Visionen 2050 - Eberhard Hamer - E-Book

Visionen 2050 E-Book

Eberhard Hamer

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Beschreibung

Nur wer die Risiken kennt, kann richtig handeln!

Das Besondere an diesem Buch ist seine Entstehungsgeschichte. Die Idee hatte Professor Eberhard Hamer, führender deutscher Mittelstandsforscher, der das Projekt von Anfang an leitete. Zehn Arbeitsgruppen haben in vielen Sitzungen die Trends und Prognosen für Deutschland und Europa bis zum Jahr 2050 erarbeitet. Dieses Kompendium bietet das Kondensat der Erfahrungen und Analysen von über 30 Fachleuten und Experten.

So viel geballtes Expertenwissen war selten!

Das Autorenteam beantwortet so wichtige Zukunftsfragen wie:

  • Wird die Nahrungs- und Wasserversorgung der Bevölkerung gesichert sein? Wie werden sich die Verfügbarkeit und die Verteilung der Rohstoffe entwickeln? 
  • Wie wird sich die Weltbevölkerung entwickeln? Wird es zur größten Völkerwanderung der Weltgeschichte kommen?
  • Wann wird das Weltfinanzsystem zusammenbrechen, und wie könnte ein neues Finanzsystem aussehen?
  • Wird es einen neuen Technologiezyklus geben? Welche Rolle werden Bio-, Nano- und Neurotechnologie spielen?
  • Welche Rolle werden Bildung und Bildungssystem für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und für unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit spielen?
  • Wird die NATO Deutschland in ein militärisches Abenteuer gegen Russland hineinziehen und einen Dritten Weltkrieg auslösen? Wird Deutschland den neuen Formen der Kriegsführung gewachsen sein, und wie ist es um die innere Sicherheit bestellt? Droht uns ein Bürgerkrieg im eigenen Land?
  • Wie wird die Massenimmigration unsere gesellschaftliche Entwicklung beeinflussen?
  • Droht Deutschland und Europa eine Wirtschaftskrise mit einer langen Korrektur- und Rezessionsphase?
  • Welche tief greifenden geopolitischen Veränderungen stehen uns bevor?
  • Welche Lebensziele und -werte werden die Menschen in Zukunft bewegen, motivieren und antreiben? Welche Werte sind dauerhaft, tragfähig und wertvoll genug, um unser Leben künftig bestimmen zu können?


Dies sind alles enorm wichtige Aspekte für unsere Zukunft. Deshalb beruhen alle Prognosen auf sorgfältigen Recherchen und werden mit seriösen Argumenten untermauert.

Zu den Autoren dieser bahnbrechenden Analysen und Prognosen zählen neben Prof. Dr. Hamer Militärspezialisten wie Oberstleutnant a.D. Burghard Geller oder Generalmajor a.D. Gerd Schultze-Rhonhof, Forscher wie Prof. Dr. Reinhard Franzke, Prof. Dr. Rainer Gebhardt oder Prof. Dr.-Ing. Hermann Kühnle sowie erfolgreiche Unternehmerinnen und Unternehmer. Diese Forschungsbeiträge fassen alle wichtigen Trends der kommenden Jahrzehnte kompakt und leicht verständlich zusammen.

Wer sich rechtzeitig und richtig vorbereitet, den werden die kommenden Krisen nicht überraschen, am wenigsten schädigen, und er hat sogar in der Krise besondere unternehmerische Chancen.

Ein gerade in der heutigen Zeit unverzichtbares Buch

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2016

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1. Auflage Oktober 2016 Copyright © 2016 bei Kopp Verlag, Bertha-Benz-Straße 10, D-72108 Rottenburg Alle Rechte vorbehalten Lektorat: Ulrich Wille Satz und Layout: Opus verum, München Umschlaggestaltung: Christine Ibele ISBN E-Book 978-3-86445-360-1 eBook-Produktion: GGP Media GmbH, Pößneck

Gerne senden wir Ihnen unser Verlagsverzeichnis Kopp Verlag Bertha-Benz-Straße 10 D-72108 Rottenburg E-Mail: [email protected] Tel.: (07472) 98 06-0 Fax: (07472) 98 06-11Unser Buchprogramm finden Sie auch im Internet unter:www.kopp-verlag.de

Autoren dieses Buches

Autoren dieses Buches (Teilnehmer der Arbeitsgruppen)

Dr. Aumüller-Roske, Ursula

Brügmann, Thomas

Emmermann, Cord

Dr. Föllmer-Müller, Eva

Prof. Dr. Franzke, Reinhard

Prof. Dr. Gebhardt, Rainer

Geller, Burghard

Prof. Dr. Hamer, Eberhard

Hamer, Imke

Dr. Hamer v. Valtier, Eike

Hamer v. Valtier, Iris

Dr. Jörgens, Olaf

Kruck-Schaer, Klaudia

Prof. Dr. Kühnle, Hermann

Leonhart, Herbert

Lorenz, Ilse-Marie

Dr. med. Lucke, Margot

Ludwig, Olaf

Müller, Karl-Jürgen

Peters, Angelika

Peters, Volkmar

Dr. Salzmann, Bruno

Dr. Schaer, Tankred

Schickerling, Detlev

Schultze, Eberhard

Schulze-Rhonhof, Gerd

Dr. Schweizer-Nürnberg, Frank

Dr. Streitferdt, Lothar

Wagenhaus, Gerd

Wruck, Gerhard

Und weitere ungenannt.

Warum dieses Buch?

Warum dieses Buch?

Seit Jahren treibt einen Teil der Autoren die Frage um, wie wir unserer Verantwortung für die Situation der nächsten Generation besser gerecht werden könnten. Dabei geht es um die Frage, was wir tun müssen, um die Lebensbedingungen schon jetzt für die Zukunft zu verbessern, also keine weiteren Fehler zulasten der nächsten Generation zu machen (wie z.B. in der Verschuldung oder im Rentenbetrug), und wo nach einem erwarteten Zusammenbruch des Scheinwohlstandes, den die jetzige Generation erzielt hat, ein neues, gültigeres Lebensziel für die nächste Generation liegen könnte.

Das Projekt wurde von der Deutschen Mittelstandsstiftung gefördert. Mehr als 30 Autoren haben in zehn Arbeitsgruppen und in vielen Sitzungen heiß diskutiert, unterschiedliche oder gemeinsame Meinungen formuliert und legen hier ihre Gedanken vor, um nicht nur unseren eigenen Blick in die Zukunft zu richten, sondern auch den der Leser. Wir wollen damit trotz aller Unsicherheiten die Zukunft in Teilbereichen erfassen und Wirkungen künftiger Entwicklungen auf Deutschland und Europa aufzeigen.

Es sind gemeinsame Gedanken, die hier vorgelegt werden und die der Unterzeichner nach Bearbeitung im Namen der mehr als 30 Autoren hiermit herausgeben darf.

Möge diese Zukunftssicht vielen Menschen für ihre persönliche Lebens-, Gesellschafts- oder Vermögensplanung nützlich werden!

Hannover, September 2016

Prof. Dr. Eberhard Hamer

Inhalt dieses Buches in der Zusammenfassung

Inhalt dieses Buches in der Zusammenfassung

Es ist wichtiger, die Zukunft zu lesen, als die Vergangenheit, damit wir die vor uns liegenden Chancen oder Gefahren erkennen, uns darauf vorbereiten und die Zukunft zu gestalten versuchen.

Aus diesen Gründen haben die Autoren darüber diskutiert, wie sich wohl die einzelnen Lebensbereiche in den nächsten Jahrzehnten entwickeln, verändern und zu Chancen oder Gefahren für uns werden könnten, damit wir selbst und unsere Leser uns und sich darauf vorbereiten, die Gefahren mindern oder vermeiden und die Chancen rechtzeitig erkennen und ergreifen können.

Die vorliegenden Ergebnisse der Diskussionen sollen also Nutzen stiften. Deshalb seien sie hier vorab zusammengefasst:

1. Bei der Prüfung der Ressourcenentwicklung kam die Arbeitsgruppe zu dem erfreulichen Ergebnis, dass im Prognosezeitraum bis 2050 die Ernährung der Gesamtweltbevölkerung, aber auch in Europa und Deutschland nicht gefährdet ist, weil trotz der Beeinträchtigungen durch Umweltschäden u. a. noch ausreichende Nutzungsreserven zur Verfügung stehen.

Gleiches gilt hinsichtlich der Bodenschätze. Es könnten zwar vorübergehende Verteilungsschwierigkeiten mit Preisbewegungen auftreten; insgesamt wäre aber die Versorgung sowohl mit Bodenschätzen als auch mit Energie gesichert, selbst wenn sich Verschiebungen der Energieträger z.B. vom Öl hin zum Gas oder zu den erneuerbaren Energien ergeben.

2. Dramatischer sieht es mit der Bevölkerungsentwicklung aus. Die Weltbevölkerung wird bis 2050 weniger in Europa und den USA als in Asien, Südamerika und vor allem in Afrika um 20 Prozent auf 9,6 Milliarden wachsen. Vor allem der Zuwachs in Afrika (1,5 Milliarden) wird zu wachsendem Wanderungsdruck nach Europa führen, sodass nach UNO-Prognosen hier im Jahr 2050 mehr zugewanderte als einheimische Bevölkerung leben wird. Was wir seit 2015 erleben, ist also nur der Beginn der größten Völkerwanderung der Geschichte mit allen daraus entstehenden Folgen.

3. Das derzeitige Weltfinanzsystem ist durch hemmungslos gedrucktes Kunstgeld ohne Realgrundlage aufgebläht, manipuliert und krank. Statt einer notwendigen Korrektur wird es nur durch weitere Geldvermehrung – wie weitere Drogengaben bei einem Drogensüchtigen – künstlich aufrechterhalten, um eine Korrektur hinauszuzögern. Eine politische Sanierung würde Crash und Rezession (Anpassung der monetären Scheinwerte an die Realwerte) bringen. Da die Politik hiervor Angst hat, wartet sie auf das automatische Platzen der Blase (Finanz-Crash).

In den nächsten Jahrzehnten stehen wir also nicht nur vor einem Zusammenbruch, sondern auch vor einem Neuaufbau unseres Finanz- und Währungssystems mit allen sich daraus auch für die Finanzwirtschaft ergebenden Folgen.

4. Technologisch sehen wir bis 2050 einen neuen Technologiezyklus, vor allem in der Bio-, Nano- und Neurotechnologie voraus, der auf den Errungenschaften der Informations- und Kommunikationstechnologie des alten Zyklus aufbaut und neue technische Erfindungen und Produkte bringt, die wir heute noch nicht verstehen, die sich aber lawinenartig in der Technologie, unserem Leben und auch in unserer Produktion verbreiten werden.

5. Die Arbeitsgruppe »Bildung und Bildungssystem bis 2050« hat vor allem über die Bildungsziele und Bildungswerte diskutiert, weil viele traditionelle Bildungswerte in Kritik geraten sind und durch neue, noch nicht bewährte ersetzt werden sollen. Die Arbeitsgruppe war sich einig, dass von unserem Bildungssystem nicht nur der Zusammenhalt unserer Gesellschaft, sondern auch unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit und unsere Wohlfahrt abhängen. Ohne konkrete Bildungsziele und ohne gute Ausbildung wird die nächste Generation keine gute Qualifikation erringen können, nicht international leistungs- und konkurrenzfähig werden.

6. Unsere öffentlichenOrdnungssysteme sind zurzeit einer Zerreißprobe zwischen Nationalität und europäischer Zentralität ausgesetzt. Die EU-Mitgliedsstaaten sind nur noch formal souverän, haben den größten Teil ihrer Souveränität an die Zentralkommission in Brüssel abgegeben. Dagegen regt sich zunehmend Widerstand, während die EU-Kommission zielbewusst weiter zentralisiert (Schengen-Raum statt nationaler Grenzen, wachsende Umverteilung, Schulden-, Haftungs- und Transferunion u. a.). Ob die Zentralisierung weitergeht oder von einer neuen nationalen Dezentralisierungs- und Demokratisierungswelle abgelöst wird, ist noch nicht absehbar.

Militärisch sind Deutschland und Europa nicht bedroht. Es könnte jedoch sein, dass die NATO uns etwa gegen Russland o. a. in militärische Abenteuer hineinzieht und dass dadurch auch gegen unseren Willen ein dritter Weltkrieg in Europa stattfindet. Im Übrigen werden aber Kriege heute immer weniger militärisch geführt als indirekt durch Medienkrieg, Wirtschaftskrieg oder Finanzkrieg, Cyber-Krieg, Regimewechselkrieg oder die Mobilisierung von Völkerwanderungen. Auf diese neuen Kriegsmethoden sind wir in Europa und vor allem in Deutschland kaum vorbereitet, geschweige denn abwehrbereit (US-Spionagekontrolle, Masseninvasion).

In den nächsten Jahrzehnten rechnet die Arbeitsgruppe mit Problemen in Bezug auf die innere Sicherheit. Dies gilt einmal im Hinblick auf die wachsende Kriminalität, aber auch auf einen wachsenden Verteilungskampf zwischen immer weniger Leistungsträgern und immer mehr Leistungsnehmern, der sich zum Bürgerkrieg entwickeln könnte. Auch hierauf sind weder unsere Gesellschaft noch der Staat vorbereitet.

7. Die gesellschaftlichen Entwicklungen werden bis 2050 von den Problemen der Massenimmigration bestimmt sein, auch von Sozialkorrekturen bis hin zur Verarmung weiter Bevölkerungsgruppen in der Wirtschaftskrise, sowie einem sich abzeichnenden Generationenkonflikt hinsichtlich der Umverteilung. Dabei fragt sich, ob die bisher durch Sozialleistungen immer schwieriger zu begründende Solidarität noch gehalten werden kann, wenn die Wohnbevölkerung in immer mehr ethnische Bevölkerungsgruppen zerfällt, der Immigrationsstrom weiterer Sozialleistungsforderer ungebremst bleibt und es statt der erwarteten Integration zum Kampf der Kulturen kommt.

8. DieWirtschaftsentwicklung wird absehbar durch eine Rezessions- bzw. Korrekturphase gehen, die vor allem den monetären Sektor zusammenschrumpfen lässt. Selbst wenn aber wie in früheren Weltwirtschaftskrisen unser Sozialprodukt ebenfalls wieder um ein Drittel sinken würde, würde mittelfristig eine Erholung einsetzen, sodass sich bis 2050 wieder eine Wachstumstendenz durchsetzen wird. Diese Entwicklung wird aber davon abhängen, welche Art von Dienstleistungen bei uns am meisten wächst: die produktiven Dienstleistungen wie Digitaltechnologie, Robotertechnik, Telekommunikation o. a. oder die wenig produktiven Hilfsdienstleistungen wie Sozialdienst, Reinigung, Überwachung, Verwaltung o. a.

Der Anteil Europas und Deutschlands am Gesamtwachstum der Weltwirtschaft wird jedenfalls zurückbleiben. Viele asiatische und südamerikanische Entwicklungsländer werden höhere Wachstumsraten erzielen. Die Prognosen für den Wohlstand der nächsten Generation sind also ungünstiger als die, die unsere Generation sie genossen hat.

Für den Arbeitsmarkt rechnet die Arbeitsgruppe trotz Massenimmigration nicht mit einer wesentlichen quantitativen Verstärkung, weil etwa 80 bis 90 Prozent der Immigranten nur in das Sozialsystem einwandern wollen und der Rest erst langfristige Integration und Ausbildung braucht, um überhaupt für den Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen.

Qualitativ wird weiterhin Arbeitskräftebedarf bleiben, zumal künftig vermehrt digital qualifizierte Arbeitskräfte und Spezialqualifikationen gebraucht werden. Zudem wandeln sich auch die Arbeitsverhältnisse, weil die Mitarbeiter nicht mehr auf Dauer oder lebenslang eingestellt werden, sondern nur noch für bestimmte Aufgaben oder Projekte, nach deren Erfüllung der jeweilige Arbeitgeber andere Qualifikationen braucht.

Die größten wirtschaftlichen Probleme ergeben sich künftig bei den Sozialsystemen, weil sie alle in die Schere zwischen wachsenden Ansprüchen und wachsender Zahl von Anspruchsstellern einerseits und sinkender Leistungskraft und weniger Leitungsträgern andererseits geraten. So werden alle Sozialsysteme zu einer Mindestversorgung abgeschmolzen werden.

Dies gilt auch für die Renten. Nicht nur die staatliche Rente wird immer weniger bezahlbar, auch die private Altersversorgung wird durch Nullzins und kommende Inflation so entwertet werden, dass alle Versicherten nur noch mindestversorgt bleiben. Die Konsequenz ist theoretisch brutal und wird zu gesellschaftlichen Auseinandersetzungen führen. Nur diejenigen, die zusätzlich aus Sachwerten (Immobilien, Mieten o. a.) oder aus Einnahmen ihrer beruflichen Qualifikation (Ärzte, Techniker, Datenverarbeiter, Handwerker) Zusatzrenten haben, werden im Alter noch besser versorgt bleiben.

9. Eine Arbeitsgruppe hat sich mit den geopolitischen Entwicklungen bis 2050 befasst und sieht voraus:

Der Wohlstand der Völker wird künftig immer mehr von den neuen Technologien bestimmt werden. Er hängt also davon ab, ob man Hochtechnologie im Lande halten kann und ob sich die Menschen im internationalen Wettbewerb weiter anzustrengen bereit sind. Dagegen werden weltweit geöffnete Sozialsysteme zum Sinkgewicht in der internationalen Wohlstandskonkurrenz.

Für die Wohlstandsverteilung in der Welt wird auch entscheidend sein, ob die das Dollar-Imperium beherrschende US-Finanzelite ihre Macht über Krise oder Crash hinaus halten kann oder ob sie die Finanz- und Währungsherrschaft etwa an China verliert. Nur wer das Geld der Welt beherrscht, beherrscht auch die Welt.

Künftig spielen Nationen global eine geringere Rolle als internationale Netzwerke z.B. der Hochfinanz. Diese Auflösung von Volksidentität, Grenzen und Nationen durch übergeordnete, mächtige Netzwerke bedeutet zugleich, dass sich die Demokratien auflösen, weil diese Netzwerke gerade diese räumlichen Selbstbestimmungsstrukturen global überwinden wollen.

Wenn sich das wirtschaftliche Schwergewicht der Welt vom Atlantik zum Pazifik verschiebt (Drei-Meere-Theorie), könnte sich Europa in die »Neue Seidenstraße« nach Asien einbinden und damit wieder an ein neues Wirtschaftszentrum angeschlossen werden. Deshalb wird es darauf ankommen, mit den Ländern im Osten (z.B. Russland) in gutem Verhältnis zu leben und nicht in einem Militärbündnis, das sich gegen den Osten richtet.

10. Das Schlusskapitel über Wertewandel undLebenswerte bis 2050 war der eigentliche Anlass unserer Zukunftsüberlegungen. Wir wollten wissen, welche Lebensziele und – werte die Menschen in Zukunft bewegen, motivieren und zur Leistung antreiben. Wenn nämlich die materiellen Lebensziele in Crash oder Krise sich als Luftnummer erwiesen haben, sind die Menschen wieder – wie nach der falschen idealistischen Phase am Ende des Zweiten Weltkrieges – ratlos im Hinblick darauf, wofür sie leben sollen, was der Sinn ihres Lebens ist, womit sie sich motivieren sollen und was sie überhaupt noch glauben dürfen.

Die Arbeitsgruppe hat die wichtigsten Werte daraufhin überprüft, ob sie dauerhaft, tragfähig und wertvoll genug seien, um unser Leben künftig bestimmen zu können. Dabei gibt es höher- und minderwertige Ziele, die heute angeboten und gelebt werden. Das für alle Menschen akzeptable, sie begeisternde und ethisch motivierende Epochenlebensziel haben wir aber noch nicht formulieren können. Die Aufgabe bleibt bestehen.

Kapitel 1 – Ressourcen bis 2050

Kapitel 1

Ressourcen bis 2050

Arbeitsgruppe

Prof. Dr. Eberhard Hamer (Moderator)

Prof. Dr. Rainer Gebhardt

Dr. Eike Hamer von Valtier

Dr. Olaf Jörgens

OStDir. Hans Rehfeldt

Dipl. agr. Eberhard Schultze

Bodenfruchtbarkeit und ihre Nutzung

Die Entwicklung der Bodennutzungsmöglichkeiten

Eine der wichtigsten Lebensvoraussetzungen der Menschheit ist das Wasser. Nur drei Prozent der Erdoberfläche ist von Süßwasser (Trinkwasser) bedeckt. Nur in wenigen Gebieten ist es reichlich vorhanden (z.B. im Amazonas-Becken), in den meisten Siedlungsgebieten aber ein knappes Gut. Zum Teil ist es so knapp, dass in entsprechenden Regionen eine Besiedelung kaum noch oder nur eingeschränkt möglich ist (Sahelzone, Südafrika, Arabien, Australien, …).

In vielen Gegenden der Erde findet bereits heute ein Existenzkampf um das Wasser statt. In anderen Fällen ist das Wasser zum Machtmittel geworden, z.B. im Zweistromland (Jordan).

»Wer das vorhandene Wasser beherrscht, beherrscht nicht nur die Lebensgrundlage der eigenen Nation, sondern auch die Lebensgrundlage von Nachbarstaaten.«1› Hinweis Auch die internationale Hochfinanz hat das Wasser als Herrschaftsinstrument und Renditeträger entdeckt. Die meisten großen Wassergesellschaften (Suez, Lyonnaise, Nestlé, RWE, E.ON/Gelsenwasser) sind bereits direkt oder indirekt in der Hand des US-Großkapitals, das nach Aussagen ihres Vertreters Brzeziński in den nächsten 20 Jahren das Wasser der Welt mit frisch gedruckten Dollars aufkaufen und monopolisieren will.

Klimaveränderung: Die Erwärmung der Erde hat schon in den vergangenen Jahrtausenden Wüsten entstehen lassen, wo früher unter veränderten Regenverhältnissen (z.B. in der Sahara) Flüsse und Seen, Wälder und Felder vorhanden waren. Die bereits vorhandenen Trockenzonen könnten sich mit der Erwärmung der Erde ausbreiten, mit der Folge, dass zumindest langfristig eine weitere Versteppung fortschreiten wird, also auch keine Menschen mehr dort leben können. Eine Gegenmeinung bezog sich dagegen auf Quellen, wonach einzelne Wüsten nicht mehr wachsen, sondern schrumpfen.

Ein Teil der Arbeitsgruppe sagt eine weitere Erwärmung der Erde voraus. Ein anderer Teil sieht hierin zwar eine Gefahr, prophezeit eine Knappheitswirkung aber erst nach unserem Prognosezeitraum, jedenfalls nicht bis 2050. Dieser Teil der Arbeitsgruppe sah solche Versteppungen vor allem als Folge menschlichen Handelns, nicht aber als Folge geoklimatischer Veränderungen an. Veränderte Verfügbarkeiten von Wasser durch Versteppung/Verwüstung von Land führen aber zumindest zu Wanderungsbewegungen – ganz gleich, ob die Trockenheit bzw. Austrocknung des Nutzbodens durch das Klima oder den Menschen verursacht worden ist.

Grundwasserraubbau: Die Verwüstung unserer Böden wird teilweise regional durch übermäßige Grundwasserentnahme mit der Folge eines sinkenden Grundwasserspiegels verursacht, was zum Absterben von flachwurzelnden Wäldern und zur Einschränkung der Landwirtschaft führen kann. In Deutschland haben wir jedoch generell eine entspanntere Grundwassersituation, weil wir jetzt und voraussichtlich im Prognosezeitraum durch ausreichenden Niederschlag und Fließgewässer einen sich im Wesentlichen noch regenerierenden Grundwasserhaushalt haben werden. Lediglich in einigen Gegenden (z.B. der Lüneburger Heide), wo Großstädte übermäßig Grundwasser abpumpen, könnten sich in absehbarer Zeit regionale Grundwasserprobleme ergeben.

Grundwasserreduzierung durch Bodenversiegelung: In Deutschland werden pro Tag 120 Hektar bzw. pro Jahr 43 800 Hektar urbares Land dem Wachstum der Städte und dem Straßenbau geopfert.2› Hinweis Diese Versiegelung entzieht zugleich mit der Verrohrung des abfließenden Wassers der Regeneration des Grundwassers den Nachfluss, weil das Wasser dort nicht mehr versickert, sondern schnell abfließt. Die Verstädterung und Konzentration der Menschen bringt in Ballungsräumen einen regionalen Überverbrauch von Trinkwasser bei behinderter Regeneration des Grundwassers mit sich.

Wasserverschmutzung: Unser begrenztes Trinkwasser steht aber nicht nur dem menschlichen Verbrauch zur Verfügung, sondern wird zusätzlich von Landwirtschaft und Industrie benötigt und verschmutzt, also als Trinkwasser unbrauchbar gemacht. Hauptverschmutzer des Grundwassers sind Schädlingsbekämpfungs- und Unkrautvernichtungsmittel der Landwirtschaft, nicht wiederverwertbarer Müll der Haushalte und Giftstoffe, Schwermetalle, Öl und andere kohlenwasserstoffhaltige Brennmaterialien der Industrie. 50 000 Altmüllkippen in Deutschland bedrohen zusätzlich unser Grundwasser. Ebenso gelangt über die Luft sogenannter »saurer Regen« in den Boden und führt dort zu Salpeter- und Schwefelsäureanreicherungen, die vorher von den Kraftwerken, Fabriken und Kraftfahrzeugen freigesetzt wurden. Allein in Schweden sind dadurch 2000 Seen von saurem Regen geschädigt, in 900 Seen leben überhaupt keine Fische mehr. Im Nachbarland Norwegen sind 80 Prozent der Seen und Ströme in der südlichen Landeshälfte entweder tot oder kritisch erkrankt.3› Hinweis Durch den Stickstoffeintrag der Landwirtschaft gibt es global das Phänomen der »rot gefärbten Fluten«, zu starkes Wachstum der Algen in den Meeren, das dem Wasser Sauerstoff entzieht und damit z.B. in einem Gebiet zwischen Nord- und Ostsee die komplette Meeresfauna bis zu einer Tiefe von 15 Metern abgetötet hat.4› Hinweis Flüsse in Südamerika sind so stark mit industriellen Abwassern und Abfällen verseucht, dass sie wegen der Gefahr von Krebserkrankungen durch Quecksilber, Kupfer und Arsen für die Menschen lebensgefährlich sind.

Weltweit trinken 1,2 Milliarden Menschen verschmutztes Wasser. In den USA gibt es 33 Großstädte, in denen das Leitungswasser eigentlich nicht mehr trinkbar ist. Global haben nur 75 Prozent aller Menschen in den Großstädten noch trinkbares Wasser.5› Hinweis Nach Berechnungen des UN-Reports6› Hinweis nimmt die Zahl der Menschen, die nicht über sauberes Trinkwasser verfügen, alle fünf Jahre um 100 Millionen zu.

Eine solche Verschmutzung und damit Vernichtung von Trinkwasser dürfte in Mega-Städten und semiariden Zonen schon im Prognosezeitraum bis 2050 zu dramatischen Folgen führen. Andererseits aber hat gerade Deutschland bewiesen, dass man durch Wiederaufbereitung des Brauchwassers von der Einmal- zur Mehrfachnutzung übergehen und damit Wasserknappheit beheben kann. Das Wasser der Ruhr z.B. wird siebenmal genutzt und wiederaufbereitet, bevor es in den Rhein fließt. Wenn also im Prognosezeitraum die Bevölkerung in Deutschland nicht zu stark wächst, ist das Trinkwasserproblem bei uns nicht nur für den menschlichen Verbrauch, sondern auch für die Industrie beherrschbar. Es drohen uns aus dieser Sicht keine Ressourcengefahren.

Der Kampf um das Fracking ist allerdings auch ein Kampf um langfristig sauberes Wasser, weil Fracking Tiefenwasser verseucht und die Gefahr besteht, dass die eingesetzten Chemikalien auch das brauchbare Grundwasser erreichen. Weil außerdem Fracking ein kurz- bzw. mittelfristiger Raubbau ist, werden die Wasservergiftungsgefahren heute höher eingeschätzt als der Nutzen des Frackings.

Anders stellt sich die Trinkwasserproblematik in anderen Gegenden der Welt dar. Sollte die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 von derzeit etwa sieben Milliarden auf über neun Milliarden anwachsen (wie es die UNO schätzt), dann würden die Süßwasservorkommen der Erde nur noch 70 Prozent des Bedarfs decken und vor allem in dicht besiedelten und in Trockenregionen zu Wasserknappheit führen. International drohen allerdings schon im Prognosezeitraum »Wasserkriege«.

Israel gräbt den Palästinensern schon seit Jahrzehnten das Frischwasser des Jordanbeckens ab und verkauft es ihnen – streng rationiert – zu Höchstpreisen.

Das größte Konfliktpotenzial entsteht in der Region um Euphrat und Tigris. Die türkische Regierung plant 22 Staudämme für eigene Landbewässerung und Stromerzeugung und will damit dem flussabwärts gelegenen Irak das lebenswichtige Wasser entziehen.

Am Nil startet Äthiopien Bewässerungsprojekte mit Nilwasser, was Ägypten bereits als »Angriff auf unsere Rechte und unser Leben« begreift.

Indien baut hydroelektrische Staudämme am Indus, der bisher vier Fünftel der bewässerten Flächen in Pakistan mit Wasser versorgt hat. Dadurch wird die Nahrungsgrundlage für einen Großteil der 180 Millionen Pakistanis gefährdet.

Das amerikanische Außenministerium rechnet deshalb in den nächsten Jahren und Jahrzehnten mit dem Ausbruch von »Wasserkriegen«, mit zunehmendem Kampf um das knapper werdende Wasser – vor allem der Flüsse – für eine in den Flussregionen besonders stark wachsende Bevölkerung.

Streitigkeiten um das Wasser könnten auch dadurch entstehen, dass Menschen im Prognosezeitraum das Niederschlagsgeschehen beeinflussen, was technisch bereits möglich und erprobt ist.

Der Boden als Nahrungsquelle

Von den über 13,2 Milliarden Hektar (eisfreier) Landoberfläche auf der Erde ist derzeit nicht einmal die Hälfte für landwirtschaftliche Zwecke nutzbar. Für den Anbau von Feldfrüchten sind sogar nur ca. zehn Prozent (1,4 Milliarden Hektar) geeignet, weil der Rest entweder zu feucht oder zu trocken, zu steinig oder schlichtweg unfruchtbar ist.7› Hinweis

Hinsichtlich der Bodennutzbarkeit werden bis 2050 in zwei Richtungen zunehmende Probleme auftreten:

in der Verminderung landwirtschaftlich nutzbaren Bodens und

in nachlassender Bodenfruchtbarkeit.

Verminderung der landwirtschaftlichen Flächen

Jahr für Jahr gehen viele Millionen Hektar Ackerland verloren, weil sie von Stauseen überflutet, vom Asphalt der Straßen und Flughäfen versiegelt, von expandierenden Städten überwuchert oder von Gewerbe- und Industrieanlagen überbaut werden. In Deutschland verschwinden so aus der landwirtschaftlichen Produktion mehr als 40 000 Hektar pro Jahr.8› Hinweis

Übernutzung: Aus Übernutzung findet weltweit eine Bodendegradation statt, d. h. eine ständige Verschlechterung der Bodenqualität durch Nährstoffentzug des Bodens aufgrund von Monokulturen, Versalzung des Grundwassers bzw. Bodens, Brandrodungsfeldbau, exzessiven Feldbau (z.B. Dauermaisanbau), Massentierhaltung oder andere Formen der Übernutzung, wodurch die natürliche Fruchtbarkeit der Böden sich reduziert.

Erosion: Die schwerwiegendste Form der Bodendegradation ist die Erosion, wenn der fruchtbare Boden durch Wasser oder Wind meist als Folge menschengemachter Übernutzung (Abholzung, Überweidung) abgetragen wird. In manchen Gegenden der Welt ist die Bodenproduktivität in den vergangenen 50 Jahren aus diesen Gründen um 50 Prozent gesunken.9› Hinweis Ein Drittel der globalen Landfläche, davon die Hälfte in Afrika, ist von Desertifikation betroffen.10› Hinweis

In Deutschland haben wir eine solche Desertifikation in den vergangenen Jahrhunderten z.B. in der Lüneburger Heide (durch Abholzung) gehabt. In Europa verzeichnen wir aber insgesamt dagegen durch gezielten Düngereinsatz noch stetige Steigerungen der Bodenproduktivität.

Für den Prognosezeitraum bis 2050 dürfte sich die Verringerung des landwirtschaftlichen Bodens in Deutschland vor allem aufgrund einer Versiegelung durch Straßen, Plätze, Gebäude und Fabriken wenn nicht auf dem bisherigen Niveau (40 000 Hektar jährlich), so doch bei der Hälfte bewegen. Eine Gefahr für die Ernährung der Bevölkerung dürfte daraus dennoch nicht entstehen, weil bisher 50 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen nicht primär für Nahrungsmittel, sondern für Tierfutter genutzt werden. Wir haben also theoretisch noch Nahrungsmittelreserven.

Bodenfruchtbarkeit

Nicht nur die Fläche des Bodens, sondern auch seine Fruchtbarkeit (Produktivität) ist maßgebend für die Nahrungsmittelerträge jetzt und in der Zukunft.

Die Bodenfruchtbarkeit ist ein sensibles System von Stickstoff, Phosphor, Kohlenstoff und Wasser, das das Wachstum der Pflanzen zusammen mit der Bodenfauna (Würmer, Insekten, Bakterien, Pilze) ermöglicht. Werden dem Boden auf Dauer große Mengen an Nährstoffen entzogen und nicht ersetzt, werden die idealen Wachstumsbedingungen verändert oder wird der Wassereintrag vermindert, kommt es zu einem Verlust der Bodenfruchtbarkeit mit der Folge geringerer landwirtschaftlicher Erträge. Dagegen sind wiederum die jährlichen Erträge durch Düngung, Pflanzenzucht und wissenschaftliches Bodenmanagement bisher um mehr als ein Prozent pro Jahr gestiegen.

Durch Überdüngung und Übernutzung sowie Dauer-Monokulturen (Mais, Zuckerrohr, Soja, Baumwolle) lässt die Fruchtbarkeit des Bodens in manchen Ländern (USA) nach. Ob man deshalb weiterhin mit Produktivitätszunahme in der Landwirtschaft in der bisherigen Größenordnung rechnen kann, ist höchst umstritten. Eins ist sicher: Die Produktivität der Weltlandwirtschaft wächst in geringerem Maße als die Weltbevölkerung. Dabei wird das Gleichgewicht in Europa in den gemäßigten Klimazonen länger halten als z.B. in Afrika oder Asien, weil dort nicht nur die größte Bodendevastation vonstatten geht, sondern gleichzeitig das größte Bevölkerungswachstum zu verzeichnen sein wird.

Insgesamt ist die Ressource »Boden« als Fruchtbarkeitsgrundlage für die menschliche Ernährung zwar regional gefährdet; in Mitteleuropa und insbesondere in Deutschland dagegen dürfte der Boden zumindest für die Prognoseperiode (bis 2050) eine ausreichende Ernährung selbst bei wachsender Bevölkerung gewährleisten. Es besteht also europaweit und national im Prognosezeitraum bis 2050 keine Gefahr für die Ernährung unserer Bevölkerung.

Bergbau – Entwicklung nutzbarer Reserven

Aus deutscher Sicht ist die Entwicklung auf den mineralischen und metallischen Rohstoffmärkten von besonderer Bedeutung, weil Deutschland über keine ausreichenden und in vielen Bereichen nicht einmal über nennenswerte mineralische Rohstoffe verfügt. Deutschland ist und bleibt also künftig auf den Import mineralischer Rohstoffe angewiesen. Vor diesem Hintergrund stellen sich für Deutschland, aber auch für den Rest der Europäischen Union sowie auf globaler Ebene die Fragen nach:

der Verfügbarkeit benötigter Rohstoffe und

der Verteilung benötigter Rohstoffe.

Verfügbarkeit benötigter Rohstoffe

Obwohl die Rohstoffressourcen auf der Erde endlich sind, geht die Arbeitsgruppe davon aus, dass diese bis 2050 nicht erschöpft sein werden.11› Hinweis Schon häufiger wurde das Ende der Rohstoffverfügbarkeit besonders in Deutschland und dort vor allem für Buntmetalle vorausgesagt. Zuletzt in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde diese Sorge vor endlichen Rohstoffen dazu benutzt, mit staatlicher Unterstützung die Rohstoffversorgungssicherheit herzustellen und ggf. international hervorgerufenen Wirtschaftskriegen durch politische und technische Rohstoffsicherung vorzubeugen. Technologische Weiterentwicklungen in der Exploration von Rohstoffen führten allerdings dazu, dass neben den bekannten Rohstoffvorkommen immer weitere erschlossen werden konnten. Ebenso hat die Weiterentwicklung in der Bergbauindustrie dazu geführt, dass heute deutlich mehr Rohstofflagerstätten trotz geringerer Erzgehalte ökonomisch ausgebeutet werden können als noch vor Jahrzehnten. Hinzu kommt, dass weitere Gebiete der Erde als Rohstoffreserven heute auch für Deutschland verfügbar sind, die zuvor noch von Großbritannien machtpolitisch für sich reserviert wurden. Dies sind aber Fragestellungen der Rohstoffverteilung (siehe 2) statt der grundsätzlichen Verfügbarkeit dieser Bodenschätze.

Wie bereits in der Vergangenheit könnten auch künftig zwar temporär weltweite Rohstoffversorgungsengpässe auftreten, wenn neue Technologien einen Bedarfsschub auslösen, der durch die bestehende Förderung nicht gedeckt werden kann. Aller Voraussicht nach dürften aber solche vorübergehenden Engpässe durch Erkundung zusätzlicher Rohstofflagerstätten oder durch die Substitution dieser Rohstoffe gelöst werden können. Für die meisten Grundrohstoffe wie z.B. Kupfer ist im Prognosezeitraum damit zu rechnen, dass quantitativ genügend zur Verfügung steht. Die Kupferförderung ist in den zurückliegenden 40 Jahren durchschnittlich um 2,3 Prozent gestiegen, und demnach ist die Verfügbarkeit sogar für weitere 30 Jahre sichergestellt. Ähnlich wird auch die Verfügbarkeit der anderen wichtigen Rohstoffe aus heutiger Sicht als unproblematisch angesehen.12› Hinweis

Dazu wird auch Recycling als Rohstoffquelle an Bedeutung gewinnen. Einerseits hat sich die gesellschaftliche Einstellung zum Rohstoffverbrauch bis hin zu einem sorgsameren Umgang damit geändert; andererseits hat sich in den vergangenen 20 Jahren die Recyclingwirtschaft auch technologisch so weiterentwickelt, dass die Wiedergewinnung mineralischer Rohstoffe immer rentabler geworden ist. Die recyclingfähigen Rohstoffdepots aus unseren 50 000 Müllhalden sind dabei in den prognostizierten Vorkommen nicht einmal erfasst. Insofern dürfte Recycling die generelle Verfügbarkeit von Ressourcen weltweit unterstützen. Zusätzlich dürfte auch verändertes Konsumverhalten bzgl. einzelner Produkte (z.B. Autos, Maschinen etc.) die Bedeutung von Recycling und den Bedarf neuer Rohstoffe verändern, etwa in der Form, dass Produkte von den Konsumenten nur noch genutzt statt verbraucht werden. Dies ist z.B. bei der Papierherstellung überwiegend aus Altpapier oder beim Leasing von Autos, Maschinen etc. der Fall, die zum Ende der Nutzungsperiode durch den Konsumenten zukünftig häufiger auf- und umgerüstet statt entsorgt werden.

Bislang konnten auch durch Substitution weltweit Versorgungslücken geschlossen werden. Derzeit sind jedenfalls keine Rohstoffbereiche erkennbar, die weder ausreichend verfügbar noch im Ernstfall nicht durch andere Rohstoffe substituierbar wären.

Verteilung benötigter Rohstoffe

Traditionell war die Rohstoffverteilung eines der Kernprobleme in der Rohstoffversorgung industrialisierter Staaten wie z.B. Deutschland, Großbritannien u. a. Die Globalisierungswelle der vergangenen Jahre entschärfte diese Problematik, weil Handelsbeschränkungen weitgehend abgebaut wurden und weil dadurch die Rohstoffe weltweit nach ihrem dringendsten Bedarf – gemessen durch die Preisbereitschaft der Nachfrager – verteilt wurden. Internationale Rohstoffbörsen sorgten nicht nur für eine einigermaßen gesicherte Rohstoffversorgung, sondern zusätzlich auch für eine Preis- und Verfügungssicherheit innerhalb bestimmter Grenzen.

Die Verteilung könnte allerdings im Prognosezeitraum wieder zu einem Problem werden, wenn

Handelsbeschränkungen, Sanktionen und Boykotte zurückkehren und

Turbulenzen auf den Finanzmärkten dringend benötigte Rohstoffe in einzelnen Regionen zu teuer werden lassen.

Zu befürchten ist, dass im zweiten Fall militärische Auseinandersetzungen nicht nur zu vorübergehenden Versorgungsengpässen führen, sondern Preisblasen entstehen und anschließend wieder platzen und damit betriebswirtschaftlich die Rohstoffversorgung für die Unternehmen vorübergehend wieder zum Problem werden könnte. Derzeit hat die Idee der »Just-in-time«-Produktion dazu geführt, dass Unternehmen kaum noch Lagerbestände vorhalten – in der Gewissheit, jederzeit und pünktlich mit Rohstoffen versorgt werden zu können. Sollten allerdings preisliche oder physische Versorgungsschwierigkeiten drohen, müssten wieder Lagerbestände aufgebaut werden, um bei vorübergehender Nachfrageexplosion die dadurch entstehenden Verteilungsprobleme zu lösen.

Die durch den Bergbau ausgelösten Umweltbelastungen könnten allerdings künftig die Verteilungsproblematik beeinflussen. Besonders wirtschaftlich erstarkende Länder werden für Umweltbelastungen durch Bergbau zunehmend einen finanziellen Ausgleich fordern oder den Bergbau entsprechend beschränken. Trotz absoluter Verfügbarkeit dieser Rohstoffe könnte dann ein Verteilungswettkampf entstehen, wenn die Produktionskosten durch Umweltauflagen oder umweltbedingt durch das Vorenthalten bestimmter Rohstoffdepots in die Höhe schnellen. Die gestiegene Ausbeutung der Erde zur Gewinnung von mineralischen Rohstoffen hat schon jetzt tiefe Spuren in der Umwelt hinterlassen (Fracking). Weil dadurch ganze Landschaften verwüstet worden sind, dürfte der Bergbau zukünftig wieder in stärkerem Wettbewerb mit der regenerativen Nutzung des Bodens wie z.B. für die Landwirtschaft oder Urbanisierung treten.

Absehbar ist, dass die Wohlstandsverschiebung weltweit auch zu einem Verteilungsproblem mineralischer Rohstoffe wird. Ebenso absehbar ist, dass Asien künftig einen größeren Anteil der Rohstoffe für sich beanspruchen wird. Es wird vor allem die Herausforderung Amerikas und Nordeuropas sein, künftig seine Rohstoffversorgung ebenso günstig wie seit dem Zweiten Weltkrieg zu sichern. Vor diesem Hintergrund ist vorhersehbar, dass der sorgsame Umgang mit den Rohstoffen noch weiter verbessert werden wird, die Abfallwirtschaft ein immer wichtigerer Rohstofflieferant wird und zusammen mit der Substitution einzelner Rohstoffe und durch andersartigen Gebrauch von Produkten und Dienstleistungen die Verfügbarkeit im Prognosezeitraum gesichert bleiben dürfte.

Energie

Kohle

Versorgung

Weltweit ist Kohle zusammen mit Erdöl und Erdgas einer der wichtigsten Energierohstoffe. Aufgrund des massenhaften Vorkommens und der im Vergleich zu anderen Energierohstoffen weltweit recht ausgeglichenen Verteilung gilt sie als wichtiges Element der Versorgungssicherheit im Energierohstoffsektor.13› Hinweis

Neben verschiedenen anderen Kohlearten sind die beiden wichtigsten Typen zur Energiegewinnung die Braun- und die Steinkohle (Weichbraunkohle und Hartkohle). Während Braunkohle hierzulande über Tage abgebaut wird, erfolgt die Förderung der Steinkohle in der Regel unter Tage.

Von den 2007 weltweit geförderten rund 5,5 Gigatonnen Hartkohle entfielen etwa 4,77 Gigatonnen auf Kraftwerkskohle und nur 0,77 Gigatonnen auf die für die heutige Stahlproduktion (noch) unverzichtbare Kokskohle.

Hauptverbraucher von Steinkohle sind in Deutschland die Kraftwerke mit 70 Prozent des Gesamtverbrauchs an Steinkohle (2013). Auf die Stahlindustrie entfallen 27 Prozent, auf das sonstige produzierende Gewerbe und auf Kleinfeuerungen von Wohnimmobilien und sonstige Kleinverbraucher nur noch drei Prozent. Zu mehr als 80 Prozent sichern Einfuhren mittlerweile die Versorgung des deutschen Marktes mit Steinkohle und Steinkohleprodukten.14› Hinweis

Verteilung

Mit 95,2 Prozent konzentriert sich der Großteil der weltweiten Hartkohlereserven auf die Regionen Nordamerika, Australien/Asien und Russland. Mit rund 6632 Gigatonnen (42,3 Prozent) dominiert Nordamerika die Ressourcen, die hier aber überwiegend in den noch wenig erschlossenen Gebieten Alaskas lagern. Die Hartkohlereserven Australien/Asiens betragen 5412 Gigatonnen (34,5 Prozent). Von den asiatischen Hartkohlereserven befindet sich mit 5010 Gigatonnen der weit überwiegende Teil in der VR China.15› Hinweis

Was die Fördermengen betrifft, so kann man Abbildung 1 auf der folgenden Seite entnehmen, dass weltweit im Jahr 2011 China mit 3650 Millionen Tonnen deutlich vor den USA mit 1009 Millionen Tonnen liegt. Auch beim Verbrauch übertrifft China die USA mit 3818 Millionen Tonnen zu 899 Millionen Tonnen. Die EU fördert 130 Millionen Tonnen, der Verbrauch liegt mit 315 Millionen Tonnen über der Fördermenge.16› Hinweis

Preisentwicklung

Laut Prognose der IEA (International Energy Agency) ist ein jährliches Wachstum der Nachfrage von rund 2,8 Prozent zu erwarten.17› Hinweis Entsprechend wird der Preis – wenn auch zunächst geringfügig – steigen.

Ein deutlicher Anstieg des Preises wäre möglich, wenn es erneut zu einem Crash auf den Finanzmärkten kommen sollte. Dies war in den Jahren 2008/2009 zu beobachten. Letztlich ist Steinkohle nämlich als Energiereserve günstiger als Erdöl.

Verfügbarkeit

Über die Verfügbarkeit des Rohstoffes werden verschiedene Angaben gemacht. Laut Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe lagern Hartkohlereserven von 306,6 Gigatonnen (42 Prozent) in Australien/Asien, hauptsächlich in der VR China, in Indien und Australien. Über die zweitgrößten Hartkohlereserven in Höhe von 237,6 Gigatonnen (32,6 Prozent) verfügt Nordamerika. Die GUS folgen mit 17 Prozent (123,7 Gigatonnen) auf Platz drei.18› Hinweis Letztlich kann festgehalten werden, dass bis zum Jahr 2050 genügend Steinkohle als Energielieferant vorhanden sein wird.

Abbildung 1: Weltweite Förderung von Steinkohle

Erdöl

Versorgung

Erdöl ist der wichtigste Energierohstoff weltweit. Nach Vorkommen werden konventionelles Öl (Leichtöl, Schweröl, Kondensat) und nicht-konventionelles Öl (Schwerstöl, Ölsand und Ölschiefer) unterschieden.

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe fasst zusammen: »Erdöl ist wie auch Erdgas ein endlicher Rohstoff. Jährlich wird in etwa die Menge an Erdöl und Erdgas verbraucht, die in der Natur in etwa einer Million Jahren gebildet wurde. Mit einem Anteil von knapp 36 Prozent am Primärenergieverbrauch ist Erdöl weltweit wichtigster Energieträger und zugleich Rohstoff der Petrochemie. Annähernd zehn Prozent der Welterdölproduktion werden in der Petrochemie eingesetzt. Der Erdölanteil am Primärenergieverbrauch stieg von ungefähr 30 Prozent im Jahr 1950 auf fast 50 Prozent 1973 an.19› Hinweis Nach der zweiten Erdölpreiskrise 1980 sank der Anteil bis 1985 auf rund 40 Prozent ab. Dieses Niveau ist seitdem annähernd konstant mit leicht abnehmender Tendenz. Prognosen der IEA20› Hinweis gehen davon aus, dass auch bis 2030 keine gravierenden Änderungen in der Relevanz von Erdöl als Energieträger eintreten werden.«21› Hinweis

In Deutschland deckt Öl rund 35 Prozent des Energiebedarfs – so viel wie kein anderer Rohstoff. Im Verkehrssektor gibt es zurzeit kaum Alternativen zum Öl: Das bestehende Tankstellennetz ist auf Benzin und Diesel ausgerichtet. Die heute gängigen Motoren fahren fast nur mit diesen beiden Treibstoffen.22› Hinweis

Erdöl ist zusätzlich ein Ausgangsprodukt für die chemische Industrie (Petrochemie). Beispielsweise wird es zur Herstellung von Imprägniermitteln oder Wachsen verwendet; aber auch in der Pharmaindustrie findet man viele Produkte, in denen Öl enthalten ist.

Erdöl wird bis 2050 der weltweit wichtigste Energielieferant bleiben (33,1 Prozent). Die zurückgehenden Verbräuche in den OECD-Ländern, hervorgerufen durch Effizienzsteigerung und Substitution durch erneuerbare Energien, können den künftigen Mehrverbrauch in den Schwellenländern wie China, Indien und in vielen afrikanischen Staaten nicht kompensieren.23› Hinweis

Verteilung

Im Jahr 2013 waren die Länder mit der höchsten Erdölförderung Saudi-Arabien (542,3 Millionen Tonnen), die Russische Föderation (531,4), die USA (446,2), China (208,1), Kanada (193), der Iran (166,1), die VAE (165,7), der Irak (153,2), Kuwait (151,3) und Venezuela (135,1).24› Hinweis

Die Ölvorräte verteilen sich auf die Förderländer/Regionen im Jahr 2013 wie folgt:25› Hinweis Mittlerer Osten: 47,9 Prozent; Süd- und Mittelamerika: 19,5 Prozent; Nordamerika: 13,6 Prozent; Europa/Eurasien: 8,8 Prozent; Afrika: 7,7 Prozent; Asien-Pazifik: 2,5 Prozent.

Preisentwicklung

Seit Beginn der Rohölförderung im Jahr 1861 unterlag der Preis pro Barrel (in US-Dollar berechnet) häufigen Schwankungen, die in enger Verbindung zu weltpolitischen oder wirtschaftlichen Ereignissen (meistens Krisen und Kriege) standen. Zwischen 1870 und 1970 verringerte sich der Preis von 85 Dollar auf gerade noch 10 Dollar pro Barrel.

Im Zuge der Ölkrise zwischen 1970 und 1973/1975, insbesondere jedoch während der Revolution im Iran, stieg der Preis pro Tonne auf fast 105 Dollar.

Nach Absinken auf unter 20 Dollar (1995) stieg der Preis wegen der Finanzkrise in Asien, des Irak-Krieges und des »Arabischen Frühlings« bis 2013 auf 115 Dollar pro Barrel26› Hinweis an, sank dann aber bis 2016 wieder auf zwischen 40 und 50 Dollar.

Da Rohöl ein endlicher Energieträger ist, muss man im Prognosezeitraum bis 2050 von einem tendenziell steigenden Preis ausgehen.

Verfügbarkeit

Bis heute streiten sich die Experten immer wieder darüber, wie lange die Ölvorräte auf der Erde ausreichen, um eine problemlose Versorgung gewährleisten zu können. Ein Kernproblem für genaue Voraussagen der Ölreserven ist, dass die Förderländer meist »geschönte«, zum Teil auch manipulierte Zahlen bzw. Daten angeben. Dies geschieht in der Regel aus politischen und wirtschaftlichen Gründen.

Die Ölvorräte dürften jedenfalls bis 2050 und wahrscheinlich noch darüber hinaus ausreichen. Die eigentliche Problematik bringt Campbell jedoch auf den Punkt: »Eine seriöse Abschätzung der tatsächlichen Erdölreserven ist dank dieser Praktiken und auf Basis derartiger Zahlen zusätzlich erschwert.«27› Hinweis

Erdgas

Versorgung

Erdgas war 2012 mit einem Anteil von 24 Prozent am globalen Primärenergieverbrauch hinter Erdöl und Hartkohle drittwichtigster Energieträger, der hauptsächlich für die Versorgung des Wärmemarktes verwendet wird. In Deutschland beispielsweise wird Erdgas zur Beheizung von Haushalten wie auch als Energielieferant an größere Industriebetriebe geliefert. Es werden jährlich rund 20 Milliarden Kubikmeter aus inländischen Quellen gefördert.28› Hinweis Dies entspricht etwa einem Fünftel des deutschen Erdgasbedarfs und würde nur ausreichen, kaum mehr als zehn Millionen Haushalte mit Erdgas zu beheizen.29› Hinweis

Diese Zahlen zeigen, dass Deutschland vom Import dieses Energieträgers abhängig ist. Die höchsten Mengen an Erdgas bezieht die Bundesrepublik aus Russland, wo im Übrigen weltweit auch die größten Reserven zu finden sind (121 Billionen Kubikmeter).30› Hinweis Der Gesamtverbrauch an Erdgas in Deutschland lag 2012 bei rund 89 Millionen Kubikmetern.31› Hinweis

Weltweit lag der Verbrauch an Erdgas im Jahr 2013 bei rund 3347 Billionen Kubikmetern. Der mit Abstand größte Erdgasverbraucher waren die USA, gefolgt von Russland, dem Iran, China und Japan.32› Hinweis

Abbildung 2: Erdgasreserven und ihre Verteilung

Verteilung

Wo die größten Erdgasreserven zu finden sind, wird aus Abbildung 2 ersichtlich. Die Förderquoten33› Hinweis im Jahr 2012 verteilen sich wie folgt: USA: 681,5 Mrd. Kubikmeter, Russland: 609,7 Mrd. Kubikmeter, Iran: 158,2 Mrd. Kubikmeter, China: 110,7 Mrd. Kubikmeter. Das Bundeswirtschaftsministerium meint dazu: »Die Erdgasreserven zeichnen sich durch eine hohe Konzentration aus. Mit mehr als zwei Drittel der gewinnbaren Erdgasreserven befinden sich die bedeutendsten Vorräte im Nahen Osten sowie auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion.«34› Hinweis

In den Vereinigten Staaten von Amerika hat sich die Produktion von sogenanntem nicht-konventionellem Erdgas aufgrund der rasanten Ausweitung der Schiefergasförderung deutlich erhöht. 2012 hatte Schiefergas einen Anteil von 40 Prozent an der US-Gasförderung. Damit hat sich die Importabhängigkeit der USA erheblich reduziert.

Die Erdgasreserven lagen 2012 bei 196 Billionen Kubikmetern konventionellem Erdgas (inklusive Tight Gas).

Preisentwicklung und Verfügbarkeit

Der Gaspreis ist seit Langem an den Ölpreis gebunden. Dies erklärt teilweise die Schwankungen. Unabhängig davon lassen sich aber bedingt durch die Jahreszeiten weitere Schwankungen feststellen: Gas wird in den Wintermonaten regelmäßig teurer, da mehr geheizt wird.

Generell lässt sich die Preisentwicklung von Erdgas schwer voraussagen. Es werden Reserven für viele Jahre erschlossen, vor allem durch die Exploration von Schelfgas und die bereits erwähnte »Fracking-Methode«. Hierbei wird das Erdgas mittels anderer Gase aus den Gesteinsschichten herausgepresst. Diese Technologie sorgt für gesteigerte Förderung von Erdgas, insbesondere in Gebieten, in denen eine Förderung vorher nicht möglich war.35› Hinweis Zu einer Preissenkung kommt es, sobald – wie bereits jetzt in den USA – mehr Erdgas auf den Markt gelangt, also zunächst einmal das Angebot deutlich höher ist als die Nachfrage.36› Hinweis

Durch die hohe Nachfrage aus Asien, vor allem aus China, könnte sich im Prognosezeitraum bis 2050 ein Anstieg des Preises vollziehen, zumal Erdgas in Zukunft das Erdöl als Energieressource zunehmend ablösen könnte. Auch Erdgas ist nämlich ein endlicher Rohstoff, der, sobald man sich dem Ende der Reserven nähert, teurer werden wird. Bis 2050 sollte die Verfügbarkeit – allerdings zu höheren Preisen – dennoch gewährleistet sein. 37› Hinweis

Atomenergie

Versorgung

Kernenergie war im Jahr 2011 nur noch mit einem Anteil von 5,1 Prozent am globalen Primärenergieverbrauch weltweit beteiligt.38› Hinweis Im Vergleich zu Öl (31,5 Prozent) oder Kohle (28,8 Prozent)39› Hinweis handelt es sich um einen recht geringen Anteil. Der Verbrauch in Deutschland lag 2013 bei 7,6 Prozent.40› Hinweis

Kernenergie wird überwiegend zur Stromerzeugung verwendet. Die Energieerzeugung erfolgt durch den Einsatz von Brennstäben aus Uran. Die dabei entstehende Hitze verdampft Wasser, wodurch Turbinen und Stromgeneratoren angetrieben werden.

Während sich Anfang der 1990er-Jahre rund 430 Reaktoren in Betrieb befanden,41› Hinweis waren es Ende 2011 nur noch 370 Reaktoren, die sich auf internationaler Ebene wie folgt verteilten:42› Hinweis USA (104), Frankreich (58), Japan (55), Russland (32), Südkorea und Indien (je 21), Großbritannien (19), Kanada (18), Deutschland (seit 2014: 9), Ukraine (15), Schweden (10).

Verteilung

Uranressourcen sind nahezu überall auf dem Planeten vorzufinden. Die abbaubaren Reserven sind gegenüber dem Vorjahr um 511 Kilotonnen gewachsen, was auf Neubewertungen und verstärkte Explorationsbemühungen zurückzuführen ist. Während Länder wie Australien, China, Indien, Kanada, Russland und Tansania ausschließlich ihre gesicherten Ressourcen erhöhten, wurden in Vietnam hauptsächlich spekulative Reserven ausgeweitet.43› Hinweis

Deutschland hat bereits 2011 seinen Ausstieg aus der Atomenergie verkündet, somit sinkt auch die Nachfrage nach Uran. Inzwischen haben auch Italien, die Schweiz und Belgien ihre Pläne zum Ausbau der Kernenergie gestoppt.44› Hinweis

Verfügbarkeit

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften ist der Ansicht, dass die Atomenergie zwar – trotz des Baus von neuen Kernkraftwerken – auf lange Sicht an Bedeutung verlieren, aber nicht gänzlich vom Markt verschwinden wird.45› Hinweis46› Hinweis

Brennstoffzellen

Zurzeit wird die Forschung zur Brennstoffzellentechnik verstärkt, damit sie als Ersatz für Erdöl als neue – zusätzliche – Quelle für mobile Energie (Automobilität) dienen könnte. Die Technik selbst ist bereits anwendungsfähig und hat vor allem den Vorteil, dass sie keinerlei schädliche Umwelteinflüsse hat. Bisher ist aber der Preis der so gewonnenen Energie im Vergleich noch zu hoch, und deshalb ist sie noch nicht massenmarktfähig.

Immerhin könnte die Brennstoffzelle langfristig gegenüber den anderen fossilen Energiearten eine Alternative für die mobile Energie werden, wenn es gelingt, sie preislich konkurrenzfähig zu machen.

Erneuerbare Energien

Versorgung

Wasserkraft, Windenergie, Solarenergie, Erdwärme und nachwachsende Rohstoffe fallen unter den Begriff der »erneuerbaren Energie«.

Insgesamt stammen heute schon mehr als 22 Prozent der weltweiten Stromproduktion aus erneuerbaren Energien. Die Zahl der Länder mit Zielvorgaben und Förderrichtlinien für den Ausbau der erneuerbaren Energien hat sich erneut erhöht, auf mittlerweile 144. Zwei Drittel davon sind Entwicklungsländer.47› Hinweis Abbildung 3 zeigt beispielhaft die globale Entwicklung derSolarstromerzeugung von 2000 bis 2020, Abbildung 4 die der Windenergie.

Abbildung 3: Solarstrom – ein stark wachsender Bereich innerhalb der erneuerbaren Energien