Alpengold 361 - Michaela Rosenau - E-Book

Alpengold 361 E-Book

Michaela Rosenau

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Beschreibung

Laurenz und Hanni sind trunken vor Glück. Wie ein Wunder ist die Liebe über sie gekommen. Und doch will sich Hanni dem Liebsten nicht ganz hingeben.
"Bitte nicht!", fleht sie, wenn er allzu stürmisch wird.
Laurenz‘ Verstand sagt ihm, dass er Hanni Zeit lassen muss. Sie ist erst achtzehn. Aber sein Blut glüht vor Verlangen. Wie soll er es ertragen, bis zur Hochzeit zu warten?
Die schöne Hüttenwirtstochter Romina ahnt, was in Martin vorgeht. Und sie beginnt, ihre Netze nach dem liebeshungrigen Burschen auszuwerfen ...

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Seitenzahl: 102

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Inhalt

Cover

Warum denn warten bis zur Hochzeitsnacht?

Vorschau

Impressum

Warum denn warten bis zur Hochzeitsnacht?

Wenn ein Dirndl zu ehrbar ist

Von Michaela Rosenau

Laurenz und Hanni sind trunken vor Glück. Wie ein Wunder ist die Liebe über sie gekommen. Und doch will sich Hanni dem Liebsten nicht ganz hingeben.

»Bitte nicht!«, fleht sie, wenn er allzu stürmisch wird.

Laurenz' Verstand sagt ihm, dass er Hanni Zeit lassen muss. Sie ist erst achtzehn. Aber sein Blut glüht vor Verlangen. Wie soll er es ertragen, bis zur Hochzeit zu warten?

Die schöne Hüttenwirtstochter Romina ahnt, was in Martin vorgeht. Und sie beginnt, ihre Netze nach dem liebeshungrigen Burschen auszuwerfen ...

Auf der Skipiste über dem Bergdorf Hochriegel im Salzburgischen war am Sonntagnachmittag viel los. Die Burschen und die Dirndln flitzten mutig die steilen Hänge hinunter, auf denen demnächst die lokale Meisterschaft ausgefahren werden sollte.

Als es zu dunkeln begann, traf sich die Dorfjugend noch auf der Brandl-Hütte. Der Wirt und seine Tochter Romina hatten alle Hände voll zu tun, um die Durstigen mit Bier und Jagertee zu versorgen.

Laurenz Hirschmann hatte einen Platz neben der blonden Hanni erobert. Er konnte sich an dem bezaubernden Dirndl nicht sattsehen.

Wo hatte er bis dahin seine Augen gehabt?

Früher war ihm an der jüngsten Tochter vom Auer-Hof nichts Besonderes aufgefallen. Sie war ein munteres Dirndl wie andere auch – noch nicht lang aus der Schule und ohne jene weiblichen Rundungen, die den Burschen und Mannsbildern so sehr gefielen.

Und jetzt gab es da plötzlich eine ganz andere Hanni. Ihre Figur war schlank und doch rund, wo es darauf ankam. Und in dem bildhübschen Gesicht leuchteten und lockten volle rote Mädchenlippen.

Das alles hatte Laurenz erst unlängst entdeckt, als er neben Hanni im Dorfladen stand. Was für ein Prachtdirndl war die jüngste Auer-Tochter geworden!

Laurenz konnte es Hanni bisher noch nicht sagen, wie sehr sie ihm gefiel. Aber heute wollte er die Gelegenheit wahrnehmen, in der einen Stunde, die er neben ihr sitzen konnte, ehe er heim musste.

Die kleine Gaststube der Hütte war gedrängelt voll. Es herrschte eine ausgelassene Stimmung. Die jungen Leute sangen und schunkelten. Die schwarzhaarige Wirtstochter war in ihrem Element. So hatte Romina es gern, wenn es in der Hütte lustig zuging und mancher Mann nicht nur mit den Augen nach ihr tastete.

Laurenz legt den Arm um das Dirndl an seiner Seite.

»Hanni, neben dir sitz ich gern«, raunte er ihr ins Ohr. »Leider muss ich bald weg. Ich bin ganz traurig!«

»So schaust du aber gar nicht aus«, stellte sie fest und lächelte zu dem braunhaarigen Jungbauern mit dem feschen Schnurrbärtchen auf.

»Soll ich's dir schwören, Hanni?« Er versuchte ein ernstes Gesicht zu machen. »Neben dir möcht' ich stundenlang sitzen und deine Hände halten dürfen ...«

»Du Schwindler!«, sagte sie, errötete jedoch sichtbar. »Deine Hand hast du jetzt ganz woanders, Laurenz. Drück mich nicht so, mir ist schon warm genug!«

»Wenn's dir neben mir ordentlich warm wird, ist das genau richtig.« Er strahlte sie aus seinen braunen Augen an. »Hanni, wann sehen wir zwei uns wieder? Gleich heut Abend, wenn ich mit meiner Arbeit fertig bin?«

»Mei, du hast Einfälle, Laurenz! Heut muss ich daheim bleiben. Meine Tante und mein Onkel sind bei uns zu Besuch.«

»Hoffentlich nicht lang«, bedauerte er. »Wann sind sie denn wieder weg?«

»Morgen.« Hanni sah ihn schelmisch an. »Aber sag, warum willst du denn auf einmal, dass wir uns sehen? Warum fragst du grad mich – warum nicht die Romina? Der laufen doch alle Burschen nach!«

»Weil mir kein Dirndl so gut gefällt wie du«, antwortete er treuherzig.

»Nicht einmal die Romina?« Sie musterte ihn ungläubig.

»Du bist halt ganz anders, Hanni. Ich weiß nicht, wie ich's dir sagen soll. Jedenfalls möcht' ich viel lieber mit dir beisammen sein als mit der Romina. Wann hast du Zeit für mich?«

»Früher hast du mich kaum angeschaut«, meinte sie. »Und jetzt kommt's dir auf einmal so darauf an? Das versteh' ich nicht.«

Wollte sie nur einen Spaß machen, oder meinte sie es so? Doch ihre großen hellen Augen fragten wirklich.

»Wahrscheinlich hab ich mich in dich verliebt«, raunte er ihr zu. »So etwas gibt's doch, gell?«

Nun wurde sie flammend rot. »Was du redest!«, gab sie fast vorwurfsvoll zurück.

»Also, wie steht's jetzt mit uns?«, drängte Laurenz. »Wann gibt's ein Wiedersehen?«

»Irgendwann begegnen wir uns schon wieder«, antwortete Hanni ausweichend.

»Dir liegt also nichts dran.« Er seufzte. »Schad'.«

»Nächsten Sonntag trainieren wir wieder«, vertröstete sie ihn.

***

Das blonde Dirndl vom Auer-Hof ging Laurenz nicht mehr aus dem Kopf. Allzu gern hätte er gewusst, was hinter Hannis Zurückhaltung steckte. Gefiel er ihr nicht so gut, dass sie sich mit ihm treffen wollte?

Am Ende fiel es Laurenz ein, dass Hanni nicht Ja sagen könnte, weil sie schon einen Liebsten hatte. Nicht hier in Hochriegel. Der Bursch wäre dann sicher dabei gewesen. Möglicherweise war er anderswo daheim.

Dieser Gedanke beunruhigte Laurenz. Er begann, seine Kameraden auszuhorchen. Mit aller Vorsicht natürlich. Er fürchtete, auch andere könnten sich für die Auer-Tochter interessieren. Überhaupt verstand er nicht, dass nicht schon alle Burschen hinter ihr her waren.

Aber hatte nicht auch er sie erst jetzt entdeckt?

Hoffentlich als Erster und Einziger!

Am ehesten glaubte Laurenz noch, mit der Mutter über Hanni reden zu können.

»Am Sonntag hab ich die jüngere Auer-Tochter beim Skilaufen gesehen«, bemerkte er beim Abendbrot beiläufig. »Sie ist ganz schön groß geworden.«

»Die Hanni?« Gertraut Hirschmann musterte den Sohn neugierig. »Die ist doch schon lang kein Schuldirndl mehr! Achtzehn wird sie jetzt sein, glaub' ich.«

»Ich weiß gar nicht, ob sie etwas gelernt hat. Bleibt sie daheim auf dem Hof?« Laurenz bemühte sich, so zu tun, als wolle er beim Essen halt über irgendetwas reden.

»Vorläufig wird die Hanni wohl daheim bleiben«, meinte die Mutter und fügte hinzu: »Bis eine junge Bäuerin kommt. Ihre Schwester hat ja auch noch nicht geheiratet. Die ist mit dem Sohn vom Bürgermeister verlobt. Aber das müsstest du ja eigentlich besser wissen.«

»Ja, die beiden sind verlobt«, bestätigte Laurenz.

Gertraut Hirschmann bemühte sich, ein Lächeln zu unterdrücken. Warum der Sohn von Hanni zu reden anfing, war nicht schwer zu erraten. Aus der war ja wirklich ein auffallend schönes Dirndl geworden!

»Die vom Auer-Hof sind alle nette Leute«, bemerkte sie zu Laurenz' Freude. »Auch das Familienleben war bei denen immer in Ordnung. Da hat man nie etwas gehört ...«

Als die verwitwete Bäuerin dann später in ihrem Bett lag, dachte sie weiter darüber nach. Ihr Laurenz war jetzt dreiundzwanzig. Etwas Ernstes hatte er bisher mit keinem Dirndl angefangen. Ins Haus gebracht hatte er jedenfalls noch nie eines.

Ob das blonde Auer-Kind ihm nun das Herz stehlen würde?

Gertraut Hirschmann hatte nichts dagegen. Einmal musste es ja sein. Ewig konnte Laurenz nicht nur ihr lieber Bub bleiben.

Die Bäuerin seufzte. So nahm das Leben seinen Lauf. Schon vor fünf Jahren hatte sie ihren Mann verloren. Er war noch nicht einmal fünfzig gewesen.

Damals haderte sie mit Gott und der Welt. Warum musste gerade sie vom Schicksal so geschlagen werden? Wo lag ein Sinn dafür, dass ihr Matthias, dieser lebensfrohe und immer kerngesunde Mann, so früh sterben musste?

Es hatte ihn im Winter beim Holzfällen erwischt. Die hohe Tanne war anders gestürzt, als er berechnet hatte. Der Schnee hatte so hoch gelegen, dass er nicht schnell genug aus dem Gefahrenbereich springen konnte. Als man ihn unter dem Baum herausgegraben hatte, war Matthias schon tot gewesen.

Laurenz hatte es Gott sei Dank nicht direkt miterlebt. Er hatte gerade die Landwirtschaftsschule besucht.

Der geliebte Sohn und der Hof hatten der Bäuerin geholfen, ihr schweres Leid zu tragen. Dem damals erst Achtzehnjährigen hatte sie den Besitz noch nicht übergeben können. Und ihr selbst hatte es gut getan, Verantwortung zu haben. Die Arbeit hatte dazu beigetragen, dass sie nicht zu viel grübeln konnte. Zusammen mit dem Sohn hatte sich das Wirtschaften gerade noch schaffen lassen.

Und jetzt wurde wohl die Zeit für eine große Veränderung reif. Gertraut Hirschmann hatte keine Angst davor. Das war das Gesetz des Bauernlebens. Ein junges Paar würde die Herrschaft auf dem Hof antreten. Wie auch sie einst auf den Hirschmann-Hof gekommen und von den Alten wohlwollend aufgenommen worden war.

***

Wann immer Laurenz durchs Dorf ging oder mit dem Traktor fuhr, sah er sich um, ob nicht irgendwo die Hanni zu entdecken wäre. Doch er strengte sich vergeblich an. Er sah sie nicht einmal dann, wenn er beim Auer-Hof vorbeikam.

Er vertröstete sich auf das nächste Wochenende. Am Sonntag würde sie wieder für die Meisterschaft trainieren, hatte sie gesagt. Vielleicht tat sie es auch schon am Samstagnachmittag.

Als das Wochenende endlich kam, schaute Laurenz sich die Augen nach ihr aus, aber nirgends am Hang war ihr Blondkopf zu sehen. Nicht einmal am Sonntag, als die ganze Dorfjugend oben war.

Beim Hüttenwirt saß Laurenz dann ziemlich trübsinnig. Das frohe Treiben der anderen konnte ihn nicht aufmuntern. Und Rominas herausforderndes Lächeln ließ ihn kalt.

»Wo ist denn heut die Hanni?«, erkundigte er sich bei einem Burschen aus ihrer Nachbarschaft. »Trainiert sie nicht mehr?«

»Keine Ahnung.« Der andere zuckte mit den Schultern. »Ich hab die Hanni die ganze Woche nicht gesehen. Vielleicht hat sie die Grippe und kann nicht mitmachen.«

Der Gedanke, Hanni könnte mit Fieber im Bett liegen, bedrückte Laurenz, schon weil er sie deshalb nicht sehen konnte. Doch andererseits beruhigte ihn es auch wieder. Schlimmer wäre es gewesen, wenn sie einem Wiedersehen mit ihm ausgewichen wäre. Fürs Kranksein konnte sie nichts. Wahrscheinlich tat es ihr leid, dass sie jetzt im Bett liegen musste, statt Slalom zu üben und nachher neben ihm beim Brandl-Wirt zu sitzen.

Am Montag traf Laurenz Hannis Bruder bei der Tankstelle.

»Grüß deine Schwester schön von mir!«, trug er dem Peter auf. »Ich hab gehört, dass sie die Grippe hat. Ich wünsch' ihr baldige Besserung.«

»Wieso soll die Hanni krank sein?«, wunderte sich der Auer-Sohn.

»Weil sie gestern nicht beim Training war.«

»Aber nein.« Der blonde Bursch lächelte. »Die Hanni ist pumperlgesund. Nur ist sie halt mit dem Onkel und der Tante mitgefahren.«

Diese Mitteilung traf Laurenz hart. Sie war einfach weggefahren! Als ob sie nicht wüsste, wie sehr er sich auf das Wiedersehen mit ihr freute!

Ihr hat's halt nichts bedeutet, dachte er traurig. Ob sie mit mir zusammenkommt oder nicht, ist ihr egal.

***

Die Woche bis zur Skimeisterschaft von Hochriegel verbrachte Laurenz in keiner guten Laune. Die Mutter merkte es. Was dahintersteckte, ließ sich leicht erraten. Sicher hing es mit dem Auer-Dirndl zusammen.

Gertraut Hirschmann hütete sich jedoch, den Sohn darauf anzusprechen. Wenn er ihr sein Herz ausschütten wollte, würde er es schon von selbst tun. Und war es nicht so im Leben, dass in der Liebe Kummer und Glück oft so schnell wechselten wie Regen und Sonnenschein?

Laurenz' Hoffnungen auf Hanni sanken mittlerweile tief. Nichts freute ihn. Er trainierte wohl für die Meisterschaft, aber richtig bei der Sache war er nicht. Vor einem Jahr hatte er die Abfahrt gewonnen. Diesmal wunderten sich beim Training alle, wie unkonzentriert er fuhr.

Der Sonntagmorgen kam. Das Rennen wurde mit dem Lauf der Schüler eröffnet. Laurenz spähte zu den Mädchen hinüber, die gerade beim Ausstecken ihrer Slalomstrecke waren. Hanni fehlte.

Es schnitt Laurenz ins Herz. Hanni zählte zu den begabtesten und ehrgeizigsten Läuferinnen. Wenn sie nicht einmal heute kam und die Meisterschaft versäumte, musste das einen besonderen Grund haben. Und der war wohl dort zu suchen, wohin sie mit den Verwandten gefahren war. Da musste jemand sein, der sie mehr interessierte als jedes Skirennen.

Beim Aufwärmen dachte Laurenz an nichts anderes. Er war gar nicht da. Ums Haar hätte er seine Bretteln mit dem falschen Wachs präpariert.

Und dann zuckte er zusammen. Ein Auto kam. Ein blondes Dirndl mit einem roten Pullover stieg aus. Und zugleich ein großer, sehr gut aussehender junger Mann!

Was Laurenz während der nächsten Minuten beobachtete, ließ keinen Zweifel offen: Die beiden gehörten zusammen! Der junge Mann trug Hanni die Ski zum Slalomhang. Sie fuhren miteinander die Strecke ab. Sie unterhielten sich vertraut und lachten viel.

Den Burschen und das Auto hatte Laurenz in Hochriegel noch nie gesehen. Hanni musste ihn von dort mitgebracht haben, wo sie zu Besuch gewesen war.

Sie besaß schon einen anderen Freund – und das war er!

»Laurenz, wir sind dran!«, mahnte einer der Kameraden.