moment, in dem er in mich eindrang, war mir klar, dass sich nichts ändern würde. Kein Kippen der Welt, kein Aufbrechen eines lange verschlossenen Tores, kein inneres Aufleuchten. Nur dieses dumpfe, vertraute Wissen, das sich in mir festsetzte wie ein kalter Schatten: Es würde wieder so sein wie immer.
Und doch hatte ich gehofft.
Mehr als das – ich hatte es gebraucht.
Ich wollte, dass etwas geschah. Dass mein Körper endlich das bekam, wonach er sich sehnte. Diese drängende, brennende Erwartung, die sich in mir aufgebaut hatte, Stunde um Stunde, Tag für Tag, Jahr um Jahr.
Ein Mann kann sich kaum vorstellen, was in einer Frau vorgeht, wenn sie bereit ist. Wenn jede Faser ihres Körpers gespannt ist, wenn das Blut schneller fließt, wenn Gedanken verschwimmen und nur noch dieses eine Verlangen bleibt. Dieses Ziehen tief im Inneren, diese vibrierende Unruhe, die Erlösung verlangt.
Und dann ist er da, endlich.
Dringt ein.
Und doch bleibt alles unvollendet.
Statt Befriedigung wächst der Hunger. Statt Ruhe wird die Sehnsucht größer. Eine bittere Erkenntnis, die sich leise, aber unerbittlich in die Gedanken schiebt.
Nein, das kann ein Mann nicht verstehen. Beim besten Willen nicht.
Ich wusste es seit jener ersten Nacht, die mir unauslöschlich im Gedächtnis geblieben war. Seit dem Moment, in dem ich mich David hingegeben hatte – vor zehn Jahren, in unserer Hochzeitsnacht.
Ja, ich war damals noch unberührt gewesen. Nicht, weil ich es so gewollt hätte, sondern weil David darauf bestanden hatte. Es hatte Augenblicke gegeben, viele sogar, in denen seine Vorsätze zu wanken schienen. Augenblicke, in denen ein einziges Wort von ihm genügt hätte, um mich alles vergessen zu lassen. Ich wäre ihm ohne Zögern gefolgt, hätte mich ihm geöffnet, ohne Angst, ohne Zweifel.
Manchmal war ich überzeugt gewesen, dass es geschehen würde.
Und doch geschah es nie.
Damals erschien mir daran nichts merkwürdig. Mein Körper reagierte auf ihn mit einer Selbstverständlichkeit, die mich selbst überraschte. Eine Berührung, ein flüchtiger Kontakt, und ich stand in Flammen. Ich hielt das für normal. Für etwas, das jede Frau empfand, wenn sie dem Mann gegenüberstand, den sie liebte und den sie heiraten würde.
Ich stellte keine Fragen. Ich zweifelte nicht an mir. Warum auch? Leidenschaft erschien mir als etwas Natürliches, als Ausdruck von Nähe und Vertrauen.
Ich erinnere mich noch genau an jenen Abend, an dem mir diese Erregung zum ersten Mal bewusst wurde. Wir hatten uns schon geküsst, uns berührt, hatten uns in Zärtlichkeiten verloren, meist auf dem Rücksitz seines Wagens. Manchmal öffnete er meinen BH, streifte ihn ab, ließ seine Hände über meine nackten Brüste gleiten.
Es war ein berauschendes Gefühl.
Warm. Elektrisierend.
Doch weiter gingen wir nie. Äußere Umstände, innere Hemmungen – und vielleicht auch die Angst, etwas Unumkehrbares zu tun, hielten uns zurück.
Bis zu jener Nacht.
Meine Eltern waren übers Wochenende verreist. Das Haus gehörte mir allein. Kein Blick auf die Uhr, kein ungeschriebenes Gesetz, das Davids Anwesenheit begrenzte. Zum ersten Mal waren wir wirklich allein.
Und doch waren wir verlegen. Fast schüchtern. Wir redeten wenig, sahen uns kaum an, als fürchteten wir, uns gegenseitig zu verraten. Zwischen uns lag eine Spannung, die kaum auszuhalten war. Ich war fast dankbar, dass David sich mit dem Fußballspiel im Fernsehen ablenkte. Bayern München lief, und er verfolgte jede Szene mit ernster Konzentration.
Ich saß neben ihm auf dem Sofa, versuchte mitzuschauen, ohne wirklich hinzusehen. In der Halbzeit legte er den Arm um meine Schulter, zog mich näher an sich. Ich schmiegte mich an ihn, dankbar für jede Berührung, für jedes Zeichen seiner Nähe.
An diesem Abend begriff ich, dass wir füreinander bestimmt waren – zumindest glaubte ich das.
Seine Finger berührten meine Brust eher zufällig. Vielleicht hatte er es gar nicht bemerkt. Für mich jedoch war es, als hätte jemand einen Schalter umgelegt. Mein Körper reagierte sofort. Ein feiner Schauder lief mir über den Rücken, meine Brustwarzen wurden hart, mein Atem flacher.
Ich sagte nichts. Ich wich nicht zurück. Als seine Hand mit festerem Druck über meinen Busen glitt, schloss ich die Augen. Mein Körper überzog sich mit Gänsehaut, zwischen meinen Schenkeln sammelte sich eine feuchte Wärme, die mich schwindelig machte.
Ich lehnte den Kopf an seine Schulter, ließ mich treiben. Er schien völlig in das Spiel vertieft, ahnungslos gegenüber dem Sturm, der in mir tobte.
Was wusste er schon, was in mir vorging?
Während ich so neben ihm auf dem Sofa saß, entstanden vor meinem geistigen Auge allerlei erotische Situationen. Ich malte mir aus, wie er mir den Pulli über den Kopf streifen und anschließend den BH abnehmen würde, so dass er ganz nach Belieben mit meinen nackten Brüsten spielen konnte.
Dann würde er mir langsam den bereits feuchten Slip ausziehen und Besitz von meinem nackten Unterleib ergreifen.
Oh, es war wundervoll, sich diese Situationen in allen Einzelheiten auszumalen. Die Bilder versetzten mich in eine solche Erregung, dass ich kaum noch stillsitzen konnte.
Impulsiv kroch ich auf seinen Schoss, und meine Lippen suchten seinen Mund.
Das war genau der Augenblick, auf den wir gewartet hatten. Bislang hatten wir unser sexuelles Begehren unterdrückt, aber dieser leidenschaftliche Kuss war der Schlüssel zu einem Paradies, das wir noch nicht zu betreten gewagt hatten.
Unsere Zungenspitzen begegneten sich, und unsere feuchten Lippen trachteten, die aufsteigende Erregung zu vertiefen.
Schon nach wenigen Minuten schlugen die Wellen der Leidenschaft über uns zusammen.
Ich spürte seine Erektion, als ich mich fester gegen seinen Schoss drückte. Das erigierte Glied war hart und steif. Bislang war David stets verlegen geworden, und er hatte krampfhaft versucht, dieses Anzeichen seiner Erregung vor mir zu verbergen. Trotzdem hatte ich es jedes Mal deutlich gespürt. Für mich war es ein Beweis der Macht, die ich über ihn hatte.
Doch diesmal versuchte er erst gar nicht, seine Erregung vor mir zu verbergen. Er ließ mich sogar gewähren, als ich die Hand über seinen Schoss schob und das harte Ding in seiner Hose streichelte.
Das war für mich der ausschlaggebende Beweis dafür, dass wir in dieser Nacht die letzte Grenze überschreiten würden. Wenn ich den Zauber dieser Stunde nicht gebrochen hätte, wäre es auch höchstwahrscheinlich so weit gekommen.
Doch ich konnte es einfach nicht länger ertragen. Mein ganzer Körper stand in hellen Flammen und sehnte sich nach Sex. Ich wusste nur, wie sehr ich mich danach sehnte, dass er dieses harte, steife Ding in mich hineinschob.
In blinder Erregung sprang ich von seinem Schoss und streckte ihm die Hand entgegen. Ich wollte ihn in mein Zimmer führen, wo wir uns ausziehen und unsere nackten Körper aneinanderschmiegen konnten. Ich wollte mich aufs Bett legen und die Beine breit machen, um ihm alles zu bieten.
Sobald ich den Kontakt zu ihm löste, kehrte seine Vernunft zurück. Er sprach von Fehlern, von falschen Entscheidungen, von einem Zeitpunkt, der noch nicht der richtige sei. Seine Stimme klang traurig, fast gequält, und ich wollte ihm glauben.
Also tat ich es.
Mein Körper bebte vor Verlangen, doch ich zwang mich zur Ruhe. Wir verbrachten den Rest des Abends schweigend, unglücklich, erleichtert erst, als er ging und die Haustür hinter ihm ins Schloss fiel.
Allein lehnte ich mich an den Türrahmen. Meine Knie zitterten, als hätten sie mich nicht mehr tragen wollen.
Im Bett fand ich keinen Schlaf. Mein Körper war noch immer voller Unruhe, voller Sehnsucht. Gedanken jagten sich, kreisten um Fragen, auf die ich keine Antworten hatte.
Schließlich hielt ich es nicht mehr aus.
Ich zog meinen Slip langsam herunter, legte mich im Bett zurück und spreizte meine Beine. Mit der linken Hand begann ich durch mein weiches, blondes Schamhaar zu streichen, mit der rechten Hand knetete ich meine erregten Brustwarzen.
Lustvoll rieb ich über meinen angeschwollenen Kitzler und stemmte meinen Unterleib meinen Fingern entgegen. Ich presste die Fußsohlen fest auf das Bett und drückte meine Knie nach außen. So öffneten sich sanft meine feuchten Schamlippen. Langsam schob ich einen Finger in meine gierige Spalte. Ich stöhnte und bewegte meinen Finger. So steigerte ich permanent meine Erregungskurve.
Wenig später erreichte ich meinen Höhepunkt.
Aber auch nach dem Masturbieren sehnte ich mich noch nach David. Ich war nicht befriedigt. Allerdings hielt ich das für normal.
Ich redete mir ein, dass es normal sei. Dass es jeder Frau so gehe.
Erst die Hochzeitsnacht sollte mir zeigen, wie sehr ich mich täuschte.
Der Tag unserer Hochzeit verging in einem Rausch aus Stimmen, Glückwünschen und Erwartung. Hinter allem stand dieser eine Gedanke: die Nacht. Unsere Nacht.
Als ich im Badezimmer mein Negligé überstreifte und ins Schlafzimmer trat, pfiff David leise bewundernd. Er lag bereits im Bett, die Decke bis zum Kinn gezogen, ein Lächeln auf den Lippen. Ich wusste nicht, ob er nackt war oder nicht, und schloss die Augen, als ich zu ihm trat. Alles sollte geheimnisvoll bleiben.
Doch kaum zog er mich an sich, war jede Geheimniskrämerei vorbei. Im nächsten Augenblick war ich nackt.
Wir umklammerten uns, es war ein völlig neues Gefühl. Meine Brüste schmiegten sich an seinen breiten Brustkasten und ich spürte die gewaltige Erektion zwischen seinen Schenkeln. Es war ein herrliches Gefühl und bedurfte keines weiteren Vorspiels, um mich in Erregung zu versetzen.
Dennoch ließ ich es zu, dass er mit meinem Körper spielte. Ich legte mich auf den Rücken und stieß die Bettdecke mit den Füßen zurück, damit er meinen nackten Körper sehen konnte. Er sollte mit mir tun, worauf er Lust hatte.
Mit einem heiseren Aufschrei beugte er sich über mich.
Sein Mund fand meine erigierten Brustwarzen, und ich erschauerte unter seinen zärtlichen Berührungen. Obwohl ich eben erst geduscht hatte, war mein Körper im Handumdrehen in Schweiß gebadet. Behutsam drückte er die flache Hand gegen meine blondbehaarte Vagina, und ich bäumte mich ein wenig auf. Ich umklammerte seine Hand mit beiden Händen und drückte sie fester gegen meine zuckenden Schamlippen. Er sollte spüren, wie mich das Begehren verzehrte.
Er streichelte meinen ganzen Körper, bis ich es nicht länger ertragen konnte. Ich wollte einfach nicht länger warten!
„Gib ihn mir! Oh, gib ihn mir!“, röchelte ich zu meiner und Davids Überraschung. „Fick mich endlich, ich warte bereits so lange auf deinen Schwanz.“
Ich spürte, wie er sich zwischen meine gespreizten Schenkel schob. Er kam näher und näher, dann spürte ich die erste Berührung seiner Erektion an meiner Haut. Sein harter Penis fand den Weg zu meinen zuckenden Schamlippen, verharrte dort einen Augenblick und drang dann behutsam in meine Vagina ein.
Seine anfänglichen leichten Stöße wurden stärker, und ich spürte, wie er die Jungfernhaut in meiner Scheide durchdrang. Wenige Sekunden später war der Penis der ganzen Länge nach in mich eingedrungen.
Ein unbeschreibliches, wundervolles Gefühl!
Die in mir erwachende Wollust war stärker als alle Schmerzen. Ich umklammerte ihn, als fürchtete ich, dass er mich verlassen könnte. Seine Stöße wurden länger und wilder. Ich spürte den Druck seines Bauches, und sein Hodensack klatschte im Rhythmus seiner Stöße gegen mein Hinterteil. Alles war fast so, wie ich es mir immer in meinen Träumen ausgemalt hatte.
Fast, aber nicht genauso!
Ich weiß selbst nicht, was ich eigentlich erwartete. Wahrscheinlich malte ich mir aus, dass ich völlig außer mir geraten würde. Natürlich empfand ich die Wellen der Wollust, doch es fehlte noch immer ein bisschen an der vollkommenen Befriedigung, als hätte ich noch etwas anderes erwartet. Irgendwie hatte ich mir vorgestellt, dass die Wucht dieser Empfindungen mich in eine ganz andere Welt versetzen würde.
Aber es war nicht so.
Ich will keinerlei Missverständnisse aufkommen lassen!
Natürlich war es gut.
Sehr gut sogar.
Mein Körper gab sich diesen ungeahnten Empfindungen voll hin. Meine Lenden standen in hellen Flammen, und ich war nicht mehr Herr über meine Sinne.
Meine Schenkel zuckten, und ich warf den Kopf von einer Seite auf die andere, als würde er von unsichtbaren Bändern gezogen werden. Meine Finger waren in Davids Rücken verkrallt und spornten ihn zu wuchtigeren Stößen an.
Ich spürte, dass ich unmittelbar vor dem Orgasmus stand. Es konnte sich nur noch um Sekunden handeln. Dieser harte Kolben musste die Fähigkeit haben, mich in eine andere Welt zu versetzen.
Doch der Augenblick der Erlösung kam nicht!
Gerade als mein Körper bereit war, vor Wollust zu zerfließen, spürte ich, wie der dicke Penis zu zucken begann. Ich sperrte die Augen auf und starrte verständnislos in Davids verzerrtes Gesicht.
Natürlich merkte ich, was mit ihm los war. Er konnte sein Begehren nicht länger zügeln. Dabei wünschte ich mir so sehr, dass er auf mich wartete!
Instinktiv spürte ich, dass für mich alles vorüber wäre, wenn er erst mal den Orgasmus erreicht hatte.
Für mich gab es keine Möglichkeit, ihm Einhalt zu gebieten. Er bäumte sich noch einmal auf und spritzte. Die volle Ladung seines Saftes schoss in meine zuckende Liebesgrotte.
Das war ein gewiss erregendes Erlebnis für mich, aber irgendwie konnte ich nicht verstehen, dass sein Begehren damit völlig abflaute.
Ich lag unter ihm und nahm alles in mir auf, was er zu bieten hatte. Meine Schenkel zuckten, und unsere Körper waren in Schweiß gebadet.
Ich klammerte mich an ihn und flüsterte ihm verständnisvolle Worte zu, weil ich glaubte, dass er das von mir erwartete. Ich hatte gehört, dass junge Männer oftmals Schwierigkeiten mit ihrem Orgasmus hatten.
Ich wusste ja, dass David alles für diese Stunde aufgespart hatte. Es war ihm bestimmt nicht leichtgefallen, an seinen Prinzipien festzuhalten. Daher war es nur allzu verständlich, dass er den Höhepunkt so schnell erreichte.
Mein Verständnis für ihn änderte nichts an meinem eigenen Empfinden. Das Brennen blieb. Die Unruhe. Die Leere nach der Nähe.
Damals erklärte ich mir alles mit der Aufregung des Tages. Mit Nervosität. Mit Unerfahrenheit.
Heute weiß ich es besser.
Zehn Jahre später, als David wieder in mich eindrang, wusste ich bereits, wie es enden würde. Wie immer. Nach seinem Höhepunkt würde er erschöpft neben mir liegen – und in mir würde der Hunger weiterleben.
Ich liebte ihn. Er war aufmerksam, zärtlich, rücksichtsvoll. Andere Frauen beneideten mich um ihn. Doch er konnte mir nicht geben, wonach ich mich sehnte.
Warum nicht?
Diese Frage verfolgte mich Tag und Nacht.
Ich war bereit, oft schon beim Aufwachen. Ich suchte seine Nähe, spielte mit ihm, bis er reagierte. Manchmal erreichten wir den Höhepunkt gemeinsam. Augenblicke reiner Ekstase.
Doch kaum war es vorbei, kehrte die Leere zurück.
Bald entzog er sich mir. Sprach von Müdigkeit, von Arbeit, von anderen Dingen, die wichtiger seien als Sex.
Für mich gab es nichts Wichtigeres.
