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Nightborn Wolves MC – Gesamtausgabe New York schläft nie. Und tief in den Schatten der Stadt existiert eine Welt, in der Loyalität über allem steht, Fehler tödlich enden können und Liebe der gefährlichste Einsatz ist. Die Nightborn Wolves sind kein Club für Helden. Sie sind Kämpfer, Beschützer, Brüder - Männer, die bereit sind, alles zu riskieren, um das zu verteidigen, was sie ihr Eigen nennen. Und sie sind Männer, die niemals geplant haben, sich zu verlieben. In dieser Gesamtausgabe begleiten wir starke Frauen, die nicht gerettet werden wollen - und Rocker, die genau das trotzdem tun. Es geht um falsche Entscheidungen und zweite Chancen, um Vertrauen, das wachsen muss, und um Nähe, die Angst macht. Um Leidenschaft, die unter die Haut geht, und um Loyalität, die stärker ist als Blut. Jeder Band erzählt eine eigene Liebesgeschichte - roh, intensiv und emotional - und gemeinsam formen sie ein vielschichtiges Bild einer Familie, die man sich nicht aussucht, sondern findet. Zwischen Clubregeln und Freiheit, zwischen Gewalt und leisen Momenten müssen alle lernen, dass Liebe kein Besitz ist - sondern eine Entscheidung. Eine komplette MC-Romance-Reihe voller Spannung, Herzschlag, Humor und heißen Momenten - mit starken Heldinnen, kompromisslosen Rockern und garantierten Happy Ends. Ride or Die. Willkommen bei den Nightborn Wolves.
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Seitenzahl: 276
Veröffentlichungsjahr: 2026
Verführe niemals einen Rocker
© [2025] [Bärbel Muschiol]
[email protected] Rechte vorbehalten.
Dieses eBook ist ein Werk der Fiktion. Namen, Charaktere, Handlungen und Orte sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen, Firmen, Ereignissen oder Schauplätzen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.
Kein Teil dieses eBooks darf ohne ausdrückliche Genehmigung der Autorin reproduziert, gespeichert oder in irgendeiner Form - elektronisch, fotomechanisch, durch Kopie oder andere Verfahren - übertragen oder weitergegeben werden, es sei denn, die gesetzlichen Bestimmungen erlauben dies ausdrücklich.
Inhaltsverzeichnis
Verführe niemals einen Rocker
Biker Romance
Willkommen in New York - und willkommen im Nightborn Wolves MC
Prolog
1. Kapitel
2. Kapitel
3. Kapitel
4. Kapitel
5. Kapitel
6. Kapitel
7. Kapitel
8. Kapitel
9. Kapitel
10. Kapitel
11. Kapitel
12. Kapitel
13. Kapitel
14. Kapitel
Liebe niemals einen Rocker
Biker Romance
Prolog
1. Kapitel
2. Kapitel
3. Kapitel
4. Kapitel
5. Kapitel
6. Kapitel
7. Kapitel
8. Kapitel
9. Kapitel
10. Kapitel
11. Kapitel
12. Kapitel
13. Kapitel
14. Kapitel
Vertraue niemals einem Rocker
Biker Romance
Prolog
1. Kapitel
2. Kapitel
3. Kapitel
4. Kapitel
5. Kapitel
6. Kapitel
7. Kapitel
8. Kapitel
9. Kapitel
10. Kapitel
11. Kapitel
12. Kapitel
13. Kapitel
Epilog
Danksagung
New York schläft nie, das sagt man zumindest.
Doch zwischen den flammenden Lichtern Manhattans, den endlosen Straßenschluchten Brooklyns und dem nie endenden Dröhnen der Stadt gibt es Orte, die in keinem Reiseführer stehen. Orte, an denen Loyalität mehr zählt als Gesetze, an denen der Zusammenhalt stärker ist als Blut - und an denen ein einziger Fehler genügt, um den Lauf eines Lebens für
immer zu verändern.
Einer dieser Orte ist das Clubhaus derNightborn Wolves, tief in Brooklyn, abgeschirmt von neugierigen Blicken und doch pulsierend vor Leben.
Hier beginnt die Geschichte von Bella, der Tochter eines Präsidenten, die nie ganz verstanden hat, wohin sie wirklich gehört und die schmerzlich lernen musste, dass Freiheit manchmal den höchsten Preis fordert.Und hier beginnt auch die Geschichte von Ghostbite, dem Mann mit den Narben, den Fäusten und dem Herz, das er viel zu lange verschlossen hielt.
Zwischen Rivalität und Macht, zwischen Verrat und Leidenschaft, zwischen Krieg und einem Funken Hoffnung entsteht ein Band, das stärker ist als jede Kette und gefährlicher
als jeder Feind.
Dieses Buch führt dich hinein in eine Welt voller Regeln und Regelbrüche, voller Männer, die für ihre Familie töten würden, und Frauen, die lernen, ihren Platz inmitten
der Wölfe zu finden.
Mach dich bereit.Für Lärm, für Chaos und für eine Liebe, die unter der Haut brennt. Und für ein New York, wie du es noch nie gesehen hast. Und für einen Motorcycle Club, der dir vielleicht mehr unter die Haut gehen wird, als du erwartet hast.
Willkommen im Nightborn Wolves MC.
Bella
Ich erfahre es an einem dieser Abende, an denen die Hitze über dem Clubgelände liegt wie ein schlechtes Omen. Durch das offene Fenster vom Büro meines Vaters dringt der Geruch von Benzin, Maschinenöl und dem Grill draußen im Hof, und im Hintergrund röhren irgendwo zwei Motoren um die Wette.
Alles wirkt normal, vertraut und sicher.Nur ich nicht.
Ich sitze meinem Vater, dem legendären Präsidenten des Nightborn Wolves MotorcycleClubs, Rafe Nightfall Moreno, gegenüber, und mein Herz schlägt bereits schneller, weil er mich mit diesem speziellen Ton ins Büro gerufen hat, der so tief und ernst ist, dass er keinen Platz für Ausflüchte lässt.Sein Blick liegt auf einem Stapel Unterlagen, nicht auf mir, und allein das sorgt dafür, dass sich meine Nackenhaare warnend aufstellen.
Irgendetwas stimmt nicht!Und es wird nur noch wenige Sekunden dauern, bis ich weiß, was …Scheiße!
„Bella.“ Er holt tief Luft und reibt sich mit einer Hand über die Stirn. „Es ist an der Zeit, dass wir über deine Zukunft sprechen.“
Ach ja?Ich lächle schief und werde mit jedem Atemzug nervöser.
„Da gibt es nicht viel zu reden. Meine Zukunft liegt nicht hier. Ich will reisen oder vielleicht studieren. Du weißt, wie ich über den Club denke. Ich will nicht zwischen Motorrädern und Testosteron leben.“
Er hebt die Hand und bringt mich damit zum Schweigen.Denn auch wenn ich mir ziemlich sicher bin, dass er mir nie wehtun würde, kenne ich meinen Dad gut genug, um zu wissen, dass es nicht ratsam ist, seine Autorität anzuzweifeln.
„Du wirst bleiben.“
Ein kalter Hauch fährt mir über die Wirbelsäule, und dass, obwohl draußen die Sonne scheint und es warm ist.
„Ach, und warum?“
Ich verfluche mich selbst dafür, dass meine Stimme so dünn klingt.
Rafe Nightfall Moreno atmet geräuschvoll ein, fixiert einen Punkt über meiner Schulter und beißt kurz die Zähne zusammen, ehe er weiterspricht.
„Weil du, wenn du einundzwanzig wirst, Ghostbite versprochen bist.“
Wie bitte was? Ghostbite? Niemals! Keine Chance!
Die Motoren draußen verstummen, das Summen der Neonlampe tritt in den Hintergrund, und mein Herz setzt einen Schlag aus, ehe es mir so hart gegen die Rippen schlägt, dass es weh tut.
Nicht sicher, ob ich ihn gerade richtig verstanden habe, lehne ich mich etwas weiter vor und schüttle den Kopf.
„Was hast du gerade gesagt?“
Mein Dad meidet meinen Blickkontakt, was definitiv ein Warnsignal ist.
„Ich habe Ghostbite zugesichert, dass du seine Old Lady wirst.“
Der zweite Schlag trifft mich noch etwas härter als der erste.Heilige Scheiße!Dann hatte ich ihn also doch richtig verstanden!
„Du. Hast. MICH. Versprochen? Mich? Deine einzige Tochter? Bist du bescheuert?“
Mir ist mehr als bewusst, dass ich gerade eine gefährliche Grenze überschreite, aber ich kann nicht anders. „Als was? Als Geschenk? Als Vertrag? Als verdammten Besitz?“
„Es geht um deinen Schutz, Bella.“ Jetzt schaut er mich direkt an, und der stahlharte Ausdruck in seinem Blick sorgt dafür, dass ich mich wie ein kleines Mädchen und zugleich wie eine Fremde fühle. „Du brauchst einen starken Mann an deiner Seite. Jemanden, dem ich vertrauen kann.“
„Und du denkst, das ist Ghostbite?“
Ich höre selbst, wie schrill mein Lachen klingt. „Der Mann ist ein Schatten auf zwei Beinen. Ohne Herz, ohne Humor und ohne … Menschlichkeit!“
„Er ist loyal“, antwortet mein Vater streng. „Er riskiert Tag für Tag sein Leben für diesen Club und für mich.“
„Gut“, fauche ich, „dann trag du doch sein Leder!“
Seine Augen verengen sich zu winzigen Schlitzen, und ich weiß genau, dass ich, wäre ich nicht seine Tochter, längst blutüberströmt auf dem Boden liegen würde.
Mein Dad ist alles, aber ganz bestimmt kein geduldiger Mann. Es hat seinen Grund, dass er, seit ich geboren wurde, das Präsidenten-Patch auf seinem Leder trägt und kein anderer der Nightborn Wolves.
Die Panik, die in mir aufsteigt, drückt mir die Luft weg.
„Bella.“ Seine Stimme ist tief und erbarmungslos. „Es ist entschieden.“
„Entschieden?“ Ich springe auf. „Von wem?! Ganz sicher nicht von mir! Ich werde nicht seine Frau. Niemals! Ich werde überhaupt keine Old Lady von niemandem.“
Schon gar nicht von seinem Vizepräsidenten Damon Ghostbite Rivera.
Die Tür hinter mir öffnet sich ohne Vorwarnung, und niemand Geringerer als Ghostbite tritt in mein Sichtfeld.Damon Rivera alias Ghostbite füllt den Türrahmen aus wie ein Sturm - wie ein tätowierter, mit Narben überzogener und verdammt muskulöser Sturm.
Und sein Blick ist so eiskalt, dass die Raumtemperatur sofort um mehrere Grad sinkt. Seine vielen schwarzen Tattoos winden sich um seinen Hals und verschwinden dann unter seiner Kutte.
Seine Arme sind verschränkt, und sein markanter Unterkiefer ist angespannt, als hätte er meine Weigerung, ihm zu gehören, längst gehört.
Fuck! Lieber Gott, steh mir bei!
„Isabella“, sagt er in dieser tiefen, ruhigen Stimme, die mir jedes Mal zeigt, dass er vollkommen die Kontrolle über die Situation hat; was mich sehr verwundert, denn der Präsident dieses Clubs ist immer noch mein Vater und nicht er. „Du machst zu viel Lärm.“
Ich drehe mich zu ihm um, und etwas, das sich nach Furcht anfühlt, flutet meine Adern.
Doch meine Wut ist stärker, und darum schaffe ich es, seinem Blick tapfer standzuhalten.
„Ich mache Lärm? Bist du bescheuert? Hast du allen Ernstes gedacht, dass ich einfach so zustimmen werde, deine Frau zu sein? Ich werde NIE deine Old Lady! Niemals! Nicht heute, nicht in neun Tagen und auch nicht in hundert Jahren!“
Sein Blick wandert langsam von meinem Gesicht zu meinem Vater und dann wieder zurück zu mir. Ghostbite sagt nichts, was noch viel schlimmer ist als jede Drohung.
„Bella“, warnt mein Vater mich erneut, doch ich schüttele den Kopf, während heiße Tränen in meinen Augen glitzern.
„Nein! Du kannst mich nicht verschenken! Ich bin kein Handelsgut, kein Pokerchip und auch kein verdammtes Dankeschön für Loyalität! Ich bin deine Tochter.“
Die Worte hallen in seinem beschissenen Büro nach und für einen winzigen Moment sieht mein Vater aus, als hätte ich ihn geschlagen.Ghostbite hingegen wirkt völlig unberührt.
Sein Gesicht ist hart wie Stein und vollkommen unlesbar.Nur seine Augen verraten etwas - ein Funken Besitzgier glüht in seinen grauen Iriden, der mich frösteln lässt.
„Du wirst dich fügen“, knurrt er mich leise an. Und es wirkt so, als wäre er sich dessen absolut sicher.
In meinem Kopf brennt irgendein Nerv durch.
„Ich werde mich WEIGERN!“ Meine Stimme zittert vor Wut. „Ich werde abhauen, verschwinden oder sterben, aber ich werde niemals dir gehören!“
Ghostbite blinzelt einmal, und dann?Dann wirkt er irgendwie … belustigt?Oder genervt?Ich weiß es nicht, und ich will es auch gar nicht wissen.
Noch bevor einer der beiden Männer etwas sagen kann, renne ich aus dem Büro.
Meine Schritte hallen auf dem Betonflur nach, während sich meine Brust vor Schmerz und Enttäuschung zusammenzieht. Ich renne, ohne nach links oder nach rechts zu schauen, über den Hof und stoße dann die Tür zu meiner kleinen Wohnung auf, die sich über der Werkstatt befindet.
Der Werkstatt, die das komplette Erdgeschoss eines Nebengebäudes einnimmt, das ebenfalls auf dem stark bewachten Gelände der Nightborn Wolves steht.
Die Tür mit Wut zuwerfend, stolpere ich ans Fenster und sehe über das schwere Stahltor hinweg auf die Straße, die sich wie eine schwarze Schlange durch Brooklyn windet.
Wenn es mir doch nur gelingen würde, hier rauszukommen …Und das ohne eine Wache, die mir am Arsch klebt, dann könnte ich einfach irgendwo in der Stadt untertauchen. New York ist riesig, hier leben mehr als acht Millionen Menschen. Nicht mal Ghostbite würde mich in dieser Weltmetropole so leicht aufspüren …
Die nächsten Stunden verbringe ich damit, meine Möglichkeiten abzuwägen. Die Junisonne geht langsam unter, und die Nacht legt sich schwarz und schwer über den MC.
Die einzigen Lichtpunkte sind die LED-Strahler, die das Clubgelände in ihr kaltes Licht tauchen. Ich sehe, wie die Männer arbeiten, lachen, rauchen und trinken. Und für jeden einzelnen von ihnen bedeutet dieses Gelände Sicherheit.
Für mich hingegen fühlt es sich gerade an wie ein Gefängnis.
Gegen die Tränen ankämpfend, gehe ich raus auf den kleinen Balkon und zünde mir eine Zigarette an. „Niemals“, flüstere ich. „Ich werde niemals Ghostbites Old Lady. Eher friert die verdammte Hölle ein.“
Doch das Nikotin reicht nicht, um meine bebenden Nerven zu beruhigen.Mein Körper kocht vor Zorn.
„NIEMALS“, schreie ich jetzt so laut ich kann, dann wische ich mir die Tränen ab und hebe das Kinn.
In neun Tagen werde ich einundzwanzig.In neun Tagen will mich mein Vater wie eine Trophäe an Ghostbite übergeben.
Aber nicht mit mir.
Nicht in diesem Leben.
Das schwöre ich dem Mond und dem Himmel und dem ganzen verdammten Club.
Eher bricht die Welt auseinander, als dass Isabella Moreno Ghostbites Old Lady wird.
Ghostbite
Isabela Moreno hat nie verstanden, wie nah ich ihr all die Jahre wirklich war.Sie ist durch diese Welt gelaufen, frei und unbedacht, während ich wie ein leiser Schatten hinter ihr herging und darauf achtete, dass nichts und niemand sie berührte.Schon als Kind hatte sie die Gabe, Herzen zum Stillstand zu bringen, und ebenso früh weckte sie in anderen den Wunsch, ihr zu nahe zu kommen.Viele haben es versucht, doch keiner durfte es wagen.
Ich habe alle Jungen, die sich während der Schulzeit für sie interessierten, auf Abstand gehalten. Manche brauchten nur einen Blick, andere eine Erinnerung, die ihnen die Lust auf weitere Versuche nahm.
Sie war jung, rebellisch, voller Träume, und jedes Mal, wenn sie glaubte, unbemerkt nachts durch die Straßen Brooklyns zu laufen, lag ich auf der Lauer, unsichtbar für sie, aber wachsam genug, um sicherzustellen, dass sie heil nach Hause kam.
Sie hat mich nie gesehen, doch ich bin nie von ihrer Seite gewichen.Die Nightborn Wolves hielten meine Loyalität immer für etwas, das ihrem Präsidenten galt, doch in Wahrheit galt sie einem einzigen Menschen: Seiner Tochter.Seit ich ein Mann bin, weiß ich, dass es niemals etwas anderes gegeben hat, das mich so stark gebunden hat wie sie. Isabella … Bella …Die Frau, die ich schon wollte, bevor ich alt genug war, um zu verstehen, was Verlangen bedeutet.
Jetzt, da sie kurz davorsteht, einundzwanzig zu werden, ist die Zeit des Wartens vorbei.Ihr Vater hat lange versucht, sie von der Welt fernzuhalten, die er regiert, und er hat geglaubt, er könne ihr Leben planen, ohne dass sie sich wehrt. Er ist ein starker Mann, aber selbst er hat unterschätzt, wie gefährlich die Welt geworden ist.Die Black Reapers bedrohen unsere Territorien in New York, der Frieden zwischen unseren Clubs ist längst zerbrochen, und jeder Tag bringt uns näher an einen Krieg, der keine Regeln kennt und keine Gnade zulässt.
In dieser Welt wird eine Frau wie Isabella schneller zur Zielscheibe, als ein Herzschlag vergeht.
Ich habe Rafe klargemacht, dass sie unter meinem Schutz sicherer wäre als irgendwo sonst. Ich habe keinen Hehl daraus gemacht, dass ich sie für mich beanspruchen will, dass ich sie seit Jahren beobachte und dass ich bereit bin, für sie zu kämpfen.Rafe mag der Präsident sein, doch er ist nicht blind. Er weiß, was auf dem Spiel steht, und er weiß, dass ich eher sterben würde, als Isabella ungeschützt zu lassen.
Darum hat er mir gegeben, was ich längst als mein Recht betrachtet habe: Das Versprechen, dass sie an meiner Seite sein wird.In neun Tagen wird sie meine Old Lady - offiziell und unumstößlich.
Als ich heute in Rafes Büro trete, schreit sie gerade gegen die Entscheidung an, die wir längst getroffen haben. Ihr blondes Haar fällt ihr wild über die Schultern, ihre blauen Augen funkeln wie brennendes Eis, und ihre Stimme füllt den Raum mit einer Mischung aus Wut, Angst und Entschlossenheit. Sie versteht nicht, dass all diese Gefühle sie nur noch schöner machen.
Für mich war Isabella nie ein Mädchen, das man besitzen konnte wie ein Objekt. Sie ist Feuer, Sturm, Licht und Chaos - sie ist der einzige Mensch, der mich jemals in Bewegung setzen konnte.
Sie schreit, dass sie niemals meine Frau wird.Sie schreit, dass sie frei sein will, dass sie reisen will und dass sie mich hasst.Doch in allem, was sie sagt, höre ich nur eins: Dass sie kämpft. Und ich weiß genau, wie man mit Feuer umgeht.
Ich bleibe ruhig, beobachte sie, nehme jeden Funken ihrer Empörung in mich auf, während ihr Vater versucht, sie zu beruhigen. Sie dreht sich zu mir um, richtet ihre ganze Wut auf mich und erklärt mir mit bebender Stimme, dass sie eher flieht, stirbt oder die Welt in Flammen aufgehen lässt, als jemals mir zu gehören.
Sie merkt nicht, dass sie mit jedem Wort, das sie mir entgegenschleudert, tiefer in mein Leben hineinrutscht, als sie es beabsichtigt. Sie ist schön, wenn sie schreit. Sie ist schön, wenn sie zittert. Sie ist schön, wenn sie aufbegehrt.Und sie hat keine Vorstellung davon, wie sehr ich sie genau so will.
Ich antworte nur mit wenigen Worten, doch die reichen aus, um ihre Knie beinahe nachgeben zu lassen: „Du wirst dich fügen.“Und das ist keine Drohung, sondern nichts als die Wahrheit.Sie wird sich mir weder heute noch morgen kampflos ergeben, aber bald. Denn die Welt wird ihr zeigen, dass es Orte gibt, an denen Freiheit nichts wert ist und dass es nur wenige Männer gibt, die ihr die Sicherheit geben können, die sie braucht, um wirklich frei zu sein.
Und in ihrem Fall kann das nur ich.
Ich. Bin. Ihr. Mann.Und in naher Zukunft wird sie sich das eingestehen müssen …
Als sie hinausrennt, sehe ich ihr nach. Ihr Haar fliegt, ihr Atem geht schnell, und sie zieht eine Spur aus Wut und Verzweiflung hinter sich her. Sie stürzt über den Hof, in Richtung ihrer kleinen Wohnung über der Werkstatt, und ich weiß genau, dass sie sich dort einschließen wird, um Pläne darüber zu schmieden, wie sie mir entkommen kann.
Bella glaubt, New York sei groß genug, um sich vor mir zu verstecken.Sie glaubt, sie sei schnell genug, klug genug und frei genug, um mich auszutricksen.
Doch sie hat keine Ahnung!
Ich lasse sie ziehen, weil jedes Tier glaubt, es könne fliehen, bevor es zahm wird.Ich gebe ihr die Nacht, um sich auszuschreien, um zu weinen und um die Welt zu verfluchen. Sie braucht diesen Kampf gegen uns, gegen den Club und vor allem gegen mich - damit sie später versteht, dass es nie darum ging, sie zu brechen, sondern einzig und allein darum, für ihren Schutz zu sorgen.
Und in Wahrheit weiß ich längst, wie dieser Kampf ablaufen wird: Isabella wird rebellieren. Sie wird vor mir fliehen, und sie wird gegen mich kämpfen.Und ich? Holy Fuck! Ich werde ihr folgen.Nicht, weil ich muss, sondern weil sie der einzige Mensch ist, den ich niemals loslassen werde.
Wenn der Krieg kommt, wird jeder sehen, was es bedeutet, wenn jemand versucht, mir das Einzige weg zu nehmen, dass mir jemals etwas bedeutet hat: Isabella Moreno.Sie ist meine zukünftige Old Lady, ob sie es begreift oder nicht.
Bella
Ich erscheine am nächsten Morgen demonstrativ in der Küche des Clubhauses, weil ich nicht die Art von Frau bin, die sich versteckt, wenn die Welt sich gegen sie stellt.Wenn mein Vater und Ghostbite glauben, ich würde mich in meiner Wohnung verkriechen und heulend die Tür verriegeln, dann kennen sie mich weniger, als ich dachte.
Die Küche ist laut, voll und belebt wie immer. Männer gehen ein und aus, Teller klappern, Stimmen überlagern sich und irgendwo läuft eine Kaffeemaschine heiß.Der Raum riecht nach frischem Brot, Leder, Motoröl und dieser Mischung aus Schweiß und Testosteron, die nur ein echtes Clubhaus verströmen kann.Und dennoch fühlt sich alles anders an als sonst - als würde eine unsichtbare Spannung zwischen den Wänden hängen, die nur ich wahrnehme.
Ich setze mich an den großen Holztisch, nehme mir eine Tasse Kaffee, halte sie zwischen den Fingern und tue so, als würde mich das alles nichts angehen.Mein Rücken bleibt gerade, mein Gesicht entspannt und meine Haltung 100 % selbstbewusst. Ich weiß, dass jeder Blick zählt. Ich will Stärke zeigen - ich muss.Weil Schwäche der Anfang vom Ende wäre.
Mein Vater betritt den Raum, und spricht leise mit zwei Captains über Waffenlieferungen und Grenzschwierigkeiten mit den Black Reapers. Er tut so, als sei alles normal, und ich tue es ihm gleich. Ich hebe nicht einmal den Kopf, als er an mir vorbeiläuft. Für ihn bin ich heute nichts mehr als ein Schatten, und ich behandle ihn genauso.
Ghostbite steht weiter hinten im Raum, halb im Licht und halb im Schatten, mit verschränkten Armen und einem Gesichtsausdruck, den ich nicht einordnen kann.Doch ich weiß genau, dass jeder Muskel in seinem Körper angespannt ist und dass er jeden meiner Atemzüge registriert, auch wenn er kein Wort sagt. Ich ignoriere ihn so gründlich, wie ich es noch nie mit einem Menschen getan habe.Es ist die einzige Waffe, die ich im Moment habe.
Während ich scheinbar gelassen meinen Kaffee trinke, arbeite ich innerlich bereits an meinem Fluchtplan. Ich darf mir keine Fehler erlauben, denn jeder falsche Schritt könnte bedeuten, dass ich in neun Tagen an Ghostbites Seite stehe und ich werde eher in ein Haifischbecken springen, als das passieren zu lassen.
Ich weiß, dass mein Vater mein Handy überwacht. Selbstverständlich tut er das.Er behauptet, er wolle mich schützen, aber in Wahrheit will er die Kontrolle über mich behalten. Darum schleiche ich mich nach dem Frühstück heimlich an die Schreibtischschublade des Sergeants und nutze den Moment, in dem er abgelenkt ist, schamlos aus.Ich tue so, als hätte ich jedes Recht dazu, und nehme ein altes Prepaid-Handy an mich, das niemand vermissen wird.
Sobald ich allein bin schreibe ich meiner besten Freundin Lanie eine kurze Nachricht: ‚Ich brauche deine Hilfe. Wir müssen uns dringend einen Fluchtplan zurechtlegen. Es ist ernst!‘Mit rasendem Puls verstecke ich das Handy und zwinge mich dazu, ruhig zu atmen, dann gehe ich wieder runter in den großen Hauptraum des Clubs, in dem die Gespräche und Geräusche um mich herum einfach weiterlaufen.Niemand hat mich beobachtet. Niemand hat etwas gemerkt. Niemand ahnt, wie ernst meine Lage wirklich ist.
Doch unter meiner ruhigen Oberfläche brodelt es. Ich brenne innerlich, weil ich genau weiß, wie sehr Ghostbite mein Leben beeinflussen könnte, wenn ich nicht früh genug verschwinde. Ich habe gesehen, wozu er fähig ist.
Seine Stärke ist nicht nur körperlich - sie liegt in jeder Entscheidung, die er trifft und in jedem seiner messerscharfen Blicke.Es hat seinen Grund, dass jeder Member weiß, dass er eines Tages Präsident wird. Ein Mann wie er wird in die Welt geboren, um zu führen.Und genau das macht ihn für mich so gefährlich.
Ich hasse die Tatsache, dass ich auf eine Art auf ihn reagiere, die ich nicht kontrollieren kann. Ich bin kein kleines Mädchen mehr, das nicht versteht, was Anziehung bedeutet. Mein Körper weiß, dass Ghostbite ein Alpha ist. Mein Verstand weiß, dass er mich zerstören könnte. Und mein Herz weigert sich, die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass ein Mann wie er vielleicht der Richtige für mich sein könnte.
Ghostbite ist eine verdammte Bedrohung für mich, jedoch nicht, weil ich glaube, dass er mich jemals schlagen oder anderweitig verletzen würde.
Oh nein … Es ist eher die Intensität, mit der er mich beobachtet, und die Art, wie sich seine Kutte um seine breiten Schultern spannt.
Ich will keinen Mann, der stärker ist als ich.Ich will keinen Mann, der mich in die Knie zwingen könnte, ohne mich anzufassen.Ich will Freiheit.Aber Ghostbite ist die Art Mann, die Freiheit verschlingt und in Besitz verwandelt.
Ich hebe meinen Blick und sehe ihn im Türrahmen stehen.Er beobachtet mich nicht wie einen Feind, sondern wie eine Entscheidung, die er bereits getroffen hat. Sein Blick ist dunkel, tief und unergründlich. Die Tattoos auf seinem Hals heben sich auf seiner Haut ab wie Warnzeichen. Er sagt kein Wort, doch allein seine Anwesenheit zieht mir für einen Moment die Luft aus der Lunge.
Ich lasse mir nichts anmerken, spiele die Starke und tue so, als ob ich seine Präsenz nicht bemerken würde.Doch in meinem Inneren kenne ich die Wahrheit: Wenn ich ihn nicht überliste,dann wird er mich bekommen.Und Ghostbite ist kein Mann, der etwas nimmt und irgendwann wieder loslässt.
Ghostbite
Die Sonne ist längst untergegangen, als Rafe, ich und ein paar andere Brüder auf unsere Maschinen steigen. Über New York liegt eine dieser schweren, warmen Sommernächte, die sich anfühlen, als würde die Stadt selbst die Luft anhalten.
Die Straßen sind gedämpft beleuchtet, Schaufenster spiegeln unsere Schatten, und irgendwo in der Ferne heulen Sirenen auf, als wollten sie uns warnen, umzudrehen.Wir tun es nicht.
Wir fahren Richtung Manhattan, bis die vertrauten Ecken Brooklyns hinter uns verschwinden und die Atmosphäre kälter wird - nicht wetterbedingt, sondern wegen der Reviergrenze. Noch bevor wir den offiziellen Punkt erreichen, an dem die Black Reapers ihr Territorium markieren, merkt man, dass man nicht mehr auf neutralem Boden fährt.Die Straßen wirken leerer, die Schatten dunkler und die Stille ist lauernd.
Als wir an der Grenze anhalten, brennt nur eine einzelne Laterne über uns; ihr Licht flackert wie eine nervöse Warnung. Hier beginnt das Reich der Reapers: Schmale Gassen, verlassene Lagerhäuser und Graffiti, das keine Kunst, sondern eine Drohung ist.Die Reapers erwarten uns bereits.Ihre Motoren laufen nicht, aber jeder Mann sitzt angespannt auf seiner Maschine, als würde nur ein Funke reichen, um eine Explosion auszulösen.
Ihr Präsident, Dante Silk D’Angelo, steht in der Mitte der Gruppe, und sein weißes Hemd ist im Mondlicht fast zu hell für diese miese Gegend. Neben ihm steht sein Sohn und Vize, Marius Scribe D’Angelo, der die Dunkelheit in sich trägt wie eine zweite Haut.
Rafe steigt ab, ich tue es ihm gleich.
Silk tritt einen Schritt vor. „Stürmische Nacht für ein Gespräch.“
„Stürmisch wird es erst, wenn ihr die Grenzen weiter ignoriert“, antwortet Rafe ruhig.
Der Wind weht über die Dächer und trägt den Geruch von heißem Asphalt und Großstadtmüll mit sich. Ich bleibe einen halben Schritt hinter Rafe, halte meine Hände locker an den Seiten, doch mein Schlagring steckt griffbereit in meiner Kutteninnentasche.
„Manhattan ist groß“, faucht Silk, und seine Stimme ist so glatt wie sein Name. „Hier ist viel Platz. Genug Platz für uns alle.“
„Nicht für euch!“, knurre ich entschlossen und voller Hass.
Scribe lacht leise, und das dunkle, kehlige Geräusch passt perfekt zu dieser Nacht. „Ich habe schon davon gehört, dass du dein Territorium beschützt wie ein Hund, der Angst hat, dass man ihm seinen Knochen wegnimmt.“
Ich trete auf ihn zu, und sofort springen seine Männer auseinander, um uns Platz zu machen.Der Mond hängt tief über den Wolkenkratzern, und die schwarzen Schatten liegen hart auf Scribes Gesicht.Sein Lächeln verrät, dass er diesen Kampf schon lange wollte.
„Du willst Grenzen überschreiten?“, frage ich ihn ruhig. „Dann tu’s richtig.“
Er kommt noch etwas näher auf mich zu, jetzt sind wir uns so nah, dass ich seinen sauren Atem auf meinem Gesicht spüre.
„Mit Vergnügen.“
Und dann passiert alles in Sekunden.
Ich ziehe den Schlagring über, und das Metall schmiegt sich vertraut an meine Finger.Scribe stürzt vor, ich kontere, unsere Körper krachen ineinander, und der erste Treffer trifft ihn an der Wange. Sein rotes Blut spritzt dunkel auf den Asphalt.
Die Reapers johlen, und die Wolves knurren unruhig.
Scribe lacht, obwohl Blut über sein Kinn läuft. Es ist ein grässliches, triumphierendes Lachen. Dann schlägt er hart und unerbittlich zu, und doch reicht seine Kraft nicht aus, um mich auf den Boden zu schicken. Dafür steht einfach viel zu viel auf dem Spiel.
Ich packe ihn schnell am Kragen, drücke ihn brutal gegen eine Backsteinmauer und lasse den Schlagring noch einmal fliegen. Sein Kopf schnellt zur Seite, er verliert das Gleichgewicht, bleibt aber tapfer stehen und kämpft weiter.
Wir prügeln uns, bis die Nacht selbst zu flimmern beginnt, als würde die Dunkelheit den Atem anhalten und Wetten darauf abschließen, wer von uns beiden zuerst zusammenbricht. Unsere Schritte hallen schwer über den Asphalt und jeder Schlag lässt Funken aus Wut und Schmerz durch die Luft sprühen, bis Scribe schließlich zusammenbricht und auf die Knie gezwungen wird.
Er keucht schwer; sein Gesicht ist eine einzige zerbeulte Fläche aus Blut und Schwellungen, doch trotz allem hebt er hasserfüllt den Kopf.Dann spuckt er eine dunkelrote Spur vor meine Stiefel und grinst, als hätte er gerade gewonnen.
„Ich schwöre dir was, Ghostbite“, presst er heiser hervor. „Ich nehme dir das Wertvollste, was du besitzt.“
Er meint Bella … Natürlich meint er Bella.Er könnte niemand anderen meinen.
Ich gehe in die Hocke und packe ihn fest am Haar, sodass er den Kopf nicht abwenden kann, und zwinge ihn, mir direkt in die Augen zu sehen. Sein Atem riecht nach Blut und Ärger.
„Wenn du es versuchst“, knurre ich leise und gefährlich ruhig, „dann bleibt von dir nicht genug übrig, um dich identifizieren zu können.“
Er grinst weiter - ein blutiger, gebrochener, aber unerschrockener Ausdruck.Das macht ihn dumm oder gefährlich. Und manchmal ist das exakt dasselbe.
Der Wind trägt den Geruch von Blut über die Grenze ihres Territoriums, vermischt ihn mit dem Lärm der fernen Stadt, und in dieser schweren, heißen Nacht spüre ich es klarer als je zuvor: Der Krieg ist nicht nur nah - er hat in genau diesem Moment begonnen.
Bella
Es ist weit nach Mitternacht, als ich aus einem unruhigen Halbschlaf hochfahre. Etwas stimmt nicht.Ich weiß nicht, ob es ein Geräusch war, ein Instinkt oder einfach dieses dumpfe Ziehen in meiner Brust, das mich seit Tagen nicht mehr loslässt, aber ich stehe sofort aufrecht im Bett.
Durch das halb geöffnete Fenster höre ich die dunklen Motoren.
Nicht die normalen, lockeren Heimkehr-Sounds eines Clubs, der nachts lebt, sondern ein tiefes, schweres Brummen, das angespannt wirkt.Als würde jeder Motor etwas mit sich heranschleppen: Wut. Gefahr. Blut.
Ich springe vom Bett, renne barfuß zum Fenster und sehe, wie die ersten Maschinen durch das Tor rollen.Mein Vater vorne, Ghostbite neben ihm und weitere Wolves dicht dahinter.
Mein Herz verkrampft sich.
Sie wirken nicht wie Männer, die von einem normalen Treffen zurückkehren. Sie sehen aus wie eine Einheit, die gerade durch die Hölle marschiert ist.Noch bevor ich nachdenken kann, greife ich nach der Türklinke und renne los.
Ich bin immer noch wütend, ich bin immer noch verletzt, ich bin immer noch entschlossen, all das hier zu verlassen - doch die Sorge gewinnt in diesem Moment jede Schlacht gegen meinen Stolz.
Ich stürme die Treppe hinunter, vorbei an Werkzeugregalen und dem flackernden Neon der Werkstatt, hinaus in den Hof und bleibe stehen.
Ghostbite steigt gerade von seiner Maschine, und das Erste, was ich sehe, ist Blut.Blut an seinen Händen.Blut in kleinen Spritzern auf seinem Gesicht.Blut, das definitiv nicht von ihm stammt.
Er wischt sich nicht einmal darüber, er trägt es wie eine Warnung.
Sein Blick hebt sich und trifft meinen, und der Schock fährt mir so tief durch die Knochen, dass ich einen Schritt zurückweiche.In seinen Augen liegt eine solche Wut und so eine unübersehbare Hitze, dass mir schwindelig wird.Da ist etwas Dunkles, Besitzergreifendes in seiner Mimik, das mich gleichzeitig erschreckt und lähmt.
Ich öffne den Mund, um etwas zu fragen, irgendetwas, doch der Ausdruck in seinen Augen macht mir klar, dass ich lieber nicht wissen will, was heute Nacht passiert ist.
Also folge ich meinem Instinkt, drehe mich einfach wieder um und renne davon.
Ich renne, obwohl ich weiß, dass es sinnlos ist, denn diesem Mann kann ich nicht entkommen. Zumindest noch nicht in dieser Nacht …Ich renne, weil mein Körper laut Flucht schreit, während mein Herz völlig verrückt spielt.
Doch Ghostbite ist schneller.
Seine Schritte hallen schwer und laut hinter mir, und sie kommen viel zu schnell immer näher, und dann spüre ich seine Hand an meiner Hüfte, die mich herumreißt, bis mein Rücken gegen die Wand schlägt.
Seine Arme schießen neben meinem Kopf nach vorne, er stützt seine geballten Fäuste gegen die Mauer, eine links und eine rechts, sodass er mich mühelos gefangen nimmt.Jetzt steht er so nah vor mir, dass ich seinen Atem auf meiner Haut spüren kann. Eine heiße, unnachgiebige Welle, die mein Inneres bis in ihre Grundmauern erschüttert.
„Bella“, murmelt er tief und gefährlich meinen Namen, und in seinem Blick brennt etwas, das meine Beine zittrig macht.
Ich will ihn anschreien und ihm sagen, dass er sich gefälligst verpissen soll und dass er mich nie wieder anfassen darf.Ich will ihm sagen, dass er alles ist, was ich nicht will.
Doch ich komme nicht dazu.
Seine Hand packt hart und fordernd meine Hüfte, und bevor ich auch nur erraten kann, was er vorhat, stößt er seinen Mund auf den meinen.
Der Kuss trifft mich wie ein Schlag. Er ist hart, wild und viel zu nah …Entschlossen, ihm zu entkommen, presse ich meine Hände gegen seine Brust und versuche, ihn wegzudrücken, doch er gibt nicht nach.Da könnte ich genauso gut versuchen, einen verdammten Berg zu bewegen!
Die Hitze seiner Lippen, der Geschmack von Gefahr und die Art, wie sein Körper mich umschließt, brennt sich mühelos durch jede Schicht aus Wut und Stolz, die ich aufgebaut habe.
Ich wimmere, als er mir in die Unterlippe beißt, und ich hasse meinen Körper dafür, als er schließlich nachgibt.
Was zur Hölle passiert hier gerade?Es gefällt mir nicht, wie mein Unterbewusstsein auf ihn reagiert und dass es Ghostbite und diesen Kuss akzeptiert, obwohl ich das nicht will.
Der Kuss wird tiefer, wilder und bedeutender, als ich es mir jemals vorstellen konnte.
Und ich verliere mich einen Moment darin, ich verliere mich an etwas, das ich nicht fühlen darf.
Pure Panik schießt durch meine Adern.
Nein. Nein. Nein. Nein.
Ich küsse ihn instinktiv zurück, ohne es zu wollen und um mich selbst zu schützen, ziehe ich mein Knie hoch und ramme es ihm mit aller Kraft zwischen die Beine.
Sein Fluch zerreißt die Luft, seine Arme sinken kurz herab, und ich nutze den Moment, schupse ihn von mir und renne los.
Ich laufe so schnell ich kann, erreiche endlich meine Wohnungstür, stoße sie zu, verriegele sie mit zitternden Fingern und presse meinen Rücken dagegen, während mir mein Herz bis zum Hals schlägt.
Zuerst höre ich nur seine schweren Schritte, dann lässt er seine Faust gegen die Tür knallen. Oh Scheiße!Da ist aber jemand echt verdammt wütend!Kein Wunder, immerhin hast du ihm dein Knie in die Eier gerammt!Erinnert mich eine leise Stimme in meinem Kopf und bringt mich so zum Schmunzeln.
