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Aus dem Käfig: Ein neuer Wolfswandler-Vollstrecker begleitet seinen Alpha auf einer Rettungsmission nach San Francisco, entdeckt jedoch etwas noch Wertvolleres als ein neues Rudel. Mishka Fadgen ist neu im Wolfsrudel von Stone Ridge. Nachdem er eine Herausforderung verloren hat, um sich die Position des Betas zu sichern, wird ihm stattdessen ein Platz als Vollstrecker angeboten. Schon bald bekommt er seine erste Aufgabe, als Sara, die Tochter des Alphas, vom College verschwindet. Mishka begleitet mehrere andere nach San Francisco, um ihren Aufenthaltsort zu ermitteln. Während sein Alpha damit beschäftigt ist, sich mit einem Detective zu beraten, der über Wandler Bescheid weiß, zieht Mishka los und beginnt auf den Straßen zu suchen. Was er findet, ist jedoch nicht das, was er erwartet hat: seinen Gefährten, bei dem es sich um einen jungen, verkrüppelten Menschen handelt, der in einem verlassenen Lagerhaus lebt. Mit viel Zureden – und dem Versprechen einer guten Mahlzeit und einer heißen Dusche – überzeugt Mishka Aramis, ihn zu dem Haus zu begleiten, das die Wandler gemietet haben. Als der Detective auftaucht, verschwindet Aramis, der noch immer voller Misstrauen ist. Zu erfahren, dass Aramis möglicherweise dazu beitragen kann, Saras Aufenthaltsort herauszufinden, erhöht nur Mishkas Verlangen, den Mann wieder zu finden. Wenn Mishka es schafft, Aramis wieder aufzuspüren, kann er seinen Gefährten davon überzeugen, dass seine Absichten aufrichtig sind und nicht nur ein Mittel zum Zweck? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 34.000 Wörter
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Veröffentlichungsjahr: 2021
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
ÜBER CHARLIE RICHARDS
LESEPROBE:
Wolfsgeheul unter der Dusche
Aus dem Käfig: Ein neuer Wolfswandler-Vollstrecker begleitet seinen Alpha auf einer Rettungsmission nach San Francisco, entdeckt jedoch etwas noch Wertvolleres als ein neues Rudel.
Mishka Fadgen ist neu im Wolfsrudel von Stone Ridge. Nachdem er eine Herausforderung verloren hat, um sich die Position des Betas zu sichern, wird ihm stattdessen ein Platz als Vollstrecker angeboten. Schon bald bekommt er seine erste Aufgabe, als Sara, die Tochter des Alphas, vom College verschwindet. Mishka begleitet mehrere andere nach San Francisco, um ihren Aufenthaltsort zu ermitteln. Während sein Alpha damit beschäftigt ist, sich mit einem Detective zu beraten, der über Wandler Bescheid weiß, zieht Mishka los und beginnt auf den Straßen zu suchen. Was er findet, ist jedoch nicht das, was er erwartet hat: seinen Gefährten, bei dem es sich um einen jungen, verkrüppelten Menschen handelt, der in einem verlassenen Lagerhaus lebt. Mit viel Zureden – und dem Versprechen einer guten Mahlzeit und einer heißen Dusche – überzeugt Mishka Aramis, ihn zu dem Haus zu begleiten, das die Wandler gemietet haben. Als der Detective auftaucht, verschwindet Aramis, der noch immer voller Misstrauen ist. Zu erfahren, dass Aramis möglicherweise dazu beitragen kann, Saras Aufenthaltsort herauszufinden, erhöht nur Mishkas Verlangen, den Mann wieder zu finden. Wenn Mishka es schafft, Aramis wieder aufzuspüren, kann er seinen Gefährten davon überzeugen, dass seine Absichten aufrichtig sind und nicht nur ein Mittel zum Zweck?
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.
Länge: rund 34.000 Wörter
CHARLIE RICHARDS
Wolfsgeheul unter der Dusche
Die Wölfe von Stone Ridge 46
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene
ME AND THE MUSE PUBLISHING
www.meandthemuse.com
Copyright © der englischen Originalausgabe „Singing in the Wolf’s Shower“: Charlie Richards
Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:
Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe
Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2021
Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs
Übersetzt von: Sage Marlowe
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Widmung
Sei entscheidungsfreudig. Triff eine Entscheidung. Die Straße des Lebens ist gepflastert mit platten Eichhörnchen, die keine Entscheidung treffen konnten.
~ Unbekannt
Mishka Fadgen stand aufrecht da, den Blick geradeaus gerichtet, und beobachtete die Aktivitäten im Raum aus den Augenwinkeln. Unbehagen glitt über seine Wirbelsäule, und die Haare in seinem Nacken sträubten sich. Die Spannung im Raum war fast spürbar.
Jeder Vollstrecker, Tracker und Techniker im Stone Ridge-Rudel war im Büro des Alphas versammelt … und der Grund für die Versammlung war nicht gut.
Auch wenn Mishka noch nicht lange Teil des Rudels war, konnte er an den angespannten Linien auf den Gesichtern fast aller Anwesenden und der Art, wie die Wandler und Menschen gleichermaßen besorgte Blicke austauschten, erkennen, dass sie ihren Alpha zum ersten Mal so kurz davor sahen, die Beherrschung zu verlieren.
Alpha Declan McIntire, Anführer des Wolfswandler-Rudels, knurrte leise, als sein Blick von einem Techniker weg zum anderen und wieder zurück huschte. Seine Hände waren zu Fäusten geballt und sein Körper vibrierte praktisch vor Wut. Declan hatte guten Grund für seinen Zorn.
Etwas mehr als dreißig Minuten zuvor hatte Declan die Nachricht erhalten, dass seine Adoptivtochter Sara entführt worden war.
Alpha Declan, der Wut und Aggression ausstrahlte, bewirkte, dass jeder andere Wandler im Raum ein bisschen … nervös wurde.
Mishka zwang sich, sich auf das Problem zu konzentrieren.
Sara war eine neunzehn Jahre alte Gazellenwandlerin, und sie besuchte ein College in Denver. Zwei Wandler teilten sich die Verantwortung, auf sie zu aufzupassen. Einer war Artemis, eine Wolfswandlerin, die ebenso neu in der Position eines Vollstreckers war wie Mishka. Sie hatte wie er um die Beta-Rolle gekämpft und verloren. Nachdem Artemis eine Vollstreckerposition erhalten hatte, war sie beauftragt worden, Sara in der Schule zu bewachen.
Nach allem, was Mishka gehört hatte, hatten Artemis und Sara sich auf Anhieb gut verstanden. Wenn er raten müsste, war der Freundschaftsaspekt in die Quere gekommen. Es hatte eine gewisse Nachlässigkeit in Artemis’ Bewachung von Sara hervorgerufen.
Laut Artemis – die die unglückliche Aufgabe gehabt hatte, Saras Verschwinden zu melden – hatte Sara einen Anruf von einem Jungen erhalten, den sie mochte. In dem Bestreben, etwas Privatsphäre vor feinen Wandlerohren zu erlangen, war die junge Frau mit dem Handy ans Ohr gepresst vor die Tür getreten. Fünf Minuten später, als Artemis die Tür geöffnet hatte, um nach ihr zu sehen, war Sara verschwunden gewesen.
Mishka konnte nur ahnen, wie das Gespräch mit Alpha Declan verlaufen war.
Ich bin froh, dass ich es nicht war.
Wie sich herausstellte, war auch die zweite Person, die Sara bewacht hatte, verschwunden. Eine junge, dominante Wolfswandlerin im gleichen Alter wie Sara – Stephani Caldwell. Luther, Stephanis Vater, war erst vor wenigen Augenblicken bei Declan angekommen und warf Artemis immer noch hasserfüllte Blicke zu.
Mishka nahm an, dass nur die Tatsache, dass Luthers Gefährte Deke seine Arme um Luther geschlungen hatte, den Wandler bisher davon abgehalten hatte, auf sie loszugehen.
„Ich habe etwas“, rief Raul und zog die Aufmerksamkeit aller auf sich. Der Mensch zuckte nicht einmal mit einer Wimper, war zu konzentriert, als er an seinem Computer saß. „Auf dem Parkplatz auf der anderen Straßenseite befand sich eine Kamera. Sie hat das hier aufgenommen.“
Mishka konnte seine Neugier nicht zügeln und trat ein paar Schritte vor. Mit seiner Größe von einem Meter neunzig und auf den Zehen stehend, konnte er den Bildschirm erkennen. Was er sah, verstärkte nur sein Unbehagen.
Ein Wolfswandler, den Mishka erkannte, hielt Saras Arm fest im Griff – Larson Allimon. Larson hatte auch an dem Kampf um die Beta-Position teilgenommen … nur dass er disqualifiziert worden war. Mishka rieb sich abwesend den Bauch und erinnerte sich daran, wie Larson versucht hatte, ihm den Bauch aufzuschlitzen und ihn zu töten, anstatt nur seine Unterwerfung zu verlangen.
Gemeines, sadistisches Arschloch.
Larson erreichte einen alten, armeegrünen Bronco und öffnete die hintere Tür. Das Sonnenlicht des Nachmittags fiel genau richtig in den Innenraum des Fahrzeugs und zeigte, dass darin bereits eine gefesselte Gestalt mit Kapuze über dem Kopf lag.
„Ist das Stephani?“, fragte Luther rau, als die Aufnahme weiterging und zeigte, wie Larson Saras Hände hinter ihrem Rücken fesselte und dann eine Kapuze über ihren Kopf zog.
Als sie alle sahen, wie Sara in das Fahrzeug geschoben wurde, füllte Declans Knurren den Raum.
„I-ich kann es nicht genau sagen“, flüsterte Lark. Declans menschlicher Gefährte war eng an den Wolf-Alpha gedrückt und lehnte sich so nah an den Monitor, wie es die Position erlaubte. „Der Körpertyp passt.“
„Sie ist es. Diese neongrünen Laufschuhe verraten sie.“ Bei Jareds Kommentar richtete sich die Aufmerksamkeit aller auf den schlanken menschlichen Hacker. Er fuhr fort: „Sie hat sie vor sechs Wochen gekauft, um mit Sara joggen zu gehen. Sara hat das gleiche Modell gekauft, aber ihre sind neonpink.“
„Woher weißt du das überhaupt?“, fragte Luther deutlich verblüfft.
Jared sah sich schließlich um und ein leicht schiefes Grinsen verzog seine Lippen. Er konzentrierte sich auf Luther und erklärte: „Es war auf dem Geschäftskonto unseres Rudels, das ich überwache.“
„Du überwachst unsere Rudelkonten?“ Lark klang überrascht.
„Es ist ein Hobby“, erklärte Jared mit einem Achselzucken, als er zu seinem eigenen Laptop zurückkehrte.
Mishka wusste, dass er nicht der einzige Wandler sein konnte, der dachte, das sei Schwachsinn, aber der Mensch verströmte keinen Geruch von Täuschung.
Hmm.
„Und dieses Fahrzeug wurde als gestohlen gemeldet … in San Francisco.“ Jared beendete den Kommentar mit einem Summen und begann dann schnell zu tippen. „Mal sehen, ob er in diese Richtung zurückkehrt.“
„Finde ihn“, knurrte Declan, seine Stimme war tief und rau vor Wut. „Ich will ihm das Fell über die Ohren ziehen und an meiner Wand aufhängen.“
Mishka zuckte innerlich bei dem blutrünstigen Ton des Alphas zusammen, der erfüllt von seinem Bedürfnis nach Rache war. Nach all den Gerüchten, die Mishka über Alpha Declan gehört hatte, bevor er seine Bewerbung einreichte, hatte Mishka gedacht, er sei ruhig und besonnen.
Götter, wenn seine Tochter entführt wurde, dürfte selbst der entspannteste Mann gefährlich werden.
Ganz zu schweigen davon, dass Wandler ausgeprägte beschützerische und territoriale Instinkte hatten.
„Sieht so aus, als würde Larson zurück nach San Francisco fahren“, verkündete Jared. „Das Kennzeichen des Broncos wurde von drei verschiedenen Verkehrskameras erfasst.“
„Mach vier draus“, warf Raul kopfschüttelnd ein. „Der Typ fährt wie der Teufel. Ich schätze, er weiß, dass er keinen großen Vorsprung haben wird.“
„Manon, tank deinen Hubschrauber auf“, befahl Declan, bevor er sich in der Gruppe umsah. „Ich muss telefonieren, dann machen wir uns auf den Weg.“
„Wie viele, und wen soll ich erwarten?“, fragte Manon und ging bereits zur Tür.
Mishka vermutete, dass der Wolfsvollstrecker die Informationen brauchte, um einen Flugplan oder so etwas einzureichen.
„Carson und Jared. Ich und Lark.“ Declan konzentrierte sich auf Luther. „Du und Deke?“ Nachdem Luther genickt hatte, richtete der Alpha seine Aufmerksamkeit auf Mishka. „Du auch. Sei in dreißig Minuten bei Manon.“ Mishka nickte und Declan ließ seinen Blick wieder über den Raum schweifen. „Kade und Dixon. Ihr müsst hier bleiben, um alles im Auge zu behalten. Raul auch. Koordiniere alles Technische an diesem Ende.“
„Alpha, ich würde auch gerne mitkommen.“
Mishka war nicht der Einzige, die von der stählernen Entschlossenheit überrascht war, die Artemis’ Stimme erfüllte.
Alpha Declan grinste sie tatsächlich an. „Gut. Wenn du nicht darum gebeten hättest, zu helfen, hätte ich Raul beauftragt, mit der Suche nach einem neuen Rudel für dich zu beginnen.“
Artemis’ Wangen färbten sich rot, als ihre grünen Augen hart wurden. „Nein, Alpha. Gib mir eine Chance, mich zu beweisen. Bitte“, fügte sie hinzu, vielleicht nachträglich. „Ich werde dich nicht wieder enttäuschen.“
Declan nickte einmal und befahl dann: „Dixon, Carson und Kade, bleibt einen Moment hier. Alle anderen, bitte raus.“
Wandler und Menschen beeilten sich zu gehorchen, einschließlich Mishka. Als er den anderen aus der Tür folgte, hörte er, wie Jared zu Raul sagte: „Überwache weiterhin Larsons Vorankommen und lade die Details auf meinen Laptop hoch. Wenn er den Kurs ändert, schick mir sofort eine Nachricht.“
„Wird erledigt“, bestätigte Raul, dann gingen beide Menschen zu getrennten Fahrzeugen.
Mishka ging zu seinem eigenen Truck und stieg ein. Als er Jareds Porsche die Auffahrt des Alphas entlang folgte, nahm er an, dass der Mensch eine Tasche für sich und Carson packen würde. Das machten Gefährten füreinander, vermutete er.
Gelegentlich hatte Mishka sich gefragt, wie es wäre, einen Gefährten zu haben. Er hatte sogar versucht zu erraten, welche Art von Person das Schicksal ihm geben würde. Einer der Gründe, warum er beantragt hatte, sich Alpha Declans Rudel anschließen zu dürfen, war die hohe Rate von schwulen Paaren.
Götter, ich hoffe, das Schicksal gibt mir einen männlichen Gefährten.
Irgendwann mal.
Für einen Wandler war Mishka einhundertfünfundvierzig Jahren noch relativ jung. Er hatte noch einige Jahrhunderte vor sich. Auch wenn Mishka hoffte, dass er seinen Gefährten eher früher als später treffen würde, erwartete er nicht, dass es passieren würde.
Mishkas eigene Eltern – die vom Schicksal auserwählte Gefährten gewesen waren – hatten sich erst getroffen, als seine Mutter schon dreihundert Jahre alt gewesen war. Sein Vater war ein Mensch gewesen. Mishka vermisste sie immer noch und trauerte um sie, nachdem sie erst ein paar Jahrzehnte zuvor verstorben waren.
Mishka verdrängte die Gedanken an einen Gefährten, um zu planen, was er für die Reise einpacken sollte, und machte in Gedanken eine Bestandsaufnahme, wo sich alles in seinen Schubladen befand. Er runzelte die Stirn, als ihm klar wurde, dass er nur eine saubere Jeans hatte – außer der, die er gerade trug. Seine anderen drei waren in dem Korb mit seiner schmutzigen Wäsche.
„Ich schätze, ich nehme meine Lederhose“, murmelte Mishka und spürte, wie sich seine Wangen erhitzten. Keines seiner neuen Rudelmitglieder wusste, dass er das Gefühl von Leder liebte, aber jetzt würden sie es. „Dazu meine Bomberjacke aus Leder und Wanderschuhe.“
Nachdem Mishka in seine Einfahrt gefahren war und unter dem Carport seines kleinen Häuschens mit zwei Schlafzimmern geparkt hatte, holte er sein Handy heraus. Er nahm sich einen Moment Zeit, um eine Wetter-App aufzurufen, und überprüfte dann das Wetter für San Francisco. Da er noch nie westlich der Rocky Mountains gewesen war, wollte er wissen, was ihn erwarten würde.
Kühl und nass. Toll. Besser als heiß und schwül.
Mishka ging hinein und packte schnell eine große Reisetasche mit Kleidung für drei Tage. Zu seiner Erleichterung schaffte er es innerhalb weniger Minuten zu Manon. Das gab ihm Zeit, ein paar ausgiebige Atemübungen zu machen und sein Bestes zu geben, um seinen Wolf vor seinem ersten Flug mit einem Hubschrauber zu beruhigen.
Wie er selbst war seine tierische Hälfte nicht besonders daran interessiert, in irgendeine Maschine zu steigen, die durch den Himmel flog.
Sechs Stunden später war der größte Teil ihrer Gruppe angekommen und hatte begonnen, sich in ihrem gemieteten Anwesen mit sechs Schlafzimmern niederzulassen. Jared hatte bereits den riesigen Aufenthaltsraum des Gebäudes übernommen und eine Reihe von Laptops und zusätzlichen Monitoren aufgestellt. Seine Brauen waren zusammengezogen und sein Fokus blieb auf den Bildschirmen, unabhängig davon, wer hereinkam.
Declan und Carson waren nicht mit ihnen gekommen. Stattdessen waren die beiden zu einem Polizeirevier gefahren. Der Anruf, den Declan vor dem Abflug getätigt hatte, war bei einem anderen Alpha namens Kontra Belikov gewesen – dem Anführer einer halbnomadisch lebenden Biker-Gang von Wandlern und anderen. Während des Fluges hatte Declan allen erzählt, dass er den Namen eines menschlichen Detectives bekommen hatte, mit dem er gleich als erstes Kontakt aufnehmen würde. Ricky Malone wusste über Paranormale Bescheid, obwohl nach allem, was Declan von dem anderen Alpha gehört hatte, Ricky nicht gerade glücklich über dieses Wissen war.
Ungeachtet seiner Vorurteile wäre der Mensch eine gute Informationsquelle über die dunklen verbrecherischen Machenschaften in der Stadt.
Mishka beschloss, dass er sich auch ein wenig informieren könnte, und gab es auf, seine Kleidung in die Schubladen der Kommode zu legen. Herumsitzen und warten war nicht wirklich sein Stil. Er bevorzugte eher Handlungen.
Mishka blieb vor dem Zimmer des Alpha-Gefährten stehen und klopfte leicht an die Tür. „Alpha-Gefährte Lark?“ Er rief leise nach dem Mann und wollte ihn nicht stören, falls er sich ausruhte, wie Alpha Declan es ihm befohlen hatte.
Wohl kaum, wenn seine Tochter verschwunden ist, aber nur für den Fall …
Wenig überraschend öffnete Lark die Tür und ein schwaches Lächeln lag auf seinen Gesichtszügen. „Ich habe dir doch gesagt, du sollst aufhören, mich so zu nennen.“ Seine blauen Augen, normalerweise so lebhaft, wirkten müde. „Ich bin einfach Lark.“
Mishka neigte schnell das Kinn in einem Nicken und unterdrückte ein Lächeln. Es war nicht wirklich die Zeit für Leichtigkeit … oder? „Natürlich, Doktor.“ Während Lark mit den Augen rollte, fuhr er fort: „Ich wollte dir sagen, dass ich mir ein Motorrad mieten und mich mit den Seitenstraßen vertraut machen werde. Ich habe mein Telefon an und werde dich wissen lassen, ob ich etwas Interessantes rieche.“
Lark legte den Kopf schief und Sorge zeigte sich in seinen Augen. „Bist du sicher, dass du alleine irgendwohin gehen solltest? Vielleicht –“
Mishka hob eine Hand und hielt die Worte des Alpha-Gefährten zurück. „Keine Sorge, Sir. Ich werde jederzeit wachsam bleiben, und ich werde Larson nicht konfrontieren, falls ich ihn finde“, versprach er und hielt Larks Blick. „Ich möchte mich nur mit der Umgebung vertraut machen, und eine Person auf einem Motorrad kann das besser als eine Gruppe wie unsere.“
„Motorrad?“
Bei Larks knapper Frage nickte Mishka. „Ja.“ Er hielt sein Handy hoch. „Ich habe in der Nähe etwas gefunden, wo welche vermietet werden. Wenn ich von keinem von euch höre, bin ich vor Einbruch der Dunkelheit zurück.“
Das gab ihm ungefähr drei Stunden. Er hoffte, dass es ihm viel Zeit geben würde, aber er war sich nicht sicher. Immerhin war San Francisco eine riesige Stadt.
Nachdem Lark genickt hatte, schenkte Mishka dem Alpha-Gefährten ein ermutigendes Lächeln und eilte dann davon. Er wollte anfangen. Nachdem er stundenlang in einem Hubschrauber festgesteckt hatte, war sein Wolf nervös. Auch wenn es nicht ganz so war, als würde man in verwandelter Form laufen, war Motorradfahren fast genauso gut.
Weniger als fünfundvierzig Minuten später fuhr Mishka mit seiner gemieteten Harley eine Straße hinunter und eine andere hinauf. Er schlängelte sich gekonnt durch den Verkehr, flitzte zwischen Autos hin und her und bog um Kurven. Seine Hände und Füße steuerten gekonnt die Bedienelemente.
Mishka nahm die Sehenswürdigkeiten und Geräusche der Stadt wahr und spürte, wie seine Nervosität nachließ und sich die Anspannungen in seinem Nacken löste. Er seufzte tief als er herumfuhr. Mishka wusste, dass er sich ein eigenes Motorrad kaufen musste, wenn er nach Stone Ridge zurückkehrte.
Wenn alles vorbei ist, besuche ich den Motorradladen von Vollstrecker Kade. Ich werde eines seiner Motorräder kaufen.
Mishka lächelte bei seiner Entscheidung und freute sich darauf.
Zuerst muss ich jedoch Sara und Stephani finden.
Bestärkt in seinem Entschluss zu helfen, suchte Mishka das Geschäftsviertel auf. Er fuhr weiter und bemerkte das offensichtliche Alter und den renovierungsbedürftigen Zustand der Gebäude. Wann immer sie besser aussahen, wechselte er die Richtung und suchte nach denen, die heruntergekommen erschienen.
Mishka fand schließlich, wonach er suchte – einen Teil der Stadt voller heruntergekommener Gebäude, vernagelter Lagerhäuser und schmutziger Straßen. Auch wenn der Geruch von Kot und Müll dazu führte, dass seine Nase unangenehm brannte, atmete er tief durch. Die Gerüche von Körpern deuteten darauf hin, dass Leute in der Gegend lebten, aber selbst Mishkas scharfes Sehvermögen erlaubte ihm nicht, jemanden zu erkennen, während er fuhr.
Als er an einem alten, zweistöckigen Lagerhaus mit mehr vernagelten Fenstern als schmutzverkrustetem Glas vorbeifuhr, verdrängte zu Mishkas Schock ein angenehmer Geruch die widerlichen.
