Vom Schlachtfeld bis zum Serverraum - Eldar Sultanow - E-Book

Vom Schlachtfeld bis zum Serverraum E-Book

Eldar Sultanow

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Beschreibung

KI-gesteuerte Waffensysteme erfassen Ziele und bekämpfen sie, bevor ein Mensch sie überhaupt wahrgenommen hat. Autonome Cyber-Agenten verteidigen kritische Infrastrukturen: Der digitale Krieg ist längst Realität. China, Russland und die USA sind führend bei der Entwicklung autonomer Waffensysteme zu Lande, zu Wasser, in der Luft, im Orbit. Wie muss sich Europa angesichts der neuen Entwicklungen aufstellen? Wie können wir eine Verteidigung mit Verantwortung organisieren, die unsere ethischen Werte reflektiert? Der IT-Experte Dr. Eldar Sultanow blickt unter anderem hinter die Kulissen der Bundeswehr und skizziert eine neue Verteidigungskultur, mit der wir unsere Demokratie und unsere Werte schützen und nicht auf dem Schlachtfeld opfern

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Seitenzahl: 227

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Vom Schlachtfeld bis zum Serverraum

Dr. Eldar Sultanow

DR. ELDAR SULTANOW

VOM SCHLACHTFELDBIS ZUM SERVERRAUM

KI im Krieg – Wie wir uns für die neue Art der Kriegsführung aufstellen müssen

Copyright 2025:

© Börsenmedien AG, Kulmbach

Gestaltung Cover: Anna Lena Schramm

Gestaltung, Satz und Herstellung: Sabrina Slopek

Lektorat: Claus Rosenkranz

Korrektorat: Sabine Runge

Druck: CPI books GmbH, Leck, Germany

ISBN 978-3-68932-062-1

eISBN 978-3-68932-063-8

Alle Rechte der Verbreitung, auch die des auszugsweisen Nachdrucks, der fotomechanischen Wiedergabe und der Verwertung durch Datenbanken oder ähnliche Einrichtungen vorbehalten.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über <http://dnb.d-nb.de> abrufbar.

Postfach 1449 • 95305 Kulmbach

Tel: +49 9221 9051-0 • Fax: +49 9221 9051-4444

E-Mail: [email protected]

www.plassen.de

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Den Gefallenen – auf beiden Seiten.

Menschen, die gestorben sind in einem Krieg, den Maschinen beschleunigen.

Dieses Buch ist ihnen gewidmet.

Nicht den Systemen, nicht den Staaten. Den Menschen.

Den Mutigen, den Verlorenen, den Geopferten.

Denn wer im Krieg stirbt, verliert sein Leben – aber nicht seine Würde.

Möge unsere Technologie nicht nur zerstören, sondern eines Tages schützen, bewahren, verbinden.

INHALT

VORWORT von Admiral a.D. Manfred Nielson

VORWORT von Marc Akkermann, Head of Public Defense bei Capgemini Deutschland GmbH und stellvertretender Vorsitzender AFCEA Bonn e. V.

VORWORT von Stabsfeldwebel d. Res. Michael Ries, Organisationsleiter VdRBw Kulmbach

VORWORT von Dr. Eldar Sultanow

EINLEITUNG

BEVOR ES RICHTIG LOSGEHT: WAS IST KI?

KRIEG 2.0 – DIE NEUE REALITÄT

DIE STILLE AUFRÜSTUNG – CHINA, RUSSLAND UND DER WESTEN

VERTEIDIGUNG MIT VERANTWORTUNG – WAS JETZT ZÄHLT

EINE LETZTE HOFFNUNG: KI FÜR DEN FRIEDEN

DIE AKTUELLSTEN ENTWICKLUNGEN

DANKSAGUNG

QUELLEN

VORWORTvon Admiral a.D. Manfred Nielson

Die Art und Weise, wie Kriege zu Lande, auf See und in der Luft geführt werden, verändert sich im 21. Jahrhundert rasant – technologisch, taktisch und geopolitisch. Waren einst Truppenstärke, Ausrüstung und Feuerkraft Garanten für Erfolg oder Misserfolg, sind heute mehr und mehr Daten, Vernetzung und Algorithmen die entscheidende Conditio sine qua non.

Künstliche Intelligenz, autonome Systeme, Digitalisierung, Beherrschung des Cyber- und Informationsraums, Quantensysteme, die zunehmende Bedeutung des Weltraums sowie die rasche Vernetzung aller verfügbaren Daten sind Schlüssel, um die Türen zu einer erfolgreichen Zukunft aufstoßen zu können. Dies gilt vor allem in einer Zeit des tiefgreifenden demografischen Wandels in Deutschland.

Sie sind keine Science-Fiction oder ferne Zukunftsmusik, sondern bestimmen unser Leben bereits heute maßgeblich, auch wenn viele es nicht wahrhaben wollen. In einigen fortschrittlichen Ländern sind sie bereits seit Längerem in militärischen Entscheidungsprozessen, Aufklärungsketten und Führungsstrukturen operative Realität.

Eldar Sultanow greift in seinem Buch Themen auf, die in ihrer sicherheitspolitischen Relevanz zukunftsweisend sind und rasch Eingang

in unser aller Bewusstsein finden sollten. Mit eindrucksvoller technischer Expertise, analytischer Klarheit, strategischer Vorausschau und in verständlicher Sprache zeigt er, wie sich nicht nur Kriegsführung, sondern auch unsere Gesellschaft als Ganzes verändern und was das im Kern für unsere Demokratien bedeutet.

Wenn Maschinen Entscheidungen vorbereiten oder treffen können und werden, stellen sich naturgemäß grundlegende Fragen nach Kontrolle, Ethik und Verantwortung in noch nie dagewesener Tiefe und Schärfe. Dies darf jedoch nicht a priori in einer ideologisch begründeten fundamentalen Ablehnung neuer Technologien münden.

Als ehemaliger Stellvertretender Allied Commander Transformation weiß ich: Wandel lässt sich nicht aufhalten. Technologischer Fortschritt bietet weitaus mehr Chancen als Risiken. Wir dürfen nicht zögern, unsere Zukunft militärisch, politisch und gesellschaftlich aktiv zu gestalten.

Der Westen und vor allem Deutschland dürfen sich nicht zurücklehnen und treiben lassen. Wir müssen uns den Herausforderungen stellen. Mit klarem Wertekompass, mit interoperablen Strukturen und mit Innovationsfähigkeit, die nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sicherheitspolitisch und gesamtgesellschaftlich gedacht werden.

Sultanows Buch ist ein Aufruf zum Mitdenken und Mitgestalten. Es richtet sich an Fachkreise, aber in erster Linie an all jene, die verstehen wollen, vor welchen Herausforderungen wir stehen und wie wir ihnen verantwortungsvoll und mit Entschlossenheit, Bereitschaft und Mut zur Veränderung begegnen können.

Manfred Nielson

Admiral a.D.

VORWORTvon Marc Akkermann, Head of Public Defense bei Capgemini Deutschland GmbH und stellvertretender Vorsitzender AFCEA Bonn e. V.

Wir haben einen Krieg vor der europäischen Haustür. Autoritäre Systeme stellen immer stärker die Demokratie als solche in Frage und wollen an der Weltordnung rütteln. Technologische Disruption lässt bisherige Gewissheiten und Grenzen bröckeln. Somit stehen unsere Gesellschaft und insbesondere die Verteidigungspolitik vor nie dagewesenen Herausforderungen.

Die Veränderungsgeschwindigkeit steigt. Die Bedrohungsvektoren sind vielfältiger denn je und die Komplexität des Verteidigungssektors hat ein Level erreicht, das viele Menschen an ihre Grenzen führt. In dieser neuen Realität ist die Fähigkeit, technologische Innovationen – allen voran Künstliche Intelligenz – verantwortungsvoll und wirksam in die Verteidigung zu integrieren, zu einer strategischen Notwendigkeit geworden.

Nach über 20 Jahren im Umfeld der Verteidigung und öffentlichen Sicherheit ist für mich ein Punkt aktuell vordringlich: Die Bundeswehr und die gesamte Sicherheitsarchitektur Deutschlands und Europas stehen an einem Wendepunkt.

Wir erleben, wie disruptive Technologien das Wesen der Kriegsführung verändern. Geschwindigkeit, Vernetzung und Datenüberlegenheit werden zu entscheidenden Faktoren – und stellen unsere bisherigen Strukturen, Prozesse und auch unser Selbstverständnis auf die Probe.

Eldar Sultanow setzt mit seinem Buch einen eindringlichen Weckruf. Er beschreibt nicht nur, wie KI bereits heute im Einsatz ist, sondern zeigt auch, wie eng technologische, ethische und gesellschaftliche Fragen miteinander verwoben sind. Er verbindet die Perspektive des Entwicklers mit der des Soldaten und macht deutlich, dass wir die rasanten Entwicklungen im Bereich der militärischen KI nicht nur beobachten dürfen. Vielmehr müssen wir eine umfassende und verantwortungsvolle Strategie entwickeln, um diese Technologie zu gestalten und unsere Sicherheit zu gewährleisten. Wer die digitale Transformation verschläft, riskiert nicht nur den technologischen Anschluss, sondern auch die Fähigkeit, unsere Werte und unsere Freiheit zu verteidigen.

Die Beispiele aus aktuellen Konflikten, die Analyse internationaler Entwicklungen und die kritische Reflexion der deutschen und europäischen Innovationslandschaft machen deutlich, wie groß die Herausforderungen – aber auch die Chancen – sind.

Deutschland hat in den letzten Jahren wichtige Schritte unternommen: Die Investitionen in moderne Ausrüstung, die Stärkung der Innovationsfähigkeit und die Öffnung für neue Partnerschaften mit Start-ups und der zivilen Industrie sind richtige und notwendige Maßnahmen. Doch der Weg ist noch weit. Es braucht Mut zur Veränderung, eine neue Fehlerkultur – ja sogar ein neues Mindset – und die Bereitschaft, Verantwortung für die Gestaltung der digitalen Verteidigung zu übernehmen.

Dieses Buch leistet einen Beitrag zur sicherheitspolitischen Debatte in Deutschland. Es erinnert uns daran, dass technologische Überlegenheit und gesellschaftliche Resilienz Hand in Hand gehen müssen – und dass die Verteidigung unserer Freiheit im 21. Jahrhundert vor allem eines braucht: Klarheit, Innovationskraft und Haltung.

Marc Akkerman

VORWORTvon Stabsfeldwebel d. Res. Michael Ries, Organisationsleiter VdRBw Kulmbach

Als langjähriger Angehöriger der Reserve und engagierter Vertreter der Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e. V. (VdRBw) ist es mir eine besondere Ehre, ein Vorwort zu diesem bemerkenswerten Werk verfassen zu dürfen.

„Vom Schlachtfeld bis zum Serverraum“ ist weit mehr als ein autobiografischer Rückblick – es ist ein eindrucksvolles Zeugnis dafür, wie militärische Erfahrungen, Disziplin und Kameradschaft auch im zivilen Leben, insbesondere in der IT-Welt, ihre Wirkung entfalten. Eldar Sultanow gelingt es auf authentische Weise, die Herausforderungen und Lehren aus seiner Zeit im Dienst mit den Anforderungen der modernen Arbeitswelt zu verknüpfen. Dabei wird deutlich: Die Werte, die uns Soldatinnen und Soldaten prägen – Verantwortung, Verlässlichkeit und Führungsstärke –, sind universell und zeitlos.

Dieses Buch ist ein Brückenschlag zwischen zwei Welten, die auf den ersten Blick gegensätzlich erscheinen mögen, in Wahrheit jedoch viele Parallelen aufweisen. Es zeigt, wie wichtig es ist, Erfahrungen aus dem Dienst nicht nur zu bewahren, sondern aktiv in neue Kontexte einzubringen – sei es im Serverraum, im Projektmanagement oder in der Führung von Teams.

Ich wünsche diesem Buch eine breite Leserschaft – sowohl unter Kameradinnen und Kameraden als auch in der zivilen Gesellschaft. Möge es Inspiration sein für alle, die sich auf den Weg machen, ihre militärische Prägung als Stärke im zivilen Leben zu begreifen und zu nutzen.

Stabsfeldwebel d. Res. Michael Ries

Organisationsleiter VdRBw Kulmbach

VORWORTvon Dr. Eldar Sultanow

Ich bin KI-Architekt. Und ich bin Soldat. Als Reservist der Bundeswehr diene ich im Panzergrenadierbataillon 908 – und seit dem Krieg in der Ukraine hat diese Rolle für mich eine neue Bedeutung bekommen. Denn ich sehe: Die Welt verändert sich. Und zwar radikal. Die Konflikte der Zukunft werden nicht nur mit Panzern, Drohnen und Raketen geführt – sondern mit Algorithmen, Datenströmen und Künstlicher Intelligenz.

Während ich auf der einen Seite für friedliche Zwecke komplexe IT-Systeme entwerfe und KI-Modelle designe, entwickle und trainiere, erlebe ich auf der anderen Seite, wie dieselbe Technologie zur Waffe wird. Wie KI in Aufklärungsdrohnen eingebaut wird, in autonome U-Boote, in Cyberagenten, die gegnerische Infrastruktur lahmlegen. Ich sehe, wie feindliche Systeme schon heute lernen, handeln, täuschen – ohne dass ein Mensch noch eingreifen muss.

Seit meiner Reaktivierung als Reservist spüre ich auf jeder Wehrübung: Da braut sich etwas zusammen. Die Gespräche in der Truppe drehen sich nicht mehr um theoretische Szenarien, sondern um sehr real gewordene Gefahren. Sie sind ernster geworden, die Übungen realistischer, die Szenarien wahrhaftiger. Wir simulieren nicht mehr den Krieg von gestern, sondern bereiten uns auf den Krieg von morgen vor.

Es wäre ein Krieg, in dem Maschinen entscheiden – schneller, kälter, präziser als wir Menschen. Dieser Krieg würde unsere Vorstellungen von Mut, Moral und Strategie neu ordnen. Er wäre ein Duell, das nicht mehr in Schützengräben, sondern in Algorithmen und Lichtimpulsen ausgetragen wird. Und am Ende bleibt die Frage: Wer steuert wirklich: die Maschinen oder wir?

Stell dir vor, du bist draußen im Feld. Es ist kalt, feucht, irgendwo zwischen Waldrand und Funkloch. Du liegst mit der Gruppe im Spähtrupp-Einsatz, das Funkgerät knistert, die Lage ist angespannt und dann reißt plötzlich die Verbindung ab. Kein Netz, kein GPS, keine Daten.

Und jetzt stell dir weiter vor, ein Soldat flucht: „Jetzt wäre es gut, wenn die KI übernehmen würde.“ Der eine oder andere würde aus Reflex schmunzeln. Eines ist aber klar: Genau das ist die Realität, auf die wir zusteuern. Der Witz ist keiner, denn spätestens an diesem Punkt ist glasklar, wie weit die Realität und unsere alten Bilder vom Krieg auseinanderklaffen. Heroische Angriffe und martialische Paraden sind veraltete Szenarien. Stattdessen geben Daten, Algorithmen, Drohnen den Kriegstakt vor. Kein Funkspruch mehr, kein Befehl aus dem Hauptquartier, sondern Maschinen, die autonom entscheiden. Hier, im Matsch und zwischen Bäumen, zeigt sich die neue Kriegsführung. Wir verlassen uns längst auf Systeme, die wir kaum noch selbst überblicken. Und wenn sie ausfallen, dann stehen wir da, taub und blind.

Dieses Buch ist mein Weckruf. Es zeigt auf, wie Künstliche Intelligenz längst Teil moderner Kriegsführung ist. Es präsentiert Technologien, die bereits existieren – nicht als Science-Fiction, sondern als Realität auf dem Gefechtsfeld. Es warnt vor einer Aufrüstung, die leise, aber massiv stattfindet. Und es zeigt, warum unsere Demokratie nur überlebt, wenn wir nicht länger zuschauen, sondern mitgestalten.

Ich schreibe dieses Buch als jemand, der beide Seiten kennt: die der Softwareentwicklung und die der Landesverteidigung. Als jemand, der weiß, wie KI funktioniert und was sie in den falschen Händen anrichten kann. Ich will dir einen klaren Blick bieten auf das, was wirklich passiert, gerade auch auf das, was hinter den Schlagzeilen vor sich geht. Auf die neue Logik des Krieges und auf die Verantwortung, die wir alle tragen.

Denn eines ist sicher: Wer heute nicht versteht, was KI bedeutet, wird morgen nicht mehr mitreden und auch nicht mehr mitentscheiden.

Denn es geht nicht nur um technologische Aspekte, sondern um die Frage, wie wir unsere Freiheit und Sicherheit verteidigen. Es geht auch um ethische Grundsätze, die in Code gegossen werden, damit Algorithmen nicht zu willkürlichen Richtern werden. Es geht um den verdammt schmalen Grat zwischen Fortschritt und Missbrauch, der so oft im Verborgenen verläuft.

Und es geht um uns: um die Verantwortung, die wir als Bürger, Soldaten, Entwickler oder schlicht und einfach als Menschen tragen. Denn am Ende entscheidet nicht die Maschine, es entscheidet der, der sie programmiert, einsetzt oder ihre Aktionen duldet. Es liegt an uns, ob die KI das letzte Wort hat – oder wir.

Kein Buch gegen Menschen

Dieses Buch will nicht spalten. Es ist kein Aufruf zum Hass, kein Schlag gegen „den Osten“, kein „Wir gegen die anderen“. Ich schreibe dieses Buch gerade auch deshalb, um Brücken zu bauen, nicht um alte Feindbilder zu pflegen und neue Fronten zu schaffen. Ich möchte Perspektiven aufzeigen und ich will die Frage stellen, was KI mit uns macht und vor allem: Was machen wir aus ihr?

Ich habe Freunde aus aller Welt: aus den USA, Kanada, Polen und auch hier lebende mit russischen und chinesischen Wurzeln. Als ich das letzte Mal mit meinem russischen Kumpel am Küchentisch saß, diskutierten wir mit Leidenschaft, manchmal hitzig, aber immer mit Respekt. Und am Ende haben wir angestoßen – auf den Frieden, den es einmal gab. Und auf den, den wir uns für die Zukunft wünschen.

Ich schreibe dieses Buch nicht, um Mauern zu bauen. Ich schreibe es, weil ich sehe, wie die Welt sich verändert. Weil ich glaube, dass wir verstehen müssen, was gerade passiert – ob wir es wollen oder nicht. Und weil ich hoffe, dass Wissen uns nicht trennt, sondern verbindet.

Gerade jetzt, in einer Zeit, in der sich Armeen hochrüsten wie seit Jahrzehnten nicht mehr, ist es wichtig, den Menschen nicht aus dem Blick zu verlieren. Es gibt Familien, die aus Ukrainern und Russen bestehen. Es gibt Menschen, die Frieden wollen, und zwar auf beiden Seiten der Frontlinie.

Es scheint fast, als bräuchte es eine gemeinsame Bedrohung von außen, um uns Menschen endlich wieder zu vereinen und (militärisch) zusammenzuschließen – nicht nur aus Angst, sondern aus Einsicht. So wie in den alten Science-Fiction-Filmen wie „Krieg der Welten“ oder „Independence Day“. Aber müssen wir wirklich erst die Invasion vom Mars abwarten, um zu erkennen, dass wir alle im selben Boot sitzen?

Vielleicht ist es in Wirklichkeit ja gerade die Wehrhaftigkeit, die den Frieden möglich macht – nicht als Drohung, sondern als Einladung, ihn zu bewahren.

Dr. Eldar Sultanow

EINLEITUNG

Krieg ist nicht mehr das, was er einmal war. Die Bilder, die viele noch im Kopf haben – Panzerkolonnen, Schützengräben, Männer mit Sturmgewehren –, sind längst überholt. Der moderne Krieg hat neue Waffen: Daten, Drohnen, Desinformation. Und an vorderster Front kämpft die Künstliche Intelligenz. Unsichtbar. Schnell. Ohne Pause.

Wir befinden uns mitten in einem Wettrüsten – nicht mit Raketen, sondern mit Rechenleistung. KI entscheidet heute schon über Leben und Tod. Sie steuert Waffensysteme, erkennt Ziele, manipuliert Meinungen, hackt Infrastrukturen und täuscht ganze Armeen. Die Nation, die diese Technologie zuerst versteht, beherrscht sie. Die sie schneller und skrupelloser einsetzt – hat die Macht.

Und doch ist das öffentliche Bewusstsein dafür immer noch erstaunlich lückenhaft. Zwar sprechen auch Talkshows heute schon von KI, aber meist in Form von Chatbots, die Gedichte schreiben, oder Bildern, die mit Tools wie Midjourney generiert werden. In der Verteidigung aber geht es längst um ganz andere Anwendungen: um autonome Killerdrohnen, um Cyberoffensiven, die ganze Stromnetze lahmlegen, und um Algorithmen, die Angriffe in Sekundenbruchteilen steuern. Es ist an der Zeit, diese Lücke zu schließen. Denn was im Alltag spielerisch und faszinierend wirkt, kann auf dem Schlachtfeld tödlich sein.

Warum dieses Buch?

Ich schreibe dieses Buch, weil ich es muss. Weil ich als IT-Stratege seit über zwei Jahrzehnten mit Künstlicher Intelligenz arbeite – als Programmierer, Entwickler, jemand, der aus der zu 100 Prozent puren Techie-Ecke kommt. Und weil ich als Soldat seit meiner Reaktivierung spüre, wie sich unsere Realität verändert. Ich sehe, wie KI unser Denken, unsere Sicherheitsarchitektur und unsere ethischen Maßstäbe herausfordert. Und ich sehe, wie andere Länder – allen voran China und Russland – diese Technologie nutzen, um Macht zu gewinnen. Im digitalen Raum, im globalen Wettbewerb, auf dem Schlachtfeld.

Deutschland und Europa dürfen in diesem Spiel nicht Zuschauer bleiben. Wer KI unterschätzt, verliert, und dies nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sicherheitspolitisch. Heute, wo Algorithmen nicht nur Kaufentscheidungen, sondern auch Leben und Tod beeinflussen, geht es um weit mehr als nur um Effizienz oder Technologietrends. Es geht um strategische Autonomie, um unsere Fähigkeit, selbst zu entscheiden, wie wir leben wollen und wie wir uns verteidigen. Dieses Buch will aufklären, aufrütteln und Verantwortung einfordern. Wir stehen ja längst an einem Punkt, an dem es nicht mehr reicht, nur zuzuschauen. Wir müssen aktiv gestalten.

Wir müssen uns bewusst machen: KI ist ein unsichtbarer Soldat. Sie agiert im Hintergrund, aber sie verändert alles. Auf den ersten Blick scheint sie weit weg – eine Technologie für Nerds, Forschungslabore oder Science-Fiction-Fans. Aber in der Realität ist sie tödlich präzise. KI fliegt Drohnen, ortet Ziele, berechnet Einschläge, täuscht Radarsysteme, verbreitet Desinformation. Und du bekommst davon nichts mit.

Was früher Spionage war, passiert heute im offenen Netz – automatisiert, lernfähig, unermüdlich. Was früher Schlachtfeld hieß, findet heute auch im Code statt. Die neue Realität: Autonome Unterwasserdrohnen patrouillieren in der Tiefsee, Bot-Armeen überlasten Kommunikationssysteme, KI-generierte Deepfakes manipulieren öffentliche Meinung und ein Schwarm kleiner Drohnen erzeugt gezielt Wellen, um gegnerische Schiffe abzudrängen. KI ist längst Kriegswerkzeug. Nur redet kaum jemand darüber.

Während China massiv aufrüstet, Russland längst KI in seine Kriegsführung integriert hat und die USA an komplett autonomen Drohnenträgerschiffen arbeiten, steht Europa noch am Anfang, aber es bewegt sich. Europa erkennt zunehmend, wie wichtig es ist, bei dieser Entwicklung nicht nur mitzuhalten, sondern auch eigene ethische Standards zu setzen. Dabei geht es um nichts Geringeres als unsere Freiheit, unsere Demokratie, unsere Zukunft.

Dieses Buch soll aufrütteln. Es zeigt, wie weit die Technik wirklich ist. Wie KI heute schon in militärischen Systemen weltweit operiert – oft ohne ethische Kontrolle. Aber es zeigt auch, wie wir mit Verantwortung, klarem Kompass und technologischem Know-how dagegenhalten können. Denn wir haben noch die Wahl.

Das Buch lädt dich ein, die Rolle der KI in modernen Konflikten zu verstehen – nicht als Angstthema, sondern als Realität, der wir uns stellen müssen. Es macht deutlich, dass wir nicht nur Zuschauer sein dürfen. Es zeigt, wie wir unsere Werte auch im digitalen Gefechtsfeld mit Innovation, mit Haltung und mit Mut verteidigen.

Denn wer im Dunkeln bleibt, wird irgendwann überrannt. Aber wer versteht, was auf dem Spiel steht, kann mitgestalten. Dieses Buch gibt dir das nötige Wissen und den nötigen Weitblick. Die Frage ist nicht mehr, ob KI im Krieg eingesetzt wird. Die Frage ist:Wie schützen wir unsere Freiheit in einer Welt, in der Maschinen mitentscheiden?

Was dich erwartet

Dieses Buch nimmt dich mit in eine Welt, die du so vielleicht noch nie gesehen hast. Du wirst verstehen, wie KI bereits heute in militärischen Kontexten funktioniert – von Drohnenschwärmen über autonome U-Boote bis hin zu digitaler Desinformation. Du bekommst Einblicke in reale Entwicklungen aus Forschung, Rüstung und Verteidigung, die in der Öffentlichkeit kaum bekannt sind. Du wirst erkennen, wie eng Technologie und Geopolitik inzwischen miteinander verwoben sind und warum die Verteidigung unserer Freiheit nicht mehr nur mit klassischen Waffen erfolgt. Das Buch ist in drei große Teile gegliedert.

Krieg 2.0 – die neue Realität Was bedeutet es, wenn Drohnenschwärme das Gefechtsfeld durchkämmen, wenn KI Ziele erkennt, klassifiziert und bekämpft – noch bevor ein Mensch sie überhaupt bemerkt hat?

Krieg verändert sich. KI hat das Schlachtfeld in der Luft, zu Lande, zur See und im Orbit erreicht. In diesem ersten Teil zeige ich dir, wie konkret und real der KI-Einsatz heute ist – von der Suwalki-Lücke bis zum südchinesischen Meer, von ukrainischen Artilleriestellungen bis zu orbitalen Jägersatelliten.

Du wirst etwas über autonome Aufklärungsdrohnen erfahren und über die Zielauswahl für Artilleriesysteme. Du wirst Informationen über neuronale Netze erhalten, die russische Panzer automatisch erkennen und Zieldaten in Sekunden an Feuerleitsysteme übergeben.

Du wirst erfahren, wie Kampffahrzeuge wie der Puma ihre Sensorik mit KI verknüpfen, um Bekämpfungsvorschläge zu machen. Wie Kampfroboter, Richtminen und Schwärme gemeinsam in Wellen vorstoßen, um gegnerische Systeme taktisch zu zerschlagen. All das ist keine Science-Fiction, all das ist Realität.

Auf See entwickeln Nationen wie China Bootsschwärme, die durch KI koordiniert Wellen erzeugen und feindliche Schiffe abdrängen. Die USA testen autonome Trägerschiffe für fliegende und tauchende Drohnen. Und auch Deutschland steigt mit Projekten zu maritimer KI und Abfangsystemen auf hoher See ein.

In der Luft testen die USA, Australien und China autonome Drohnenflüge in Formation, während KI im Cockpit bereits heute Radar-, Infrarot- und Bedrohungsdaten analysiert. Systeme wie das Striker-II-Visier liefern Piloten ein Lagebild in Echtzeit – direkt vor das Auge.

Und schließlich der Orbit, der neue Raum der Kontrolle. Satelliten liefern nicht nur GPS und die Grundlagen für die Kommunikation, sie sind Teil der Gefechtsführung. Ob Frühwarnsysteme, Jägersatelliten oder Anti-Satelliten-Waffen: Der Orbit wird zur Kommandohöhe der Supermächte. Wer den Himmel kontrolliert, kontrolliert auch das Schlachtfeld. Es ist ein Wettlauf, der unsere Sicherheit und die Stabilität ganzer Regionen beeinflusst.

Das ist Krieg 2.0 – eine Realität, die längst begonnen hat. Eine Realität, über die du Bescheid wissen musst. Diese neue Realität entscheidet nicht nur darüber, wer die besseren Waffen hat, sondern auch darüber, wer das Sagen hat. Sie stellt unsere Werte und unsere Regeln auf die Probe. Gerade jetzt, in einer Zeit, in der Europa den Schulterschluss sucht und KI nicht länger nur ein Thema für Wirtschaft oder Wissenschaft ist, wird deutlich: Wir brauchen ein klares Verständnis dafür, was KI im Krieg 2.0 bedeutet, um mitreden und mitentscheiden zu können.

Die stille Aufrüstung – China, Russland und der Westen Die zweite Phase führt dich in die geopolitischen Hinterzimmer: Wer rüstet wie auf? Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz in der Doktrin von China? Warum ist Taiwan mehr als ein Inselkonflikt – nämlich der Schlüssel zur globalen Chipversorgung? Warum stehen unsere liberalen Werte auf dem Spiel, wenn andere Systeme durch automatisierte Kontrolle und digitale Überwachung dominieren?

Du bekommst einen geopolitischen Überblick, erfährst, welche Staaten wie rüsten, und warum der Kampf um Taiwan auch ein Kampf um unsere technologische Zukunft ist. Dabei geht es um mehr als nur Drohnen und Raketen: Es geht um die Entstehung neuer Allianzen wie der BRICS-KI-Koalition, um Russlands paradoxe Rolle als militärische Großmacht trotz wirtschaftlicher Schwäche und um Chinas Test der Standhaftigkeit des Westens. Es geht auch um Zukunftsszenarien mit Exoskeletten, die Soldaten weniger verwundbar machen, und hybride Kriegsführung, die digitale Angriffe mit psychologischer Manipulation verbindet. Dieses Buch zeigt dir, wie all das miteinander verwoben ist und warum es auch für unsere Demokratie und unsere Freiheit entscheidend ist.

Weiter geht es um kritische Infrastrukturen und die Verteidigung derselben. Die NATO testet zum Beispiel autonome Cyberagenten zur Verteidigung solch kritischer Infrastrukturen. Parallel dazu arbeitet die EU an einem eigenen Cyber-Abwehrschirm, um Versorgungssysteme wie Stromnetze, Wasserwerke und Verkehrsleitungen auch in hybriden Konflikten abzusichern. Sicherheitspolitik ist also längst nicht mehr nur die Sache von Soldaten, sondern zur Aufgabe für Gesellschaften als Ganzes geworden.

Und währenddessen: Schaut Deutschland nur zu? Oder ist da mehr? Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen der Bundeswehr, zeigen reale Projekte und Einsätze und was passieren muss, damit wir technologisch nicht abgehängt werden.

Verteidigung mit Verantwortung – was jetzt zählt Im dritten Teil geht es um Lösungen. Was muss Europa tun, um mitzuhalten? Welche Strategien brauchen wir? Wie nutzen wir Künstliche Intelligenz, ohne unsere Menschlichkeit zu verlieren? Wie kann der Westen – wie kann Deutschland – KI für Verteidigung, Sicherheit und Schutz einsetzen, ohne dabei die eigenen ethischen Grenzen zu sprengen? Wie gelingt verantwortungsvolle Innovation, wenn gleichzeitig Geschwindigkeit gefordert ist?

Wir sprechen über eine neue Verteidigungskultur jenseits veralteter Strukturen. Über die Zusammenarbeit mit Start-ups und internationalen Partnern. Und über die Notwendigkeit, eine nationale KI-Rüstungsstrategie zu entwickeln, die unsere Demokratie schützt und nicht untergräbt.

Dieses Buch ist kein Fachbuch für Ingenieure. Es ist auch kein reißerischer Thriller. Es ist ein realistischer Blick auf das, was ist, und auf das, was kommt. Dieses Buch ist ein Werkzeugkasten. Es will dich nicht ängstigen, sondern befähigen. Es will nicht jammern, sondern klarmachen, worum es jetzt geht.

Denn eines steht fest: Wer die bessere KI hat, diktiert die Regeln. Und wer die Regeln diktiert, entscheidet über die Zukunft. Die Zukunft ist da. Die Frage ist nur: Sind wir bereit, sie zu verteidigen? Sind wir bereit, Verantwortung zu übernehmen, ethische Leitplanken zu setzen und uns nicht von Algorithmen treiben zu lassen? Der Wettlauf um die technologische Vorherrschaft hat längst begonnen. Dieser Wettlauf wird nicht im Labor entschieden, sondern in unseren Köpfen und von unseren Werten.

BEVOR ES RICHTIG LOSGEHT: WAS IST KI?

Künstliche Intelligenz, das sind zwei Wörter, die heute inflationär verwendet werden. Mal wird uns das Konzept dahinter als Hoffnungsträger verkauft, mal als Bedrohung, mal ist es nicht mehr als eine Marketingfloskel. Doch was steckt wirklich dahinter? Ist es nur ein smarter Chatbot, ein digitaler Assistent, ein Algorithmus zur Vorhersage von Aktienkursen? Oder ist es mehr? Ist es ein Werkzeug, das unsere Art zu leben, zu arbeiten und zu kämpfen radikal verändert? Künstliche Intelligenz ist nicht nur Technik. Sie ist ein Spiegel unserer Zeit und vielleicht die größte Herausforderung, der wir uns je gestellt haben, stellen mussten.

Für viele klingt KI nach etwas Abstraktem, nach Science-Fiction, Silicon Valley oder Supercomputern in unterirdischen Rechenzentren. Doch die Wahrheit ist: Künstliche Intelligenz ist aus dem modernen Kriegsgeschehen längst nicht mehr wegzudenken. Und sie verändert alles grundlegend – auch in der Welt der Sicherheit und Verteidigung. Es gibt keinen besseren Beweis dafür als das Schlachtfeld der Ukraine.

Künstliche Intelligenz bezeichnet Systeme, die selbstständig lernen, analysieren, Entscheidungen treffen … und handeln. Sie führen Aufgaben aus, die bislang Menschen vorbehalten waren – etwa Muster in Satellitenbildern erkennen, gegnerisches Verhalten vorhersagen oder Schadsoftware identifizieren. Sie erkennen Muster, ziehen Schlussfolgerungen und optimieren sich mit der Zeit immer weiter. Dabei geht es nicht um „den einen Supercomputer“, sondern um eine Vielzahl spezialisierter Algorithmen, die bestimmte Aufgaben schneller, präziser und robuster lösen als der Mensch. KI-Systeme basieren auf mathematischen Modellen und statistischen Verfahren, die es Computern ermöglichen, menschliche Denkprozesse zu simulieren. Sie sind darauf ausgelegt, autonom, schnell und zuverlässig zu agieren. Es gibt verschiedene Arten von Künstlicher Intelligenz: von einfachen regelbasierten Systemen bis hin zu komplexen Modellen wie neuronalen Netzwerken, die tiefes Lernen ermöglichen.

Was früher der menschliche Offizier im Gefechtsstand mehr oder weniger analysierte, erledigt heute ein KI-System in Sekunden. Was früher eine – unter Umständen mit Gefahren verbundene – Zielerkennung per Fernglas war, läuft heute über neuronale Netze, die in einer Echtzeit-Videoübertragung automatisch feindliche Fahrzeuge markieren. Was früher Funkstille und Tatenlosigkeit bedeutete, wird heute durch autonome Systeme kompensiert, die ohne Rückkopplung Entscheidungen treffen – und feuern.

KI ist nicht nur ein Werkzeug. KI ist ein Machtfaktor. Wer sie beherrscht, hat einen entscheidenden Vorteil in Wirtschaft, Diplomatie und auf dem Schlachtfeld. Denn die neue Weltordnung wird nicht nur mit Diplomatie und Drohungen verhandelt. Sondern mit Rechenleistung, Sensorik, Datennetzen und Maschinen, die schneller entscheiden als jeder Mensch.

Ich zeige dir, wie KI im militärischen Kontext konkret funktioniert. Aber bevor wir in die Praxis eintauchen, ist eines wichtig: Du musst das Prinzip verstehen. Denn nur wer das System vollumfänglich durchschaut, kann es gezielt für seine Zwecke einsetzen und sich schützen.

Bevor wir richtig loslegen, lass uns zunächst ein paar wichtige Begriffe erläutern, die dir helfen, Künstliche Intelligenz besser zu verstehen. Wir verwenden dafür Metaphern zur Veranschaulichung, damit du nicht nur Zahlen und Formeln vor Augen hast, sondern Bilder und Vergleiche, die hängen bleiben. So wird aus Technik auch ohne Informatikstudium ein greifbares Werkzeug.

Allgemeine KI – der Mythos vom Superoffizier

„Allgemeine KI“ wäre eine Maschine, die alles kann, was ein Mensch kann – wie ein General, der funken, kämpfen, planen und motivieren kann. So etwas existiert (noch) nicht. Es bleibt ein Denkmodell, ein Schweizer Taschenmesser mit grenzenlosen Fähigkeiten. In der Realität begegnen uns spezialisierte KI-Systeme, die sehr leistungsfähig, aber eben fokussiert sind.

Supervised Learning – wie das Training neuer Rekruten