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Willkommen in Cedar Falls, einer kleinen Stadt in North Carolina inmitten der Smokey Mountains, wo die Menschen freundlich und die Männer heiß sind. Stone Powers hat einen Fehler gemacht, durch den die Liebe seines Lebens vor zwölf Jahren im Krankenhaus landete. Weil er sich zu sehr für seine Taten schämte, lief Stone davon. Aber egal, wie weit er auch läuft, er kommt immer wieder zu einer Wahrheit zurück: Er schuldet Griffith Montrose eine Entschuldigung. Und wenn er ehrlich ist, hofft Stone, dass Griffith ihm noch eine Chance gibt und ihm verzeiht. Griffith Montrose ist eine Art Einsiedler geworden. Nachdem er zwölf Jahre zuvor von einem Fanatiker verprügelt wurde, hat er Angst vor Menschen. Als er mit eingezogenem Schwanz in seine Heimatstadt Cedar Falls zurückkehrt, ist er sich nicht sicher, ob er sich jemals von dem schicksalhaften Tag erholen wird, an dem sein Partner – der Mann, von dem Griffith dachte, dass er ihn liebte – daneben stand und zusah, wie er verprügelt wurde. Zwar sind die beiden schließlich wieder vereint, aber können sie das Geschehene hinter sich lassen und ihr Glück finden, oder sind sie dazu bestimmt, allein zu leben? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Länge: rund 42.000 Wörter
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Veröffentlichungsjahr: 2023
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Kapitel 23
Kapitel 24
Kapitel 25
Epilog
ÜBER SHEA BALIK
LESEPROBE:
Utopia: Alles auf Glück
Willkommen in Cedar Falls, einer kleinen Stadt in North Carolina inmitten der Smokey Mountains, wo die Menschen freundlich und die Männer heiß sind.
Stone Powers hat einen Fehler gemacht, durch den die Liebe seines Lebens vor zwölf Jahren im Krankenhaus landete. Weil er sich zu sehr für seine Taten schämte, lief Stone davon. Aber egal, wie weit er auch läuft, er kommt immer wieder zu einer Wahrheit zurück: Er schuldet Griffith Montrose eine Entschuldigung. Und wenn er ehrlich ist, hofft Stone, dass Griffith ihm noch eine Chance gibt und ihm verzeiht.
Griffith Montrose ist eine Art Einsiedler geworden. Nachdem er zwölf Jahre zuvor von einem Fanatiker verprügelt wurde, hat er Angst vor Menschen. Als er mit eingezogenem Schwanz in seine Heimatstadt Cedar Falls zurückkehrt, ist er sich nicht sicher, ob er sich jemals von dem schicksalhaften Tag erholen wird, an dem sein Partner – der Mann, von dem Griffith dachte, dass er ihn liebte – daneben stand und zusah, wie er verprügelt wurde.
Zwar sind die beiden schließlich wieder vereint, aber können sie das Geschehene hinter sich lassen und ihr Glück finden, oder sind sie dazu bestimmt, allein zu leben?
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein.
Länge: rund 42.000 Wörter
SHEA BALIK
Utopia: Alles auf Glück
Cedar Falls 8
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene
ME AND THE MUSE PUBLISHING
www.meandthemuse.com
Copyright © der englischen Originalausgabe „Utopia“:
Shea Balik
Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:
Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe
Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2023
Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs
URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:
Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.
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Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.
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Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.
Die Utopie ist das Gegenteil der Wirklichkeit.
~ Albert Camus
„Herzlichen Glückwunsch!“, riefen sieben von Griffiths Freunden, als er Nathans Buchladen Gebundene Gelüste betrat.
Sein schmerzendes Gesicht verriet ihm, dass er von Ohr zu Ohr strahlte. Endlich hatte er es geschafft. Er hatte nicht nur eine Agentin für seine Bücher, sondern war jetzt auch bei einem Verlag unter Vertrag. Sein erstes Buch würde bis Weihnachten in den Buchläden stehen.
Er hatte so lange darum gekämpft, dass jemand auf seine Bücher aufmerksam wurde, was noch dadurch erschwert wurde, dass er Cedar Falls nicht verlassen wollte, um sich mit irgendwem zu treffen. Sein zurückgezogenes Verhalten schreckte mögliche Agenten eher ab, aber das Ganze war keine Masche. Für ihn war es völlig ernst.
„Wir müssen ausgehen und feiern“, schlug Nathan vor.
Griffith war sich nicht sicher, ob das eine gute Idee war, aber er konnte Nathan nicht einfach abblitzen lassen. Dank des Inhabers der Buchhandlung war er überhaupt erst entdeckt worden. Als Lila Wilcox auf der Suche nach einem neuen Kinderbuch für ihre sechs- und siebenjährigen Kinder in die Buchhandlung Gebundene Gelüste kam, hatte Nathan Griffiths Reihe von Abenteuerbüchern rund um Jaime im Wald vorgeschlagen.
Lila und ihre Kinder waren von den Büchern so begeistert gewesen, dass sie zurückkehrte, Nathan eine ihrer Visitenkarten gab und ihn bat, Griffith mitzuteilen, dass sie daran interessiert sei, seine Agentin zu werden. Fast hätte er gar nicht angerufen, weil er dachte, sie wolle nur höflich sein, aber schließlich tat er es doch. Lila wollte ihn nicht nur vertreten, sie hatte auch eine Blockhütte in der Nähe von Cedar Falls und war gerne bereit, ihn zu besuchen, falls notwendig. Langsam gingen seine Träume in Erfüllung, zumindest die meisten von ihnen. Einer davon würde niemals wahr werden, aber damit hatte sich Griffith schon vor langer Zeit abgefunden – naja, zum größten Teil.
„Das klingt toll, Nathan.“ Aber das stimmte nicht. Eigentlich klang ein Ausgehabend eher verdammt schrecklich, aber Griffith hatte gelernt, mit diesen Jungs umzugehen. Es war immer einfacher, sich ihren Wünschen zu fügen. „Sag mir einfach, wo und wann.“
Zane warf einen Blick auf seine Uhr. „Tut mir leid, Leute, aber ich muss los. Ich habe versprochen, genügend Gebäck zu liefern, um die Mitarbeiter des Casinos während ihrer Schulung zu verpflegen.“
„Oh.“ Jesse hüpfte auf und ab und wäre fast auf dem Hintern gelandet, als seine marineblauen Flip-Flops mit den silbernen Sternen an den Seiten und dem oberen Riemen über den Holzboden rutschten. Ethan hielt Jesse fest und bewahrte den temperamentvollen Mann davor, zu stürzen.
Mittlerweile hatte sich Griffith daran gewöhnt, nachdem er in ihre Runde eingeladen worden war. Nun, eingeladen war wohl nicht ganz der richtige Ausdruck. Gekidnappt und als Geisel festgehalten wäre wohl zutreffender.
Er war sich nicht ganz sicher, wie es dazu eigentlich gekommen war, aber er war eines Tages in die Stadt gekommen, um Nathan dafür zu danken, dass er ihm bei der Suche nach einer Agentur geholfen hatte, und um ihm die gute Nachricht zu überbringen, dass Lila sich bereit erklärt hatte, ihn zu vertreten. Jesse, Ethan und Flynn waren zu der Zeit im Buchladen gewesen, und als Nathan sich über Griffiths Erfolg freute, schlossen sich die drei Männer ihm an.
Schon bald nahm Griffith mindestens alle zwei Wochen an Grillfesten und anderen Treffen mit den vier Männern und dem Rest ihrer Freunde teil. Er war sogar ziemlich überrascht, dass so viele schwule Menschen nach Cedar Falls gezogen waren.
Beim Anblick des freudigen Ausdrucks in Jesses Augen, kurz bevor er fast hingefallen wäre, lief es ihm kalt den Rücken hinunter. Der Gesichtsausdruck des Mannes jagte Griffith eine Heidenangst ein. Für ihn wäre eine gelungene Feier ein nettes Abendessen im Restaurant, und selbst das war zu viel des Guten. Ihm wäre eines der Grillfeste bei Aidan oder Jax lieber gewesen – etwas, an dem nicht noch mehr Leute teilnahmen, als die ohnehin schon große Gruppe von fünfzehn Personen. Außerdem war es doch ätzend, dass er der einzige Single in der Gruppe war, oder? Aber die Erfahrung hatte ihn gelehrt, dass Jesse selten etwas Ruhiges oder Zurückhaltendes unternahm. Kurz hatte er gehofft, dass Jesse vergessen hatte, was er vorschlagen wollte, aber heute hatte Griffith einfach nicht so viel Glück.
„Warum machen wir nicht eine Riesenfete am Abend der Eröffnung des Casinos? Wir feiern die ganze Nacht durch.“
Die anderen waren ganz aus dem Häuschen. „Tolle Idee, Jesse.“ Ethan fing Zane ab, bevor er verschwand. „Hat Aidan nicht erwähnt, dass er uns einen Tisch in einem der Restaurants im Casino reserviert hat?“
Zane nickte noch, als er die Tür öffnete. „Er hat im Devine einen Tisch für sechs Personen reserviert, also komm ja nicht zu spät.“ Dann war Zane schon aus der Tür.
„Was sollen wir denn bloß zu einer Casino-Eröffnung anziehen?“, fragte Kit, der Besitzer des Friseursalons Geil auf Style.
„Jax und ich tragen Anzüge“, meinte Flynn.
Nathan nickte. „Harley und ich auch.“
Jesse blickte zu Ethan, der dem Mann ein schelmisches Lächeln schenkte. „Ethan und ich haben uns für einen anderen Look entschieden.“ Ein weiterer Schauer lief Griffith über den Rücken, als die beiden Männer sich der Gruppe zuwandten. Der Schalk tanzte in ihren Augen, als sie jeden von ihnen anschauten.
„Da dies eine zweifache Feier ist, finden wir, dass ihr euch alle ähnlich kleiden solltet wie wir.“ Das war kein Vorschlag, sondern ein Befehl. Wenn einer von ihnen anderer Meinung gewesen wäre, hätte er es mit Jesse und Ethan aufnehmen müssen, und Griffith war sich ziemlich sicher, dass das keiner von ihnen tun wollte.
Flynn zuckte mit den Schultern. „Klar, solange es nicht eines eurer berüchtigten Kostüme ist.“
Jesse lachte, aber für Griffith war das kein Grund zur Heiterkeit. Nach den Gerüchten, die er gehört hatte, hatte sich Ethan letztes Halloween als Rotkäppchen verkleidet, während Jesse sich als scharfer Cop ausgab. So wie Jesses Outfit beschrieben wurde, schien der Stoff kaum ausgereicht zu haben, um es überhaupt als Kleidungsstück zu bezeichnen.
„Keine Sorge. Es gibt keine Halloween-Kostüme.“
Ethan versuchte zwar, ihre Befürchtungen zu zerstreuen, aber Jesses Grinsen machte es nur noch schlimmer. Er fragte sich, was die beiden genau vorhatten.
Die anderen stimmten bereitwillig zu, obwohl Griffith keine Ahnung hatte, warum. Sie kannten Jesse besser als er und selbst er wusste, dass es nicht viel gab, was der Mann nicht tun würde. Warum also willigten sie blindlings ein, als ob sie dem Mann vertrauen könnten?
Wenn es um Jesse ging, konnte man wirklich nicht nein sagen. Der Mann kannte keine Grenzen, wie Griffith feststellen musste, als Jesse und Ethan anfingen, unangekündigt und uneingeladen bei Griffith vorbeizuschauen. Die beiden kamen herein, als würden sie dort wohnen, und machten es sich in seinem Refugium fernab der Zivilisation gemütlich. Er war sich nicht einmal sicher, wie sie überhaupt herausgefunden hatten, wo er wohnte.
Griffith hatte nie jemandem verraten, wo sich sein Zuhause befand. Er nahm an, dass alle dachten, er wohne bei seinen Eltern und nicht in der kleinen Hütte auf einem Berg, den die meisten Fahrzeuge nicht hinauffahren konnten. Aber wie er bei Jesse schon festgestellt hatte, konnte den Mann nichts aufhalten, wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, nicht einmal die kilometerlange, zerfurchte Schotterstraße, die zu Griffiths dreihundert Meter langer Kieszufahrt führte.
Er hatte das Grundstück gerade deshalb ausgesucht, weil es jeden davon abhalten würde, ihn zu besuchen. Offenbar hatte Jesse den Hinweis nicht verstanden. Der Mann schien keinerlei Hemmungen zu haben. Er verfolgte einfach jede Idee, die ihm in den Sinn kam, und deshalb konnte Griffith nicht verstehen, warum alle ihm blindlings folgten, wenn er eine Idee für ein Outfit hatte.
Andererseits schien es seinen Freunden egal zu sein, was andere von ihnen dachten, also war es ihnen wahrscheinlich auch egal, was sie anhatten. Eine Nacht umgeben von Hunderten von Menschen, die er nicht kannte, in einem Outfit, das er sicher bereuen würde, dürfte Griffiths schlimmster Albtraum sein.
„Der Sicherheitschef ist Stone Powers. Wenn ihr also Fragen zum Ablauf habt oder irgendetwas Verdächtiges melden wollt, müsst ihr mit ihm oder einem seiner Männer sprechen.“ Aidan Dempsey, der Geschäftsführer der gesamten Anlage, deutete auf Stone und sein Sicherheitsteam.
„Wenn sie im Dienst sind, tragen sie schwarze Anzüge. Wenn sie keine Uniform tragen, sprecht sie bitte nicht an oder tut so, als würdet ihr sie nicht kennen. Gelegentlich sind sie auch in Zivil unterwegs, um nicht aufzufallen, denn wir wollen nicht, dass man merkt, dass sie zum Casino gehören.“
Wie immer richtete Stone sein Augenmerk nicht auf eine bestimmte Person. Stattdessen nahm er alles auf, was er sah. Auch wenn sie sich erst in der Ausbildungsphase befanden, machte er seinen Job. So war er nun mal. Egal, wie oft er es versuchte, Stone konnte nicht abschalten.
Seine Unfähigkeit, sich zu entspannen, führte er auf seine militärische Ausbildung zurück. Er war zu den Marines gegangen, weil er gehofft hatte, dort einen inneren Frieden zu finden, von dem er nicht wusste, ob es diesen überhaupt gab. Was er jedoch fand, war seine Berufung als Soldat, und darin war er verdammt gut.
Sein Talent blieb seinen Vorgesetzten nicht verborgen. Innerhalb eines Jahres wurde er zur Ausbildung für die Special Forces geschickt. Dann wurde in seinem vierten Jahr bei den Special Forces der Konvoi, den er beschützte, durch einen Sprengsatz in die Luft gejagt. Das Problem am Krieg ist, dass Menschen sterben. Menschen, die er kannte, einige von ihnen sogar sehr gut.
In diesem Fall war es sein bester Freund, Rick Sanders. Rick war die einzige Person, der Stone die Wahrheit über seine Vergangenheit erzählt hatte – alles, einschließlich des Grundes, warum er zum Militär gegangen war, warum er nicht stillsitzen konnte und warum er jede Nacht Albträume hatte.
Stone war bei dem Angriff auch verletzt worden. Es reichte zwar nicht aus, um ihn zu töten, aber doch, um ihn aus dem Militärdienst zu entlassen, sofern er das wollte. Er hatte das Angebot angenommen. So gut Stone auch im Einsatz war, Ricks Tod löste etwas in ihm aus.
Einen Feind zu töten, würde niemals wieder gutmachen, was Stone getan hatte. Er musste einen anderen Weg finden, um Sühne zu leisten. Also ging er zurück nach Bridgeport, Connecticut. Dort fand er einen Job bei der Titan Industries Entertainment Division als Sicherheitskraft in einem der Casinos. Ähnlich wie in seiner Zeit beim Militär wurden seine Vorgesetzten auf seine Fähigkeiten aufmerksam und er wurde schnell befördert.
Am Ende seines zweiten Jahres leitete er die Sicherheitsabteilung für das gesamte Unternehmen. Als er erfuhr, dass der Konzern ein Objekt in Cedar Falls, North Carolina, eröffnete, nahm er dies als Zeichen, dass es an der Zeit war, einiges in Ordnung zu bringen und bat darum, seine derzeitige Position aufzugeben, um Sicherheitschef für das Objekt zu werden.
Zuerst sträubte sich die Geschäftsleitung und lehnte seinen Antrag ab. Schließlich überzeugte Syn Evans, der stellvertretende Vorsitzende der Verwaltung und ein guter Freund von Stone, die Verantwortlichen davon, seiner Bitte nachzukommen.
So landete er in Cedar Falls und arbeitete im neuesten Casino von Titan, dem Utopia. Jetzt, wo Stone hier war, konnte er sich nicht mehr länger selbst belügen. Sein neurotisches Bedürfnis, immer alles und jeden um sich herum im Auge zu behalten, rührte von einer bestimmten Nacht her. Er war in seinem ersten Jahr an der Columbia gewesen, als seine ganze Welt auf den Kopf gestellt wurde. Er hatte sich verliebt. Nicht einfach nur so, sondern es war diese einzigartige Liebe, von der er tief in seinem Herzen wusste, dass sie für immer halten würde.
Doch anstatt sein Glück zu finden, geriet Stone in eine wahre Horrorstory, die auch nach zwölf Jahren noch nicht zu Ende war. Deshalb war er nach Cedar Falls gekommen, um für seine Sünden zu büßen.
Selbst nach all der Zeit hätte er sich am liebsten übergeben, wenn er daran dachte, was er … Er ballte seine Hand zu einer Faust. Die Wut über diese Nacht brannte tief in ihm. Sein Zorn richtete sich voll und ganz gegen sich selbst.
„Stone.“
Als er Aidan seinen Namen noch einmal sagen hörte, riss ihn das aus seinen dunklen Gedanken. Aber das war wahrscheinlich auch besser so. Diese Gedanken würden ihn nur in eine Hölle der Verzweiflung über die Person führen, die er vor all den Jahren gewesen war.
„Könntest du mal kurz herkommen und ein paar der Anzeichen durchgehen, auf die jeder achten sollte?“
Genau so etwas hasste Stone. Er war nicht gut darin, vor anderen zu sprechen, was seltsam war, weil er es so oft tun musste. Als Sicherheitschef eines Multimilliarden-Dollar-Unternehmens musste Stone jede Woche, manchmal sogar jeden Tag, Besprechungen leiten. Als Teil seiner Buße für das, was er zugelassen hatte, sprach er auch an verschiedenen Schulen, von der Grundschule bis zum College.
Stone schüttelte sich, um seine Erinnerungen an die Vergangenheit loszuwerden, und sprach über die verschiedenen Anzeichen, auf die jeder achten sollte, um Betrug an den Tischen zu verhindern. Er ging auch auf die allgemeine Sicherheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter auf dem Weg zur und von der Arbeit ein.
„Die Parkplätze sind gut beleuchtet und werden ständig überwacht, aber wenn man sich mal unsicher fühlt, ob man allein zu seinem Auto gehen sollte, gibt es in der Nähe des Mitarbeiterausgangs ein Telefon, das eine direkte Verbindung zum Sicherheitsbüro herstellt.“ Das war einer der Vorschläge, die er vor Jahren gemacht hatte und die Titan Industries in all seinen Gebäuden installiert hatte, nicht nur in denen der Unterhaltungsbranche.
Das machte den Arbeitsplatz für die Angestellten viel sicherer. Es hatte auch den zusätzlichen Vorteil, dass es den Angestellten zeigte, dass das Unternehmen sich um sie sorgte, was zu einem viel angenehmeren Arbeitsklima für alle führte.
„Wir begleiten euch jederzeit gerne zu eurem Fahrzeug, egal ob Tag oder Nacht.“ Er beendete seine kleine Rede, in der er darauf hinwies, dass sie auf ihre Umgebung achten und alles melden sollten, was ungewöhnlich aussah.
Aidan ging zurück nach vorne in den Saal. „Danke, Stone. An dieser Stelle sollten wir eine Pause einlegen und uns dann auf unsere Abteilungen aufteilen. Mein umwerfender Partner Zane hat Leckereien aus seiner Bäckerei Süße Schnecken mitgebracht, die sich in der Main Street befindet. Ihr könnt euch gerne nach hinten begeben und davon nehmen. Wir machen in einer Viertelstunde weiter.“
Stone wollte nicht hier bleiben, aber er musste mit den neueren Sicherheitskräften weiterarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die korrekten Abläufe kannten. Zum Glück hatte er ein Dutzend erfahrener Männer, mit denen er bereits zusammengearbeitet hatte, um ihm bei der Ausbildung zu helfen.
Danach musste er sich mit den Computerleuten zusammensetzen und alle Kameras und Alarmeinrichtungen in den Gebäuden überprüfen. Allein dafür würde er bis tief in die Nacht und den größten Teil des morgigen Tages brauchen. Sein Terminkalender war vollgepackt mit Besprechungen, Schulungen und der Überprüfung jedes Zentimeters des Casinos, des Hotels und der drei Restaurants auf dem Gelände, ganz zu schweigen von den Parkplätzen und den Toren für die Mitarbeiterplätze.
Als er nach Cedar Falls gezogen war, hatte er eigentlich vorgehabt, das Unrecht, das er vor all den Jahren begangen hatte, wieder gutzumachen, aber jetzt, wo Stone hier war, fiel ihm das schwer. Seit jener Nacht hatte Stone sich nicht mehr erlaubt, feige zu sein.
Er stieß einen Seufzer aus. Seit er vor vier Tagen in Cedar Falls angekommen war, hatte Stone nicht den Mut gefunden, das zu tun, was getan werden musste: sich bei Griffith Montrose zu entschuldigen.
Er war nicht so naiv zu glauben, dass der Mann ihm jemals verzeihen würde, und Griffith sollte das auch gar nicht. Was Stone getan hatte, war unverzeihlich, aber er hatte das Gefühl, dass er Griffith wenigstens sagen sollte, dass es ihm leid tat. Wäre er damals nicht so ein Feigling gewesen, hätte er sich vielleicht entschuldigt, aber das hatte er nicht. Doch wenn er damals ein richtiger Mann gewesen wäre, hätte er sich überhaupt nicht entschuldigen müssen, denn dann hätte er verhindert, dass Griffith verletzt wurde.
„Mr. Powers, die anderen sind bereit anzufangen.“ Jett, einer der Neuen, stand zitternd vor Stone, während Reed, Kale und Crow – Stones Teamleiter – belustigt zusahen.
Offensichtlich hatten sie den armen Jett dazu angestachelt, ihn anzusprechen. Wahrscheinlich hatten sie Jett dazu angehalten, ihn mit Mr. Powers anzusprechen, anstatt mit seinem Vornamen, was ihm eigentlich lieber war. Stone wusste, dass die förmlichere Anrede vorgeschrieben war, aber jedes Mal, wenn er sie hörte, war er versucht, über die Schulter zu blicken und nach seinem Vater Ausschau zu halten. Der Gedanke daran ließ ihn erschaudern. Selbst wenn er den Mann für den Rest seines Lebens nicht mehr sehen würde, wäre das in Stones Augen noch zu oft.
„Danke, Jett, und nenn mich bitte Stone.“ Das hatte er allen schon einmal gesagt, aber da Reed, Kale und Crow die Leute ständig anstachelten, musste Stone sie immer wieder daran erinnern, dass er lieber mit seinem Vornamen angesprochen werden wollte.
Während er mit Jett weiterging, der immer noch zitterte wie Espenlaub, beschloss Stone, den Jungen dafür zu belohnen, dass er den Mut gehabt hatte, ihn anzusprechen. Das war nicht leicht, selbst für viele der erfahreneren Männer, mit denen er zusammenarbeitete. Er machte sich keinerlei Illusionen darüber, wie er aussah. Der Krieg hatte seinen Tribut von Stone gefordert, einschließlich einer hübschen länglichen Narbe, die seitlich an seinem Gesicht entlanglief.
Syn behauptete, dass er dadurch so gefährlich aussah, dass alle kleinen Twinks in Ohnmacht fallen würden, aber Stone war nicht an irgendwelchen anderen Twinks interessiert. Er interessierte sich nur für einen Twink, und genau das war der Kern seines Problems.
Er war immer noch in Griffith Montrose verliebt. Das war er schon seit zwölf Jahren. Was wäre, wenn er sich bei Griffith entschuldigen würde und der Mann sich immer noch weigerte, etwas mit Stone zu tun zu haben? Zwar hatte er nichts anderes verdient, aber allein der Gedanke, dass das passieren könnte – und wahrscheinlich würde – brach ihm das Herz.
Um sich wieder auf die Arbeit konzentrieren zu können, klopfte Stone Jett auf die Schulter. „Da du derjenige warst, der den Mut hatte, zu mir zu kommen, nehme ich dich in mein Team auf, Jett.“
Der Mann zitterte noch stärker unter Stones Hand. „D-danke, Mr. … Ich meine, Stone.“
„Kein Problem, Jett.“ Stone warf Reed, Kale und Crow im Vorbeigehen einen strengen Blick zu und versprach ihnen im Stillen eine ordentliche Abreibung, wenn sie das nächste Mal zusammen trainierten.
Jep. Griffith war in der Hölle. Und nicht nur in irgendeiner Hölle. Nein, er befand sich auf jeder Stufe von Dantes Inferno.
Er starrte auf den Spiegel vor sich und wünschte sich, dass ein weiterer Tornado durch Cedar Falls fegen würde, um dieser Nacht ein Ende zu bereiten. So oder so wäre das ein großes Glück für Griffith, denn dann müsste er nicht das Outfit tragen, das Jesse für ihn ausgesucht hatte – oder besser gesagt, für sie alle.
Er verstand immer noch nicht, warum Zane, Flynn, Nathan, Ryder und Kit zugestimmt hatten, mitzumachen. Eine Katastrophe bahnte sich an. Alle Augen würden auf sie gerichtet sein und unerwünschte Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Sicher, er wusste, dass in Cedar Falls Bigotterie kaum geduldet wurde, aber das bedeutete nicht, dass es überhaupt keine Schikanen gab.
Er wünschte sich nur, ihm würde nicht so gut gefallen, wie das Outfit seine Augen betonte. Ein Teil von Griffith, tief, tief, tief unten, liebte dieses Outfit nämlich. Es war tatsächlich etwas, das er früher getragen hätte … Aber sein vernünftiger, rationaler Teil – gut, vielleicht war es der feige Teil, der nicht wollte, dass er auffiel – hasste es. Als Oberteil hatte sich Jesse ein schwarzes, durchsichtiges Top ausgesucht, das sich an seinen kleinen Körper schmiegte. Zuerst dachte er, der Mann hätte die falsche Größe ausgesucht. Dann sah er, dass die Oberteile aller anderen genauso eng waren. Es war mehr wie eine zweite Haut als echte Bekleidung. Dass es so durchsichtig war, dass man es kaum wahrnahm, war auch nicht gerade hilfreich.
Aber es war nicht das Hemd, das Griffith fast zum Hyperventilieren brachte. Das lag an dem Kilt. Jesse mochte zwar Gefallen an diesem Kleidungsstück finden, aber Griffith ganz sicher nicht. Ihm war es egal, dass er im Grunde einen Rock trug, aber es störte ihn, dass er so viel von seinen Beinen zeigte, was unerwünschte Aufmerksamkeit auf sich zog.
Beinahe hätte er sich geweigert, ihn zu tragen, aber Jesses störrischer Gesichtsausdruck machte Griffith klar, dass das keinen Sinn hatte. Der Mann würde Griffith zwingen, das Ding zu tragen. Normalerweise hätte das nichts zu bedeuten gehabt. Es war ja nicht so, dass Griffith nicht für sich selbst einstehen könnte, aber … nun ja … es war lange her, dass er Freunde gefunden hatte, und die wollte er auf keinen Fall verlieren.
