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Nachdem er fünfzehn Jahre lang in der Armee gedient hat, kehrt Joe nach Hause zurück, wo eine ganze Welt voller überraschender Enthüllungen auf ihn wartet. Sein neuer Nachbar, der sündhaft heiße Aaron, taucht auf und lässt Joes Libido an die Decke schießen. David, ein junger Ausreißer, ist aus den Fängen einer gefährlichen Sekte geflohen, die Teenager entführt, um Profit zu machen. Doch es gibt noch einen weiteren Grund, aus dem die Sekte an ihm interessiert ist: er ist ein Gestaltwandler, wie Joe schnell herausfindet. Unbeeindruckt von dieser Bekanntschaft mit einer fremden Welt, interessiert Joe sich mehr dafür, die Machenschaften der Sekte zu beenden und dafür zu sorgen, dass sie nicht wieder aufersteht. Er ruft seine ehemalige Einheit aus Elitesoldaten zu sich an die Front um eine Strategie festzulegen, und der Kampf beginnt. Und dann entfesselt Joe versehentlich seine … pelzigere Seite und entdeckt, dass der hinreißende Aaron sein Gefährte ist – und bereit zur Paarung, was für Joe eine Herausforderung bedeutet, auf die er sich nur zu gerne einlässt! Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 35.300 Wörter
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Veröffentlichungsjahr: 2019
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1: Heimkehr
Kapitel 2: Harte Arbeit und heiße neue Nachbarn
Kapitel 3: Unerwünschte Besucher und der Austausch von Geheimnissen
Kapitel 4: Kriegserklärung
Kapitel 5: Krach mit den Nachbarn
Kapitel 6: Auf neuen Wegen
Kapitel 7: Wandlerkunde
Kapitel 8: Wandlerkunde Teil 2
Kapitel 9: Vollbelegt
ÜBER JOOLS LOUISE
LESEPROBE:
An der Front
Nachdem er fünfzehn Jahre lang in der Armee gedient hat, kehrt Joe nach Hause zurück, wo eine ganze Welt voller überraschender Enthüllungen auf ihn wartet. Sein neuer Nachbar, der sündhaft heiße Aaron, taucht auf und lässt Joes Libido an die Decke schießen. David, ein junger Ausreißer, ist aus den Fängen einer gefährlichen Sekte geflohen, die Teenager entführt, um Profit zu machen. Doch es gibt noch einen weiteren Grund, aus dem die Sekte an ihm interessiert ist: er ist ein Gestaltwandler, wie Joe schnell herausfindet. Unbeeindruckt von dieser Bekanntschaft mit einer fremden Welt, interessiert Joe sich mehr dafür, die Machenschaften der Sekte zu beenden und dafür zu sorgen, dass sie nicht wieder aufersteht. Er ruft seine ehemalige Einheit aus Elitesoldaten zu sich an die Front um eine Strategie festzulegen, und der Kampf beginnt.
Und dann entfesselt Joe versehentlich seine … pelzigere Seite und entdeckt, dass der hinreißende Aaron sein Gefährte ist – und bereit zur Paarung, was für Joe eine Herausforderung bedeutet, auf die er sich nur zu gerne einlässt!
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein.Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.
Länge: rund 35.300 Wörter
JOOLS LOUISE
An der Front
Two Spirit Ranch 1
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene
ME AND THE MUSE PUBLISHING
www.meandthemuse.com
Die Originalausgabe erschien unter dem Titel
„Battle Lines“
Copyright © der Originalausgabe: Jools Louise, 2015
Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:
Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe
Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2017
Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs
Übersetzt von: Sage Marlowe
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Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.
Haftungsausschluss:
Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Haftung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.
Widmung
Ich hätte nie gedacht, dass überhaupt einmal eines meiner Bücher veröffentlicht würde, ganz zu schweigen von fünf, zu denen noch einige hinzukommen werden. Ich klinge wie eine stolze Mama!
Viel Spaß.
JL
Vorurteil
Substantiv
Eine negative Erwartung oder ein negatives Gefühl, das im Vorfeld ohne näheres Wissen, Nachdenken oder Grund gebildet wurde.
Jegliche im Voraus gefasste Meinung oder Erwartungshaltung, ob negativ oder positiv.
Unbegründete Gefühle, Meinungen oder Erwartungen, vor allem feindseliger Art, in Bezug auf eine ethnische, soziale oder religiöse Gruppierung oder Angehörige einer bestimmten Rasse.
(www.dictionary.reference.com/browse/prejudice)
Joe empfand eine Mischung aus Gefühlen, als er in seinem viel zu engen Flugzeugsitz saß, entschied aber, dass er, wenn er schon ein solcher Geizkragen war, sich wirklich nicht zu sehr beschweren konnte, dass es unbequem war. Natürlich saß hinter ihm das allgegenwärtige strampelnde Kind mit Eltern, die sowohl blind, taub und rücksichtslos waren, was ihn ein wenig stresste. Der Passagier neben ihm war kurz nach dem Start eingeschlafen und sabberte jetzt, den Kopf auf Joes Schulter gelegt. Der Schwachkopf vor ihm hatte seine Rückenlehne so weit wie möglich nach hinten gesenkt und verlagerte seine beachtliche Wampe hin und wieder, sodass das Tablett gegen Joes Knie knallte.
Joe war nicht gut gelaunt.
Noch dazu war er auf dem Weg zurück an einen Ort, den er vor über einem Jahrzehnt verlassen hatte, nach einem heftigen Streit mit seinem einzigen noch lebenden Elternteil. Dieser Elternteil, sein Vater, war jetzt ebenfalls verstorben. Zu behaupten, dass ihm viel im Kopf herumging, wäre eine Untertreibung. Die Ranch, die schon seit Generationen der Familie gehörte, war jetzt seine. Weil er sie geerbt hatte, nicht, weil er sie wollte.
Sein Vater war vor einigen Monaten an einem schweren Schlaganfall gestorben und hatte ihm die gesamte Ranch hinterlassen. Mit Sack, Pack und einem Haufen Heuballen. Die Tatsache, dass er über fünfzehn Jahre lang nicht mit seinem Vater gesprochen hatte, milderte die Trauer über den Verlust nicht. Tatsächlich hatte er Schuldgefühle, weil er so stur gewesen war, was wiederum Wut, Traurigkeit und Erschöpfung mit sich brachte.
Sein Vater hatte darauf beharrt, dass Joe in seine Fußstapfen als Rancher treten sollte. Joe hatte sich geweigert. Hartnäckig. Die Streitereien deswegen waren entsetzlich laut und verletzend in ihrer Heftigkeit gewesen. Er hatte weit entfernt von einem Ort sein wollen, den er für unter seiner Würde hielt. Er hatte reisen wollen, die Welt sehen. Worte, gesprochen von einem wütenden Teenager auf dem Weg zum Erwachsenwerden, verfolgten ihn, lange nachdem er sie ausgesprochen hatte. Wut, die seiner Unfähigkeit entsprang, richtig mit der letzten Person zu kommunizieren, die er noch in seinem Leben hatte … der Person, die ihn Jahre zuvor im Geiste verlassen hatte.
„Wenn du glaubst, ich werde den Rest meines Lebens auf diesem Stück Scheißland verrotten wie du, dann irrst du dich, Dad! Ich habe Mom auch verloren. Aber ich kann nicht hier leben und in der Vergangenheit schwelgen. Die Welt wartet darauf, entdeckt zu werden. Sitz du nur hier mit deinen Erinnerungen, alter Mann, ich mache mich auf den Weg und lebe mein Leben!“ Das waren die letzten Worte, die er zu seinem Vater gesagt hatte. Hart, wütend und erfüllt von der blinden Gefühllosigkeit, die nur ein Achtzehnjähriger aufbringen konnte.
Joe war am nächsten Tag abgereist. Mit einem kleinen Rucksack auf dem Rücken und Träumen davon, den Taliban in den Arsch zu treten, war er per Anhalter zum nächsten Armeestützpunkt gefahren, wo man neue Soldaten rekrutierte. Dann hatte er die folgenden fünfzehn Jahre damit verbracht, seinen Träumen nachzulaufen und zu vergessen versucht, wo er herkam.
Doch die Realität des Krieges hatte einen bitteren Nachgeschmack in seinem Mund hinterlassen. Das Töten. Der sinnlose Konflikt, wegen dem unschuldige Leben im Staub verblutet waren. Er hatte seinen Anteil an Rebellen ausgeschaltet, die nicht einheimischen Militanten, die eine Gelegenheit zum Töten suchten, aus welchen Gründen auch immer, normalerweise unter dem Vorwand der Religion. Mordende Diebe, die Krieg und Elend folgten und sich am Blutvergießen bereichern, indem sie mit Geiseln und Waffen handeln. Doch auch andere hatten ihr Leben gelassen. Unschuldige. Kinder, die in die nackte Grausamkeit eines Krieges gerieten, der auf die eine oder andere Art tobte, seit die Kreuzritter in den Mittleren Osten eingefallen waren.
Er hatte sich danach gesehnt, nach Hause zurückzukehren, hatte sich nach dem Anblick der zerklüfteten Berggipfel, die sich von einem beeindruckenden Himmel im Hintergrund abhoben, gesehnt. Nach den Grand Tetons, die sich in der Ferne über weite Ebenen erstreckten, im Winter vom Schnee bedeckt, im Frühling von Wildblumen. Gott, wie er seine Heimat vermisst hatte.
Er war zu stur gewesen, um nachzugeben. Zu dumm, daran zu denken, dass sein Vater eines Tages vielleicht nicht mehr da sein würde. Sein Vater war genauso stur gewesen. Hatte nicht die Hand nach ihm ausgestreckt, falls er gebissen würde. Hatte nichts von dem Sohn verlangt, der wie ein Abziehbild seines Vaters war … in Aussehen, Temperament und purer Starrköpfigkeit.
Joe spürte Tränen in seinen Augen brennen. Das Brennen von Scham und Lektionen, die er zu spät gelernt hatte, tat ihm im Herzen weh. All die Dinge, die er hatte sagen wollen, aber aus Angst und Dummheit nicht gesagt hatte. All die Entschuldigungen, die nichts weiter waren als das Schamgefühl eines Feiglings. Und genau das war er. Er hatte Angst gehabt, als er damals gegangen war. Hatte den Stolz seines Vaters auf sein Land nicht gesehen. Auf sein Land und dessen Herrlichkeit. Er hatte nicht gesehen, dass sein Vater kaum mehr etwas hatte außer den Erinnerungen an die Liebe seines Lebens, die ihn zu früh verlassen hatte.
Als ihn die Nachricht ereilt hatte, war sie als Schock gekommen. Sein Vater war gerade erst Anfang sechzig gewesen. Er hätte noch viele Jahre weiterleben sollen. Der Brief, den der Anwalt seines Vaters ihn überreicht hatte, hatte einen noch größeren Schock bedeutet.
Lieber Joe,
wenn du das liest, bin ich nicht länger auf dieser Erde. Ich habe so viele Jahre damit verbracht, unsere Vergangenheit zu bedauern und meine Unfähigkeit als Vater, mich nach dem Tod deiner Mutter um dich zu bemühen. Ich liebte sie mehr als ein eigenes Leben. Sie starb in diesem Wissen. Ich wünschte nur, ich hätte den Mut besessen, dir zu zeigen, dass du mir genauso viel bedeutest. Es tut mir leid.
Die Ranch gehört jetzt dir, du kannst damit tun, was du willst. Verkauf sie, brenn sie nieder, es ist deine Entscheidung. In den letzten Jahren war sie mir nicht mehr wirklich wichtig, also ist sie jetzt etwas heruntergekommen. Das tut mir ebenfalls leid.
Ich habe diese Ranch geliebt, solange ich mich erinnern kann, aber ich hätte alles aufgegeben, nur um von dir zu hören. Und ich weiß, dass das ein Haufen Scheiße ist, denn ich bin dein Vater und ich hätte den ersten Schritt tun müssen. Ich wusste nicht wie. Es tut mir leid.
Ich liebe dich und ich hoffe, dass du finden wirst, wonach du gesucht hast. Vielleicht, wenn du dir eingestehst, was das ist, wirst du ein gewisses Maß an Glück finden. Gott weiß, ich konnte es dir nicht geben.
Sei stolz darauf, wer du bist, sei stolz auf deine Herkunft. Deine Mutter und ich sind es. Ich wette, sie wird mir in den Arsch treten, wenn ich sie wiedersehe, weil ich als Vater so versagt habe. Sie hat mir immer gesagt, ich müsste aufhören, so stur zu sein und dich deinen eigenen Weg gehen lassen. Ha! Ja, sie wird mir in den Arsch treten. Mit Sicherheit!
Jedenfalls, wie ich schon sagte, die Ranch und alles, was sich darauf befindet, gehört dir.
Ich liebe dich.
Sei glücklich.
Dad
Joe hatte heftig geweint, nachdem er den Brief gelesen hatte. So viele vergeudete Jahre.
Und jetzt kehrte er nach Hause zurück.
Er spürte, wie das Fahrgestell des Flugzeugs surrend ausgefahren wurde, die Veränderung im Kabinenluftdruck und schließlich das Auftreffen der Reifen auf dem Asphalt. Er schob den sabbernden Mann von seiner Schulter, warf dem Gör hinter sich einen wütenden Blick zu und half dem Schwachkopf vor sich freundlicherweise, indem er den Sitz nach vorne stieß, bis der Mann mit dem Kopf gegen die Rückenlehne des Sitzes vor seinem knallte. Gott sei Dank für kleine Siege! Er war erledigt.
Nachdem er sein Gepäck eingesammelt hatte, verließ Joe den Flughafen in einem Taxi, das ihn zum nächsten Autohändler fuhr. Er hatte entschieden, ein Fahrzeug zu kaufen anstatt es zu mieten. Er wollte sich nicht darum kümmern müssen, einen Mietwagen zurückzubringen. Er konnte genauso gut kaufen, da dies sowieso eine längere Sache werden würde.
Seine Karriere bei den Army Rangers war beendet. Seine neue Karriere bestand darin, etwas aufzubauen, auf das sein Vater stolz gewesen wäre. Das Land gehörte seiner Familie schon seit Generationen. Es wurde Zeit, dass er seine Aufgabe gerecht wurde und akzeptierte, was das bedeutete. Ein Erbe. Verantwortung. Familie.
Es dauerte etwa eine Stunde, bis er das Fahrzeug bekam, und als er in den großen Bronco stieg, lächelte er. Seitdem er ein Kind gewesen war, hatte er sich ein solches Fahrzeug gewünscht. Sein Vater hatte gerne Dinge wiederverwendet, was ja in Ordnung war, aber verdammt, er fühlte sich so aufgeregt wie ein Kind, als er in seinem eigenen, nietnagelneuen Bronco saß. Der Wagen glänzte in der Sonne. Knallrot. Glänzend neu. Der Innenraum roch wunderbar und er verbrachte mehrere Minuten damit, auf jeden Knopf zu drücken, den er finden konnte, und sich zu fragen, wie viele Becherhalter ein Fahrzeug wirklich brauchte.
Voll getankt und mit Essen beladen, machte er sich auf den Weg zur Ranch, die einige Meilen südlich des Grand Teton National Parks lag und direkt an den Park grenzte. Über viertausend Hektar rollende Hügel, zwei kleine Seen und jede Menge Weideland.
Eine Stunde später hielt Joe vor dem Haupthaus an, dann saß er da und starrte vor sich hin.
Heruntergekommen war eine Untertreibung. Erneut brannten Tränen in seinen Augen. Sturer alter Mann, der nie um Hilfe bat. Warum zum Teufel hatte er Joe nicht wissen lassen, dass er Geld brauchte? Er hatte gewusst, dass Joe jede Menge angespart hatte. Die vielen Jahre, in denen er im Feindesland gelebt hatte und kein Geld ausgeben konnte, hatten ihm ein hübsches kleines finanzielles Polster eingebracht.
Er schaute hinüber zu einer großen Eiche, die neben dem Haus stand, und stieg aus dem Wagen. Unter dem Baum befanden sich zwei Grabsteine, sein Vater und seine Mutter, wieder vereint.
Auf dem Boden kniend ignorierte Joe die kalte Erde unter sich und ließ endlich den Tränen freien Lauf. Die Schuld und das Bedauern vieler Jahre wurden weggewaschen, als seine Tränen auf die reichhaltige Erde tropften.
Er hatte die Beerdigung seines Dads verpasst. Draußen in der Wildnis Afghanistans war er unerreichbar gewesen, als die erste Nachricht eintraf. Bis er von seiner Mission zurückgekehrt war, war sein Vater tot und begraben.
Er weinte eine Weile vor sich hin, bis die Kälte des Windes und des Bodens zu ihm durchdrangen. Eine Hand auf den Grabstein seines Vaters gelegt, senkte er den Kopf.
„Es tut mir auch leid, Dad. Es bringt nichts, an der Vergangenheit festzuhalten. Ich war ein beschissener Sohn. Aber ich werde die Ranch nicht verkaufen. Dieser Ort gehört uns. Ich habe vor, sie für die Familie zu erhalten. Ich liebe dich auch.“
Er verließ die Stelle und spürte den Hauch einer Brise in seinem Gesicht, beinah wie die Berührung einer Hand. Zum ersten Mal seit einer langen Zeit empfand er so etwas wie Frieden. Ja, er war definitiv zu Hause.
Er würde sein Zuhause nur in einen einigermaßen bewohnbaren Zustand versetzen müssen, dann wäre er bereit.
Verdammt, es war kalt!
Joe war an diesem Morgen ziemlich früh auf der Ranch eingetroffen und bis zur Mitte des Nachmittages war er ziemlich ins Schwitzen geraten. Jetzt trug er eine verblichene blaue Jeans, hatte sein Oberteil ausgezogen, sodass er jetzt oben rum nackt war und die kühle Brise auf seiner heißen Haut genoss.
Mit einem Meter neunzig war Joe kein kleiner Schwächling. Fünfzehn Jahre an der Front als Army Ranger hatten ihn fit gehalten und sein Körper war mit harten, definierten Muskeln bedeckt. Straffe, gewölbte Brustmuskeln, ein Sixpack, bei dem die Damenwelt zu sabbern begann und ein Bizeps, der sich kraftvoll spannte, womit er die Berührung einer zärtlichen Hand oder neugierigen Zunge einlud.
Nachdem er alles Sichtbare gefegt, gewischt und gereinigt hatte, war das Haus in einem akzeptablen Zustand, sodass er darin übernachten konnte. Es hatte ihn einige Stunden gekostet.
Aus dem Zimmer seines Vaters hielt er sich vorerst raus. Er konnte das im Moment noch nicht verkraften. Doch alles andere war dem Wischmob, einem alten Staubsauger und einem Besen, der gerade noch zu gebrauchen war, ausgesetzt. All den Müll, den er hinaustrug, sammelte er auf einem Haufen, dann steckte er ihn in Brand und sah zu, wie die alten, mottenzerfressenen Möbel aus der Garage in Rauch aufgingen. Das Zeug hatte seit hundert Jahren dort gestanden, dem Zustand nach zu urteilen, und er würde seinen neuen, hübschen Bronco nicht draußen in der Kälte stehen lassen.
Er schnaubte bei dem Gedanken an den Blick, den sein Vater ihn wegen diesem Unsinn zuwerfen würde. Wiederverwenden, wiederverwenden und wiederverwenden. Das war sein Motto gewesen. Nun, Joes Motto war „raus mit dem Alten, rein mit dem Neuen“, vor allem, wenn das Alte hundert Jahre alt war und auseinanderfiel.
Das Feuer loderte hell und er grinste in sich hinein. Morgen würde er sich darum kümmern, einen Internetzugang einzurichten. Er war überrascht, dass der alte Mann hier draußen überhaupt Telefon gehabt hatte.
Eine plötzliche Windböe brachte ihn zum Stolpern und er schnaubte erneut. Dämlicher Ort. Wenn er es nicht besser wüsste, würde er glauben, dass der alte Mann um ihn herumspukte. Das würde ja gut passen. Wollte wohl nachsehen, ob sein dämlicher Sohn alles versaute, hm?
„Tja, Scheiß drauf, Dad. Du wolltest mich daheim haben? Hier bin ich. Finde dich damit ab!“
„Äh, soll ich später wiederkommen oder vielleicht einen Psychiater rufen?“ Eine Stimme ertönte hinter ihm und Joe sprang beinahe in die Luft vor Schreck.
Er wirbelte herum und starrte den Neuankömmling an. Und fing an zu sabbern.
Seine Libido, die seit einigen Monaten geruht hatte, schaltete plötzlich auf Vollgas beim Anblick des hinreißenden Bilds von einem Mann, der an einen staubigen Pick-up gelehnt dastand.
Glänzend schwarzes Haar das aussah wie der Flügel eines Rabens war zu einem dicken Zopf geflochten, der bis zu seiner Hüfte reichte. Strahlend grüne Augen funkelten belustigt, als der Mann ihn beobachtete. Es war offensichtlich, dass er schon seit einer Weile dort stand. Toller Ranger, der er war! Wäre Joe im Einsatz gewesen, hätten die Taliban ihn inzwischen gegrillt.
„Fahren Sie öfter unangekündigt bei jemandem vorbei?“ Joe realisierte zu spät, dass er wütend auf den Mann sein sollte, der einfach so auf sein Grundstück gefahren war. Er ignorierte die Tatsache, dass dieser Mann Sex-Appeal ausstrahlte wie noch nie jemand zuvor. Er schien aus jeder seiner Poren zu dringen.
Groß, ein paar Zentimeter kleiner als Joe mit seinen eins neunzig, hatte der Mann den Körperbau eines Läufers: schlanke Muskeln, aber nicht aufgepumpt. Er wog wahrscheinlich etwa achtzig Kilo, während Joe gute einhundert auf die Waage brachte. Joes schwules Gen jubelte bei dem Anblick all dieser bezaubernden männlichen Muskeln.
Joe leckte sich über die Lippen, während der Mann sich von seinem Fahrzeug löste und zu ihm kam.
„Du musst Joe sein. Ich bin Aaron.“ Er streckte seine Hand aus und Joe ergriff sie, wobei er sich fühlte, als hätte man ihn mit einem Taser erwischt, als Aarons Körperwärme durch ihn hindurch schoss. „Meine Familie war mit deinem Vater befreundet. Ich lebe im Wind River Reservat. Ich dachte mir, du könntest hier vielleicht eine helfende Hand gebrauchen.“ Er deutete mit dem Kopf auf das Feuer. Seine Hand hielt noch immer Joes umklammert. Der Ausdruck in seinen grünen Augen war sehr wissend.
Joe ließ die Hand des Mannes schnell los und trat zurück. Obwohl er interessiert war, obwohl Aaron ganz offensichtlich interessiert war, fand Joe, dass es vielleicht ein wenig unangemessen erscheinen würde, wenn er so kurz nach dem Tod seines Vaters zu viel Interesse zeigte.
„Ähm, danke, aber ich denke, ich komme klar. Ich habe das Haus saubergemacht. Jetzt muss ich bloß noch ein paar Sachen aus dem einundzwanzigsten Jahrhundert reinstellen.“ Er lächelte ein wenig, dann errötete er, weil er in Anbetracht der Umstände vielleicht ein wenig gefühllos geklungen hatte. Sein Vater war erst vier Monate tot und er lästerte bereits! Verdammt!
Aaron lachte und der heisere Laut schickte einen lustvollen Schauder durch Joes Nervenenden.
„Mein Vater und deiner waren entschlossen, das letzte Jahrhundert nicht zu verlassen. Ich fand es schon immer überraschend, dass es hier ein Telefon gibt.“ Aaron lächelte Joe mitfühlend an und tätschelte sanft seinen Arm. „Er hat dich vermisst. Hat zwar nie darüber gesprochen, aber er hat dich vermisst. Er wird froh sein, dass du zurückgekommen bist.“ Aaron lächelte wieder. „Wenn du etwas brauchst, lass es mich wissen. Meine Nummer steht in dem Buch neben dem Telefon. Willkommen zu Hause, Joe.“ Aaron wandte sich ab um zu gehen, wobei seine Augen kurz über Joes freien Oberkörper glitten, bevor er in den Wagen stieg und in einer Staubwolke davonfuhr. Der Ausdruck in seinen Augen sprach Bände und Joe spürte, wie sein Schwanz sich nach diesem eindeutig sexuellen Mustern straffte. Er hatte sich geradeso davon abhalten können, den sexy Kerl auf den Boden zu werfen und im Staub zu vögeln. Was stimmte denn bloß mit ihm nicht? Er benahm sich, als hätte er sich noch nie zuvor zu einem Mann hingezogen gefühlt.
Joe war so erledigt, als hätte er gerade fünf Runden gegen Tyson gekämpft. Verdammt, Aaron hatte Eindruck hinterlassen! Sein Penis zuckte zustimmend und Joe schaute stirnrunzelnd auf ihn hinab.
