Von der Fachperson zur Führungsperson - Mario Fellner - E-Book

Von der Fachperson zur Führungsperson E-Book

Mario Fellner

0,0

Beschreibung

Gestern noch Arbeitskollege, heute Chef des Teams: Du bist neu in einer Führungsposition. Was kommt da auf dich zu? Wie begegnest du deinen Mitarbeitern? Das Thema gehört zu den meistdiskutierten im Management. Mario Fellner greift in diesem Buch auf 30 Jahre eigene Erfahrung als Führungsperson zurück, um dich für deine neue Aufgabe zu wappnen. In kurzen und anschaulichen Lektionen erfährst du, welche Eigenschaften eine Führungsperson auszeichnen, wie du Vertrauen schaffst und Missverständnisse vermeidest, wie du effektives Delegieren lernst und deine eigene Work-Life-Balance im Blick behältst. Im Zeitalter der Digitalisierung, der Vernetzung und der Kooperation ist ein klassisch autoritärer Führungsstil nicht mehr zeitgemäß. Die Kunst ist es, Menschen so zu führen, dass sie als eigenständige Personen die geforderte Leistung erbringen und sich individuell weiterentwickeln.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 98

Veröffentlichungsjahr: 2021

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Inhalt

Vorwort

Einleitung

Was bedeutet Führung?

1.1 Die einfachste Sache der Welt?

1.2 Mein Verständnis von Führung

1.3 Was nehme ich mit und was mache ich damit?

1.4 Erkenntnisse und Umsetzung

Die Grundsäulen erfolgreicher Führung

2.1 Unternehmerische Belange kennen

2.2 Bedürfnisse der Mitarbeiter kennen

2.3 Eigene Stärken und Grenzen kennen

2.4 Erkenntnisse und Umsetzung

Im Mittelpunkt steht immer der Mensch

3.1 Der Mensch als Individuum

3.2 Unterschiede erkennen und akzeptieren

3.3 Generationenmanagement

3.4 Erkenntnisse und Umsetzung

Den eigenen Führungsstil finden

4.1 Hierarchischer Führungsstil

4.2 Autoritärer Führungsstil

4.3 Kooperativer Führungsstil

4.4 Partizipativer Führungsstil

4.5 Laisser-faire-Führungsstil

4.6 Führungsstil auf den Punkt gebracht

4.7 Erkenntnisse und Umsetzung

Merkmale von Führungspersonen

5.1 Eigenschaften von guten Führungspersonen

5.2 Soziale Kompetenz

5.3 Erkenntnisse und Umsetzung

Die wichtigsten Führungsaufgaben

6.1 Die Selbstorganisation im Griff

6.2 Ziele vereinbaren

6.3 Gut geplant

6.4 Stufengerecht informieren

6.5 Entscheidungen treffen und delegieren

6.6 Abweichungen rechtzeitig erkennen

6.7 Mitarbeiter fordern und fördern

6.8 Mitarbeitergespräche führen

6.9 Die Mitarbeiter wertschätzen

6.10 Veränderungen verstehen

6.11 Auch an die kleinen Dinge denken

6.12 Erkenntnisse und Umsetzung

Delegieren wollen und können

7.1 Vorteile des wirksamen Delegierens

7.2 Erfolgreich delegieren

7.3 Fehler erlauben

7.4 Auch Mitarbeiter können delegieren

7.5 Erkenntnisse und Umsetzung

Die eigene Person

8.1 An sich selber denken

8.2 Persönliche Entwicklung

8.3 Immer genügend Energie

8.4 Positiv in den Tag starten

8.5 Das Gefühl von Leichtigkeit

8.6 Zeitmanagement – wo geht Arbeitszeit verloren?

8.7 Umgang mit Druck

8.8 Auf die Work-Life-Balance achten

8.9 Erkenntnisse und Umsetzung

Eine Vertrauenskultur schaffen

9.1 Vertrauen muss sich entwickeln

9.2 Kontrolle als Vertrauenskiller?

9.3 Selbstvertrauen aufbauen

9.4 Erkenntnisse und Umsetzung

Alles ist Kommunikation

10.1 Sender und Empfänger

10.2 Mangelhafte Kommunikation

10.3 Beabsichtigte und unbewusste Botschaften

10.4 Erfolgreiche Kommunikation

10.5 Die Körpersprache, unsere stumme Sprache

10.6 Zuhören muss man üben

10.7 Aktives Zuhören

10.8 Feedback geben und annehmen

10.9 Todsünden der Kommunikation

10.10 Erkenntnisse und Umsetzung

Meine Prinzipien und Erwartungen

11.1 Meine persönlichen Führungsprinzipien

11.2 Meine Erwartungen an die Mitarbeiter

11.3 Erkenntnisse und Umsetzung

Der Mensch in der Welt der Arbeit 4.0

Mut zur Umsetzung

Danksagung

Über den Autor

Genderhinweis:

Aus Gründen der besseren und einfacheren Lesbarkeit wird ausschließlich die männliche Sprachform für Personen und Berufsbezeichnungen verwendet. Sämtliche Personen- und Berufsbezeichnungen gelten für beide Geschlechter.

Vorwort

«Der Mensch ist gut beraten, sich mit Situationen auseinanderzusetzen, die irgendwann eintreten könnten.»

Urs Siegenthaler (ehemaliger Schweizer Fussballspieler)

Ich gratuliere dir ganz herzlich zum Kauf dieses Buches. Dabei geht es mir nicht um den Kauf im eigentlichen Sinne. Du hast dich mit dieser Investition bereit erklärt, dich mit dem Thema Führung und dir selbst zu befassen. Du bist bereit, dein Verhalten, deine Einstellung, dein Wirken und deine Leistungen als neue oder zukünftige Führungsperson zu reflektieren. Du hast damit einen großen Schritt getan: wohl im Bewusstsein, dass damit einiges an Arbeit auf dich zukommt. Du bist aber bereit, dich mit den Erkenntnissen dieses Buches auseinanderzusetzen. Nochmals herzliche Gratulation!

Ich rede dich in diesem Buch mit Du an. Zum einen war ich in den letzten drei Arbeitsstellen in ausgesprochenen Duz-Kulturen unterwegs, zum anderen bin ich davon überzeugt, dass ich dir meine Themen und Erfahrungen so besser nahebringen kann. Ich danke dir an dieser Stelle für deine Offenheit und deine Veränderungsbereitschaft sowie dein entgegengebrachtes Vertrauen. Gerade Letzteres ist ein Thema, das ich auf den nächsten Seiten noch einige Male ansprechen werde: Vertrauen ist eines der zentralen Elemente in der Führung.

Als Vorgesetzter habe ich im Laufe der Jahre viele Führungshandbücher gelesen. Die Inhalte solcher Werke decken sich sehr oft. Du findest darin viele Aussagen zur Lehre der allgemeinen Führungsarbeit. Sie vermitteln erforschtes Wissen und repräsentative Statistiken. Ich konnte daraus wertvolle Erkenntnisse für meine eigene Führungsarbeit ableiten. Am Ende liegt die Schwierigkeit jedoch immer im Transfer von der Theorie in die Praxis.

Und genau hier setzt mein Buch an: Ich werde keine wissenschaftlichen Theorien vermitteln, sondern mein über die Jahre erlangtes Wissen und meine Erfahrungen, die guten und die weniger guten, weitergeben.

Mein Buch soll dir helfen, möglichst schnell und einfach deinen eigenen Weg zu finden. Denn eines ist klar: Du stehst als Führungsperson in der Verantwortung. In der Verantwortung gegenüber deinem Vorgesetzten und in der Verantwortung gegenüber deinen Mitarbeitern. In dieser Sandwich-Position musst du dich selbstständig, sicher, authentisch und zukunftsorientiert bewegen können. Es gibt für dich somit noch einiges zu tun: heute, morgen und in den kommenden Jahren. Man lernt nie aus! Das gilt auch für mich. Wir müssen uns stetig weiterentwickeln, persönlich und fachlich. Ich wünsche dir auf diesem spannenden Weg alles Gute und viel Erfolg!

Und zu guter Letzt noch dies: Von der Fachperson zur Führungsperson widerspiegelt meine persönlichen Führungserfahrungen der letzten 30 Jahre und legt meine Sichtweise und Meinung zum Thema Führung dar. Ich erhebe dabei keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit oder Vollständigkeit. Ich möchte vor allem, dass dich dieses Buch zum Nachdenken anregt, um mehr über dich selbst und deine Führungsarbeit herauszufinden. Ich wünsche dir gutes Gelingen!

Einleitung

«Neue Herausforderungen sind wunderbare Gelegenheiten, Neues über sich selbst zu erfahren.»

Ernst Ferstl (österreichischer Schriftsteller)

In den meisten Unternehmen werden freie Kaderstellen zuerst intern ausgeschrieben. Man versucht, einen Mitarbeiter aus den eigenen Reihen auszuwählen, der den Betrieb bereits kennt und in die Arbeitsprozesse eingearbeitet ist. Die Vorgesetzten haben im Allgemeinen die Aufgabe, ihre Mitarbeiter nicht nur zu fordern, sondern sie auch zu fördern. Man sucht deshalb nach geeigneten Mitarbeitern mit dem entsprechenden Entwicklungspotenzial. Entweder melden sich diese Mitarbeiter von sich aus für die neue Aufgabe, oder sie werden von den Vorgesetzten darauf angesprochen. Es gilt, eine offene Stelle möglichst schnell mit einem geeigneten Kandidaten zu besetzen.

Nun ist es so, dass eine gute Fachperson nicht automatisch eine gute Führungsperson ist. Mit der Zusage für die neue Funktion und dem Beförderungsschreiben ist es leider nicht getan. Und vielleicht ist der aktuelle oder neue Vorgesetzte auch nicht das ideale Vorbild als Führungsperson. Es ist eine neue Rolle, in die man hineinwachsen muss. Am Freitag war man noch der Arbeitskollege. Am Montag ist man der Chef des Teams. Dieser Wechsel ist anspruchsvoll und nicht zu unterschätzen. Wer sich bewusst ist, dass sich nicht nur das Arbeitsgebiet, sondern auch die Beziehungsebene ändert, startet mit den besten Voraussetzungen.

Du kannst aber beruhigt sein: Weil die Vorgesetzten und die Arbeitskollegen dich kennen, bringen sie dir viel Wohlwollen entgegen. Die meisten Personen in deinem Arbeitsumfeld freuen sich mit dir. Es gibt aber auch Neider. Sie werden dich beim Einstieg nicht besonders engagiert unterstützen. Mit ihnen musst du jedoch genauso klarkommen wie mit deinen Unterstützern.

Solltest du die Gelegenheit bekommen, in einer neuen Firma oder in einer anderen Abteilung den Schritt in die Führungsfunktion zu machen, sind die ersten 100 Tage etwas anspruchsvoller, denn du hast es zusätzlich mit einer neuen Arbeitsumgebung und mit neuen Arbeitskollegen zu tun. Das hat aber auch Vorteile. Du bist für die Mitarbeiter ein Unbekannter. Der Firmeninhaber oder dein Vorgesetzter hat dich für diese Aufgabe ausgewählt. Du hast das Rennen gemacht und viele Mitbewerber hinter dir gelassen. Auf dieses Startkapital darfst du stolz sein und mit viel Selbstvertrauen die neue Aufgabe übernehmen.

1. Was bedeutet Führung?

1.1 Die einfachste Sache der Welt?

«Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut.»

Laotse (chinesischer Philosoph)

Führen kann jeder: Es ist die einfachste Sache der Welt. Wer diese Einstellung pflegt, wird kaum erfolgreich sein. Wer Führungsarbeit so nebenbei erledigen will oder es auf die leichte Schulter nimmt, wird straucheln. Wenn es um die Fähigkeit geht, Menschen für ein Ziel zu motivieren und sie zum Handeln zu bewegen, reden wir nicht von einer beiläufigen Aufgabe. Die Führungsarbeit zählt zu den meistdiskutierten Themen des Managements. Führungsarbeit ist keine leichte Aufgabe. Führung ist eine Dienstleistung an den Mitarbeitern. Es gibt dazu viele Theorien und verschiedene Managementansätze. Wer sich seiner Verantwortung bewusst ist, findet seinen Weg.

1.2 Mein Verständnis von Führung

Bevor ich weiter in die Details einsteige, ist es mir ein Anliegen, mein persönliches Verständnis von Führung zu vermitteln. Darauf bauen all meine Erfahrungen und Aussagen auf. Es ist meine Sichtweise und mein Weg, mit meinen Mitarbeitern die gesteckten Ziele gemeinsam zu erreichen.

«Führung ist die Kunst, Menschen so anzuleiten, dass sie als eigenständige Personen die geforderte Leistung erbringen und sich individuell weiterentwickeln.»

Ich spreche die Kunst zu führen, die Menschen, das Verhalten, die Leistung und die Weiterentwicklung in einem einzigen Satz an. Unter Kunst zu führen verstehe ich die Fertigkeit einer Person für eine wirkungsvolle Führungsarbeit. Ohne Menschen braucht es keine Führung. Das muss jedem klar sein. Menschen stehen im Mittelpunkt unserer Führungsarbeit. Es geht aber auch um Leistung. Wo Aufwand entsteht, muss sich auch ein Ertrag einstellen. Unternehmen müssen finanziell erfolgreich sein. Um diese Leistung zu erbringen, braucht es ein entsprechendes Verhalten in Form von eigenständiger Arbeit. Und am Ende dürfen weder wir noch unsere Mitarbeiter stehen bleiben. Stillstand bedeutet Rückschritt. Wir müssen dranbleiben und uns weiterentwickeln. Das vielzitierte Konzept des lebenslangen Lernens soll Menschen befähigen, sich während ihrer gesamten Lebensspanne weiterzuentwickeln.

Du kannst deine verantwortungsvolle Aufgabe als Führungsperson in diesem einen Satz erkennen. Du kannst ihn für dich verwenden oder dein Verständnis von Führung in einem eigenen Satz festhalten. Es sollte dir aber immer bewusst sein, worum es bei der Führung geht, sodass sie dich an jedem Arbeitstag zu Bestleistungen anspornt.

1.3 Was nehme ich mit und was mache ich damit?

Beim Lesen eines Artikels oder eines Buches gibt es immer wieder Abschnitte oder Aussagen, die man sich gerne merken möchte. Das geht auch mir so. Gerne würde ich alles Gelesene für eine spätere Verwendung in meinem Kopf abspeichern. Leider gehöre ich nicht zu den Menschen, die sich alles Gelesene merken können. Ich muss mir wichtige Erkenntnisse notieren und so verarbeiten, dass sie in Erinnerung bleiben oder ich sie zu einem späteren Zeitpunkt nochmals nachlesen und damit mein Gedächtnis auffrischen kann.

Bereits Albert Einstein sagte: «Wissen heißt wissen, wo es geschrieben steht.» Ich habe mir sowohl ein gutes physisches als auch ein elektronisches Ablagesystem eingerichtet und weiß, wo alle meine wertvollen Notizen zu finden sind. Das hilft mir bei der Umsetzung neuer Aufgaben und bei meiner persönlichen Weiterentwicklung.

Ich habe deshalb in diesem Buch nach jedem Kapitel eine Seite für Notizen frei gelassen. Diese Seiten tragen den Titel Erkenntnisse und Umsetzung. Sie erlauben dir, kurz nachzudenken und zu reflektieren. Selbstreflexion ist generell wichtig, um in Zukunft bewusster zu handeln und einfacher Entscheidungen zu fällen. Wir lernen dabei auch unsere Stärken besser kennen und können sie besser einsetzen. Aber ebenso lernen wir unsere Schwächen oder Mankos besser kennen und können an ihnen arbeiten.

Ich habe einen einfachen Tipp für dich: Versuche es einfach. Wenn du das Buch zu Ende gelesen hast, zeigen dir deine Notizen die persönliche Essenz daraus. Sie werden dir bei der Führungsarbeit behilflich sein und Mut geben, denn es sind deine Worte und deine Absichten für zukünftige Arbeiten. Vertraue darauf, dass du das Richtige tust. Ich wünsche dir schon heute viel Erfolg!

1.4 Erkenntnisse und Umsetzung

Was nehme ich mit?

Was mache ich damit?

2. Die Grundsäulen erfolgreicher Führung

Erfolgreich führen heißt, einen ausgewogenen Mittelweg zwischen Mitarbeiterorientierung, Leistungsorientierung und Selbstorientierung zu finden. Das sind die drei Grundsäulen einer erfolgreichen Führung. Sie sind stark, gefestigt und halten Widerstände aus. Es sind die Grundsäulen, die für ein gewünschtes Endergebnis bestimmend sind.

2.1 Unternehmerische Belange kennen