Wie man das eigene Unternehmen optimal verkauft - Christoph Nöcker - E-Book

Wie man das eigene Unternehmen optimal verkauft E-Book

Christoph Nöcker

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Beschreibung

Das vorliegende Buch stellt mit dem Verkaufspreis-Maximierungs-Programm ein direkt umsetzbares Konzept für eine deutliche Steigerung des Verkaufspreises von mittelständischen Unternehmen vor. Das Programm umfasst folgende Module: Sicherstellung der grundsätzlichen Verkaufsfähigkeit des betreffenden Unternehmens Aufsetzen eines strukturierten und praxisbewährten Wertsteigerungsprogramms auf Basis von 8 Wertsteigerungshebeln und einer Vielzahl von Praxistips Leitfaden für die Vorbereitung und Durchführung des eigentlichen Verkaufsprozesses Konkrete Fallbeispiele zeigen zudem auf, wie das Programm erfolgreich in der Praxis umgesetzt wurde.

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Seitenzahl: 138

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1: Die Grundlagen

1.1 Einleitung und Aufbau des Buches

1.2 Übersicht über das Verkaufspreis-Maximierungs-Programm

Kapitel 2: Die Ermittlung der Verkaufsfähigkeit

2.1 Auseinandersetzung mit dem Verkauf des Unternehmens

2.2 Analyse der grundsätzlichen Verkaufsfähigkeit des Unternehmens

Kapitel 3: Die Ermittlung der Wertsteigerungs-Potentiale

3.1 Systematische Unternehmenswertsteigerung als Basis für eine Maximierung des Verkaufspreises

3.2 Stellhebel Verbesserung der Top Line

3.2.1 Steigerung der Absatzmengen

3.2.2 Optimierung des Pricing

3.3 Stellhebel Kostensenkung

3.3.1 Senkung der Sachkosten

3.3.2 Senkung der Personalkosten

3.3.3 Handlungsempfehlungen zur Umsetzung der Kostensenkungs-Maßnahmen

3.4 Stellhebel Optimierung der Mittelverwendung

3.4.1 Optimierung des Working Capital

3.4.2 CAPEX-Exzellenz

3.5 Stellhebel Geschäftsportfolio-Optimierung

3.6 Stellhebel Digitalisierung

3.6.1 Bedeutung der Digitalisierung für den Unternehmenswert

3.6.2 Digitale Exzellenz

3.6.3 Empfehlungen zur Umsetzung der Digitalen Exzellenz

3.7 Stellhebel Verbesserung des Bewertungs-Multiples

3.8 Stellhebel Zurückführung von Schulden

3.9 Weitere Stellhebel

Kapitel 4: Die Umsetzung

4.1 Analyse und Sicherstellung der Verkaufsfähigkeit

4.2 Durchführung des Wertsteigerungsprogramms

4.3 Vorbereitung des Verkaufs

Kapitel 5: Das Ergebnis

5.1 Deutliche Steigerung des Verkaufspreises

5.2 Nutzen für den Unternehmer

Kapitel 6: Die Fallbeispiele

6.1 Maximierung des Verkaufspreises eines mittelständischen Dienstleistungsunternehmens

6.1.1 Ausgangssituation

6.1.2 Vorgehensweise

6.1.3 Ergebnis

6.1.4 Erfolgsfaktoren

6.2 Maximierung des Verkaufspreises eines mittelständischen Handelsunternehmens

6.2.1 Ausgangssituation

6.2.2 Vorgehensweise

6.2.3 Ergebnis

6.2.4 Erfolgsfaktoren

Literaturverzeichnis

Kapitel 1

Die Grundlagen

1.1 Einleitung und Aufbau des Buches

Der Verkauf eines Unternehmens ist äußerst herausfordernd. Typischerweise wenden sich die Unternehmer zu einem bestimmten Zeitpunkt an ihre Hausbank, ihren Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer mit der Bitte um Unterstützung beim Verkaufsprozess. Bei größeren Unternehmern wird in der Regel zusätzlich ein M&A-Beratungsunternehmen in den Verkaufsprozess eingebunden. Je nach Attraktivität des betreffenden Unternehmens wird ein Käufer gefunden und das Unternehmen verkauft.

In vielen Fällen fehlt allerdings eine gezielte und systematische Vorbereitung des Verkaufsprozesses. Als Ergebnis wird ein Verkaufspreis erzielt, der nicht optimal ist. Verkaufspreise, die nur 10% unter einem optimalen Verkaufspreis liegen, machen bei mittelständischen größeren Unternehmen bereits häufig einen 7-stelligen Betrag aus, der quasi „verschenkt“ wird. Dieser Sachverhalt ist für den entsprechenden Unternehmer wenig befriedigend, insbesondere wenn man bedenkt, dass das „Lebenswerk des Unternehmers“ nur einmal verkauft werden kann und der Verkauf des Unternehmens in der Regel der Absicherung der Familie des Unternehmers dient.

Das vorliegende Buch hat den Anspruch, ein ganzheitliches umsetzungsorientiertes Programm für eine deutliche Erhöhung des Verkaufspreises eines mittelständischen Unternehmens vorzustellen.

Dieses Programm wird nachfolgend mit Verkaufspreis-Maximierungs-Programm bezeichnet.

Das Programm basiert auf folgenden 3 Modulen:

Ermittlung der Verkaufsfähigkeit:

Aktive Auseinandersetzung mit dem Verkauf eines Unternehmens

Analyse der Verkaufsfähigkeit

Ermittlung der Wertsteigerungshebel:

Ermittlung der für ein Unternehmen relevanten Stellhebel zur Erhöhung des Unternehmenswertes

Ableitung der zugehörigen Wertsteigerungs-Potentiale

Umsetzung:

Sicherstellung und Optimierung der Verkaufsfähigkeit

Umsetzung der Wertsteigerung

Durchführung des Verkaufsprozesses

Das Verkaufspreis-Maximierungs-Programm ist auf eine direkte Umsetzbarkeit ausgerichtet:

Das Programm zeigt auf, mit welchen Maßnahmen die grundsätzliche Verkaufsfähigkeit eines Unternehmens sichergestellt werden kann. Eine Vielzahl von Verkäufen insbesondere kleinerer Unternehmen scheitert, weil das betreffende Unternehmen nicht attraktiv oder zukunftsfähig erscheint. Damit ist das betreffende Unternehmen nicht verkaufsfähig.

Das Programm stellt umfassend Praxis-relevante Stellhebel zur Steigerung des Unternehmenswertes vor.

Das Programm zeigt auf, wie im Anschluss an die Steigerung des Unternehmenswertes ein optimaler Verkaufsprozess eingeleitet wird.

Das Vorgehen bei der Umsetzung des Verkaufspreis-Maximierungs-Programms wird in einfachen Schritten beschrieben. Der Zugriff auf die Verkaufspreis-Maximierungs-Methodik garantiert damit eine Umsetzung von Anfang an. Aufwändige Rüstzeiten entfallen; der betreffende Unternehmer kann sofort mit den notwendigen Maßnahmen zur Sicherstellung der Verkaufsfähigkeit und der Wertsteigerung starten.

Die Vorgehensweise wird abgerundet durch das Aufzeigen der relevanten Erfolgsfaktoren, damit der Unternehmer sich auf die wichtigen und richtigen Aspekte bei der Verkaufspreis-Maximierung fokussieren kann.

Konkrete Fallbeispiele aus der Praxis zeigen auf, wie der Verkaufspreis deutlich gesteigert werden konnte.

Zielgruppen des Buches

Das Buch orientiert sich in erster Linie an Unternehmer, die den Verkaufspreis ihres Unternehmens steigern möchten. Aber auch jeder andere Unternehmer oder Geschäftsführer eines Unternehmens kann die Mechanik der „Verkaufspreis-Maximierung“ in seinem Unternehmen anwenden, z.B. um nachhaltig den Unternehmenswert zu steigern.

Inhalte und Aufteilung des Buches

Die Inhalte des Buchs basieren auf langjährigen Erfahrungen des Autors aus mehr als 20-jähriger unternehmerischer Praxis-Tätigkeit und einer Vielzahl von Wertsteigerungsprojekten in Unternehmen, insbesondere auch im Vorfeld von Unternehmensverkäufen. Bei den im Buch dargestellten Stellheben zur Verkaufspreis-Maximierung handelt es sich um eine Auswahl von wirksamen Ansätzen, die größtenteils ohne große Investitionen auskommen, zügig realisiert und von dem Unternehmen und seinen Mitarbeitern selbständig durchgeführt werden können.

Das Buch ist in 6 Kapitel aufgeteilt (siehe Abbildung 1):

Gliederung des Buches

Abbildung 1: Gliederung des Buches

Das Kapitel 1 stellt zunächst den Aufbau des Buches vor. Darüber hinaus erfolgt ein kurzer Überblick über das Verkaufspreis-Maximierungs-Programm.

Das Kapitel 2 widmet sich den Basis-Aktivitäten zur Vorbereitung des Unternehmensverkaufs. In einem ersten Schritt bedarf es diesbezüglich einer bewußten Auseinandersetzung des betreffenden Unternehmers, wie sein Unternehmen nach seinem Ausstieg weitergeführt werden soll. Im Kern geht es um die Frage, wie die Nachfolge zu regeln ist und wann der richtige Zeitpunkt seines vollständigen oder teilweisen Ausstiegs aus der Firma ist.

Unabhängig von der Verkaufsabsicht gilt es zudem, die grundsätzliche Verkaufsfähigkeit eines Unternehmens zu prüfen, eventuelle Defizite aufzudecken und notwendige Maßnahmen zur Sicherstellung der Verkaufsfähigkeit zu definieren. Denn Verkaufsfähigkeit bedeutet, dass das betreffende Unternehmen grundsätzlich gut aufgestellt und zukunftsfähig ist.

Das Kapitel 3 befasst sich mit den Möglichkeiten zur Wertsteigerung eines Unternehmens. Die Ausschöpfung dieser Möglichkeiten spiegelt sich in der Regel in einer deutlichen Steigerung des Verkaufspreises wieder. Durch richtige Anwendung der Wertsteigerungshebel-Mechanik sind Verkaufspreissteigerungen von zum Teil deutlich über 50% möglich.

Das Kapitel 4 zeigt auf, wie das entsprechende Verkaufspreis-Maximierungs-Programm in der Praxis umgesetzt wird. Im Anschluss an die Sicherstellung bzw. Optimierung der Verkaufsfähigkeit und der Ermittlung der Stellhebel zur Wertsteigerung erfolgt die Aufstellung eines Masterplans, der konsequent vom Unternehmer bzw. seinen Führungskräften umgesetzt werden sollte. Anschließend erfolgt die gezielte Vorbereitung und Durchführung des eigentlichen Verkaufsprozesses. Das Kapitel 4 befasst sich zudem mit den Erfolgsfaktoren des Verkaufspreis-Maximierungs-Programms. Es stellt dar, auf welche Themenfelder zu achten sind, damit das Programm möglichst optimal abläuft.

Das Kapitel 5 fasst die Ergebnisse des Verkaufspreis-Maximierungs-Programms zusammen. Es zeigt zudem auf, welchen Nutzen ein mittelständischer Unternehmer von der Anwendung der Methodik hat.

Das Kapitel 6 stellt den Einsatz des Verkaufspreis-Maximierungs-Programms in der Praxis vor. An zwei Fallbeispielen wird beschrieben, wie das Programm eingesetzt wurde und welche Effekte es generiert hat.

1.2 Übersicht über das Verkaufspreis- Maximierungs-Programm

Das Verkaufspreis-Maximierungs-Programm setzt sich aus drei Modulen zusammen (vgl. Abbildung 2):

Analyse der Verkaufsfähigkeit

Ermittlung der Wertsteigerungs-Potentiale

Umsetzung

Kernmodule des Verkaufspreis- Maximierungs-Programms

Abbildung 2: Kernmodule des Verkaufspreis-Maximierungs-Programms

Die Analyse der Verkaufsfähigkeit ist im Umfeld der Auseinandersetzung des Unternehmers mit seinen grundsätzlichen Nachfolgeoptionen vorzunehmen. Im Rahmen dieser Auseinandersetzung ist zu prüfen, ob das Unternehmen grundsätzlich überhaupt verkaufsfähig ist oder wie der Unternehmer die Verkaufsfähigkeit sicherstellen kann. Verkaufsfähig ist ein Unternehmen dann, wenn ein potentielles Käufer-Interesse an dem Unternehmen vorhanden ist. Dies ist in der Regel dann der Fall,

wenn das Geschäftssystem klar und transparent ist,

wenn die Kernprozesse fest implementiert und dokumentiert sind,

wenn möglichst wenig Risiken bestehen, z.B. in Bezug auf Kunden- und Lieferantenstrukturen

und wenn die Zukunftssicherheit gewährleistet ist.

Unternehmen mit unklaren Geschäftssystemen, nicht nachvollziehbaren Geschäftsprozessen, hohen strategischen oder operativen Risiken und einer intransparenten oder nicht gegebenen Zukunftssicherheit sind für einen Käufer nicht attraktiv, so daß in diesen Fällen ein Verkauf gar nicht erst möglich ist.

Sofern ein verkaufswilliger Unternehmer ausreichend Zeit hat, kann er sein Unternehmen, das im Ausgangszeitpunkt noch nicht verkaufsfähig ist, durch diverse Maßnahmen verkaufsfähig gestalten. Die Verkaufsfähigkeit bildet die grundsätzliche Basis dafür, das Unternehmen zu veräußern.

Im Anschluss hieran kann der betreffende Unternehmer die Aktivitäten zur Wertsteigerung erarbeiten. Das Verkaufspreis-Maximierungs-Programm listet nahezu sämtliche potentielle Wertsteigerungshebel auf, mit denen der Wert eines Unternehmens deutlich gesteigert werden kann. Die Wahrscheinlichkeit eines deutlich höheren Verkaufspreises steigt.

Die Umsetzung der ermittelten Maßnahmen zur Herstellung bzw. Optimierung der Verkaufsfähigkeit und der Wertsteigerung bildet das dritte Modul des Verkaufspreis-Maximierungs-Programms. Es zeigt auf, in welchen Schritten vorzugehen ist, um einen maximalen Verkaufspreis zu erzielen.

Der Unternehmer oder das Management können ohne Rüstzeiten mit der Umsetzung des Programms starten (vgl. zu weiteren Vorteilen des Verkaufspreis-Maximierungs-Programms die Abbildung 3).

Vorteile des Verkaufspreis- Maximierungs-Programms

Abbildung 3: Vorteile des Verkaufspreis-Maximierungs-Programms

Je nach verbleibender Zeit bis zum eigentlichen Verkauf können die Verantwortlichen entscheiden, welche Hebel zur Wertsteigerung in Angriff genommen werden sollten, um den Verkaufspreis zu steigern.

Das Besondere an dem Programm ist seine Systematik. Für die Sicherstellung der Verkaufsfähigkeit und die Ermittlung der relevanten Wertsteigerungshebel wird auf vorgefertigte Checklisten und Templates zurückgegriffen, die individuell auf das betreffende Unternehmen angepasst werden. Denn jedes Unternehmen ist anders.

Kapitel 2

Die Ermittlung der Verkaufsfähigkeit

2.1 Auseinandersetzung mit dem Verkauf des Unternehmens

Das Verkaufspreis-Maximierungs-Programm startet mit der aktiven und bewußten Auseinandersetzung eines Unternehmers mit dem Verkauf seines Unternehmens. Jeder erfolgreiche Unternehmer muss sich in Laufe seines Lebens die Frage nach der richtigen Art und Weise seines Ausstiegs stellen.

Kernfragen sind:

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den vollständigen oder teilweisen Ausstieg des Unternehmers?

Macht eine familiäre Fortführung Sinn, der Verkauf an einen Investor oder evtl. auch die Übertragung an das vorhandene Management?

Welcher Verkaufspreis soll – im Falle eines Verkaufs - realisiert werden?

Welcher Verkaufspreis ist unter Berücksichtigung der aktuellen Lage des betreffenden Unternehmens realistisch?

In welchem Zeitraum soll das Vorhaben umgesetzt werden?

Welche Personen sollten in den Prozess eingebunden werden, z.B. der Steuerberater oder der Wirtschaftsprüfer des Unternehmens?

Wie sollte der Verkaufsprozess optimaler Weise gestaltet werden?

Besteht eine grundsätzliche Bereitschaft bzw. ein Interesse des Unternehmers, durch entsprechende Aktivitäten den Unternehmenswert vor dem Verkauf noch deutlich zu steigern?

Welche Investitionen sind bis zum Verkauf noch sinnvollerweise zu tätigen?

Welche optimale Steuerstruktur sollte im Hinblick auf den geplanten Verkauf angestrebt werden?

Die Diskussion bzw. Auseinandersetzung mit diesen Fragen wird in der Praxis häufig vernachlässigt. Das Tagesgeschäft dominiert; für die Vorbereitung des Verkaufs nehmen sich viele Unternehmer deutlich zu wenig Zeit.

Für den Unternehmer handelt es sich bei der Thematik Nachfolge bzw. Verkauf aber nicht nur aus Zeitgründen um ein herausforderndes Thema:

Es hat für den Unternehmer Neuheits-Charakter, da er in der Regel wenig Erfahrungen mit dem Themengebiet „Unternehmensverkauf“ hat.

Der Unternehmer ist gewohnt, selbständig und alleine zu agieren und ist skeptisch gegenüber externen Beratern. Am liebsten würde er alleine diesen für ihn wichtigen Verkaufsprozess durchführen.

Der Unternehmer ist nicht gewohnt, sich insbesondere für strategische Investoren zu öffnen und ihnen im Laufe des Verkaufsprozesses Einblicke in sein Unternehmen zu geben inkl. wichtiger Daten und Geschäftsgeheimnisse.

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Familie im Umfeld der Unternehmensweitergabe ist zum Teil durch Emotionen überlagert bzw. durch umfassende Rücksichtnahme auf die Familienmitglieder. So warten einige Unternehmer auf den Studienabschluss oder erste Berufserfahrungen ihrer Kinder. Anschließend bedarf es noch einiger Zeit der Arbeit im eigenen Unternehmen, um zu erkennen, ob der entsprechende Nachwuchs wirklich für die Unternehmensführung geeignet ist. Schwierig gestaltet sich die Situation dann, wenn sich der Nachwuchs nicht eignet und der entsprechende Unternehmer bereits ein deutlich fortgeschrittenes Alter erreicht hat.

Der Unternehmer ermittelt auf Basis ihm plausibel erscheinender Informationen (z.B. Bewertungs-Multiples) einen gewünschten Verkaufspreis, der allerdings häufig deutlich abweicht von den Preisen, die designierte Käufer für sein Unternehmen zu zahlen bereit sind. Die ersten Verkaufsgespräche scheitern aufgrund der unrealistischen Erwartungshaltung des Unternehmers an den Verkaufspreis. Dies führt zu Frustrationen und Unsicherheiten beim Unternehmer.

Der Unternehmer hat unrealistische zeitliche Erwartungen bzgl. des Unternehmensverkaufs. So dauern professionelle Verkaufsprozesse unter Einbindung externer Berater in der Regel zwischen 9 und 24 Monate. Dies impliziert für den Unternehmer eine dauerhafte Doppelbelastung: 100% Einsatz für das Tagesgeschäft und gleichzeitig eine umfassende Einbringung in den Verkaufsprozess.

Der Unternehmer wählt ein chronologisches Vorgehen im Verkaufsprozess. Er verhandelt mit verschiedenen Interessenten zeitlich nacheinander. Dies impliziert zum einen eine enorme zeitliche Dauerbelastung und zieht zum anderen den eigentlichen Verkaufsprozess deutlich in die Länge.

Das Fazit: Der Unternehmer sollte sich so früh wie möglich mit seiner Unternehmensnachfolge befassen. Sofern er das Unternehmen extern veräußern möchte, sollte er möglichst einige Jahre vor dem geplanten Verkaufstermin alle Weichen im Unternehmen auf die grundsätzliche Verkaufsfähigkeit sowie eine maximale Wertsteigerung stellen, um das betreffende Unternehmen so attraktiv wie möglich zu machen und einen möglichst hohen Verkaufspreis zu erzielen. Je mehr es dem Unternehmer gelingt, mehr und mehr das Tagesgeschäft auf versierte und motivierte Mitarbeiter zu verlagern, desto mehr Zeit kann er in die Sicherstellung der Verkaufsfähigkeit, die Wertsteigerungsmaßnahmen und die Begleitung des eigentlichen Verkaufsprozesses investieren.

2.2 Analyse der grundsätzlichen Verkaufsfähigkeit des Unternehmens

Das entsprechende Unternehmen muss grundsätzlich verkaufsfähig gemacht werden, damit es überhaupt verkauft werden kann (vgl. zur Verkaufsfähigkeit bzw. zur Vorbereitung des Firmenverkaufs Hoffman, Ralph: Bereit für den Firmenverkauf?, 2017). Eine Vielzahl von Unternehmensverkäufen scheitert gerade hieran, da das betreffende Unternehmen vollständig auf den Unternehmer zugeschnitten ist, so dass eine Weiterführung durch einen Dritten gar nicht erst möglich ist.

Die Verkaufsfähigkeit ist keine digitale Thematik. Je attraktiver und „verkaufsfähiger“ ein Unternehmen ist, desto höher fällt in der Regel der Verkaufspreis aus. Wichtig ist allerdings die Beachtung einer bestimmten Untergrenze bei der Analyse der Verkaufsfähigkeit. Wird diese unterschritten, d.h. ist das betreffende Unternehmen zu einseitig auf den Unternehmer zugeschnitten, ist das betreffende Unternehmen zu stark von ein oder zwei Kunden abhängig, ist das Geschäftsmodell nicht klar, ist die Ertragskraft nachhaltig zu schwach ausgeprägt oder aber ist die Zukunftsfähigkeit aufgrund der Zugehörigkeit zu einer stark schrumpfenden Branche nicht gegeben, dann ist das entsprechende Unternehmen zum Zeitpunkt der Betrachtung nicht verkaufsfähig und muss noch entsprechend auf den Verkauf vorbereitet werden.

Für die Analyse der Verkaufsfähigkeit ist am besten die Sicht eines designierten Käufers einzunehmen. Folgende Fragen sind für den Käufer von Interesse:

Wie transparent ist das Unternehmen bzw. das zugehörige Geschäftsmodell?

Wie ist das aktuelle Führungs- und Performance-System ausgestaltet?

Welchen Eindruck vermittelt das Management, das Sortiment und die internen Geschäftsprozesse?

Hat das entsprechende Unternehmen einen klaren Wettbewerbsvorteil?

Ist das Unternehmen in einer vielversprechenden Branche unterwegs?

Sind die Erträge stabil?

Bestehen Abhängigkeiten z.B. zu einzelnen Kunden und Lieferanten?

Ist das IT-System modern und zur Unterstützung der Unternehmenssteuerung geeignet?

Ist das vorhandene Lager realistisch bewertet?

Ist die bestehende Finanzierung ausreichend? Kann sie eventuell mit den bestehenden Finanzierungspartnern weitergeführt oder ausgebaut werden?

Wie ist das Cash-Generierungs-System des betreffenden Unternehmens aufgebaut?

Welche Optimierungspotentiale gibt es?

Welche Synergien hat ein Käufer beim Erwerb des Unternehmens?

Wie werden die Zukunftsaussichten bewertet?

Sind die aktuellen Verkaufspreis-Vorstellungen des Verkäufers realistisch?

Gibt es einen Investitions-Stau?

Sind die Wertsteigerungs- und Wachstumshebel bereits eingeleitet?

Welche Risiken bestehen im Geschäftssystem des Unternehmens?

Bestehen Risiken im Anschluss an die Übernahme des betreffenden Unternehmens?

Die aufgeführten Fragen können wie folgt zusammen gefaßt werden: Der Käufer möchte ein Unternehmen mit einem verständlichen und steuerbaren Geschäftsmodell erwerben, das wenig Risiken mit sich bringt, professionell geführt und zukunftsfähig aufgestellt ist. Vor diesem Hintergrund sind folgende Stellhebel für die Sicherstellung der Verkaufsfähigkeit relevant:

Klarheit des Geschäftsmodells

Qualität der Kernprozesse

Geringe Risiken

Zukunftssicherheit

Ohne die Sicherstellung bzw. transparente Darstellung dieser Stellhebel wird es schwer werden, das entsprechende Unternehmen zu verkaufen. Jeder Unternehmer ist deshalb gut beraten, sich im Vorfeld des Verkaufs mit diesem Pflicht-Programm zur Sicherstellung der Verkaufsfähigkeit auseinanderzusetzen. Dies hat für ihn folgende Vorteile:

Er erkennt Handlungsbedarfe und kann Lücken schließen und Schwächen beseitigen

Er erhält mehr und mehr Klarheit über seine Möglichkeiten für Ertragssteigerung und Wachstum

Klares Geschäftsmodell

Ein klares Geschäftsmodell setzt voraus, dass

das entsprechende Unternehmen klar im Markt bzgl. Geschäftszweck, Kundenzielgruppen und Leistungsangebot positioniert ist

das Geschäftssystem verständlich dargestellt bzw. erläutert werden kann

umfassende Kenntnisse über die zugehörige Branche sowie den relevanten Wettbewerb bestehen

Hilfreich für die Auseinandersetzung mit dem Geschäftsmodell ist die Erstellung eines Business Plans. Dort sind üblicherweise folgende Aspekte zu fixieren:

Eine schriftliche Fixierung und eine regelmäßige Aktualisierung eines derartigen Business Plans schärft den Blick des betreffenden Unternehmers für die aktuelle Positionierung seines Unternehmens und die zukünftigen Möglichkeiten für mehr Wachstum und Ertrag. Im Idealfall hat das betreffende Unternehmen zudem eine aussagekräftige Unternehmensbroschüre, einen stringenten und klaren Internet-Auftritt und einen Unternehmens-Image-Film, damit das Geschäftssystem für einen Außenstehenden bzw. potentiellen Käufer noch deutlicher wird.

Leistungsfähige Geschäftsprozesse

Die Leistungsfähigkeit der Geschäfts- bzw. Kernprozesse eines Unternehmens kann über folgende Parameter bewertet werden:

Dokumentierte Kernprozesse

Personelle Verantwortlichkeiten für die einzelnen Prozesse

Automatisierungs- und Digitalisierungsgrad der Prozesse

Kennzahlen zur Steuerung der Prozesse

Dokumentation der zugehörigen IT und Formulare

Dokumentation der in die Prozesse eingebundenen Mitarbeiter

Typischerweise sind dabei folgende Prozesse zu adressieren:

Vertrieb und Marketing

Einkauf