Zeitreise ans Ende der Zeit Band 20 - Charlotte Camp - E-Book

Zeitreise ans Ende der Zeit Band 20 E-Book

Charlotte Camp

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Beschreibung

Nach einem brutalen Überfall auf Carla, der tiefe Wunden, und nur einen winzigen Lebenshauch von ihr übrig ließ, schien ihre Zeit auf Erden abgelaufen. Justin der sie, die große Liebe seines Lebens so fand und sie heimlich mit sich nahm, sah seine geheimen Wünsche wahr werden. Endlich würde seine Sehnsucht und Hoffnung sich erfüllen. So spann er, als sie ohne Erinnerung an die Vergangenheit aus dem Todesschlaf erwachte, ein erdachtes Leben, auf Lügen und Wunschfantasien - aufgebaut. Ein falsches Spiel, das er ihr glaubhaft vorgaukelte und eintrichterte. Bis die ersten Zweifel bei ihr erwachten.

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Zum Buch

Nach dem fatalen Hassattentat eines irren Neiders, auf die bezaubernde Zeitreisekundige - Carla, schwebte sie zwischen Leben und Tod - einem schwachen Windhauch gleich.

Lange dämmerte sie in tiefem Koma, bis sie schließlich in einer fremden Welt erwachte. Einer zerstörten Welt am Ende der Zeit.

Zur Autorin:

In einem kleinen Harzdörfchen - in selbstgewählter Ruhe und Abgeschiedenheit, widmet sie sich nun ausschließlich ihrem Hobby - dem Schreiben utopischer Abenteuer Romane und Mystery - Triller.

Inhalt:

Kap. 1: Der Anfang der Zeit

Kap. 2: Glück im Unglück

Kap. 3: Frühlingserwachen

Kap. 4: Der Aufbau

Kap. 5: Ehre sei Gott

Kap. 6: Zurück ins Licht

Kap. 7: Die Wahrheit hinter der Lüge

Kap. 8: Die weite unbekannte Welt

Kap. 9: Wüste Träume

Kap. 10: Die dunklen Mächte

Kap. 11: Das Tor zur Welt

Kap. 12: Wenn die Welt still steht

Kap. 13: Das Dach der Welt

Kap. 14: Die Uhr des Lebens

Kap. 15: Hoffen und Bangen

Kap. 16: Die große Welt

Kap. 17: Die andere Welt

Kap. 18: Wenn die Zeit aus dem Zifferblatt springt

Kap. 19: Geliebter Unbekannte

Kap. 20: Die verlorene Zeit

Kap. 21: Das neue - alte Leben

Kap. 22: Wolfgang

Kap. 23: Geliebter Feind

Kap. 24: Ich bin nicht dein Spielzeug

Kap. 25: Die Abrechnung

Kapitel 1 Der Anfang der Zeit

Und er vernichtete alles was nicht gut war!

Doch nicht Gott hat die Welt vernichtet.

Der Mensch war es selbst.

Die Luft hatte sich höllisch erhitzt und elektrisch aufgeladen.

Verheerende Urgewalten mit Stürmen, Donnergetöse und zischenden Feuerblitzen, hatten die Welt in Brand gesetzt.

Worauf eine alles zerstörende Explosion - keinen Stein auf dem anderen ließ.

Eine Naturgewalt - unvorstellbaren Ausmaßes - gleich dem Weltuntergang, hatte die Erde zerstört und alles Leben vernichtet.

Doch sie war nicht untergegangen, oder gar auseinander geborsten.

Sie leuchtete merkwürdig rot - heller als der Vollmond, denn sie brannte lichterloh, so dass er noch viele Runden um den Globus drehen musste, bevor er auf ihm landen konnte.

So musste er feststellen, dass es auch auf der anderen Seite seines Heimatplaneten nicht anders aussah.

Die verheerende Zerstörung hatte auch dort alles vernichtet. Das Meer hatte weite Landstriche überflutet, selbst in der Arktis, sah er anstatt der Eisberge, nur dampfendes Wasser.

Der Qualm stieg viele Kilometer weit in den Himmel.

Der Brandgeruch war noch immer unerträglich, so dass er kaum zu atmen vermochte.

So fand Justin die Erde vor, als er nach langer, langer Irrfahrt durch das All, endlich die geliebte Mutter Erde wieder sah.

Das Entsetzen, das ihn ergriff, war unbeschreiblich.

Denn ihn erwartete nicht nur verkohlte Erde und verbrannte Wälder, sondern eine einzige Ruinenstätte.

Dort wo einst stolze imposante Hochhäuser in den Himmel ragten - große Einkaufscentren und brausender Verkehr die Straßen belebten und das Leben pulsierte, gab es nur noch Gesteinsberge und Mauerreste.

So trat er in die Ruinenstätte - die verwüstete Geröll Einöde.

Einst war er aufgebrochen - die neu entdeckte, ferne Supernova zu erforschen.

Als erster und einziger Mensch - als Sieger und Eroberer, sie betreten zu haben, oder gar auf seinem Weg durch die unendlichen Weiten, eine zweite Sonne zu entdecken.

Mein Gott, wäre das eine Sensation.

Denn eine helle wärmende Sonne, kann weiteres Leben bedeuten.

Keine anderen hatten es bisher gewagt, diese ungewisse Reise anzutreten.

Wenn nicht mir, wem sonst konnte diese Herausforderung gelingen, dachte er zuversichtlich.

In seiner anfänglichen Euphorie fühlte er sich unsterblich, zumal sein bisheriges Leben - nahezu 800 Jahre zählte.

Jedoch hatte er dieses Mal die heikle Reise unüberlegt, ohne Robby den Zeitenlenker gestartet und es sehr schnell wieder bereut.

Denn ohne Robby, den mächtigen Roboter, musste sein Plan misslingen.

Robby der imstande war, unendliche Zeiten in einem Moment zu überwinden, wie auch sein Leben Stück für Stück zu verlängern.

Zudem wusste Justin nicht so recht, wie er - einmal abgehoben - losgelöst - und vom ewigen Weltraumstrom erfasst, sein Raketenähnliches Weltraumgeschoss abbremsen und den Rückwärtsgang einstellen sollte und ob es überhaupt möglich wäre, ohne Zwischenstation in die entgegengesetzte Richtung umzukehren.

So jagte er wie ein abgeschossener Pfeil durch die Galaxie und entfernte sich mit jeder Minute weiter in unglaubliche Tiefen der Unendlichkeit.

Ein Raum ohne Ende.

Eine Vorstellung, die unser Hirn nicht fassen kann.

So würde er sein restliches Leben und danach als Mumie in dieser Unendlichkeit dahin jagen und selbst zu einem Stern mutieren.

Er hatte viel Zeit zum Grübeln. Es muss doch eine Möglichkeit geben.

So hoffte er, in einem angesteuerten großen Bogen, wenn auch langsam, so doch allmählich, irgendwann wieder an seinen Ausgangspunkt zu gelangen.

Wenn er nur die Richtung nach links oder rechts konstant einhielt.

So muss es ihm wohl letztendlich, nach einer unsäglich langen zermürbenden Ewigkeit gelungen sein, denn das ersehnte Wunder geschah, als er wieder in das Sonnensystem gelangte und die Erde wieder erblickte.

Das ist mittlerweile viele Jahre her.

Doch schon damals war er von dem Hirngespinst besessen, aus der verlorenen Erde - dem Ende der Welt, einen Neuanfang zu schaffen.

Nun, muss man wissen, dass er jederzeit die Stätte des Grauens, durch das Zeitentor, hätte verlassen können, um in jede beliebige Zeit einzutauchen.

Er jedoch hatte sich zum Bleiben und für einen Neubeginn entschieden und nannte es: DER ANFANG DER ZEIT.

Nachdem er für eine bescheidene Neubesiedlung durch Mensch und Tier gesorgt und alles zu wachsen und gedeihen begonnen hatte, erkannte er, dass ihm das Wichtigste fehlte - Ein Weib, das sein Herz erwärmte, sein Blut zum Glühen und den Puls zum Trommeln brachte.

So sollte sie sein, oh - ja es gab diese Frau.

Doch sie hatte einen anderen - ihm vorgezogen, er kam zu spät - damals.

Er dachte an die Jahre voller Wehmut zurück.

Doch nun lag die schwierigste und nervenzerreißendste Suche nach jungen, passenden Männern und Frauen für die Neubesiedlung bevor - die er allesamt aus - vor Hunger und Elend zerstörten Kriegsgebieten voriger Jahrhunderte, errettete.

Während die jungen Burschen sogleich euphorisch den Aufbau vorantrieben, hatte er mit den neuen Frauen anderes im Sinn.

Alle wollte er selbst schwängern - seine Gene fortpflanzen, um außergewöhnlich begabte, perfekte neue Generationen als Grundlage mit seinen Intelligenz Genus zu erschaffen und sicher zu stellen.

Was ihm auch mit besonderem Genuss und Vergnügen, mühelos gelang.

Denn alle Weiber waren ein wenig verliebt in den göttlichen Adonis, der sie aus tiefstem Elend errettet hatte.

So ließ er sie einzeln antanzen, um die Personalien und Daten aufzunehmen und - nun ja - um sie auch auf der Matratze zu prüfen, ob sie für ihren neuen Job als Urahnen einer reichen Nachkommenschaft gut geeignet sind.

Die zweite Generation war geboren.

Neun kleine rosige Schreihälse erblickten innerhalb von zehn Monaten das Licht der Welt.

Alles meine Brut, dachte Justin mit Stolz gereckter Brust.

Doch schon nach Monaten kamen ihm erste Zweifel.

Da hat mir jemand der Kerle ins Handwerk gepfuscht.

Zwei der Kids konnte er mit Sicherheit ausschließen.

Nun gut - so blieben immer noch sieben mit seinen Genen - die sein Erbgut weitertragen würden.

Der Grundstein war gelegt.

Nun wollte er sich nicht mehr in den weiteren Verlauf einmischen. Denn ihm lag daran, dass sie nun Familien gründeten.

Jahrelang hatte er sich abgerackert. Er war Bauer, Maurer, Zimmermann, Bürgermeister und Pastor zugleich.

Das Vieh hatte sich vervielfacht und reichte mühelos für die Nahrungsversorgung, der mittlerweile ebenfalls angestiegenen Bevölkerung.

Die Last der Jahre, die sich inzwischen aneinanderreihten, schienen ihn bisweilen zu erdrücken.

Alles hatte er schon erlebt in den 800 Jahren seines Daseins.

Er hatte bei seinen Zeitreisen, die Vorläufer der Homo Sapiens und die Homo - erectus gesehen, hatte die Stein und Bronzezeit erlebt.

Er konnte sich rühmen - Jesus Christus persönlich kennengelernt, mit ihm bei einem Glas Wein diskutiert und Probleme gewälzt zuhaben.

Seitdem aber immer bereut - bei der Gelegenheit nicht noch die läppischen 60 Jahre zurück gegangen zu sein, um die liebliche Kleopatra von Angesicht zu erleben.

Doch vermutlich hätte er dieses Rendezvous der ebenso Schönen wie gefährlichen, sagenumwobenen Pharaonin nicht überlebt.

So hatte er später bei einem Zusammentreffen mit den kampferprobten Wikingern nur mit List und Tücke sein Leben retten können.

Ebenso hatte er das Mittelalter erlebt und war dicht am Höllentor vorbei geschlittert und dem Teufel so manches Mal von der Schippe gesprungen.

Er hatte viele Frauen in der langen Zeit gekostet - Junge Übermütige, Reife, Exotische, Wilde, Scheue, Züchtige und Sündige.

Doch nur Eine hatte er wirklich geliebt - mehr als sich selbst. Er hatte sich erniedrigt und sich zum Clown gemacht. Gleichwohl konnte er ihre Liebe nicht gewinnen.

Doch in ihrem vorigen Leben hatten sie immer wieder sehr amouröse, erotische Beziehungen, die sich über mehrere Jahrhunderte hinzogen - wieder und wieder neu erwachte Liebesaffären.

Doch darüber hinaus gab es keine Gemeinsamkeiten.

Da sie ohne Bedauern von ihm gehen konnte - ein emotionsloser Abschied ihrerseits.

Was aber jedes Mal herzzerreißende Emotionen bei ihm auslöste und ihn niederwarf.

So hatte er sie manches Mal verflucht und ihr mehr als nur einmal nach dem Leben getrachtet.

Nur er wusste noch davon, da er im Gegensatz zu ihr, zwischenzeitlich nicht gestorben und neu geboren wurde, sondern all die Zeit durchgehend gelebt hatte.

Auch wenn, oder weil er in der Gemeinschaft einen gehobenen verantwortungsvollen Posten einnahm, fühlte er sich dennoch recht einsam.

Er sehnte sich nach einer lieben, doch gleichermaßen gescheiten Partnerin, die zu ihm passte.

Nun ja ein Vollweib sollte es schon sein.

Eine Frau, die seine Sinne beflügelte und sein Blut zum Sieden brachte.

Oh - ja, es gab diese Frau - doch nicht für ihn hatte sie sich entschieden. So musste er weiter suchen...

Im Jahre Dreißig damals, war er einer solchen verführerischen Circe, der unergründlichen Kleopatra so nahe, doch nach einer warnenden Stimme in ihm, hatte er sie nicht weiter in Betracht gezogen.

So schweiften seine Gedanken ins Unendliche, als er den Hang von der Höhle hinabstieg.

Nun war er ausgelaugt und brauchte eine Auszeit und Luftveränderung.

Die Gegend, die er aufzusuchen gedachte - die Stätte, die er am meisten mochte, weil sie dort lebte, war seine Lieblingsstelle.

Ein Landstrich nur 1000 Jahre zurückversetzt.

Dort gab es noch urige Bauernhöfe, doch meist recht armselig und verwittert.

Denn die Zeit der Ausbeutung des Landvolkes durch die viel zu hohen Abgaben an den Landesfürsten, in dem Fall an die Grafendynastie, war noch nicht vorüber.

War das Dörfchen auch grau und schmucklos, so prangte doch drumherum ein idyllisches Paradies, mit viel Platz für Getreideanbau und eine unberührte Natur um den Dorfteich, hinter Rohr und Binsen versteckt.

Auch eine inzwischen morsche Ruhebank verbarg sich dort zwischen Sanddornbüschen, die zum Verweilen einlud.

Ach, würde er sie doch sehen - wenn auch nur aus der Ferne, oder ihr gar wie zufällig begegnen.

Der Gedanke entlockte ihm ein Lächeln und zauberte ein munteres Kinderlied auf seine Zunge.

Doch alles kam anders als gedacht.

Der Zufall: Glück oder Unglück, aus welcher Sicht man es betrachtet, spielte ihm in die Hände.

Mit einem letzten alles umfassenden Blick, zurück auf sein Werk das er geschaffen - den Menschen, die nun sein Leben waren - die ihn achteten und verehrten, trat er aus der Höhle - den Zeitenkanal.

Was dann geschah, war fern all seiner Vorstellungskraft.

Denn er fand Sie inmitten einer wüsten Horde - die ihr offensichtlich nach dem Leben trachtete.

Üble Burschen - darunter auch die gnadenlosen Steuereintreiber des Grafen.

Unbändiger Zorn und Empörung machten ihm Mut, verliehen ihm ungeahnte Kräfte, ihnen furchtlos entgegenzutreten.

Mit einer Waffe, die er nicht gebrauchen musste, trieb er sie in die Flucht. So konnte er das geschundene Opfer im letzten Moment aus den Fängen der zügellosen Bande retten und in Sicherheit bringen.

Er musste nur die Zeitenhöhle erreichen.

Noch wusste er nicht welchen furchtbaren Schaden sie erlitten hatte.

An einem einzigen Tag - in einer einzigen halben Stunde war ihr geregeltes, behütetes Leben nicht nur ins Bröckeln geraten, vielmehr schien es beendet.

Kapitel 2 Glück im Unglück

Mit langen Schritten trat er aus der Höhle - dem Zeitenkanal.

Auf den Armen trug er behutsam seine kostbarste Fracht, seine so lange ersehnte Liebste - sein Leben.

Doch der schwach glimmende Lebenshauch, schien zu erlöschen.

Verzweifelt hauchte er ihr zarte heiße Küsse auf Stirn und Wangen, als wollte er ihr von seinem Leben, seiner Kraft neues Leben einhauchen.

So sahen ihn seine Bewohner kommen.

Erstaunt und ungläubig strömten sie herbei und bildeten umgehend einen Kreis um ihn.

Ein leises aufgeregtes Gemurmel erhob sich und steigerte sich zu einem brausenden Ton.

„Was steht ihr da herum und glotzt blöde.

Seht ihr nicht wie dringend sie der Hilfe bedarf,“ fauchte er in seiner Not.

„Oh nein - nein sie ist noch nicht tot, auch wenn es euch so erscheinen mag,“ murmelte er, mehr zu sich selbst.

„Ich habe sie endlich gefunden und vor dem Teufel errettet. So richtet ein weiches warmes Lager für sie her, am besten im Rathaus, meinem derzeitigen Domizil.

Die erste Nacht werde ich an ihrem Bett Wache halten, doch leider habe ich keine Erfahrung darin, Kranke zu versorgen wie ihr. Ihr müsst mir beistehen in der Not.“

Drei Frauen lösten sich spontan aus der Menge.

„Oh ja Herr, wir werden ihre Pflege übernehmen und unser Bestes geben,“ beteuerten sie.

„Das Beste ist gerade gut genug, denn wisset, sie ist meine Göttin - eure Urmutter, die Göttin der Weisheit,“ fuhr er fort, ein wenig irr zu reden und verwirrt nach einer verständlichen Erklärung suchte.

„Sie ist verschüttet und unter den Trümmern begraben worden, als das Gemeindehaus noch nachträglich einstürzte, lange nach dem Gott die Welt vernichtete. Als sie nach langer Irrfahrt zu mir kommen wollte und mich suchte, flunkerte er.

Oh - wie lange ich sie schon vergebens suche.

So gebe Gott, dass sie bald schon die Augen wieder öffnet und erwacht.

Ich wäre euch sehr dankbar, wenn ihr sie künftighin gebührend pflegt und aufpäppelt.

Seht ihr euch dieser ehrenvollen Aufgabe gewachsen?“

„Ja Herr,“ beteuerten sie heftig nickend.

„Wir werden sie hegen und behüten wie unseren Augapfel.“

Nun gut - doch, ob das genügt? dachte er, schließlich ist nur die beste Versorgung gut genug für sie.

Möglicherweise muss sie künstlich ernährt werden, wenn sie nicht bald erwacht, doch damit wären sie total überfordert, das mussten sie erst lernen.

Doch sie erwachte auch nach zwei weiteren Tagen nicht.

Besorgt überlegte er. So geht das nicht weiter, sie wird sterben.

Ich schwanke noch, ob ich nicht besser einen weisen Schamanen und im Gegensatz dazu eine wissenschaftliche Assistentin aus der Neuzeit für ihre Genesung hinzuziehe.

Vermutlich wären beide angebracht.

Sollten sie mit ihrer unterschiedlichen Auffassung, dem alten Wissen und der neuen Verfahrensweise zu unstimmig sein, so werde ich gegebenenfalls auf den Schamanen verzichten und mich bemühen, eine tüchtige erfahrene Krankenschwester für sie zu gewinnen, überlegte er, während er den Frauen zusah, die sich eilfertig um sie bemühten.

Die fixe Idee mit dem Weisen Schamanen zu verwirklichen jedoch, verwarf er schnell wieder.

Nun saß er wieder geduldig zwischen den Frauen.

Dennoch vermochte er sich nicht von ihrem Lager zu trennen. Er hielt ihre Hand und strich ihr liebevoll über das Gesicht, bis die Frauen ihn resolut fortschickten.

Er erhob sich nur widerwillig, mit den Worten: „Ihr solltet alle mit mir beten, dass ein Wunder geschehe und unsere Urmutter endlich wieder aus ihrem Todesschlaf erwacht - die Augen aufschlägt und uns schaut und sieht, dass alles gut ist, was wir Neues geschaffen haben.

Noch immer drängte sich täglich eine neugierige Gaffer Schar im Eingang.

Das nötigte ihn, den Bau eines Gotteshauses anzuregen und voranzutreiben.

Was die gläubigen Christen mit freudigem Eifer - großer Hingabe und viel Enthusiasmus in Angriff nahmen und liebevoll ausstatteten.

Nun konnten die folgenden Hochzeiten und Taufen in angemessenen Rahmen zelebriert werden.

Kapitel 3 Frühlingserwachen

Die ersten Kirsch und Apfelbäume waren wie durch ein Wunder, neu aus der Erde gesprossen und trugen die ersten Früchte.

Alle zugewanderten Männer und Frauen hatten unterdessen geheiratet.

Nun ja - zu jedem Pott passt bekanntlich auch ein Deckel.

Jetzt lebten sie alle friedlich im Familienstand und pflanzten sich eifrig fort.

Bald würde eine neue Siedlung hinter Feldern und Bäumen entstehen.

Justins eigenes Haus, das zu bauen sich nun umso mehr lohnte, sollte mit viel Sorgfalt und Herzblut, nicht nur zu einem schmucken, behaglichen Heim gedeihen, eher einer Fürstenresidenz - gleich einem Palast erstehen.

Alles war sorgfältig durchdacht, es fehlte an nichts.

Mit einer feierlichen Zeremonie - einem Festumzug mit Gesang, Pauken und Trommelschlägen, übersiedelte er, die immer noch schlafende Carla in sein neues Haus.

Doch selbst die dröhnenden Pauken und Trommelschläge, hatten sie nicht zu wecken vermocht.

Im Haus erwartete sie schon die ausgebildete Fachkraft, die Krankenschwester, welche er kürzlich aus einer Spezialklinik für Komapatienten aus dem 21. Jahrhundert geholt, für einen guten Lohn und gutem Zureden.

Sie würde sich weiterhin aufopfernd um seinen Schützling kümmern, die neben einer Hauswirtschafterin, einem Koch und einigen Frauen aus dem Dorf, das Haus belebten.

Wenn Carlas Genesung Fortschritte macht, werde ich sie allein der Obhut der Frauen überlassen, doch nicht ohne sie vorher von der kundigen Schwester angelernt und geschult zu haben, sinnierte er.

Aber nein, das wäre ein Denkfehler, sie soll nur bleiben, wenn möglich für immer, wir können dringend eine fortschrittliche Medizinerin gebrauchen.