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Wyatt Klaeger ist es leid, inmitten ständiger Zankereien und kindischer Streiche den Frieden zwischen seinen Freunden zu wahren. Je älter er wird, desto weniger Humor findet er in ihren Witzen und desto öfter wünscht er sich, sie würden das Leben ernster nehmen. Basil Riddick hatte in seiner Kindheit und Jugend wenig Freude im Leben und doch findet er einen Weg zu lachen. Bereits als Kind wurde er von seinen Eltern dazu gedrängt, der Beste zu sein, und hatte daher schon mit achtzehn Jahren seinen Abschluss in Medizin. Als er seinen herrischen Eltern endlich entkommen konnte, schwor Basil sich, so viel Spaß zu haben wie möglich. Zu schade, dass sein Gefährte, als er ihn kennenlernt, Spaß nicht erkennen würde, wenn er ihn am Kopf träfe. Wie die Redewendung schon sagt: Gegensätze ziehen sich an und Wyatt ist ziemlich sicher, dass Basil sein komplettes Gegenteil ist, was Reifheit betrifft. Aber Basil ist entschlossen, Wyatt beizubringen, die Dinge lockerer zu nehmen und zu lachen. Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Die Reihe Paranormal Wars: Juarez ist ein Spin Off der Paranormal Wars: Stone Haven-Reihe. Die Handlung beider Reihen läuft teils parallel. Grundsätzlich können die Reihen jeweils einzeln gelesen werden, zum besseren Verständnis empfiehlt es sich jedoch, beide Reihen entsprechend der Handlung zu lesen. Die empfohlene Reihenfolge lautet Paranormal Wars: Stone Haven 1-5, Juarez 1, Stone Haven 6, Juarez 2, Stone Haven 7, Juarez 3-5, Stone Haven 8, Juarez 6, Stone Haven 9, Juarez 7-8, Stone Haven 10. Länge: rund 43.400 Wörter
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Veröffentlichungsjahr: 2019
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Epilog
ÜBER SHEA BALIK
LESEPROBE:
Wyatts Lachen
Wyatt Klaeger ist es leid, inmitten ständiger Zankereien und kindischer Streiche den Frieden zwischen seinen Freunden zu wahren. Je älter er wird, desto weniger Humor findet er in ihren Witzen und desto öfter wünscht er sich, sie würden das Leben ernster nehmen.
Basil Riddick hatte in seiner Kindheit und Jugend wenig Freude im Leben und doch findet er einen Weg zu lachen. Bereits als Kind wurde er von seinen Eltern dazu gedrängt, der Beste zu sein, und hatte daher schon mit achtzehn Jahren seinen Abschluss in Medizin. Als er seinen herrischen Eltern endlich entkommen konnte, schwor Basil sich, so viel Spaß zu haben wie möglich. Zu schade, dass sein Gefährte, als er ihn kennenlernt, Spaß nicht erkennen würde, wenn er ihn am Kopf träfe.
Wie die Redewendung schon sagt: Gegensätze ziehen sich an und Wyatt ist ziemlich sicher, dass Basil sein komplettes Gegenteil ist, was Reifheit betrifft. Aber Basil ist entschlossen, Wyatt beizubringen, die Dinge lockerer zu nehmen und zu lachen.
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Die Reihe Paranormal Wars: Juarez ist ein Spin Off der Paranormal Wars: Stone Haven-Reihe. Die Handlung beider Reihen läuft teils parallel. Grundsätzlich können die Reihen jeweils einzeln gelesen werden, zum besseren Verständnis empfiehlt es sich jedoch, beide Reihen entsprechend der Handlung zu lesen. Die empfohlene Reihenfolge lautet Paranormal Wars: Stone Haven 1-5, Juarez 1, Stone Haven 6, Juarez 2, Stone Haven 7, Juarez 3-5, Stone Haven 8, Juarez 6, Stone Haven 9, Juarez 7-8, Stone Haven 10.
Länge: rund 43.400 Wörter
SHEA BALIK
Wyatts Lachen
Paranormal Wars: Juarez 5
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene
ME AND THE MUSE PUBLISHING
www.meandthemuse.com
Copyright © der englischen Originalausgabe „Wyatt’s Laughter“:
Shea Balik
Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:
Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe
Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2019
Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs
Übersetzt von: Vanessa Tockner
URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:
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Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.
Bitte beachten:
Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.
Widmung
„Der verlorenste aller Tage ist der, an dem man nicht gelacht hat.“
Sébastien-Roch Nicolas (Chamfort)
„Dr. Riddick, könnte ich einen Moment deiner Zeit beanspruchen?“
Jeder Muskel in Basils Körper verkrampfte sich, als er die Bitte hörte. Er wusste nicht, was er getan hatte, um die Aufmerksamkeit des Alpha Primus, Alek Rykov, auf sich zu ziehen, aber wenn er an die letzten Beschwerden einiger medizinischen Mitarbeiter dachte, war er ziemlich sicher, dass es nichts Gutes sein konnte. „Klar, Alpha Rykov, was kann ich für Sie tun?“
Der Alpha musste gemerkt haben, wie angespannt er war, denn er legte Basil eine Hand auf die Schulter. „Keine Sorge, Doktor, es ist nur eine Bitte, keine Rüge.“ Der Alpha lachte leise. „Außer es gibt etwas, das Sie gestehen möchten.“
„Nein.“ Basil wünschte, er könnte das hastig gerufene Wort zurücknehmen. Nicht, dass er irgendeinen der Streiche gestehen würde, die er in letzter Zeit gespielt hatte, aber die schnelle Antwort würde das Misstrauen des Alphas wecken.
Als er vor einem Jahr in Lake Louise angekommen war, hatte er gedacht, dass es aufregend wäre, im Territorium des Alpha Primus zu arbeiten. Junge, hatte er sich geirrt. Basil war zu Tode gelangweilt.
Nun ja, das stimmte nicht ganz. Als sie kurz nach seiner Ankunft die Werwesen entdeckt hatten, war es für ihn gewesen, als wäre ein Traum wahr geworden. Nicht, dass er guthieß, was die Psy getan hatten – Menschen in Wesen zu verwandeln, die aussahen wie alte Hollywood-Monster –, aber aus medizinischer Sicht war es faszinierend gewesen.
Zu schnell hatte auch diese Entdeckung ihren Glanz verloren und Basil war wieder gelangweilt gewesen. Man sollte denken, dass es eine Menge Aufregung gab, da Lake Louise zum Territorium des Alpha Primus gehörte, der die gesamte Paranormale Allianz im Krieg gegen die Psy anführte. Hatte er schon erwähnt, wie gründlich er sich geirrt hatte?
Wenn er das gewusst hätte, als er die Stelle angenommen hatte, hätte er das Angebot abgelehnt. Basil war zu jung, um einen Job mitten im Nirgendwo zu wollen, wo größtenteils Paranormale lebten, die kaum krank wurden. Er hätte seine Dienste dem Militär anbieten sollen, aber Basil war nicht sicher gewesen, ob er an der Front sein wollte. Jetzt war er überzeugt, dass alles besser war als dieser Ort.
Hier würde er sich noch zu Tode langweilen.
„Ich meine, nein, Alpha, nichts zu gestehen.“ Er konnte den zweifelnden Blick des Mannes sehen und musste das Thema wechseln. „Sie wollten mit mir sprechen, Sir?“
Glücklicherweise sprach Alek ihn nicht darauf an, dass er der Frage offensichtlich auswich. „Ich habe einen Anruf vom Alpha des Lateinamerikanischen Territoriums bekommen.“ Hm.
Basil war in letzter Zeit ziemlich gelangweilt gewesen, aber er glaubte nicht, dass er irgendetwas getan hatte, um jemanden zu verärgern, der mehrere tausend Kilometer entfernt war. Er hatte den Alpha des Latino-Territoriums nicht einmal getroffen, nur seinen Assassinen, Hunter, und wusste jetzt, dass er mit dem Gefährten dieses Mannes nicht herumscherzen sollte – außer er wollte Körperteile verlieren.
Aber das war mindestens vor einem Monat gewesen. Er konnte sich nicht vorstellen, dass Hunter ihm so lange grollte. Er beschloss, dass es am besten war, so wenig wie möglich zu sagen, um sich nicht in Schwierigkeiten zu bringen. „Ach ja?“ Da, das war unverbindlich.
Was machte es schon, wenn der Alpha Primus dreinsah, als kaufte er Basil seine Unschuld nicht ab? Solange Basil sich nicht selbst belastete, war alles in Ordnung.
„Ich bin nicht sicher, ob Alpha Ramirez wusste, was er tat, als er mich darum bat, aber er wollte, dass du ins Latino-Territorium umziehst, um als Arzt im Alpha-Anwesen zu arbeiten.“
Er hatte auf keinen Fall richtig gehört, was Alek gerade gefragt hatte. „Haben Sie den Verstand verloren?“
Als der Alpha über die dumme Frage die Brauen weit hochzog, erkannte Basil, was er gerade gesagt hatte. „Ich meine …“ Fuck, jetzt war er wirklich in ein Fettnäpfchen getreten. Niemand sprach so mit dem Alpha Primus der Allianz und überlebte.
„Ich wollte nicht …“ Basil war ohnehin nicht gut darin, sich zu entschuldigen, aber das war der Alpha Primus, ein Mann, der Basil mit nur einer Bewegung seiner riesigen Hand töten könnte. Alek Rykov war ein Sibirischer Tiger-Wandler. Als Tier war er zu gleichen Teilen gnadenlos und schlau. Als Mensch … nun ja, es gab einen Grund, aus dem dieser Mann der Alpha Primus der gesamten Allianz war.
Und Basil hatte den Mann gerade verrückt genannt. Er musste wirklich lernen, sein vorlautes Mundwerk zu beherrschen. Er zwang sich zur Entspannung und atmete tief ein. „Ich meine, hat dieser Alpha den Verstand verloren?“
Sobald sein Gehirn seinen Mund eingeholt hatte, merkte Basil, dass es vermutlich nicht besser war, einen anderen Alpha zu beleidigen. „Ich meine …“ Verdammt, wie war er wieder ganz am Anfang gelandet?
Als er weiterhin herumstotterte, lachte der Alpha Primus laut heraus. „Lass mich dich retten, Basil. Meiner Meinung nach hat Talon Ramirez ganz sicher den Verstand verloren, aber das hat der Rest seines Teams auch.“
Die große, kräftige Hand des Alpha Primus, die noch auf seiner Schulter lag, drückte sie leicht. „Tatsächlich denke ich, du würdest gut in dieses Team passen. Sie hatten bisher kein Glück damit, einen Arzt für längere Zeit zu behalten. Genauer gesagt vertreiben sie alle. Deshalb habe ich deiner Überweisung zugestimmt, wenn du das auch willst.“
Vor etwas über einem Monat hatte Basil Anemone behandelt, der mit Drogen betäubt und unterernährt gewesen war. Der Gefährte des Mannes, Hunter, hatte Basil erzählt, dass sie immer wieder Hilfe aus dem Nördlichen Territorium anfragen mussten, da sie keinen eigenen Arzt hatten.
Außerdem hatte er die ständige Gefahr erwähnt, in der sie sich befanden, da sie versuchten, die Korruption im Latino-Territorium auszumerzen. Für Basil klang das nach einer Herausforderung, an der er gerne eine teilhaben wollte.
Vermutlich sollte er fragen, warum die anderen Ärzte das Team von Alpha Ramirez verlassen hatten, aber das war ihm egal. Er war zu begeistert über die Chance, Lake Louise endlich verlassen zu können. „Ich mache es.“ Er wusste, dass er zu eifrig klang, aber er würde diese Gelegenheit nicht verpassen, während er noch darüber nachdachte.
Der Alpha Primus grinste. „Das dachte ich mir. Sie ziehen am nächsten Morgen in den Kampf und brauchen dich dort. Ein Luftfahrzeug wird um sechs Uhr morgens bereitgestellt. Sei dann bereit zum Aufbruch“, sagte der Alpha.
Basil nickte. „Ja, Sir.“
„Und Basil.“ Der Alpha Primus sah Basil in die Augen. „Viel Glück.“
„Danke, Sir.“
Er sah zu, wie der Alpha Primus davonging. Sobald der Mann um die Ecke gebogen war, sprang Basil mehrmals auf und nieder. Einige Leute, die um ihn herum arbeiteten, sahen ihn seltsam an, aber er kümmerte sich nicht darum. Er würde endlich tun können, was er wollte – als Arzt praktizieren.
* * * *
„Bist du sicher, dass der Kerl Arzt ist?“, fragte Blade, während er mit einer Akte in der Hand den Kommunikationsraum betrat. „Er ist erst einundzwanzig. Wie kann jemand mit einundzwanzig schon Arzt sein?“
Das war eine gute Frage. Wyatt Klaeger war nicht sicher, ob er jemand so Jungem zutrauen würde, sich um seine Verletzungen zu kümmern. Nicht, dass er sich Sorgen machen musste. Da er ein Bären-Wandler war, heilten die meisten seiner Verletzungen schnell und bei ernsteren musste er sich lediglich verwandeln.
Aber in manchen Fällen, wie etwa bei Carvers Vergiftung oder als Rune mit in Schwefelsäure getauchten Stacheldraht an der Decke aufgehängt worden war, wäre es hilfreich, einen Arzt in der Nähe zu haben. Außerdem hatten Rune und Carver gerade einen kleinen Jungen adoptiert, Heath, und der würde regelmäßige Check-ups brauchen.
Trotzdem würde dieser einundzwanzigjährige Junge kaum einen Tag bei ihnen überleben. Wyatts Freunde waren nicht gerade freundlich zu anderen.
Keiner der früheren Ärzte oder Feldsanitäter war länger als für eine Mission beim Team geblieben. Manche schafften nicht einmal die gesamte Mission, bevor sie vor ihnen flohen. Einige hatten es so eilig gehabt, dass sie beinahe in die Reihen des Feindes gerannt waren.
Als „großer Bruder“ der Gruppe hatte Wyatt versucht, seine Freunde davon abzuhalten, das medizinische Personal zu verjagen, aber es war wie der Versuch, eine Wolke zu fangen – unmöglich.
Er und seine Freunde waren seit dem Kindergarten zusammen. Nun ja, Wyatt war in der ersten Schulklasse gewesen, daher auch sein Spitzname „großer Bruder“.
Zu Hause war er das älteste von sechs Kindern gewesen, daher war ihm relativ leicht gefallen, auch für seine Freunde diese Rolle zu übernehmen.
„Bei Anemone hat er großartige Arbeit geleistet“, verteidigte Hunter ihn.
Da Hunter es war, der Dr. Riddick empfohlen hatte, war es keine Überraschung, dass er sich für den Mann einsetzte.
„Er ist einundzwanzig, Hunter.“ Blade warf die Akte vor Hunter auf den Tisch. „In diesem Alter wird er uns niemals überleben.“
Alle Blicke gingen zu Paytah, ihrem Feuer-Mystiker, der beiläufig einen Feuerball in die Luft warf. Nach mehreren Momenten blinzelte Paytah sie an. „Was?“ Die Tatsache, dass er das derart entrüstet sagen konnte, ohne zu lachen, bereitete Wyatt Sorgen.
An guten Tagen war Paytah ein Klugscheißer. An den meisten Tagen bedeutete er einfach nur Ärger. Der Feuer-Mystiker war nie böswillig gewesen, lediglich seine Auffassung von Witzen war etwas verdreht und er schien nicht zu wissen, wann er aufhören sollte.
Von allen stand Wyatt Paytah am nächsten. Der Feuer-Mystiker war bei Wyatts Familie eingezogen, nachdem seine Eltern vom Ältestenrat ermordet worden waren, weil sie es gewagt hatten, gegen ihre Tyrannei zu protestieren.
Fünf Jahre lang hatten Paytah und Wyatt im selben Haus gewohnt und einander besser kennengelernt als die anderen. Wyatt wusste, warum Paytah sich so verhielt, wie er es nun mal tat. Er wusste nur nicht, wie er seinen Freund dazu bringen könnte, sich zu ändern.
Paytah starrte seine Freunde störrisch an. „Ich kümmere mich nur um meine Angelegenheiten, warum seht ihr mich alle an?“ Seit sie ins Latino-Territorium gekommen waren, war Paytah allmählich immer schlimmer geworden. Wyatt sorgte sich, dass der Mann etwas Drastisches tun würde, wenn sich nicht etwas änderte.
Evan, ihr Wasser-Mystiker und Waffenspezialist, verdrehte die Augen. „Ach, komm schon, Pay. Du hast mindestens die Hälfte des medizinischen Personals vertrieben, das mit uns gearbeitet hat.“
Der Feuerball verschwand und Paytah sprang von seinem Stuhl auf. Er ging direkt zu Evan und bohrte einen Finger in seine Brust. „Und du warst ebenfalls da und hast mich angespornt, also denk ja nicht, dass ich die ganze Schuld auf mich nehme, Wasserjunge.“ Verdammt.
Wyatt hasste es, der zu sein, der die beiden trennte. Aber als „großer Bruder“ fiel die Aufgabe, das Team auf Kurs zu halten, normalerweise ihm zu. Nicht, dass Talon es nicht tat, wenn es notwendig war, aber ihr Anführer hatte eine Menge zu tun. Er sollte nicht auch noch Babysitter für das Team spielen müssen.
„Das reicht, ihr zwei.“ Wyatt trat zwischen die beiden, gerade als Evan Paytahs Finger packte und begann, ihn umzubiegen. Es war, als kümmerte er sich immer noch um seine Brüder und Schwestern, während seine Eltern arbeiteten. Er hatte es damals gehasst und er hasste es jetzt.
Er schob die zwei auseinander. „Wenn ihr nicht aufhört, schicke ich euch beide in die Ecke, damit ihr euch verdammt nochmal beruhigen könnt, verstanden?“
Als beide nickten, verschränkte er die Arme und wartete darauf, dass sie davongingen, was in letzter Zeit immer länger dauerte. Unter dem Druck, den Ältestenrat und die Rebellen zu finden, bevor sie das Latino-Territorium zerstören konnten, begann das Team allmählich zu brechen.
Adrenalin strömte durch Basils Adern, als das Luftfahrzeug auf dem Rasen hinter dem Gebäude landete, das angeblich das Alpha-Anwesen des Latino-Territoriums war. Es war nicht so riesig wie die Einrichtung in Lake Louise, aber doch groß.
Was ihm eher Sorgen bereitete, war der üppige, von Wald umgebene Rasen – keins von beiden passte in das wüstengleiche Klima von Juarez. Die Akte, die er gelesen hatte, hatte erläutert, dass der neue Alpha Talon Ramirez erst vor kurzer Zeit ernannt worden war, nachdem er den vorherigen Alpha, Raptor Ramirez, getötet hatte.
Er hoffte, dass all die Vegetation vom früheren Alpha veranlasst worden war und nicht vom neuen. Basil betrachtete es als Sünde, die Landschaft des Planeten grundlegend zu verändern, nur um es sich hübsch zu machen.
Als er aus dem Luftfahrzeug stieg, war er froh, Hunter und Anemone zu sehen, die ihn begrüßten. Nicht, dass er ein freundliches Gesicht brauchte, aber er musste zugeben, dass es half.
„Anemone, es ist wundervoll, dich so gesund zu sehen.“ Er achtete nicht auf Hunters warnendes Knurren, als er Anemone in eine Umarmung zog.
„Dr. Riddick, es ist gut, dich so hinreißend wie immer zu sehen“, gab Anemone zurück, bevor sein Gefährte ihn von Basil wegriss.
Hunter funkelte Basil an. „Flirtest du nur mit meinem Gefährten oder mit jedem?“
Basil musterte Anemone absichtlich von oben bis unten und lachte, als Hunter ein weiteres Knurren ausstieß.
Anemone verpasste seinem Gefährten einen Klaps auf den Arm, während er ihm liebevoll in die Augen sah. „Hör auf. Er macht doch nur Spaß, du großer Grobian.“ Anemone sah wieder zu Basil. „Ich bin so froh, dass du zugestimmt hast, zu uns nach Juarez zu kommen.“
In diesem Moment trat ein Mann, der Macht ausstrahlte, mit ausgestreckter Hand vor. „Dr. Riddick, Talon Ramirez. Ich freue mich, dass Sie zugestimmt haben, uns zu unterstützen.“
Basil schüttelte die Hand des Mannes. „Alpha Ramirez, bitte nennen Sie mich Basil.“
Talon zeigte seine geraden, weißen Zähne. „Und wenn nur der innere Kreis in der Nähe ist, nenn mich Talon.“
Er war dankbar für die lockere Einstellung des Alpha. Es gab mehr als genug hochnäsige Arschlöcher in der Welt, die verlangten, dass sie immer mit Titel angesprochen wurden. Allerdings fand Basil es seltsam, dass Ärzte zu den schlimmsten gehörten. Als erhöbe es sie irgendwie über die anderen, wenn sie Doktor genannt wurden.
Basil war einundzwanzig und hatte mit achtzehn bereits einen Abschluss in Medizin und Veterinärmedizin gehabt. All das Gehabe, wie lange es dauerte, Medizin zu studieren, war nicht mehr als das – Gehabe.
Diejenigen, die verlangten, Doktor genannt zu werden, weil sie es sich „verdient hatten“, waren aufgeblasene Windbeutel, wie Basil fand.
„Danke, Alpha, das werde ich.“ Da er die anderen Männer nicht kannte, die in der Nähe Wache standen, blieb Basil beim Titel Alpha.
„Komm hinein und triff das Team.“ Talon führte Basil durch eine Tür, wo ein wummernder Bass seine Ohren bedrängte. Sie betraten eine riesige Küche, die aussah, als gehörte sie in ein Restaurant.
Ein niedlicher Mann, der herumtanzte und laut – und falsch – zu dem gerade laufenden Song sang, räumte gerade auf.
„Gibson!“, schrie Talon über die Musik.
Der Mann drehte sich um und schenkte Talon ein strahlendes Lächeln. Sie mussten Gefährten sein. Basil war in letzten Jahr einigen Gefährtenpaaren begegnet und er musste zugeben, dass sie ihn faszinierten. Jeder Blick, jede Berührung, schien ihre Liebe füreinander auszudrücken, selbst wenn sie kämpften.
Mit einundzwanzig wusste Basil, dass es eine Weile dauern würde, bis er seinen eigenen Gefährten fand, aber bei jedem Paar, das er traf, sehnte er sich mehr danach, dass es eher früher als später geschah.
Gibson drehte an einem Knopf an der Wand und die Musik wurde leiser. Wie von einem Magneten angezogen ging Gibson direkt in Talons ausgebreitete Arme und hob den Kopf für einen Kuss.
Ja, das war es, was Basil wollte – jemanden, der ihn bedingungslos liebte. Er hatte dieses Gefühl noch nie wirklich erlebt, nicht einmal mit seiner Familie. Als er im Alter von einem Jahr schon lesen konnte, hatte man sein Genie entdeckt. Danach waren Hauslehrer angestellt worden, damit er sein volles Potential ausschöpfen konnte.
Er verbrachte kaum Zeit mit seiner Familie, da seine Eltern darauf bestanden, dass Lernen wichtiger für ihn war. Mit zehn Jahren hatte er die Highschool abgeschlossen und war auf die Uni geschickt worden.
Mit achtzehn hatte er vier Studien abgeschlossen. Die ersten beiden waren Chemie und Biologie gewesen. Dann hatte er mit vierzehn Veterinärmedizin begonnen. Mit achtzehn hatte er außerdem seinen Abschluss in Medizin mit dem Schwerpunkt Wandler-Physiologie gemacht.
Zuerst hatten seine Eltern ihn zweimal im Jahr besucht, um sich zu vergewissern, dass er die Regeln befolgte, aber als er vierzehn geworden war, hatten sie nicht einmal mehr angerufen, um von ihm zu hören. Es war, als hätten sie ihn vergessen, zumindest bis er seinen Abschluss gemacht hatte. Dann waren sie plötzlich da gewesen und hatten jedem, der zuhören wollte, erzählt, wie stolz sie auf ihren Sohn waren.
Das war einer der Gründe, warum er Lake Louise als seinen ersten Arbeitsplatz gewählt hatte – um von seinen ruhmsüchtigen Eltern wegzukommen. Er war im Outback-Territorium aufgewachsen und Lake Louise lag etwa so weit davon entfernt, wie es nur möglich war.
Talon wich aus dem Kuss zurück und stellte seinen Gefährten vor. „Süßer, ich möchte dir Dr. Basil Riddick vorstellen. Basil, das ist mein Gefährte, Gibson Martin.“
Gibson lächelte ihn an, während sie Hände schüttelten. „Nett, dich kennenzulernen.“
Da er den Gefährten des Alphas nicht verärgern wollte, versuchte Basil, sein Mundwerk zu beherrschen, aber der leichte Eukalyptus-Duft, der seine Sinne kitzelte, lenkte ihn so ab, dass er die ersten Worte aussprach, die ihm einfielen. „Es ist auch nett, dich kennenzulernen, Gibson. Singst du immer falsch oder war der Song außerhalb deiner Stimmlage?“
Haselnussbraune Augen verengten sich leicht.
Verdammt.
Was stimmte nicht mit ihm? „Ich habe nicht … Eigentlich meine ich …“ Basil wusste nicht, was er vorgehabt hatte. Er hatte den Mann einfach nicht beleidigen wollen. Ja, es war ihm egal, ob Gibson falsch sang. Er war lediglich neugierig. „Tut mir leid, ich wollte dich nicht beleidigen.“
Gibson neigte den Kopf und musterte Basil einen Moment. Dann nickte er. Basil wünschte nur, er wüsste, was das bedeutete.
Anemone hatte das Gesicht mit der Hand bedeckt, während Hunter die Lippen gekrümmt hatte, als versuchte er mit aller Kraft, nicht zu lachen. Den Alpha konnte Basil nicht lesen. Er hoffte nur, dass er nicht schon weniger als zehn Minuten nach seiner Ankunft hinausgeworfen wurde.
Gerade als er dachte, dass alles verloren war, schenkte Gibson ihm ein weiteres Lächeln. „Willkommen in Juarez.“ Der Mann zwinkerte ihm zu, bevor er zur Wand zurückging und auf einen Knopf drückte.
Die Melodie von Guns N’ Roses‘ „Welcome to the Jungle“ erfüllte den Raum. Basil ertappte sich dabei, einstimmen zu wollen, als Gibson den Refrain schmetterte.
Eine Hand an seinem Ellbogen hielt ihn davon ab, genau das zu tun, und Talon führte ihn aus der Küche. Sie gingen durch einen Gang zur ersten Tür auf der rechten Seite.
Sobald Talon sie öffnete, traf Basil der Eukalyptus-Duft, der ihn in der Küche abgelenkt hatte, mit voller Wucht. Sein Blick fiel auf einen großen Mann, den massigsten im Raum.
Basils Körper reagierte auf den Blick des hinreißenden Mannes mit den schulterlangen, dunkelbraunen Haaren, braunen Augen und den vollsten Lippen, die er je bei einem Mann gesehen hatte. Lippen, die zum Küssen geschaffen waren.
Beim Anblick der breiten Brust stellte er sich den Mann ohne Shirt vor und wie Basil jede der Muskeln leckte, die sein Shirt dehnten. Da der Mann saß, konnte er nur bis zur Taille hinabsehen, aber wenn der Kerl harmonisch proportioniert war, würde er einen umwerfend großen Schwanz haben.
Basils Hintern verkrampfte sich bei der Vorstellung, von diesem Mann erfüllt zu werden. Seit er Sex entdeckt hatte, wusste Basil, dass er eine Schwäche für Größe hatte – je größer, desto besser. Normalerweise wurde er enttäuscht, aber irgendwie ahnte er, dass dieser Mann genau richtig für ihn sein könnte.
„Leute, ich möchte euch Dr. Basil Riddick vorstellen.“ Talons Stimme zwang Basils Aufmerksamkeit zu den restlichen Leuten im Raum zurück. „Basil, das ist Blade, mein Zweiter Befehlshaber.“ Der Mann, auf den er deutete, war beinahe so groß wie Talon. „Sein Gefährte, Forest.“
Sowohl Blade als auch Forest kamen heran, um Basil die Hand zu schütteln. Glücklicherweise besaß Basil ein hervorragendes Gedächtnis, sonst hätte er sich nie all die Namen gemerkt, da er immer noch auf den großen, attraktiven Mann am anderen Ende des Raums konzentriert war.
„Kai ist mein Vollstrecker.“ Ein Mann, der aussah, als könnte er jede Strafe vollziehen, die der Alpha bestimmte, trat vor und schüttelte Basils Hand.
„Paytah ist unser Nahkampfspezialist.“ Der geschmeidige Mann, der dann vortrat, schien Basil genau zu betrachten.
Das war ein wenig entnervend.
Als Paytah ihn weiterhin anstarrte, obwohl Basil ihm die Hand hinhielt, hatte er genug. „Wenn du willst, kann ich dir ein Poster drucken lassen, das du anstarren kannst.“
Der gesamte Raum wurde still.
„Du bist zwar süß, aber nicht mein Typ, Kurzer.“ Paytah grinste und schüttelte endlich Basils Hand.
„Kurzer? Ich bin ein paar Zentimeter größer als du.“ Basil war knapp einen Meter achtzig groß, aber Paytah sah eher so aus, als wäre er einen Meter fünfundsiebzig.
Der Mann zwinkerte ihm zu. „Ja, aber da ich so gut aussehe, bemerkt niemand meine Größe. Du dagegen …“ Paytah wedelte mit der Hand in der Luft auf und ab, um auf Basils Körper zu deuten. „Nun ja, sagen wir einfach, du wirkst klein.“
„Paytah“, warnte Talon.
Aber Basil achtete nicht auf die Warnung und sagte: „Warum hast du mich dann von oben bis unten gemustert?“
Paytah lachte nur. „Weil wir gerade gewettet haben, wie lange du durchhältst, bevor wir dich verschrecken.“
Gut, das hatte Basil nicht erwartet. Normalerweise war er es, der Ärger verursachte, nicht andersherum. „Wette hundert Mäuse auf ‚nicht in deinem Leben‘ für mich.“
„Eine Herausforderung.“ Paytahs Grinsen wurde noch breiter, während plötzlich ein Feuerball in seiner Hand erschien. „Ich liebe Herausforderungen.“
Basil sah zu, wie der Mann vor ihm den Feuerball in der Hand rollte. Zuerst war er unwillkürlich nervös, weil der Mann den Drang verspürte, ihm seine Fähigkeit zu zeigen, aber während er Paytah beobachtete, erkannte er, dass der Mann es nicht bewusst tat. Der Feuerball war nicht mehr als ein nervöser Tick, wie Fußtappen oder mit einem Kugelschreiber klicken.
Jetzt, da er wusste, dass Paytah keine Bedrohung darstellte, lächelte er zurück. „Ich bin froh, dass ich dir etwas Unterhaltung bieten kann.“
Ein tiefes Knurren vom anderen Ende des Raums rollte über Basil hinweg und setzte sich in seinen Hoden fest. Basils Blick wanderte zu Mr. Groß und Sexy. Er war nicht auf die Wut vorbereitet, die in den dunkelbraunen Augen brannte. Ängstlich trat er einen Schritt zurück.
Ein gemein wirkendes Grinsen trat auf Paytahs Züge.
