Augenlust - Günter Hoffmann - E-Book

Augenlust E-Book

Günter Hoffmann

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Beschreibung

Ein altes Sprichwort sagt: "Tempora mutantur et nos mutamur in illis", d.h. die Zeiten ändern sich, und wir ändern uns in ihnen. Wenn einer unserer Vorfahren, der vor mehr als hundert Jahren in diesen gezeigten Orten gelebt hätte, und heute durch diese Orte pilgern könnte, wie müsste er dann an diese Worte denken. Das Erscheinungsbild der Orte hat sich seit jenen Tagen wesentlich verändert. Jede Epoche fordert immer wieder Neues. Heute sind die Lebensbedingungen andere als früher, und für die Errungenschaften, die uns die Neuzeit gebracht hat, muss ein Tribut entrichtet werden, der darin besteht, dass das Alte weichen muss. Doch darf nicht vergessen werden, dass alles, was heute ist und morgen sein wird, letzten Endes auf dem aufbaut, was gestern einmal war. Und so möge die Liebe und Wertschätzung des Gewesenen nicht als sentimentale Verherrlichung der guten alten Zeit, sondern als bereitwillige Einfühlung in das Neue aufgefasst und verstanden werden.

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Seitenzahl: 299

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Meinen Töchtern

Simone und Ariane

und ihren Familien

gewidmet

INHALTSVERZEICHNIS

Einleitung

Veduten Hochrhein

Stein a. Rh./CH

Diessenhofen/CH

Schaffhausen/CH

Rheinau/CH

Eglisau/CH

Kaiserstuhl/CH

Zurzach/CH

Rheinheim

Kadelburg

Waldshut

Hauenstein

Laufenburg

Säckingen

Rheinfelden

Basel/CH

Veduten Umgebung

Baden/CH

Blumegg

Boll

Bonndorf

Degernau

Feldberg

Görwihl

Gutenburg

Habsburg/CH

Häusern

Höchenschwand

Hohentwiel bei Singen

Inzlingen

Klingnau/CH

Küssaberg-Bechtersbohl

Lauchringen

Lörrach

Menzenschwand

Rafz/CH

Riedern am Wald

Riehen/CH

Schluchsee

Schönau

Schwerzen

St. Blasien

Stühlingen

Tiefenstein

Tiengen

Titisee-Neustadt

Todtmoos

Wehr

Wettingen-Kloster/CH

Wieladingen (Burg)

Zell im Wiesental

Biographien

Anmerkungen

Literaturverzeichnis

Quellen-/Fotonachweis

Historische Veduten zwischen Hochrhein und Südschwarzwald

Als Veduten (Stadt- und Ortsansichten) bezeichnet man die bildliche Darstellung von Stadt- und Ortsansichten, die einen erkennbaren Wirklichkeitsbezug aufweisen. Sie sind in der Kunstgeschichte ein Sonderfall der Landschaftsdarstellung dar.

Veduten, wie wir sie verstehen, gibt es erst seit dem Ende des Mittelalters bzw. seit dem Beginn der Neuzeit. Die wichtigsten historischen Voraussetzungen für die Entstehung von Stadtansichten bilden der Ausbau des Städtewesens im hohen und späten Mittelalter und die mit diesem Prozess der Urbanisierung verbundene Wahrnehmung der Städte und Orte als eines ansprechenden Gegenstandes. Natürlich gab es bereits früher Abbildungen von Städten und Orten; diese waren aber symbolisch-allegorisch. Antike Stadtansichten sind manchmal in Fresken oder Mosaiken enthalten, aber topografisch genau sind sie nicht. Rom galt als Mittelpunkt der Welt und Ansichten von Städten wurden oftmals in biblische Darstellungen symbolisch eingebunden. Hinzu kommen künstlerische Neuerungen im Zeitalter der Renaissance, vor allem die Entdeckung der Zentralperspektive.

Die Anfänge der Stadtansicht liegen im 15. Jahrhundert, denn an der Schwelle zur Neuzeit vollzogen sich bei der Darstellung von Städten und Orten zwei grundlegende Entwicklungen. Zum Ersten wurden die gezeichneten Städte „realistischer“ als bisher wiedergegeben. Zeigten bisher mittelalterliche Bildnisse die Städte in stilisierter Weise als einen von Mauern geschützten Raum, so bildet der in Basel ansässige Maler Konrad Witz (um 1400 bis um 1446) in seinem Gemälde „Der wunderbare Fischzug“ erstmals Teile einer Stadt (Genf) wirklichkeitsgetreu ab. Zum Zweiten wurden seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert autonome Stadtansichten angefertigt, d. h. Bilder, die ausschließlich eine Stadt oder einen Ort zum Gegenstand haben. Am Anfang dieser Entwicklung stehen z.B. die Holzschnitte in den frühesten Städtebüchern, etwa in Hartmanns Schedels „Weltchronik“ aus dem Jahr 1493.

Das 16. und das 17. Jahrhundert bilden die Blütezeit der autonomen Stadtansicht. Veduten werden nun in großer Zahl hergestellt, das Medium des Buchdrucks ermöglichte ihre weite Verbreitung. Hohe Bedeutung erlangten neben Einzeldarstellungen von Kommunen Städtebücher wie etwa die „Civitates orbis terrarum“ von Georg Braun und Franz Hogenberg sowie vor allem die Publikationen von Matthäus Merian d. Ä. („Topographia Sueviae“ 1643, „Topographia Germaniae“ 1646, „Topographia Helvetiae“ 1654, Topographia Alsatiae &c. Completa“ 1663) und seinen Söhnen Matthäus d. J. und Caspar. Ähnlich wie die Veröffentlichungen Merians setzten sich auch die zwischen 1681 und 1686 gefertigten Ansichten württembergischer Orte des Offiziers und Kartografen Andreas Kieser (1618-1688) eine flächendeckende visuelle Dokumentation des Siedlungsbestandes zum Ziel. Kieser, der bei seinem ikonografischen Projekt zeitweise von Justus Friedrich Tillmann, einem Ingenieur aus Marburg, unterstützt wurde, bildete jedoch nicht nur 40 Städte, sondern auch in großer Zahl Dörfer, ferner Weiler, Burgen, Schlösser und Klöster ab. Die insgesamt etwa 650 Zeichnungen Kiesers und Tillmanns, die von Merians Darstellungen inspiriert sind, wurden im Unterschied zu diesen in der frühen Neuzeit nicht publiziert.

Seit dem 17. Jahrhundert werden zwei Traditionslinien der Stadtansichten erkennbar. Zum einen wird in zahlreichen Darstellungen die naturgetreue Wiedergabe von Städten perfektioniert. Neben der Abbildung ganzer Städte erlangt dabei die Repräsentation von einzelnen Gebäuden und Plätzen eine immer größere, schließlich dominierende Bedeutung. Zum anderen gewinnt seit dem 17. Jahrhundert die Tendenz zum künstlerisch freieren Umgang mit dem Sujet „Stadt“ zunehmend an Gewicht. Beispielsweise zielen die „Ansicht von Delft“ von Jan Vermeer (um 1660/61) oder Gemälde des 19. und 20. Jahrhunderts wie etwa die Städtebilder Paul Klees nicht mehr (primär) darauf ab, urbane Wirklichkeit zu repräsentieren. Diese Bilder stellen vielmehr sehr unterschiedliche Imaginationen städtischer Siedlungen dar, die jeweils maßgeblich von der Fantasie des Künstlers, zum Teil auch von seiner Weitsicht, inspiriert sind. Seit der Renaissance zielten die Künstler der Veduten zumeist darauf ab, Städte „realistisch“ wiederzugeben. Dies bedeutete, dass charakteristische Elemente einer Kommune (topografische Gegebenheiten, hervorstechende Gebäude) auf den Ansichten wirklichkeitsnah ins Bild gesetzt wurden, um eine Identifikation des Gemeinwesens durch den Betrachter zu ermöglichen. Eine vollständig wirklichkeitsgetreue Wiedergabe einer Stadt war hingegen künstlerisch nicht umsetzbar. Auch „realistische“ Stadtansichten stellen daher stets Interpretationen der abgebildeten Kommunen durch den Künstler dar: Sie basieren auf den zeitgenössischen Techniken der Mimesis, d. h. der (gestaltenden) Nachahmung der Natur, und sind zudem gattungsspezifischen Darstellungskonventionen verpflichtet. Vielfach finden sich zudem symbolische Bezüge auf den Veduten (z. B. „Wolkenpoesie“).

Die Bildsprache der Stadtansichten differenzierte sich im 16. und 17. Jahrhundert aus. So traten neben die traditionellen Vogelschauansichten Veduten aus der Kavalierperspektive (Aufrissschrägbild eines Landschaftsausschnitts) in schiefer Parallelprojektion (Axonometrie) von rechts oben, bei der der Blickwinkel flacher als bei einem Vogelschaubild ist. Als Kavalier wurde in den Festungen des 18. Jahrhunderts ein erhöhter Punkt bzw. Turm mit freiem Rundblick in das Vorgelände bezeichnet sowie Rundbilder. Den Veduten wurden im 16. und 17. Jahrhundert häufig sog. Paratexte (Beschriftungen) und Parabilder (z. B. Rahmen, Kartuschen, Wappen) beigefügt. Zudem wurden die Ansichten der Städte häufig in ihre landschaftlichen Umgebungen eingebettet und mit Figurenstaffagen und Genreszenen ausgestaltet. Aus Stadtansichten lassen sich vielfältige Informationen über die geschichtliche Realität herauslesen: außer über die Topografie, die urbane Struktur und die Baugeschichte der jeweiligen Stadt vor allem Informationen über die materielle Kultur, über technische Standards sowie über die soziale und wirtschaftliche Entwicklung. Zahlreiche Veduten enthalten zudem politische oder religiöse Aussagen oder dokumentieren Tatbestände, die für rechtsgeschichtliche Forschungen von Interesse sind. Nicht zuletzt stellen Stadtansichten hervorragende Quellen für die historische Wahrnehmung von Städten und für die Entwicklung von Stadtidealen und ästhetischen Konzeptionen urbaner Räume dar.1 Die zeitlichen Grenzen der Grafiken umfassen den Zeitraum von 1493 bis in die 1870er-Jahre. Einen Großteil der Grafiken, die heute kaum noch bekannt sind, konnte der Verfasser in Augenschein nehmen. Zahlreiche Museen, Institutionen und Sammler haben Teile ihrer Bestände für das Projekt unbürokratisch zur Verfügung gestellt. Es liegt in der Natur der Sache, dass innerhalb der künstlerischen Qualität eine erhebliche Spannweite gegeben ist. Nur selten ist uns das Idealbild einer Ansicht geschenkt worden, bei der sich hoher künstlerischer Wert mit einer topografisch-dokumentarischen Aussage die Waage hält. Unter den Ansichten, die oft die einzigen vorhandenen Darstellungen eines Ortes oder eines Gebäudes sind, mögen sich viele befinden, die dem Kunsthistoriker wenig Freude bereiten, die aber wegen ihres dokumentarischen Wertes doch von Wichtigkeit sind. Unter den Grafiken findet man auch künstlerisch anspruchsvolle Arbeiten, die über den engeren Begriff der Vedute als Wiedergabe einer architektonischen Situation hinausgehen. Sie können in ihrer Gestaltung nicht mehr ganz als eigentliche Dokumente zur Baugeschichte angesprochen werden (wie so manches Blatt eines Romantikers), wenn sie dafür in höherem Sinne das wirkliche Wesen einer Stadt, eines Gebäudes oder einer Landschaft wiederzugeben vermögen.

Ein altes Sprichwort sagt: „Tempora mutantur et nos mutamur in illis“, d.h. die Zeiten ändern sich, und wir ändern uns in ihnen. Wenn einer unserer Vorfahren, der vor mehr als hundert Jahren in diesen gezeigten Orten gelebt hätte, und heute durch diese Orte pilgern könnte, wie müsste er dann an diese Worte denken. Das Erscheinungsbild der Orte hat sich seit jenen Tagen wesentlich verändert. Jede Epoche fordert immer wieder Neues. Heute sind die Lebensbedingungen andere wie früher, und für die Errungenschaften, die uns die Neuzeit gebracht hat, muss ein Tribut entrichtet werden, der darin besteht, dass das Alte weichen muss. Doch darf nicht vergessen werden, dass alles, was heute ist und morgen sein wird, letzten Endes auf dem aufbaut, was gestern einmal war. Und so möge die Liebe und Wertschätzung des Gewesenen nicht als sentimentale Verherrlichung der guten alten Zeit, sondern als bereitwillige Einfühlung in das Neue aufgefasst und verstanden werden.

Lauchringen, im Dezember 2024

Günter Hoffmann

Veduten
vom
Hochrhein

Stein am Rhein/CH

Urkundlich erwähnt wird die Stadt Stein am Rhein erstmals im Jahr 1267. Das Kloster St. Georgen war damals Grund- und Marktherr. Durch den Abt wurde zur Verwaltung der niederen Gerichtsbarkeit ein Schultheiß ernannt. Die Reichsvogtei, das heißt die hohe Gerichtsbarkeit und das Mannschaftsrecht, gehörte zuerst den Herzögen von Zähringen, dann den Kastvögten des Klosters St. Georgen, den Freiherren von Hohenklingen, und schließlich der Familie von Klingenberg. Das älteste Stadtrecht Steins stammte aus dem Jahr 1385. Am 22. Januar 1457 gelang es den Stadtbehörden, die Vogteirechte von den Klingenberg zu erwerben und so den Status der Reichsfreiheit zu erlangen. 1459 verbündete sich Stein mit Zürich und Schaffhausen, um sich vor Übergriffen der Habsburger zu schützen. 1468 gab sich die Stadtgemeinde eine Verfassung mit Bürgermeister, Räten, Reichsvogt (Hohes Gericht) und Schultheißen (Niederes Gericht). Die Zünfte hatten keine direkte politische Mitsprache. Stein erwarb bis ins 16. Jahrhundert im Umland ein kleines Untertanengebiet, bestehend aus Hemishofen, Ramsen mit Wiesholz, Wilen, Karolihof und Bibern, Wagenhausen mit Bleuelhausen und Reichlingen. Am 29. September 1484 begab sich Stein aus finanziellen und politischen Gründen unter die Schutzherrschaft Zürichs und kam so zur Eidgenossenschaft. Es gelang der Stadt infolgedessen nicht, die Schirmherrschaft über das Kloster St. Georgen zu erwerben, da Zürich ihr zuvorkam. Nach der Aufhebung des Stifts in der Reformation baute Zürich als Rechtsnachfolger des Klosters schrittweise seine Landesherrschaft über Stein aus. Die Zugehörigkeit zu Zürich endete in der Helvetik, als Stein im Mai 1798 an Schaffhausen angeschlossen wurde. Zwar versuchte Stein 1802 wieder zu Zürich zurückzukehren, musste aber schließlich mit der Inkraftsetzung der Mediationsverfassung 1803 seine Zugehörigkeit zu Schaffhausen akzeptieren. Im Mittelalter und der Frühen Neuzeit kam Stein vor allem eine strategische Bedeutung zu, da es über eine der wenigen Rheinbrücken verfügte. Im Schwabenkrieg wurde Stein für die Eidgenossen zu einem Einfallstor in den Hegau. Im Dreißigjährigen Krieg erzwangen die Schweden den Rheinübergang bei Stein auf ihrem Weg nach Konstanz. Die spätmittelalterliche Rheinbrücke wurde bei Kämpfen zwischen Russen und Franzosen während der Franzosenzeit zerstört.

Seit dem Mittelalter ist die Stadt ist durch eine Stadtmauer und ringförmige Befestigungsanlage klar umgrenzt. Auf der linksrheinischen Seite liegt nur die Kirche „auf Burg“ und das Pfarrhaus im ehemals befestigten Kastellbereich. Die kleine vorstadtartige Siedlung „vor der Brugg“ ist dicht bebaut, aber nicht befestigt.

Stein am Rhein

(Johannes Stumpf - 1548)

(ETH-Bibliothek Zürich)

Die Verlegung der Benediktinerklosters St. Georgen vom Hohentwiel nach Stein am Rhein im 11. Jahrhundert gab dem Ort einen entscheidenden Impuls, denn die Abtei besaß anfänglich Markt- und Zollrechte sowie die niedere Gerichtsbarkeit. Ab dem 13. Jahrhundert spielten die auf ihrer Burg lebenden Vögte, die Herren von Hohenklingen eine zunehmend wichtige Rolle, denn Stein am Rhein stieg zu einem bedeutenden Handelsstädtchen auf. Der Holzschnitt, der Hans Asper (1499-1571) und Rudolf Wyssenbach (1517-1572) zugeschrieben wird, zeigt jenseits der Rheinbrücke den Ort mit seinen wichtigsten Gebäuden, die klar erkennbar sind. Über dem Ort thront die Burg Hohenklingen. Am Rheinufer sind die Landungsstellen der Transportschiffe für die Verladung der Waren auf Fuhrwerke und kleinere Schiffe ein wichtiger Teil des Stadtbildes. Stumpf führte in seinem Holzschnitt die formale Dreiteilung eines Bildes ein: erstens im Vordergrund der Rhein, zweitens die Stadt und drittens im Hintergrund die Burg Hohenklingen. Der Holzschnitt fand Eingang in Stumpfs Chronik „Gemeiner loblicher Eydgnoschafft Stetten, Landen und Völckeren Chronickwirdiger thaaten beschreybung».

Stein am Rhein

(Daniel Meisner - 1625)

(Privatbesitz)

Daniel Meisner (1585-1625) und der Verleger Eberhard Kieser (1586-1631) haben diesen Kupferstich in ihrem Werk „Thesaurus Philo-Politicus. Das ist: Politisches Schatzkästlein guter Herren & bestendiger Freund“ im Jahr 1625 veröffentlicht. Vermutlich war ihnen der Holzstich von Johannes Stumpf bekannt, da die Ansichten der Orte ähnlich sind. Unterhalb der Darstellung sind Sinnsprüche in deutscher und lateinischer Sprache.

Stein am Rhein – Stenium ad Rhenum

(Matthäus Merian d. Ä. - 1642)

(Privatbesitz)

Der Kupferstich zeigt eine Stadtansicht von Stein am Rhein von Süden her, mit einer ähnlichen Perspektive wie Johannes Stumpf im Jahr 1548, allerdings aus der Vogelschau. Im Mittelgrund das Kloster St. Georgen mit dem um 1600 fertiggestellten erhöhten Turm der Stadtkirche, im Hintergrund die Burg Hohenklingen. Linksrheinisch im Vordergrund steht die Kirche „auf Burg“ und das Pfarrhaus, die durch die Rheinbrücke mit der Stadt verbunden sind. Die Technik des Kupferstichs ermöglichten Merian eine feinere Darstellung mit mehr Details als auf dem Holzschnitt Stumpfs zu erkennen sind. Die Stadtansicht stammt aus Merians „Theatrum Helvetiae“ aus dem Jahr 1642.

Auf Burg und Vor der Brugg bei Stein

(Hans Erhard Escher - 1673)

(Zentralbibliothek Zürich)

Ansicht von Nordnordosten auf den südlich des Rheins gelegenen Teil von Stein am Rhein. In der Bildmitte steht die 1671 barockisierte Kirche „auf Burg“, links davon das Pfarrhaus mit seinem Rebengarten. Die Kirche ist durch eine Treppe direkt mit den am Ufer des Rheins liegenden Wohnhäusern verbunden. Rechts unten endet die beide Ortsteile verbindende Brücke am Brückentor. Das Aquarell wurde von dem Zürcher Aquarellisten Hans Erhard Escher (1656-1689) gemalt.

Eigentliche Perspective Delineation des Oberen Theils der Statt Stein am Rhein. Von Eschenz anzusehen

(Johann Heinrich Meister - 1716)

(Zentralbibliothek Zürich)

Der in Stein am Rhein geborene Theologe und Geistliche Johann Heinrich Meister (1700-1781) schuf dieses Aquarell im Jahr 1716. Es zeigt die Ansicht von Stein am Rhein von Eschenz aus, mit auf dem Rhein fahrenden Booten. Besonders hervorgehoben hat der Zeichner das Kloster St. Georgen und den Turm der Stadtkirche sowie die Rheinbrücke. Links am Bildrand erblickt der Betrachter noch den Turm der Kirche „auf Burg“. Im Vordergrund rechts ist ein Zeichner bei der Arbeit zu sehen.

Rheinlandschaft bei Stein am Rhein

(Heinrich Usteri - 1780/1800)

(Zentralbibliothek Zürich)

Diese Zeichnung von Heinrich Usteri (1754-1802) entstand zwischen 1780 und 1800. Sie zeigt einen Blick über den Rhein. Auf der linken Seite im Hintergrund die Burg Hohenklingen, in der Mitte Stein am Rhein und auf der rechten Seite Wagenhausen. Links im Vordergrund sitzt ein Mann mit zwei Hunden und genießt die Landschaft.2

Aussicht von der Hochwacht auf dem Wolkenstein, bei Stein am Rhein

(Heinrich Usteri - um 1790)

(Zentralbibliothek Zürich)

Diese kolorierte Umrissradierung wurde von Heinrich Usteri (1754-1802) um 1790 geschaffen. Der Wolkenstein (Wolkensteinerberg) ist eine Erhebung bei Stein am Rhein. Der Blick geht rheinabwärts in Richtung Diessenhofen und Gailingen. Auf der linken Rheinseite auf schweizerischem Gebiet erheben sich der Stammerberg und Rodenberg. Verlegt wurde dieses Blatt bei Füssli & Comp. in Zürich.

Von Liebenfels im Thurgau gegen Stein am Ausfluss des Rheins aus dem Untersee

(Hans Konrad Escher von der Linth - 1804)

(Zentralbibliothek Zürich)

Blick auf das südlich von Mammern am Untersee gelegene Schloss Liebenfels am linken Bildrand von einer Anhöhe aus. Rechts davon am Ende des Untersees liegt Stein am Rhein mit der Burg Hohenklingen und dem sich öffnenden Rheintal. Die Staffage zeigt drei Damen im Vordergrund, die diese Aussicht ins Rheintal genießen. Hans Konrad Escher von der Linth (1787-1823) zeichnete diesen Ausblick im Jahr 1804.

Vue de la Ville de Stein, Canton de Schaffhouse

(Egidius Federle und Friedrich Salathé - 1836)

(Schweizerische Nationalbibliothek Bern)

Ansicht von Stein am Rhein von Südosten mit der Stadtkirche und der Burg Hohenklingen in Hintergrund. Links der Rheinbrücke sieht man die Kirche „auf Burg“. Auf der vorgelagerten Rheininsel Werd befindet sich eine kleine Kapelle, deren Gründung auf die Verbannung des Gründers und ersten Abts des Klosters St. Gallen, Otmar (689? bis 759), zurückgeht. Nach dessen Rehabilitierung und Heiligsprechung 864 entstand auf der Insel ein kleiner Konvent des Benediktiner- Ordens. 1957 wurde das Anwesen an die Schweizer Provinz der Franziskaner verpachtet. Die von Egidius Federle (1810-1876) gezeichnete Vorlage für diese kolorierte Aquatinta zeigt im Vordergrund ein Bauernhaus und einen Bauern neben einem Schleifstein. Friedrich Salathé (1793-1858) schuf diese Aquatinta für Johann Ludwig Bleuer, der sie in seinem Verlag publizierte.

Diessenhofen/CH

Diessenhofen gehört zu den ältesten Städten der Schweiz. Es liegt am Hochrhein zwischen dem Ende des Bodensees und Schaffhausen. Erwähnt wird Diessenhofen erstmals 757, als ein Priester seinen Weiler „Deozincova“ dem noch jungen Kloster St. Gallen vermachte. 1178 wurde Diessenhofen durch Graf Hartmann III. von Kyburg zur Stadt erhoben, und nach dem Aussterben des Grafengeschlechtes ging es 1264 durch Erbschaft an die Habsburger. Im Jahr 1460 wurde Diessen-hofen durch die Eidgenossen erobert und es wurde Bestandteil der Gemeinen Herrschaft Thurgau. 1798 kam Diessenhofen kurz zum Kanton Schaffhausen, um dann im Jahr 1800 endgültig dem neuen Kanton Thurgau eingegliedert zu werden.

Diessenhofen

(Johannes Stumpf - 1548)

(Privatbesitz)

Der Kupferstich wurde von Hans Asper (1499-1571) gezeichnet. Rudolf Wyssenbach (vor 1527 bis 1572) besorgte den Formschnitt und Johannes Stumpf veröffentlichte den Kupferstich in seiner Chronik „Gemeiner loblicher Eydgnoschafft Stetten, Landen und Völckeren Chronickwirdiger thaaten beschreybung, die im Jahr 1548, bei Christoph Froschauer in Zürich erschien. Der Betrachter steht südlich von Diessenhofen und schaut nordwärts über den Rhein zur Stadt, die anhand markanter Gebäude klar erkennbar ist.

Die Statt Diessenhofen, mit den naechst beÿgelegnen Bäum: vnd Krautgärten, nach Geometr: vnd Geographischer Art in Grund gelegt im Jahr 1643

(Matthäus Merian d. Ä. - 1654)

(Privatbesitz)

Die Vorlage zu diesem Kupferstich stammt vom Pfarrer und Universalgelehrten Johann Jacob Mentzinger (1604-1668) und zeigt Diessenhofen aus der Vogelschau im Jahr 1643. Der Stich erschien 1654 in Merians „Topographia Helvetiae, Rhaetiae, et Valesiae“.

Diessenhofen Stat – Diessenhofen Ville

(David Herrliberger - 1774)

(Zentralbibliothek Zürich)

Blick auf Diessenhofen aus Süden von einem erhöhten Standpunkt aus. Über den Rhein führt die gedeckte Brücke zur Stadt, in der man rechts die Kirche und links den Siegelturm und den Obertorturm als markante Gebäude wahrnimmt. Im Vordergrund sind Rebflächen zu sehen. Über dem im Hintergrund sichtbaren Bergrücken erhebt sich ein hoher Himmel. David Herrliberger (1697-1777) schuf diese Radierung, die 1774 beim Verleger Johann Kaspar Ziegler (1730-1802) in Zürich erschien.

Diessenhofen

(Johann Baptist Isenring - 1826)

(Georg Fischer Kunstsammlung Schaffhausen)

Die Südostansicht zeigt den Ort und die Rheinbrücke, im Mittelgrund steht als markantes Gebäude die Kirche. Dahinter sieht man noch den Siegelturm und den Obertorturm, der 1830 abgebrochen wurde. Links im Vordergrund unterhält sich ein Bauernpaar mit einem am Boden sitzenden Mann. Auf dem Rhein fahren zwei mit Waren beladene Kähne.

Der Zeichner und Stecher Johann Baptist Isenring (1796-1860) wurde später auch als erster Schweizer Fotograf bekannt.

Schaffhausen/CH

Die Stadt Schaffhausen entstand etwa um 1000. Im Jahr 1045 war die erste urkundliche Erwähnung; König Heinrich III. verlieh in Köln Graf Eberhard VI. von Nellenburg das Münzrecht für die am Rhein gelegene Siedlung „Scafhusun“. 54 Jahre später wurde das Kloster zu Allerheiligen von Ita und Eberhard von Nellenburg gegründet; die Weihe der Klosteranlage war 1064. Der Sohn von Eberhard, Graf Burkhard von Nellenburg, schenkte 1080 dem Kloster Allerheiligen die Stadt Schaffhausen samt Markt- und Münzrecht. In den Auseinandersetzungen zwischen Kaiser und Papsttum stellte sich Schaffhausen 1120 auf die Seite Roms und wurde durch Konrad von Zähringen belagert. Im Jahr 1190 wurden das Kloster Allerheiligen und die Stadt reichsunmittelbar, d. h. sie unterstanden direkt dem römisch-deutschen Kaiser Heinrich VI. Kaiser Friedrich II. erhob Allerheiligen 1218 zum Reichskloster. Schaffhausen wurde dadurch gleichzeitig mit Zürich und Bern zu einer reichsfreien Stadt. 1312 schloss Schaffhausen zur Verbesserung der Handelsbeziehungen und zur gegenseitigen Beistandspflicht mit Zürich, St. Gallen und Konstanz ein auf vier Jahre befristetes Bündnis. König Ludwig der Bayer verpfändete 1330 nebst Rheinfelden auch die Stadt Schaffhausen an die Herzöge Albrecht II. und Otto von Habsburg. Schaffhausen wurde für die nächsten 85 Jahre zu einer österreichischen Landstadt und musste den habsburgischen Vögten jedes Jahr Abgaben leisten. Die Wiedererlangung der Reichsfreiheit folgte 1415. Die Behauptung dieser Stellung zwang Schaffhausen zu einer intensiven Bündnispolitik. Ein erstes Bündnis mit den Eidgenossen war 1454: Schaffhausen wurde zugewandter Ort. Die endgültige Aufnahme Schaffhausens in den Bund der Eidgenossen erfolgte 1501. Nach Einführung der Reformation im Jahr 1529 erfolgte die Aufhebung der Klöster und Verstaatlichung ihrer Güter. Die alte politische Ordnung wurde 1798 unter französischem Druck gestürzt. Die Landschaft erhielt nach verschiedenen Verfassungsrevisionen erst 1834 die volle Gleichberechtigung. 1831 erfolgte die Trennung von Staats- und Stadtgut. Die Stadt konstituierte sich als Gemeinde (erste Verfassung vom 29. Oktober 1831).

Rheinfall

(Sebastian Münster - 1544)

(Repro Sammlung BH)

Von Sebastian Münster stammt die älteste bisher bekannte Darstellung des Rheinfalls, welche er in seiner „Cosmographia universalis“ im Jahr 1544 veröffentlichte. Die Felsen an den beidseitigen Ufern sind nur angedeutet und die Wiedergabe des fallenden Wassers entspricht eher einem Stück fallenden Tuches, das sich unten in Falten legt. Die Rheinfalldarstellung zeichnet sich durch die Überbetonung der Höhe und Steilheit aus, höher als er in Wirklichkeit ist. Das Wasser stürzt in einem Guss über die Felsen.

Schaffhausen

(Johannes Stumpf - 1548)

(ETH-Bibliothek Zürich)

Ansicht von Schaffhausen von Osten mit der Rheinbrücke. Am rechten Bildrand erhebt sich die Festung Munot über der Stadt. Im Hintergrund der Stadt sieht man einen Höhenzug, der mit Weinreben bewachsen ist. Im Mittelpunkt der Darstellung steht das Kloster Allerheiligen. In der rechten oberen Bildecke ist noch der sogenannte Zwingolf auf dem Emmersberg dargestellt, an dessen Stelle ab 1564 die Festung Munot erbaut wurde. Der Holzschnitt wurde 1548 in Stumpfs Chronik „Gemeiner loblicher Eydgnoschafft Stetten, Landen und Völckeren Chronickwirdiger thaaten beschreybung» gedruckt. Der entwerfende Zeichner war vermutlich Hans Asper (1499-1571) und der ausführende Holzschneider Rudolf Wyssenbach (vor 1527 bis vor 1572).

Rheinfall

(Johannes Stumpf - 1548)

(ETH- Bibliothek Zürich)

Stumpfs Ansicht des Rheinfalls ist mit Ausnahme des fallenden Wassers, das sich wie bei Sebastian Münster in einem Stück fallenden Tuches darstellt, umfangreicher. Er zeigt rechts unterhalb des Rheinfalls die Aussichtsplattform, am linken Rand die Wassermühle und rechts oben das Schloss Laufen. Die Zeichnung zu diesem Holzschnitt wird auch Hans Asper (1499-1571) zugeschrieben. Der Holzschnitt wurde in Stumpfs Chronik: „Gemeiner loblicher Eydgnoschafft Stetten, Landen und Völckeren Chronickwirdiger thaaten beschreybung» im Jahr 1548 veröffentlicht.

Lauffen am Rhein

(Daniel Meisner - 1625)

(Privatbesitz)

Ansicht des Rheinfalls von einem erhöhten Standpunkt. Rechts befindet sich am Rhein das Schlösschen Wörth und darüber das Schloss Laufen. Links sieht man die Mühle am Rheinfall, dahinter die Häuser von Neuhausen. Der Kupferstich wurde im Werk: „Thesaurus Philo-Politicus. Das ist: Politisches Schatzkästlein guter Herren & bestendiger Freund“ unter Mitwirkung des Verlegers Eberhard Kieser (1586-1631) veröffentlicht.

Scafhusia - Schaffhausen

(Matthäus Merian d. Ä. und Hans Kaspar Lang - 1642)

(Zentralbibliothek Zürich)

Ansicht von Schaffhausen aus der Vogelschau. Im Mittelpunkt steht das Kloster Allerheiligen mit dem Münster und dem Klostergarten. Rechts erhebt sich die Festung Munot mit ihren Befestigungsanlagen hoch über der Stadt. Der Kupferstich erschien in der „Topographia Helvetiae, Rhaetiae et Valesiae“ von Merian im Jahr 1642 und wurde von Hans Kaspar Lang (1571-1645) gezeichnet.

Eigentliche Bildtnuß des Grossen Wasserbruchs oder Falls des Rheins im Lauffen.

Vera Delineatio Catarrhactaru Rheni ad Lauffen

(Matthäus Merian d. Ä. - 1642)

(Zentralbibliothek Zürich)

Fast einhundert Jahre nach Johannes Stumpf schuf Matthäus Merian d. Ä. eine Ansicht des Rheinfalls von einem erhöhten Standpunkt aus mit Blick auf das Schloss Laufen, das Schlösschen Wörth und Neuhausen. Rechts vom Fall der unterhöhlte Felsen mit Schloss Laufen, links unten das Schlösschen Wörth mit dem davorliegenden Umschlagplatz für Waren. Dazwischen fließt der Rhein, dessen Wasser in feinen Strichen gezeichnet über die gewaltige, hohe Felswand herunterstürzt. Der Schaum bildet hier keine Falten, sondern wird in Lockenform wiedergegeben. Auf diesen Stich Merians lassen sich unzählige, später entstandene Kupferstiche zurückführen. Merian publizierte seinen Stich in seinem Werk: „Topographia Helvetiae, Rhaetiae et Valesiae“

Vue de la Chute du Rhin à Lauffen près de Schaffhouse en Suisse

(Wilhelm Friedrich Gmelin - 1783)

(Zentralbibliothek Zürich)

Ansicht des Rheinfalls mit dem Schlösschen Wörth rechts im Vordergrund. Auf der linken Seite befindet sich die Ortschaft Neuhausen, rechts oben ist auf dem Hügel das Schloss Laufen abgebildet. Auf dem Rhein und im Hafen sind Barken dargestellt. Unterhalb der Abbildung befindet sich ein Text, der in französischer Sprache verfasst ist. Es handelt sich um eine geografische Beschreibung des Rheinfalls und der Umgebung. Der Kupferstich wurde von Wilhelm Friedrich Gmelin (1760-1820) gestochen und basiert auf einer Zeichnung von Johann Jakob Schalch (1723-1789) und wurde in Basel bei Christian Mechel gedruckt.

Vue du Pont de Schaffhause

(Heinrich Thomann - um 1780/1794)

(ETH-Bibliothek Zürich)

Diese Brücke in Schaffhausen wurde vom Schweizer Brückenbauer Hans Ulrich Grubenmann (1709-1783) in den Jahren 1755 bis 1758 erbaut. Ursprünglich wollte Grubenmann die Brücke ohne Mittelpfeiler bauen, jedoch forderten die Schaffhauser Ratsherren die Einbeziehung des vorhandenen Mittelpfeilers in seine Planungen. Durch diese Anforderung ergab sich ein Knick im Grundriss über dem Auflager. Damit war die Brücke auch tatsächlich auf den Pfeiler angewiesen, denn durch den Knick wären sonst hohe Umlenkkräfte in Querrichtung der Brücke entstanden. Am 13. April 1799 zerstörten französische Truppen auf dem Rückzug von der im zweiten Koalitionskrieg verlorenen Schlacht bei Stockach die Rheinbrücke durch einen gelegten Brand. Die kolorierte Radierung schuf Heinrich Thomann (1748-1794) und sie wurde von Heinrich Bleuler (1758-1823) herausgegeben.

Aussicht vom Unnoth in Schaffhausen gegen der Stadt

(David Weber - 1813)

(Zentralbibliothek Zürich)

Nordwestansicht der Festung Munot und der anschließenden westlichen Flankenmauer mit dem vorgelagerten kleinen Rundturm, dem sogenannten „Undurft“. Im Vordergrund sitzt ein Künstler auf einer Mauer, sein Begleiter beobachtet ihn. Rechts am Bildrand steht die Kirche St. Johann, deren Baubeginn bis in das Jahr 1000 zurück geht, links daneben ist der Turm der Münsterkirche sichtbar. David Weber (1790-1865) zeichnete diese Ansicht im Jahr 1813.

La Chûte di Rhin près de Schaffhouse

(Franz Hegi - um 1820)

(Privatbesitz Sammlung BH)

Die kolorierte Aquatinta-Ansicht des Rheinfalls bei Schaffhausen von Franz Hegi (1774-1850) beruht auf einer Zeichnung von Johann Ludwig Bleuler (1792-1850). Die sonnenbeschienene Szenerie zeigt im Vordergrund ein Paar, das den Rheinfall betrachtet. Rechts das Schlösschen Wörth mit seinem kleinen Hafen, in dem drei Kähne beladen werden. In der Bildmitte die stürzenden Wassermassen des Rheins, rechts das Schloss Laufen, links die Mühle am Rheinfall. Durch die herabstürzenden Wassermassen bildet sich feiner Wassernebel, der die Sicht auf das Schloss Laufen etwas trübt. Die Aquatinta wurde von Johann Heinrich Füssli (1745-1832) in Zürich verlegt.

La Chûte di Rhin près Schaffhouse

(David Alois Schmid und Rudolf Bodmer - zwischen 1817 und 1829)

(Zentralbibliothek Zürich)

Ansicht des Rheinfalls vom Ufer aus. Links erblickt der Betrachter das Schlösschen Wörth und dahinter die seit dem 11. Jahrhundert bestehende Mühle. Rechts oben über dem Rheinfall steht das Schloss Laufen. Das Wasser des fallenden Rheines wühlt das Unterwasser auf und ein feiner Wassernebel bedeckt die Wasseroberfläche. Im Hintergrund sind links die Häuser von Neuhausen zu sehen. Im Vordergrund stehen einige Personen, die sich das Schauspiel des Rheinfalls ansehen. Der Maler Alois David Schmid (1701-1851) lieferte die Vorlage für diese Aquatinta, die Rudolf Bodmer (1805-1841) gestochen hat.

Schafhausen

(Anonym - 1831)

(Privatbesitz Sammlung BH)

In der „Neuen Bildergalerie für die Jugend“ wurde 1831 der Blick eines unbekannten Zeichners über den Rhein auf Schaffhausen veröffentlicht. Im Vordergrund sind Bauern bei der Feldarbeit.

Vue de la Ville de Schaffhouse prise du Steinhölzli

(Johann Ludwig Bleuler und Egidius Federle - 1835)

(Zentralbibliothek Zürich)

Blick über den Rhein auf Schaffhausen vom Steinhölzli-Felsen aus. Über der Stadt erhebt sich die Festungsanlage Munot. Der Rhein fließt über Stromschnellen in Richtung des Rheinfalls. Im Vordergrund stehen am Rheinufer mehrere Personen, die wohl mit Bauarbeiten beschäftigt sind. Vorne rechts laufen drei Träger auf einem Felsenweg. Aegidius Federle (1810-1876) schuf diese Ansicht in Gouache über Bleistift für Johann Ludwig Bleuler (1792-1850), der sie 1835 in seinem Verlag veröffentlichte.

Vue de Petit Château de Woerth et d´une Partie de la Chûte du Rhin

(Egidius Federle und Johannes Ruff - um 1835)

(Privatbesitz Sammlung BH)

Der Zeichner Aegidius Federle (1810-1876) widmete sich hier ganz dem sonnenbeschienenen Schlösschen Woerth am Unterlauf des Rheinfalls. Er zeigt im Vordergrund beladene Boote und ein Paar, das mit einem Mann vielleicht über den Preis für eine Bootsfahrt zum Rheinfall verhandelt. Zwischen dem Eingangstor und dem Schlösschen Woerth sieht man im Hintergrund den Rheinfall und rechts oben das Schloss Laufen. Auf dem Steg zum Schlösschen Woerth befinden sich ebenfalls noch Personen, von denen sich ein Mann mit einem Bootsführer unterhält. Diese Aquatinta wurde von Johannes Ruff (1813-1886) gestochen.

The Castle of Laufen

(William Henry Bartlett und James Charles Armytage - 1836)

(Privatbesitz Sammlung BH)

Der Zeichner William Henry Bartlett (1809-1854) hat einen Blickpunkt oberhalb des Rheinfalls gewählt. Er zeigt links unten einen Mann, der die reißenden Fluten des über die Felsen stürzenden Rheins beobachtet. Über dem Rheinfall thront das Schloss Laufen. Im rechten Bildteil zieht der Rhein im Unterlauf ruhig dahin. Das Blatt wurde von James Charles Armytage (1802-1897) gestochen.

Vue de la Chute du Rhin, pres de Fichetz

(Johann Ludwig Bleuler - um 1837)

(Privatbesitz Sammlung BH)

Drei Personen blicken von der Aussichtsplattform am Unterlauf des Rheins auf die von Wassermassen umströmten Felsen. Johann Ludwig Bleuler (1792-1850) edierte hauptsächlich Landschaftsansichten. Seine Kleinformate sind meist in kolorierter Aquatinta radiert und zeigen fast alle die touristischen Sehenswürdigkeiten der Schweiz. Bleulers Zeichnungen sind im Hinblick auf eine spätere grafische Umsetzung entstanden und zeigen eine minutiöse Schilderung aller wichtigen Elemente sowie eine sorgfältige Wahl von Standort und Landschaftsausschnitt. Die Verbindung von topografischer Treue und diskreter Überhöhung prominenter Landschaftspartien sollte den Bildeindruck bestimmen.

Rheinfall bei Vollmond

(Rudolf Weinmann - 1838)

(Zentralbibliothek Zürich)

Der Maler Rudolf Weinmann (1810-1887) zeigt in seiner Gouache einen Blick auf den Rheinfall bei Vollmond in einem diffusen Licht. Der Mond ist durch einige Wolkenfetzen verhangen und auch die aufsteigenden Wassernebel dämpfen die Beleuchtung der vom Mond beschienenen fallenden Wassermassen. In der links sichtbaren Mühle wird gearbeitet, wie an den hell erleuchteten Fenstern zu sehen ist. Rechts oben steht das Schloss Laufen im Dämmerlicht. Im Vordergrund läuft ein einsamer Wanderer auf einem Weg.

Vue de Château de Laufen prise en venant d´Uhwisen

(Egidius Federle und Johannes Ruff - um 1838)

(Privatbesitz Sammlung BH)

Ansicht des Schlosses Laufen über dem Rheinfall von der Rückseite, aus Richtung Uhwiesen, gesehen mit der alten Hilariuskirche neben der Kirche Laufen mit spitzem Dachreiter. Am rechten Bildrand sieht man den Oberlauf des Rheins. Die erste urkundliche Erwähnung des Schlosses datiert aus dem Jahr 858 und war Stammsitz der Freiherrn von Laufen und ab dem 15. Jahrhundert im Besitz des Schaffhauser Adelsgeschlechtes von Fulach. Dem Schlossherrn oblag die Vogtei über die benachbarten Gemeinden, die Grundherrschaft gehörte jedoch dem Bischof von Konstanz. 1544 erwarb die Stadt Zürich das Schloss, in dem ab 1799 Johann Heinrich Bleuler d. Ä. (1758-1823) ein Malatelier unterhielt. Sein Sohn Johann Ludwig Bleuler (1792-1850) eröffnete dort 1830 eine Malschule, die zahlreiche bekannte Künstler beschäftigte. Nach einer Vorlage des Zeichners Egidius Federle (1810-1876) schuf Johannes Ruff (1813-1886) die Aquatinta- Radierung, die von Johann Ludwig Bleuler in Schaffhausen verlegt wurde.

Schaffhouse

(Johann Jakob Sperli - um 1840)

(Zentralbibliothek Zürich)

Blick auf den Rheinfall und Schloss Laufen. Im Vordergrund steht ein Paar in Tracht. Johann Jakob Sperli (1815-1866) schuf diese Aquatinta um 1840.

Rheinfall

(Georg Maria Eckert - 1849)

(Privatbesitz Sammlung BH)

Der Landschaftsmaler Georg Maria Eckert (1828-1901) wechselte 1848 von der Kunstakademie Düsseldorf nach München zur dortigen Akademie. Von München aus unternahm er Studienreisen u. a. in die Schweiz. Die 1849 in Schaffhausen entstandene, weißgehöhte Zeichnung zeigt den Rheinfall mit Schloss Laufen und der Mühle auf der Neuhauser Rheinseite.

Vue de la Chûte du Rhin pres des Forges

(Friedrich Weber - um 1850)

(Privatbesitz Sammlung BH)

Blick auf den Rheinfall von der gegenüberliegenden Rheinseite aus. Links im Bild steht die Neuhauser Rheinmühle und links thront das Schloss Laufen, einem Märchenschloss gleich, über der Gischt des tosenden Rheinfalls. Ganz am Bildrand eine Reihe von Zypressen. Im Vordergrund sitzen drei Personen auf einem großen Stein und unterhalten sich. Rechts vorne schwimmen einige Holzstücke im Wasser. Diese Aquatinta schuf Friedrich Weber (1813-1882) um 1850.

Ansicht der Stadt Schaffhausen, von der hohen Straße aus genommen, beym Eingang durch das Schwabenthor

(Egidius Federle und Friedrich Weber - um 1850)

(Landesarchiv Baden-Württemberg, Generallandesarchiv Karlsruhe)

Ansicht von Schaffhausen, gezeichnet von Aegidius Federle (1810-1876). Rechts neben dem Schlagbaum steht das Zollgebäude, vor dem sich gerade ein Mann mit drei Pferden aufhält. Auf dem Weg fährt eine Frau mit einem Einspänner dem Betrachter entgegen. Links am Bildrand erhebt sich die Festung Munot über der Stadt. Friedrich Weber (1813-1882) schuf diese Aquatinta für das Werk „Malerische Reise von Freiburg im Breisgau durch das Höllental und Donaueschingen nach Schaffhausen“ das von Louis Bleuler in Schaffhausen verlegt wurde.

Schaffhouse

(Emanuel Labhardt - um 1850/70)

(Georg Fischer Kunstsammlung Schaffhausen)

Die getönte Kreidelithografie von Emanuel Labhardt (1810-1874) zeigt die Ansicht von Schaffhausen aus östlicher Richtung. Über der Stadt erhebt sich die Feste Munot und hinter der Rheinbrücke sieht man rechts den Turm der Münsterkirche Allerheiligen. Vor der Brücke sind neben kleineren Booten zwei Dampfer mit Schweizer Flagge auf dem Rhein. Im Vordergrund rechts tummeln sich Enten im Wasser und links steht eine Frau, die von zwei Männern beobachtet wird, mit einem Waschkorb auf einem kleinen Steg,

Rheinfall im Winter

(Konrad Corradi - 1858)

(Zentralbibliothek Zürich)

Die teilweise weißgehöhte Bleistiftzeichnung von Konrad Corradi (1813-1878) aus dem Jahr 1858 vermittelt dem Betrachter eine kalt wirkende Landschaft. Die normalerweise großen Wassermassen sind zu kleinen Bächen geschmolzen und zeigen die Felsengebilde in ihrer vollen Größe. Auf dem linken und rechten Felsen befinden sich Personen, die den niedrigen Wasserstand genutzt haben, um die Felsen zu erklimmen. Rechts vorne auf der Aussichtsterrasse unterhalb von Schloss Laufen schauen vier Personen dem Treiben der anderen Personen zu. Im Hintergrund sind einige Häuser von Neuhausen zu sehen.

Rheinfall bei Schaffhausen bei Wassermangel

(Emanuel Labhardt - 1858)

(Privatbesitz)

Jedes Jahr zieht der Rheinfall über eine Million Besucher an und vielen ist der Anblick seiner imposant in die Tiefe stürzenden Wassermassen bekannt. Emanuel Labhardt (1810-1874) zeigt in seiner Zeichnung jedoch ein anderes Bild, denn 1858 präsentierte sich der Rheinfall von einer ungewöhnlichen Seite. Der Rheinfall mit sehr wenig Wasser stellt ein seltenes Naturschauspiel dar. Der Blick geht vom linken trockenen Ufer aus in Richtung Schloss Laufen. Bei den sonst von den Wassermassen umspülten Felsen, die sich als bizarre Gebilde erheben, unterhalten sich zwei Männer. Die Ansicht erschien 1858 in der „Poligrafischillustrierten Zeitschrift“, die von A. Werl in Leipzig, der auch die Tonlithografie schuf, herausgegeben wurde.

Souvenir von Schaffhausen

(Johann August d´Aujourd´hui - um 1860)

Das von Johann August d´Aujourd´hui (1829-1877) gefertigte Souvenirblatt zeigt neben einer großen Gesamtansicht auch mehrere kleinere Teilansichten der Stadt Schaffhausen. Die Teilansichten sind dabei um die im Zentrum stehende Gesamtansicht angeordnet. Die Ansichten sind mit einer floralen Zierbordüre umgeben. Vorläufer von Souvenirblätter erschienen bereits ab der Mitte des 18. Jahrhunderts, erlangen aber erst ab den 1840er-Jahren weitere Verbreitung.

(Privatbesitz Sammlung BH)

Schaffhouse

(Emanuel Labhardt - nach 1863)

(Schweizerische Nationalbibliothek Bern)

Ansicht von Schaffhausen aus westlicher Richtung von einer Anhöhe aus. Am rechten Bildrand sind die Fabriken am Rhein sichtbar. Über der Stadt erhebt sich die Festung Munot. Die von Emanuel Labhardt (1810-1874) gezeichnete und geschaffene Kreidelithografie entstand nach 1863, da auf dem Bild sowohl die 1857 eröffnete Rheinfallbahn als auch die seit 1863 verkehrende Badische Bahn zu sehen sind. Im Vordergrund fährt neben der Bahnlinie ein Pferdefuhrwerk und mehrere Personen beleben die Szenerie.

Schaffhausen – Westansicht der Stadt

(Jakob Eggli - zwischen 1857 und 1880)

(Zentralbibliothek Zürich)

Diese von Jakob Eggli (1812-1880) gezeichnete Gouache zeigt die Stadt Schaffhausen, eingebettet in die ländliche Umgebung. Hoch über Stadt, die sich entlang des Rheins ausbreitet, liegt die Feste Munot. Im Mittelgrund sind Häuser von Neuhausen zu sehen. Im Vordergrund, von Weinreben umgeben, sitzen mehrere Personen in geselliger Runde um einen Tisch unter einem Baum und genießen das schöne Wetter. Der noch nicht aufgestaute Rhein fließt ruhig über die noch sichtbaren Stromschnellen. Im Hintergrund links erhebt sich schemenhaft der Hohentwiel bei Singen.

Rheinau/CH