Unser Deutsches Haus - Christoph Elfeldt - E-Book

Unser Deutsches Haus E-Book

Christoph Elfeldt

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Beschreibung

Der Buchtitel suggeriert es schon, hier geht es um Kulinarisches. Ja, auch, aber beileibe nicht nur. Es ist kein Reiseführer, obwohl es um die Landschaften unseres Landes geht. Ebenso ist es kein Ratgeber, was die Verhaltensweisen der Menschen, die hier leben, betrifft. Aber was ist es dann? Es ist ein Buch, in dem die Vielfältigkeit in unserem Land sichtbar werden soll. Haupsächlich ist es ein Plädoyer für unsere bedrohte Demokratie. Vor allem darum habe ich dieses Buch geschrieben.

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Seitenzahl: 185

Veröffentlichungsjahr: 2026

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INHALTSVERZEICHNIS

Eingang

1. TEIL

Ultrarechtes Deutsches Haus, bald real?

Die Gleichschaltung

Die Zeiten werden härter

Der Machtwechsel

Schwerwiegende Folgen

Tradierte Rollen und Prüderie

Mehr Muffigkeit und deutsche Spießigkeit

Gesetzlich festgelegte Ungleichheit

Kinderreichtum staatlich erwünscht

Menschenjagd, Denunziantentum, Fantastereien

Ungute Vorzeichen

Land der Greise

Der Niedergang

2. TEIL

Für ein demokratisches Deutsches Haus

Das Fundament

Der Deutschen liebstes Kind

Wie wir wohnen

Unsere Wesensart, Sitten und Gebräuche

Heimatverbundenheit

Vor unseren Türen

Wälder, Burgen und Schlösser

Zwischen Rhein und Oder

KuK – Kunst und Kultur

Speisen und Getränke

Volksmusik und Schlager

Rock und Popmusik

Bemerkenswerte Ortsnamen

Unsere Vereinskultur

Vorurteile und Unwissen

Rückwärts immer, vorwärts nimmer?

Weitere Blockadepunkte

Gleichberechtigt und gleichbehandelt?

Verhaltensweisen

Unsere Sprache

3. TEIL

Unser Deutsches Haus

Geöffnete Türen

Brücken statt Mauern

Anhang

Ausgang

Persönliches/Dankeschön

DankeschönElivator Pitch

Eingang

Was sehen wir, wenn an einem Gebäude der Schriftzug Deutsches Haus steht? Entweder ein Hotel, ein Restaurant oder beides. Genau das habe ich als Grundlage für das vorliegende Buch genommen, um darauf aufzubauen und die damit zusammenhängenden Fragen Stück für Stück zu beantworten oder zumindest die Gedanken aufzuschreiben, die mir dazu in den Sinn kommen.

Unser Deutsches Haus ist weitaus mehr als lediglich nur eine gastronomische Einrichtung oder eben nur ein Buch. Hierin geht es um die deutschen Befindlichkeiten in ihrer vielfältigen Form, im Positiven wie im Negativen. Es geht bildlich gesprochen, um unser Land, also um unser Deutsches Haus.

Jetzt stehen wir vor dem Deutschen Haus, auf einem Schild steht Betreten erwünscht, wir stehen mit unseren Koffern vor der Rezeption, checken ein. Die Zimmerschlüsselkarte haben wir dankend erhalten, wir nehmen den Fahrstuhl. Oder doch lieber die Treppe? Egal. Wir wollen unser Deutsches Haus erkunden, diesmal in Buchform. Es entpuppt sich als eine Deutschlandreise in vielerlei Formen. Um welche es sich genau handelt, kann jetzt sofort erfahren werden. Viel Spaß beim Lesen.

1. TEILUltrarechtes Deutsches Haus – bald Realität?

Stellen wir uns eine Übergangsregierung vor, die, demokratisch vom Volk gewählt, in Berlin an ihre Arbeit geht. Um alle Pläne, die sie hat, in die Tat umzusetzen, braucht sie Zeit. Darum geht sie behutsam vor. Aber das Ziel, dass sie von Anfang an hat, lässt sie dabei jedoch keine Sekunde lang aus den Augen. Einige erkennen es. Sie verlassen das Land. Der Umsturz von ganz Rechtsaußen hat schon begonnen. Noch sind alle Parteien im Bundestag zugelassen. Ihre Entmachtung ist längst eingeläutet, wenn auch noch still und leise.

Die ausländischen Medien reagieren sofort, sehen die braune Gefahr wieder hochkochen. Weitere Menschen, nicht alleine jüdischen Glaubens, verlassen Deutschland. Aber der Reihe nach. Fangen wir erst einmal mit der Gastronomie an oder genauer, was unsere Grundbedürfnisse betrifft.

Essen und trinken müssen ja bekanntlich alle. Südfrüchte wie Bananen, Orangen, Kiwi und Co müssen es ja nicht unbedingt sein. Also Äpfel, Kirschen, Erdbeeren und Weintrauben aus den deutschen Landen frisch auf unseren Tisch, sie sind gesund und reichen aus. All das andere Zeug kann weg!

Was Obstsäfte betrifft, nun, die können auch ebenso aus hiesigen Obstsorten hergestellt werden. Ciao, Orangensaft und schnell her mit dem Apfelsaft, dem Kirschsaft oder anderen Säften aus unserer heimischen Produktion. Wer es mag, macht sich gerne noch etwas Wasser aus einer selbstverständlich rein teutonischen Quelle hinein. Wasser aus den französischen Vogesen oder Tschechien sind aus den Regalen verbannt.

Und Wein? Von wegen griechisch, italienisch, spanisch, die kommen wie alle anderen weg. Jetzt wird endlich der Platz für einheimische Weine frei gemacht. Und was den Schnaps betrifft, da bleibt bei der Fülle an hiesigen Marken fast alles beim alten. Für alle, die sich so dann und wann einmal ordentlich die Kante geben wollen, dass geht doch wohl auch mit einheimischem Alkohol. Wein, Schnaps und deutsches Bier, gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot, gibt es in Hülle und Fülle, da fällt es gar nicht auf, wenn ausländische Sorten nicht mehr zu kaufen sind.

Vom flüssig Brot, wie es in Norddeutschland heißt, also dem Gerstensaft, zum handfesten Brot, so aus echtem Vollkorn gebacken, ja, das schmeckt, genauso wie zig andere Sorten, die aus den deutschen Bäckereien frisch auf den Tisch kommen. Es lebe das gute und reine deutsche Butterbrot.

Dazu lokale Marmelade oder Wurst in allen deutschen Variationen, Schinken, Streichkäse, Harzer Käse, Butterkäse ebenso. Camenbert, Edamer, Gouda und all die anderen aus nichtdeutschen Ländern haben ausgedient, fliegen raus aus den Regalen der einstigen Discounter und Supermärkte, die jetzt per Gesetz nur noch Kaufhalle oder Einkaufsladen heißen.

Ja, und was ist mit dem Essen gehen? Es gibt nur noch deutsche Speisegaststätten und der Begriff Restaurant verschwindet aus dem Wortschatz. Angeboten werden ab sofort nur noch deutsche Gerichte von der Zugspitze bis zur Nord- und Ostseeküste, vom Rhein bis zur Oder, was wollen wir denn mit Spaghetti, wenn das Eisbein lockt? Noch denken viele nicht an zu befürchtende Folgen und die, die sie bereits am Horizont sehr dunkel aufziehen sehen, dürfen nichts mehr sagen.

Die Gleichschaltung

Und die Kultur? Um es vorweg zu sagen, anspruchsvolle Kunstausstellungen, klassische Musik alter Meister und dementsprechende Theateraufführungen gibt es auch weiterhin. Nur deutsch muss es sein. Schriftsteller und Komponisten aus dem Ausland gelten als nicht mehr erwünscht, das Kulturministerium ordnet an, dass sie weder in Opernhäusern noch in Theatern aufgeführt werden dürfen. Die letztgenannten heißen ab sofort nur noch Schauspielhaus.

Selbst der Kintopp bleibt nicht verschont. Alle Kinos müssen als Lichtschauspielhaus betitelt werden, zunächst zeigen sie deutsche Heimatfilme, die ab den 1950ern bis in den 1970er Jahren entstanden sind. Diese alten Filme dienen als Lückenfüller, bis viele alte deutsche Heldensagen verfilmt werden und in die Kinos kommen. Sie werden damit quasi überschwemmt.

Schwülstige Liebesfilme komplettieren das Bild, dabei gleicht ihre Qualität denen von Groschenromanen. Deutschtümelei ist jetzt Trumpf. Jegliches Filmmaterial, das aus dem Ausland, vor allem aus den USA kommt, wird ab sofort nicht mehr ins Land gelassen.

In den Synchronstudios werden nur noch deutsche Filme für das Kino und alle Fernsehanstalten bearbeitet.

Und bei allen Spielfilmen, die für das Fernsehen produziert werden, sieht es nicht besser aus. Ihr kultureller Auftrag lautet, Zuschauende vom Alltag abzulenken und zu zerstreuen. Das haben sie mit allen Genres der leichten Unterhaltung gemein, nicht nur im Fernsehen, auch im Radio, im Kino und im Netz.

In Dokumentationen wird hauptsächlich das nationalsozialistische Deutschland verherrlicht und glorifiziert. Rockbands, die vor dem Umsturz fürwahr zu recht wegen ihrer zutiefst menschenverachtenden Texte auf dem Index standen, dürfen jetzt ganz legal und überall öffentlich auftreten. Ihre Konzerte finden großen Anklang bei ihren Anhängern, meist männlichem Geschlechts. Damit nicht genug. Im Radio und ebenso im Fernsehen sind sie sehr oft zu Gast, ihre Unkultur wird sehr oft gesendet, sei es live oder vom USB-Stick. Das Internet ist voll mit ihren Kanälen, die Plattform ist, obwohl sie YouTube ähnelt, eine deutsche.

Volksmusik- und Schlagersendungen gibt es natürlich auch, hauptsächlich im Fernsehen und in entsprechenden Spartensendern im Radio. Seichte Serien mit flachen Geschichten, die ausschließlich und allein aus deutscher Produktion stammen dürfen, kommen hinzu. Deutsches Brauchtum aus allen Regionen des Landes zu fördern, auch das ist eine Aufgabe, die das Kulturministerium sehr ernst nimmt. Zum einen geht es um Dorf- und Trachtenfeste und zum anderen um regionale Musikstiele von bayerischer Hackbrettmusik bis hin zu den norddeutschen Seemannsliedern. All das sind feste Bestandteile der Programme im Radio und im Fernsehen sowie im Netz.

Mit am wichtigsten sind jedoch die Feste zur Sommersonnenwende, die zur germanischen Hochkultur hochstilisiert und in allen Massenund Printmedien veröffentlicht werden.

Wir sehen, dass das Kulturministerium besitzt eine staatlich legitimierte, große Machtfülle. Was den Fernseh- und Hörfunk und auch das Internet betrifft, arbeitet es sehr eng mit dem dazugehörenden Medienamt zusammen.

So ist es auch in dem Fall, als die Bevölkerung von den Machthabern dazu aufgerufen wird, dass sämtliche Tonträger mit nicht deutscher Musik sowie alle DVDs, auf denen Spielfilme und Dokumentationen gespeichert sind, die nicht aus Deutschland stammen, unverzüglich bei den Verwertungshöfen abzugeben. Dort werden sie restlos geschreddert. Zur Kontrolle finden Hausdurchsuchungen statt, die penibel durchgeführt werden. Wird etwas gefunden, wird es konfisziert und kommt es zu sehr hohen Geldstrafen. Landesweit werden alle privaten Computer vom Medienamt nach illegalen Tonträgern und Filmen jeglicher Art durchsucht und gelöscht.

Die frühere Unverletzlichkeit der Wohnung ist zusammen mit dem Datengeheimnis nicht mehr vorhanden. Ein weiteres Beispiel das zeigt, wie gut beide Organe miteinander zusammenarbeiten ist das Rollenverständnis oder besser gesagt die uralte Rollenverteilung zwischen Frau und Mann. Es ist für die Übergangsregierung sehr wichtig, dass in jedem Massenmedium und ebenso in allen Printmedien Werbung für die in ihren Augen naturgegebene Rollenverteilung stattfinden soll und muss.

Nicht allein im Fernseh- und Hörfunk sowie im Internet ist das gewünschte Bild sichtbar. Es gibt Hausfrauen- und Männerkanäle. Für sie geht es zuerst um die Kindererziehung sowie um Haus und Garten, wobei Mode- und Schminktipps noch oben drauf kommen. Für ihn dreht sich alles um Fußball, Autorennen, Wirtschaft und Politik. In den Printmedien spiegelt sich das gleiche Muster wider.

Das Medienamt hat eine große Macht, es hat sämtliche Printmedien sowie alle Radio- und Fernsehanstalten unter sich. Es ist ihnen absolut weisungsbefugt, all ihre Anweisungen müssen ohne jedes Wenn und Aber umgesetzt werden.die Kontrolle über das Internet hat sie sowieso. Für die Übergangsregierung ist das Medienamt einer der mit Abstand wichtigsten Säulen des Landes.

Denn hinter ihrem harmlos klingenden Namen steckt ein wahresPropagandainstrument. Im Namen dieses Amtes wird der Rundfunk als öffentlich-rechtliches Instrument zerschlagen und verstaatlicht. Verschwörungstheorien werden in wahre Nachrichten umgedeutet. die Mitarbeitenden sind darin geschult, der Übergangsregierung als ein Sprachrohr zu dienen.

Private Fernseh- und Radioanstalten werden ebenfalls im Sinne der neuen Zeit umgestellt, private und staatliche Dudelwellen passen sich der neuen Zeit an. Spartensender senden nun rund um die Uhr Volksmusik und Schlager sowie den schon erwähnten Rechtsaußenrock. Dabei ist es selbstredend, dass sämtliche Anglizismen durch deutsche Worte ersetzt werden.

So wird die frühere Morningshow zur Morgensendung, jede Quizshow wird zu einer Rateschau umgewandelt und so weiter und so fort, bis alles eingedeutscht ist.

Wie beim Radio, so ist es auch im Fernsehen. Musik, die nicht aus Deutschland kommt und nicht in deutscher Sprache gesungen wird, landet gnadenlos auf den Index.

Nachrichtensendungen, politische Magazine und Talkshows, die ab sofort Gesprächsrunden heißen müssen, unterliegen einer strengen Zensur. Unbequeme Radiomacherinnen und -macher werden entlassen, mehrere von ihnen werden mit einem Hausarrest belegt, kommen sofort ins Gefängnis oder gehen ins Ausland, um weiterhin frei arbeiten zu können. Dabei reißen sie große Lücken. Das gleiche gilt auch beim Fernsehen sowie bei der schreibenden Zunft. Das Problem wird durch diejenigen, die freiwillig gehen, noch erheblich verstärkt.

Es ist äußerst schwierig, die frei gewordenen Stellen durch linientreue Mitarbeiter zu ersetzen. Genau aus diesem Grund arbeiten noch Journalistinnen dort, es ist aber längst geplant, sie so schnell wie nur irgend möglich durch Journalisten zu ersetzen.

Trotz des eklatanten Personalmangels gilt es, bereits im Kinderfernsehen, Kindern von klein auf das deutsch-nationale Bewusstsein nahe zu bringen, es ihnen quasi einzupflanzen. Das setzt sich sowohl im Jugendfernsehen als auch im Radio beim Kinder- und Schulfunk fort. Selbstständiges Denken wird jetzt durch Bereitwilligkeit, Gehorsam und Gefügigkeit ersetzt. Für das Regime sind das ideale Bedingungen, um Heranwachsende in ihre Richtung lenken zu können.

Selbstverständlich ist jegliches Empfangen von Radio- und Fernsehsendern, die sich jenseits der deutschen Grenzen befinden, strengstens untersagt. Im Internet ist das seit Beginn der Übergangsregierung gar nicht mehr möglich. Sämtliche Internetseiten, die möglicherweise den Machthabern gefährlich werden konnten, sind gesperrt. Inländische Betreiberinnen und Betreiber, die systemkritische Kommentare im Netz verbreiteten, haben Deutschland schnell verlassen.

Dass, was noch im Internet erlaubt ist, sind harmlose, unpolitische Seiten. Doch sehr bald funktioniert das Medienamt das Internet zum landesweiten Intranet um, das der Staat sehr streng überwacht. Telefonate ins Ausland sind nicht mehr möglich und jedes inländische Gespräch wird abgehört. Selbst jede kleinste Kritik, die am Regime geäußert wird, geht über die Meldebehörde und danach sofort zur Geheimpolizei, die auch vor der Schnüffelei in Briefen keinen Halt macht.

Obwohl letztgenanntes als Nadelöhr auch ins Ausland erlaubt ist, können die Folgen, was die Kritik an den Machthabern angeht, verheerend sein, das Briefgeheimnis, zu demokratischen Zeiten noch im Grundgesetz festgeschrieben, existiert nicht mehr. Zeitschriften und Zeitungen aus dem Ausland sind strengstens verboten und dürfen nicht eingeführt oder verkauft werden. Selbst ihr Besitz ist strafbar. Sie stehen auf dem Index und sind im Intranet gesperrt.

Und im Inland? Tageszeitungen, Zeitschriften und Nachrichtenmagazine, die nach Ansicht der Übergangsregierung viel zu woke, sprich, zu wachsam sind und das Gutmenschentum, wie sie es nennt, hochhalten, werden flugs aus der Öffentlichkeit verbannt. Ihre Räume werden beschlagnahmt und von linientreuen Printmedien besetzt und genutzt.

Doch das reicht den Machthabern noch nicht. Der erwähnte Aufruf, alle Tonträger und DVDs, unverzüglich abzugeben, die nicht deutschem Ursprungs sind, gilt ebenso für Bücher, die nicht aus dem deutschsprachigen Raum sind. Dabei ist es gleichgültig, welches Genre sie bedienen. Sich jedoch dagegen aufzulehnen ist zwecklos, jeglicher Widerstand gegen die Staatsgewalt kann teuer werden. Es nützt nichts, die Bücher kommen allesamt in den Reißwolf.

Bücher, die aus einstmals längst überwunden geglaubter Nazi-Zeit stammen, erfahren sehr große Neuauflagen. Sie werden sehr aggressiv in allen Medien beworben und zu staatlich subventionierten Niedrigpreisen in sämtlichen Buchhandlungen und Büchereien zum Verkauf angeboten. Die Annahme und ihr Verkauf sind zwingend, sie abzulehnen ist absolut gar keine Option, denn das Geschäft wäre nicht mehr länger am Markt.

Diese Machwerke sind die einzigen, die nicht vom Medienamt kontrolliert und zensiert auf den Büchermarkt gelangen. Bei derselben Behörde müssen alle sonstigen Manuskripte eingereicht werden, egal um welches Genre es sich handelt. Sogar bei sehr bekannten, sehr linientreuen Autoren ist es nicht anders.

Die Angst der Machthaber, dass zwischen den Zeilen versteckte Botschaften sein, könnten, ist groß. Das muss unbedingt durch Kontrollen verhindert werden.

Viele Schriftstellerinnen und Schriftsteller sind entweder zu Schweigen gebracht worden oder haben das Land mit fliehenden Fahnen hinter sich gelassen. Die Medien berichten über jeden Weggang und dabei überziehen die Betroffenen mit viel Häme und viel Spott. Viele bedauern diesen für sie sehr großen kulturellen Verlust für sich im Stillen, sie können nichts dagegen ausrichten.

Gegen Oppositionelle, die in der Öffentlichkeit mehr oder weniger bekannt sind, kommt es in aller Regel zu öffentlichen Schauprozessen, die zusätzlich in allen Medienarten veröffentlicht werden. Sie sollen zeigen, dass es sich nicht lohnt, sich gegen die Staatsmacht aufzulehnen und beweist dabei jedoch ungewollt, dass es politische Häftlinge gibt. Es ist ein offenes Geheimnis, dass sie in vielen Gefängnissen, einsitzen, in denen auch gefoltert wird. Dieses Schicksal kann jede und jeden treffen.

Alle Print- und Massenmedien quellen über, wenn es um angebliche Erfolgsmeldungen der Machthaber geht. Überschwänglich wird der Weg, den die Übergangsregierung jetzt im Lande geht, gelobt. Endlich, so heißt es jeden Tag, gehe es in unserem Vaterlandnach den langen Jahren der Stagnation, des Stillstandes und der Blockade wieder aufwärts. Natürlich bieten ausnahmslos alle Massenmedien Apps an, um ihre Propaganda auf Rechnern ebenso wie auf Handtelefonen unter das Volk bringen zu können.

Die Zeiten werden härter

Autofahrende Frauen sind den Machthabern ein Gräuel. Sie müssen ihre Führerscheine bei der für sie naheliegendsten Polizeidienststelle abgeben. Keine der Betroffenen kann dieser Zwangsabgabe entgehen, es sei denn, dass sie nachweisen kann, Landwirtin zu sein. Ihnen ist es noch erlaubt, Mähdrescher und Trecker zu fahren. Die Landwirtschaft kann bislang nicht auf sie verzichten.

Schließlich ist längst klar, dass doch möglichst wieder der Mann der Alleinverdiener sein soll und die Frau Kinder und Haus hütet. So ist der Übergangsregierung absolut daran gelegen, Frauen nicht nur wieder an Heim und Herd zu binden, sondern sie auch mehr und mehr aus dem Arbeitsmarkt zu entfernen. Noch ist es ihr nicht möglich, das wie gewünscht auch so zu verwirklichen. Heißt Konkret: noch immer ist es dem Ehemann gesetzlich nicht möglich, den Arbeitsplatz der Ehefrau zu kündigen und immer noch können Frauen ihr eigenes Konto eröffnen und führen.

Auch bei dem Paragraphen 218 gelingt es der jetzigen Regierung noch nicht, alle Ziele, die sie hat, zu realisieren. Was sie erreicht ist, das die Abtreibung als strafbare Handlung noch schärfer als zuvor gesetzlich festgeschrieben wird.

Sie ist nur dann straffrei, wenn das Leben der Schwangeren oder das des Kindes gefährdet ist. Wenn ein minderjähriges Schulmädchen ungewollt schwanger wird, können die Eltern einen Abbruch durchführen lassen und gehen straffrei aus. Bei Vergewaltigungen gilt das ebenso. Aber das durchzusetzen ist schwierig, denn die Beweislast liegt bei dem Mädchen oder bei der Frau. Was das Problem zusätzlich erschwert ist, dass ihr, wenn überhaupt, von Justiz und Polizei selten geglaubt wird. Alle anderen Gründe, die für eine Abtreibung sprechen, akzeptieren die Machthaber nicht. Ärzte, die aus weiteren Gründen doch noch Abtreibungen durchführen, müssen mit sehr hohen Geldbußen rechnen, dasselbe gilt auch für die betroffenen Frauen.

Für die weitere Sozial- und Wirtschaftspolitik gelten neue Regeln. Zuerst tritt Deutschland aus der EU, dem Euro und der NATO aus. Die Übergangsregierung führt nicht die D-Mark, sondern den Taler samt Kreuzer wieder ein, wobei hundert Kreuzer einen Taler ergeben. Jedoch haben die Banken durchgesetzt, dass der Taler frei konvertierbar bleibt und dass es nicht, wie von einigen einflussreichen Kreisen befürchtet, eine Binnenwährung geworden ist. Noch sind internationale Geldhäuser mit ihren Filialen in Frankfurt am Main vertreten, einige verlassen den Standort, denn sie sehen die Zukunft für ihre Geldhäuser als gefährdet an, Tendenz steigend. Das geschieht weniger aus Menschlichkeit, es sind rein ökonomische Gründe, die sie zum Rückzug bewegen. Gewinnwarnung heißt das berühmte Zauberwort. Bekanntermaßen ist damit nicht gemeint, dass Gewinne auf Kosten derer , die sie mit erarbeiten, entstehen und sie deshalb vermieden werden sollen, sondern dass zu erwartende monetäre Gewinne eventuell nicht zustande kommen könnten.

Letztendlich geht es um nichts anderes, denn der internationale Wettbewerb sehr ist hart. Noch sind die deutschen Geldhäuser an dem weltweiten Geldhandel beteiligt. Wie lange das noch so bleibt, ist wegen der politischen Lage des Landes noch offen.

Jetzt sind endlich die Grundlagen gelegt, um in weiteren sozialen Belangen mit harter Hand durchzugreifen. Entsprechende Pläne lagerten schon eine sehr lange Zeit in den Schubladen und werden in drei Schritten umgesetzt.

In einem ersten Schritt wird das Bürgergeld für Erwerbslose mit Migrationshintergrund sofort ersatzlos gestrichen. Das gilt auch für die Erwerbstätigen unter ihnen, die damit ihr Erwerbseinkommen in dem Niedriglohnsektor aufstocken. Für deutsche Erwerbslose wird das Bürgergeld drastisch gekürzt, es darf nur noch bei Teilzeitjobs aufgestockt werden, wer im Niedriglohnbereich einen Vollzeitjob hat, geht leer aus.

In einem zweiten Schritt werden sofort alle abgeschoben, die ihre Wurzeln im Ausland haben, egal, ob sie einen ausländischen oder einen deutschen Pass besitzen. Ihre deutschen Pässe werden eingezogen. Dabei ist es absolut gleichgültig, ob sie alleinstehend oder Single sind. Auch vor binationalen Ehen wird kein Halt gemacht, es wird abgeschoben, was in den Augen der jetzigen Regierung als undeutsch gilt.

In einem dritten Schritt werden Flüchtlinge in Scharen abgeschoben und das Asylrecht wird abgeschafft. Die Medien feiern das als Erfolg. Der Tag sei nicht mehr fern, ab dem jede deutsche Frau wieder ohne Angst durch einen dunklen Tunnel oder durch einen dunklen Park gehen könne, ohne von einem Ausländer noch vergewaltigt zu werden. Als ob es nur deutsche Ehrenmänner gäbe. Aber genau das wird lauthals propagiert. Denn der deutsche Mann habe die ehrenvollePflicht, jede Frau zu beschützen.

Noch feiern viele nicht nur jede Abschiebung, sondern auch das abgeschaffte Asylrecht als einen sehr großen Erfolg. Sie sehnen den Tag herbei, an dem es endlich nur noch Deutsche im Land geben wird.

Der Machtwechsel

Nachdem die Übergangsregierung ausgedient hat, kommt es zum nächsten und letzten Akt. Der war von langer Hand geplant, jetzt ist die Demokratie dauerhaft zerschlagen und das Grundgesetz ist längst durch eine Verfassung ersetzt worden, die sich demokratisch liest, in Wahrheit aber ein Papiertiger ist, der keinerlei Opposition zulässt.

Das Berliner Schloss ist die neue, alte Residenz des neuen Kaisers. Er wird feierlich mit sehr großem Pomp gekrönt. Fernsehen, Radio und Intranet sind live dabei, auch alle Printmedien bringen ausführliche Berichte darüber. Überall wird er dem Volk mit sehr großem Pathos vorgestellt.

Geboren in Regensburg, wächst er in einem sehr streng katholisch-konservativ geprägten Akademikerhaushalt in seiner Geburtsstadt auf. Die Mutter arbeitet bis zu seiner Geburt als Zahnärztin, der Vater ist ein weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannter Staatsanwalt, der nach der Geburt seines Sohnes weiter arbeitet. Sie verkauft ihre eigene, sehr gut laufende Praxis. Die Erziehung des Sohnes ist sehr streng und von Reglementierungen und Verboten geprägt. An jedem Sonntag und an allen Feiertagen ist für ihn der Kirchgang Pflicht.

Für beide Eltern ist es sehr wichtig, dem Sohn ein hohes Allgemeinwissen beizubringen. So besucht er schon als Kind sehr viele klassische Konzerte und Theateraufführungen. Der Junge wird in die Regeln und Gepflogenheiten, die in den höchsten gesellschaftlichen Kreisen üblich sind, eingeführt.

Nach dem Besuch eines Eliteinternats besteht er das Abitur mit Bravour und gehört damit zu den Besten seines Jahrgangs. Der Junge gilt als hochbegabt, seine schnelle Auffassungsgabe und seine Intelligenz wird schnell erkannt und gefördert. Er ist mit einem Intelligenzquotient von 145 ein extrem hochbegabter Mensch. Genau das ist es, was ihn später für ein ganzes Volk gefährlich machen wird.

Seine ersten Studienjahre verbringt er zuerst an einer christlich-konservativen und privaten Universität in den USA. Dort studiert der junge Mann Geschichts- und Politikwissenschaften, beides schließt er mit Bestnoten ab.

Direkt im Anschluss geht er kurz vor dem Ende der Apartheid-Zeiten nach Südafrika. Hier geht er an eine Privatuniversität, um dort Jura und Wirtschaftswissenschaften zu studieren. Beide Examina besteht er als einer der Besten seines Jahrgangs.

Zurück in Regensburg arbeitet der Sohn wie sein Vater als Staatsanwalt. Die Jahre in den USA, aber hauptsächlich die Jahre in Südafrika haben den jungen Mann sehr geprägt.

Das Ende der Apartheid bedauert er sehr. Viele seiner dortigen Freunde, die allesamt weiße Afrikaaner sind, sehen das genauso. Sie sagen, dass der Schwarze sei dafür da, um zu dienen. Ein Land könne er gar nicht regieren. Simbabwe, einst die Kornkammer Afrikas, sei der Beweis dafür.

Der bis jetzt noch künftige Kaiser ist nicht nur ein hervorragender Redner. Er besitzt ein sehr großes Sprachtalent und versteht es sehr gut, große Massen mitzureißen und sie für seine Ziele zu begeistern. Er verfügt über ein großes Charisma. Neben seiner Muttersprache spricht er ein fließendes Afrikaans, Englisch Spanisch, und Französisch.

In seiner Heimatstadt gelingt es ihm spielend, sich einen exzellenten Ruf flink zu erarbeiten. Längst gehört er zur Elite Regensburgs. Viele begrüßen seine sehr konservativen Ansichten. Seine Karriere kennt nur einen Weg, den nach oben. Durch sehr gute Verbindungen in Politik und Wirtschaft gelingt es ihm, nach Berlin zu kommen.