Nach dem Regen - Jools Louise - E-Book

Nach dem Regen E-Book

Jools Louise

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Beschreibung

Rafe hat Jahre damit zugebracht, die letzten Mitglieder einer grausamen Sekte zu verfolgen, deren Ziel die Vernichtung der Ranch und aller Gestaltwandler ist. Er führte ein einsames Leben und ließ niemanden an sich heran, aus Angst, selbst zu gefährlich für eine Liebesbeziehung zu sein. Erschöpft von all der Hässlichkeit der Welt und die eigene Erlösung endlich vor Augen, kommt er schließlich nach Hause auf die Two Spirit Ranch. Es ist an der Zeit, die Schatten der Vergangenheit für immer abzuschütteln – in den Armen seiner beiden Gefährten. Archie und Lucas wünschen sich nichts sehnlicher, als Rafe in ihre Arme zu schließen und ihn zu lieben, so wie sie es sich schon sehr lange erträumen. Als sie ihm das erste Mal begegneten, waren sie noch zu jung und konnten nur zusehen, wie alle anderen um sie herum wahre Liebe fanden und Familien gründeten. Jetzt aber fordern sie von Rafe, sich von seinen Dämonen zu befreien, sich lieben und heilen zu lassen. Aber was, wenn Rafes Dämonen zurückkehren, um zu verhindern, dass nach dem Regen endlich die Sonne für ihn scheint? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 41.000 Wörter

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Inhaltsverzeichnis

Prolog

Kapitel 1: Rückkehr des Panthers

Kapitel 2: Fünftes Rad

Kapitel 3: Aufholbedarf

Kapitel 4: Mehr Aufholbedarf

Kapitel 5: Der Beste von Dreien

Kapitel 6: Kinder!

Kapitel 7: Clydes Ende

Kapitel 8: Unterbrechungen

Kapitel 9: Enthüllungen

Kapitel 10: Cowboys und Chaos

Epilog

ÜBER JOOLS LOUISE

LESEPROBE:

Nach dem Regen

Rafe hat Jahre damit zugebracht, die letzten Mitglieder einer grausamen Sekte zu verfolgen, deren Ziel die Vernichtung der Ranch und aller Gestaltwandler ist. Er führte ein einsames Leben und ließ niemanden an sich heran, aus Angst, selbst zu gefährlich für eine Liebesbeziehung zu sein. Erschöpft von all der Hässlichkeit der Welt und die eigene Erlösung endlich vor Augen, kommt er schließlich nach Hause auf die Two Spirit Ranch. Es ist an der Zeit, die Schatten der Vergangenheit für immer abzuschütteln – in den Armen seiner beiden Gefährten.

Archie und Lucas wünschen sich nichts sehnlicher, als Rafe in ihre Arme zu schließen und ihn zu lieben, so wie sie es sich schon sehr lange erträumen. Als sie ihm das erste Mal begegneten, waren sie noch zu jung und konnten nur zusehen, wie alle anderen um sie herum wahre Liebe fanden und Familien gründeten. Jetzt aber fordern sie von Rafe, sich von seinen Dämonen zu befreien, sich lieben und heilen zu lassen. Aber was, wenn Rafes Dämonen zurückkehren, um zu verhindern, dass nach dem Regen endlich die Sonne für ihn scheint?

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein.Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.

Länge: rund 41.000 Wörter

JOOLS LOUISE

Nach dem Regen

Two Spirit Ranch 7

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene

ME AND THE MUSE PUBLISHING

www.meandthemuse.com

Copyright © der englischen Originalausgabe „After the Rain“:

Jools Louise

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:

Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe

Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2020

Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs

Übersetzt von: Betti Gefecht

URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:

Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.

Mit dem Erwerb eines E-Books erhält der Käufer die Lizenz zur persönlichen Nutzung, ist jedoch nicht zur Weitergabe des Inhaltes an Dritte, weder gegen Entgelt noch kostenlos, berechtigt.

Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.

Bitte beachten:

Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.

Widmung

Dies ist die letzte Geschichte der Two Spirit Saga. Ich hoffe sehr, dass die Reihe Euch allen Freude gemacht hat. Allerdings endet die Geschichte nicht wirklich, und die Hauptfiguren werden ihre Eskapaden in der neuen Reihe „Spirit of Sage“ fortsetzen, die bald erscheinen wird. Vielen Dank dafür, dass Ihr Eure Zeit und Euer Geld in meine Geschichten investiert habt. Ich weiß das sehr zu schätzen und danke jedem einzelnen Leser, der mich auf dieser Reise begleitet hat, … da kommt noch jede Menge mehr. #loveislove #lovefororlando

Xxx JL

Prolog

Rafe Cordoba spürte, wie die Musik ihn durchdrang, und er ließ sich von den Harmonien trösten, wie nur wenige Dinge das konnten. Die rauchige Stimme der Sängerin Elkie Brooks entspannte ihn. Der Text erzählte von Sonnenschein nach langem Regen und spiegelte wider, was er fühlte. Nach so vielen dunklen Monaten war in seinem Herzen ein tiefer Schmerz wegen dem, was er vor beinahe vier Jahren zurückgelassen hatte und was nun auf ihn wartete, sollte er sich entscheiden, das Risiko einzugehen. Es war an der Zeit einzufordern, was ihm gehörte.

Er ließ den Kopf zurück an die Armlehne der Couch sinken. Dieses Motelzimmer war nur eines von tausend anderen Drecklöchern, in denen er geschlafen hatte, seit die Büchse der Pandora aufgeplatzt und alles den Bach heruntergegangen war.

„Sind wir hier fertig?“

Rafe öffnete ein Auge, studierte Codys hoffnungsvolle Miene und seufzte erschöpft. „Ja, mein Freund. Wir sind hier fertig. Lass uns nach Hause fahren.“

Ihm wurde bewusst, dass der Song ein Spiegelbild seiner Seele war, denn er war derjenige gewesen, der fortgegangen war. Und jetzt wollte er Sonnenschein in seinem Leben, keinen Regen mehr, keinen Herzschmerz. Sein Herz war noch nicht geheilt, und ihm wurde klar, dass das auch nie passieren würde, wenn er nicht zu dem Ort zurückkehrte, der seiner Seele Frieden brachte.

„Scheiße, endlich.“ Cody schlug aufs Lenkrad.

Rafe stieß ein Lachen aus, das tatsächlich Belustigung ausdrückte. Cody startete den Truck, und sie waren unterwegs, bevor Rafe seine Meinung ändern konnte. Er schloss wieder die Augen und lächelte. Two Spirit Ranch, Wyoming – wir kommen, ob du willst oder nicht.

Er stellte sich schon die Sonne vor, ihre heilenden Strahlen auf seiner Haut, das Gefühl der kühlen Brise, die von den Bergen herunterwehte und die dunklen Wolken von seiner Seele waschen würde. Ja, wir kommen.

Kapitel 1: Rückkehr des Panthers

Archie beendete seine Arbeit im Stall. Sorgfältig legte er Striegel und Bürste und alle anderen Utensilien wieder zurück an ihre rechtmäßigen Plätze, bevor er in das frühe Licht des neuen Tages hinaustrat. Der strenge Stallgeruch, beruhigend in seiner Vertrautheit, hing ihm noch in der Nase, als er zum Himmel aufblickte. Er spürte die Kälte des bevorstehenden Winters auf dem Gesicht. In den Höhenlagen der Grand Tetons schneite es bereits, und schon bald würde frischer Pulverschnee unter seinen Füßen knirschen, wenn er morgens seine Pflichten erledigte.

Vor sechs Monaten war er zwanzig geworden und hatte am örtlichen College seinen Abschluss in Tierpflege gemacht. Er hatte sich dafür entschieden, auf der Ranch zu arbeiten und sich um die Pferde und exotischen Katzen zu kümmern, deren Zahl gewachsen war, seit die Stadt Sage in die Luft gesprengt worden war. Nachdem der Präsident angeklagt, verurteilt und seines Amtes enthoben worden war, hatte sich die Lage beruhigt – ein wenig jedenfalls. Immer noch stellte der schlimmste Abschaum der Sekte, die für alles verantwortlich war, ein Risiko dar. Überwiegend war es jedoch ruhig geblieben. Und anstatt fortzugehen und sich weiter zu qualifizieren, hatte Archie die Schönheit und Stabilität dieses Ortes, an dem er sich erstmals in seinem Leben zuhause gefühlt hatte, vorgezogen.

Joe verstand Archies Beweggründe, vielleicht sogar besser als Archie selbst. Sein fester Freund Lucas tat das weniger – er hatte Archie gedrängt, einen richtigen Uni-Abschluss zu machen, und ihre Auseinandersetzungen darüber waren hitzig gewesen, denn Lucas war der Ansicht, mehr über Archies Verstand zu wissen als Archie selbst. Aber Archie wollte nicht fortgehen und wählte stattdessen ein Fach, das seiner Meinung nach perfekt zu ihm passte.

Archie schien Lucas einfach nicht begreiflich machen zu können, dass er auf der Ranch vollkommen glücklich war und einfach nur zuhause sein wollte, nicht bei einer blöden Studentenvereinigung, wo man ihn in die Kunst des Saufens und Bierspuckens einweihen würde, damit er dazugehören konnte. Er hatte nicht das geringste Bedürfnis, sich irgendwo zu beweisen. Außerdem, wenn er fortging und Rafe plötzlich zurückkehrte, könnte Rafe denken, dass Archie ihn vergessen hatte.

Er schnaubte. Als wenn das überhaupt möglich wäre. Nachdem Sage zerstört worden war, hatte er damit gerechnet, dass Rafe zurückkehrte, aber seine Sehnsucht war unerfüllt geblieben. Es war vier Jahre her, seit der Mann erstmals die Ranch verlassen hatte, um Mitglieder der grausamen Sekte Der Wille und das Wort zu jagen und den verbliebenen Bodensatz aufzuspüren.

An das Wecken um halb sechs morgens musste er sich noch gewöhnen, aber er war dankbar für die zwei Stunden in der Stille des beginnenden Tages, wenn er in Ruhe nachdenken konnte – keine Unterbrechungen, keine Diskussionen, nur der Gesang der Vögel und das gelegentliche, leise Wiehern seiner vierbeinigen Kameraden.

Er gähnte, streckte die Arme über den Kopf und spürte das Knacken der Gelenke, die langsam warm wurden. Er liebte diesen Ort. Die gewaltigen Berge in der Ferne wachten über allem, was hier unten vor sich ging, ihre schneebedeckten Spitzen strahlten unter dem klaren Oktoberhimmel.

Das Geräusch eines Truckmotors rumpelte die lange Auffahrt von der Durchgangsstraße herauf. Archie starrte die Staubwolke an, die dem Weg des Trucks folgte, und runzelte die Stirn. Wer mochte zu dieser frühen Stunde hier auftauchen?

Er setzte sich in Bewegung, noch bevor sein Gehirn die verschiedenen Möglichkeiten durchgehen konnte. Der Truck war groß und schwarz, ein wahres Ungetüm, und brandneu mit glänzenden Metallfelgen, einer erweiterten Fahrerkabine und einer offenen Ladefläche, die von einer fleckenlosen Plane bedeckt war. Der Wagen bremste sanft, die Reifen flüsterten auf dem Kies, dann wurde der Motor abgestellt, und es herrschte Stille.

Einen Augenblick lang war die Stille absolut. Dann öffnete sich die Beifahrertür, und ein Paar langer Beine glitt heraus. Archies Herzschlag nahm Supergeschwindigkeit an. Ihm stockte voller Erwartung der Atem.

Die Beine wurden geschmeidig gefolgt von einem langen, schlanken Körper. Archies Knie wurden weich, als er den Mann anstarrte, der in den vergangenen sechs Jahren eine feste Rolle in all seinen Träumen gespielt hatte. Nach diesem Mann hatte er sich verzehrt, seit er ihn als Teenager zum ersten Mal gesehen hatte, zu jung, um zu verstehen, was dieses Verlangen bedeutete. Der Mann war geflohen, verfolgt von einer ganzen Horde innerer Dämonen. Ein Mann, der eine Welt aus Schmerz hinter schwarzen Augen verbarg, die tief in Archies Seele geblickt, sich wie eine körperliche Berührung mit ihm verbunden und ihn für immer verändert hatten. Archie mochte damals nur ein Kind gewesen sein, aber er hatte auf der Stelle gewusst, was er wollte. Dieser Mann, Rafe, hatte ihn gegen einen mächtigen Alphawolf verteidigt. Er war bereit gewesen, den Wolf in Stücke zu zerreißen. Archie hatte nie genau erfahren, was dem Wolf zugestoßen war, aber er hatte den Verdacht, dass Rick – ehemaliges Mitglied und Handlanger der Sekte – irgendwo begraben lag, höchstwahrscheinlich in mehreren Einzelteilen und an einem Ort, wo niemand je seine Knochen finden würde.

Wie von einem unsichtbaren Band gezogen drehte Rafe den Kopf; dunkle Augen hinter einer Pilotensonnenbrille starrten Archie an. Archie griff sich an die Brust. Seine bernsteinfarbenen Augen waren weit aufgerissen. Sein Herz tat ihm weh, ein Schluchzen stieg ihm in die Kehle, und der Atemzug, den er angehalten hatte, entwich mit einem hörbaren Zischen und bildete einen wolkigen Schleier in der kühlen Luft.

Zwei Paar Füße setzten sich in Marsch, und zwei Herzen schlugen in perfektem Gleichtakt, während die Entfernung zwischen ihnen schrumpfte.

Kein Wort wurde gesprochen. Rafe öffnete einfach seine Arme und schloss Archie darin ein. Archie atmete heftig, als er endlich den großen, warmen Körper an seinem spürte. Rafes herber, vertrauter und oh so erregender Duft umgab ihn. Archie spürte, wie sein innerer Tiger in Aufruhr geriet und versuchte, sich mit Klauen und Zähnen einen Weg aus seinem Körper heraus zu schlagen, um zu der köstlichen Quelle dessen zu gelangen, was seine Sinne reizte wie pure Katzenminze.

„Du bist zurückgekommen“, murmelte Archie und schmiegte sein Gesicht an die weiche Fleecejacke, die Rafe trug – in einem blauen Farbton, der die glänzenden Strähnen in seinem rabenschwarzen Haar betonte.

„Ich sagte doch, dass ich zurückkommen würde, zurückkommen muss“, flüsterte Rafe und legte seine Wange an Archies feuerrotes Haar.

Archies Herz jubelte voller Erleichterung über das hörbare Lächeln in Rafes Stimme. „Ich bin zwanzigeinhalb“, platzte er heraus.

Rafe zuckte leicht zusammen und lachte leise.

„Du hast meinen Geburtstag verpasst.“ Archie konnte den milden Vorwurf in seinem Tonfall nicht unterdrücken.

Warme Finger umfassten sein Kinn und hoben sein Gesicht an, weg von der Wärme von Rafes breiter Brust.

Archie griff nach Rafes Sonnenbrille und nahm sie ihm ab, dann schaute er in warme, schwarze Augen in der Farbe der Sünde. Sein Magen zog sich zusammen, und sein Schwanz erwachte angesichts des Verlangens, das in den espressofarbenen Tiefen wirbelte.

„Ich habe die Tage gezählt“, antwortete Rafe mit rauchiger Stimme. Er neigte den Kopf und zog Archie etwas höher, bis sich ihre Lippen mit einem seligen Seufzen vereinten. Archie sprang hoch und schlang seine Beine fest um Rafes schlanke Taille. Er fuhr mit den Fingern durch das kohlschwarze Haar, das lang geworden war und in einem glänzenden Wasserfall bis auf Rafes Schultern fiel, weich und seidig und nach Limone duftend.

Archies Zehen krümmten sich, und sein Rücken bog sich durch, während er sich an dem Mann rieb, ihn markierte und fest küsste. Ihr Zungen umschlangen einander, kosteten sich, spielten träge Fangen. Rafe packte Archies Hintern mit beiden Händen und knetete die weichen Rundungen. Archie fragte sich, ob es möglich war, vor Glück zu sterben. Er hatte von diesem Moment geträumt, davon, diesen sexy Mann in hellem Tageslicht zu küssen und die Schatten der Nacht zu überlassen. Es hatte etwas Erotisches, es draußen zu tun, wo die Sonne sanft seine Haut wärmte, und Rafes Mund und Körper alles andere.

Archie wollte Rafe verzweifelt noch näher sein und vertiefte den Kuss. Gierig saugte er an Rafes Zunge, drang in seinen Mund ein und fickte ihn, so wie er seinen Arsch ficken wollte. Er spürte die dicke Wölbung von Rafes erregtem Glied an seinem Hintern und rieb sich daran. Er wollte Rafe um den Verstand bringen. Er wollte, dass sein sexy Flüchtling gleich hier auf der Stelle in seine Hose kam, nur von einem einzigen Kuss.

„So ist das also, ja? Der Kerl kommt nach vier Jahren ohne jeglichen Kontakt zurück, und du küsst ihn bereits, als würde ich gar nicht mehr existieren? Tja, ist ja super! Danke für nichts, Archie.“

Archie erstarrte. Sein Gehirn versuchte, die Worte zu verarbeiten, die seinen Verstand trafen wie Giftpfeile. Mit einem wimmernden Laut löste er sich von Rafes Lippen und sah Lucas, seinen besten Freund der letzten acht und Geliebten der letzten zweieinhalb Jahre, wie er in seiner Tiergestalt in den Wald davonrannte. Der kräftige, junge Löwe war schlank und golden, seine Mähne immer noch im Wachstum. Dunkle Tupfen mischten sich in den hellbraunen, Mohawk-artigen Pelz, der von seiner Stirn bis zu den muskulösen Schultern verlief.

Archie sprang auf den Boden, die Lippen geschwollen vom Küssen, und sein Herz brach. Wieso verstand Lucas das nicht? Archie hatte genug Liebe für beide. Er liebte beide Männer. In seinem Bett und in seinem Herzen hatte er Platz für beide. Konnte Lucas das nicht begreifen?

„Ich werde ihm nachgehen, Liebster“, sagte Rafe leise. Seine Stimme klang rau und traurig. „Ich habe ihn verletzt, als ich fortging. Er glaubt, ich wollte ihn nicht. Aber ich wollte ihn zu sehr. Ihr wart zu jung. Ich hätte am Ende etwas getan, das ich mir nie verziehen hätte.“

Rafe schaute Lucas’ hastigem Rückzug hinterher, verfolgte den flüchtenden jungen Löwen mit den Augen. „Ich hatte viel Zeit zum Nachdenken, und ich weiß, dass ich auch dich verletzt habe, Archie. Ich will nicht länger weglaufen. Ich will ein Zuhause und eine Familie und jemanden zum Lieben … sofern du mich noch willst.“

Archie stieß einen erfreuten Schrei aus, schlang erneut die Arme um Rafe und drückte ihn fest an sich.

„Das ist alles, was ich je wollte. Ich wollte nur mit dir und Lucas zusammen in einer Beziehung sein, euch lieben, mich um euch kümmern und Sex mit euch haben.“

Rafe lachte auf. Seine weißen Zähne leuchteten im Kontrast zu seiner gebräunten Haut, und seine Augen funkelten belustigt.

„Liebling, lass uns erst einmal gehen und einen gewissen Löwenwandler einfangen, ja? Dann können wir so viel Sex haben – und uns lieben und kümmern – wie du nur willst.“

Nachdem er Archie losgelassen hatte, zog Rafe sich rasch aus und verwandelte sich in seine Panthergestalt, mit einem schlanken, geschmeidigen Körper und schwarzem Fell, das glänzte wie ein Achat. Archie tat es ihm gleich und ließ seine Kleidung zu Boden fallen. Er bemerkte Cody, der neben dem Truck stand, die Arme vor der mächtigen Brust verschränkt und ein breites Grinsen im Gesicht. Neben ihm standen Joe und Aaron in ähnlichen Posen und schauten ihn fragend an.

„Willkommen zuhause, Rafe“, rief Joe, der erleichtert zu sein schien, seinen langjährigen Freund wiederzusehen. „Beeil dich lieber, Archie, sonst frieren dir bei der Kälte noch die Nüsse ab. Du willst doch nicht, dass sie dir gerade jetzt abfallen, wo die Dinge interessant werden.“

Archie stieß einen spitzen Laut aus und verwandelte sich. Sein Tiger war ein wenig größer als Rafes Panther, und seine orange-schwarze Streifen kontrastierten mit Rafes Fell, als das Paar losrannte.

„Viel Glück bei der Jagd“, rief Aaron ihnen nach. „Schnapp ihn dir, Tiger!“

Archie grinste, während er mühelos mit Rafe Schritt hielt. Genau das hatte er vor. Lucas hatte keine Chance.

* * * *

Lucas rannte, als wäre der Leibhaftige hinter ihm her. Seine großen Tatzen und kräftigen Beine machten kurzen Prozess dabei, so viel Distanz wie möglich zwischen sich und seinen Geliebten sowie den Mann zu bringen, der sie vor Jahren verlassen hatte. Er liebte Archie, das tat er schon seit Jahren, seit dem ersten Moment an, als die Sekte sie gefangen genommen hatte.

Was ihn verwirrte, waren seine Gefühle gegenüber Rafe. Er hatte sich lange gegen die Anziehung gewehrt, hatte nicht glauben wollen, dass der Mann überhaupt an ihm interessiert sein könnte. Und nachdem er sich endlich die Wahrheit eingestanden und die Möglichkeit in Betracht gezogen hatte, dass er und Archie eine Chance haben könnten, war Rafe einfach auf und davongerannt, ohne sich auch nur richtig zu verabschieden.

Der See kam in Sicht. Der kühle Wind bewegte die Oberfläche, und kleine, schaumgekrönte Wellen tanzten auf das Ufer zu. Lucas sah kaum etwas davon und lief daran vorbei und ins Unterholz der Gebüsche, die am Ufer wuchsen, bevor es in eine sanfte Hügellandschaft überging. Ein zweiter See, etwas versteckter und wenig besucht, war sein Ziel.

Um ihn herum hatte sich eine große Gemeinde ausgebreitet, Gestaltwandler, amerikanische Ureinwohner und andere, die auf der Suche nach Freiheit und Akzeptanz zur Ranch gekommen waren. Two Spirit war ein Zufluchtsort für Außenseiter, die nicht in die normale Gesellschaft passten – diejenigen, die wegen ihrer sexuellen Identität missachtet wurde, diejenigen, die gejagt wurden, weil sie Gestaltwandler waren, oder diejenigen, die den Folterknechten der Sekte in die Hände gefallen waren – und beschlossen hatten, hier zu bleiben, wo sie sich sicher und beschützt fühlten. Lucas rannte auch daran vorbei. Er suchte einen ruhigen Platz, wo er allein sein und die Wunden seines verletzten Stolzes lecken konnte.

Er hörte ein Geräusch hinter sich und drehte seinen massiven Kopf. Dann stieß er einen gequälten Laut aus, als er die beiden Katzen entdeckte, die ihn verfolgten. Ein bengalischer Tiger und ein Panther mit einem Fell so schwarz wie Teer. Sie holten auf. Lucas fauchte und erhöhte sein Tempo. Seine Pranken flogen über den Erdboden, während er versuchte, seinen Verfolgern zu entkommen. Er wollte nicht reden. Er wollte nicht hören, dass er unerwünscht war oder dass es ihnen leidtat, weil er nicht ganz das war, wonach sie suchten. Das kannte er schon zur Genüge. All die Kinder, die im Zoo immer nur Archie und Alfie und die Zwillinge gestreichelt hatten. Lucas? Er war zu wild gewesen, zu zerzaust, oder einfach nur nicht niedlich genug. Ihn hatte man in dem dreckigen, dunklen Käfig vergammeln lassen, während die anderen wie kostbare Schätze herumgereicht worden waren.

Er liebte das Leben auf der Ranch, liebte es, seine Freunde um sich zu haben. Er begriff nun, dass die boshafte Colleen und ihre Handlanger sich einen Dreck um ihn und die anderen geschert hatten Er begriff, dass sie Glück gehabt hatten, gerettet worden zu sein, denn andernfalls hätten sie das Schicksal von Skys Bruder geteilt und wären gejagt und bei lebendigem Leib gehäutet worden. Oder man hätte sie auf eine Zuchtstation geschickt, wo er mit anderen Katzen um das Recht zu Paarung mit Weibchen hätte kämpfen müssen, an denen er kein Interesse hatte. Die Brüder Sky, Bryce und Marvin waren jetzt mit Jace verpaart und teilten sich ihren Geliebten in einer Ménage, die allen gerecht wurde. Sie schienen unglaublich glücklich zu sein. Die Liebe, die sie füreinander empfanden, leuchtete wie ein helles Licht.

Erneut warf er einen Blick hinter sich und verzog finster das Gesicht, als er in die eindringlichen, schwarzen Augen des Mannes blickte, der ihn wieder aus dem Gleichgewicht brachte. Er ignorierte das Ziehen in seinen Eiern, ignorierte den Umstand, dass es verflucht sexy gewesen war, Archie in Rafes Armen zu sehen, die Hände überall, die Lippen hungrig vereint. Verdammter Panther! Warum musste er jetzt zurückkehren?

An Archies Geburtstag hatten sie stundenlang darauf gewartet, dass der Idiot auftauchte, so wie er es versprochen hatte. Es hatte Archie das Herz gebrochen; er war in Tränen aufgelöst gewesen, als sie endlich begriffen hatten, dass Rafe nicht kommen würde. Lucas schluchzte, als er sich daran erinnerte, wie sich Archies schlanker Körper unter ihm und um ihn herum angefühlt hatte, die weichen Lippen an seinen eigenen, die sanfte Liebkosung seiner Finger. Er hatte sich wie neugeboren gefühlt, geliebt, und doch hatte etwas gefehlt – der Schwachkopf, der offenbar glaubte, er könnte einfach aus seinem blöden Monstertruck springen, als wäre nichts geschehen, und geradewegs in ihr Bett marschieren.

Er schlug mit dem Schwanz aus, um dem Idiot eine weitere Warnung zu schicken.

Tja, er konnte gleich wieder zurückmarschieren und aus ihrem Leben verschwinden. Sie brauchten ihn hier nicht. Sie waren bestens ohne ihn zurechtgekommen. Niemand brauchte hier ein fünftes Rad am Wagen.

Aber er hatte das dumme Gefühl, dass das fünfte Rad bereits das wichtigste Bindeglied in ihrer Beziehung geworden war. Verfluchter Scheibenkleister, wie John sagen würde. Verdammter, verfluchter Scheibenkleister.

Lucas rannte weiter.

Kapitel 2: Fünftes Rad

Ein zweiter See kam in Sicht, bevor Archie und Rafe ihre Beute einholten. Lucas war nirgends zu sehen, aber sie spürten beide, dass er in der Näher war und sie beobachtete.

Rafe hob die Nase, schnupperte in der Luft und lächelte. Lucas war nicht weit, nur ein Stück weiter vorn bei ein paar Felsen. Rafe hatte den Blick gesehen, den Lucas ihm über die Schulter zugeworfen hatte, und diese braunen Augen hatten ihn mit einer Mischung aus Abwehr, sturem Stolz, Wut und Sehnsucht angesehen – plus ein Hauch Schmerz. Rafe konnte mit all diesen Emotionen umgehen, nur nicht mit dem Schmerz. Er wusste nicht, wie man jemanden heilte. Er empfand selbst zu viel Schmerz.

Rafe runzelte die Stirn und verwandelte sich in seine menschliche Gestalt. Sein schlanker Körper war gebräunt und gezeichnet von einer ganzen Reihe von Narben. Archie verwandelte sich neben ihm ebenfalls zurück. Er war etwas in die Breite gewachsen, war kräftiger geworden. Immer noch schlank, aber harte Arbeit und gute Ernährung hatten ihm eine perfekte Muskulatur beschert. Sein Penis musste sich größenmäßig ebenfalls nicht verstecken. Und ganz offensichtlich war Archie mit dem Wachsen noch nicht fertig. Er war etwa ein Meter achtzig groß, aber Rafe schätzte, dass er noch ein paar Zentimeter zulegen würde, bevor Mutter Natur mit ihm fertig war.

„Wenn du damit fertig bist, meinen Schwanz zu bewundern, können wir dann vielleicht nachsehen, ob mit Lucas alles in Ordnung ist?“, fragte Archie sarkastisch und grinste.

Rafe wurde rot vor Verlegenheit. Was war nur an dem kleinen – nun gar nicht mehr so kleinen – Tigerwandler, der in Rafe Gefühle hervorrief, die er bis dahin nicht gekannt hatte?

„Ich dachte nur gerade, wie schön du bist“, antwortete Rafe schlicht. Er konnte Archie die Freude darüber am Gesicht ablesen. Er würde dem Jungen noch viele, viele Komplimente machen, wenn ihm das diesen Blick einbrachte. Rafe hob bei seinen nächsten Worten die Stimme, denn er wollte, dass Lucas alles mithörte.

„Ich habe in den letzten beiden Jahren jeden einzelnen Tag an euch beide gedacht, seit ich euch zuletzt gesehen hatte. Es war der einzige Weg für mich, um in diesen dunklen Stunden nicht verrückt zu werden. Die Tunnel gingen immer weiter, Meilen um Meilen, und überall stank es nach Tod und Elend und nach dem absolut Bösen.“

Archie gab einen bekümmerten Laut von sich und trat näher.

„Und dann, als Sage zerstört wurde, ging ich und jagte Sektenmitglieder tief unten in den dunkelsten, schlimmsten Ecken Amerikas, wo Drogendealer und Gangs herrschten. Ich fühlte mich schmutzig, wenn ich nur in die Nähe dieser Orte kam, so als würde ich nie wieder sauber werden.“

„Du hast so viele Narben.

---ENDE DER LESEPROBE---