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Der dominante Werbär Lucky gilt schon sein Leben lang als mieser Typ. Alle sagen, er sei der Sohn seines Vaters und würde alles tun, um zu bekommen, wen er will. Als Lucky einem Omega-Wolf begegnet, der zum Verkauf steht, weiß er, dass sein Schicksal besiegelt ist. River ist sein Gefährte, seine bessere Hälfte und der Mann, der ihm beibringen wird, was es heißt zu lieben. Lucky wird alles tun, um zu beanspruchen, was ihm gehört. River Forrest weiß, dass sein Leben vorbei ist, als er versehentlich in den üblen Teil der Stadt gerät. Alle haben ihn davor gewarnt, sich von dem gefährlichen Werbären-Clan fernzuhalten, der das Gebiet kontrolliert. River rechnet nicht damit, von einem entschlossenen und herrischen Werbären gerettet zu werden. Eine leidenschaftliche Nacht mit Lucky zeigt River, dass unter Luckys Narben und Tätowierungen noch mehr steckt. Unter all der Rauheit schlägt ein Herz, aber ist River bereit, einem Mann zu vertrauen, den die Welt für böse hält, und ihn zu lieben? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 28.000 Wörter
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Veröffentlichungsjahr: 2025
Der dominante Werbär Lucky gilt schon sein Leben lang als mieser Typ. Alle sagen, er sei der Sohn seines Vaters und würde alles tun, um zu bekommen, wen er will. Als Lucky einem Omega-Wolf begegnet, der zum Verkauf steht, weiß er, dass sein Schicksal besiegelt ist. River ist sein Gefährte, seine bessere Hälfte und der Mann, der ihm beibringen wird, was es heißt zu lieben. Lucky wird alles tun, um zu beanspruchen, was ihm gehört.
River Forrest weiß, dass sein Leben vorbei ist, als er versehentlich in den üblen Teil der Stadt gerät. Alle haben ihn davor gewarnt, sich von dem gefährlichen Werbären-Clan fernzuhalten, der das Gebiet kontrolliert. River rechnet nicht damit, von einem entschlossenen und herrischen Werbären gerettet zu werden.
Eine leidenschaftliche Nacht mit Lucky zeigt River, dass unter Luckys Narben und Tätowierungen noch mehr steckt. Unter all der Rauheit schlägt ein Herz, aber ist River bereit, einem Mann zu vertrauen, den die Welt für böse hält, und ihn zu lieben?
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.
Länge: rund 28.000 Wörter
JANE PERKY
Wenn das Glück zuschlägt
Die Blue Moon-Wölfe 8
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene
ME AND THE MUSE PUBLISHING
www.meandthemuse.com
Copyright © der englischen Originalausgabe „Lucky’s Strike“:
Jane Perky
Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:
Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe
Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2025
Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs
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River Forrest hätte nicht falsch abbiegen sollen. Sein Wagen rollte stetig über eine unbekannte Straße, in ein scheinbar raues Viertel. Graffiti schmückte die Wände. An einigen Gebäuden fehlten Fenster. An jeder Straßenecke tummelten sich Drogendealer und Prostituierte. Mit Menschen hatte River keine Probleme, aber es waren die anderen Monster, die nachts lauerten, die ihm Sorgen bereiteten.
Sein neues Rudel hatte ihn weiß Gott schon oft davor gewarnt, in die Slums zu gehen, den Teil von Blue Moon, der von einem besonders bösartigen Werbären-Clan beherrscht wurde.
Er hatte nie gelernt, auf andere zu hören. River mochte es nicht, sein Leben lang als Omega-Wolf abgestempelt zu werden, aber genau das war er. Von Omegas wurde erwartet, dass sie sich benahmen und auf die ranghöheren Mitglieder ihres Rudels hörten. Scheiß drauf. River war anders. Niemand sagte ihm, was er tun sollte.
Gestaltwandler wurden vom Moment ihrer Geburt oder des Bisses an eingestuft. Ehrlich gesagt war Rivers neues Rudel gar nicht so übel. Nachdem sein Cousin Dane zum Blue Moon-Rudel gewechselt war, hatte er River davon überzeugt, ebenfalls mitzuziehen. Es war eine der besten Entscheidungen seines Lebens. River konnte sich vorstellen, in seiner neuen Stadt und seinem neuen Leben etwas aus sich zu machen. Es war eine einfache Warnung. Halt dich von den Bären fern. Nachdem er einer katastrophalen Beziehung mit einem gewalttätigen Ex entkommen war, der jeden Aspekt seines Lebens kontrollieren wollte, wollte River nicht, dass jemand anderes ihm sein Leben vorschrieb. Ein Monat war vergangen, seit er bei Dane eingezogen war. Dane war mehr als sein Cousin. Nachdem Rivers Eltern und sein Bruder starben, als er achtzehn war, übernahm Dane die Aufgabe, sich um River zu kümmern.
River war dankbar, aber Dane konnte manchmal überfürsorglich sein. Zum Beispiel verbot Dane ihm, während der Paarungszeit die Wohnung zu verlassen. River war, verdammt noch mal, dreiundzwanzig und kein Kind mehr. Also nahm er seine Schlüssel, schlich sich hinaus, während Dane schlief, und schnappte sich sein Auto.
Er hatte genug von Sicherheit und Vorsicht. River wollte etwas erleben. Die ganze Zeit hatte er sich zu Hause verkrochen – abgesehen von der Arbeit im Café tagsüber. River hatte praktisch kein Liebesleben. Er suchte nicht nach Liebe, und eine schnelle Nummer würde ihm genügen.
In das Gebiet der Werbären zu fahren, war ein willkürlicher Akt des Trotzes gewesen. River sah auf sein Handy, begierig darauf, sein GPS einzuschalten und den Weg zurück in sein Viertel zu finden. Blue Moon war keine große Stadt, aber es gab viele kleine Straßen, Kurven und Abzweigungen. Ehrlich gesagt war River noch nie gut darin gewesen, sich zu orientieren.
Zu seiner wachsenden Frustration war der Akku leer und sein Handydisplay erlosch. River knurrte leise und parkte den Wagen am Bordstein der nächstbesten Straße. Er stellte den Motor ab und versuchte, sein Handy neu zu starten. Nichts. Verdammt. Er hätte sein Ladegerät mitnehmen sollen.
River schaute aus dem Fenster. Eine nahegelegene Laterne flackerte und erhellte ein ruhiges Wohnviertel. Als er die Telefonzelle neben der Laterne sah, stieß er einen Seufzer der Erleichterung aus. River stieg aus dem Auto. Die Nachtluft traf auf sein Gesicht und seine Kleidung. Irgendwo in der Ferne, wahrscheinlich aus den Wäldern, die die Stadt umgaben, ertönte ein Heulen.
Ein Schauer lief ihm über den Rücken. Das war kein Wolfsheulen. Die Blue Moon-Wölfe waren auf der anderen Seite des Waldes unterwegs und liefen dort. Er schob die Hände in die Hosentaschen und wünschte sich nicht zum ersten Mal, zu Hause geblieben oder mit dem Rudel zum Laufen aufgebrochen zu sein.
Der Mond stand voll über ihm, und jeder Gestaltwandler wusste, was das bedeutete. Es war Paarungszeit, eine Zeit, in der dominante Wölfe einen unterwürfigen Gefährten suchten und sich nahmen. Ein einsamer Omega, der ohne Beschützer umherwanderte, war ein wandelnder Köder.
„Scheiße“, murmelte er.
River hatte das Gefühl, beobachtet zu werden. Der Wolf in ihm war aufgewühlt. Sich aus diesem Schlamassel zu befreien, war seine oberste Priorität. Nun ja, um ehrlich zu sein, war es noch kein Schlamassel. River war nichts Schlimmes passiert. Vielleicht bildete er sich das alles nur ein.
Was würden Werbären von einem Omega-Wolf wollen?
Sie würden ihn nicht anrühren. Er trug das Blue Moon Wolfsrudel-Tattoo, aber River konnte die schlimmen Geschichten, die er über die Bären gehört hatte, nicht vergessen. Den Werbären war es egal, woher ein Gestaltwandler kam. Jeder konnte ausgebeutet oder, schlimmer noch, als Sexsklave verkauft werden.
Er sah sich noch einmal vorsichtig um. Auf der Straße war niemand. Einige der Fenster in der Nähe waren beleuchtet, wonach sich Leute in der Nähe befanden. Er tat so, als wäre alles normal, schlenderte lässig zur Telefonzelle und sprintete den letzten Meter praktisch.
Sein Instinkt sagte ihm, er solle nicht länger warten. Er nahm den Hörer ab und stellte bestürzt fest, dass das Kabel durchgeschnitten war. Das war wirklich nicht sein Abend. Vielleicht könnte er jemanden nach dem Weg fragen?
Niedergeschlagen verließ River die Telefonzelle und ging zurück zu seinem Auto. Doch er war nicht mehr allein. Wäre er in Wolfsgestalt gewesen, hätte er seine Ohren angelegt und sein Nackenhaar hätte sich aufgestellt. Drei stämmige Männer unterhielten sich auf der Motorhaube seines Wagens und teilten sich einen Joint. Drei Bierflaschen standen ebenfalls auf der Motorhaube. Seine empfindliche Nase roch noch etwas anderes. Weitere Drogen. Er zögerte.
Schon von Weitem spürte er die wilden Raubtiere in diesen Männern. Es waren Werbären, in Leder und Tinte gekleidet. Die drei Augenpaare, die ihn musterten, ließen ihn erstarren. In diesen goldenen Blicken lag keine Freundlichkeit.
Alle seine Muskeln schienen wie verkrampft. Er schluckte. Seine Füße weigerten sich, sich zu bewegen.
Der größte Werbär, der mit dem tätowierten und rasierten Kopf, schnüffelte in der Luft. „Ich rieche eine reife kleine jungfräuliche Omega-Schlampe in der Nähe. Was machst du so weit weg von zu Hause, Wolf?“
„Ich …“, stotterte er. Das konnte er nicht tun. River wusste, dass man angesichts mächtigerer Raubtiere niemals Angst zeigen durfte. Er legte all seinen Mut in seine Stimme. „Das ist mein Auto, und ich will wegfahren. Ich will keine Probleme.“
Der Werbär, der ihn angesprochen hatte und von dem er annahm, dass er der Anführer war, lachte. Die beiden anderen taten es ihm gleich. Das Geräusch ging ihm auf die Nerven. River gefiel nicht, wie offen ihn die drei Männer ansahen.
„Was glaubst du eigentlich, wer du bist? Du bist doch nur eine Zuchtschlampe“, sagte ein anderer Werbär.
„Wir sollten der Schlampe zeigen, wo ihr Platz ist – auf den Knien und um einen Schwanz bettelnd“, kommentierte der andere.
Die Angst hielt ihn in lähmendem Griff.
Danes Worte kamen ihm wieder in den Sinn.
Omegas sind nicht wie andere Wölfe, River. Manche Arschlöcher denken, du bist nur für eine Sache gut. Gib niemals auf. Kämpfe. Zeig ihnen, dass du kein gefügiges Opfer bist, aber kämpfe auch klug.
In dieser Situation schien es das Richtige zu sein, weg zu rennen, um den Tag zu überleben. River drehte sich um und rannte los. Hinter ihm ertönte ein Heulen, aber es klang nach Belustigung, nicht Ärger.
„Der Omega will Fangen spielen. Wer den Scheißer kriegt, kann mit ihm machen, was er will“, sagte einer der Bären.
„Nein. Ein jungfräulicher Omega würde sich gut verkaufen. Wir zeigen ihn Chance, der Alpha soll seinen Wert schätzen“, sagte der Anführer.
Mit bis zum Hals schlagendem Herzen rannte River um sein Leben.
„Hilfe!“ Seine zittrige Stimme hallte durch die leeren Straßen. Natürlich würde ihm niemand zu Hilfe kommen. Dies war das Territorium der Bären, und man musste kein Genie sein, um zu ahnen, dass sie mit Furcht regierten.
River war nie ein guter Läufer gewesen und hatte sich nie sportlich betätigt. Seine Beine drohten, ihn im Stich zu lassen. Sie kamen näher. Bären waren nicht für Geschwindigkeit geschaffen, aber er hatte das Gefühl, dass diese Mistkerle es mochten, mit ihrer Beute zu spielen.
River sank auf die Knie, riss sich die Kleider vom Leib und rief nach seinem Tier. Die Verwandlung geschah leicht. Fell ersetzte seine Haut, Knochen und Organe ordneten sich neu an. Sobald er auf allen vieren stand, rannte er los. Normalerweise hätte er sich über den Wind im Gesicht gefreut, aber nicht heute Nacht. Hinter ihm ertönte ein anhaltendes Knurren, das ihm das ganze Fell auf dem Rücken zu Berge stehen ließ.
Er wusste nicht, wohin er ging. River bog nach links und rechts ab und wäre beinahe in eine kleine Gasse geraten, die in eine Sackgasse führte. Nein. Er musste hier raus. Die Straßen waren zu offen, und die Werbären kannten die Gegend besser als er. Mit der Nase witterte er die saubere Waldluft.
Er hatte sich entschieden und machte sich auf den Weg in den Wald. River war sich nicht sicher, ob das die beste Entscheidung war, aber er wusste, wenn er schnell und weit genug rannte, würde er vielleicht gerade noch die Grenze zum Werwolfgebiet überschreiten. Gott, wenn er es nach Hause schaffte, würde er Dane fest umarmen und sich bei ihm entschuldigen.
Er rannte, so schnell ihn seine vier Beine trugen. Der Duft von Kiefern war nah. River würde es schaffen. Er würde lebend aus seinem Albtraum erwachen und eines Tages mit Dane über seine Dummheit lachen können. Rivers Pfoten berührten nicht mehr Beton und Kies. Der Boden unter ihm wurde zu weicher Erde. Hoffnung keimte in ihm auf.
River konnte die lauten Werbären hinter sich kaum noch hören. Er lief weiter und hielt schließlich inne, um keuchend ein paar Mal tief durchzuatmen. Ein kurzer Blick hinter sich zeigte, dass niemand da war. Konnte er so viel Glück haben?
Rechts von ihm raschelte es im Gebüsch. Er spannte sich an und wollte erneut losrennen, doch die riesige, schattenhafte Gestalt sprang ihn mit unmenschlicher Geschwindigkeit an. Wimmernd ging er zu Boden. Der Werbär ragte mit blitzenden scharfen Reißzähnen über ihm auf, und seine vernarbte Schnauze schnüffelte sofort an seinem Hals.
River hätte beinahe seine Blase entleert.
Weitere Werbären kamen hervor. Er drehte den Kopf und sah drei weitere braune Grizzlys. Sein Herz begann erneut zu rasen. Oh Gott. Er war erledigt.
Moment. Drei? Also, wer war dieser Werbär?
Er wandte seine Aufmerksamkeit wieder seinem Angreifer zu. River konnte es nicht genau sagen, aber irgendetwas an diesem Gestaltwandler war anders. Er brauchte eine Sekunde, bis ihm klar wurde, dass sein Angreifer, obwohl er auf ihm saß, die Krallen eingezogen hatte und ihn weiterhin zu beschnüffeln schien. Ein Blick auf die drei Bären zuvor verriet River, dass diese drei Männer nichts gegen ein wenig Gewalt bei der Jagd hatten, doch dieser hier tat nichts anderes, als sich auf ihn zu setzen. Der Wolf in ihm war weder panisch noch zu Tode erschrocken. Stattdessen war sein Omega-Tier neugierig. Was zum Teufel war hier los?
Einer seiner ursprünglichen Verfolger verwandelte sich.
„Hey, Lucky. Schön, dass du das Miststück gefangen hast, aber er ist unsere Beute. Wir haben ihn gejagt, und er gehört uns“, ertönte die Stimme des Anführers.
River bemerkte die Vorsicht in seiner Stimme und verstand auch, warum. Der Werbär, der auf ihm saß, war größer als die drei und hatte schwarzes statt braunes Fell. Den Narben auf seinem Fell nach zu urteilen, hatte er auch schon einige Kämpfe erlebt.
Lucky. Was für ein seltsamer Name. River war sich sicher, dass Dane ihn schon einmal erwähnt hatte.
Lucky stieß ein Knurren aus. Ein weiterer Werbär verwandelte sich.
„Lucio, wir sollten ihn in Ruhe lassen“, flüsterte der zweite.
„Das werde ich auf keinen Fall tun. Lucky, dein Vater hat dir zwar nie Manieren beigebracht, aber diese Schlampe gehört mir“, behauptete Lucio.
River schauderte bei diesen Worten. Dutzende Szenarien gingen ihm durch den Kopf, jedes schlimmer als das andere. Die Werbären handelten mit Waffen, Drogen und Fleisch. Er kannte all die Horrorgeschichten, und nicht alle waren bloße Spekulation. Die Bären hatten das Blue Moon-Wolfsrudel schon jahrelang geplagt, und sie waren eine Macht, die man ernst nehmen musste. Jede Gruppe hatte sich auf ein unsicheres Bündnis geeinigt, doch dieses Bündnis konnte jeden Moment zerbrechen.
Würde sein neues Rudel einem dummen Omega-Wolf helfen? Dane würde sicherlich eine Rettung organisieren, mit oder ohne das Rudel, sobald er wusste, dass River vermisst wurde. Das würde allerdings noch einige Zeit dauern. Es war Paarungszeit und Dane hatte ein Date. Er erwartete, nach Hause zu kommen und River zu sehen, der noch im Bett lag und Wiederholungen seiner Lieblingsserien ansah. Warum zum Teufel war er von zu Hause weggegangen?
Wieder ertönte ein Brüllen aus den Bäumen, das den Boden unter ihnen beben ließ. Dieses Geräusch hatte Kraft, und River wusste, warum. Er entleerte seine Blase, als weitere Grizzlys aus den Bäumen kamen. Es mussten ein Dutzend sein, und jeder von ihnen war furchterregend und tödlich. Der Anführer war der größte Bär, den River je gesehen hatte. Schwarzes Fell, Narben und ein fehlendes Ohr.
Schwarzes Fell, erinnerte er sich.
Plötzlich wusste er, wer dieser Mann war. Das musste Chance sein, der Alpha des Werbären-Clans. Die Macht, die von dem wütenden Alpha ausging, war unverkennbar. Selbst der Bär, der ihn gefangen hielt, erstarrte. Lucky, erinnerte er sich, war der Name von Chances einzigem Sohn, und Lucky hatte einen ebenso schlechten Ruf wie sein Vater. War River vor drei Monstern davongelaufen und direkt in ein noch schlimmeres hineingerannt?
„Chance, Lucky hat unseren verdammten Omega geklaut“, beschwerte sich Lucio und verstummte, als Chance erneut knurrte. Lucio senkte sofort den Kopf und entblößte dem Alpha seinen Hals – eine unterwürfige Geste.
Chance ging an Lucio vorbei, stieß ihn beiseite und brachte den Werbären zum Stolpern. Der Alpha stellte sich hin und schlug mit einer blitzschnellen Bewegung seiner Krallen gegen Luckys Schnauze. Lucky heulte über ihm auf und fletschte die Zähne. Vater und Sohn starrten sich eine gefühlte Ewigkeit an, und River lag immer noch unter Lucky.
Blut tropfte auf sein Fell, aber es war nicht seins. Warum wollte Lucky ihn unbedingt behalten? Nein, die bessere Frage war: Warum hielt sein Wolf Lucky für das bessere Monster? Seinem Omega-Tier gefiel weder der Gedanke, zu Lucio und seinen Bären zurückgebracht zu werden, noch der kalte, emotionslose Blick, den Chance ihm zuwarf. Der Alpha hielt ihn für minderwertig, für etwas, das man ficken und gewinnbringend verkaufen konnte. Lucky hingegen sah ihn anders an, obwohl River nicht erklären konnte, warum er das dachte.
Schließlich trat Lucky von ihm zurück. River wurde plötzlich kalt. Lucky senkte weder den Kopf noch bot er seinen Hals an wie die anderen Bären. Der Alpha stieß ein Zischen aus und ging weg, als hätten sie so etwas schon oft getan.
