Die Eroberung seines Herzens - Frey Ortega - E-Book

Die Eroberung seines Herzens E-Book

Frey Ortega

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Beschreibung

Willkommen auf Caer Tarw. Im wunderschönen Irland gelegen, ist es das Zuhause einer beeindruckenden Flora und vielfältigen Tierwelt, sowie von … Minotauren? Der Kaninchen-Wandler Hayden Somerset versauert zuhause, wo er nichts zu tun hat und in seinem Leben nicht so recht voranzukommen scheint. Eines Tages erhält er eine Einladung, die er nicht ablehnen kann: eine dreiwöchige Reise nach Irland, All Inclusive, gesponsert vom Übernatürlichen Rat. Sobald er in Caer Tarw ankommt, ist die Sache klar. Die Paarungszeit steht kurz bevor, und er, sowie einige andere Männer wurden eingeladen, um den Minotauren die Gelegenheit zu geben, ihre Gefährten zu finden. Hayden gehört zu den Glücklichen und begegnet den Minotauren Brian Connelly und Ronan Breckenridge, die ein Liebespaar sind und seine Gefährten. Doch in ihrem kleinen Eckchen vom Paradies ist nicht alles eitel Sonnenschein, denn Hayden hat keine Ahnung von Minotauren und Ronan und Brian wissen nicht, wie sie ein Kaninchen in ihrer Welt unterbringen sollen. Wie also werden sie das Herz ihres Kaninchens erobern? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Enthält eine MMM-Beziehung sowie MPreg. Länge: rund 39.500 Wörter

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Inhaltsverzeichnis

Prolog

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Epilog

ÜBER DEN AUTOR

LESEPROBE:

Die Eroberung seines Herzens

Willkommen auf Caer Tarw. Im wunderschönen Irland gelegen, ist es das Zuhause einer beeindruckenden Flora und vielfältigen Tierwelt, sowie von … Minotauren?

Der Kaninchen-Wandler Hayden Somerset versauert zuhause, wo er nichts zu tun hat und in seinem Leben nicht so recht voranzukommen scheint. Eines Tages erhält er eine Einladung, die er nicht ablehnen kann: eine dreiwöchige Reise nach Irland, All Inclusive, gesponsert vom Übernatürlichen Rat. Sobald er in Caer Tarw ankommt, ist die Sache klar. Die Paarungszeit steht kurz bevor, und er, sowie einige andere Männer wurden eingeladen, um den Minotauren die Gelegenheit zu geben, ihre Gefährten zu finden. Hayden gehört zu den Glücklichen und begegnet den Minotauren Brian Connelly und Ronan Breckenridge, die ein Liebespaar sind und seine Gefährten. Doch in ihrem kleinen Eckchen vom Paradies ist nicht alles eitel Sonnenschein, denn Hayden hat keine Ahnung von Minotauren und Ronan und Brian wissen nicht, wie sie ein Kaninchen in ihrer Welt unterbringen sollen. Wie also werden sie das Herz ihres Kaninchens erobern?

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Enthält eine MMM-Beziehung sowie MPreg.

Länge: rund 39.500 Wörter

FREY ORTEGA

Die Eroberung seines Herzens

Caer Tarw 1

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene

ME AND THE MUSE PUBLISHING

www.meandthemuse.com

Die Originalausgabe erschien unter dem Titel

„Conquering His Heart“

Copyright © der Originalausgabe: Frey Ortega, 2015

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:

Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe

Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2017

Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs

URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:

Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.

Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.

Haftungsausschluss:

Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Haftung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.

Die Eroberung seines Herzens

Caer Tarw 1

FREY ORTEGA

Prolog

„Bitte, hört unser Gesuch, Ratsmitglieder. Wenn Ihr es nicht tut, dann wird unser Volk sterben!“

Brian Connelly betrachtete den Mann neben ihm mit ungläubig geweiteten Augen. Ältester Jennings hatte schon immer einen Hang zum Dramatischen, aber er wusste nicht, dass ihr Anliegen eine Sache von Leben und Tod war.

Der Mann, der auf der anderen Seite vom Ältesten Jennings stand, Ronan Breckenridge, war sein bester Freund und sein Gefährte. Und dessen Reaktion auf die dramatischen Worte ihres Anführers bestand nur aus einem Augenrollen.

„Obwohl ich Eure Worte doch bezweifle, da die Minotauren unsterblich sind, Ältester Jennings, werde ich Euch dennoch fortfahren lassen, da Ihr nun einmal an der Reihe seid und der Rat sich heute die Gesuche jeglicher Völker anhören wird, die ein Gesuch vorzubringen haben“, ermahnte Ratsmitglied Xiang ihn unterschwellig und bedeutete dabei mit ihren Händen, dass er fortfahren solle. „Nun, fahrt fort.“

Die Frau war aus Eisen und Essig gemacht, wenn man so ihren genervten Gesichtsausdruck sah, der wirkte, als würde sie sich gleich mit ätzender Säure auf den Ältesten Jennings übergeben wollen. Ratsmitglied Xiang war eine von drei Repräsentanten, die gerade aktiv im Rat saßen und für eine Frau war sie hart wie Stahl. Wahrscheinlich aß sie jeden Morgen zum Frühstück eine Schüssel Eisennägel – höchstwahrscheinlich garniert mit der Leber eines unschuldigen Kindes.

Tja, dieses Bild in seinem Kopf war vielleicht ausschlaggebend für Brians Vorbehalte und Abneigung gegen sie, na ja, und die Tatsache, dass sie jeden missbilligte, der etwas von ihr wollte.

Als Drachenwandler wurde es schon erwartet, dass Xiang eine der härtesten und auch kältesten Frauen war, die einem je begegneten. Ihre Haare waren stets zu einem straffen Knoten auf ihren Kopf gebunden, kein Haar war nicht an seinem Platz und ihre Sachen waren immer makellos und perfekt, keine Falte, kein Fusselchen, nichts. Xiang war der Inbegriff der Reinlichkeit. Sie sah niemals aus, als würde sie nicht dort hingehören, nirgendwo, einfach nur durch ihr schieres Selbstbewusstsein allein. Trotzdem war sie auch von großem Wert. Da sie eine Repräsentantin der Drachen war, bedeutete das, dass sie zäh, stark und vielleicht auch ein wenig bösartig war, aber in erster Linie und vor allem anderen war sie geschäftsorientiert. Warum wäre sie sonst ein Ratsmitglied geworden, wenn sie das nicht wäre?

„Die Paarungszeit ist nah, Ratsmitglied, und Ihr wisst, wie gefährlich wir während dieser Zeit sein können“, erklärte Ältester Jennings. Auch wenn er keineswegs ein Ältester war, denn die Minotauren hörten irgendwann während ihres Erwachsenendaseins auf zu altern, war der Mann mit den braunen, graumelierten Haaren, seiner mehr-als-nur-starken Statur und seinem riesigen sexuellen Magnetismus und seiner unaussprechlichen Attraktivität dennoch der Anführer ihrer Herde und wurde als der Älteste angesehen. „Das letzte Experiment, das Ihr durchgeführt habt, um uns während dieser Zeit zahm zu halten, hat rein gar nichts bewirkt.“

„Dem kann ich nicht zustimmen, ich glaube sogar, dass es ein durchschlagender Erfolg war“, sagte Ratsmitglied Chalmers. Xiang rollte mit den Augen, aber Chalmers fuhr fort. „Wir gaben euch Caer Tarw und somit habt ihr nun ein Stück Land, auf dem ihr euch niederlassen könnt, anstatt wie eine Herde verrückter Bullen durch die Landschaft zu wüten!“

Brian konnte die Wut spüren, die vom Ältesten Jennings ausging und musste sich eingestehen, dass es ihm nicht anders ging. In ihm keimte ein Funken Wut, als er die Worte des Ratsmitgliedes hörte. Minotauren waren keine wütenden, wilden Bullen und ein Ratsmitglied hätte es besser wissen müssen, als dass er solche unterschwelligen Beleidigungen von sich gab. Chalmers war schon ein Idiot, aber er war ja schließlich auch eine Sirene, da gehörte das zum Gesamtpaket dazu. Sirenen waren immer so selbstverherrlichende und arrogante Kotzbrocken.

„Bei allem nötigen Respekt, Ratsmitglied Chalmers, was Ihr uns gegeben habt, war keine Lösung. Es war nur in der Hinsicht eine Lösung, um sicher zu stellen, dass wir nicht durch die Felder trampeln und versuchen, alles zu bespringen, was uns in die Quere kommt. Aber wenn man die Tatsache bedenkt, dass uns der Rat die Ruine einer Festung gegeben hat, die wir selbst wieder aufbauen mussten und dass die Halle, in der wir uns gerade befinden, durch die Hände der Minotauren erbaut worden sind, dann denke ich, dass Ihr die Sache endlich ernster nehmen solltet!“, schnappte Ältester Jennings. Chalmers Augen weiteten sich und er trat einen Schritt zurück.

„Na, na, kein Grund, so gereizt zu sein“, sagte Chalmers. Gerade als er noch etwas hinzufügen wollte, hob Xiang ihre Hand mit den perfekt manikürten Fingern und schlug der Sirene fest auf den Hinterkopf.

Das Geräusch des dumpfen Schlages hallte durch die große Halle.

Brian unterdrückte den Drang, loslachen zu müssen. Und als er sich zu Ronan drehte, sah er, dass auch sein Geliebter arg mit sich zu kämpfen hatte. Ihre Blicke begegneten sich und beide rollten mit den Augen.

„Ihr habt recht, Ältester Jennings, und dafür entschuldigen wir uns. Wie können wir Euch bei Eurem Anliegen behilflich sein?“, fragte Xian wobei ihre Stimme sehr ruhig und entspannt klang, während Chalmers sich den Hinterkopf rieb und dabei vor sich hinmurmelte und schmollte.

„Während jeder Paarungszeit bleiben wir Minotauren dem Auge der Öffentlichkeit fern, so wie es der Grundsatz befiehlt, dem wir seit Hunderten von Jahren folgen, damit wir sicherstellen können, so wenig Schaden wie möglich anzurichten. Letztes Jahr gabt Ihr uns Caer Tarw, was speziell erbaut worden war, um unsereins beherbergen zu können und auch unserem Toben standhalten könnte. Aber würdet Ihr nicht sagen, dass es eine bessere Lösung für uns wäre, wenn wir während dieser Zeit unsere Gefährten finden würden? Es würde auch gewährleisten, dass kein weiteres, eventuell ausuferndes, Toben mehr stattfindet“, sagte Ältester Jennings. „Seht, ein paar von uns haben sich auch untereinander gepaart, so wie Brian und Ronan hier, und auch wenn wir wirklich froh darüber sind, dass einige von uns sich miteinander verbinden, wissen alle von ihnen, dass sie einen Dritten in ihrem Bund benötigen, um ihre Verbindung zu vervollständigen. Wir müssen Leute nach Caer Tarw holen und damit meine ich nicht nur Minotauren.“

Ratsmitglied Xiang dachte für einen Moment darüber nach. Anschließend drehte sie sich zur Seite und sah das bisher schweigsamste Mitglied des Rates von der Seite an, während sie ihre Arme vor der Brust verschränkte und mit ihren Händen sanft über die wogende Robe gleiten ließ.

Ratsmitglied O’Shaughnessy war immer die schweigsamste. Sie hatte ein sanftes und heiteres Lächeln auf dem Gesicht, während sie mit ihren Fingern durch ihr silbernes Haar strich. Sie schlug träge mit ihren Schwingen und drehte ihren Kopf in Richtung Xiang, als die Drachendame sich zu ihr beugte, um mit ihr zu reden. Die Frau war wahrhaftig die Personifikation eines Pegasus.

„Gibt es irgendetwas, was wir für die Minotauren während der bevorstehenden Paarungszeit tun können?“, fragte Xiang, als Chalmers mit einem hochmütigen Schnauben das Wort ergriff.

„Warum arrangieren wir nicht einfach eine Party für sie? Wir durchsuchen die Daten aller alleinstehenden Männer in jedem Rudel, jeder Herde oder Schwarm und schicken an jeden geeigneten Junggesellen eine Einladung, so wie in einem Märchen? Wir alle wissen, dass Minotauren Männer vor Frauen bevorzugen, und dass ihre Gefährten trotzdem schwanger werden können, also warum nicht, oder?“, sagte Chalmers sarkastisch und rollte am Ende sogar mit den Augen. „Es ist lächerlich. Wir können euch nicht helfen, Eure Gefährten zu finden. Ihr solltet in der Lage sein, sie selbst in der Zeit zu finden, die Euch zur Verfügung steht.“

Ältester Jennings war kurz davor, scharf etwas zu erwidern und Brian konnte sehen, dass auch sein Gefährte sich auf die Zunge beißen musste, um sich davon abzuhalten, etwas zu sagen, das ihm mit Sicherheit einen Aufenthalt im Gefängnis eingebracht hätte, als O’Shaughnessy das Wort ergriff.

„Das klingt eigentlich gar nicht so schlecht“, sagte die Pegasusdame.

Chalmers fiel sichtlich das Kinn bis zum Boden.

„Wir haben die Quellen und die Ermittler, um eine Liste von …vielleicht fünfzig bis hundert geeigneten jungen Männern zusammenstellen zu lassen, die wir nach Caer Tarw einladen können“, meinte der Pegasus. „Wir werden selbstverständlich nur diejenigen einladen, die im paarungsreifen Alter sind.“

Xian hob eine Augenbraue, bevor ein Lächeln auf ihrem Gesicht erschien. „Wie überraschend, dass eine solch inspirierende Idee von Ratsmitglied Chalmers kommen kann.“

Chalmers überraschter Ausdruck wich dem von Empörung. „Natürlich kann auch von mir eine gute Idee kommen! Ich bin schließlich ein Mitglied dieses Rates.“

„Wir können es übernehmen, die Einladungen im Auftrag der Minotauren zu versenden, Ältester Jennings, aber das eigentliche Event wird von Eurem Volk veranstaltet und organisiert werden. Caer Tarw liegt nicht unbedingt im Direktionsbereich des Rates. Es gehört zum Territorium der Minotauren und liegt daher in Eurem Zuständigkeitsbereich“, sagte O’Shaughnessy, die noch immer ein träges Lächeln zur Schau trug. „Wir werden Euch geeignete Männer im paarungsfähigen Alter suchen, die die Zusammenkunft mit Eurer Art benötigen könnten. Ich verstehe, wie schwierig es sein kann, in dieser Situation zu stecken, wenn man während der Paarungszeit einfach nicht anders kann. Genau wie die männlichen Elefantenwandler, die durch die Brunftzeit gehen, haben wir alle während dieser Phase diverse Feinheiten und Komplikationen, die wir zu bewältigen haben.“

Xiang nickte. „Ich nehme an, dass wir noch ein wenig mehr und genauer darüber reden müssen, um die richtigen Kandidaten für die Paarungszeit zu finden. Ich werde mich um dieses Detail kümmern.“

Brians Augen weiteten sich. Hatte Ratsmitglied Xiang sich gerade freiwillig gemeldet, um ihnen zu helfen? Sogar Ronans Kinn fiel vor Schock hinunter. Sie drehten sich einander zu, sahen sich tief in die Augen und fingen an zu lächeln. Waren sie wirklich kurz davor, den dritten Gefährten zu finden, der sie vervollständigen würde?

Ältester Jennings räusperte sich. Sein Gesicht färbte sich leicht rötlich, als er nickte. „Gut, ähm, natürlich. Ich hätte nicht gedacht, dass Ihr Euch derart kümmern würdet.“

Die Drachendame grinste. „Tut nicht so überrascht. Ihr seid noch immer ein Teil unseres Zuständigkeitsbereiches und es macht mehr als nur Sinn, dass wir uns um Euch kümmern. Der Rat bewilligt Euer Gesuch. Wir werden uns später erneut darüber unterhalten. Die Paarungszeit ist nur noch ein paar Monate entfernt. Wir werden mit der gebotenen Eile handeln.“

Ältester Jennings lächelte breit und nickte. Zum ersten Mal schienen sich die sonst eisenharten Züge der Frau etwas zu erweichen. „Mögen die Minotauren eine gesegnete Paarungszeit haben.“

Kapitel 1

Geehrter Hayden Somerset,

auf Anordnung des Übernatürlichen Rates sind Sie herzlichst und definitiv nicht verbindlich eingeladen, drei Wochen auf Caer Tarw in Irland zu verbringen. Sämtliche Unkosten werden übernommen. Das Ticket erlaubt Ihnen ebenfalls den Zugang zu einem speziellen Taxiservice, der Sie kostenlos zum Zielort bringen wird. Es erwarten Sie wunderschöne, üppige Landschaften und ein dreiwöchiger Aufenthalt in einem wunderschönen Schloss in der Nähe malerischer Berge, nahe der Küste und dem wunderschönen smaragdfarbenen Meer.

Dieser Luxus wird Ihnen zur Verfügung gestellt, um die Verbindungen zwischen den übernatürlichen Völkern untereinander zu stärken. Caer Tarw gehört zum Territorium der Herde der Minotauren und liegt in deren Zuständigkeitsbereich. Aus diesem Grund, sollten Sie sich dazu entscheiden, den Festlichkeiten beizuwohnen, sind sie dazu verpflichtet, diesen Ihre volle Aufmerksamkeit und Anwesenheit zu widmen. Es gibt keinen Vorbehalt gegenüber dieser Einladung, aber sobald Sie ankommen, werden Sie möglicherweise feststellen, dass Sie aufgrund Ihrer spezifischen sexuellen Vorlieben speziell ausgesucht worden sind.

Wir haben nur Männer von verschiedenen Rudeln, Koven, Clans, Einrichtungen, Familien, als auch Raubkatzenrudeln ausgewählt, um an den Festivitäten in Caer Tarw teilzunehmen. Da sich die Zugehörigkeit zum Minotaurenterritorium nun zum ersten Mal jährt, sollen die Feierlichkeiten auch eine willkommene Ablenkung vom wie wir vermuten langweiligen, routinierten Tagesablauf darstellen.

Zeigen Sie das Ticket zu jedem möglichen Zeitpunkt vor, von dem Moment an, da Sie den Brief erhalten haben, für einen maximalen Zeitraum von sieben Tagen. Wenn die sieben Tage ohne ein Wort Ihrer Ankunft vergehen, werden wir davon ausgehen, dass Sie nicht in der Lage waren, teilzunehmen und Ihr Ticket entsprechend entwerten.

Und noch einmal als Hinweis, Sie erhalten diese Einladung vorbehaltslos.

Gezeichnet, Ratsmitglied Linda Xiang, Rat des Übernatürlichen

Hayden Somerset konnte seinen Augen nicht trauen. Sogar, als er seine Brille noch ein zweites und drittes Mal richtete, und dann auch noch während des ganzen Abends konnte er einfach nicht glauben, was er da gelesen hatte.

Er konnte es nicht glauben, als er das spezielle Ticket vorzeigte und dafür ein erste Klasse Ticket erhielt, das für die gesamte Strecke von seinem Heimatort bis hin nach Irland reichte.

Süßes, schönes Irland, mit seinen satten grünen Wiesen und Feldern, so weit das Auge nur reichte. Na ja, jedenfalls wenn er letztendlich aus der städtischen Gegend Dublins heraus und in die ländliche Gegend kam.

Er konnte es noch immer nicht ganz glauben, als er zum einen sein Ticket dem Taxiservice vorzeigte und einen Wagen nur für sich zugewiesen bekam und zum anderen konnte er es definitiv noch immer nicht glauben, als der Taxifahrer kein Geld von ihm verlangte, obwohl die Fahrt vom Flughafen bis nach Caer Tarw an die drei Stunden gedauert hatte, wobei das Territorium der Minotauren Haydens Meinung nach mitten im Nirgendwo lag. Sie waren an steilen Klippen auf engen Straßen entlang gekommen, die direkt neben dem Wasser lagen, und die sich dann veränderten und sich durch saftige grüne Wälder wanden, die Haydens inneres Kaninchen mehr als nur erschreckten.

Aber welchen Witz er auch erwartet hatte, so hatte Hayden nicht mit dem gerechnet, was er vorfand. Das Caer, die Festung, war wunderschön. Es ragte groß und stolz empor, ganz gotische Architektur mit Fenstern unter geschwungenen Bögen und modernisierten Scheiben. Die dunkelfarbigen Zementblöcke sahen schwer und unheilvoll aus, aber dennoch ließen die strahlenden Lichter im Inneren es heimelig und einladend erscheinen. Farbenfrohe Blumen strahlten in den Blumenkästen unter einigen Fenstern und die Tore waren weit geöffnet. Der Innenhof führte zu Zwillingstreppen, die einem erlaubten, die Eingangshalle des Caer zu betreten.

Hayden stieg aus dem Taxi. Der Fahrer grinste. „Sie werden eine ordentliche Überraschung erleben. Caer Tarw erwartet sehr viele Besucher. Das ist der gastfreundlichste Ort, den ich je gesehen hab“, sagte der Mann, während er ausstieg und zum Kofferraum des Wagens ging. Hayden schob seine Brille zurecht und schluckte seine Befürchtungen hinunter.

„Wirklich? Ich habe keine Ahnung, was ich erwarten soll.“

Der Fahrer sah ihn vollkommen erstaunt an, als er die paar Taschen aus dem Kofferraum holte, die Hayden mitgebracht hatte. „Das ist ja das Interessante daran, oder? Der Rat sagt nicht wirklich, was sie von einem wollen, auch wenn es nicht so den Anschein erweckt. Willst du meinen Rat? Mach dir keinen Kopf und hab ein wenig Spaß, mein Freund.“

Er tippte sich kurz an seinen Hut und stieg wieder in sein Taxi. „Was mich betrifft, ich werde zur nächstgelegenen Stadt fahren und mich ausruhen.“

Hayden verabschiedete sich von dem Taxifahrer und das Taxi verschwand in der Ferne. Er konnte bereits die Geräusche von klirrenden Gläsern und allgemeiner Fröhlichkeit bis nach draußen hören. Er erhaschte noch einen Blick von diesem Aussichtspunkt und noch immer sah das Caer abschreckend aus mit seinem großen Turm, auf dem, wie er vermutete, eine Art Glaskuppel thronte. Er seufzte und machte seinen ersten Schritt in Richtung einer der Treppen, die hinauf in die Haupthalle führten, wobei beide Taschen klackende Geräusche auf dem Boden links und rechts neben ihm machten.

Hayden war ein Kaninchengestaltwandler, und als solcher war er nun einmal nicht besonders groß. Er konnte nicht einfach mal so seine Taschen über die Schulter schwingen und sie mit Leichtigkeit davontragen, so wie er es gerne würde.

Als er das Ende der Treppe erreicht hatte, kam Hayden aus dem Staunen nicht mehr heraus, da ihm bewusst wurde, wie riesig die Anlage in Wirklichkeit war. Da gab es große Hallen und Flure rechts und links von ihm, die in die verschiedenen Flügel des palastähnlichen Caers führten. Abgesehen von dem Stein, der benutzt wurde, um das Gebäude zu errichten, war der Boden der Eingangshalle definitiv aus Marmor gefertigt. Er schob seine Brille wieder seine Nase hinauf und lächelte.

Wenn das äußerliche Erscheinungsbild des Caers schon majestätisch und wunderschön wirkte, dann bestätigte der Marmorboden die Sache nur noch.

„Ihr Ticket, bitte?“ Hayden blinzelte, als er jemanden neben sich sprechen hörte. Was sein Blick dann einfing, war ein Gigant von einem Mann, um die zwei Meter zehn groß und bulliger und muskulöser als jeder, den Hayden je gesehen hatte. Er war ein gutaussehender Kerl, auch wenn er mit seiner riesigen Größe etwas witzig aussah, wie er hinter diesem winzig klein wirkenden Rezeptionspult stand. Haydens Augen weiteten sich vor Überraschung.

„O-oh! Oh, richtig, Moment. Ich habe mein Ticket.“ Hayden lächelte verlegen, während er seine Jackentaschen absuchte und schließlich das Ticket herausfischte und es dem übergroßen Mann gab, der sofort darauf schaute, lächelte und bestätigend nickte.

„Willkommen, Hayden. Wir werden deine Sachen auf dein Zimmer bringen. Du bist im Minos-Flügel untergebracht, der gleich hier nach links abgeht. Aber wenn du möchtest, können wir dich auch in den Taurus-Flügel verlegen“, erklärte der Mann, der jeweils erst nach links und dann nach rechts zeigte, während er sprach.

Hayden legte neugierig den Kopf schief. „Warum sollte ich in ein anderes Zimmer wollen?“

Der Mann lächelte freundlich und schüttelte den Kopf. „Du kannst dein Zimmer aus jedem möglichen Grund wechseln, wenn du willst, wirklich. Wir haben jede Menge Platz hier in Caer Tarw und wir wollen sicher gehen, dass unsere Gäste es so bequem wie möglich haben während ihres dreiwöchigen Aufenthalts. Wenn das einen Wechsel des Zimmers in einen anderen Flügel des Caer bedeutet, dann soll es so sein.“

Hayden zuckte mit den Schultern. „Ich denke, es ist nett zu wissen, dass die Option vorhanden ist.“ Er lächelte. Der Rezeptionist nickte und winkte nach einem weiteren muskulösen Riesenkerl in der Nähe, der Hayden ein kleines Lächeln schenkte, während er Haydens Taschen – beide gleichzeitig wohlgemerkt – mit nur einer Hand hochhob.

„So, du bist in Zimmer 138 untergebracht, gleich da drüben. Wir bringen dein Gepäck auf dein Zimmer. Währenddessen solltest du rüber in die Haupthalle gehen. Ratsfrau Xiang ist bereits anwesend und wird in Kürze zu den Gästen sprechen. Die Festlichkeiten werden also bald beginnen.“

Hayden fühlten einen kleinen Stich von Panik in sich. „Jetzt schon? Ich hab mich nicht mal vorbereitet. Kann ich mich nicht erst etwas frisch machen gehen?“, fragte er, woraufhin der Rezeptionist nur leicht mit den Schultern zuckte.

„Das liegt ganz bei dir. Ich denke aber, dass du zumindest hören möchtest, was die Ratsfrau zu sagen hat, da sie direkt danach wieder gehen wird.“ Der Rezeptionist lächelte ihn freundlich an. „Zumindest wird das ein bisschen Licht ins Dunkel bringen, warum du hier bist und mit uns zusammen feierst.“

Hayden blinzelte. Tja, da hatte er recht. Er wollte eine klarere Antwort als das, was man ihm nur oberflächlich in dem Brief offenbart hatte. Ein kleiner Teil von ihm war ein wenig nervös, wie schnell doch alles ging. Der Rezeptionist gab ihm eine Schlüsselkarte, die er unverzüglich in seiner Jackentasche verstaute. Dann kümmerte Hayden sich um sein Aussehen. Er richtete den Sitz seiner Brille und fing an, zumindest zu versuchen, seine Haare ein wenig in Ordnung zu kriegen. Er konnte nichts dagegen tun, wie er jetzt nun einmal aussah, aber die anderen mussten doch bestimmt ähnlich aussehen, oder? Hayden versuchte, sich zu beruhigen. Er sah völlig okay aus. Eine bequeme Jeans, ebenfalls bequeme Schuhe mit Gummisohle, ein weißes Hemd und einen Cardigan machten aus ihm einen recht ansehnlichen Kaninchenwandler.

Aber er kam sich trotzdem völlig underdressed vor, wenn man bedachte, dass er vor einem Rezeptionisten stand, der, trotz seiner großen und muskulösen Statur und der Tatsache, dass der Stoff sich ganz schön über seiner Brust spannte, in ein langärmliges Hemd sowie eine perfekt geschneiderte schwarze Hose gekleidet war.

Der Rezeptionist deutete zu den großen Glastüren, die an alte gotische Fenster erinnerten.

---ENDE DER LESEPROBE---