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Während seines Besuchs auf Caer Tarw findet sich der Spatz-Gestaltwandler Merritt Lang eines Tages in einer etwas heiklen Lage wieder. Er glaubt, er sei allein, und summt eine Melodie vor sich hin. Was er nicht weiß, ist dass sich ganz in seiner Nähe zwei Minotauren aufhalten, und aus unerklärlichen Gründen fühlen die beiden sich von seiner Stimme angezogen. David Finley und Connor Monaghan sind Minotauren. Sie sind auch beste Freunde und gelegentlich Liebhaber. Connor ist eher übellaunig, und David muss ihn oft bei Laune halten. Als sie jedoch Merritts Lied hören, sind die beiden fasziniert ... und ertrinken beinahe. Merritt ist verwirrt, denn plötzlich sind David und Connor an ihm interessiert und wollen ihn als den Dritten in ihrer Beziehung und noch dazu gibt es einige unbeantwortete Fragen. Dann kommt es zu einem Zwischenfall und Caer Tarw ist nicht länger sicher. Werden die beiden Minotauren Merritts Rufen erhören? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Enthält eine MMM-Beziehung und den Hinweis auf mpreg bei einer Nebenfigur. Jeder Band dieser Reihe geht auf die Beziehung eines anderen Paares ein und kann eigenständig gelesen werden, zum besseren Verständnis und um die gesamte Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich jedoch, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 34.200 Wörter
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Veröffentlichungsjahr: 2019
Inhaltsverzeichnis
Prolog
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Epilog
ÜBER DEN AUTOR
LESEPROBE:
Die Erhörung seines Rufens
Während seines Besuchs auf Caer Tarw findet sich der Spatz-Gestaltwandler Merritt Lang eines Tages in einer etwas heiklen Lage wieder. Er glaubt, er sei allein, und summt eine Melodie vor sich hin. Was er nicht weiß, ist dass sich ganz in seiner Nähe zwei Minotauren aufhalten, und aus unerklärlichen Gründen fühlen die beiden sich von seiner Stimme angezogen.
David Finley und Connor Monaghan sind Minotauren. Sie sind auch beste Freunde und gelegentlich Liebhaber. Connor ist eher übellaunig, und David muss ihn oft bei Laune halten. Als sie jedoch Merritts Lied hören, sind die beiden fasziniert ... und ertrinken beinahe.
Merritt ist verwirrt, denn plötzlich sind David und Connor an ihm interessiert und wollen ihn als den Dritten in ihrer Beziehung und noch dazu gibt es einige unbeantwortete Fragen. Dann kommt es zu einem Zwischenfall und Caer Tarw ist nicht länger sicher.
Werden die beiden Minotauren Merritts Rufen erhören?
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Enthält eine MMM-Beziehung und den Hinweis auf mpreg bei einer Nebenfigur. Jeder Band dieser Reihe geht auf die Beziehung eines anderen Paares ein und kann eigenständig gelesen werden, zum besseren Verständnis und um die gesamte Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich jedoch, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.
Länge: rund 34.200 Wörter
FREY ORTEGA
Die Erhörung seines Rufens
Caer Tarw 2
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene
ME AND THE MUSE PUBLISHING
www.meandthemuse.com
Die Originalausgabe erschien unter dem Titel
„Answering His Song“
Copyright © der Originalausgabe: Frey Ortega, 2015
Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:
Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe
Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2017
Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs
Übersetzt von: Sage Marlowe
URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:
Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.
Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.
Haftungsausschluss:
Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Haftung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.
Widmung
Für alle, die auf dieses Buch warten (mir fallen ein paar Namen ein, aber ihr wisst, wer ihr seid, wie zum Beispiel Crystal und Kristina). Es tut mir leid, dass es nicht schneller ging! Aber hier ist es nun, für euch alle. Vielen Dank, dass ihr geduldig darauf gewartet habt.
Für Debbie, weil sie immer für mich da ist. Lass uns mehr Fotos von heißen Männern austauschen, vor allem von diesem gewissen Franzosen! Du weißt, wen ich meine.
Für Pat, vielen Dank für deine Hilfe. Ohne dich wäre dieses Buch nicht das, was es ist!
Geehrter Merritt Lang,
auf Anordnung des Übernatürlichen Rates sind Sie herzlichst und definitiv nicht verbindlich eingeladen, drei Wochen auf Caer Tarw in Irland zu verbringen. Sämtliche Unkosten werden übernommen. Das Ticket erlaubt Ihnen ebenfalls den Zugang zu einem speziellen Taxiservice, der Sie kostenlos zum Zielort bringen wird. Es erwarten Sie wunderschöne, üppige Landschaften und ein dreiwöchiger Aufenthalt in einem wunderschönen Schloss in der Nähe malerischer Berge, nahe der Küste und dem wunderschönen smaragdfarbenen Meer.
Dieser Luxus wird Ihnen zur Verfügung gestellt, um die Verbindungen zwischen den übernatürlichen Völkern untereinander zu stärken. Caer Tarw gehört zum Territorium der Herde der Minotauren und liegt in deren Zuständigkeitsbereich. Aus diesem Grund, sollten Sie sich dazu entscheiden, den Festlichkeiten beizuwohnen, sind Sie dazu verpflichtet, diesen Ihre volle Aufmerksamkeit und Anwesenheit zu widmen. Es gibt keinen Vorbehalt gegenüber dieser Einladung, aber sobald Sie ankommen, werden Sie möglicherweise feststellen, dass Sie aufgrund Ihrer spezifischen sexuellen Vorlieben speziell ausgesucht worden sind.
Wir haben nur Männer von verschiedenen Rudeln, Koven, Clans, Einrichtungen, Familien, als auch Raubkatzenrudeln ausgewählt, um an den Festivitäten in Caer Tarw teilzunehmen. Da sich die Zugehörigkeit zum Minotaurenterritorium nun zum ersten Mal jährt, sollen die Feierlichkeiten auch eine willkommene Ablenkung vom, wie wir vermuten, langweiligen, routinierten Tagesablauf darstellen.
Zeigen Sie das Ticket zu jedem möglichen Zeitpunkt vor, von dem Moment an, da Sie den Brief erhalten haben, für einen maximalen Zeitraum von sieben Tagen. Wenn die sieben Tage ohne ein Wort Ihrer Ankunft vergehen, werden wir davon ausgehen, dass Sie nicht in der Lage waren, teilzunehmen und Ihr Ticket entsprechend entwerten.
Und noch einmal als Hinweis, Sie erhalten diese Einladung vorbehaltslos.
Gezeichnet, Ratsmitglied Linda Xiang, Rat des Übernatürlichen
* * * *
Merritt Lang hatte sich schon immer nach einer Welt jenseits seines goldenen Käfigs gesehnt. Jetzt, da er sich in Caer Tarw befand, bekam er zum ersten Mal eine richtige Kostprobe von der Welt. Seltsam für einen Mann, der fünfundzwanzig Jahre alt war.
Nicht, dass er in irgendeiner Art und Weise misshandelt worden wäre, aber Merritt hatte die Welt dort draußen noch nie so gesehen, wie sie war. Seine Eltern hatten es nie wirklich zugelassen, allerdings war Merritt auch jemand, der Konfrontationen mied, also führte er sein Leben im Großen und Ganzen so, wie seine Eltern es von ihm verlangten.
Er hatte sich immer danach gesehnt, alleine im Park spazieren zu gehen, einen Film zu sehen, auszugehen und im Grunde genommen einfach nur die Möglichkeit zu haben, sein Leben zu leben, ohne dass seine Eltern ein wachsames Auge auf ihn hielten. Privatlehrer während der Sommerferien in seiner Kindheit und eine Jugend, die er größtenteils im Internat verbracht hatte, hatten ihn nur auf ein Leben abgeschnitten vom Rest der Welt vorbereitet.
Seine wohlhabenden Eltern hatten sichergestellt, dass ihr geliebter Sohn, der einzige Sohn in einem Schwarm von zehn Töchtern, wohlbehütet aufwuchs und ohne den Einflüssen der Außenwelt ausgesetzt zu sein. Ganz zu schweigen davon, dass er der Jüngste war. Auch wenn ihn all das ärgerte, wusste Merritt, dass es alles nur aus Liebe geschehen war. Seine Schwestern neckten und stichelten wann immer sie konnten, was für Merritt überhaupt nicht einfach war. Als Spatz-Gestaltwandler gehörte es für sie einfach zum Leben dazu, ständig auf den jüngsten einzuhacken, ihn herumzuscheuchen und mit ihrem Gezwitscher zu verfolgen, wohin er auch ging. Doch Merritt mochte seine Schwestern so, wie sie waren.
Und dennoch wollte er frei sein.
Merritts Eltern waren auch nicht ganz einfach. Sie wollten immer, dass er so perfekt war wie nur irgend möglich. Sie wollten einen Erben. Sie wollten Enkel, die ihren Namen trugen, und die Fortführung der Familienlinie. Und das war der Grund, warum es Merritt schwerfiel zu akzeptieren, dass er schwul war. Als der Brief von Ratsmitglied Xiang angekommen war und er ihn zu Hause geöffnet hatte, hatte Merritt eine Panikattacke erlitten. Woher wusste der Rat von seinen sexuellen Vorlieben, wie es in dem Brief so leichthin genannt wurde? Was sollte er seinen Eltern sagen? Und vor allem, wie sollte er ihr Einverständnis bekommen?
Wären seine Eltern weltoffen, wüssten sie, dass Minotauren dazu neigten, mit ihren Partnern Kinder zu haben, ob diese Partner nun männlich oder weiblich waren. Allerdings galten die Vorlieben der gesamten Minotauren-Herde zufälligerweise Männern. Und auch wenn Merritt klein und schmächtig gebaut war, fiel er definitiv in die Kategorie Mann.
Und dennoch war es vermutlich recht selten, einen Gefährten unter den Minotauren zu finden. Es gab Milliarden von Menschen in der Welt. Wie groß war da wohl die Chance, dass Merritt in einem Minotaurus seinen Lebensgefährten finden würde?
Dies könnte für ihn die Gelegenheit sein, endlich die Welt kennenzulernen und über den Tellerrand hinauszuschauen, den seine Eltern für ihn vorgesehen hatten. Er konnte seinen eigenen Weg gehen, wenn er diesen ersten Schritt machte.
Jetzt, nur wenige Tage später, als er die gepflasterten Gänge und kiesbestreuten Wege von Caer Tarw entlangging und von der üppigen Schönheit des Waldes und der alten Festung umgeben war, fühlte es sich an, als würde all diese Anspannung zu einem anderen Leben gehören. Er setzte sich auf eine Bank und schaute auf die kleinen Wellen auf dem Teich hinaus, während er an den Moment dachte, als er seinen Eltern die Einladung vom Rat gezeigt hatte und wie alles auf diesen einen Moment hingeführt zu haben schien.
* * * *
„Denke immer daran, Merritt, dass es Boshaftigkeit in der Welt gibt und niemand von uns hat das Glück, dem zu entgehen. Einige von uns tragen Wunden und Narben davon, weil das Leben nun einmal so ist. Jede unserer Handlungen zieht alles andere in diesem Universum mit sich“, sagte sein Vater und legte sanft die Hand auf Merritts Kopf. In seiner Stimme schwang ein Unterton herber Enttäuschung mit, allerdings wusste Merritt, dass es nicht an ihm lag. Sein Vater hatte Pläne und Träume gehabt, jede Menge Wünsche, die in dem Moment zunichte gemacht worden waren, als Merritt zugegeben hatte, dass er schwul war. Und dennoch hätte es wesentlich schlimmer laufen können, das wusste er. Er war dankbar, dass er einfach akzeptiert und geliebt wurde.
„Wir wollen nur das Beste für dich, Merritt. Wir hatten uns nur gewünscht, dass du einen Weg gehen würdest, der einfacher ist“, fügte seine Mutter mit einem sanften Lächeln im Gesicht hinzu. „Wenn du denkst, dass es dir helfen wird, deinen Weg zu finden, indem du ein paar Wochen bei den Minotauren verbringst, hast du unseren Segen. Denke nur immer daran, dass wir dich lieben, egal, in wen du dich verliebst oder wer du bist. Wir hätten uns zwar gewünscht und gehofft, Enkelkinder zu bekommen die den Namen deines Vaters tragen, aber dein Glück ist wichtiger als all das.“
„Also bedeutet das, ich kann hingehen?“, fragte Merritt leise. In seiner Stimme lag Begeisterung und Hoffnung, die jede Silbe durchdrangen.
„Wenn du das möchtest. Wir sind Spatzenwandler, Merritt. Vor allem anderen sind wir frei. Das ist es, was zählt.“
An diesem Tag weinte Merritt in den Armen seiner Eltern. Er konnte nach Caer Tarw reisen und dort für die Dauer der Paarungssaison bleiben. Er hatte die Liebe und den Segen seiner Eltern, so authentisch zu sein wie es nur ging. Doch was noch wichtiger war, es fühlte sich an, als wäre ihm eine schwere Last von den Schultern genommen worden. Der Spatz in seinem Inneren konnte jetzt frei fliegen, ohne Fragen oder Rechtfertigung.
Das, so wusste Merritt, war das Wichtigste, was er an diesem Tag gelernt hatte.
* * * *
„Erde an Merritt, bitte kommen, Merritt.“
Merritt wurde aus seinem Tagtraum gerissen und sah einen vertrauten Kaninchenwandler vor sich. Mit einem Lächeln tätschelte Hayden Somerset Merritts Schulter. Der zierliche Mann war in der letzten Woche hier in Caer Tarw sein Freund geworden. Sein Leben war zu einem wahren Wirbelsturm von Aktivitäten geworden, seit Merritt den Fuß auf das Land der Minotauren-Herde gesetzt hatte. Im Gegensatz zu Hayden, der seine Gefährten gefunden hatte und sowohl verpaart war als auch in wenigen Monaten Junge bekommen würde, hatte Merritt erfolglos versucht, unter den Minotauren Bekanntschaften zu schließen.
„Hmm?“ Merritt drehte langsam den Kopf und sah Hayden an, der ihn schief angrinste.
„Weißt du, du wirst dich nicht bei jemandem beliebt machen, wenn du mitten in Unterhaltungen so wegtrittst“, murmelte Hayden kopfschüttelnd. „Worüber hast du überhaupt nachgedacht?“
„Eigentlich nichts“, antwortete Merritt. Er lächelte seinen Freund verlegen an. „Tut mir leid.“
„Ihr Vogelwandler und eure gedanklichen Höhenflüge. Es reicht euch wohl nicht, nur wirklich zu fliegen, hm?“ Hayden grinste seinen Freund an und beugte sich vor. „Ich bin sicher, dass es für dich auch noch passieren wird. Warte nur ab.“
„Was wird passieren?“ Merritt neigte den Kopf und hob fragend die Augenbrauen. Es fiel ihm immer schwer, bei sozialen Interaktionen mitzuhalten. Es machte Spaß, Leute zu beobachten, aber wirklich Umgang mit ihnen zu haben war ein wenig schwerer, als es Merritt lieb war.
„Du wirst einen Gefährten finden.“ Hayden blinzelte. „Warum sind wir sonst hier?“
Merritt nickte. „Ja, richtig“, antwortete er geistesabwesend. „Ja, daran denke ich schon seit einer Weile. Ich glaube nicht, dass ich schon einen Gefährten finden werde, aber ich bin froh, dass du deine gefunden hast. Du hattest Glück.“
„Glück hatte wahrscheinlich wenig damit zu tun, wie wir drei uns begegnet sind. Ich meine, ich weiß ja nicht, wie es bei Spatzen läuft, aber Kaninchen haben einfach so etwas wie einen angeborenen Sinn und wissen, wer ihre Gefährten sind und wer ihnen gefährlich wird. Das hilft uns, in der Wildnis zu überleben.“ Hayden schüttelte den Kopf und lachte, doch dann verdrehte der Kaninchenwandler die Augen.
„Aber glaub mir, die können ganz schön anstrengend sein. Eine Beziehung mit einer Person zu führen ist schwierig. Wenn noch eine Person dazu kommt, wird es noch komplizierter. Es ist toll, zwei starke, zuverlässige Männer zu haben, auf die ich mich stützen kann, aber das ist auch nicht für jeden das Richtige. Doch wenn es für dich so in den Sternen geschrieben steht … Es wird dich glücklicher machen, als du es je für möglich gehalten hast.“
Lächelnd wandte sich der Spatzenwandler dem Teich zu. Die angenehme Stille kehrte zurück, jedoch war Merritt nicht länger in seinem Tagtraum gefangen. Hayden schien genauso zu empfinden und schaute ebenfalls auf den Teich hinaus. Die beiden lauschten dem leisen, beruhigenden Geräusch eines Wasserfalls in der Nähe. Schließlich drehte Merritt sich wieder zu seinem Freund und lächelte.
„Ich bin froh, dass ich meine Zeit hier mit dir verbringen kann. Wenn auch sonst nichts, dann ist einen neuen Freund zu finden genauso gut wie einen Gefährten zu finden.“
Hayden verzog ein wenig das Gesicht. Er hob eine Augenbraue. Der Kaninchenwandler neigte immer dazu, zu widersprechen. Als Spatzenwandler schätzte Merritt seine neu entdeckte Freiheit und die Möglichkeit, durch sein Leben zu flattern, ohne dass ihnen etwas einschränkte. Eine Paarung, und wenn sie auch noch so toll war, könnte ihn möglicherweise unnötig belasten. „Du bist in Caer Tarw, inmitten dieser üppigen grünen Landschaft und umgeben von gut aussehenden Männern, die dir zur Verfügung stehen. Die stehen alle total auf dich und du sagst, du bist zufrieden, wenn du einfach nur einen Freund findest?“
Merritt blinzelte. „Ich glaube nicht, dass auch nur einer auf mich steht. Wenn es so wäre, warum hat mich dann noch niemand angesprochen?“
„Einige Leute haben genau das getan, Merritt“, antwortete Hayden, dessen Gesicht sich endlich entspannte, als er lächelte und die Arme verschränkte, dann seinen Freund ansah. „Du hast vor dich hingeträumt, wie du es meistens tust, und die meisten von ihnen völlig ignoriert. Vielleicht brauchst du einfach jemanden mit etwas mehr Schwerkraft, der dich auf den Boden zurückholt und dafür sorgt, dass du bei der Sache bleibst.“ Hayden seufzte und fügte leise hinzu: „Aber hey, ich bin auch froh, dass ich einen Freund gefunden habe.“
Merritt konnte seinem Freund nicht wirklich widersprechen. Er zuckte lässig die Achseln und schenkte ihm ein verlegenes Lächeln. Er neigte dazu, vor sich hin zu träumen und konnte sich nie lange auf etwas konzentrieren, egal worum es sich handelte. Es war schließlich kein Verbrechen, geistesabwesend zu sein! Es fiel ihm einfach schwer, sich auf etwas – oder jemanden – für längere Zeit zu konzentrieren. Und Smalltalk zählte nicht zu seinen besonderen Fähigkeiten.
„Wie auch immer, unser Urlaub ist jetzt beinahe vorüber. Es sind nur noch ein paar Tage bis zur Paarungssaison und wir können nicht bleiben, wenn wir nicht mit den Minotauren verpaart sind. Ich habe gehört, sie sollen ziemlich schwierig werden“, sagte Hayden und lächelte seinen Freund an. „Also sollten wir aus den letzten Tagen das Beste machen.“
Merritt nickte und lächelte. Die einzige Frage, die ihm in diesem Moment durch den Kopf ging, war, ob er einen Gefährten finden würde oder nicht. Und auch wenn ein gewisses Gefühl von Einsamkeit an seinem Herzen pickte das ihm sagte, was er wirklich wollte, wusste er, dass dies nur der erste von vielen Schritten auf dem Weg war, sich als sein wahres Ich in die Lüfte zu schwingen.
Und das, wusste Merritt, war die Wahrheit.
„Dieser verdammte Älteste hat mir gesagt, ich soll mich verpissen! Ich dachte, dass hier soll so eine Paarungssache sein? Die Suche nach einem Gefährten ist nicht gerade was Neues. Ist ja nicht so, als hätte ich was Falsches gemacht … Ich habe nichts Falsches gemacht!“ Die Augen des Minotauren waren wild. Seine Nasenflügel waren geblättert. Er stampfte beim Gehen mit den Füßen und sein irischer Dialekt wurde vor lauter Wut stärker. „Ist doch so, oder, David?“
„Nein, ist es nicht.“ David Finley schaute auf seinen besten Freund hinab und seufzte, dann schüttelte er den Kopf. In seiner Stimme klang ein Hauch von Ungeduld. Er hatte diese Situation schon etwa tausendmal erlebt. „Bist du jetzt fertig mit deinem Wutausbruch?“
Wie üblich war Connor sauer. Er stürmte hinaus aus der Festung von Caer Tarw und auf den nahegelegenen Teich zu, wo es immer schön und ruhig war, gefolgt von David, der zusah, wie sein bester Freund die Fäuste ballte und davon stapfte, wobei er eine sehr gute Vorstellung davon bot, wie sich ein wütender Bulle verhielt. Als er ihn jetzt ansah, grinste David. Alle lagen richtig mit ihrer Einschätzung, was Connor Monaghan betraf.
Connor war ein übellauniger Mistkerl.
„Ja, fick dich doch“, stieß Connor hervor. „Du bist ja nicht derjenige, der von den Leuten in seiner Herde ständig wegen seiner Größe angemacht wird.“
„Nein, der mit dem Napoleonkomplex“, sagte David gedehnt und verdrehte die Augen über seinen Freund, der vor Wut schäumte. „Wenn du nicht ständig so hitzköpfig wärst und irgendwelchen Scheiß anzetteln würdest, gäbe es nur halb so viele Leute, die es auf dich abgesehen haben. Du vergisst, dass bald Paarungssaison ist. Um diese Zeit sind alle emotionsgeladener. Je mehr du dich wehrst, desto mehr wollen sie dich aufziehen.“ David hielt kurz inne, dann hob er fragend die Augenbrauen und sprach weiter. „Außerdem, geht es nicht um den Ältesten? Was hat deine Größe damit zu tun?“
„Zwei Meter drei“, murmelte Connor vor sich hin. So ziemlich das Einzige, was er von Davids Argument mitbekommen hatte, war das Wort Größe. „Und du bist wie groß, zwei Meter zwanzig? Mich respektiert hier einfach niemand.“
„Du machst wirklich aus einer Mücke einen Elefanten und benutzt das nur als Entschuldigung, wütend zu werden.“ David seufzte. „Wenn deine Körpergröße ein Maßstab für deine Männlichkeit wäre, weiß ich nicht, von wem du deinen Schwanz geklaut hast.“
Connors Lippen verzogen sich für einen Sekundenbruchteil zu einem Lächeln. Er begann sich am Hinterkopf zu kratzen. David sah seinen Freund an und lachte leise. Wirklich einfach, dachte er und legte eine Hand auf Connors Schulter. Der Mann rastete sehr schnell aus, ließ sich aber auch erstaunlich leicht beruhigen.
Vielleicht lag es daran, dass David wusste, wovon er redete. Er hatte schließlich schon einige Male Connors Schwanz zu spüren bekommen, wobei das umgekehrt ebenfalls der Fall war. Die Paarungssaison kam und ging und sie beide hatten einander während dieser Zeit schon oft Unterstützung geboten. Sie waren Freunde, gelegentlich Liebhaber, und hatten eine starke Verbindung miteinander. Vielleicht, wenn David, oder Connor, kein Minotaurus wäre, hätten sie sich schon vor langer Zeit miteinander verpaart.
Doch leider benahm Connor sich zu sehr wie ein Bulle und Davids Geduld reichte gerade, um den Mann die meiste Zeit über in der Nähe zu ertragen. David konnte hin und wieder selbst ein ziemlich typischer Minotaurus sein und das lief dann für keinen der beiden sonderlich gut. Sie hatten beide schon einige Male die Hörner des anderen zu spüren bekommen und waren nach Kämpfen mit einigen Verletzungen nach Hause gegangen.
Das war nur einer der Vorzüge, ein Minotaurus zu sein.
„Ja, mein Ding ist schon ziemlich groß, nicht wahr?“, sagte Connor, wackelte mit den Augenbrauen und rieb sich mit einer selbstbewussten Geste über die Nase.
David verdrehte die Augen. „Ja, und deswegen benimmst du dich wahrscheinlich auch gegenüber jedem, den wir treffen, wie ein noch größeres Arschloch“, sagte David in einem kleinen Seitenhieb, unmittelbar bevor Connor ihn gegen die Schulter boxte.
