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Für Langley Day ist es nur die Spitze des Eisbergs, Alpha Aiden Macmillan zum Gefährten zu bekommen: Es sind mehr Mächte am Werk, als auf den ersten Blick offensichtlich ist. Da ist einmal Aidens Zögern, einer Paarung zuzustimmen, aber dann gibt es auch Probleme sowohl aus der Vergangenheit als auch aus der Zukunft, denen sich die beiden stellen müssen. Aidens Vergangenheit ist voller Geheimnisse, die das Hidden Lake Rudel zerstören könnten, ganz zu schweigen von seiner Sorge bezüglich alter Werwolflegenden, nach denen sich der Gefährte eines Alphas in einen Omega verwandelt. Aiden will nicht, dass Langley etwas zustößt, schon gar nicht etwas, das sein Leben vor allem aufgrund von Langleys Jugend und Unerfahrenheit in Gefahr bringen könnte. Dem fröhlichen, quirligen Langley ist das jedoch völlig egal. Von psychotischen Leuten, die glauben, dass sie über Aidens und Langleys Leben bestimmen dürfen, bis zu einem Krieg mitten auf den Straßen von Hidden Lake werden Aiden und Langley einander vertrauen und für den Tag kämpfen müssen, an dem in ihrem Leben endlich Alles in bester Ordnung ist. Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die Beziehung eines anderen Paares ein und kann eigenständig gelesen werden, zum besseren Verständnis und um die gesamte Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich jedoch, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 41.800 Wörter
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Veröffentlichungsjahr: 2019
Inhaltsverzeichnis
Prolog
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Epilog
ÜBER DEN AUTOR
LESEPROBE:
Alles in bester Ordnung
Für Langley Day ist es nur die Spitze des Eisbergs, Alpha Aiden Macmillan zum Gefährten zu bekommen: Es sind mehr Mächte am Werk, als auf den ersten Blick offensichtlich ist. Da ist einmal Aidens Zögern, einer Paarung zuzustimmen, aber dann gibt es auch Probleme sowohl aus der Vergangenheit als auch aus der Zukunft, denen sich die beiden stellen müssen.
Aidens Vergangenheit ist voller Geheimnisse, die das Hidden Lake Rudel zerstören könnten, ganz zu schweigen von seiner Sorge bezüglich alter Werwolflegenden, nach denen sich der Gefährte eines Alphas in einen Omega verwandelt. Aiden will nicht, dass Langley etwas zustößt, schon gar nicht etwas, das sein Leben vor allem aufgrund von Langleys Jugend und Unerfahrenheit in Gefahr bringen könnte. Dem fröhlichen, quirligen Langley ist das jedoch völlig egal.
Von psychotischen Leuten, die glauben, dass sie über Aidens und Langleys Leben bestimmen dürfen, bis zu einem Krieg mitten auf den Straßen von Hidden Lake werden Aiden und Langley einander vertrauen und für den Tag kämpfen müssen, an dem in ihrem Leben endlich Alles in bester Ordnung ist.
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die Beziehung eines anderen Paares ein und kann eigenständig gelesen werden, zum besseren Verständnis und um die gesamte Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich jedoch, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.
Länge: rund 41.800 Wörter
FREY ORTEGA
Alles in bester Ordnung
Hidden Lake 2
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene
ME AND THE MUSE PUBLISHING
www.meandthemuse.com
Copyright © der englischen Originalausgabe „Right as Rain“:
Frey Ortega
Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:
Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe
Hohenstaufenring 62, 50674 Köln
Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs
Übersetzt von: Jutta E. Reitbauer
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Widmung
Für all meine wunderbaren Leser, vielen Dank, dass ihr dieses Buch gekauft habt. Viel Spaß damit! Es kommt noch mehr Lesestoff, und ich freue mich, dass ihr hier seid, um die Reise gemeinsam mit mir anzutreten.
Vor zwei Monaten
Aiden Macmillan lächelte, als er die Jubelrufe und Geräusche der Feier, den Rhythmus der Musik und den Klang von rauem Lachen um sich herum hörte. Hidden Lake war oft so ein ruhiger, kleiner Ort des Friedens. Es jetzt voller Aktivität zu sehen, war in Aidens Augen fast so, wie zum Mardi Gras in New Orleans zu sein.
Fast.
Sie hatten auch jeden Grund zum Feiern. Heute war der Abend, an dem die neuen Mitglieder im Rudel eingeführt wurden. Diejenigen, die vorher zu jung gewesen waren, jetzt aber alt genug waren, um die Abläufe im Rudel zu verstehen, ebenso wie andere Leute von unterschiedlichster Herkunft und Gesinnung, die sich speziell Hidden Lake und sein Rudel ausgesucht hatten, nachdem sie ihre alte Heimat verlassen hatten, sie alle nahmen an der Feier teil, unter dem Schutz ihres Rudels.
Rund um das Alphahaus konnte Aiden sehen, wie die Mitglieder seines Rudels sich bei Essen, eiskaltem Bier und Gesprächen amüsierten. Kinder wärmten sich mit etwas heißer Schokolade auf, während sie am Lagerfeuer Geschichten erzählten. Auch die Erwachsenen hatten Spaß, einige von ihnen tanzten trotz des kalten Herbstwetters, und manche unterhielten sich. Finn, Aidens Sohn, hatte den Arm um seinen gerade erst gefundenen Gefährten gelegt, einen Prinzen aus einem Land am Mittelmeer vor der Küste Marokkos, ein Mensch namens Kahlil Amir, und neue und alte Gesichter hatten sich zum Plaudern versammelt.
Trotz der Freude konnte sich Aiden eines Gefühls der Unruhe nicht erwehren. In seinem Inneren gab es etwas, was das Gefühl von Glück und Frieden, das ihn umgab, verdrängte, aber was genau war es? An diesem Abend war alles in bester Ordnung. Tatsächlich war mit diesem bestimmten Tag gar nichts falsch. Er hatte einen tollen Vormittag gehabt und es geschafft, an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Erst jetzt, als der Mond über ihnen leuchtete, fühlte sich Aiden zum ersten Mal seit langer Zeit einsam.
Er machte einen tiefen Atemzug und dachte darüber nach, was genau ihn an diesem Abend störte. Es war nicht der Geruch von Gefahr. Falls es das wäre, gab es ungefähr fünfzehn bestens trainierte Wölfe, die sich um das Problem kümmern würden, ganz zu schweigen von seinem eigenen Sohn, der spielend allein zurechtkam. Hidden Lake war auf alle Schwierigkeiten vorbereitet. Das war es nicht. Aiden sah sich um und bemerkte, dass er der Einzige war, der von was auch immer in der Luft hing beeinflusst wurde.
Es war der Duft der Verlockung, wie eine sanfte Brise von einem Ort, den er nicht wirklich kannte, wie warme, frisch gewaschene Wäsche oder Friedlichkeit und ein Gefühl von Zuhause. Er fuhr mit der Hand durch sein ebenholzschwarzes Haar, beobachtete die Feier von seinem Aussichtspunkt auf der Veranda und nahm einen kleinen Schluck von dem kalten Bier in seiner Hand.
„Beschäftigt dich etwas?“
Aiden drehte sich zu Samara um, einer der älteren Frauen, die sich erst vor kurzem Hidden Lake angeschlossen hatten. Obwohl sein Rudel hauptsächlich aus Wölfen bestand, hatte Aiden eine Ausnahme gemacht und Samara, eine Karakalwandlerin, aufgenommen. Die Wüstenkatzenwandlerin war die Ziehmutter des Gefährten seines Sohns und eine kompetente Frau, die genauso loyal wie beschützend war. Das respektierte Aiden an ihr.
Und dass Samara ein Geheimnis bewahren konnte.
Samara war immer züchtig angezogen, heute in einem Kleid, das ihren ganzen Körper bedeckte, und einer schlichten schwarzen Jacke. Sie sah Aiden mit ihren dunkelbraunen Augen an, die Andeutung eines Lächelns auf dem Gesicht.
„Mm“, machte Aiden nur und nickte dabei. Die Ernsthaftigkeit auf seinem Gesicht schien durchzukommen und wurde durch die leichten Falten betont, die auf seiner Stirn erschienen. Mit vierzig Jahren war er nicht unbedingt ein alter Tattergreis, aber er galt auch nicht mehr als jung. Er hatte ein Kind, stand Hidden Lake seit zweiundzwanzig Jahren als Alpha vor und hatte seine Frau verloren. Als er also plötzlich dieses dumpfe Gefühl in seinem Magen spürte, wusste Aiden, dass entweder etwas ganz und gar nicht mit ihm stimmte oder er sterben würde.
Und das Letztere schien nicht besonders wahrscheinlich zu sein, wenn man in Betracht zog, wie lange Wolfswandler lebten, ebenso wie die Tatsache, dass menschliche Krankheiten Wolfswandlern nichts anhaben konnten.
Samara verdrehte die Augen. „Weißt du, Alpha du könntest etwas spezifischer sein wegen dem, was du fühlst.“ Sie legte die Hände in den Schoß. „Falls du es für dich behalten willst, werde ich nicht nachbohren. Es ist nur so beunruhigend, dich so verwirrt zu sehen, wenn nichts Schlimmes vorgefallen ist.“
Aiden grinste und sah Samara an. „Ich weiß. Bis jetzt war es ein perfekter Tag“, gab er mit einem Nicken zu.
„Was ist dann das Problem?“ Samara legte den Kopf schief.
„Das Problem ist … Ich weiß, dass es keines gibt, und trotzdem ist eines da. Ich habe ein ungutes Gefühl. Ich kann es in der Luft riechen. Es ist nicht gefährlich und niemand sonst kann spüren, aber ich spüre es tief in meinen Knochen“, erwiderte Aiden. „Es ist einfach nur beunruhigend, das ist alles. Es ist besonders beunruhigend, weil ich nicht unentschlossen sein sollte. Was würden meine Highlander-Vorfahren zu meinem Verhalten sagen?“ Aiden grinste. Samara verdrehte die Augen. „Es riecht wie die Blätter im Frühling. Frisch und irgendwie köstlich?“ Aiden kratzte sich am Kopf. „Es ist ziemlich verwirrend.“
Samara blinzelte und brauchte einen Moment, um etwas zu sagen. Sie nippte an ihrem Saft, stellte das Glas neben sich, rutschte näher an den Alpha und rieb ihre Hände aneinander, als sie erschauerte. Aiden lachte unterdrückt.
Der Karakal, der aus Kahlils Küstenstaat kam, würde sich nie an das kalte Wetter in Montana gewöhnen.
„Das klingt, als ob es ein Problem ist, das nur du lösen kannst“, sagte Samara. „Es wird ja nichts passieren, wenn du deiner Nase folgst. Wer weiß, was du findest? Vielleicht ist das beunruhigende Gefühl, das du hast, ein Zeichen, weil heute Abend ganz sicher keine Gefahr droht.“
„Ein Zeichen für was genau?“, fragte Aiden mit neugieriger Miene.
Samara zuckte mit den Schultern. „Das weiß ich auch nicht. Folge dem Pfad. Er mag dich zu einem überraschenden Ziel führen.“
„Und ich habe gedacht, dass ich in meinem Alter keine Ratschläge mehr bekommen würde“, meinte Aiden, was Samara dazu brachte, mit den Achseln zu zucken.
„Ich bin daran gewöhnt, für Kahlil eine Mentorin zu sein. Ich entschuldige mich, falls du das Gefühl hast, dass ich dich nicht respektiere“, sagte Samara und legte eine Hand auf ihre Brust, doch Aiden schüttelte den Kopf.
„Ganz und gar nicht. Ich finde es erfrischend. Falls ich mit jemand anderem darüber geredet hätte, hätte er mich nach Informationen ausgequetscht, die ich nicht habe.“
Samaras lachte leise. „Bei manchen Angelegenheiten werden diese jungen Küken immer unruhiger sein als wir, die ein bisschen mehr Lebenserfahrung haben. Abgesehen davon, falls es gefährlich wäre, würde ich dich begleiten.“ Samara lächelte. „Aber das ist etwas, was du alleine suchen musst. Wer weiß? Vielleicht ist dieser frische, köstliche Duft nur ein Laib Brot, der auf dich wartet.“ Samara schenkte ihm ein freches Grinsen, woraufhin der Alpha lachend den Kopf schüttelte.
Aiden stand auf, leerte den Rest seines Biers, um sich ein wenig Mut anzutrinken, und stellte dann die Flasche neben Samara. „Falls ich bis Sonnenaufgang nicht zurück bin, dann schick einen Suchtrupp nach mir los.“
„Ich glaube nicht, dass das notwendig sein wird. Die Leute werden wissen, wenn ihr Alpha vermisst wird.“ Samaras Lippen verzogen sich zu etwas, das wie ein halbes Lächeln aussah. „Aber damit du beruhigt bist, werde ich das tun.“
Er lachte leise, schloss die Augen und verließ sich auf seinen Geruchssinn. Die Luft um ihn herum tief in seine Nase ziehend, schnüffelte Aiden diesem beunruhigenden Geruch hinterher, als ob es ein Signal sei, das ihn und nur ihn allein anzog. Er ging los und ließ Samara zurück. Das Geräusch von knackenden Knochen, die sich wieder zusammenfügten, erfüllte die Luft, als er zu seiner Wolfsgestalt wechselte. Fell spross aus seiner Haut, und sein Gesicht verlängerte sich zu einer Schnauze. Auf allen vieren war Aiden viel größer als ein durchschnittlicher Wolf, und sein Fell hatte die Farbe der dunkelsten Nacht. Mit der Nase am Boden lief er zwischen den Bäumen hindurch und über Grasstreifen, die leicht mit Schnee bedeckt waren.
Binnen kürzester Zeit erreichte Aiden einen Pfad, der einen der Hügel in der Nähe seines Hauses hochführte, und betrat ein Wäldchen.
Auf diesem erhöhten Aussichtspunkt, ganz oben auf dem Hügel, sah der Mond noch heller und schöner aus und viel voller, als er ihn je erlebt hatte. Sterne erhellten den Nachthimmel, und als er wieder nach unten blickte, erkannte er die vertraute Silhouette eines Mannes, der leise summend das Mondlicht betrachtete.
Aidens Körper richtete sich auf, seine Knochen knirschten und bewegten sich an ihren Platz. Er rollte den Kopf und seine Arme, um seinen ganzen Körper vernünftig auszurichten, und streckte sich.
„Langley?“, sagte Aiden. Das vertraute goldblonde Haar des Mannes schimmerte im Mondlicht.
Als Langley sich mit einem leisen Keuchen umdrehte, zeigte sein jugendliches Gesicht Überraschung. „Oh, Alpha!“ Langsam stand Langley auf. Das tiefe Blau seiner Augen leuchtete, als er lächelte. Fröhlich wie immer blickte er mit leicht geröteten Wangen zu Aiden hoch, und Aiden spürte, wie sein Herz laut in seiner Brust hämmerte. „Stimmt was nicht?“
Er schien Aidens Nacktheit gar nicht zu bemerken. Schließlich waren sie Gestaltwandler, und bei einer Verwandlung blieb die Kleidung nicht am Körper.
Aiden schnüffelte und drehte den Kopf von einer Seite zur anderen, ehe er Langley direkt in die Augen sah.
Monate waren vergangen, seit er begonnen hatte, etwas für den jungen Gestaltwandler zu empfinden. Dennoch konnte Aiden nicht dieses gewisse Etwas abschütteln, das an ihm nagte. Zuerst war es ein Gefühl wie Besitzgier, das ihn durchlief, wann immer er Langley sah. Doch dann wurde es eine Wärme, die sich in seinem ganzen Körper ausbreitete, und jetzt, als Aiden auf den Wolfswandler hinunterschaute, wusste er, dass der Geruch von Langley ausging.
Gefährte.
Sein Wolf knurrte besitzergreifend und blieb nur mit Mühe unter der Oberfläche. Aiden wusste nicht, was er tun sollte. Das war nicht das erste Mal, dass er diese Reaktion gezeigt hatte. Erst vor wenigen Wochen hatte Aiden Langley erblickt und das Gleiche gespürt. Sein innerer Wolf knurrte besitzergreifend, als ob es ein Instinkt wäre. Aber war der junge Mann wirklich sein Gefährte?
Aiden wusste es nicht. Doch er konnte nicht leugnen, dass sich etwas in ihm regte, das ihn etwas zum Handeln drängte und dazu brachte, sich langsam über die Lippen zu lecken. Er fühlte sich leicht. Es war ganz anders, als er Finns Mutter zur Gefährtin genommen hatte.
Langley blickte ihn so erwartungsvoll an, dass Aiden nicht wusste, was er tun sollte. Er setzte sich neben den jüngeren Wolf und schloss die Augen.
„Ist … Stimmt etwas nicht?“, fragte Langley. Seine Augenbrauen zogen sich zusammen. Aiden sah ihn an, und plötzlich setzte sein Herz einen Schlag aus. Langleys Blick war so fesselnd, dass Aiden spüren konnte, wie diese Augen direkt in seine Seele blickten, und das war unangenehm.
Es war so plötzlich. Noch vor einigen Wochen hatte er Langley nur als irgendein Kind seines Rudels betrachtet. Jetzt war Langley ein erwachsener Mann, und plötzlich drängte Aidens Wolf ihn, diesen Mann als Gefährten zu markieren.
Er musste es aus seinem System herausbekommen.
„Nein, alles in Ordnung“, meinte Aiden. „Was genau machst du hier?“
Langley lächelte. Aiden fühlte den nächsten Stich in seiner Brust. „Oh, ich bin nur von der Feier weg, weil ich gesehen habe, wie voll der Mond ist und ich ihn von einem schönen und friedlichen Ort aus betrachten wollte.“ Sein Gesicht zeigte plötzlich einen anderen, verwirrten Ausdruck. Aiden verbarg sein Lachen hinter seiner Faust. Der junge Mann schien so ausdrucksvoll zu sein. „Suchen die Leute nach mir? Es tut mir leid, ich kann zurückgehen–“
„Nein, nein, das musst du nicht“, unterbrach Aiden Langley, als der Mann aufstehen wollte. „Aber … würdest du mir etwas gestatten, Langley?“
Langleys Gesicht verzog sich vor Verwirrung. Er setzte sich wieder hin. „Ähm …“ Er blickte sich um und sah dann Aiden an. „Nun ja, du bist der Alpha. Ich glaube nicht, dass du für irgendetwas meine Erlaubnis brauchst.“
Aiden lachte leise. Er trug ein freundliches Lächeln und konnte sehen, dass Langleys Augen sich leicht geweitet hatten. Er konnte auch hören, wie sich Langleys Herzschlag beschleunigte, als er dem Mann in seine tiefblauen Augen schaute.
„Weißt du, Langley, ich bitte dich um deine Erlaubnis für etwas, was an dir liegt zu geben und nicht an mir, es zu nehmen“, sagte Aiden. „Ich möchte dich küssen.“
Langleys Lippen öffneten sich, als er schockiert zu Aiden hochsah. Der Alpha konnte hören, wie das Herz des jüngeren Mannes in seiner Brust hämmerte. Seine Wangen wurden rot, und er ließ den Blick über Aidens Gestalt schweifen. Ganz offensichtlich zog er es in Betracht. „Mich … küssen?“
Aiden nickte. Er wollte sich nicht selbst loben, aber warum sollte Langley es nicht tun? Obwohl er gerade vierzig geworden war, war Aiden noch immer gut gebaut. Zugegeben, er war vermutlich genauso behaart wie sein Tier, mit feinem Brusthaar und einem Bart, aber er war attraktiv. Und sah er so nicht viel kräftiger aus? Er hatte noch immer jede Menge Bewunderer. Es war nicht nur Finn, sein Sohn, der die Aufmerksamkeit von Männern und Frauen abwehren musste.
Langleys Blick aus tiefblauen Augen verfing sich mit dem von Aidens bernsteinfarbenen, und er nickte einmal. Auf dem Gesicht des jungen Wolfs zeigte sich Verständnis, und Aiden konnte ein Grinsen nicht unterdrücken, als er bemerkte, wie Langley ihn musterte.
„Okay“, sagte Langley. Seine Stimme glich eher einem überraschten Quietschen.
Aiden grinste. Sanft umfasste er Langleys Wange und zog mit dem Daumen träge Kreise auf seiner Haut, ehe er sich schließlich vorbeugte und die Lippen auf Langleys drückte.
Als er es tat, wurde etwas in seinem Inneren freigelassen. Sein innerer Wolf stupste und stachelte ihn an, bis Aiden die Lippen öffnete und seine Zunge Beistand in Langleys Mund suchte.
Der blonde Wolf keuchte auf, und Aiden fasste es als Erlaubnis auf, seine Zunge hineinzuschieben. Sachte rieb er gegen den weichen, rosa Muskel und entlockte dem jüngeren Mann seinen Geschmack.
Aiden hatte noch nie etwas so Köstliches geschmeckt wie Langley in diesem Moment.
Langleys Lippen teilten sich, und seine Zunge ging auf Wanderschaft, strich langsam über Aidens Lippen und streifte einige Barthaare, bevor sie voller Verlangen ihre Körper aneinander drückten. Aidens Zähne stießen nahezu schmerzhaft gegen Langleys und drohten, den kleineren Mann in einem Kuss zu verschlingen, während der Alpha den Wolfswandler packte, und viel mehr zu denken als wie gut sich der Mann in diesem Moment in seinen Armen anfühlte.
Langley schmeckte wie Sonnenschein, und der gleiche Sonnenschein und Freude schienen seinen gesamten Körper zu durchdringen. Doch als sich Langleys Arme langsam um Aidens Hals legten, bekam er sich wieder in den Griff. Obwohl sich die Lust, die Aiden überschwemmte, gut anfühlte und sein innerer Wolf ihn anknurrte, weil er den jüngeren Mann für sich beanspruchen wollte, wusste Aiden, dass er Langley loslassen musste, ehe die Dinge noch heißer wurden, als sie bereits waren. Der Alpha beendete den Kuss, zog sich langsam zurück und schnappte nach Luft.
Was genau machte er da, einfach einen Mann zu küssen, der halb so alt wie er war?
Aiden rieb langsam mit dem Daumen über Langleys Wange, ehe er sich ganz von ihm löste. Langley öffnete die Augen und starrte blinzelnd zu Aiden hoch.
„Ich wusste es“, flüsterte Langley. „Du bist mein Gefährte. Mein Wolf ruft dich schon seit einiger Zeit, und ich hatte recht.“ Der junge Mann umfasste Aidens Wange und strich lächelnd mit den Fingern über die Bartstoppeln.
Aiden schluckte schwer. Er schloss die Augen, holte tief Luft, und als er sie wieder öffnete, sah er direkt in Langleys.
Obwohl sein Körper sang und er noch immer den sonnigen Geschmack des Wolfswandlers auf seinen Lippen schmeckte, war Aiden schockiert. Es war nicht so, dass er den jüngeren Mann nicht als den seinen akzeptieren wollte, aber konnte er wirklich jemanden zum Gefährten nehmen, der halb so alt war wie er? Langley war jünger als sein eigener Sohn!
Es war nicht die Tatsache, dass der andere Wolf ein Mann war; tatsächlich war es Aiden völlig egal, ob Langley ein Mann oder eine Frau war. Das konnte nichts daran ändern, dass Aiden Langley aufs Gras drücken und ihn auf der Stelle und voller Zärtlichkeit lieben wollte. Er war unerfahren, aber er würde lernen.
Aiden seufzte voller Entschlossenheit. Er hatte keine Wahl, wer sein Gefährte sein würde. Wolfswandler wussten es einfach. Selbst jetzt drängte alles in Aiden ihn dazu, Langley zu nehmen und sich mit dem jungen Wolf zu vergnügen. Sein Herz wusste genau, was es wollte – diesen Mann mit den blonden, zerzausten Haaren war genau das, was Aiden wollte. Nein, was er brauchte. „Ja“, murmelte er. „Du bist mein Gefährte.“
Langley strahlte ihn voller Freude an und grinste, als Aiden ihre Paarung akzeptierte. Aiden allerdings betrachtete Langley voller Sorge. Falls der junge Mann Aiden tatsächlich gehört hatte, war klar, dass Angst in seiner Stimme mitschwang.
Ohne ein weiteres Wort nahm Aiden vorsichtig die Hand von Langleys Gesicht und ging zu seinem Haus zurück. Er war völlig durcheinander, und Verlangen strömte ihm aus jeder Pore.
Was sollte er jetzt nur tun?
Gegenwart
Langley Day starrte wehmütig vor sich hin, während er sich in der friedlichen Stimmung des nahegelegenen Sees entspannte. Er konnte nicht aufhören, immer wieder an diese Nacht zu denken. Selbst als er an seinem üblichen Tisch im Honeybun’s, der örtlichen Bäckerei von Hidden Lake, saß, umgeben von seinen Freunden, wanderten seine Gedanken zu diesem Kuss vor zwei Monaten zurück.
Die Art, wie sich Aidens Lippen auf seinen angefühlt hatten, wie die Zunge des Mannes seine gesucht hatte und ihre Zähne in einem Kuss aufeinandergedrückt waren, der bis zu diesem Tag Langleys Welt erschütterte, zauberte ein Lächeln auf die Lippen des blonden Mannes.
„Träumst du schon wieder vor dich hin? Ich sag dir, du versuchst es nicht einmal mehr. Ich habe gedacht, dass du dich irgendwie durchsetzen wirst.“
Langley wurde aus seinen Tagträumen gerissen und wandte sich seinem Freund zu. „Das kann ich nicht machen, Anson. Ich meine, er ist der Alpha. Was zur Hölle soll ich tun?“
Anson Blackwell war immer der bissigste seiner Freunde gewesen. Die Lippen stets zu einem schiefen Grinsen verzogen oder dauernd die Augen verdrehend, weil er etwas Dämliches gehört hatte, war Anson vermutlich das absolute Gegenteil von Langley mit seinem zugänglichen, ungefährlichen Charme. Er warf seine schwarzen Haare zurück und rollte mit den dunkelgrünen Augen, woraufhin Langley grinsen musste.
„Du könntest damit anfangen, deinen Mut zusammenzunehmen und ihm zu sagen, was du tatsächlich empfindest. Dein Wolf ist völlig durcheinander, Langley. Du brauchst deinen Gefährten.“
„Hey, meinem Wolf geht’s gut.“ Langley machte einen Schmollmund. „Auch wenn ich dir zustimme und meinen Gefährten brauche, weiß ich auch, dass er beschäftigt ist. Ich meine, er ist der Alpha, um Himmels willen! Es ist nicht so, als ob er hinter meinem Rücken durch die Gegend vögelt. Wir Wölfe können das gar nicht.“
„Ja, aber das ist definitiv nicht gesund für euch beide. Ihr solltet nicht auf diese Weise getrennt sein.“ Anson runzelte die Stirn. „Hilf mir hier mal, Haley.“
Langley wandte sich ihrem Freund Haley zu, dessen Augen sich vor Überraschung weiteten. Langley zeigte ihm seinen besten Welpenblick, schob die Unterlippe vor und zog seine Augenbrauen zusammen. Bitte stell dich auf meine Seite!, schrie er in Gedanken, aber Haley richtete nur die Brille auf seiner Nase und legte die Fingerspitzen aneinander, sodass seine Hände ein Zelt bildeten.
„N-nun, äh …“, stotterte Haley, bevor er Langley ansah und den Kopf schüttelte. „In dieser Angelegenheit muss ich Anson zustimmen, Lang. Es ist nicht gesund für euch beide, wenn ihr getrennt seid.“
Langley senkte den Blick. Seit dem Tag, an dem Kahlil in ihr Leben getreten war, hatte er jedes Mal, wenn er Aiden sah, diese magnetische Anziehungskraft gespürt. Jedes Mal, wenn sie miteinander redeten, fühlte es sich an, als ob zwischen ihnen Elektrizität fließen würde. Aber im Moment war alles, woran er denken konnte, dass Aiden ihm mit Absicht aus dem Weg ging.
Die genauen Worte des Alphas waren „Ich muss einen klaren Kopf bekommen, und das kann ich nicht, wenn du in meiner Nähe bist.“
Das hatte weh getan, doch Langley verstand es. Zumindest dachte er das. Der Alpha war ein beschäftigter Mann. Langley war jung und hatte viel Freizeit. Er würde in absehbarer Zeit nicht aufs College gehen, und obwohl er eine Art Job hatte, war dieser nicht so wichtig, wie dafür zu sorgen, dass es dem Rudel gutging und sie sich gegen die anderen Gestaltwandler in der Nähe behaupten konnten.
Er drehte sich zum See um, wo Fischer ihre Netze auswarfen und Kinder im flachen Teil des Gewässers schwammen.
„Ich weiß, dass es nicht gesund ist“, gab Langley schließlich zu. Seine Stimme war leise und enthielt einen traurigen Unterton. „Aber was soll ich machen, wenn mich mein Gefährte nicht sehen will?“
Anson keuchte auf. „Du weißt, dass du ihn dafür töten könntest, nicht?“
Haley lachte leise. Langley lächelte, als der dunkelhaarige Mann seinen Tee trank, während er ein weiteres Mal seine Brille richtete. „Ich weiß, aber er ist der Alpha. Er hat genug Gründe, beschäftigt zu sein.“ Langley seufzte.
„Es klingt, als ob du eine Ausrede für ihn suchst, Lang“, meinte Anson. „Falls du wirklich willst, dass er dich beachtet, musst du dich ihm gegenüber behaupten. Es bedeutet einen Scheiß, dass er der Alpha ist.“
Haley schnappte nach Luft. „Anson! Das ist unverschämt. Was, wenn dich jemand hört?“
„Ich möchte nicht respektlos erscheinen. In dieser Situation glaubte ich, dass es Langley durchaus zusteht, energisch aufzutreten, wenn man bedenkt, dass die beiden Gefährten sind.
