Wahnsinnig vor Verlangen - Hermann Frankhauser - E-Book

Wahnsinnig vor Verlangen E-Book

Hermann Frankhauser

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Beschreibung

Als Snezana einem Mann in der Fußgängerzone die Geldbörse klauen will, wird das von einem aufmerksamen Ehepaar verhindert. Aber Snezana ist nicht wütend. Im Gegenteil: Sie verspürt eine seltsame Anziehung, die von dem Paar ausgeht. Was die junge Frau nicht ahnt: Sie ist Dämonen begegnet und nun in deren Bann gefangen. Schon bald wird ihr von diesen "Wesen" ein Keuschheitsgürtel angelegt, was Snezana unglaublich erregt. Denn nun ist sie Gefangene ihrer eigenen Lust. Sie wird fast Wahnsinnig vor Verlangen und mutiert zur willigen "Sklavin der Dämonen".

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Seitenzahl: 111

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Wahnsinnig vor Verlangen

Keine ChanceDas erste AngebotDer SpiegelDie EnttarnungDas zweite AngebotDie EntscheidungMit anderen AugenFlugschweineAusflugReise in die VergangenheitFehlstartZweiter VersuchImpressum

Keine Chance

Es gab nur einen Gedanken, der Snezana völlig beherrschte. Sie brauchte das Geld für ihren Stoff. Wie war egal. Aber schnell mußte es gehen, da sie bereits die ersten Entzugserscheinungen spürte. Gehetzt schaute sie sich in der Einkaufspassage um. Dort, am Zeitungskiosk, da steckte gerade ein Mann seine Geldbörse in die Jackentasche. Sie versuchte sich unauffällig zu nähern, was gar nicht so einfach war, da die Sucht sie bereits anfing zu zeichnen. Sie war einmal schön gewesen, aber nachdem sie durch Neugier und Leichtsinn auf diese abschüssige Bahn geraten war, zehrte ihr Körper mehr und mehr aus. Es würde wohl nicht mehr lange dauern, bis sie gesundheitlich die Schwelle überschritt, von der es kein Zurück mehr gab. Da aber inzwischen ihr ganzes Dasein von der Sucht beherrscht wurde, war ihr das gleichgültig. Jetzt stand sie neben dem Mann mit der Geldbörse und streckte ihre Hand aus. Sie fühlte bereits die Börse in ihren Fingern, als ihr Handgelenk von starken Fingern umschlossen wurde. Hastig versuchte sie, ihre Hand zurückzuziehen. Die Geldbörse ließ sie dabei notgedrungen in der Jackentasche. Sie versuchte sich loszureißen, was ihr aber nicht gelang. Die Hand des Mannes umschloß ihre eigene wie ein Schraubstock. Ihr Zerren schien er kaum zur Kenntnis zu nehmen. Entweder mußte er bärenstark sein oder sie war bereits soweit geschwächt. Jedenfalls hatte sie nicht die Spur einer Chance, sich loszureißen.

Sie überlegte, ob sie laut schreien sollte. Bisher hatte sie die Erfahrung gemacht, daß es den meisten Leuten dann eher unangenehm war, sich weiterhin mit ihr zu beschäftigen, wenn sie damit die Aufmerksamkeit anderer Passanten auf sich zogen. Als sie hierfür Luft holte, verstärkte sich der Druck um ihr Handgelenk schmerzhaft und trieb ihr die Tränen in die Augen. „Es wäre keine gute Idee, jetzt Theater zu machen“, sagte ihr der Mann mit tiefer Stimme. Diese Stimme – die Assoziation „Grabesstimme“ schoß ihr durch den Kopf – ließ sie erstarren. Sie wußte nicht warum, aber irgendwie löste das Timbre der Stimme bei ihr Angst aus. Erschreckt schaute sie den Mann genauer an. Er war sehr groß und wirkte hager. Und er hatte eine Ausstrahlung, die sie nicht verstand. Irgendwie fremdartig. Obwohl sie nichts nennen konnte, was das begründen würde. Eine Frau – ebenfalls groß und hager – näherte sich den beiden. „Na, ist dir wieder mal eine Streunerin zugelaufen?“ Ihre Stimme war viel heller, fast glockenklar. Aber auch sie hatte eine Ausstrahlung, die Snezana erschreckte. „Da scheine ich wohl eine magische Anziehungskraft zu haben“, antwortete er, diesmal ohne das angsteinflößende Timbre in seiner Stimme. Bei dem Wort „magisch“ lächelte er auf eine verwirrende Weise. Und auch die Frau schien dabei über einen Insider-Witz zu lächeln.

Dann schaute der Mann Snezana tief in die Augen. Dieser Blick hatte etwas hypnotisches, dem sie sich nicht entziehen konnte. Sie hatte das Gefühl, in seinen Augen zu ertrinken. Plötzlich waren alle ihre Gedanken ausgeschaltet und sie starrte nur noch gebannt in diese Augen. Aus der Ferne drangen Fragen in ihr Bewußtsein. Und sie bekam auch mit, wie sie sie in Trance beantwortete. War sie drogensüchtig? Natürlich. Welche Droge? Heroin. Seit wann? Seit ungefähr fünf Jahren. Gab es Freunde oder Verwandte, die sich um sie kümmern könnten? Bei dieser Frage spürte sie einen Stich im Innern. Ihre Freunde und Verwandten hatten sich schon lange von ihr abgewandt. Und man konnte es ihnen nicht einmal verübeln. Wer sich nicht von sich aus abwandte, den hatte sie vergrault. Die nächste Frage drang stärker in ihr Bewußtsein. Und sie konnte sie auch nicht ohne nachzudenken beantworten. „Willst du von der Droge loskommen?“ Natürlich wollte sie das. Aber sie konnte es nicht. Aber das hatte er ja auch nicht gefragt. „Ja, das will ich“, antwortete sie. „Aber ich schaffe es nicht.“ Sie wunderte sich etwas, warum sie so bereitwillig antwortete. Aber mehr als ein leichtes Verwundern brachte sie nicht zustande. Die nächste Frage war wieder leicht und ohne nachzudenken zu beantworten. Hatte sie ihren Ausweis noch? Ja, den brauchte sie bei gelegentlichen Polizeikontrollen, um nicht mit aufs Revier zu müssen. „Hast du irgendwelche Habseligkeiten, die dir wichtig sind?“ Wieder mußte sie sich anstrengen, um die Frage zu beantworten. In ihrem Rucksack, der sich in einer Ecke der Einkaufspassage befand, war ein kleiner Stoff-Teddybär, der in der letzten Zeit ihre einzige „Bezugsperson“ gewesen war. Und natürlich ihr Spritzbesteck. „Den Stoff-Teddy nehmen wir mit. Der Rest kommt in den Müll“, war die Antwort. In einem entfernten Winkel ihres Verstandes regte sich Widerstand. Aber der verblaßte schnell wieder.

Sie gingen zu ihrem Rucksack, holten den Stoff-Teddy heraus und warfen den Rest angewidert und mit spitzen Fingern in die nächste Mülltonne. Snezana hatte noch immer die Hand des Mannes an ihrem Handgelenk und trottete ohne nachzudenken mit. Sie mußten ein seltsames Bild abgegeben haben. Denn ein Mann von dem privaten Wachdienst dieser Einkaufspassage kam auf sie zu und fragte, ob alles in Ordnung sei. Die Frau antwortete, alles wäre in bester Ordnung und der Wachmann entfernte sich in dem Bewußtsein, gute Arbeit geleistet zu haben. Die Frau grinste ihren Mann an und sagte halblaut etwas von schlichten Gemütern. Sie erreichten ein Parkhaus und stiegen in einen großen Wagen. Snezana nahm im Fond platz und preßte ihren Teddy an sich. Die Frau schnallte sie an und sie fuhren los. Die Fahrt bekam Snezana nicht mit, aber ihre Sucht drängte sich langsam wieder in ihr Bewußtsein. Und sie begann aufgrund der Entzugserscheinungen zu zittern. Schließlich kamen sie auf einem großen Grundstück an und betraten ein Haus. Snezana wurde in ein einfaches Zimmer mit Bett geführt und der Mann trat noch einmal an sie heran. Er schaute ihr wieder tief in die Augen und die gesamte Welt um sie herum verblaßte. Entfernt spürte sie ihre Sucht nagen, aber das Gefühl war nicht stärker, als sie während ihrer Rauschzustände den Hunger empfunden hatte. Sie verlor jedes Gefühl für Zeit und Raum. Und sie erlebte wie aus einer Außenperspektive mit, daß sie gelegentlich zuessen und zutrinken erhielt und auch sonstigen Bedürfnissen nachkam. Aber es war ihr, als beobachte sie sich dabei nur teilnahmslos.

Nach einer Zeit, die sie nicht einschätzen konnte, wachte sie schließlich aus ihrem Dämmerzustand auf. Sie hatte Hunger und Durst, spürte aber zu ihrem Erstaunen kein Verlangen mehr nach ihrer Droge. Allmählich erinnerte sie sich wieder an die Begegnung in der Einkaufspassage. Ihr Teddy lag neben dem Kopfkissen. Und sie hatte ein schlichtes Nachthemd an, das ihren ausgemergelten Körper umhüllte. Verwirrt stand sie von ihrem Bett auf und fragte sich, ob sie träumte oder ob das real war. Was war mit ihr geschehen? Hatte sie einen Entzug hinter sich? Und warum konnte sie sich an alles nur so schemenhaft erinnern? Sie versuchte, die Tür ihres schlichten Zimmers zu öffnen und war erstaunt, als es ihr auch gelang. Ihr Zimmer führte in den Flur eines offenbar großen Hauses. Während sie unschlüssig im Flur stand, kam die große Frau, die sie bereits in der Einkaufspassage kennengelernt hatte, auf sie zu. „Na, Snezana, bist du langsam wieder zurück unter den Lebenden?“, fragte sie freundlich, während sie auf Snezana herabschaute. „Woher wissen Sie meinen Namen?“, war Snezanas etwas dümmliche Frage. „Der stand auf deinem Ausweis, Kleines. Komm, wir suchen dir erst mal etwas zum Anziehen aus.“ Snezana schaute sie verwirrt an. „Wo bin ich hier eigentlich? Und was mache ich hier?“ „Du bist in unserem Haus. Und wir haben dir deinen Wunsch erfüllt, dich aus den Klauen des Heroins zu befreien.“ Ein mattes „Danke“ kam von Snezanas Lippen. Sie war erkennbar verwirrt. Natürlich war sie froh, von ihrer Sucht befreit worden zu sein. Aber einerseits kam das alles so plötzlich und andererseits wußte sie auch nicht, wie es jetzt mit ihr weitergehen sollte. Durch ihre Sucht hatte sie noch vor dem Abitur die Schule geschmissen und stand jetzt mit 22 Jahren ohne Ausbildung und Job ziemlich einsam in der Landschaft.

„Komm, wir ziehen dir erst einmal etwas vernünftiges an“, wurde sie aus ihren Gedanken gerissen. Sie folgte der Frau in ein anderes Zimmer, das deutlich geschmackvoller eingerichtet war als das karge, in dem sie offenbar ihren Entzug durchlebt hatte. Die Frau öffnete einen Kleiderschrank, in dem einige Kleider, Röcke, Blusen und sonstige Bekleidungsstücke in Snezanas Größe hingen. Genaugenommen waren sie ihr etwas zu groß, weil sie eigentlich nur noch aus Haut und Knochen bestand. „Ich habe für dich einige Kleidungsstücke angeschafft, die dir sicher gut stehen, wenn du wieder etwas bei Kräften bist.“ Snezanas Verwirrung nahm kein Ende. Sollte sie hier wieder „aufgepäppelt“ werden? Nicht, daß sie etwas anderes vorgehabt hätte. Aber wie sollte sie sich dafür erkenntlich zeigen? Daß sie kein Geld hatte, dürfte ihren „Gönnern“ schon aufgefallen sein. Was sie wohl von ihr erwarten würden? Sie wollte nicht undankbar sein, aber irgendwie hatte sie ein komisches Gefühl im Magen. „Entschuldigung“, begann sie unsicher, „aber ich kann mir das alles nicht leisten.“ „Das macht nichts. Such dir erst einmal etwas zum Anziehen aus. Danach unterhalten wir uns in aller Ruhe darüber, wie es hier mit dir weitergehen kann.“

Das erste Angebot

Snezana suchte sich ein Kleid aus und ging mit der großen Frau, deren Namen sie noch immer nicht wußte, erst mal in die Küche des großen Hauses. Ihr wurde wieder bewußt, daß sie großen Hunger und auch viel Durst hatte. Auf dem Küchentisch stand noch das Frühstück – frische Brötchen, Marmelade, Wurst und Kaffee – und ein Gedeck. „Mein Mann und ich haben schon gefrühstückt“, erklärte die Frau und setzte sich Snezana gegenüber, die an dem Gedeck platz nahm und sich ein Brötchen schmierte. „Zunächst einmal sollte ich mich wohl vorstellen“, begann die Frau, während Snezana in ihr Brötchen biß. „Ich bin Sexana – Sexana Penta. Du kannst mich einfach Sexana nennen. Wie du dir schon gedacht haben wirst, wohne ich hier mit meinem Mann Herrmann in diesem Haus. Eigentlich heißt er nicht Herrmann, aber sein Name ist etwas ungewöhnlich, bleiben wir also erst einmal bei Herrmann.“ Sie machte eine Pause und holte sich doch noch eine Tasse aus dem Küchenschrank und goß sich einen Kaffee ein. Snezana frühstückte weiter und war gespannt, wann das Gespräch auf ihre Zukunft kommen würde. Ob der Mann nun Herrmann, Hubertus oder Rumpelstilz hieß, war ihr eigentlich egal. Sie wollte allerdings nicht unhöflich sein und die Frau drängen. Das war das mindeste, was sie tun konnte, um sich für die Hilfe der beiden zu bedanken. Ein Schmunzeln huschte über das Gesicht von Sexana und Snezana hatte einen Moment das Gefühl, sie hätte ihre Gedanken gelesen. Aber das war natürlich Unsinn, wie sie sich sagte.

„Wir leben hier alleine in diesem großen Haus und könnten etwas Hilfe im Haushalt gebrauchen, zumal wir häufiger auswärts zutun haben. Versteh’ mich nicht falsch. Ich fordere nicht von dir, daß du die Zeit deines Entzugs hier abarbeitest. Betrachte das als Geschenk. Genau wie das Kleid, das du anhast. Aber wenn du gerne bleiben möchtest, könntest du es als unsere Haushaltshilfe tun.“ Snezana dachte nach. Im Moment war ihr Sexana nicht mehr so unheimlich, wie bei ihrer ersten Begegnung. Aber sie und ihr Mann hatten irgend etwas merkwürdiges an sich. Andererseits gab es für Snezana eigentlich keinen Ort, an den sie hätte gehen können. Und wenn sie jetzt obdachlos zurück in die Stadt käme, in der die beiden sie aufgelesen hatten, hinge sie wohl bald wieder an der Nadel. Haushaltshilfe war zwar nicht gerade ihr Traumberuf, aber die große Auswahl hatte sie ja wirklich nicht. Sie nickte. „Ich bin einverstanden. Was habe ich denn alles zutun?“ Und nach einer kleinen Pause und einem Biß ins Brötchen fügte sie halblaut hinzu: „Bekomme ich eigentlich Geld?“ Sie hätte auch ohne Bezahlung nicht wirklich eine Wahl, aber wenn sie etwas Geld ansparen könnte, gäbe es zumindest eine Aussicht, irgendwann einmal etwas anderes als Haushaltshilfe zu sein. „Du bekommst von uns monatlich € 1000 brutto, sowie kostenlos ein Zimmer und Verpflegung.“ Das hörte sich in Anbetracht ihrer Situation nicht schlecht an. Sexana klärte sie auch noch über ihre Pflichten auf. Es war nichts ungewöhnliches dabei und die Arbeit hielt sich auch in Grenzen.

Nach dem Frühstück machte Sexana mit Snezana einen Rundgang durch das Haus und zeigte ihr die Zimmer. Snezanas Zimmer würde das sein, in dem sie sich vorhin ihr Kleid ausgesucht hatte. Nicht besonders groß aber gemütlich eingerichtet. Schließlich kamen sie an einem Zimmer vorbei, bei dem Sexana stehen blieb und ein wichtiges Gesicht machte. „Es gibt in dem ganzen Haus nur ein Zimmer, in dem du nichts – ich wiederhole, NICHTS – verloren hast. Nämlich dieses hier.“ Sie schaute Snezana eindringlich an. „Mir ist natürlich klar, daß ich damit deine Neugier erstrecht geweckt habe. Deshalb werden wir jetzt auch kurz in das Zimmer schauen. So weißt du, was darin ist und bist – hoffentlich – nicht mehr neugierig.“ Sexana öffnete die Tür und sie traten ein. Das Zimmer sah ganz gewöhnlich aus. Es war zwar geschmackvoll eingerichtet, mit zwei Kommoden, einem runden Tisch und zwei Stühlen und einem Bild an der Wand, daß offenbar Sexana zeigte. Es war allerdings nicht zu erkennen, warum sie dieses Zimmer zukünftig nicht mehr betreten sollte. Zwei Besonderheiten fielen Snezana noch auf. Das Zimmer hatte keine Fenster und an einer Außenwand war ein großer Wandspiegel angebracht, der einen seltsam verzierten Rahmen hatte. „Schau dich in aller Ruhe um“, sagte Sexana, „denn später wirst du dieses Zimmer nie mehr betreten.“ Nachdem sie ein weiteres Mal ihren Blick schweifen gelassen hatte, verließ Snezana das Zimmer und Sexana zog die Tür zu. „Hast du noch irgendwelche Fragen?“ Natürlich wollte Snezana wissen, warum sie das Zimmer nicht betreten durfte. Aber das wollte ihr Sexana offenbar nicht sagen. Also schüttelte sie den Kopf. Nein, sie hatte keine weiteren Fragen. Zumindest keine, auf die sie eine Antwort bekommen hätte.