Vermögenszauberei für Einsteiger - Dean Gröning - E-Book

Vermögenszauberei für Einsteiger E-Book

Dean Gröning

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Beschreibung

Bist Du erfolgreich in Deinem Beruf, aber trotzdem nicht reich? Hast Du Deine Finanzen bisher gar nicht beachtet oder von anderen managen lassen? Möchtest Du finanziell noch für Deinen Ruhestand vorsorgen? Und mehr als mickrige 0,025 % Zinsen auf Sparbuch oder Tagesgeld bekommen? Dann habe ich dieses Buch für Dich geschrieben! Vermögenszauberei für Einsteiger nimmt Dich Schritt für Schritt mit auf Deine Reise in die Welt der Finanzen und der Geldanlage. Anhand anschaulicher Beispiele und Übungen sowie meiner eigenen Erfahrungen zeige ich Dir offen, authentisch und direkt den Weg von den gedanklichen Grundlagen (Mindset) bis hin zur konkreten How-to-Anleitung der Geldanlage (Finanzwissen). Nach dem Studium dieses Buches bist Du in der Lage, selbst kluge Investitionsentscheidungen zu treffen und Dein eigenes Vermögen aufzubauen. Damit Du genug Geld zur Verfügung hast, um Deine Träume wahr werden zu lassen und das Leben zu leben, welches Du Dir wünscht.

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Seitenzahl: 261

Veröffentlichungsjahr: 2021

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INHALT

Vorwort von Steve Kroeger

Wie alles begann

WARUM DU DICH SELBST UM DEINE FINANZEN KÜMMERN MUSST

EINE ANALYSE DEINER AKTUELLEN FINANZIELLEN SITUATION

NUTZE DIE KRAFT EINER KLAREN VORSTELLUNG

WIE VIEL ZEIT UND MÜHE BIST DU BEREIT ZU INVESTIEREN?

DAS PREISSCHILD FÜR DEINE TRÄUME

DER UNTERSCHIED ZWISCHEN RÜCKLAGENBILDUNG UND VERMÖGENSAUFBAU

DER GRÖSSTE HEBEL BEIM VERMÖGENSAUFBAU

DAS RICHTIGE MINDSET IST DIE VORAUSSETZUNG

DER UNTERSCHIED ZWISCHEN BÖRSENHANDEL UND GLÜCKSSPIEL

DEIN PLAN FÜR DEINE ZUKÜNFTIGEN INVESTITIONEN: DIE ANLAGESTRATEGIE

DAS MAGISCHE ANLAGEDREIECK

DIE MÖGLICHKEITEN, WOREIN DU DEIN GELD INVESTIEREN KANNST

WELCHE INVESTITION VERSPRICHT LANGFRISTIG DIE HÖCHSTE RENDITE?

DIE AUFTEILUNG DEINER INVESTITIONEN AUF VERSCHIEDENE ANLAGEKLASSEN

WAS DU BEI INVESTITIONEN IN AKTIEN BEACHTEN SOLLTEST

ETFS: EINE SMARTE UND INTELLIGENTE INVESTITION

WAS DU BEI INVESTITIONEN IN ANLEIHEN UND IMMOBILIEN BEACHTEN SOLLTEST

DEIN RETTUNGSRING FÜR DEN NOTFALL

WARUM DEIN WEG NICHT AN ETFS VORBEIFÜHREN KANN

DIE ANGST VOR DEM VERLUST DEINES VERMÖGENS

WARUM HEUTE IMMER DER BESTE TAG ZUM KAUFEN IST

DIE TRETMINEN BEI DER PRAKTISCHEN UMSETZUNG

BONUSTEIL: DIE PERFEKTE VORSORGE FÜR DEIN KIND

Schlusswort

Literatur- und Quellenverzeichnis

GELD DARF NIE DER ENGPASS SEINVORWORT VON STEVE KROEGER

Geld ist einer der emotionalsten Dinge unseres Lebens. Wenn zu wenig davon da ist, kann es Dir Sorgen, Stress und schlaflose Nächte bescheren, und wenn ausreichend da ist, kannst Du Deine Träume leben und Dein Alltag fühlt sich unbeschwert, leicht und frei an.

Lass uns offen sprechen: Es gab Phasen in meinem Leben, in denen ich schlicht weg kein Geld hatte. Gleichzeitig waren meine Träume umso größer. Ich wollte Bergsteigen – Abenteuer erleben, reisen, frei sein und die Welt entdecken.

Und wenn ich mir meinen Kontostand anschaute, war mir klar: Das reicht nicht, um meine Träume zu leben. Und das passierte immer und immer wieder.

Eines Tages im Jahr 2007 habe ich eine Entscheidung getroffen:

»Geld darf nie der Engpass sein«

Diese Entscheidung hat mein Leben verändert. Ich lernte, wie man Geld verdient, wie man damit umgeht und wie man es vermehrt.

Im Jahr 2007 fing ich an, meine persönlichen Träume zu leben, die mich privat weit über 250 Tsd. Euro gekostet haben. Innerhalb von sieben Jahren habe ich die 7 Summits, die höchsten Berge aller Kontinente bestiegen, bin mit meiner Familie ein Jahr lang im Wohnwagen durch Europa gereist und all das mit einem ortsunabhängigen Coaching-Business.

Ich persönliche verstehe Geld als Energie. Als Unternehmercoach und Gründer der UC Unternehmer-Community, ist Geld und wirtschaftliches Handeln ein tägliches Thema.

Bei meiner persönlichen Einstellung zu Geld geht es nie darum, mir die Taschen voll zu machen, und Geld des Geldes wegen zu verdienen. Es geht mir um das Gefühl von Sicherheit. Die Freiheit, das machen zu können, was ich in meinem Leben machen möchte. Wann ich möchte und mit wem ich möchte. Allein, mit Freunden und mit meiner Familie.

Lieber Leser, ich kenne Dean Gröning, den Moneten-Magier persönlich. Wir waren zwei Mal zusammen auf dem Kilimandscharo – dem höchsten Berg von Afrika. Wir haben in den Jahren unserer Freundschaft viele extreme Situationen gemeinsam durchlebt.

Daher weiß ich: Wenn Dean etwas macht, dann macht er es gewissenhaft und detailverliebt.

Mit diesem Buch hast Du eine Entscheidung getroffen, die Dein Leben verändern wird. Es wird Dein Bewusstsein zum Thema Geld erweitern und Dich dabei unterstützen, mit Leichtigkeit Deine Träume zu finanzieren.

Ich wünsche Dir den Mut, die Kraft und die Ausdauer, das zu tun, was Dir in Deinem Leben wichtig ist.

STEVE KROEGER

UNTERNEHMERCOACH UND GRÜNDER

DER UC UNTERNEHMER-COMMUNITY

Für meine Eltern. Denn ohne sie wäre ich nicht da, wo ich heute bin.

WIE ALLES BEGANN …

Job weg, Wohnung weg, Auto weg, Frau weg. Was auf den ersten Blick nach einer existenzbedrohenden Lebenskrise aussieht, entpuppte sich als der Start in die bislang beste Zeit meines Lebens. Aber der Reihe nach.

Im Januar 2016 hatte ich in München einen Notartermin, um im Handelsregister als Geschäftsführer eingetragen zu werden. Darauf hatte ich gut neuneinhalb Jahre lang hingearbeitet. Auch ansonsten lief mein Leben oberflächlich betrachtet erfolgreich: Mercedes Coupé, Dachterrassenwohnung (Penthouse) in Augsburg, sympathische und attraktive Freundin in Frankfurt, sechsstelliges Einkommen und jetzt an der Spitze der beruflichen Nahrungskette angekommen. Geschäftsführer. Jackpot.

Was mich jedoch wunderte, war, dass ich absolut nichts fühlte: Keine Anspannung, keine Erleichterung, keine (Vor-)Freude auf die zukünftigen Aufgaben, keinen Spaß, keine Befriedigung, nicht einmal Angst, einfach gar nichts. Und genauer betrachtet hatte sich dieses Nicht-Gefühl irgendwie flächendeckend in meinem Leben ausgebreitet, also nicht nur beruflich, sondern auch privat. In den letzten zehn Jahren war ich fünfmal umgezogen, meine (übrig gebliebenen) Freunde habe ich zum Geburtstag am Telefon »gesehen« und meine Familie an Weihnachten, mit Glück nochmal zu Ostern. Aber um den Termin war oft auch eine wichtige Messe, daher viel zu tun. Business as usual. Heute verwende ich zur Erklärung oft das Bild des Esel, dem die Karotte mit der Angel vor die Nase gehalten wird und der den Karren zieht, um die Karotte zu erreichen. Ich hatte irgendwie die Karotte erwischt und festgestellt, dass sie mir nicht schmeckte. Und zwar gar nicht. Im März, zwei Monate nach meiner Beförderung zum Geschäftsführer, habe ich dann eine Entscheidung getroffen und dem Unternehmen mitgeteilt, dass ich aufhören möchte. Ohne eine Idee, was ich anschließend mit mir und meinem Leben anfangen wollte. Und das war der Auftakt …

Meine Mutter hat immer zu mir gesagt: »Kannste was, dann wirste was. Wirste was, dann haste was. Haste was, dann biste was«. Ich war plötzlich mit der Frage konfrontiert: Was bin ich aber, wenn ich nichts mehr habe? Was bin ich, wenn ich kein Geschäftsführer oder erfolgreicher Businesskasper mehr bin? Von dieser Fragestellung ausgehend konnte ich fast physisch merken, wie sich in meinem Kopf Dinge veränderten. Wie gedankliche Mauern eingerissen wurden. Wie sich gedankliche Freiheit (wieder-)einstellte und meine Träume zurückkamen.

Ich hatte das Buch Der Mönch, der seinen Ferrari verkaufte gelesen und fand diese Geschichte super inspirierend. Und so fing ich an, meinen kompletten weltlichen Besitz aufzugeben: Job gekündigt, Möbel verkauft und Wohnung aufgelöst, Auto verkauft, Kleider in die Sammlung gegeben usw. In dem Zusammenhang war es auch nicht mehr schlimm, dass meine damalige Freundin »etwas Abstand und Zeit für sich« brauchte und wir getrennte Wege gingen. Als ich fertig war, bestand mein Leben aus einem oliv-grünen 40-Liter-Travelbag, einem MacBook, meiner Kreditkarte und einem Flugticket in die USA.

Dort habe ich die nächsten 3 Monate verbracht, ganz allein, habe in Wyoming auf einer Rinderfarm als Cowboy gearbeitet und wieder angefangen zu leben. Etwas zu erleben. Brian Adams hat darüber einen Song geschrieben, Summer of ‘69, in dem es heißt those were the best days of my life!

Was habe ich während meiner Zeit in den USA gelernt? Wenn Du keine Geldsorgen hast und Deinen Träumen nachgehen kannst (die Reise hat mich über 20.000 € gekostet), wenn Du einfach Dein Leben lebst, ist das unglaublich befriedigend und macht Dich sehr glücklich. Und dafür bedarf es keines Sportwagens oder einer Million auf dem Konto.

Seit 2016 führe ich ein freies Leben, bin unabhängig. Diese Unabhängigkeit ist ein zentraler Faktor meines gefühlten Glücks, meiner Meinung nach die Basis eines selbstbestimmten Lebens. Ich habe keine Geldsorgen, arbeite in der Regel von Montag bis Mittwoch als freier Dozent für BWL und Marketing und wohne in einer kleinen 48m2 Wohnung, meinem »Basislager«. Warum kann ich das? Weil ich mich selbst um meine Finanzen kümmere und diese im Blick/Griff habe. Geld ist nicht das wichtigste im Leben, es ist lediglich ein Mittel zum Zweck. In der Regel benötigst Du jedoch eine gewisse finanzielle Basis, um Deine Träume leben zu können.

In diesem Buch werde ich Dir alles zeigen und erklären, was ich getan habe, um mein Leben so gestalten zu können, wie ich es mir vorstelle. Um meine (finanzielle) Freiheit zu erlangen. Damit Du es mir nachmachen und hoffentlich sogar noch besser machen kannst. Damit Geldprobleme nicht zwischen Dir und Deinen Träumen stehen. Damit Du das Leben führen kannst, welches Du Leben möchtest.

Von dem großartigen Rhetoriktrainer Rene Borbonus habe ich gelernt: Du sollst als Redner/Autor nicht langweilen. In diesem Sinne bemühe ich mich, Dich mit diesem Buch zu informieren, zu inspirieren, zu motivieren und vielleicht sogar ein bisschen zu amüsieren. Und vor allem möchte ich dazu beitragen, Dein Leben und Deine Finanzen zu optimieren.

Daher wünsche ich Dir von ganzem Herzen viel Spaß beim Lesen und noch mehr Erfolg beim Investieren!

DEIN MONETEN-MAGIER

»Mit dem Geld ist es wie mit den Frauen: Um es zu behalten, muss man sich schon darum kümmern.«

EDOUARD BOURDET

WARUM DU DICH SELBST UM DEINE FINANZEN KÜMMERN MUSST

Zu Beginn unserer gemeinsamen Reise möchte ich mit Dir die folgende Frage klären: Warum musst Du Dich selbst um Deine Finanzen kümmern? Ich habe bewusst diese Art der Fragestellung gewählt, da es in meinen Augen keine Frage, sondern eher eine Feststellung ist. Sie lautet also nicht: Solltest Du Dich um Deine Finanzen selbst kümmern oder wer sollte sich um Deine Finanzen kümmern? Da Du Dich dazu entschieden hast, dieses Buch zu lesen, gehe ich davon aus, dass wir grundsätzlich der gleichen Meinung sind. Ich möchte es trotzdem so einfach und direkt wie möglich formulieren, denn hinsichtlich dieser wichtigen Grundlage darf es keinerlei Missverständnisse geben: Es gibt auf der ganzen Welt nur eine einzige Person, die verantwortlich für Deine Finanzen ist. Und das bist Du selbst! Es ist nicht Dein Bank- oder Finanzberater, es ist nicht Dein Versicherungsvertreter, es ist nicht Dein Partner und es ist auch nicht Dein Steuerberater.

Warum ist das so? Weshalb vertrete ich diese harte Meinung? Es ist doch ein Grundprinzip unserer heutigen Lebensweise, dass wir Arbeitsteilung bevorzugen. Jeder Mensch spezialisiert sich beruflich auf einen gewissen Part, den er dann besser und effektiver ausführt als andere. Das Grundprinzip dieser Arbeitsteilung geht auf Adam Smith, den großen schottischen Ökonomen, zurück, der vor rund 250 Jahren schon feststellte, dass man bessere Ergebnisse erzielt, wenn nicht alle Arbeiter alle Arbeitsschritte parallel ausführen, sondern der Herstellungsprozess in einzelne Teile zerlegt wird und jeder Arbeiter sich auf einen bestimmten Teil spezialisiert. Dieses Prinzip hat sich in der Vergangenheit bewährt.

Übertragen in unsere heutige Welt bedeutet dies, dass Du nicht Dein eigenes Gemüse züchtest, sondern es im Supermarkt beim »Gemüsespezialisten« kaufst. Du schneidest Dir auch nicht selbst die Haare, sondern gehst dafür zum Spezialisten, dem Friseur. Und Du ziehst Dir hoffentlich auch nicht selbst Deine Zähne, sondern gehst dafür zum »Zahnspezialisten«, dem Zahnarzt. Und so, wie Du zu anderen Spezialisten gehst, um Deine Probleme lösen zu lassen, kommen andere Menschen zu Dir, damit Du ihre Probleme lösen kannst. Denn im Rahmen Deiner Berufsausbildung und Deines weiteren Lebensweges bist auch Du zum Spezialisten für Dein Fachgebiet geworden: Krankenschwester, Fotograf, Bäckermeister, Rechtsanwalt, Unternehmensberater usw.

Warum macht es jetzt trotzdem keinen Sinn, Deine Geldanlagen dem Geldspezialisten zu übertragen, also dem Banker oder Finanzmakler? In der Wirtschaftswissenschaft gibt es für diese Fragestellung ein eigenes Modell, die sogenannte Prinzipal-Agent-Theorie. Diese Theorie beschreibt eine hierarchische Beziehung zwischen dem Auftraggeber (Prinzipal) und dem Auftragnehmer (Agenten). Aufgrund von Informationsungleichgewichten (der eine weiß mehr als der andere) treten Agentenprobleme auf. Informationen stehen dem Auftraggeber (Prinzipal) nur eingeschränkt und nicht kostenlos zur Verfügung und es gibt ferner das Problem des Opportunismus: Der Auftragnehmer (Agent) muss nicht zwangsläufig im Sinne des Prinzipals handeln. In der Literatur verbirgt sich hinter dem Begriff der »hidden intention« ein möglicher Interessenkonflikt: Der Agent könnte bei Vertragsabschluss persönliche Interessen verfolgen, die dem Prinzipal verborgen bleiben.

Angewendet auf unsere Problemstellung sagt die Prinzipal-Agent-Theorie aus, dass Du (Prinzipal) den Banker (Agent) beauftragst, sich um Deine Finanzen zu kümmern. In dieser Situation weiß der Banker (Agent) mehr über Finanzen als Du und stellt möglicherweise nicht alle Informationen (kostenlos) zur Verfügung. Außerdem kann es passieren, dass der Banker (Agent) persönliche Interessen verfolgt, die mit Deinen Interessen in Konflikt stehen und Dir verborgen bleiben. Schauen wir uns den letzten Teil des Modells genauer an: Welchen Interessenkonflikt könnte der Agent im Falle einer Beauftragung haben?

Machen wir uns diese Problematik an einem Beispiel deutlich: Du hast 100.000 € zur Verfügung und möchtest dieses Geld nun anlegen. Diesbezüglich beauftragst Du den Anlageberater Deiner Hausbank. Dieser Anlageberater hat nun die Auswahl zwischen sehr vielen Anlageprodukten, hauseigenen und fremden. Solltest Du Dein Geld beispielsweise in Aktienfonds investieren, kann er wählen zwischen einem günstigen, börsengehandelten ETF mit Kosten im Bereich von 0,5 % oder dem hauseigenen, aktiv gemanagten Fonds mit Ausgabeaufschlag in Höhe von bis zu 5 % und laufenden jährlichen Kosten von vielleicht 1,5 %. Unter der Prämisse, dass beide Produkte dieselbe Rendite liefern, würde der ETF auf Grund der niedrigeren Kosten die bessere Empfehlung für Dich darstellen.

Der Anlageberater wird jedoch provisioniert und entweder erhält er direkt eine Provision oder er bekommt einen Erfolgs-Bonus von seiner Bank. In beiden Fällen hat er jedoch den Interessenkonflikt, auf der einen Seite den für Dich besten Aktienfonds auszuwählen und auf der anderen Seite seine persönliche Provision (oder die der Bank) zu maximieren. Die Höhe der Provision wird in den Kosten der Anlageprodukte versteckt und einkalkuliert. Es gilt salopp formuliert die einfache Gleichung: Je höher die Provision, desto höher die Kosten. Im Umkehrschluss gilt dann natürlich: Je höher die Kosten, desto höher die Provision. Im obigen Beispiel bekommt der Anlageberater also vielleicht 0,2 % für die Empfehlung des ETF und vielleicht 2,0 % für die Empfehlung des hauseigenen, aktiv gemangten Fonds. Welche Empfehlung wäre objektiv betrachtet für Dich am vorteilhaftesten und welche Empfehlung wird er jetzt wohl aussprechen? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Jetzt kannst Du natürlich dem Thema Interessenkonflikt sehr ehrenhaft begegnen und die Meinung vertreten: Gutes Geld für gute Leistung. Wenn mein Berater mich gut berät, dann soll er doch auch dafür seine Provision bekommen. Ist ja nur fair. Und was macht denn 1 % schon an Unterschied aus? Im weiteren Verlauf des Buches wirst Du die Kraft des Zinseszinses kennen lernen und die Wirkung von Kosten auf Deine Ergebnisse. Ich möchte an dieser Stelle nicht vorgreifen, daher nur ein kleines Beispiel: Du hast heute die angenommenen 100.000 € zur Verfügung und legst diese an. Und anstatt 4 % Zinsen bekommst Du lediglich 3 %, weil Dein Berater für seine gute Arbeit mit 1 % Provision entlohnt wird. Die entsprechenden Zinsen legst Du zum gleichen Zinssatz wieder an (3 % bzw. 4 %) und das machst Du über einen Zeitraum von 15 Jahren. Wieviel Geld bekommst Du nach 15 Jahren ausbezahlt? Im Fall der 3 % Zinsen sind es 155.797 €. Nicht schlecht, ein Plus/Gewinn von 55.797 €. Hättest Du jedoch die 4 % bekommen, also lediglich das unwichtige 1 % mehr pro Jahr, wäre das Ergebnis 180.094 €. Ein Plus von 24.297 €. Je größer die Summe und je länger die Laufzeit, desto größer der Effekt. Ich hoffe, Du erkennst schon an diesem kleinen Beispiel, dass es für einen erfolgreichen Vermögensaufbau absolut notwendig ist, sich mit den Zinssätzen/Renditen und den Kosten auseinanderzusetzen. Und hier gilt: Jeder Prozentpunkt Unterschied hat langfristig extrem große Auswirkungen auf Dein Ergebnis. Vermutlich sogar größere, als Du Dir vorstellen kannst.

Bezüglich der Einstiegsfrage, warum Du Dich selbst um Deine Finanzen kümmern musst, haben wir uns bis jetzt lediglich dem Thema der Geldanlage gewidmet. Dies setzt jedoch logischerweise voraus, dass Geld zum Anlegen vorhanden sein muss. Wo kann aber nun ein solcher Betrag herkommen? Es gibt hier, wie fast immer im Leben, mehrere Möglichkeiten: Du kannst beispielsweise eine Erbschaft erhalten oder im Lotto gewinnen. Beides ist einfach, aber kann in der Regel nicht von Dir beeinflusst werden. Das bedeutet, dass Du entweder zu den Glücklichen gehörst oder eben auch nicht. Die Betonung liegt hierbei auf Glück. Und Glück ist nicht die Basis, auf der Du nachhaltig Vermögen aufbauen solltest oder kannst. Eine weitere Möglichkeit, Geld zum Anlegen zu erhalten, ist sparen. Du gibst also nicht Deine gesamten Einkünfte wieder aus, sondern legst einen Teil davon zur Seite. Mit der Zeit wird der gesparte Geldbetrag immer größer und kann schließlich angelegt werden. Ist nicht so sexy wie ein Lottogewinn, aber langfristig der Schlüssel zum Erfolg.

Wer kümmert sich jetzt aber darum, dass Du sparst? Welcher Bankberater oder Finanzmakler ruft Dich an und sagt: Du solltest ein kleineres Auto leasen und die Ersparnis durch die niedrigeren Leasingraten zur Seite legen, um damit langfristig Vermögen bilden zu können. Einen solchen Berater habe ich bisher noch nicht kennen lernen dürfen.

Wenn Du aktuell schon monatlich Geld zur Seite legst, kannst Du diesen Abschnitt gerne überspringen und mit dem nächsten Kapitel weitermachen. Sparst Du aktuell jedoch noch nichts oder bist mit der Summe unzufrieden, sind die nächsten Zeilen speziell für Dich.

Sind wir doch mal ehrlich: Jeder von uns hat Probleme und/oder Träume, von denen er glaubt, dass er sie nicht mehr hätte, wenn er mehr Geld besitzen würde. Hätte ich eine Million, dann … könnte ich das Haus abbezahlen, mir das Auto leisten, den Traumurlaub buchen, ein Jahr lang eine Weltreise machen usw. Hier meine These zu diesem Gedankenansatz: Wenn Du ebenfalls so denken solltest, bist Du komplett auf dem Holzweg!

Da ich ein großer Basketball-Fan der NBA bin, möchte ich die Aussage anhand eines populären Beispiels verdeutlichen: Ein Idol meiner Jugend, der Basketball-Star der Orlando Magic und LA Lakers Shaquille O’Neal, hat im Alter von 20 Jahren seinen ersten Vertrag unterschrieben und dafür eine Million Dollar kassiert. Das an sich war schon eine starke Leistung. Er hat es jedoch auch geschafft, dieses Geld innerhalb von nur einem Tag auszugeben (Drei Luxus-Autos und Schmuck für sich und seine Familie) und zusätzlich noch 76.000 Dollar Schulden zu machen (Nachzahlung für die Steuer, welche er nicht berücksichtigt hatte). Dies war möglich, weil er es nicht besser wusste und keine guten (Geld-)Gewohnheiten hatte.

Mache Dir bitte den folgenden Merksatz zu eigen und vergiss ihn nie wieder: Wer mit wenig Geld nicht zurechtkommt, wird auch mit viel Geld nicht zurechtkommen! Nicht die Höhe Deiner Einkünfte ist entscheidend über Deine finanzielle Situation und höhere Einkünfte (mehr Geld) lösen Deine Probleme ebenfalls nicht. Alles hängt davon ab, wie Du mit dem Geld umgehst, welches Dir zur Verfügung steht. Geld ist bestimmt nicht das Wichtigste in Deinem Leben; es wird jedoch extrem wichtig, wenn Du keines mehr oder zu wenig davon hast. Aus diesem Grund ist es absolut notwendig, dass Du einen Überblick über Deine Finanzen bekommst. Und damit meine ich alle Deine Finanzen: Also wie hoch sind Deine monatlichen Einzahlungen (Was kommt an Geld rein?) und wie hoch sind Deine monatlichen Auszahlungen (Was geht an Geld raus?). Dabei sind tatsächlich alle Zahlungsströme zu berücksichtigen: Einzahlungen aus Lohn & Gehalt, Bonuszahlungen, Mieteinnahmen, Dividendeneinnahmen usw. sowie Auszahlungen wie Miete, Leasingraten, Finanzierungskosten, Unterhaltszahlungen, Versicherungen usw. Im nächsten Kapitel werden wir uns diesem Thema noch mal genauer widmen. An dieser Stelle ist für Dich nur wichtig zu verstehen, dass Deine Einzahlungen Deine Auszahlungen übersteigen müssen und kein Berater wird sich um diesen Sachverhalt kümmern. Das musst Du selbst tun! Dein Bankberater gewährt Dir höchstens einen Kredit, wenn Du mehr ausgibst als Du einnimmst und möchte Deine Ersparnisse für Dich anlegen, wenn es andersherum ist.

KEY LEARNINGS

Die Berater, die Du mit der Optimierung Deiner Finanzen betraust, unterliegen oftmals einem Interessenkonflikt und treffen deshalb vermutlich nicht immer die für Dich beste Entscheidung

Berater helfen Dir lediglich bei der Anlage von Geld, jedoch nicht bei der Generierung der Anlagesumme

Bei Investitionen sind die Renditen (Zinsen) und Kosten der Schlüssel zum Erfolg

Wenn Du erfolgreich Vermögen aufbauen möchtest, musst Du Dich selbst darum kümmern

»Wer gut wirtschaften will, sollte nur die Hälfte seiner Einnahmen ausgeben, wenn er noch reich werden will sogar nur ein Drittel.«

FRANCIS BACON

EINE ANALYSE DEINER AKTUELLEN FINANZIELLEN SITUATION

Vermögen aufzubauen ist wie Fahrradfahren: Du kannst es lernen. Wie hast Du Fahrradfahren gelernt? Du hast geübt, zunächst vielleicht mit Stützrädern, dann mit einem Laufrad, Du bist hingefallen und wieder aufgestanden und irgendwann hat es einfach funktioniert. Heute machst Du Dir darüber vermutlich keinerlei Gedanken mehr, sondern fährst einfach Fahrrad.

Und genau so ist es mit dem Vermögensaufbau: Zu Beginn musst Du üben, beispielsweise, indem Du dieses Buch durcharbeitest und die Übungen machst. Du wirst Rückschläge erleiden, denn Deine ersten Handlungen bringen vielleicht noch nicht den gewünschten Erfolg. Du bleibst jedoch am Ball und irgendwann funktioniert es einfach: Dein Vermögen wächst, das Geld vermehrt sich wie von selbst. An diesem Punkt hast Du Dir gute (Geld-) Gewohnheiten zugelegt und sie kommen Dir jetzt ganz natürlich vor. Du musst nicht mehr darüber nachdenken, sondern machst es einfach. Ganz entspannt, ohne Anstrengung. Und jetzt zeige ich Dir, wie es geht. Starten wir mit den Stützrädern.

Mit den Finanzen verhält es sich wie mit dem Hausbau: Bevor der erste Stock gebaut werden kann, müssen wir uns mit dem Fundament beschäftigen. Und das finanzielle Fundament ist die Kenntnis Deiner aktuellen Ausgangssituation. Hier musst Du absolute Klarheit über zwei Sachverhalte haben: Wie ist Deine Situation hinsichtlich Einzahlungen/Auszahlungen und wie ist der aktuelle Stand Deines Vermögens im Verhältnis zu etwaigen Schulden. Diesbezüglich mache ich jetzt mit Dir einen kleinen Crashkurs in Sachen Buchführung und Rechnungswesen. Keine Sorge, ich halte das ganz einfach, aber es ist die Grundlage Deines Erfolges, daher musst Du mit der Thematik vertraut sein.

Ein Kaufmann (Unternehmen) führt Bücher, in denen er seine Geschäfte aufzeichnet. Dadurch ist er jederzeit in der Lage, sich sofort einen Überblick über seine geschäftliche und wirtschaftliche Situation zu verschaffen und die Höhe des Gewinns zu bestimmen. Hierzu führt er zwei unterschiedliche Bücher: Die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) und die Bilanz. In der GuV ermittelt er, wie hoch seine Erträge (Umsätze) und seine Aufwände (Kosten) sind. Das Ergebnis ist der Gewinn/Verlust. In der Bilanz stellt er gegenüber, wie hoch sein Vermögen und wie hoch seine Verbindlichkeiten (Schulden) sind. Die Differenz ist das sogenannte Eigenkapital oder Reinvermögen.

Machen wir uns das an einem Beispiel deutlich: Der Kaufmann hat in einer Periode Erträge in Höhe von 100.000 € und Aufwand in Höhe von 75.000 €. Dies ergibt in der GuV einen Gewinn in Höhe von 25.000 €. Dieser Gewinn ist das Ergebnis seiner laufenden Geschäftstätigkeit.

In der Bilanz stellt der Kaufmann sein aktuelles Vermögen dar. Hierzu notiert er in der linken Spalte alle Vermögensgegenstände, die er besitzt (Immobilien, Maschinen, Fuhrpark, Bargeld usw.) und in der rechten Spalte notiert er alle Schulden (Kredite, offene Rechnungen usw.). Beides verrechnet er miteinander und erhält somit das Eigenkapital. Das Eigenkapital gibt an, was an Geld übrigbleiben würde, wenn der Kaufmann alle Vermögensgegenstände verkaufen und alle Schulden zurückbezahlen würde. Beide Bücher hängen zusammen, denn das Ergebnis der GuV geht in die Bilanz ein. Macht der Kaufmann beispielsweise in einer Periode Gewinn, erhöht sich sein Vermögen um den entsprechenden Betrag. Macht er in einer Periode Verlust, muss er nicht gleich Konkurs anmelden, sondern sein Vermögen mindert sich einfach um den entsprechenden Verlustbetrag. Als Fazit halte bitte vereinfacht fest, dass der Kaufmann zwei getrennte Betrachtungen vornimmt: Wie lautet mein Ergebnis (GuV) in der jeweiligen Periode (Monat, Quartal, Jahr) und wie hoch ist mein Eigenkapital (Bilanz).

Was kannst Du als Privatperson nun aus dieser Systematik lernen? Keine Sorge, ich möchte Dich nicht dazu bringen, Bücher zu führen und eine GuV/Bilanz aufzustellen. Das Grundprinzip dahinter jedoch musst Du befolgen. Im Rahmen der Vermögensbildung ist es absolut erforderlich, dass Du Dir klar machst, wie Deine Perioden (Monat, Jahr) verlaufen und wie Dein Eigenkapital aussieht. Was würde es Dir schon helfen, wenn Du 750.000 € im Depot hast, aber der Bank noch 1.230.000 € schulden würdest?

Passen wir das System der Buchführung also auf Deine privaten Belange an: Im ersten Schritt solltest Du ein Haushaltsbuch führen und Deine Einzahlungen und Auszahlungen gegenüberstellen. Diesbezüglich gibt es mittlerweile ziemlich gute elektronische Möglichkeiten: Ich habe zum Beispiel privat ein Konto bei einer online-Bank und kann mir dort unter Statistiken ansehen, wie viel ich jeden Monat für welchen Bereich (Lebensmittel, Kleidung, Spaß usw.) ausgebe. Vermutlich bietet Deine Hausbank einen ähnlichen Service an. Außerdem gibt es in Excel fertige Vorlagen, die Du nutzen kannst oder auch verschiedene Apps, beispielsweise Monefy oder Money Manager.

Aus Lernzwecken empfehle ich Dir jedoch, tatsächlich oldschool eine händische Liste anzufertigen, in Excel oder schlicht auf einem Blatt Papier. Des Weiteren empfehle ich Dir, als Periode nicht den Monat, sondern das Quartal zu wählen. So hast Du automatisch Unterschiede mit Einzahlungen/Auszahlungen, die vielleicht einmalig sind, geglättet. Um den maximalen Nutzen aus diesem Buch zu ziehen, und den größtmöglichen Erfolg beim Vermögensaufbau zu haben, fordere ich Dich jetzt dazu auf, dieses Buch zur Seite zu legen und die folgende Übung durchzuführen: Nimm Dir bitte die Kontoauszüge der letzten 12 Monate zur Hand und schreibe jeden Umsatz in Dein Haushaltsbuch. Erstelle 4 Listen für 4 Quartale und schreib als erstes alle Einzahlungen (Geldeingänge) untereinander und bilde eine Zwischensumme. Darunter schreibst Du alle Auszahlungen auf und bildest ebenfalls die Summe der Auszahlungen. Wenn Du magst, kannst Du die jeweiligen Zahlungen auch nach Kategorien zusammenfassen. Musst Du aber nicht. Im letzten Schritt berechnest Du dann das Periodenergebnis, also in diesem Fall das Quartalsergebnis, indem Du von der Summe der Einzahlungen die Summe der Auszahlungen abziehst.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es an dieser Stelle besonders wichtig ist, dass Du ehrlich zu Dir selbst bist. Bedeutet: Alle Zahlungen werden übernommen. Alle. Auch, wenn die Anschaffung vom Sofa oder der teure Sommerurlaub »einmalig« waren, gehören sie in die Liste. Also, Buch zuklappen und Übung machen. Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt.

Warum habe ich Dich gebeten, diese Übung händisch auszuführen? Weil Du beim manuellen Erfassen der Daten schon die ersten Lerneffekte hast. Vermutlich sind Dir noch irgendwo versteckte Kosten aufgefallen, die Dir gar nicht so bewusst waren: Eine Mitgliedschaft in einem Club, die Du schon lange nicht mehr nutzt. Eine Versicherung, die Du nicht wirklich brauchst. Ein überflüssiges Zeitschriften-Abo usw. Optimiere also Dein Ergebnis und eliminiere diese Kosten für die Zukunft. Das freiwerdende Geld geht dann in Deinen Vermögensaufbau. Hast Du Dir ferner die Mühe gemacht, die Zahlungen in Kategorien zusammenzufassen, dann kannst Du noch einen Blick auf die prozentuale Zusammensetzung Deiner Kosten werfen. Hast Du zum Beispiel 20 Prozent Auszahlungen für Spaß und Freizeit, gibst Du hierfür zu viel aus. Betragen Deine Kosten für Wohnung 50 Prozent Deiner Einzahlungen, ist die Wohnung für Dich zu teuer usw. Damit ist das erste Buch Deiner persönlichen Buchführung fertig! Solltest Du an dieser Stelle zu dem Ergebnis kommen, dass Du je Periode auf +/- Null kommst oder sogar Verluste machst (Auszahlungen sind größer als Einzahlungen), dann hast Du ein ernsthaftes Problem. Um Vermögensaufbau musst Du Dir dann erstmal keine Gedanken machen. Deine primäre Aufgabe besteht darin, dafür zu sorgen, dass es keine Perioden (Quartale) gibt, in denen Deine Auszahlungen Deine Einzahlungen übersteigen! Da gibt es lediglich zwei Optionen: Du erhöhst die Einzahlungen und/oder Du reduzierst die Auszahlungen. Wenn Du kurzfristig Deine Einzahlungen erhöhen kannst, frage ich mich, warum Du es vorher noch nicht getan hast? Daher ist dies theoretisch möglich, aber in der Praxis doch eher unwahrscheinlich. Du musst also Deine Auszahlungen reduzieren, auch wenn es schmerzt. Punkt. Schau Dir also Deine größten Auszahlungen an und reduziere sie: Nimm Dir eine günstigere Wohnung, fahr ein kleineres Auto, kündige unnötige oder überteuerte Versicherungen usw. Das machst Du solange, bis Deine Quartalsergebnisse positiv ausfallen.

Im nächsten Schritt wollen wir uns Deiner persönlichen Bilanz, der Vermögensaufstellung widmen. Hierzu empfehle ich Dir erneut eine einfache Excel-Tabelle oder ein Blatt Papier.

Für Deine persönliche Bilanz machst Du als erstes eine Aufstellung aller Vermögensgegenstände, die Du besitzt und bezifferst sie mit dem jeweiligen aktuellen Verkaufswert. Auch hier gilt es wiederum, ehrlich zu sein: Hast Du Dir beispielsweise vor acht Jahren einen teuren Wagen gekauft, ist dieser heute nicht mehr ansatzweise das wert, was Du dafür bezahlt hast. Daher bitte die aktuellen Verkaufswerte nutzen, ggf. schätzen. Im zweiten Schritt machst Du eine Aufstellung all Deiner Schulden, von Immobilienkrediten über Leasing bis zu Verbindlichkeiten gegenüber Deines Kreditkarten-Anbieters. Schlussendlich ziehst Du von Deinem Vermögen Deine Schulden ab und ermittelst somit Dein Reinvermögen. Den Euro-Betrag, den Du auf diese Weise ermittelst, wirst Du im weiteren Verlauf benötigen. Er gibt Dir an, wieviel Geld Du übrigbehältst, wenn Du alle Vermögensgegenstände verkaufen und alle Schulden zurückbezahlen würdest.

Das Haushaltsbuch führst Du bitte solange, bis Du Deine Finanzen pro Quartal oder schlussendlich pro Monat sicher im Griff hast und Überschüsse generierst. An dem Punkt hast Du gute Geldgewohnheiten aufgebaut! Die Bilanz erstelle ich persönlich nur einmal im Jahr. Früher habe ich das monatlich gemacht, da ist jedoch die Erkenntnis im Verhältnis zum Aufwand nicht so hoch. Also habe ich im Dezember einen festen Termin im Kalender stehen, an dem ich jedes Jahr die Aufstellung vornehme und mir die Entwicklung zu den Vorjahren ansehe. Diese Vorgehensweise würde ich Dir auch empfehlen.

KEY LEARNINGS

Erstelle eine persönliche Gewinn- und Verlustrechnung (GuV): Für die letzten vier Quartale eine genaue Aufstellung aller Einzahlungen und Auszahlungen und die Differenz daraus (Ergebnis)

Eliminiere überflüssige Kosten und verbessere damit Dein Ergebnis pro Periode

Stelle (jährlich) Deine persönliche Bilanz auf: Welches Vermögen gehört Dir und welche Schulden stehen dem gegenüber

»Traue Dich, die Träume zu leben, die Du Dir erträumt hast.«

RALPH WALDO EMERSON

NUTZE DIE KRAFT EINER KLAREN VORSTELLUNG

Es ist nicht schwer, jeden Tag zum Training zu gehen. Und es ist genauso leicht, es nicht zu tun. Es ist nicht schwer, sich jeden Tag die Zähne zu putzen. Und es ist genauso leicht, es nicht zu tun. Es ist nicht schwer, sich um seine Finanzen zu kümmern. Aber es ist genauso leicht, es nicht zu tun.

Warum tust Du dieses und unterlässt jenes? Das menschliche Verhalten ist oftmals rational nicht zu erklären, da wir entwicklungsbedingt immer noch sehr stark von unseren Instinkten geleitet werden. In der Steinzeit war unser Instinkt (fight or flight) extrem hilfreich. Er hat uns tagtäglich dabei geholfen zu überleben. Wenn der Säbelzahntiger auf uns zulief, war einfach nicht genug Zeit, lange zu überlegen. Der Instinkt war schneller und entschied über Tod oder Leben. Und so entscheiden wir heute oft noch Dinge »aus dem Bauch« heraus. Dies gilt natürlich auch für finanzielle Angelegenheiten. In der Wissenschaft gibt es dafür sogar einen neuen Zweig, die Verhaltensökonomik. Hier untersuchen Forscher, wie wir uns in wirtschaftlichen Situationen verhalten. Eine der Kernaussagen aus diesem noch relativ neuen Fachgebiet lautet, dass wir Menschen uns nur begrenzt rational verhalten.

Die Forscher machen dies an verschiedenen Verhaltensweisen und Beobachtungen fest. Da wäre beispielhaft das »übermäßige Selbstvertrauen« zu nennen. Obwohl nachweislich die meisten professionellen Anleger es nicht schaffen, den Markt zu schlagen, gehen viele private Anleger ohne jegliche Aus- oder Fortbildung mit der Einstellung an die Börse, dort ab sofort erfolgreich Geld anlegen zu können und in den nächsten sieben Jahren die erste Million zu verdienen. Ferner wäre da »das Gesetz der kleinen Zahlen«. Wir neigen sehr schnell dazu, von Beispielen und kleinen Stichproben auf