Stock und Stein - Jools Louise - E-Book

Stock und Stein E-Book

Jools Louise

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Beschreibung

Zack findet seinen Gefährten in Sheriff Pace und ist entschlossen, den sexy Mann für sich zu gewinnen, doch der hat andere Vorstellungen. Pace übernimmt lieber selbst das Ruder. Nach einem leidenschaftlichen Zusammentreffen jagt Pace Zack nach, um ein Missverständnis aufzuklären und die beiden enthüllen einige überraschende Geheimnisse aus ihrer Vergangenheit. Währenddessen findet Leo Liebe mit Lex, doch die Raubkatze in ihm versucht, seinen Gefährten zu dominieren und verletzt ihn dabei. Verwirrt von seinen Gefühlen läuft er davon und gerät in Schwierigkeiten mit einigen Jägern, die es auf einen exotischen Pelz abgesehen haben. Der Wille und das Wort, eine üble Sekte, die ihre bigotte Ideologie verbreiten will, hat es weiterhin auf die kleine Stadt Sage abgesehen, die ihrerseits ein überraschendes und sehr verstörendes Geheimnis hütet. Die vereinten Kräfte der Two Spirits Ranch-Crew rund um Joe McKellar sind nötig, um zwielichtige Machenschaften zu enthüllen und ihnen ein Ende zu setzen. Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 50.000 Wörter

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Inhaltsverzeichnis

Prolog

Kapitel 1

Kapitel 2: Fünf gegen einen

Kapitel 3: Geständnisse aus der Vergangenheit

Kapitel 4: Wilderer

Kapitel 5: Leo arrangiert sich

Kapitel 6: Das Übel von Sage

Kapitel 7: Die Hölle unter Sage

Kapitel 8: Das Band stärken

Kapitel 9: Genesung

Kapitel 10: Fünf kleine Gestaltwandler

Kapitel 11: Geister der Vergangenheit

ÜBER JOOLS LOUISE

LESEPROBE:

Stock und Stein

Zack findet seinen Gefährten in Sheriff Pace und ist entschlossen, den sexy Mann für sich zu gewinnen, doch der hat andere Vorstellungen. Pace übernimmt lieber selbst das Ruder. Nach einem leidenschaftlichen Zusammentreffen jagt Pace Zack nach, um ein Missverständnis aufzuklären und die beiden enthüllen einige überraschende Geheimnisse aus ihrer Vergangenheit.

Währenddessen findet Leo Liebe mit Lex, doch die Raubkatze in ihm versucht, seinen Gefährten zu dominieren und verletzt ihn dabei. Verwirrt von seinen Gefühlen läuft er davon und gerät in Schwierigkeiten mit einigen Jägern, die es auf einen exotischen Pelz abgesehen haben.

Der Wille und das Wort, eine üble Sekte, die ihre bigotte Ideologie verbreiten will, hat es weiterhin auf die kleine Stadt Sage abgesehen, die ihrerseits ein überraschendes und sehr verstörendes Geheimnis hütet. Die vereinten Kräfte der Two Spirits Ranch-Crew rund um Joe McKellar sind nötig, um zwielichtige Machenschaften zu enthüllen und ihnen ein Ende zu setzen.

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein.Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.

Länge: rund 50.000 Wörter

JOOLS LOUISE

Stock und Stein

Two Spirit Ranch 2

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene

ME AND THE MUSE PUBLISHING

www.meandthemuse.com

Copyright © der englischen Originalausgabe „Sticks and Stones“:

Jools Louise

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:

Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe

Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2019

Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs

Übersetzt von: Betti Gefecht

URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:

Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.

Mit dem Erwerb eines E-Books erhält der Käufer die Lizenz zur persönlichen Nutzung, ist jedoch nicht zur Weitergabe des Inhaltes an Dritte, weder gegen Entgelt noch kostenlos, berechtigt.

Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.

Bitte beachten:

Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.

Prolog

Joe McKellar spazierte durch die Straßen der kleinen Stadt Sage in Wyoming. Trotz der dicken Daunenjacke, die er trug, spürte er den eisigen, beißenden Wind. Mit einem freudigen Heulen war der Winter hereingebrochen und brachte sein komplettes Arsenal aus Schnee, Eis, Hagel und alles, was er sonst noch so auf die Erde zu schleudern vermochte, zum Einsatz. Joe ignorierte das Wetter und studierte aufmerksam seine Umgebung. Auf den ersten Blick sah alles aus wie in jeder anderen ländlichen Kleinstadt in Wyoming. Er war hier aufgewachsen. War hier zu Schule gegangen. Trotz mehrerer Jahre beim Militär betrachtete er sich als Bürger dieser Stadt.

Der schäbige Gehsteig, den er heute entlangspazierte, hätte an einem Samstagvormittag kurz vor Weihnachten eigentlich sehr belebt sein sollen. Die Ladenfronten sahen verwittert und reizlos aus und benötigten dringend der Renovierung. Die einst so lebendige Gemeinde hatte einen bedrohlichen Unterton. Die wenigen Leute, die auf der Straße waren, wirkten abgekämpft und ängstlich und huschten aneinander vorbei, ohne aufzusehen.

Joe runzelte die Stirn über die wenigen Ladengeschäfte, die noch in der Stadt geblieben waren. Der Gemischtwarenladen hatte einst dem alten Matterick gehört, einem komischen Kauz, der sehr beliebt gewesen war. Jetzt stand ein anderer Name über der Tür: Jensen. Joe schaute sich die anderen Geschäfte an – sie alle trugen denselben Namen.

Sein Miene verfinsterte sich, und er machte Halt. Er blieb vor einem großen Backsteingebäude stehen – dem Rathaus. Diese Stadt gehörte dem Bürgermeister. Bürgermeister Harland Jensen. Seine Stadt. Seine Geschäfte. Sein alles. Joe fragte sich, was mit den Leuten geschehen war, die diese Stadt früher einmal zu dem fröhlichen Ort gemacht hatten, in dem er als Kind gelebt hatte.

Die Veränderung war nach und nach geschehen. Langsam und heimtückisch. Wie ein tödlicher Pilzbefall, der dem Ort mit seinem trägen Würgegriff langsam das Leben nahm. Leute, die früher Freunde gewesen waren, waren gemein und niederträchtig geworden. Brutale Schläger hatten das Polizeirevier übernommen. Pace Achak war nun zum Sheriff ernannt worden und hatte die Raufbolde aussortiert, aber einige waren geblieben – diejenigen, die schlau genug waren, ihr schikanöses Verhalten hinter verschlossenen Türen oder in der Isolation der ländlichen Randgemeinden zu praktizieren.

Als Joe dort auf dem Gehsteig stand und die großen Eichentüren des Rathauses anstarrte, bemerkte er, dass ihn jemand aus einem der oberen Fenster beobachtete. Ein schlanker, schmalgesichtiger Mann, weißes Haar, Hakennase scharf wie eine Rasierklinge. Aus dieser Entfernung war die Augenfarbe nicht eindeutig auszumachen, aber Joe kannte die Antwort ohnehin. Ein blasses Eisblau, beinahe farblos. Als der Bürgermeister noch jünger gewesen war, hatte er weizenblondes Haar gehabt, immer perfekt frisiert. Aushängeschild für einen Krieg, der vor Jahrzehnten von einem Mann angefangen worden war, der nach einer perfekten Gesellschaft strebte, die von blonden, blauäugigen Männern beherrscht wurde. Das dritte Reich. Die Nazis.

Soweit Joe sich erinnern konnte, unterschied sich die Politik des Bürgermeisters kaum von der jenes Mannes, der in den meisten Teilen der Welt als hinterhältiges Ungeheuer betrachtet wurde. Der Bürgermeister verehrte diesen Mann als gründlich missverstandenen Visionär.

Das sagte Joe alles.

Man musste den Bürgermeister im Auge behalten.

Er suchte den Augenkontakt zu Bürgermeister Jensen, zwinkerte ihm zu und schmunzelte. Der andere Mann verzog höhnisch die Lippen, was ihn aussehen ließ, als hätte er soeben eine Wespe verschluckt. Joe grinste und zwinkerte erneut, dann machte er sich auf dem gegenüberliegenden Gehsteig auf den Rückweg. Ihm schwirrte der Kopf.

Früher oder später würden der gute Bürgermeister und Joe über die Lage der Dinge eine kleine Unterhaltung führen. Im Augenblick jedoch musste Joe erst einmal ein paar Lebensmittel kaufen und sich daheim auf der Ranch um einen Haufen großer Katzen kümmern.

Auf dem Weg zum Lebensmittelladen fand er sich schon bald gedanklich vertieft in die Problematik, Essen für ein Haus voller Leute mit unterschiedlichen Vorlieben und Überzeugungen zusammenzustellen. Der Bürgermeister rückte zunächst einmal in den Hintergrund.

Kapitel 1

Leo saß in entspannter Haltung auf der vorderen Veranda – in seiner Menschengestalt – und ließ die vergangenen sechs Monate Revue passieren. Es war kalt draußen, aber er war gut eingepackt in eine schwere Fleece-Jacke, Jeans über einer schön warmen, langen Unterhose und dicke Wollsocken. Seine Füße steckten in schweren Arbeitsstiefeln, die er zwar nicht mochte, aber tolerierte, weil sie seine Zehen vor Erfrierungen bewahrten.

Das als Weihnachten bekannte Ereignis war gekommen und gegangen. Leo hatte in seinem ganzen Leben noch nie so viel Essen auf einem Haufen gesehen: Truthähne, Schinken, Gänse und Enten stapelten sich auf einer auf Böcken stehenden Tischplatte in der Scheune, von Warmhalteplatten gegen die Kälte geschützt. Kartoffeln, Gemüse und literweise Cranberrysoße. Die Desserts waren für Leo etwas Neues gewesen, und er hatte jedes einzelne gekostet. Er war zum Platzen voll gewesen, aber er hatte jede Minute des Festes genossen. Er hatte sogar ein Geschenk bekommen, das Lex selbstgemacht hatte. Einen großen Traumfänger in beige und schwarz. Er hing jetzt über Leos Bett – das erste Geschenk, das er je bekommen hatte. Er liebte es.

Joe und Aaron hatten ihm einen schweren Wintermantel, neue Stiefel und um die zwanzig Paar mollige Socken geschenkt. Und der Rest der Crew hatte ihm gemeinsam einen kleinen Präsentkorb mit all seinen Lieblings-Snacks zusammengestellt. Er liebte Snacks. Für seine Hilfe auf der Ranch hatte er etwas bekommen, das Lohn genannt wurde. Lex hatte ihm diesen Brauch, sich zu Weihnachten gegenseitig zu beschenken, erklärt, aber er hatte nicht wirklich darüber nachgedacht und nicht gewusst, was er schenken sollte. Also hatte er Dinge gekauft, die ihm nützlich erschienen waren. In der Tankstelle im Ort konnte man Musik-CDs kaufen. Da er nicht besonders gut lesen konnte, hatte er gefragt, welche am besten waren. Daraufhin hatte man ihm einen Haufen von CDs mit etwas verkauft, das sich Oper nannte. Und Werkzeug-Sets in einem schönen Pink-Ton. Die waren sogar im Sonderangebot gewesen.

Er wusste es nicht ganz genau, weil beim Öffnen ihrer Geschenke alle recht sprachlos gewesen waren, aber Leo war sich ziemlich sicher, dass sie ihnen gefallen hatten. Das Wort „bemerkenswert“ war recht oft gefallen. Als letzte Überraschung hatte er jedem Einzelnen eine Schachtel Kondome geschenkt – der Verkäufer hatte mit einem breiten Grinsen im Gesicht darauf bestanden, dass Kondome einfach zu Weihnachten dazugehörten. Dass man sie benutzte, wenn man es sich hinten und vorn reinschob oder so etwas.

Aber jetzt nahm auf der Ranch alles wieder seinen normalen Gang. Geschützte Gehege wurden fertiggestellt, die als Behausung für die letzten der größeren Katzen dienen sollten, bis sie wieder genug bei Kräften waren, um sie in ihre eigenen, geräumigen Gehege freilassen zu können. Beheizbare Gebäude für wirklich kalte oder stürmische Tage wurden errichtet. Für jedes Gehege wurden Wasserbecken gegraben, Liegeflächen aufgeschüttet, schattige Bereiche eingerichtet. Es war praktisch das Hilton für Katzen.

Leo mochte die vordere Veranda, weil er von hier aus das Leben beobachten konnte. Gelassen schaute er dem geschäftigen Treiben auf der Koppel zu. Er gähnte träge, kratzte sich den festen, haarigen Bauch und trat immer wieder mit ausgestrecktem Bein gegen den Holzboden, um die Hollywoodschaukel in Schwung zu halten, auf der er lag. Das war seine Lieblingsbeschäftigung … anderen bei ihren Aktivitäten zuzuschauen. Wieso in Schweiß geraten, wenn doch genug andere da waren, die freiwillig arbeiteten?

In den ersten paar Jahren seines Lebens war er stolzer Besitzer von vier Beinen sowie einer beeindruckenden, dunkelblonden Mähne gewesen, die seine Herrlichkeit als afrikanischer Löwe unterstrich. Dazu hatte er einen langen Schwanz mit einem schicken Büschel am Ende gehabt, perfekt, um damit lästige Fliegen zu verscheuchen, und Eckzähne, die fast jedes Tier in die Flucht schlugen, wenn er nur lächelte. Jetzt war er fast nur noch in menschlicher Gestalt, denn sich hin und her zu verwandeln, war nach wie vor sehr schmerzhaft. Und in dieser Gestalt konnte er etwas besser mit seiner Umgebung kommunizieren. Die meisten Leute neigten angesichts eines ausgewachsenen Löwen zu einer gewissen Unentspanntheit und zogen es seiner Erfahrung nach vor, mithilfe von Elektroschockern und Peitschen zu kommunizieren. Er konnte noch immer nicht ganz begreifen, dass er überhaupt dazu in der Lage war, sich von einer Großkatze in einen Menschen und wieder zurück zu verwandeln. Und er war auch nicht sicher, ob ihm das wirklich gefiel. Aber da es nun einmal kein Zurück gab, musste er wohl oder übel damit leben.

Vor sechs Monaten hatte sich einfach alles geändert. Vor sechs Monaten war er von Joe McKellar – einem knallharten Ex-Soldaten, der sich gelegentlich in einen afrikanischen Löwen verwandelte – vor dem sicheren Hungertod gerettet worden. Zu Leos Heilungsprozess hatte unter anderem eine Transfusion mit Gestaltwandlerblut von Joe selbst gehört. Leider war Joe zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst gewesen, dass er einen Virus in sich trug, der passende Kandidaten von Menschen in Gestaltwandler verwandeln konnte, und umgekehrt. Tja, und wer war der glückliche erste Empfänger gewesen? Genau.

Leo gähnte erneut. Seine goldenen Augen ruhten auf der einen Person, die ihm geholfen hatte, sich an seine neue, zweibeinige Gestalt zu gewöhnen. Lex, der Veterinär. Er war Leos Auserkorener, aber er hatte Leo ein Ultimatum gestellt: Entweder Leo lernte, sich menschlicher zu benehmen und sich ein paar Manieren zuzulegen, oder Lex würde ihn sterilisieren.

Leo hatte daraufhin beschlossen, ein bisschen Druck auszuüben und Lex seinen Willen aufzuzwingen. Zum Glück war Joe zugegen gewesen, als Leos wildere Seite durchgebrochen war und er seinen Gefährten ungewollt verletzt hatte. Es war zwar nicht zu einer echten Vergewaltigung gekommen, aber er hatte den armen Mann auf jeden Fall zu Tode erschreckt und auch ein paar Blutergüsse hinterlassen. Lex war ebenfalls Gestaltwandler, aber er war es nicht gewohnt, mit einer so wilden Kreatur wie Leo umzugehen. Lex’ Katzennatur war eindeutig viel weniger aggressiv. Leos goldene Augen blinzelten. Er machte ein trauriges Gesicht, als er sah, wie Lex kurz aufblickte und leicht erstarrte, bevor er in Richtung der Stelle, wo Joe und Aaron standen, die Koppel durchquerte. Sie überwachten den Aufbau der schweren Einzäunung, die Leos ehemaligen vierbeinigen Zellengenossen beherbergen würde.

Leo verharrte still in seiner trägen Haltung, um Lex nicht noch einmal zu erschrecken. Seit jenem Tag wich Lex ihm aus. Und Leo vermisste den Mann. Die lebendigen, silbrig-blauen Augen und das strahlende Lächeln versüßten ihm den Tag, wann immer er den sexy Mann sah. Menschlich zu sein, war so verwirrend. In einem Moment war er wild und voller urwüchsiger Instinkte, und niemand dachte sich irgendetwas dabei. Und im nächsten Moment war er menschlich, was bedeutete, dass er sich einen Weg durch ein Minenfeld komplizierter Gefühle und Emotionen bahnen musste, die er nie zuvor erfahren hatte. Er konnte nicht einfach Sex mit Lex haben, wann er wollte; er musste darauf warten, dass Lex dafür empfänglich war. Er konnte den Mann nicht einfach mit seinen Zähnen packen, ihn ficken und ihn sich unterwerfen. Gewaltanwendung war ein absolutes No-Go und wurde als total verwerflich angesehen. Es wurde als Vergewaltigung bezeichnet, soweit Leo verstanden hatte. Dabei kannte er gar keine andere Art und Weise, Sex zu haben. Ohne die Gesellschaft von Artgenossen in einen engen Käfig eingesperrt zu sein, konnte einen Löwen ganz schön in seiner Entfaltung beschränken. Auch jetzt noch war Leo mehr Tier als Mensch. Seine bisherigen Erfahrungen mit Menschen waren allesamt alles andere als positiv.

Er schloss die Augen und dachte über dieses Mysterium nach, während die einschläfernden Sonnenstrahlen ihn entspannten. Er wollte seinen Gefährten. Er wollte mit seinem Gefährten zusammen sein. Aber er hatte keine Ahnung, wie er das anstellen sollte.

„Hey, Muskelprotz!“ Eine vertraute Stimme unterbrach Leos Tagträume. Er runzelte die Stirn und stieß ein leises, warnendes Knurren aus.

„Mason“, antwortete Leo tonlos, ohne die Augen zu öffnen.

Aus irgendeinem Grund schien der nun menschliche, ehemalige Jaguar zu glauben, Leo wäre daran interessiert, sein Freund zu werden. Hm! Sie hatten genau zwei Dinge gemeinsam: sie waren beide Großkatzen, und beide waren von Vier- zu Zweibeinern geworden. Das war alles. Er verstand den Kerl nicht. Er hatte eigentlich immer gedacht, Jaguare wären von Natur aus Einzelgänger. Aber nicht Mason. Der hatte offenbar seine eigene Wikipedia-Seite nicht gelesen, wo er alles über seine Spezies hätte erfahren können. Wann immer Leo versuchte, die Situation zu erklären, lachte Mason einfach, winkte ab und umarmte ihn auf männliche Weise. Das nervte Leo nur noch mehr.

„Wie ich sehe, hat sich deine Einstellung noch nicht gebessert.“ Mason schubste Leos Beine von der Sitzfläche und ignorierte das verärgerte Knurren des Gestaltwandlers.

„Was willst du, Pussy?“ Leo setzte sich auf und trommelte rhythmisch mit den Fingernägeln auf die Armlehne. Da er in seiner menschlichen Gestalt keinen Schwanz hatte, mit dem er zucken konnte, war dieses Getrommel das Beste, was er tun konnte, um seine Verärgerung zu zeigen. Außer er verwandelte sich … womit er jedoch Joes Zorn auf sich ziehen würde. Und das konnte er wirklich nicht gebrauchen. Joe war zum Fürchten. Ein Alpha durch und durch. Meistens locker und entspannt, aber wenn man ihn verärgerte … pff! Dann war man richtig am Arsch.

„Schauen, wie es dir geht. Ich habe gehört, was mit Lex passiert ist.“ Mason schaute ihn mitfühlend an.

„Weißt du was? Die Leute sollten wirklich aufhören, mich zu behandeln, als würde mir das etwas ausmachen. Ich bin jetzt allein, na und? Das war ich immer schon. Ich brauche niemanden, der sich um mich kümmert oder sich Sorgen um mich macht. Mir geht’s prima. Vielleicht ist es das Beste, wenn Lex sich von mir fernhält. Es gibt schließlich einen Grund dafür, dass mich nie jemand wollte. Und ich sehe nicht, dass sich etwas daran geändert hätte.“ Leo klang nicht so gleichgültig, wie er es gern gewollt hätte. Er klang verwirrt und einsam.

Mason warf ihm einen mitfühlenden Seitenblick zu. Er war nur kurz beim Feenan-Projekt gewesen, während Leo schon eine sehr lange Zeit dort zugebracht hatte, allein, misshandelt und zornig auf alles und jeden. Lex hatte allen Grund, sich vor ihm zu fürchten, denn Leos wilde Seite brodelte dicht unter der Oberfläche. Er war es nicht gewohnt, sich zu sozialisieren oder behutsam mit anderen umzugehen. Mason war gut behandelt worden, bis die Frau, der er gehört hatte, sich krankheitsbedingt nicht länger um ihn kümmern konnte. Sie hatte sehr darunter gelitten, Mason verkaufen zu müssen. Mason war sicher, dass es sie umbringen würde, wenn sie wüsste, an was für Ungeheuer sie ihn verkauft hatte. Er wusste, dass es nicht nur schlechte, sondern auch gute Menschen gab. Leo wusste das nicht.

Mason schaute nach unten, als ein Löwenjunges, nicht älter als sieben Monate, an seinem Schnürsenkel knabberte. „Na, hallo, Kleines. Ich glaube, Mama Cassidy sucht dich gerade.“ Das Junge – ein reiner Löwe, kein Gestaltwandler – knurrte verspielt, schlug nach dem Schuhriemen und ließ sich dann auf den Rücken fallen, alle viere in der Luft.

Leo schnaubte genervt. Er stand auf und warf Mason und dem Jungen einen verärgerten Blick zu, dann verließ er die Veranda, um seine Ruhe zu haben … allein. Mason starrte ihm nach, unsicher, was er tun sollte und wie er helfen könnte.

Das Junge gab ein kleines Wimmern von sich, setzte sich auf und starrte Leo nach, dann folgte er ihm eilig. Leo versuchte, das Junge zu ignorieren. Er marschierte um die Ecke des Hauses und zur Garage, wo die jüngeren Katzen lebten.

Sie waren noch zu klein, um in den großen Behausungen untergebracht zu werden, aber Lex kümmerte sich dennoch um sie, zusammen mit einer Gestaltwandlerin, die einst ein echter Puma gewesen war und während einer Rettungsaktion vor ein paar Monaten verwandelt worden war. Sie war die Krankeste der geretteten Gruppe gewesen. Dem Tode nahe und kurz vorm Aufgeben hatte sie dennoch eine innere Stärke gefunden, die Leo an ihr bewunderte. Sie hatte Joe und seiner Crew geholfen, die anderen zu finden und zu retten. Und ihre mütterliche Natur machte sie nun zur perfekten Kandidatin, um sich um die Kleinen zu kümmern, die der Pflege einer weiblichen Hand bedurften. Die meisten waren viel zu früh ihren Müttern weggenommen und vorzeitig der Zitze entwöhnt worden, damit sie sich schneller an ihre „Herrchen“ gewöhnten. Pervers.

Leo war genauso gewesen. An einem Tag war er noch mit den anderen seines Wurfs zusammen gewesen, und plötzlich war er ganz allein, nachdem er zugesehen hatte, wie seine Geschwister eins nach dem anderen gestorben waren. Nie wieder wollte er sich um irgendjemanden sorgen müssen. Er wollte nichts mit den anderen zu tun haben.

Leo schaute hinter sich und verdrehte reumütig die goldenen Augen – das Junge hatte ganz offensichtlich andere Vorstellungen. Leo musste bei sich lächeln. Er blieb stehen und beobachtete heimlich das Junge, das nun hinter ihm saß und sich unschuldig die Tatzen leckte, als würde es ihm gar nicht folgen. Leo bewegte sich ein Stück, und das Junge bewegte sich ebenfalls. Leo blieb stehen, und auch das Junge blieb stehen.

„Na schön, du kannst mitkommen. Aber fass mich ja nicht an“, knurrte Leo schließlich. Das Junge maunzte zustimmend und kam auf ihn zugetapst. Die Nicht-anfassen-Regel war offenbar sofort vergessen, denn der Kleine stupste mit dem Kopf Leos Schienbein an und schlängelte sich um seine Fußgelenke.

Leo schüttelte den Kopf und setzte seinen Weg ums Haus und zur Seitentür der Garage fort.

„Yo, Cassidy! Ich habe hier deinen Ausreißer.“ Cassidy war damit beschäftigt, eine Bande von etwa fünfzehn Mini-Katzen zu füttern, die sich in der Gruppe wohler zu fühlen schienen als voneinander getrennt. Obwohl sie verschiedenen Spezies angehörten, waren sie recht zufrieden damit, in ein und derselben Behausung zu sein – für den Moment jedenfalls. Wenn sie älter wurden, würde sich das wahrscheinlich ändern. Aber jetzt war es einfacher, die kleinen Wollknäuel zusammen zu lassen, damit man sie besser im Auge behalten konnte.

Cassidy drehte sich um; ihre bernsteinfarbenen Augen lächelten. Sie sah Leo mit einem Gesichtsausdruck an, der ihm Unbehagen verursachte. Es war, als könnte sie direkt in seine Seele schauen.

„Also wirklich, kleiner Mann. Du bist ein richtiger Ausbrecherkönig, stimmt’s?“ Sie versetzte dem Löwenjungen einen leichten Klaps aufs Hinterteil, und mit einem letzten, wehmütigen Blick zu Leo eilte der Kleine davon zu seinen Stallgenossen.

„Wie geht es dir?“ Sie wandte ihre Aufmerksamkeit wieder Leo zu. Ihre Augen blickten sanft, und sie neigte fragend den Kopf.

„Äh, ganz gut. Ich gehe dann mal wieder.“ Leo zog sich hastig zurück, um jedwede tiefer gehende Diskussion mit ihr zu vermeiden. Das konnte er im Augenblick wirklich nicht gebrauchen.

„Weißt du, Lex versucht nur, dir Zeit zu geben. Er kennt deine Geschichte. Er weiß von ein paar Dingen, die du durchgemacht hast. Wenn du es noch einmal versuchen willst, wird er für dich da sein.“ Ihre Bernsteinaugen bargen viel Weisheit, und Leo duckte den Kopf, um dem laserscharfen Blick zu entgehen, der seine Seele zu sezieren schien.

„Es ist wahrscheinlich das Beste, wenn ich es nicht tue“, antwortete er schließlich. Er errötete leicht, als sie ein spöttisches Schnauben ausstieß. „Ich würde ihn nur wieder verletzen. Ich bin zu wild. Was weiß ich schon darüber, wie man sich um einen Gefährten kümmert?“ Cassidy runzelte nur die Stirn und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Zu einer Beziehung gehören immer zwei. Vielleicht ist Lex ja gewillt, das Risiko einzugehen. Vielleicht musst du aufhören, dich selbst zu bemitleiden und stattdessen den Sternen dafür danken, dass du so viel Glück hast. Ein Zuhause, einen Gefährten, Freunde – wenn du sie nur an dich heranlässt. Hör auf zu jammern und fang an zu leben. Du bist nicht der Einzige, der misshandelt wurde, weißt du.“ Cassidy sprach in einem scharfen Tonfall, während sie Leo tadelte. Er wurde verlegen und errötete erneut.

„Ich weiß. Es ist nur … ich weiß nicht, wie ich …“ Er verstummte, weil er nicht wusste, was er als Nächstes sagen sollte.

„Ich würde es gern noch einmal versuchen, Leo.“ Lex’ sanfte Stimme erklang hinter ihm. Leo erstarrte, als seine sensible Nase Lex’ verführerischen Duft einatmete.

„Können wir es wenigstens versuchen?“, drängte Lex. Seine silbrig-blauen Augen blickten flehend. „Ich bin auch einsam gewesen. So will ich nicht leben. Wenn wir füreinander bestimmt sind, dann bekommen wir alles andere schon hin.“ Er näherte sich vorsichtig und beobachtete, wie sich Leos Augen verdunkelten und seine Pupillen sich zusammenzogen.

Leo schluckte. Er spürte, wie sich Lust in ihm regte. Der Löwe in ihm hätte sich am liebsten mit Klauen und Zähnen einen Weg nach draußen gebahnt, um an diesen saftigen Leckerbissen zu kommen, den er ficken und sich unterwerfen wollte. Aber Leo trat ängstlich einen Schritt zurück; er wollte Lex wirklich nicht verletzen.

„Ich muss weg.“ Hastig stieß er die Worte hervor, dann machte er auf dem Absatz kehrt und rannte davon. Er verwandelte sich rasch, ohne an den Schmerz zu denken. Seine Kleidung ging dabei in Fetzen. In dem Versuch, vor seinen Ängsten zu fliehen, raste er auf vier Beinen davon.

Lex ließ die Schultern hängen; sein Kopf sank auf seine Brust. Leo wollte ihn nicht.

Er jaulte auf, als er im nächsten Augenblick einen Schlag an den Hinterkopf bekam. Als er sich erschrocken umdrehte, sah er sich Cassidys wütendem Gesicht gegenüber.

„Weißt du, ich verstehe nicht, wie ihr Männer es jemals geschafft habt, aus euren Höhlen zu kriechen und den Planet zu erforschen. Katzen, Menschen, ganz egal. Ihr seid ein Haufen starrköpfiger Idioten!“ Sie kniff ihn mit Daumen und Zeigefinger ins Ohrläppchen und schob ihr Gesicht nah an seines. Er schluckte. Trotz des Umstandes, dass er fast dreißig Zentimeter größer und mindestens vierzig Kilo schwerer war als sie, war Cassidy ein Katzenwesen, mit dem er es sich nicht verscherzen wollte.

„Ich war mit einem Gefährten verpaart, dessen schiere Idiotie die von euch beiden noch übertraf. Ich musste ihm zwei Jahre lang nachstellen, bevor er sich endlich seine Gefühle für mich eingestand. Und dann wurde er von so einem erbärmlichen Trophäenjäger mit leuchtender Warnjacke und Vokuhila-Frisur getötet. Sowas nennt man wohl Pech, oder? Wenn du Leo willst, dann musst du ihm zeigen, dass es dir ernst ist, oder er wird weiterhin weglaufen. Er ist sein ganzes Leben lang allein gewesen. Er musste mitansehen, wie seine Geschwister starben, eins nach dem anderen. Er hat Angst davor, jemandem zu vertrauen, und er hat keine Ahnung, wie er seine tief verwurzelten Instinkte unter Kontrolle bekommen soll. Und genau da kommst du ins Spiel. Geh ihm nach und zeig ihm, was er dir bedeutet. Und komm nicht hierher zurück, bevor du das geregelt hast.“ Lex war geistesgegenwärtig genug, zur Seite zu springen, bevor die zornige Berglöwin ihm noch einmal eine langte.

Dann spürte er ein Zwicken an seinem Fußknöchel und schaute nach unten. Das kleine Löwenjunge saß vor ihm und funkelte ihn an, dann stupste es mit dem Kopf gegen Lex’ Schienbein, um ihn zur Bewegung zu drängen.

Leo verstand die Botschaft. Er verwandelte sich auf der Stelle, nahm die Duftfährte seines Gefährten auf und rannte dem sexy Löwenwandler nach. Cassidy hatte recht. Es war an der Zeit, dass er die Kontrolle übernahm. Sein Penis würde noch verschrumpeln und abfallen, wenn er weiterhin alles Leo überließ.

„Sehe ich das richtig, dass die zwei dabei sind, sich wieder zu vertragen?“ Joe und Aaron schlenderten herein. Sie waren auf dem Weg in die Stadt, um Einkäufe zu machen und vielleicht einen Happen zu Mittag zu essen. Es würde später an diesem Abend heftig schneien, und da sie Zack nach Sage geschickt hatten, um Lebensmittel zu besorgen, hatten sie beschlossen, ihm nachzufahren und das schöne Wetter auszunutzen, so lange es dauerte. Lächelnd schauten sie Lex hinterher. In seiner Leopardengestalt war der Wandler schlank, schnell und wunderschön.

„Ich setze mein Geld auf den Leopard“, sagte Joe grinsend zu Cassidy. Dann schaute er das Junge an, das ihn von unten anknurrte. „Ach ja? Leo ist geliefert, Wollknäuel.“ Das Junge zog die Lefzen hoch, schnüffelte kurz und wanderte schließlich davon, um etwas zu essen zu suchen. Sein kleiner Schwanz zuckte wie beleidigt hin und her.

„Denkst du, der Kleine könnte Wandlerblut haben?“, fragte Aaron belustigt. Das Junge hatte beinahe menschliche Eigenschaften, so als könnte es jedes Wort verstehen. Aber es würde noch mehrere Monate dauern, bis es ausgewachsen war, weshalb der typische Wandlergeruch noch nicht existent war – ein Schutzmechanismus, um die ganz Jungen nicht in Gefahr zu bringen.

„Die Zeit wird es zeigen.“

Cassidy, Joe und Aaron lachten zusammen, dann gingen sie in unterschiedlichen Richtungen ihrer Wege.

Kapitel 2: Fünf gegen einen

Zack kauerte sich eng zusammen, als ihn der erste Schlag traf. Er knurrte und spürte sofort, wie der Puma in ihm darum rang, herauskommen zu dürfen. Aber das war das Letzte, was er jetzt gebrauchen konnte. Sie würden ihn erschießen, falls das passierte. Er zuckte zusammen, als ein schwerer Stiefel seine Rippen traf, und hörte das Lachen und die Spottrufe der fünf Angreifer, die auf ihn eindroschen.

Es war seine eigene Schuld, dass er Prügel bezog wie ein blutiger Anfänger. Er war zu sehr mit Herumstolzieren beschäftigt gewesen, um darauf zu achten, wer in seiner Nähe war. Eine Fahrt in die benachbarte kleine Stadt Sage, um Lebensmittel einzukaufen – mehr hatte er nicht tun sollen. Nur diese eine verdammte Sache. Aber er hatte sich natürlich wie ein Idiot aufführen müssen. Geschah ihm recht. Weihnachten war vorbei, und da er noch immer nicht seine Anwaltspraxis eingerichtet hatte wie geplant, war er an diesem Tag Joes Laufbursche. Die immer weiter wachsende Bande auf der Ranch musste ständig gefüttert werden, und so war Zack losgeschickt worden, um die Vorräte aufzufüllen. Allerdings hatte er beschlossen, ein bisschen Unruhe zu stiften, nachdem zwei seiner Angreifer dumme Kommentare über die Farbe seiner Jacke losgelassen hatten.

Seine graublauen Augen funkelten vor mühsam unterdrücktem Zorn, als er nun die Schläge einsteckte. Fünf wildgewordene Fanatiker gegen einen Ranger und Ex-Soldat. Wenn er wollte, konnte er es mit allen fünf aufnehmen – er hatte die Fähigkeiten und mehr als genug Training – aber damit würde er nur Aufmerksamkeit und Misstrauen erregen. Das wiederum würde die Ranch ein paar Meilen draußen vor der Stadt in den Fokus rücken. Und dann würden diese Idioten seinem besten Freund Joe McKellar nur noch mehr Probleme bereiten.

Eine seiner Rippen machte Bekanntschaft mit einer stahlverstärkten Stiefelspitze. Es knackte hörbar. Zacks schmerzerfülltes Aufheulen durchschnitt die Luft. Seine Reißzähne schoben sich hervor, und seine Augen verwandelten sich ebenfalls, als der Puma in ihm danach drängte, die Schwachköpfe zu zerfleischen, die ihn angriffen.

Ein Ruf mischte sich mit seinem Schmerzensschrei, und plötzlich ließen die Männer, die ihn in den Bordstein getreten hatten, von ihm ab und zerstreuten sich eilig in alle Winde. Er schaffte es noch, einen von ihnen am Bein zu packen, seine Klauen durch den Stoff der Jeans in das weiche Fleisch der Wade zu bohren und den Mann mit der Daumenkralle festzuhalten.

---ENDE DER LESEPROBE---