Ernst Emil Ebner - Günter Hoffmann - E-Book

Ernst Emil Ebner E-Book

Günter Hoffmann

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Beschreibung

Der Grafiker und Buchgestalter Ernst Emil Ebner aus Hürrlingen gehört zu den vergessenen Künstlern, die im Landkreis Waldshut geboren wurden. Der Grund dafür liegt zum einen sicherlich darin, dass Ernst Emil Ebner in frühester Jugend mit seinen Eltern nach Offenburg zog, wo sein Vater als Briefträger eine Stelle fand, zum andern brauchte er die künstlerische Zurückgezogenheit und den bewussten Abstand, um zum Ausdruck des Wesens der Dinge zu finden. Der Künstler drängte sich nie in den Vordergrund. Es liegt aber vielmehr an unserer Zeit selbst, in der ein so sehr auf den Tag abgestellter und gemachter Kunstbetrieb herrscht, dass ein Werk von seiner Art kaum mehr in das allgemeine Bewusstsein aufgenommen wird.

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Seitenzahl: 51

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Meiner Ehefrau

Carmen

gewidmet

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Der Lebensweg von Ernst Emil Ebner

Ernst Emil Ebner als Künstler

Exlibris

Landschaften

Portraits

Religiöse Motive

Studien

Gebrauchsgrafik

Ernst Emil Ebner und sein Interesse an chinesischer Grafik

Zusammenfassung

Literatur, Bildnachweise

Vorwort

Wenn jemand den Verfasser vor fünf Jahren nach dem Namen Ernst Emil Ebner gefragt hätte, wäre die Antwort nur ein Schulterzucken gewesen. Der Name war ihm völlig unbekannt. Dies hat sich aber durch einen Zufall geändert. Bei den Recherchen zu einem Vortrag las er den Namen des Künstlers, und das Interesse war geweckt; die Spurensuche begann.

Der Grafiker und Buchgestalter Ernst Emil Ebner aus Hürrlingen gehört zu den vergessenen Künstlern, die im Landkreis Waldshut geboren wurden. Er teilt das gleiche Schicksal wie der Schriftsteller, Maler und Bildhauer Heinrich Ernst Kromer und der Maler und Bildhauer Erich Rastätter. Alle diese Künstler wurden in Teilorten der heutigen Gemeinde Ühlingen-Birkendorf geboren. Aber auch der international bekannte Bildhauer Karl Albiker (1878-1961) erblickte hier das Licht der Welt. Nachdem in der Zwischenzeit das Leben und Werk des Künstlers Heinrich Ernst Kromer im Rahmen eines Buches der breiten Öffentlichkeit vorgestellt wurde, harren Emil Ernst Ebner und Erich Rastätter ihrer Wiederentdeckung.

In den Standardwerken der Künstlerlexika ist Ernst Emil Ebner vereinzelt verzeichnet; nähere Angaben zu seinem Leben und Werk fehlen. Presseartikel über den Künstler sind sehr spärlich. Namentlich ist der Künstler in seinem Heimatort fast unbekannt, obwohl er zu den bekannteren Exlibris-Künstlern des beginnenden 20. Jahrhunderts gehörte. In der neueren Kunstgeschichte wird der Künstler nicht erwähnt.

Der Grund dafür liegt zum einen sicherlich darin, dass Ernst Emil Ebner in frühester Jugend mit seinen Eltern nach Offenburg zog, wo sein Vater als Briefträger eine Stelle fand, zum andern brauchte er die künstlerische Zurückgezogenheit und den bewussten Abstand, um zum Ausdruck des Wesens der Dinge zu finden. Der Künstler drängte sich nie in den Vordergrund. Es liegt aber vielmehr an unserer Zeit selbst, in der ein so sehr auf den Tag abgestellter und gemachter Kunstbetrieb herrscht, dass ein Werk von seiner Art kaum mehr in das allgemeine Bewusstsein aufgenommen wird.

Die Schaffenszeit von Ernst Emil Ebner ist durch ein größeres Oeuvre an grafischen Arbeiten gekennzeichnet. Eine größere Anzahl von Werken lagern im Bestand der Staatlichen Kunsthalle in Karlsruhe und in einer privaten Sammlung. Nachforschungen nach weiteren Werken blieben bisher ohne Erfolg. Schriftliche Unterlagen und Dokumente aus dem persönlichen Besitz des Künstlers konnten nicht gefunden werden. Auf die Vollständigkeit der von Ernst Emil Ebner geschaffenen Werke kann kein Anspruch erhoben werden. Auch der Verbleib der Druckstöcke ist nicht klar und es ist noch unbekannt, in welchen Auflagenzahlen die Abzüge von Holzschnitten und Radierungen hergestellt wurden.

Während den sich lange erstreckenden Vorarbeiten, beim Aufspüren und Erfassen des Materials habe ich viel verständnisbereite Hilfe erfahren. Allen Beteiligten gebührt daher ein herzlicher Dank.

Besonderen Dank an Frau Dr. Michaela Engelstätter, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Frau Irmgard Blatter-Kramhöller aus Riedern am Wald, Herrn Alfons Ebner aus Waldkirch, Frau Petra Großmann aus Nordrach und Frau Romi Krämer aus Brugg/CH, Herrn Dominik Rimmele aus Waldshut für das Lektorat sowie allen nicht namentlich genannten Personen, die mir behilflich waren.

Am Ende aber verdanke ich das Gelingen und den Abschluss meiner Arbeit der Unterstützung meiner Ehefrau Carmen. Ihr widme ich diese Veröffentlichung.

Lauchringen, im März 2025

Günter Hoffmann

Der Lebensweg von Ernst Emil Ebner

Die Reihe der Vorfahren von Ernst Emil Ebner in Hürrlingen-Buggenried (heute ein Ortsteil von Ühlingen-Birkendorf) reicht bis in das 18. Jahrhundert zurück. Die Ahnenreihe beginnt mit dem Ururgroßvater Simon Ebner und seiner Ehefrau Salome Burgerin, deren Lebensdaten nicht bekannt sind. Es folgen der Sohn Philipp Ebner (1774-1842) und dessen Ehefrau Anna Maria Kramer (1771-1826), danach Leodegar Ebner (1809-1896) mit seiner Ehefrau Maria Agathe Eckert (1822-1893). Deren Sohn Ernst Ebner (1859-1913) heiratet 1889 die aus Bernau stammende Maria Keßler (1862-1916). Aus dieser Ehe stammen die Kinder: Ernst Emil (1892-1969), Julius Karl (1893-?), Alfons Heinrich (1895-1974), Franz Josef (1901-1990), Friedrich Alois (1903-1998) und Anton Albert (1908-1989).

Der Vater von Ernst Emil Ebner war beruflich bei der Post als Oberpostschaffner tätig. In frühester Jugend erfolgte der Umzug der Familie nach Offenburg, wo der Vater eine Stelle als Briefträger fand und sich danach die Spuren der Familie Ebner in Hürrlingen verwischten. Trotz schwieriger Verhältnisse konnte Ernst Emil Ebner die Oberrealschule in Offenburg und eine Fachanstalt in Freiburg besuchen, wo er sich für das Lehramt ausbilden ließ. Seine guten Lernerfolge waren für die Förderung der künstlerischen Anlagen von geringem Belang. So war er gezwungen, sich selbst weiterzubilden. Dieses Streben wurde durch den Frontdienst im Ersten Weltkrieg unterbrochen. Am 4. September 1917 heiratete er Louise Maria Margarethe Schäfer, gen. Lily, in Karlsruhe, über die wenig bekannt ist. Lily Ebner war musisch begabt und war Schülerin des Konzertmeisters des Karlsruher Streich-Quartetts, Ottmar Voigt. Anhand eines Fotoalbums, das sich im Besitz das Verfassers befindet, ist ersichtlich, dass Lily Ebner viele Kontakte zu Musikern und Schauspielern der damaligen Zeit hatte, denn viele persönliche Notizen der genannten Personen sind auf den Fotos vermerkt. Nach Schilderung einer Zeitzeugin, die Lily Ebner als alte Dame noch kannte, war Lily Ebner vom Charakter her ein Typ, welcher der „mondänen Welt“ nahestand, während Ernst Emil Ebner ein ruhiges, oft in sich gekehrtes Wesen hatte.

Nach Kriegsende und Wiederkehr in geordnete Verhältnisse lernte Ernst Emil Ebner zuerst bei dem Radierer Prof. Walter Conz (1872-1947) und anschließend bei Friedrich Barth (1877-1937), beide in Karlsruhe ansässig. Über eine künstlerische Ausbildung an einer Kunstakademie ist nichts bekannt. 1926 folgte eine Studienreise nach Italien. Seine Wirkungsorte als Lehrer waren Offenburg, Karlsruhe, Rastatt und möglicherweise in Brandenberg-Fahl (heute Gemeinde Todtnau) und Katzenmoos (heute Stadt Elzach). Seine zeichnerische Begabung machte sich auch die damalige Schulbehörde zunutze, denn Ernst Emil Ebner hat zahlreiche Schulbücher illustriert.

Nach seiner Pensionierung zog das Ehepaar um 1955 nach Zell am Harmersbach. Dort befasste sich Ernst Emil Ebner neben seinen künstlerischen Arbeiten noch intensiv mit dem Studium der Geschichte und Kunst Chinas. Zahlreiche Motive in seinen Arbeiten zeugen davon. Nach dem Tode seiner Ehefrau übersiedelte Ernst Emil Ebner zu seinem ebenfalls in Zell am Harmersbach lebenden Patenkind, dem Arzt Dr. Krämer, wo er am 17. Juni 1969 verstarb.

Familienbild