Unverklemmt | Erotischer Roman - Jenna Norman - E-Book

Unverklemmt | Erotischer Roman E-Book

Jenna Norman

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Beschreibung

Dieses E-Book entspricht 176 Taschenbuchseiten ... Um ihren heiß umschwärmten und sexuell sehr erfahrenen Professor Adrian zu erobern, erweitert Studentin Myra nach und nach ihre erotischen Grenzen. Keinesfalls will sie in seinen Augen als verklemmt gelten. So lässt sie sich immer williger in die Höhen der sündigen Lust führen. Doch plötzlich bricht Adrian den Kontakt zu ihr ab. Myra leidet sehr unter der Trennung und will die Hoffnung auf gemeinsame leidenschaftliche Stunden noch nicht aufgeben. Da stolpert sie als Komparsin eines Erotikfilms in eine sinnenfreudige Affäre mit dem Hauptdarsteller. Bringt der leichtlebige Darsteller womöglich noch eine überraschende, erotische Wendung in ihr Leben und kann Myra ihre heiße Liebe zum Professor hinter sich lassen? Diese Ausgabe ist vollständig, unzensiert und enthält keine gekürzten erotischen Szenen.

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Seitenzahl: 221

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Impressum:

Unverklemmt | Erotischer Roman

von Jenna Norman

 

Was macht eine Schülerin, die Autorin werden und daher Literaturwissenschaften studieren möchte? Sie trampt nach ihrem erfolgreichen Schulabschluss durch das Land, lernt Leute, Museen und natürlich das Nachtleben kennen. Die Studienanmeldung überlässt sie getrost dem Vater zu Hause, zusammen mit einer allgemeinen Vollmacht. Doch die abenteuerlustige sowie sorglose Tochter bedenkt nicht, dass Eltern nur „das Beste“ für ihr Kind wollen. So entscheidet der Vater, dass ein Wirtschaftsstudium erheblich lukrativer für seine Tochter wäre. Die naive Leichtigkeit der Jugend beschert Jenna bei ihrer Rückkehr einen ziemlichen Schock und bringt ihr lehrreiche Erfahrungen sowie eine sichere kaufmännische Leitungsposition ein. Ihre Leidenschaft für das Schreiben ist jedoch bis heute ungebrochen. Jenna Norman ist das Pseudonym einer deutschen Autorin. Neben Ratgebertexten, biografischen Kurzgeschichten, Liebes- und Frauenromanen liegt ihr besonderer Schwerpunkt auf der erotischen Literatur. Diese Literaturform ermöglicht es, die Grenzen der erotischen Erfahrungen zu sprengen. In der Fantasie können sexuelle Spielarten ausprobiert, genossen und neu entdeckt werden. Jenna wünschte nur manchmal, neben Familie, Tieren und Job noch mehr Zeit für diese Leidenschaft zu finden.

 

Lektorat: Jasmin Ferber

 

 

Originalausgabe

© 2020 by blue panther books, Hamburg

 

All rights reserved

 

Cover: © miami beach forever @ shutterstock.com

Umschlaggestaltung: MT Design

 

ISBN 9783964772688

www.blue-panther-books.de

Kapitel 1

»Geht es Ihnen gut?« Myra Burlam nickte, doch im Grunde befand sich ihr Körper im Extremzustand.

»Nicht verkrampfen, dann ist es leichter.« Väterlich legte Adrian Orwood seine linke Hand auf ihre eiskalten Finger, die sie voller Angst in die weiche Armlehne ihres Sitzes gekrallt hatte. Myra wurde durchgerüttelt, wie in einem durch eine Altstadt fahrenden Oldtimer mit uralten Stoßdämpfern. Es hatte so viele Gründe für sie gegeben, sich dieser Situation auszusetzen. Genauso viele Gründe hatten jedoch auch dagegengesprochen.

»Geht schon«, presste Myra mühsam hervor und versuchte sich an einem verkrampften Grinsen.

»Tapfer, tapfer! Sie wissen jedoch schon, dass Sie diese Tortur zwei Mal über sich ergehen lassen müssen? Aber ich habe gehört, dass vieles beim zweiten Mal wesentlich angenehmer wird.« Adrian blickte Myra halb belustigt, halb mitleidig mit seinen großen, dunkelbraunen Augen an.

Dieser intensive Blick, seine männlich starke Baritonstimme, sein herbes Aftershave und seine stets leicht wuscheligen, kurzen, dunkelblonden Haare brachten Myra tatsächlich auf andere Gedanken und ließen ihre verkrampften Muskeln ein wenig entspannen. Adrian Orwood war ihre Droge, die sie beruhigte und motivierte. Er war jedoch noch viel mehr als das: Er war ihr Professor, ihr Chef, ihr Traummann und ganz aktuell der sie neckende Reisebegleiter.

In Rahmen eines großen Projektes, an dem mehrere europäische Universitäten teilnahmen, waren Professor Adrian Orwood und Myra Burlam, seine studentische Hilfskraft, von der Hamburger Universität zu einer »persönlichen Besprechung« von Freitag auf Samstag eingeladen worden. Sie war für die finanzielle Abwicklung verantwortlich, wobei es seitens der deutschen Universität noch einige Fragen zu klären gab. Der Flug von London nach Hamburg betrug lediglich neunzig Minuten, doch die Aufregung, während der Reise ihrem höchst attraktiven Professor sowie der ebenso fesselnden Flugangst so nah zu kommen, war für Myra kaum zu ertragen.

Noch immer wurden die Fluggäste durchgerüttelt, während der schwere Airbus langsam und mit einigen Stillständen zur Startbahn ratterte. Für Myra war jeder Pilot ein Held, da er eine solch große, gefährliche Maschine zähmen konnte. Doch noch mehr vergötterte sie ihren Professor Adrian Orwood, der sie gefragt hatte, ob sie mit ihm »natürlich nur beruflich« die deutsche Stadt der Sünde besuchen wolle.

»Es ist immer gut, eine angehende Betriebswirtschaftlerin, die sich mit den Finanzen auskennt, im Team zu haben«, hatte ihr Adrian, ein ausgebildeter Jurist, der Wirtschaftsrecht lehrte, mit einem Augenzwinkern verraten und Myra dabei wertschätzend seine Hand auf ihre Schulter gelegt. Sie hatte die Wärme seiner Hand durch ihr dünnes Shirt gespürt und augenblicklich zu zittern angefangen. Die Haut unter der Stelle, an der er sie berührt hatte, prickelte erwartungsvoll. Adrians überaus süßer Hundeblick, gepaart mit seiner natürlichen Dominanz und einem Schuss Verdorbenheit hatte wie so oft zuvor ihr Herz zum Hüpfen und ihren Körper zum Kribbeln gebracht. Was hatte dieser Mann nur an sich, dass ihre Hormone immer wieder mit zunehmender Stärke zur Explosion brachte?

Seit ein paar Wochen war sie, rein zufällig, aber komischerweise sehr oft, auf Berichte gestoßen, dass Pärchen auf Flügen einen besonders aufregenden Sex erlebt hatten. Mit einer heißen Erregung in ihrem Unterleib hatte Myra diese Berichte stets verschlungen. Sex auf der Bordtoilette, Sex vor den Augen der Mitfliegenden auf dem Sitzplatz. Sex in den Wolken der Lust. Myra schwebte schon so lange auf Wolken und wünschte sich mit jeder Faser ihres Körpers Nähe und Erotik mit ihrem Professor.

Nun saß sie neben diesem unglaublichen Mann im Flugzeug und er hatte seine Hand auf die ihre gelegt. Sie spürte seine starke und doch weiche Handinnenfläche auf ihrer empfindsamen Haut. Die wohlige Wärme dieser beschützenden Hand durchzog jede Pore ihres Armes und ihren ganzen Körper und benebelte ihre angstvollen Gedanken. Langsam begann Myras Blut zu brodeln, was ein süßes Kribbeln in ihrem Schoß weckte. Wie aufregend wäre es, wenn Adrians warme Hand nun von der Armlehne rutschen und auf ihrem Oberschenkel landen würde. Myra spürte plötzlich ein prickelndes Ziehen auf ihrem Schenkel, ganz nah in ihrem feucht werdenden Schritt. Unruhig rutschte sie auf ihrem Sitz herum, um das hochgepeitschte Kribbeln ihrer Scham zu beruhigen, genau darauf achtend, ihre Hand nicht unter der ihres Traummanns wegzuziehen. Doch Myras Verlangen nach einer intimen Berührung Adrians wurde sekündlich stärker.

Das fängt ja gut an. Reiß dich zusammen, schalt sich Myra. Das sind keine Flitterwochen, das ist eine berufliche Reise. Adrian und du seid definitiv nur zur Absprache von Projektdetails dieses Wochenende verreist.

Myra würde tatsächlich zwei Tage mit ihm in Hamburg verbringen – von morgens bis abends. Wenn es nach ihr ginge: auch nachts. Die ganze Zeit lang würde sie weit, weit weg von zu Hause sein. Ausnahmsweise hatte sie sich sogar neue reizvolle Unterwäsche gegönnt, man wusste schließlich nie, was in der deutschen Stadt der Sünde so passieren würde. Dennoch plagte sie das schlechte Gewissen.

Myra war nicht nur froh, dass Adrian sie für die Stelle als studentische Hilfskraft ausgewählt hatte, weil sie diesen Mann anbetete. Sie brauchte das Geld, um sich ihr Studium zu finanzieren. Den Gedanken, ihr Studium aufzugeben, um in Vollzeit Geld zu verdienen, hatte sie jedoch schnell wieder verworfen. Ohne Berufsausbildung oder abgeschlossenes Studium hätte sie ohnehin wenige Chancen auf ein halbwegs ausreichendes Gehalt, das ihr aus ihren finanziellen Problemen half. Zudem liebte Myra ihr Studium und diesen faszinierenden Vorgesetzten neben sich.

»Sie sind ja ziemlich unruhig geworden, Myra. Wenn Sie jetzt schon beim ruhigen Sitzen in einem Flugzeug überfordert sind, wie reagieren Sie denn erst heute Abend, bei unserer Besichtigung der ›sündigen Meile‹?« Adrian lachte und in seinen Wangen zeigten sich belustigt-neckende Grübchen.

»Solange wir die Reeperbahn nicht fliegend erkunden, wird es von meiner Seite keine Probleme geben«, konterte Myra, die anhand seiner häufigen zweideutigen Bemerkungen davon überzeugt war, dass Adrian von Frauen und der »schönsten Sache der Welt« extrem fasziniert war. Adrians Hand, die vorhin auf Myras Fingern gelegen hatte, streifte tatsächlich kurz ihren Schenkel, als sie sich zurückzog. Ein elektrisierendes Kribbeln lief von dieser Berührungsstelle durch Myras Unterleib.

Sie warf einen verstohlenen Blick zu Adrian hinüber, der jedoch nun auf eine Flugbegleiterin fixiert zu sein schien. Die Stewardess mit hochgesteckten, blonden Haaren stand im Gang und schaute verzückt zu Adrian herüber. Nun steuerte sie zielsicher auf Myras Professor zu, der den Sitz am Gang eingenommen hatte, rückte ihre enge, weiße Bluse zurecht, wobei sie ihre kleinen, runden Brüste verführerisch herausstreckte, und fragte ihn mit einer extrem piepsigen Stimme: »In der ersten Klasse ist noch ein Sitzplatz am Fenster frei. Ich möchte Ihnen anbieten, natürlich ohne Aufpreis, diesen Flug in der ersten Klasse mit den entsprechenden Annehmlichkeiten zu verbringen. Ich betreue diese werten Fluggäste heute und werde dafür sorgen, dass es Ihnen an nichts fehlt.«

Adrian lachte bubihaft auf. »Wie ist Ihr Name?«, fragte er sie, wobei er ihr tief in die Augen blicke. Myra, die dies alles erschrocken beobachtete, durchfuhr ein heftiger eifersüchtiger Stich.

»Darlene«, hauchte die blonde Stewardess, wobei sie sich durch ihre hochgesteckten Haare strich.

»Darlene, Ihre Haare leuchten genauso wie ihre warmen, braunen Augen. Ich fliege besonders gerne mit dieser Fluggesellschaft, weil ich hier von atemberaubenden Stewardessen umgeben bin. Doch leider kann ich Ihr freundliches Angebot nicht annehmen. Meine Studentin«, damit wies er mit seiner linken Hand auf Myra, »leidet unter Flugangst und ich kann und will sie nicht alleine hierlassen. Wenn allerdings zwei Plätze in der ersten Klasse frei wären …«

Doch die Stewardess unterbrach Adrians Antwort: »Nein, es ist definitiv nur noch ein Platz dort frei. Ich spreche jedoch aus meiner langjährigen Erfahrung, wenn ich Ihnen versichere, dass sich die Passagiere mit Flugangst sehr schnell beruhigen, sobald das Flugzeug in der Luft ist. Ich werde ihrer Studentin auch gerne vorab einen Snack und etwas zu trinken bringen lassen, dann wird die Studentin ihrem Professor bestimmt nicht die Chance auf einen angenehmen Erste-Klasse-Flug verderben wollen, nicht wahr?« Ein fragend-strafender Blick seitens der Stewardess war jetzt auf Myra gerichtet. Natürlich war es Myra gar nicht recht, wenn Adrian nun zu der attraktiven, flirtenden Flugbegleiterin in die erste Klasse verschwinden würde. Doch sie hatte kein Anrecht darauf, ihn hier festzuhalten.

Während Myra noch gedanklich zwischen einem rein höflichen »Nein« und einem ehrlichen »Ja« wankte, nahm ihr der Professor die Entscheidung schon ab.

»Das ist sehr aufmerksam von Ihnen, Darlene, aber als Professor habe ich eine Fürsorgepflicht gegenüber meinen Studenten und Arbeitnehmern. Beim nächsten Mal nehme ich das Angebot gerne an – versprochen«, sein Augenzwinkern ließ die Stewardess noch mal bedauernd aufstöhnen.

»Doch vielleicht könnten Sie uns beide ein Glas Wasser bringen? Das wäre wirklich toll von Ihnen.« Adrians große, bubihaft-weichen Augen waren auf Darlene gerichtet, die ihnen nicht widerstehen konnte.

»Selbstverständlich«, hauchte sie zurück und verschwand schnellen Schrittes im vorderen Teil des Flugzeuges. Nach ein paar Minuten kam sie mit zwei kleinen Flaschen und Plastikbechern wieder. Sie öffnete erst die Wasserflasche für Myra und goss dann das klare Getränk in einen Becher.

»Bitteschön. Ich empfehle Ihnen, das Wasser in kleinen Schlückchen zu trinken. Das kann entspannend wirken«, riet sie ihr und bedachte sie mit einem aufgesetzt freundlichen Lächeln.

Myra konnte nicht anders, als mit »Vielen Dank. Das ist sehr freundlich von Ihnen« zu antworten, wobei sie sich noch unscheinbarer, glanzloser und vor allem störender vorkam.

Diese Stewardess strahlte eine verführerische Aura aus. Sie platzierte ihren schmalen, anmutigen Körper im Gang direkt vor Adrian Orwood und goss mit einem erstaunlichen Hüftschwung das stille Wasser der zweiten Flasche in einen zweiten Plastikbecher.

»Stilles Wasser ist doch für Sie in Ordnung oder wünschen Sie es eher etwas sprudelnder?«, fragte sie ihn mit einer inzwischen eher lasziven Stimmlage.

»Ich liebe Abwechslung, mal still und mal sprudelnd«, reagierte Adrian und seine Hand schloss sich um die der Stewardess, während er ihr den Plastikbecher abnahm.

Myra konnte ihre Augen nicht von dem erotischen Spiel der beiden abwenden. Ihre auflodernde Eifersucht entfachte Sandstürme unter ihrer Haut. Myras Herz schien stärker zu klopfen, doch erstaunlicherweise aus freudiger Erwartung, was sie noch zu sehen bekäme.

»So einen anspruchslosen und zugleich aufgeschlossenen Fluggast bediene ich besonders gerne«, reagierte die Flugbegleiterin nun säuselnd und beugte sich so tief zu ihm vor, als wolle sie Adrian ihre Antwort geheimnisvoll zuflüstern. Dabei strichen ihre kleinen Brüste kurz über seine Schulter.

»Diese Airline muss ich auf jeden Fall weiterempfehlen. Der Service ist einzigartig.« Adrians Stimme war jetzt belegt. Die Stewardess genoss endlich seine volle und ungeteilte Aufmerksamkeit. Myras restliche Eifersucht wurde von ihrem glühenden Körper nun vollständig verscheucht. Ein Blick zu Adrians Hand, die noch immer, sanft und fest zugleich, die der Stewardess umklammerte, in deren Hand sich noch immer das gefüllte Wasserglas befand, pulverte all die restlichen Hormone von Myra hoch. Was könnte diese geschickte Männerhand nicht alles mit einem Frauenkörper anstellen. Unwillkürlich zog sie die Schultern nach hinten, als sie sich vorstellte, wie Adrian sanft ihre nackten Brüste streicheln würde. Spiralförmig näherte sich die Spitze seines Mittelfingers ihrer bereits steifen Brustwarze. Er umrundete bedächtig ihre Brustspitze, ohne sie jedoch zu berühren. Sanft glitt er den Warzenhof entlang, der sich bereits erwartungsvoll zusammengezogen hatte. Ihre Warze reckte sich Adrian nun förmlich entgegen – um Beachtung bittend, nein flehend. Myra entfuhr ein Stöhnen.

»Myra? Ist alles in Ordnung?«, hörte sie aus der Ferne Adrians dunkel belegte Stimme.

»Ich glaube, ich muss mal kurz … mich mal kurz frisch machen«, holperte Myra und sprang so ruckartig aus ihrem Fenstersitz hoch, dass sie sich unsanft den Kopf an der Deckenverkleidung stieß. Adrian, der den Gangplatz innehatte, machte ihr sofort geistesgegenwärtig Platz.

Sie flüchtete regelrecht auf die Bordtoilette. Das Schließen der Toilettentür und das Hochschieben ihres Shirts sowie des BHs erfolgten nahezu gleichzeitig. Myra schloss die Augen und führte die Bewegungen an ihrer Brust genau so durch, wie sie sie vorher fantasiert hatte: spiralförmig, sanft erfahren. Langsam bewegten sich ihre Finger kreisförmig auf ihrem Warzenhof. In ihrer Vorstellung waren es jedoch Adrians Finger. Myras Körper erzitterte im Gleichklang mit den sicheren Schritten irgendeiner Stewardess im Gang. Die Stimmen außerhalb der Bordtoilette schienen sich immer mehr zu entfernen. Myra hörte nur noch ihr eigenes Stöhnen, verlangend nach Befriedigung. Leidenschaftlich drehte sie nun ihre Brustwarze zwischen ihrem Zeigefinger und dem Daumen. Eine Welle des erlösenden Schmerzes durchfuhr ihren Körper wie ein Stromschlag. Ihre Lunge verlangte nach Luft – stärker und intensiver, um die Erregung des lustvollen Höhepunktes ausleben zu können. Elektrisierende Stöße durchfuhren ihren Körper, bis er sich zufrieden des folgenden Wohlgefühls hingeben konnte. Ermattet und unendlich erleichtert lehnte sich Myra an die Bordwand an.

Langsam kam sie wieder im Hier und Jetzt an. Der wunderschöne Rausch war verflogen, doch Zufriedenheit blieb zurück. Myra wusch sich langsam die Hände. Erst jetzt waren ihre Sinne wieder bereit, die Umgebung sowie die Realität zu erkennen. Sie sah sich ernüchtert in der Bordtoilette um. Sie war klein, beengt, minimalistisch – genauso, wie ihre Chancen, ihrem heiß geliebten Professor jemals etwas näher kommen zu können. Nach einer gefühlten Unendlichkeit verließ Myra ihren Zufluchtsort, die stinkende, enge Flugtoilette. Mit einem genuschelten »Dankeschön« ließ sie sich auf ihren Sitz am Fenster fallen, nachdem ihr Professor kurz auf den Gang gegangen und ihr so Platz gemacht hatte. Die Stewardess war weg. Erst einmal.

Myra atmete erleichtert auf, doch eine gehörige Portion Eifersucht kam zurück und verwandelte sich in Unsicherheit.

Kapitel 2

Zwar hatte dieser leidenschaftliche Flirt zwischen Adrian und Darlene mit der heftigen aphrodisierenden Wirkung auf sie, Myra tatsächlich wirkungsvoll von ihrer Flugangst abgelenkt, doch die Anspannung war einer Unsicherheit gewichen.

Nachdem das Flugzeug über den Wolken war, die Sicherheitshinweise auf Englisch und Deutsch vorgestellt worden waren und der Sicherheitsgurt wieder gelöst werden konnte, schaute Myra gedankenverloren aus dem Fenster. Adrian hatte versucht, sie mit ein paar lustigen Bemerkungen zu unterhalten. Doch als sie nur mehr pflichtbewusst als wirklich amüsiert gelacht hatte, widmete sich ihr Professor jetzt schweigend seinem aufgeklappten Laptop.

Myra hatte dunkelbraune, fast schwarze Haare, die zu einer kessen Kurzhaarfrisur geschnitten waren. Sie war zwar sportlich schlank, doch leider fehlten ihr die typisch weiblichen Rundungen, um den Männern aufzufallen. Ihre Brüste waren kleine Knospen, die ihrer Meinung nach aussahen, als seien sie zu wenig gedüngt worden. Ihr Po war schmal, ihre Schenkel auch. Myras Augen waren hell und konnten sich nicht für eine Farbe entscheiden: mal leuchteten sie grün, mal blau. Für viel Schminke hatte sie nie die Zeit, denn das Betriebswirtschaftsstudium mit ihren Aufgaben, den Leistungserfordernissen und ihr zusätzlicher Traumjob als studentische Hilfskraft bei ihrem bereits seit dem ersten Semester von ihr verehrten Professor, dem Juristen Adrian Orwood, standen im Vordergrund. Sie hatte ein schmales Gesicht mit großen, roten Lippen – das einzig Verführerische an ihr, wie Myra fand. Doch reichte dies aus, um solch einen umwerfend attraktiven und begehrten Mann wie Adrian irgendwann für sich gewinnen zu können?

Offensichtlich hatten ihm die blonden Haare der Stewardess gefallen, ebenso ihre strahlenden warmbraunen Augen. Darlene war perfekt geschminkt gewesen und hatte mit Ausnahme ihrer kleinen Brüste sehr wohlgeformte, breite Hüften und einen Po. Wenn Adrian offensichtlich genau das Gegenteil von Myra attraktiv fand, würde sie dann ihre Träume auf eine gemeinsame Nacht mit ihm endgültig aufgeben müssen?

Spontan musste Myra an ihre Studienfreundin Jane Gleedish denken. Jane hielt von Adrian als Wunschmann für ein erotisches Abenteuer nicht viel. »Zu hübsch, zu attraktiv, zu verliebt in die Frauenwelt und vor allem zu sehr verehrt von Frauen.« Für ihre Freundin war Adrian ein Playboy, dem durch seinen hoch angesehenen Beruf und sein Vermögen alle Möglichkeiten offenstanden, seine Sexfantasien ausgiebig auszuleben.

Myra grinste leicht. War ihr das alles egal oder war es sogar das Geheimnis des »verbotenen« Reizes, den ihr Professor und ihr Chef auf sie ausübte?

Eine Turbulenz brachte das Flugzeug plötzlich zum Absacken. Einige Fluggäste stöhnten leicht auf und Adrian legte erneut mit besorgter Miene seine Hand auf die ihre, die auf ihrem Oberschenkel ruhte. Myra sah in seine warmen Augen und ihre freudige Laune kehrte spontan zurück.

Inzwischen hatte auch Myras körpereigene Chemie die Regie über sie so weit übernommen, dass ihre Flugangst einem beruhigenden und glücklichen Wohlbefinden gewichen war. Bei diesem Flug hatte Myra ihre Panik besiegt und konnte nun die nächsten zwei Tage in vollen Zügen genießen, ehe sie wieder in ihre ernüchternde Realität zurückfliegen musste.

Kapitel 3

Nach einem anstrengenden, jedoch auch effektiven Besprechungstag mit dem deutschen Projektpartner, der hamburgischen Universität, wurden Myra und Adrian zu ihrem Hotel gefahren.

»Na, habe ich nicht ein fantastisches Hotel in einer sehr praktischen Lage gebucht?«, fragte Adrian seine Studentin mit seinen bubihaft aufgerissenen Augen, als er ihr ihre Hotelzimmerschlüssel vor die Nase hielt, nachdem sie eingecheckt hatten.

Myra nickte verträumt.

»Dann sehen wir uns in einer Stunde im Foyer«, winkte der Professor Myra locker zu.

»Ja«, nickte Myra erneut. Sie machte jedoch keinerlei Anstalten, ihren kleinen Trolley neben ihr zu ergreifen und zu ihrem Hotelzimmer zu gehen. Stattdessen blickte sie Adrian verträumt hinterher. Sicheren, arroganten und dennoch lebensfrohen, hüpfenden Schrittes hatte er sich umgedreht und ging mit seinem kleinen Lederköfferchen in der Hand zur Treppe. Seine leicht wuscheligen dunkelblonden Haare hüpften nahezu ungebändigt mit seinen Bewegungen mit. Was für ein Mann!

Nachdem Adrian im Treppenhaus verschwunden war, ergriff auch Myra ihren Trolley und ging langsam zum Aufzug. Als sie ihr gemütlich eingerichtetes und dennoch nobles Hotelzimmer erreicht hatte, ließ sie sich erst einmal erschöpft auf ihr Bett fallen.

Die Geschehnisse der letzten Stunden zogen in ihren Gedanken noch einmal an ihr vorbei. Es war ein traumhaft schöner Tag gewesen. Die Zusammenarbeit mit dem deutschen Projektteam gestaltete sich erstaunlich locker, freundlich und verständnisvoll. Adrian jedoch war das Topping gewesen: ein Mann voller Energie, Fröhlichkeit und Herzlichkeit, aber dennoch bestimmend genug, die Entscheidungen sanft voranzutreiben. Er hatte stets Wert darauf gelegt, seine »wertvolle Mitarbeiterin«, wobei er tatsächlich sie gemeint hatte, bei sich zu haben. Beim Mensabesuch in der Mittagspause hatte er ihren Teller auf sein Tablett gelegt und selbstverständlich für sie mitbezahlt. Es dauerte nicht lange, da war er auch hier ein Magnet für Frauen geworden, die er kavaliersmäßig mit Respekt, Wärme und Dominanz unterhielt. Myra saß neben ihm, beobachtete all dies und war stolz, irgendwie zu Adrians Leben zu gehören. Er hatte sie während seiner lebhaften Gespräche, in denen er mit seinen Armen und Händen gestikulierenden seine ständigen Flirtversuche unterstrich, oft kurz am Arm berührt. Jedes Mal hatte ein warmes Prickeln ihren Unterleib durchzogen. Ihre Erregung, die so nach und nach ihre gesamte Vagina durchflutet hatte, war immer heftiger geworden. Adrian stundenlang beim Reden zuhören und zuschauen zu dürfen, war hypnotisierend und entfesselte nicht nur Myras erotischen Fantasien, sondern auch gleichermaßen ihr sexuelles Verlangen nach diesem Mann. Was in ihr während der gesamten Zeit vorgegangen war, war zwar viel zu heftig für eine »betriebliche« Besprechung, aber machte die Meetings umso reizvoller.

Nun erwartete sie noch ein abwechslungsreicher und aufregender Abend in der deutschen Stadt der Sünde mit ihrem geliebten Professor: erst ein Musicalbesuch, zu dem sie von der hamburgischen Universität eingeladen worden waren, und danach ein Bummel durch Hamburgs »sündige Meile«.

Myra entschied, sich, erst einmal ausgiebig zu duschen, um ihre Anspannung zu verlieren. Danach ließ sie sich wieder auf ihr Hotelzimmerbett fallen. Sie war kein bisschen ruhiger geworden. Das warme Wasser, das über ihre Haut gelaufen war, hatte noch ganz andere Gefühle erzeugt: körperliche Erregung und das Verlangen, Adrian heute Abend wenigstens ein wenig näher kommen zu können. Jedoch auch Angst gesellte sich dazu.

Heute Abend nach dem Musicalbesuch würden sie und Adrian allein sein – ohne einen dritten Gesprächspartner. Myra wusste, dass Adrian überall sofort Kontakt bekam und Menschen, vor allem die weiblichen unter ihnen, magnetisch anzog. Daher befürchtete sie, nicht genug zu Adrians Unterhaltung beitragen zu können – ihn zu langweilen oder im schlimmsten Falle sogar dümmlich auf ihn zu wirken.

Energisch schüttelte Myra jedoch dann den Kopf. Nein – der heutige Abend war pure Freizeit in Gesellschaft mit dem Mann, den sie heimlich verehrte. Sie würde diesen ganz besonderen Abend in vollen Zügen genießen und nichts verpassen wollen.

Im Moment lag sie frisch geduscht und abgetrocknet sowie völlig nackt auf dem blütenweißen Hotelbett und war noch immer erregt. Sie hatte noch über eine Stunde, bis Adrian und zwei Mitarbeiter der hamburgischen Universität sie zu dem Musicalbesuch im Foyer des Hotels treffen würde.

Myra begann, zu träumen. Was würde passieren, wenn sie nur ein einziges Hotelzimmer bekommen hätten – wenn er gerade neben ihr läge – genauso nackt wie sie jetzt nach dem Duschen. Adrian war ein Mann, der seine häufig zweideutigen Bemerkungen mit seinem attraktiven, bubihaft-schelmischen Lächeln abschwächte – ihnen sogar eine harmlose Note verleihen konnte. Ein verdorbener Mann, unbedachter Junge und erfahrener Liebhaber zugleich, der zudem bestimmend war. Was für eine betörende Mischung!

Obwohl das restliche Duschwasser auf Myras Haut langsam verdunstet war, spürte sie bereits wieder eine warme Feuchtigkeit in ihrem Intimbereich.

Was würde Adrian jetzt tun, wenn er neben ihr läge? Würde er sie quälen mit zu viel respektvollem Streicheln? Würde er sie nur bewundernd betrachten, eine verdorbene Bemerkung fallen lassen, wie »Du verführerische Perle«, oder würde er sich einfach auf sie werfen und sie nehmen? Alle drei Möglichkeiten ließen Myras Kitzler deutlich spürbar anschwellen.

Was Adrian auch täte, alles wäre ihr recht – jetzt und hier, wo sie sich nach ihm sehnte – nach seinem sportlichen Körper, seinem weich-verdorbenen Lachen, seinen kurzen, ungebändigten Wuschelhaaren, seinem maskulinen Geruch, seiner Begierde nach Leben, Freude, Spaß und vor allem nach seiner Lust auf Frauen.

Sie erinnerte sich, wie sich Adrian im Flugzeug angefühlt hatte. Eine warme, weiche, sanfte Männerhand mit langen Fingern. Die Hand eines Professors, die Hand eines verdorbenen Denkers.

Was wäre, wenn er ihren Körper jetzt und hier liebkosen würde, ihre anschwellenden Brustwarzen wertschätzen und ihre weich-warmen Schamlippen bewundernd betrachten würde? Wie würde es sich anfühlen, wenn er seine langen Finger in sie hineingleiten ließe – mit einer unartigen Bemerkung, wie »Du bist ja nicht nur außen heiß.« Wie geil wäre es, wenn er ihre Vagina durch umso langsamere Auf- und Abbewegungen seiner Finger bis zur Ekstase reizen würde?

Myra spürte in ihrer Fantasie seinen Finger direkt in ihr, der sie zwar nicht vollständig ausfüllte, aber dennoch einen heftigen stimulierenden Reiz in ihrem Unterleib auslöste. Sie roch sein herbes Aftershave. Sie hörte seine amüsierte männlich-weiche Stimme. Sie bäumte sich auf und ein unterdrückter Schrei entfleuchte ihrem Mund. Myras Hüfte bewegte sich instinktiv nach, obwohl sie ihren Höhepunkt bereits überraschend erreicht hatte. Es schien ewig zu dauern, ehe sich ihre Gefühle in ihrem Schoß so weit beruhigt hatten, dass sie ruhig liegen konnte. Myra schloss die Augen und genoss diese Zeit der Glückseligkeit.

Kapitel 4

Myra erschrak, als sie ein Klopfen vernahm. Sie hatte gerade geträumt, wie sie und Adrian Hand in Hand an der Themse entlanggingen. Nur langsam war sie bereit, nach dieser wunderschönen Vorstellung wieder in die Realität zurückzukehren.

»Myra, alles okay?«, hörte sie Adrians Stimme hinter der Hoteltür.

Verdammt, sie war eingeschlafen. »Ja, einen Moment!« Noch schläfrig und halb torkelnd öffnete sie beschämt über ihre Unpünktlichkeit die Hoteltür.

Adrian blickte sie von oben bis unten an, grinste und räusperte sich dann: »Nun ja, du siehst wahnsinnig sexy aus, aber vielleicht nicht so ganz angemessen für einen Musicalbesuch?«

Myra schaute – inzwischen ein wenig wacher – an sich herunter und bekam einen Riesenschreck. Sie war vollständig unbekleidet.

»Oh!«, rief sie und schlug die Tür zu. Hitze stieg in ihr auf. Peinliche, schamvolle Hitze. Wie konnte sie nur so weggetreten sein und splitterfasernackt die Tür öffnen – gerade bei ihrem Professor und Vorgesetzten. Was sollte er denn jetzt von ihr denken?

»Schaffen Sie es in zehn Minuten unten im Foyer zu sein? Angezogen, meine ich?«, rief Adrian höchst amüsiert vor der geschlossenen Hoteltür und unterbrach damit Myras Gedankenkarussell.

»Ja, klar, natürlich! Entschuldigen Sie bitte meinen Auftritt – ich war tatsächlich eingeschlafen und …«

»Für diesen Anblick sollte ich mich eher bedanken, als dass Sie sich entschuldigen«, hörte Myra, während sie schon eilig in die neue Reizwäsche schlüpfte. Sie wollte sich gerade an diesem Abend mit Adrian begehrenswert fühlen.

Ruckzuck war Myra angezogen und geschminkt. Eilig lief sie die Treppenstufen bis zum Hotelfoyer herunter.

Der Anblick von Adrian Orwood verschlug ihr fast den Atem. Er trug eine schwarze, hautenge Hose mit einem schwarzen, edel aussehenden, hautengen Hemd, aus dem ein paar dunkle Brusthaare herauslugten. Darüber trug er eine schwarze Lederjacke, die sündhaft teuer und genauso sexy wirkte. Adrians kurze, dunkelblonde, sonst immer leicht ungebändigt abstehende Haare waren jetzt gegelt und akkurat zurückgekämmt.

An Adrians rechtem Handgelenk lockte ein schmales, schwarzes Lederbändchen und gab seinem atemberaubenden Auftreten noch eine verspielte, bubihafte Note – ebenso wie sein weiches Lächeln, mit dem er Myra zunickte. Ihre Knie wurden weich.

»Myra, du siehst – atemberaubend aus.« Adrians Blick wanderte nahezu anzüglich langsam über ihren Körper. Zudem drang das neue »Du« direkt in ihren Unterleib und verursachte ein elektrisierendes Kribbeln in ihrem Schoß. Adrian war einfach auf das »Du« übergegangen, so als handle es sich tatsächlich um ein Date – ihr Date mit ihm.

Natürlich hatte sich auch Myra verführerisch angezogen – tatsächlich wie zu einem Date: schwarzes, kurzes Kleid mit großem Ausschnitt, rote Stöckelschuhe, glitzernde Ohrringe und Kette und eine verspielte Brosche in ihrem kurzen Haar. Der neue Push-up-BH und die Reizwäsche darunter fühlten sich gut an, gaben ihr ein prickelndes Gefühl von Verdorbenheit.

»Dann sind wir wohl perfekt gekleidet für den anschließenden Besuch der Reeperbahn«, schlussfolgerte Myra. Doch dann rutschte ihr noch heraus. »Als Zuhälter und seine Nutte.«

Sofort hätte sich Myra wegen dieser dreisten Bemerkung ihrem Chef gegenüber am liebsten entschuldigt, doch Adrian prustete laut lachend los. »Ich ahnte zwar nicht, dass eine junge Studentin solche aufreizenden Kleidungsstücke benötigt, aber sie passen tatsächlich perfekt zu unserem Abendprogramm.«

»Ich brauche sie nicht, aber …«, wollte sich Myra rechtfertigen, doch Adrian winkte noch immer fröhlich grinsend ab.