Weiß-blaue Schatzkästlein - Richard Deiß - E-Book

Weiß-blaue Schatzkästlein E-Book

Richard Deiss

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Beschreibung

Das Taschenbüchlein skizziert Eindrücke von mehr als 100 Städten in Bayern, welche der Autor bereits besucht hat. Für jeden Regierungsbezirk werden die zehn beeindruckendsten Städte besonders herausgestellt. Für alle, die sich auch für kleinere Städte abseits der Metropolen interessieren. Das Buch ist das sechste in einer Reihe zu deutschen Städten.

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Adresse des Autors:

Machnower Str. 65

D-14165 Berlin

E-Mail: [email protected]

Anregungen und Verbesserungsvorschläge sind willkommen und werden in der nächsten Ausgabe berücksichtigt.

Inhalt

Vorwort

Bayern

Unterfranken

Mittelfranken

Oberfranken

Oberpfalz

Niederbayern

Oberbayern

Schwaben

Anhang

Vorwort

In Deutschland habe ich bisher bereits mehr als 1000 Städte besucht. Entsprechende Listen und kurze Berichte der 250 wichtigsten der besuchten Städte publizierte ich im Frühjahr dieses Jahres unter dem Titel `Weg ist das Ziel´. In dem kleinen Taschenbuch blieb nicht genug Platz, bei den besuchten Städten noch mehr ins Detail zu gehen. Für Süddeutschland, das heißt Bayern und Baden-Württemberg publizierte ich deshalb den Band `Butterseelenallein´ mit 222 beschriebenen Städten. Später stellte ich die Regionalbände auf 100 Städte pro Band um (6 Großregionen in Deutschland). Bayern allein ist jedoch ein so großes Bundesland mit über 300 Städten, dass sich ein eigener Band anbot. Mit dem vorliegenden Büchlein liegt der Bayernteil von `Butterseelenallein´ als eigener Band vor.

Es sind die gleichen bayerischen Städte beschrieben. Als Neuerung ist jedoch eine handgezeichnete Karte pro Regierungsbezirk eingefügt worden und die Zahl der Fotos hat sich deutlich erhöht.

Beim vorliegenden Buch handelt es sich um keinen Reiseführer, sondern um Impressionen, angereichert mit Wissenswertem zu den besuchten Städten.

Ich hoffe, Leser finden dennoch manches, was eine Lektüre lohnt. In Zukunft werde ich wohl ab und zu weitere Städte in Bayern besuchen oder Neues in bereits besuchten Städten entdecken. Das Büchlein soll deshalb immer wieder neu aufgelegt und erweitert werden, auch um zusätzliche Fotos.

Berlin im August 2021

Richard Deiß

Bayern

Bayern ist das Bundesland mit der größten Zahl an sehenswerten Städten. Das liegt an der Größe und Vielfalt des Bundeslandes und an der Tatsache, dass sich in Teilen des Landes (Ostbayern) die Kriegszerstörungen in Grenzen hielten. Die Innenstädte größerer Städte wurden zudem in historischen Grund- und Aufrissen wiederaufgebaut. Vor allem in Westbayern gibt es zudem viele ehemalige Freie Reichstädte. Ein Besuch bayerischer Städte lohnt sich auch aufgrund der Vielzahl von Schlössern und Burgen, Kunstmuseen, und Opernhäusern. Allein in Oberfranken gibt es vier Opernhäuser. Sieben Jahre habe ich in München gelebt (1 Jahr in Germering und wenige Monate in Freising), und die Stadt danach auch schon mehr als 20x besucht. Zu den Städten, welche mich am meisten beeindruckten gehören München und Nürnberg, Regensburg, und überraschenderweise Fürth, in Teilgebieten auch Würzburg und Bamberg. Kleinere Städte, welche mich flashten sind Lindau (meine Lieblings-Kleinstadt), Füssen, Wasserburg am Inn, Ansbach, Rothenburg ob der Tauber, Neuburg an der Donau und Passau, sowie Garmisch-Partenkirchen (funktional eine Stadt jedoch ohne Stadtstatus).

Regierungsbezirk

Städte

insg.

besucht (%)

Top 100 Bayern

zusätzl. im Buch

Unterfranken

45

23 (51%)

15

6

Mittelfranken

45

22 (49%)

15

5

Oberfranken

51

19 (37%)

11

3

Oberpfalz

48

19 (40%)

12

3

Niederbayern

30

18 (60%)

11

3

Oberbayern

50

39 (78%)

19

1

Schwaben

44

33 (75%)

17

4

Bayern

313

173(55%)

100

25

1. Unterfranken

Unterfranken wird so stark vom Main geprägt, dass man es gelegentlich auch Mainfranken nennt. Alle größeren Städte des Regierungsbezirkes liegen am Main. Durch die zentrale Lage dieses Bezirkes in Deutschland bin ich hier schon vielmals durchgekommen. Vor allem in der Bezirkshauptstadt Würzburg bin ich schon oft umgestiegen. Die zentrale Lage, brachte es allerdings auch mit sich, dass die größeren Städte im Krieg stark zerstört wurden, vor allem Würzburg, einst eine der schönsten deutschen Städte. Die kleineren Städte sind jedoch in ihrer historischen Anmutung erhalten geblieben und hier kann man manches Schmuckstück entdecken, wie Miltenberg, Iphofen oder Haßfurt.

Am häufigsten habe ich Würzburg besucht, bereits mehr als 15x war ich dort, mindestens 3 x war ich in Schweinfurt und Aschaffenburg. Die meisten anderen Orte habe ich erst ein einziges Mal besucht.

Museum Schäfer in Schweinfurt

10 Städte, welche mich am meisten beeindruckten

Würzburg

Würzburg war eine der ersten größeren deutschen Städte, welche ich zu Schulzeiten besucht habe. Ende der siebziger Jahre waren wir hier mit der Klasse in einem so genannten Schullandheim. Als Allgäuer empfand man die Stadt als exotisch, denn hier gab es Weinberge, einen großen Fluss und McDonalds. Was mich damals sehr beeindruckt hat, war die Veste Marienberg mit dem Blick über die Stadt und das Käppele, eine Barockkapelle in den Hügeln. Später las ich, dass Würzburg zu den im Krieg am stärksten zerstörten deutschen Städten gehört. Dass sie dafür überhaupt auf die Landkarte kam, hat sie u.a. Eingemeindungen in den 1930er Jahren zu verdanken, die sie über die 100 000-Einwohner-Schwelle hievten. Die Leitbauten der Altstadt sind jedoch wiederaufgebaut worden. Vom 1950er Jahre-Bahnhof behauptete die Bild-Zeitung einst, er wäre der hässlichste Deutschlands. Zeitweise gab es Pläne, ihn abzureißen und ein Einkaufszentrum mit Gleisanschluss zu bauen. Doch mit recht geringen Mitteln konnte man die 1950er Jahre Eleganz des Bahnhofs in den letzten Jahren auffrischen.

Aschaffenburg

In den 1980er Jahren gab es den running gag der Titanic Redaktion, dass Aschebäsch, also Aschaffenburg ja so toll sein soll, aber der IC hielte dort halt einfach nicht. Später gab es einen IC- (und sogar vereinzelt ICE-) Halt und nun gab es keine Ausrede mehr. Der Schriftsteller Max Goldt beklagte einmal, dass manche Kollegen bei Lesungen an Provinzstädten litten, er jedoch auch in solchen Orten Sehenswertes finden könnte. Als Beispiel nannte er die Sammlung von Korkmodellen antiker Bauten im Schloss Johnannisburg in Aschaffenburg. Als ich einem französischen Kollegen, der einmal in Aschaffenburg gewohnt hatte sagte, dass Aschaffenburg einst auch bayerisches Nizza genannt wurde, meinte er, das wäre gar nicht ganz abwegig, denn es gäbe ja das Schloss, die Mainpromenade und das Pompejanum. Aus Aschaffenburg kommt der Kabarettist Urban Priol. Wenn er in seinem Dialekt redet, glauben die Südbayern einen waschechten Hessen vor sich zu haben und sind dann ganz verblüfft, wenn er sagt, er sei aus Bayern. Tiefer in Bayern werden die Bewohner der Stadt (oder auch die Hessen) auch scherzhaft Aschenbecher genannt. Mit dem bedeutenden Maler Christian Schad ist wiederum ein Südbayer fast ein Aschaffenburger geworden. Er hat länger in der Stadt gelebt, die Stadt verfügt über eine große Sammlung seiner Bilder und im Juni 2019 sollte ein Christian-Schad-Museum in Aschaffenburg eröffnen, welches ich unbedingt besuchen wollte. Doch es gab Probleme mit der Klimaanlage und bis heute wurde das Museum nicht eröffnet.

Schweinfurt

Schweinfurt wird auch Kugellagerstadt genannt (Fichtel& Sachs als einst führendes Unternehmen). Es ist eine Industriestadt mit relativ großer, im Krieg mäßig zerstörter Altstadt. Anfang 2015 besuchte ich hier die Kunsthalle, Veranstaltungsort der Triennale Schweinfurt (Thema `Gott und die Welt´) und die Spitzweg-Sammlung des Georg-Schäfer-Museums. Was mir bei diesem Besuch auffiel, war ein riesiges Denkmal am Marktplatz für eine Person, die ich bis dahin nicht kannte: Friedrich Rückert, in Schweinfurt geborener Dichter, Orientalist und Übersetzer. Später hatte ich eine Kollegin, die weitläufig mit ihm verwandt war und einmal schickte ich ihr dann ein Rückertgedicht.

Friedrich Rückert reimte übrigens zu Schweinfurts Namen:

Kann man eine Stadt erbauen, um den Namen dann ihr zu geben den mit Grauen man nur nennen kann?

Hättest Mainfurt, hättest Weinfurt, weil du führest Wein, heißen können; aber Schweinfurt, Schweinfurt soll es sein!

Marktbreit

Einmal war ich in Marktbreit, einer kleinen Stadt am Main. Dort gibt es den unglaublich pittoresken Malerwinkel, wo ein rot-gelbes Fachwerkhaus mit sehr schmalem Sockel sozusagen halb auf einer Mauer sitzt und ein bisschen in einen Stadtbach hineinragt. Dahinter ist eine überbaute Brücke zu sehen. Doch ich vergaß völlig das Geburtshaus eines berühmten Arztes zu besuchen: sein Name Alois Alzheimer (1864-1915).

Iphofen

Eine überraschend hübsche Kleinstadt ist auch Iphofen. Kommt man hier mit dem Zug an, sieht man das riesige Werk des Baumaterialienherstellers Knauf. Das Familienunternehmen Knauf hat weltweit 35000 Beschäftigte, achtmal mehr als Iphofen Einwohner hat. Knauf trägt finanziell auch zur Erhaltung der Iphofener Altstadt bei, was ihren guten Sanierungszustand teilweise erklärt. Iphofen hat mehrere historische Stadttore, aber keines ist so pittoresk wie das Rödelseer Tor mit seinem spitzen Mittelturm und der Sandstein-Fachwerk-Fassade. Mehrere Minuten brauche ich, bis ich es optimal abgelichtet hatte und nach dem Posten bekam es zahlreiche Likes.

Miltenberg

Einmal kam ich nachts mit dem Zug in Miltenberg an und fand die Stadt in der nächtlichen Beleuchtung sehr ansprechend. Ich dachte an den Reiseschriftsteller Horst Krüger (1919-1999), den ich in meiner Jugend gerne gelesen hatte. Er lebte seit 1967 in Frankfurt und schrieb ganz begeisterte Berichte über Mainfranken. Miltenberg beschreibt er als mittelalterliches Städtchen, wie man es höchstens aus Hollywood-Filmen kennt. Spitzgiebelige, Fachwerkhäuser mit vielen Erkern und Türmchen geschmückt.

Haßfurt

Die unterfränkische Stadt Haßfurt in den Haßbergen hatte für mich nie einen guten Klang. Einmal besuchte ich die Stadt und war überrascht, wie schön sie ist. Vor allem das Alte Rathaus, das Bamberger Tor und die Stadthalle machen was her. Als ich Bilder im Internet unter Hassfurt postete, meldete sich eine Lektorin aus Nürnberg, Haßfurt geschrieben, würde es doch gleich viel besser aussehen.

❖Mellrichstadt

Mellrichstadt ist eine winzige unterfränkische Kleinstadt kurz vor der Landesgrenze zu Thüringen.