Murphys Gesetz - Jools Louise - E-Book

Murphys Gesetz E-Book

Jools Louise

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Beschreibung

Trotz der geradezu explosiven Leidenschaft zwischen Murphy und Aiden tanzen die beiden schon seit zwei Jahren um das Thema feste Beziehung wie die Katze um den heißen Brei. In Murphys Vergangenheit gibt es ein dunkles Geheimnis, von dem selbst seine besten Freunde nichts ahnen. Murphy weiß, dass er Aiden liebt, aber wird Aiden diese Liebe erwidern, wenn er erst die hässliche Wahrheit kennt? Als die beiden zu dem geheimen Stützpunkt einer grausamen Sekte geschickt werden, decken sie dort weit Schlimmeres auf als erwartet. Die Two Spirit Ranch wurde zu einem Refugium für Gestaltwandler, die Freunde und Angehörige an die Sekte verloren haben oder einfach nur in Sicherheit leben wollen. Die Gemeinschaft der Gestaltwandler steht kurz davor, der Welt ihre Existenz zu offenbaren – etwas, das die Sekte fürchtet, denn damit würde ihr schmutziges Geheimnis gelüftet werden. Als die Sekte ihre Macht schwinden sieht, lässt sie eine letzte Bombe platzen – mit weitreichenden Folgen, die die Crew der Two Spirit Ranch an ihre Grenzen führen. Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 44.000 Wörter

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Inhaltsverzeichnis

Prolog

Kapitel 1: Kollisionskurs

Kapitel 2: Aidens erneute Gefangenschaft

Kapitel 3: Johns Rückkehr

Kapitel 4: Volltreffer! Und dann ist die Kacke am Dampfen…

Kapitel 5: Der Stoff, aus dem Alpträume sind

Kapitel 6: Doppelte Inbesitznahme

Kapitel 7: Ein ganz schönes Durcheinander

Kapitel 8: Der Pastor kommt wie gerufen

Kapitel 9: Gestaltwandler, vereinigt euch

Kapitel 10: Ein neuer Morgen dämmert

ÜBER JOOLS LOUISE

LESEPROBE:

Murphys Gesetz

Trotz der geradezu explosiven Leidenschaft zwischen Murphy und Aiden tanzen die beiden schon seit zwei Jahren um das Thema feste Beziehung wie die Katze um den heißen Brei.

In Murphys Vergangenheit gibt es ein dunkles Geheimnis, von dem selbst seine besten Freunde nichts ahnen. Murphy weiß, dass er Aiden liebt, aber wird Aiden diese Liebe erwidern, wenn er erst die hässliche Wahrheit kennt?

Als die beiden zu dem geheimen Stützpunkt einer grausamen Sekte geschickt werden, decken sie dort weit Schlimmeres auf als erwartet.

Die Two Spirit Ranch wurde zu einem Refugium für Gestaltwandler, die Freunde und Angehörige an die Sekte verloren haben oder einfach nur in Sicherheit leben wollen. Die Gemeinschaft der Gestaltwandler steht kurz davor, der Welt ihre Existenz zu offenbaren – etwas, das die Sekte fürchtet, denn damit würde ihr schmutziges Geheimnis gelüftet werden.

Als die Sekte ihre Macht schwinden sieht, lässt sie eine letzte Bombe platzen – mit weitreichenden Folgen, die die Crew der Two Spirit Ranch an ihre Grenzen führen.

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein.Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.

Länge: rund 44.000 Wörter

JOOLS LOUISE

Murphys Gesetz

Two Spirit Ranch 6

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene

ME AND THE MUSE PUBLISHING

www.meandthemuse.com

Copyright © der englischen Originalausgabe „Murphy’s Law“:

Jools Louise

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:

Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe

Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2020

Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs

Übersetzt von: Betti Gefecht

URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:

Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.

Mit dem Erwerb eines E-Books erhält der Käufer die Lizenz zur persönlichen Nutzung, ist jedoch nicht zur Weitergabe des Inhaltes an Dritte, weder gegen Entgelt noch kostenlos, berechtigt.

Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.

Bitte beachten:

Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.

Widmung

An alle meine Leser, alte und neue: Danke, dass ihr auf dieser Reise dabei seid. Möge sie noch lange weitergehen.

XXX, JL

Prolog

Aiden war schweißbedeckt, sein Körper vor Schmerz verkrümmt. Ein zweiter Stromschlag aus einem Hochleistungs-Taser ließ ihn unter heftigen Krämpfen zucken, als seine sämtlichen Nervenenden auf die schmerzhafte Schockwelle reagierten.

„Du wirst tun, was man dir sagt, du Missgeburt.“ Die Stimme seines Folterers, der Aiden für seinen Verstoß gegen die Sektenregeln bestrafte, war harsch und laut. Aiden brach ständig die Regeln. Er weigerte sich, zu ihrer Marionette zu werden, wie oft sie ihn auch folterten. Unschuldige zu töten, war verabscheuungswürdig und ging gegen alles, woran er glaubte. Lange Zeit hatte er seine Gestaltwandlerseite verborgen, aber irgendwie waren diese Schweine ihm auf die Schliche gekommen. Nun war er ihnen ausgeliefert. Er musste diesem verfluchten Irrenhaus unbedingt entkommen. Der Wille und das Wort konnte seinetwegen zur Hölle fahren!

„Ja, Sir”, antwortete Aiden durch seine zusammengebissenen Zähne. Dann zuckte er wieder unkontrolliert, als der Mistkerl ihm neue Stromschläge versetzte.

„Wenn ich dir befehle zu töten, dann tötest du. Wenn ich sage ,Spring!‘, dann springst du. Was auch immer dir gesagt wird, du tust genau das. Ist das klar genug ausgedrückt für dich? Verdammter Idiot.“ Noch zwei weitere Male kam der Elektroschocker mit Aidens feuchter Haut in Kontakt. Er weigerte sich zu schreien, weigerte sich, seinem Folterer die Befriedigung zu geben. Dieser Kerl würde als Erster sterben, sobald Aidens Fluchtplan stand. Er war fast so weit. Er hatte gesehen, wie sie den jungen Gestaltwandler, einen afrikanischen Wildhund, vor einer Gruppe lachender Trophäenjäger gehäutet hatten, während seine Brüder entsetzt zusahen, unfähig, irgendetwas dagegen zu tun. Es war ein Mord zu viel – heute Nacht würde Aiden hier verschwinden. Wie Aiden gehört hatte, würde der alles andere als gute Doktor Pearson heute zu Besuch kommen. Aiden würde dafür sorgen, dass der scheußliche, kleine Mann niemandem mehr seinen chemischen Gifte injizierte. Aiden musste nur zuerst aus diesem Scheißladen herauskommen.

Als er das schadenfrohe Lachen seines Folterers hörte, sackte Aiden zusammen und tat so, als würde er das Bewusstsein verlieren. Wenige Sekunden später wandte der Kerl sich ab, und Aiden nutzte diese Gelegenheit, um etwas zu tun, was er seit seiner Kindheit nicht mehr getan hatte: Er verwandelte sich.

Seine menschliche Gestalt war groß und massiv, das komplette Gegenteil seiner wahren, verwandelten Gestalt … der eines Fuchses. Das hatte er stets vor allen verborgen. Sein Körper schrumpfte. Die Verwandlung war schmerzhaft, denn seine Gelenke pochten noch immer von den Elektroschocks. Dennoch dauerte es nur wenige Sekunden, dann war er mühelos in der Lage, aus den Riemen zu schlüpfen, die ihn hilflos an die Trage gefesselt hatten. Sein rötliches Fell und der lange, buschige Schwanz waren weich, dicht und warm. Er genoss einen Moment lang das Gefühl, dann konzentrierte er sich wieder auf die vor ihm liegende Aufgabe.

Zunächst verwandelte er sich wieder zurück in seine ein Meter achtundneunzig große Gestalt, dann schlich er sich von hinten an den ahnungslosen Folterknecht heran. Seine Finger schlossen sich um den Hals des Mannes und drückten zu, und in nur wenigen Sekunden wich das Leben aus dessen Körper. Aidens Zorn wuchs, als er die gurgelnden Geräusche hörte, die der Mann von sich gab, während er versuchte, durch seine zerquetschte Luftröhre zu atmen. Aiden drehte der Kerl herum, damit er seinen Mörder sehen konnte, und starrte ihn voller Verachtung an. Mit einem Knurren drehte er den Kopf des Mannes zwischen seinen großen Fäusten und riss ihn mit einem Ruck von den Schultern. Dann warf er den enthaupteten Körper zur Seite.

Auf dem Schreibtisch neben der kopflosen Leiche befand sich ein Computersystem. Der Bildschirm war dunkel, aber in der unteren rechten Ecke blinkte ein Cursor. Aiden war nackt und fing an zu zittern, sowohl von der Kälte des Raumes als auch in Reaktion auf die Folter. Er hob den Kleiderhaufen auf – seine Sachen, die achtlos in eine Ecke geworfen worden waren – und ging zum Waschbecken. Als er sich die Hände wusch, beschloss er, rasch seinen ganzen Körper zu reinigen. Er benutzte die Handseife, die er mit den Händen über seinen Körper verteilte, dann spülte er den Schaum ab, so gut es ging. Am Haken hing ein sauberes Handtuch, und es bereitete ihm ein gewisses Wohlbehagen, sich damit abzureiben. Irgendwie war es ein wenig verstörend, dass ein so sauberes Ding an einem Ort wie diesem existierte, der so voller schmutziger Geheimnisse war – Folter und Mord. Widerwillig zog er seine schmutzige Kleidung über seinen nun halbwegs sauberen Körper und verzog das Gesicht über den Geruch. Dann drückte er ein paar Tasten auf dem Keyboard und runzelte die Stirn über die Informationen, die auf dem Bildschirm auftauchten. Er durchwühlte einige Schubladen, bis er einen USB-Stick fand, auf den er die Daten speicherte.

Dann wandte er seine Aufmerksamkeit den Waffen des Toten zu. Eine Pistole, der allgegenwärtige Elektroschocker und ein Magazin Ersatzmunition. Alles wanderte in Aidens Taschen. Als allerletzten Salut packte er schließlich die Computerkonsole und schmetterte sie mit voller Kraft gegen die Wand, gefolgt vom Monitor und der Festplatte.

Aiden öffnete die Tür des Folterzimmers und tappte auf nackten Füßen hinaus. Vorsichtig hielt er nach anderen Wärtern Ausschau, aber er hatte Glück. Offenbar konnten sie sich nicht vorstellen, dass irgendjemand mutig genug war – oder dumm genug – um einen Fluchtversuch zu wagen, weshalb nur wenige Schergen eingesetzt waren, um die gesamte Trophäenranch zu bewachen, auf der sich die Folterkammer befand.

Zum Glück war es draußen bereits vollkommen dunkel, als er die grausige Folterkammer verließ und endlich frische, klare Luft atmen konnte. Tränen stiegen ihm in die Augen, aber er hielt sie zurück. Er war noch nicht außer Gefahr. Vorsichtig und lautlos drückte er sich an der Mauer des Gebäudes entlang, das er soeben verlassen hatte. Sein Ziel war der Zellenblock. Er war lange Zeit in Einzelhaft gewesen und hatte keine Ahnung, welcher Tag heute war. Aber zuerst wollte er sich vergewissern, dass es den anderen gut ging, die dort festgehalten wurden. Und falls er konnte, wollte er sie ebenfalls befreien.

Es verblüffte ihn, dass überhaupt keine Wachen draußen waren. Es hätten welche da sein sollen, aber bis jetzt hatte er keine gesehen. Aiden warf einen Blick durch das winzige, vergitterte Fenster des Zellenblocks. Ein leises Keuchen entwich seinen Lippen – der Block war leer. Die Gefangenen – es hätten so um die dreißig sein sollen – waren nirgends zu sehen. Es gab in dem Gebäude sechs kleine Zellen, durch dicke Gitterstäbe getrennt. Sie waren mit ungewaschenen, elendig leidenden Gestaltwandlern gefüllt gewesen.

Aiden schnupperte in der Luft, dann ging er neben der Tür in die Hocke und beschnupperte den Erdboden. Der Geruch des Todes war schwach und ließ nicht vermuten, dass ganze dreißig Gefangene diesen Ort als Leichen verlassen hatten. Er konnte seine früheren Zellengenossen riechen. Noch einmal sah er sich zu der Folterkammer um. Vielleicht hätte er ein bisschen mehr recherchieren sollen, bevor er den Computer zertrümmert hatte.

Dann hörte er Motorengeräusche aus der Richtung der Zufahrtsstraße und knurrte. Unwillkürlich senkten sich seine scharfen Reißzähne aus seinem Gaumen – dieses Mal waren es die seiner Hybridgestalt. Hier gab es für ihn nichts mehr zu tun. Er lächelte grimmig, als sich der Himmel öffnete und schwerer Regen zu fallen begann. In Sekunden war er durchnässt. Es fühlte sich gut an, diese erneute Reinigung, die noch mehr von dem Gestank dieses Ortes von seiner Haut spülte. Autoscheinwerfer flackerten zwischen den Bäumen, und Aiden eilte zu den Büschen auf der anderen Seite des Grundstücks und duckte sich in ein Versteck, gerade als der Wagen in Sicht kam.

Aiden verengte die Augen, als er den Mann sah, der aus dem Auto stieg. Makellos gekleidet und gepflegt, schmale Schultern, schmales Gesicht. Es war jemand, den Aiden mehr als irgendwen sonst hasste. Dr. Pearson. Der Mann, der Unschuldige in grausame Mörder verwandelte. Der Mediziner, der im Namen von Wissenschaft und Eigenprofit jeden Berufseid brach, den er jemals geschworen hatte – falls er je einen geschworen hatte.

Geduckt, die Muskeln angespannt und bereit zum Sprung, hielt Aiden sich mit Mühe zurück, um dem Mistkerl nicht einfach hier und jetzt die Kehle herauszureißen. Er wollte den Kerl leiden lassen, bevor er ihn tötete. Zunächst musste er Pearson zum Reden bringen, ihm sämtliche schmutzigen Geheimnisse der Sekte entlocken. Er musste wissen, ob es noch andere Einrichtungen wie diese gab – und wohin die Insassen dieser hier verschwunden waren.

Aiden beobachtete Pearson aufmerksam, als der auf das Gebäude mit der Folterkammer zuging. Er wusste, es würde ihm nur ein kleines Zeitfenster bleiben, um den Bastard zu stoppen. Nicht hier. Auf der Straße würde sich eine bessere Gelegenheit ergeben, ihm aufzulauern. Dann würde er den irren Hurensohn zu einem Ort bringen, von dem er gehört hatte. Ein Ort, den Pearson selbst einmal erwähnt hatte. Ein Ort, den die Sekte zu vernichten suchte – schon das allein gab Aiden ausreichend Grund, dorthin gelangen zu wollen. Die Two Spirit Ranch.

Sobald Pearson verschwunden war, sprang Aiden auf seine nackten Füße und rannte durch die Bäume. Sein großer Körper bewegte sich wie eine Maschine. Nass bis auf die Haut duckte Aiden sich an den Straßenrand und versteckte sich, während der Regen weiter die Erde reinigte und über ihm Blitz und Donner den Himmel zerrissen. Dann wartete er.

Dr. Pearson würde schon bald für seine Taten büßen.

Als Aiden in der Ferne den Motor starten hörte, spannte er erneut die Muskeln an und machte sich zum Angriff bereit.

Kapitel 1: Kollisionskurs

„Du hast dir die Karte gar nicht angesehen, stimmt’s, mein Süßer?“, fragte Aiden schmunzelnd und schaute seinen Wegbegleiter mit schelmisch funkelnden Augen an.

„Leck mich“, lautete die Antwort, frech und streitlustig. Aiden grinste breit, lehnte den Kopf zurück und legte seinen Arm im offenen Wagenfenster ab. Murphy verlor mal wieder die Nerven, und Aiden hatte mächtig Spaß.

„Wir haben uns nicht verfahren. Ich wollte nur kurz die Lage checken“, fuhr Murphy mit einem finsterem Blick auf seinen Begleiter fort.

Aiden lachte laut auf, ein Lachen tief aus dem Bauch heraus, das den ganzen Wagen zu erschüttern schien. Sie hatten sich so dermaßen verfahren! Murphys hochrote Wangen waren irgendwie drollig, während er versuchte, diesen Umstand zu leugnen. Die Lage checken? Also, bitte.

„Wir haben uns nicht verfahren“, presste Murphy hervor. Sein Gesicht war nur Zentimeter von Aidens entfernt, und sein feuchter Atem wehte über Aidens Wange.

Aiden drehte ihm den Kopf zu, und seine lachenden Silberaugen bohrten sich in Murphys bernsteinfarbene. Er sah das Temperament in ihnen, das Murphy kaum je jemandem zeigte – außer ihm. Aus irgendeinem Grund brachte Aiden Murphys schlimmste Eigenschaften zum Vorschein, und Aiden tat alles, damit das auch so blieb. Wann immer sie zusammen waren, flogen zwischen ihnen die Funken, und die Emotionen kochten dicht unter der Oberfläche. Zwanzig Stunden lang zusammen mit Aiden in einem engen Fahrzeug eingeschlossen zu sein, hatte Murphys Reizbarkeit offenbar in ganz neue Sphären aufsteigen lassen.

„Doch, haben wir!“, antwortete Aiden bestimmt und drückte Murphy einen festen Kuss auf die Lippen. Murphy zuckte hastig zurück und stieß ein lautes Schnauben aus. Der Geruch seiner Erregung stieg erheblich in der Fahrerkabine des SUVs. Aiden schnupperte, dann verengte er die Augen und warf einen Blick in Murphys Schoß. Und tatsächlich, der dicke Penis erschien plötzlich wie eine Anakonda zwischen den Beinen des Mannes, bereit zum Spielen.

„Gefällt dir das, du Hengst?“, knurrte Aiden. Seine Hand schoss hervor, packte Murphys Hinterkopf und zog ihn erneut heran. Seine andere Hand tauchte ab und drückte fest die Schlange in Murphys Hose. Seine Lippen schlossen sich über Murphys. Der Mann erschauerte, aber nach einem kurzen ersten Zögern kapitulierte er rasch.

Mit einem lauteren Knurren zwang Aiden Murphys Lippen auseinander, schob seine Zunge in die feuchte Mundhöhle des Mannes und nahm sich, was er wollte. Aiden ließ sich Zeit, erforschte die Tiefen und kostete jeden Geschmack wie ein Connaisseur bei einer Weinprobe. Murphy machte ihn süchtig. Er schmeckte nach allem, was Aiden sich herbeigesehnt hatte, als er noch in diesem Kerker unter der Stadt Sage gefangen gewesen war. Nachdem er auf die Trophäenranch gebracht worden war, hatte Aiden seine Bedürfnisse unterdrückt. Stattdessen hatte er seinen Hunger nach rauem Sex in aktiven Widerstand gegen seine Entführer umgewandelt. Er hatte das Gefühl, dass sich hinter Murphys glattem Äußeren der heimliche Wunsch verbarg, beim Sex dominiert zu werden. Die Art, wie der Mann sich unterwarf und Aiden erlaubte, über ihn herzufallen, war ein Traum.

Murphy stöhnte an Aidens Lippen, als der Kuss leidenschaftlicher wurde. Es war beinahe ein Wimmern. Aiden nahm Murphys Hand und legte sie zwischen seine Beine, damit Murphy die dicke Stahlstange fühlen konnte, die Aidens Geilheit signalisierte.

Aiden neigte den Kopf zurück und betrachtete Murphys geschlossene Augen und seine geschwollenen, feucht glänzenden Lippen. Mit einem Finger fuhr er an der Narbe entlang, die sich über die gebräunte Haut von Murphys Wange zog, und sah zu, wie sich die bernsteinfarbenen Augen zögernd öffneten. Es lag so etwas wie ein Hauch von Furcht in ihnen.

„Erzählst du mir, wie du zu dieser Narbe gekommen bist?“, fragte Aiden schwer atmend und mit rauchiger Stimme. Sein Schwanz pochte wie verrückt, bereit, bei der leisesten Berührung loszugehen – und Murphy hatte ihn noch nicht wieder losgelassen, eine Explosion stand also kurz bevor.

Sofort zog Murphy sich zurück, und es dauerte nur einen Herzschlag, da wurden seine Augen vollkommen ausdruckslos. Aiden sah ihn stirnrunzelnd an.

„Woher hast du die Narbe?“, fragte er scharf, ohne dem Gestaltwandler zu gestatten, das Gesicht abzuwenden.

„Was spielt das für eine Rolle?“, entgegnete Murphy, der sich weigerte, Aiden in die Augen zu sehen.

„Es spielt eine Rolle, weil wir schon bald ein Liebespaar sein werden“, gab Aiden mürrisch zurück. Noch immer streichelte er die Narbe. Dann wurde sein Blick weicher, und er neigte den Kopf zur Seite. „Es spielt eine Rolle, weil du alles über mich weißt, mir aber nicht die kleinste Kleinigkeit über dich verraten hast. Ich weiß alles über deine Crew. Ich habe sämtliche Horrorgeschichten von ihnen gehört. Was ist so schlimm an deiner Vergangenheit, dass du sie sogar vor deiner Crew geheim hältst?“

Murphy blickte abrupt auf und begegnete dem intelligenten, hellwachen Silber von Aidens Augen.

„Sag’s mir“, murmelte Aiden, bevor er sich einen Nachschlag dieser wunderschönen Lippen holte und Murphy so sinnlich und langsam küsste, dass sie beide heftiger atmeten.

„Ich kann nicht“, antwortete Murphy schließlich, als sich ihre Münder voneinander lösten, und es klang beinahe wie ein Schluchzen. Er senkte den Blick und entzog sich Aidens verführerischen Küssen. Mit einer Hand rückte er den Ständer in seiner Jeans zurecht.

„Warum nicht?“ So schnell gab Aiden nicht auf. Er starrte den sturen Mann neben sich eindringlich an, um ihn zu einer Antwort zu bewegen.

Murphy schwieg einen Augenblick lang nachdenklich, dann schüttelte er den Kopf und startete den Motor. Über ihnen schien der Vollmond und tauchte sie beide in sanftes Silberlicht, als die Innenbeleuchtung des Wagens erlosch.

Aiden lehnte sich im Sitz zurück und verschränkte die Arme vor der Brust. Die Erektion in seiner Hose hatte die Größe von Texas. Er war auf keinen Fall fertig mit seinen Fragen, und eines Tages würde Murphy ihm verraten, was es in seiner Vergangenheit gab, das so schrecklich war. Aiden warf seinem sexy Begleiter einen letzten Blick zu, dann lehnte er den Kopf zurück und schloss die Augen. Murphy war auf jeden Fall geliefert. Er wusste nur noch nicht, wie sehr.

* * * *

Ketchum kam in Sicht. Hölzerne Ladenfronten im Wildwest-Stil säumten die Hauptstraße. Hinter der Stadt mit ihren fast dreitausend Einwohnern erhob sich 2750 Meter hoch der Bald Mountain und lieferte ein atemberaubendes Panorama. Der Ort war Teil der Rocky Mountains im Sawtooth Nationalpark, Idaho, und ein beliebtes Skigebiet.

„Wir müssen ein paar andere Reisende finden“, sagte Aiden mit seiner tiefen, knurrigen Stimme. Murphy schnaufte zur Antwort, denn er hatte immer noch keine Lust, mit dem großen Gestaltwandler zu reden. Er wusste, dass Aiden seinem Herzensgeheimnis immer mehr auf die Spur kam, und es war eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis Murphy sich alles von der Seele reden würde. Aber nicht jetzt. Er war noch nicht bereit dazu. Er hatte eine Riesenangst, dass lediglich ein paar mehr von diesen umwerfenden Küssen nötig sein würden – Gott, konnte der Mann küssen! – bis er, Murphy, ein hochdekorierter Ex-Soldat, der nun als Psychotherapeut arbeitete, wie ein Idiot plappern und selbst Therapie brauchen würde.

Plötzlich ergriff eine kräftige, warme Hand Murphys Kinn und drehte seinen Kopf, bis er in silberne Augen schaute, die direkt in seine Seele zu blicken schienen.

„Es wird so sein“, warnte Aiden ihn und streichelte mit dem Daumen zärtlich Murphys weiche Lippen. „Ich will mit dir zusammen sein, das weißt du. Und ich werde ein Nein als Antwort nicht mehr lange hinnehmen. Dein süßer Arsch wird schon bald mir gehören.“

„Was, wenn ich deinen süßen Arsch will?“, gab Murphy zurück. „Wieso geht es immer nur darum, was du willst?“ Er zog den Kopf aus Aidens Griff, richtete den Blick wieder auf die Straße und fuhr in die Stadt. Er entdeckte einen Parkplatz direkt auf der Hauptstraße vor einem Lebensmittelladen, rangierte den Wagen hinein und schaltete den Motor ab. Er seufzte in die plötzliche Stille.

„Was?“, fragte er mürrisch, als Aiden ihn einfach nur eindringlich ansah.

„Du möchtest nach oben?“, fragte Aiden nach einer langen Pause. „Ich bin noch nie … du weißt schon, gefickt worden.“

„Ach wirklich? Was du nicht sagst“, antwortete Murphy spöttisch und hob eine Augenbraue.

Aiden runzelte die Stirn. Seine Silberaugen blickten unverwandt, ohne zu blinzeln, und nahmen Murphy mit ihrem wunderschönen Blick gefangen. Ein Raubtier, das seine Beute hypnotisierte.

„Okay, lass mich das präziser ausdrücken. Ich bin noch nie freiwillig gefickt worden“, sagte Aiden bedeutungsvoll. Murphy zuckte zusammen und riss die Augen auf, als ihm die Bedeutung hinter diesen Worten klar wurde.

„Scheiße! Es tut mir leid, Aiden, ich …“ Er rang nach Worten, dann gab er auf und ließ die Schultern hängen. Ein toller Therapeut war er. Er wusste, dass Aiden durch die Hölle gegangen war, wusste, dass der Gestaltwandler endlose Folter und Experimente erduldet hatte. Natürlich würden sie auch sexuelle Gewalt angewendet haben, um ihn unter Druck zu setzen. Jemanden sexuell zu missbrauchen, der hilflos war und sich nicht wehren konnte, war das ultimative Machtspiel, um absolute Dominanz über sein Opfer zu erlangen. Und die Sekte, in deren grausamen Fängen sich Aiden befunden hatte, übte Macht und Dominanz über alles und jeden aus, wie es ihr gefiel.

„Ich sagte nicht, dass ich mich nicht von dir ficken lassen würde“, antwortete Aiden mit einem verschmitzten Funkeln in seinen Augen. „Aber wenn du diesen Arsch willst, dann musst du etwas dafür tun. Ich will wissen, was es mit dieser Narbe auf sich hat.“ Aiden zwinkerte ihm zu und wackelte mit den Augenbrauen, dann stieg er aus dem Wagen. Murphy ließ den Kopf zurücksinken und atmete lang und zitterig aus. Dann warf er einen bedauernden Blick auf seinen steifen Penis. Das erregte Biest versuchte, ein Loch in seine Jeans zu bohren, wenn Murphy auch nur daran dachte, es in Aidens saftigem Arsch zu versenken. Der verfluchte Kerl war wie Sex am Stiel. Das Problem war nur, Murphy hatte so eine Ahnung, dass Aiden es im Bett gern grob trieb. Und eine weitere Ahnung besagte, dass er bei ihm mit Blümchensex nicht weit kommen würde. Murphy war sich jedoch nicht sicher, ob er bei dieser Art von perversen Sexspielchen je wieder würde mitmachen können. Er hatte das bereits hinter sich. Abwesend strich er über die Narbe an seiner Wange. Manchmal gerieten Sexspielchen außer Kontrolle … und dann trug man Narben davon. Oder man starb.

Er drehte den Kopf, als es am Autofenster klopfte. Und stöhnte, als er erneut das freche Funkeln in Aidens Augen sah. Japp! Er steckte tief in der Scheiße. Das hatte er gleich gewusst, als er zum ersten Mal Aidens Körper berührt hatte. Seufzend stieg er aus dem SUV und schob Aiden mit dem Ellenbogen aus dem Weg – um nur nicht klein beizugeben.

Mit einem Knurren nahm er Aidens Grinsen zur Kenntnis, packte ihn am Kragen und zog ihn zu sich heran, bis sich beinahe ihre Nasen berührten.

„Ich werde dir von mir erzählen, wenn ich so weit bin, Großer“, sagte Murphy unwirsch. „Und wenn ich bereit bin, den nächsten Schritt in dieser Beziehung zu tun, dann wird es passieren, weil wir beide so weit sind, diese Richtung einzuschlagen.“ Er drückte seine Lippen auf Aidens und schob mit einem hungrigen Stöhnen seine Zunge hinein, sobald Aiden den Mund für ihn öffnete. „Ich weiß nicht, was du dir vorstellst, aber ich suche nicht nach einem schnellen Fick; ich will mehr.“ Murphy trat einen Schritt zurück und lächelte ein wenig, als er den glühenden Blick in Aidens Quecksilberaugen sah. Er versetzte Aiden einen festen Klaps auf den Arsch, bevor er fortfuhr: „Also los, Großer. Lass uns das Terrain erkunden und sehen, was hier los ist. Wir müssen diesen Unterschlupf finden.“ Schmunzelnd ließ Murphy Aiden stehen und betrat den Gehsteig.

„Glaubst du etwa, nach allem, was mir angetan wurde, würde ich dich auch nur in meine Nähe lassen, wenn ich nicht mehr wollte als einen schnellen Fick?“, fragte Aiden, der in diesem Moment sowohl Murphys Neckerei als auch die vorliegende Mission vollkommen ignorierte. Seine Augen wurden ein wenig weicher, als er sah, wie Murphy errötete und ein wenig beschämt blickte. Er legte zärtlich seine Hand an Murphys Wange. „Ich glaube, wir müssen noch über Vieles reden, bevor wir bereit für eine feste Beziehung sind.“ Murphy starrte das Gesicht des Mannes an, die dichten Wimpern, die hinreißenden Augen, die wie Juwelen in seinem gebräunten Gesicht leuchteten. „Ich weiß, dass dir jemand wehgetan hat. Mir wurde ebenfalls wehgetan. Wir beide müssen nur herausfinden, was das für uns bedeutet. Ich werde auf dich warten, wie viel Zeit du auch brauchen magst.“

Murphy verschloss die Augen vor Aidens wissendem Blick. Er hatte vom ersten Augenblick an eine Verbindung zu diesem Mann gefühlt. Aber er hielt sich zurück, denn er wusste, dass Aiden die Wahrheit sagte, dass er nicht auf ein lockeres Techtelmechtel aus war. Aiden war durch die Hölle gegangen und auf der anderen Seite als vollkommen veränderter Mann wieder herausgekommen. Aber er war nicht das Ungeheuer, das sie erwartet hatten. Jace, der in den Tunneln unter der Stadt beinahe gestorben war, hatte Aiden gut gekannt, und Murphy nahm seinen Rat ernst. Jace konnte bestimmte Dinge in Leuten erspüren, sogar noch bevor sie selbst von diesen Dingen wussten. Und Jace war sich sicher, dass Aiden jemand war, dem sie vertrauen konnten, ein Mann, der für seine Freunde durchs Feuer gehen würde. Wie würde Aiden wohl auf Murphys Geschichte reagieren? Vielleicht würde er entsetzt das Weite suchen. Murphy hatte kein Recht, überhaupt an so etwas wie einen Gefährten für immer zu denken, solange er sich nicht seiner eigenen Vergangenheit stellte.

Plötzlich sah er eine Bewegung auf der anderen Straßenseite.

---ENDE DER LESEPROBE---